Neues Land
Der Fernsehfilm der Woche
Regisseurin Esther Rauch inszenierte eine dramatische Familiengeschichte vor dem Hintergrund geologischer und gesellschaftspolitischer Veränderungen in den ehemaligen Tagebaugebieten in Mitteldeutschland. Das Drehbuch stammt von Khyana el Bitar und Dörte Franke.
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"Neues Land" ist eine dramatische Familiengeschichte, die untrennbar mit der Region verbunden ist, in der sie spielt. Auf den ersten Blick ein Urlaubs- und Naherholungsgebiet mit neu geschaffenen kobaltblauen Seen in der ehemaligen aufgewühlten Mondlandschaft der Braunkohle-Tagebaugebiete in Mitteldeutschland. Aber so wie ein altes Familiengeheimnis ans Licht kommt und Lebenslügen in sich zusammenfallen, so zeigen sich in den "blühenden Landschaften" beim genauen Hinsehen Risse.
Ein altes Bergbausprichwort sagt: "Vor der Hacke ist es duster." Das bedeutet, dass es im Bergbau immer gefährliche Überraschungen geben kann. Das gilt auch für die Renaturierung in ehemaligen Tagebaugebieten. Nicht überall ist es sicher. Sperrzonen verbieten das Baden, damit sich die Katastrophe nicht wiederholt, wie beispielsweise 2009 am Concordiasee in Nachterstedt, wo instabile Ufer ganze Häuser in die Tiefe zogen. Auch im Leipziger Neuseenland gab es in jüngster Zeit vereinzelte Rutschungen.
Ein weiteres Problem ergibt sich durch den Klimawandel. Lange trockene, heiße Sommer und die hohe Verdunstung auf den großen neuen Wasserflächen füllen den Grundwasserspiegel nicht wieder auf, der jahrzehntelang beim Kohleabbau abgesenkt wurde. Es fehlt an Wasser für die Flutungen der Restlöcher und die Wasserqualität der bereits gefüllten Seen droht umzukippen.
"Neues Land" erzählt von den Herausforderungen des Strukturwandels, die mit dem beschlossenen Aus für die fossile Energiegewinnung verbunden sind, und von den Brüchen in den Lebens- und Arbeitsbiografien der Menschen, die dort leben. Schon einmal mussten sich die Menschen im Osten des Landes neu erfinden nach dem Zusammenbruch der DDR. Nun sind die neu aufgebauten Existenzen neuerlich bedroht. Jördis Triebel, Jörg Schüttauf und Ronald Zehrfeld, alle drei im Osten des Landes aufgewachsen, vermitteln das in ihren Rollen mit großer Glaubwürdigkeit.
Wir hören allerorten von lebenslangem Lernen im Arbeitsleben, von Change-Prozessen und notwendiger Resilienz. Aber wie viel Wandel hält der Einzelne aus? Damit stellt der Film über die Region hinaus allgemeingültige gesellschaftliche Fragen. Am Ende zählen Zuhören, Gemeinschaft, Ehrlichkeit und Hoffnung.
Damit aus dem Restloch irgendwann doch ein See wird.
Matthias Pfeifer
Redaktionsleiter Fernsehspiel II
Buch Khyana el Bitar, Dörte Franke
Regie Esther Rauch
Kamera Mario Minichmayr
Schnitt Philipp Schmitt
Szenenbild Matthias Mücke
Kostüme Saskia Richter
Maske Marika Knappe
Ton Frank Schubert
Musik Philipp E. Kümpel, Andreas Moisa
Casting Cornelia Mareth, Maria Rölcke
Producer Tom Haase, Toni Heye
Produktion UFA Mitte in Koproduktion mit ZDF
Produzentinnen Henriette Lippold, Katharina Rietz
Redaktion Matthias Pfeifer
Länge 89 Minuten
Die Rollen und ihre Darstellerinnen und Darsteller
Ina Sedlitz Jördis Triebel
Walter Sedlitz Jörg Schüttauf
Mara Nehls Lucy Gartner
Tom Nehls Ronald Zehrfeld
Sonny Naemi Florez
Frank Schuter Thomas Dehler
Tobi Smoller Karl Seibt
Udo Martin Reik
Denise Sedlitz Lucy Gartner
Ina Sedlitz (jung) Nicola-Rabea Langrzik
Tom Nehls (jung) Benedict Sieverding
Dr. Hoffmann Wolfgang Zarnack
Frau Brinkmann Jana Bauke
und andere
Die Geologin Ina Sedlitz kehrt nach vielen Jahren in ihr Heimatdorf Neukirch zurück – ein Ort, der sich vom ehemaligen Braunkohlerevier in ein beliebtes Tourismusziel verwandelt hat.
