Go West! Die letzte Elf der DDR
Eine "sportstudio"-Produktion
Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel, veränderte sich auch das Leben der DDR-Fußball-Nationalmannschaft schlagartig. Als Stars wie Matthias Sammer, Ulf Kirsten und Andreas Thom wenige Tage vor dem entscheidenden Qualifikationsspiel für die WM 1990 vor einer ungewissen Zukunft standen, erkannte Reiner Calmund, Bundesliga-Manager bei Bayer 04 Leverkusen, die einmaligen Chancen, die die historische Wende für seinen Verein ergaben. Die dreiteilige ZDF-Sportdokuserie "Go West! – Die letzte Elf der DDR" erzählt die bewegende Geschichte einer Generation zwischen sportlichen Träumen und gesellschaftlichem Umbruch.
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Ab Freitag, 18. September 2026, 10.00 Uhr, im ZDF streamen
Samstag, 26. September 2026, 0.00 bis 1.30 Uhr, ZDF
"sportstudio"-Produktion
Go West! Die letzte Elf der DDR
Film von: Christoph Eder und Markus Brauckmann
Producer: Nico Holter
Executive Producer: Thomas Fuhrmann
Produzent: Alexander Hesse
Produktion: Gruppe 5
Produktion ZDF: Silke Steinbrenner, Jens Eschholz
Redaktion ZDF: Lars Schilling, Clemens Schröder
Länge: 3 x 30 Minuten
November 1989: Für die Fußball-Nationalmannschaft der DDR um Trainer Eduard Geyer steht das entscheidende Spiel zur WM-Qualifikation an. Der goldenen Generation um Matthias Sammer, Ulf Kirsten, Andreas Thom und Rico Steinmann reicht ein Unentschieden, um zur WM 1990 nach Italien zu fahren. Kaum jemand zweifelt am Erfolg der Mission. Doch dann fällt die Mauer in Berlin – und alles kommt anders. Plötzlich stehen die Spieler vor der Frage: Welche Zukunft haben wir noch im alten System und welche im neuen? Zeitgleich wittert der gewiefte Bundesligamanager Reiner Calmund die einmalige Chance für seinen Verein Bayer 04 Leverkusen. Vor dem Hintergrund historischer Umbrüche beginnt seine Jagd auf die DDR-Stars – doch wie weit darf er gehen? Die dramatische und skurrile Geschichte vom Ende eines Staates und den Folgen für ihre Fußballspieler, erzählt von denen, die dabei waren: Matthias Sammer, Ulf Kirsten, Eduard Geyer, Rainer Calmund, Andreas Thom, Rico Steinmann und viele mehr.
Die besten Fußballer der DDR und die schnelle Erkenntnis eines Bundesligamanagers
9. November 1989: In der Sportschule Abtnaundorf bereiten sich die besten Fußballer der DDR mit Trainer Eduard Geyer auf das entscheidende WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich vor. Vor dem Fernseher erleben sie gebannt, wie an diesem Tag völlig unerwartet die Mauer fällt – und sie alle in eine ungewisse Zukunft stürzt. War die Karriere bis dahin in der DDR klar geregelt, geht es für Spieler wie Matthias Sammer, Andreas Thom und Ulf Kirsten plötzlich um alles oder nichts. Im ersten Moment sind alle verunsichert – doch für manche wird es zur Chance ihres Lebens.
Auch Bundesligamanager Reiner Calmund lässt sich von der Euphorie anstecken, als er kurz nach dem Mauerfall vor Ort in Berlin ist – und erkennt schnell die sportliche Chance für seinen Verein Bayer 04 Leverkusen, talentierte Spieler in die Bundesliga zu locken. Das entscheidende Qualifikationsspiel in Wien wird so zum Schauplatz eines sportlichen Dramas und zugleich zum Zusammentreffen der beiden Systeme. Als der Abpfiff ertönt, ist klar: Die Jagd auf die talentiertesten Spieler der DDR hat längst begonnen.
Zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung
Vor dem Hintergrund der historischen Monate zwischen dem Mauerfall 1989 und dem letzten Spiel der DDR im September 1990 skizziert die Doku, wie sich die Schicksale der besten DDR-Fußballer innerhalb von Monaten in gänzlich unterschiedliche Richtungen entwickeln. Die Wege von Sammer, Thom, Kirsten und Steinmann stehen stellvertretend für eine Gesellschaft, die auf einen radikalen Umbruch reagieren muss. Zerrissen zwischen alter und neuer Welt, stellen sich die Fußballer genau wie alle DDR-Bürgerinnen und DDR-Bürger die Frage nach der eigenen Identität und müssen herausfinden: Welche Zukunft habe ich im alten System – und welche im neuen?
"Go West!" ist eine deutsch-deutsche Geschichte über Chancen, Träume und Verlust, die weit über den Fußball hinausgeht. Erzählt wird sie von den Menschen, die diese Umbruchszeit hautnah erlebt haben. Dabei prallen Erinnerungen, Weltanschauungen und Meinungen aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Arbeit an diesem Stoff hat mir noch einmal vor Augen geführt, wie prägend die wenigen Monate zwischen dem Mauerfall 1989 und der Wiedervereinigung 1990 bis heute sind – für unsere Gesellschaft, den deutschen Fußball und auch für mich ganz persönlich. Ich bin noch in der DDR geboren, habe dieses Land aber selbst nicht mehr bewusst erlebt. In dieser kurzen Zeit wurden Weichen gestellt, über deren Folgen wir bis heute diskutieren.
"Das ist dein Fundament. Mit allen Stärken, mit allen Schwächen, aber es ist dein Fundament."
Matthias Sammer (über die DDR)
"Der Ulf wird das schon machen, der kriegt das schon hin. Der hat auf dem Spielfeld alles hingekriegt, da kriegt er das auch neben dem Spielfeld hin. Gleichzeitig aber auch der Gedanke: Er ist mein Kumpel, und unsere Wege werden auseinandergehen. Veränderung – und gleichzeitig Verlust. Es war Verlust. Identität, ein ganzes Land in Form von Menschen und Personen – das war damals schon keine leichte Zeit."
Matthias Sammer (über die Tatsache, dass er und Ulf Kirsten im Sommer 1990 von Dynamo Dresden zu verschiedenen Vereinen wechseln)
"Da haben die gesagt: 'Leck mich am Arsch, der Calmund ist ja gar nicht so ein Stasi-Kopf wie die, die uns hier sonst immer rumkommandieren'."
Reiner Calmund (über seine ersten Vertragsverhandlungen mit Ulf Kirsten und Matthias Sammer, wenige Tage nach dem Mauerfall 1989, in Dresden):
"Ich hatte kaum Zeit, mich von all meinen Freunden, Bekannten und meinen Eltern zu verabschieden. Ich wusste ja nicht, was uns dort erwarten würde. Ein bisschen komisch war das schon."
Andreas Thom (über seinen Wechsel vom BFC Dynamo Berlin zu Bayer 04 Leverkusen, der ihn nur wenige Monate nach dem Mauerfall zum ersten offiziellen DDR-Transfer in der Bundesliga machte):
"Die Spieler waren sehr reserviert, sehr distanziert. Da kommen die Ossis, nehmen uns A den Platz weg und B gucken wir erst mal, ob sie überhaupt Fußball spielen können."
Ulf Kirsten (über seine erste Erfahrung in der Kabine seines neuen Vereins Bayer 04 Leverkusen im Sommer 1990)
"Also eingeladen habe ich 33 Spieler. Leider sind nur 14 Spieler erschienen."
Eduard Geyer (über den Nominierungsprozess für das letzte Länderspiel der DDR)
"Steinmann war ein Weltklassefußballer. Der war ein Weltklassefußballer."
Matthias Sammer (über Rico Steinmann)
Fotos sind erhältlich über ZDF-Kommunikation, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/sportstudioproduktionen
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