Ein Lebenswerk, auf das ihr Vater, der Bürgermeister Walter Sedlitz, stolz ist. Ina will nur eines: ihren Erbteil am Familienhotel an ihre Nichte Mara übertragen und endgültig mit der Vergangenheit abschließen.
Doch als sie gebeten wird, ein geologisches Gutachten für den künstlich angelegten See zu erstellen, stößt sie auf gefährliche Instabilitäten und auf die Schatten eines wohl lange verdrängten Familiengeheimnisses. Während Mara beginnt, Ina, Walter und ihrem Vater Tom unbequeme Fragen zu stellen, gerät das sorgsam gewahrte Schweigen der Familie ins Wanken. Ina steht vor einer Entscheidung, die alles verändert – für sie, für Mara und für das ganze Dorf.
Mit "Neues Land" wollten wir eine Geschichte über eine Region erzählen, in der Transformation unmittelbar sichtbar und spürbar ist. Uns hat dabei vor allem interessiert, was der Strukturwandel mit den Menschen, ihren Biografien und ihrem Verständnis von Heimat macht.
Dass "Neues Land" in Mitteldeutschland nicht nur spielt, sondern mit einem überwiegend aus der Region stammenden Team in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen entstanden ist, war für uns wesentlich. Die Nähe zu den Orten und Menschen schafft eine Genauigkeit und Authentizität, die man einer Geschichte ansieht und anmerkt. "Neues Land" zeigt damit inhaltlich wie produktionsseitig, welches kreative Potenzial in Mitteldeutschland steckt und was hier mit der großartigen Unterstützung von Sender und Förderung möglich ist.
Was hat Sie beim ersten Lesen von "Neues Land" unmittelbar gepackt – und wann wussten Sie, dass Sie diese Geschichte erzählen möchten?
Der eine große Hook für mich war ein Satz, den die Figur von Jörg Schüttauf zu seiner Tochter, also Jördis Triebel, sagt: "Wir haben damals alle von der Kohle gelebt hier. Es war dreckig, und es war hart, aber wir haben das Beste draus gemacht. Und dann kam die Wende. Und das war alles nichts mehr wert. Und dann war's vorbei mit der Kohle und deine Mutti ist daran zerbrochen. Und jetzt kommst du und nimmst uns auch noch den See." Das ist einerseits ostdeutsch, andererseits aber auch global, weil es um Fremdbestimmung geht. Darin kann sich jede marginalisierte Gruppe wiederfinden. Man probiert es immer wieder neu und wird ein ums andere Mal durch Fremdbestimmung zurückgeworfen.
"Neues Land" erzählt von einem ehemaligen Braunkohlerevier, das sich zum Tourismusort gewandelt hat – und von einer Familie, in der vieles im Verborgenen liegt. Was hat Sie an dieser Verbindung von Landschaft und Familiengeschichte interessiert?
Das Verbindende ist die Frage: Was macht es mit einer Familie, wenn etwas so lange und im wahrsten Sinne unter der Erde bleibt, wenn etwas so lange unausgesprochen ist? Aber auch: Was macht es mit Menschen, wenn man ihnen die Selbstverantwortung entzieht, weil sie gar nicht so genau wissen, was unter der Erde ist? In beiden Fällen gibt es also eine Art Chancenlosigkeit. Gleichzeitig haben wir es vor Ort optisch nicht mit Tristesse zu tun, sondern mit einer für viele überraschenden Schönheit. Etwas, bei dem man versteht, warum Menschen dort leben oder Urlaub machen wollen.
Der Film blickt auf eine Region, die von den Umbrüchen der vergangenen Jahrzehnte stark geprägt ist. Was war Ihnen bei der Erzählung dieser Transformation besonders wichtig?
Als Österreicherin kenne ich diese Umbrüche nur aus den Nachrichten und damit zu großen Teilen aus den Augen der Politik. Mir war es bei dem Film aber ein Anliegen, eine ganz konkrete Familie zu zeigen und zu erzählen, was diese gesellschaftlichen Strukturen mit ihr gemacht haben.
Sie blicken als Österreicherin von außen auf eine sehr konkret in Thüringen und Mitteldeutschland verankerte Geschichte. Wie hat dieser Blick von außen Ihre Annäherung an den Stoff geprägt?
Ich habe schnell gespürt, dass ich mich in dem Buch selbst finde, obwohl es, historisch betrachtet, so gar nicht meine Geschichte ist. Es ist toll, eine so regionale Geschichte erzählen zu können, die derart globale Gefühle auslöst, dass ich als Österreicherin andocken kann. Ich habe so vieles in diesem Buch gefunden, das mich berührt hat. Auch die Vielschichtigkeit der Figuren, dass es da nicht die Bösen und die Guten gibt, mochte ich sehr.
Aber es war auch für mich die erste Frage, warum gerade ich die Regie übernehmen soll. Die Antwort der beiden sehr klugen Produzentinnen hat mich überzeugt: Mein Blick ist wahrscheinlich der neutralste, eben weil er von außen kommt. Und das ist ja letztlich die Grundaufgabe einer Regie: den Blick von außen zu behalten, damit eine Geschichte, obwohl sie regional erzählt ist, eine universelle Bedeutung bekommt.
Die Landschaft ist in "Neues Land" nicht nur Schauplatz, sondern trägt Spuren der Vergangenheit in sich. Wie haben Sie versucht, das auch in der Bildsprache und Atmosphäre des Films sichtbar zu machen?
In erster Linie war es wichtig, authentisch zu sein. Und das bedeutet in dem Fall, zu zeigen, wie weitläufig und groß dieses Land ist und gleichzeitig, wie brüchig es wirkt, wenn man es aus der Nähe betrachtet. Die Landschaft ist nicht nur Umgebung, sondern unmittelbar mit der Geschichte und den Figuren verbunden. Daher musste auch sie wie eine weitere Figur charakterisiert werden. Wir spielen in den Bildern mit der Weite und der schieren Unendlichkeit im Kontrast zu Detailaufnahmen, die davon erzählen, dass darunter eine Gefahr und ein Geheimnis lauern.
Wie ist die Geschichte "Neues Land" zu Ihnen gekommen?
Mit der UFA Mitte hatte ich schon bei "Marzahn Mon Amour" zusammengearbeitet. Sie haben mich mit Esther Rauch zusammengebracht, und wir haben sofort eine gemeinsame Vision und Tonlage für diesen Film gefunden. Wenn man auf so einer Ebene miteinander arbeiten darf, ist das ein großes Geschenk. Außerdem hat mich die Geschichte sofort gepackt. Wenn beim Lesen eines Drehbuchs gleich meine Fantasie anspringt und ich neugierig weiterdenke, dann weiß ich: Diese Geschichte muss ich erzählen.
Ihre Figur kehrt nach vielen Jahren an den Ort zurück, der einst ihr Zuhause war. In welcher Ausgangslage sehen Sie Ihre Figur, und welche spannenden Konflikte ergeben sich daraus?
Ina kehrt eigentlich gar nicht zurück, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Es sind die Umstände, die sie dazu zwingen: Sie muss Entscheidungen treffen, und dafür muss sie genauer hinschauen und sich mit sich selbst auseinandersetzen. Dabei brechen alte Wunden wieder auf. Ich glaube, vor dieser Frage stehen wir alle irgendwann: Sollte ich mit etwas abschließen? Kann ich das überhaupt? Und wie groß ist die Hürde, wenn man ahnt, was alles unter der Oberfläche liegt? Hält man das aus?
Ihre Figur versucht zunächst, lang zurückliegende Entscheidungen und Verletzungen zu verdrängen, aber Ina muss sich schließlich mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Wie haben Sie diesen Prozess mit der Regie angelegt und umgesetzt?
Es sind kleine Risse. Am Anfang sind sie kaum sichtbar, aber sie werden immer größer, bis das, was darunter liegt, an die Oberfläche kommt. Genau deshalb finde ich den See mit seinen verborgenen Geheimnissen eine so großartige Metapher für diese Geschichte.
Sie spielen gemeinsam mit Jörg Schüttauf, Ronald Zehrfeld und Lucy Gartner in einem sehr unterschiedlichen Ensemble. Was war für Sie das Besondere an dieser Konstellation?
Wenn man eine ostdeutsche Geschichte erzählt, ist es ein Vorteil, wenn die Beteiligten selbst aus dieser Erfahrung heraus erzählen können. Das steckt einfach in ihrer DNA. Gleichzeitig war es großartig, dass Esther Rauch aus Österreich kommt und einen neutralen Blick auf unsere Geschichte hatte. Diese Mischung war für den Film unglaublich hilfreich und wichtig.
Mit Ronald und Jörg habe ich schon viele Filme gemacht, und es ist jedes Mal eine große Freude, mit ihnen zu arbeiten. Lucy kannte ich vorher nicht, aber ich habe mich sofort in diese kluge und talentierte Schauspielerin verliebt. Ich freue mich sehr darauf, ihre Karriere weiterzuverfolgen, und bin überzeugt: Da kommt noch ganz viel Großartiges.
Sie sind selbst in Ost-Berlin geboren und leben bis heute in Berlin. Hat die Beschäftigung mit einer Region, die seit der Wende enorme Veränderungen erlebt hat, bei Ihnen auch Gedanken über Herkunft, Heimat und Veränderung ausgelöst?
Ich finde, Geschichten, in denen es um die Suche nach der eigenen oder der kollektiven Identität geht, kann man gar nicht oft genug erzählen. Gerade über die DDR gibt es noch unzählige Geschichten, die darauf warten, erzählt zu werden.
"Neues Land" spielt in einer ehemaligen Braunkohle-Region, die sich in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend verändert hat. Was hat Sie persönlich an diesem Stoff angesprochen und warum?
Ich kenne die Region, in der der Film spielt, ganz gut, da ich sie gelegentlich besuche und dort verweile – auf dem Weg nach Sachsen, wo ich herkomme. Es gehören natürlich noch andere Faktoren dazu, sich zu entscheiden, ob man dabei sein will. Aber dass dieser Fakt auch ein Aspekt sein kann, dem Projekt gegenüber offener und interessierter zu sein, ist ein Punkt, den ich nicht von der Hand weisen kann.
Was hat Sie an Ihrer Figur Walter besonders interessiert, und was macht sie für Sie als Schauspieler reizvoll?
Er ist ein Typ, zu dem ich, ehrlich gesagt, aufschaue. Alles, was er hat, habe ich nicht. Er ist ehrgeizig, zielstrebig, und er hat Geheimnisse, die er sein Leben lang mit sich herumschleppt. Er hat Verantwortung und fühlt einen permanenten Druck. Viele dieser Dinge finde ich als Darsteller herausfordernd und gleichzeitig auch gut zu spielen. Da ist "Futter", wie man so schön sagt, und das ist schon mal ein Grund, die Sache mit Freude und Konzentration anzugehen.
Wie empfinden Sie das Verhältnis zwischen Walter und seiner Enkelin Mara – steckt darin auch ein universellerer Generationenkonflikt?
Es wird sie immer geben, die ältere Generation, die keine Ahnung, wenn nicht sogar Sorge hat, was wohl aus der Jugend wird. Im Film habe ich dazu allerdings, wenn ich mich richtig erinnere, keinen Grund, so zu denken oder in dieser Richtung etwas zu befürchten. Diese Figur ist mit dem Ergebnis, was aus der Enkeltochter geworden ist und alles noch werden kann, sehr zufrieden.
Was bedeutet der Begriff "Heimat" für Sie persönlich – und denken Sie, dass man Heimat jemals abstreifen kann?
Für mich ist das dort, wo ich laufen gelernt habe, sehr wackelig die Welt um mich herum aufgenommen habe und über Jahre, größer werdend, mit anderen Menschen zusammen meinen Alltag erlebt habe. Das ist ein kleiner, begrenzter Raum, kein Land, aber eine Region, geprägt durch Landschaft, Dialekt und soziales Gefüge. Wo ich herkam und unterbewusst eigentlich nie weg war, das ist für mich Heimat. Ob ich das will oder nicht.
Ihre Figur Mara wird im Laufe der Geschichte mit einem Familiengeheimnis konfrontiert und muss das Vertrauen zu Ihrer Familie infrage stellen. Wie erlebt Mara diese Situation, und was war für Sie schauspielerisch besonders interessant?
Mara ist stark von dem geprägt, was ihr fehlt – in ihrem Fall von der Abwesenheit ihrer Mutter – und begibt sich auf die Reise, dieses Familiengeheimnis zu lüften. Spannend fand ich dabei, mich immer wieder auf den jeweiligen Wissensstand der Figur einzulassen und ihre Fragen ehrlich zu stellen. Das empfinde ich als große Herausforderung: Als Schauspielerin kenne ich die Antworten bereits, Mara aber nicht. Diese Wahrhaftigkeit über den gesamten Bogen der Figur zu bewahren, war mir schauspielerisch besonders wichtig.
Wie geht eine Generation bzw. Mara mit Entscheidungen und Konflikten um, die lange vor ihrer eigenen Zeit entstanden sind, deren Folgen sie aber trotzdem betreffen?
Wir alle müssen mit den Konsequenzen und auch Ungerechtigkeiten von Entscheidungen leben, die lange vor unserer Zeit getroffen wurden. Interessant finde ich, wie unterschiedlich verschiedene Generationen damit umgehen. Mir scheint, dass meine Generation darauf mit besonders viel Tatendrang reagiert. Leider äußert sich das teilweise in der Suche nach Schuldigen und einer zunehmenden Abgrenzung gegenüber anderen. Gleichzeitig gibt es eine starke Bewegung, die sich für Veränderung, soziale Gerechtigkeit und einen bewussteren Umgang mit unserer Umwelt einsetzt. Mara verkörpert für mich diese Haltung: Sie reagiert nicht mit Resignation, sondern übernimmt selbst Verantwortung. Sie ernährt sich vegan, möchte den Familienbetrieb umweltfreundlicher gestalten und stellt ihren älteren Familienmitgliedern unangenehme Fragen.
"Neues Land" stellt immer wieder die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet. Ist der Begriff für Ihre Figur ein anderer als für die älteren Generationen?
Mara hat ein sehr starkes Bedürfnis nach Heimat und Zugehörigkeit. Gleichzeitig bedeutet Heimat für sie nicht, dass alles so bleiben muss, wie es immer war. Das finde ich interessant, weil Heimat dadurch für sie nicht nur etwas ist, das man erbt, sondern auch etwas, für das man sich entscheiden und das man selbst mitgestalten kann. Während ihre Familienmitglieder eine veraltete Vorstellung von Tradition bewahren, hat sie verstanden, dass sich Heimat verändern und dadurch sogar besser werden kann.
Wie haben Sie die Zusammenarbeit im Ensemble und mit der Regie erlebt – gerade in einer Geschichte, in der unterschiedliche Generationen und Perspektiven so stark aufeinandertreffen?
Trotz der inhaltlich gewichtigen Themen war die Stimmung am Set sehr fröhlich und lustig. Unsere Regisseurin Esther Rauch hat einen ruhigen, respektvollen und konzentrierten Raum geschaffen und diese Stimmung ins ganze Team getragen. Der gesamte Cast ging unabhängig von Bekanntheitsgrad und Alter auf Augenhöhe miteinander um. Diese gegenseitige Wertschätzung erlebe ich als junge Schauspielerin leider nicht immer und schätze sie deswegen umso mehr.
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