Start der neuen "Herzkino"-Saison
Ab Freitag, 21. August 2026, in Web und App des ZDF streamen
Das ZDF-"Herzkino" startet im Spätsommer mit vier Filmen und zeigt als Auftakt zwei romantische Komödien und jeweils eine neue Folge der erfolgreichen ZDF-"Herzkino"-Reihen "Rosamunde Pilcher" und "Inga Lindström".
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Mit vier neuen Liebesfilmen läutet das ZDF-"Herzkino" den Spätsommer voller Liebe, Leichtigkeit und emotionaler Überraschungen ein:
Den Auftakt am Sonntagabend im ZDF am 30. August 2026 macht die romantische Komödie "Eine Wingwoman verliebt sich nicht", eine urbane Romcom mit Sarah Bauerett, Tom Beck, Dominic Raacke – und Chiara Schoras als titelgebendem Dating-Coach. Eine Woche später folgt die Rosamunde-Pilcher-Verfilmung "Die Glücksbringerin" mit Dietmar Bär, Milena Straube und Lina Wendel. Ein zweites Romcom-Highlight ist am Sonntag, 13. September 2026, zu sehen: In "Bloß nicht Liebe" mischt sich das Universum höchst persönlich in das von Christina Große, Heino Ferch und Tim Bergmann gespielte Liebesdreieck ein. Am Sonntagabend darauf geht es in der neuen Folge der Reihe "Inga Lindström" um die Suche nach dem "Rezept für die Liebe". Gibt es das? Sogol Faghani und Karl Schaper versuchen zusammen mit Julia Bremermann, Helmut Zierl und Massimo Sinato den Beweis anzutreten.
Alle vier Filme können ab 21. August 2026 in Web und App des ZDF gestreamt werden. Sie erzählen von Frauen unterschiedlichen Alters, die zwischen Selbstschutz und Sehnsucht ihren eigenen Weg zur Liebe finden. Und wenn aus Angst Mut wird und aus Kontrolle Loslassen, hält das Leben oft wunderbare Wendungen bereit.
Warmherzig, humorvoll und mit einem feinen Gespür für die Wendepunkte des Lebens lädt das "Herzkino" mit Romcom-Filmen und neuen Folgen starker, bewährter Marken zum Verlieben ein.
Sophie Günther, Verena von Heereman, Alexander S. Tung
Hauptredaktion Fernsehfilm II
Romcom, 2026
Ab Freitag, 21. August 2026, ein Jahr lang in Web und App des ZDF zu streamen
ZDF: Sonntag, 30. August 2026, 20.15 Uhr
Buch Oliwia Strazewski
Regie Wolfgang Eißler
Kamera Pascal Schmit
Schnitt Maren Unterburger
Szenenbild Romy Gawlik, Stefan Lincke
Kostüme Petra Fichtner
Ton Oliver Grafe
Musik Matthias Petsche
Producerin Maria Franziska Schroeder
Produktion Constantin Film Produktion GmbH
Produzenten Karsten Rühle
Redaktion Verena von Heereman, Nina Manhercz
Länge 89 Minuten
Die Rollen und ihre Darstellerinnen und Darsteller
Caro Sander Chiara Schoras
Anya Urbanski Sarah Bauerett
Marc Ahmadi Tom Beck
Heiner Sander Dominic Raacke
Gianluca Melcarne Beniamino Brogi
Francesca Sander Joone Dankou
Ben Alexander Czerwinski
Petra Anna Böttcher
Steffen Stefan Mocker
Klaus Mirco Reseg
Dimitri Aram Tafreshian
Johannes Ugur Kaya
Meredi Dela Dabulamanzi
Hedi Hedi Klemstein
David David Wittich
Momo Momo Brenke
Herr Blau Moses Leo
Herr Weiss Kevin Patzke
Lucia Anne Bartholome
und andere
Als professionelle Wingwoman hilft Caro Sander Menschen beim Dating. Doch dann trifft sie selbst auf "den Einen" und soll ausgerechnet ihn mit einer Klientin verkuppeln.
Zahlreichen Männern und Frauen stand Caro schon beim Kennenlernen zur Seite. Viele Hochzeiten und Babys gehen auf das Konto der selbstständigen Geschäftsfrau. Ihr Erfolgsgeheimnis? Sie modelt niemanden um, sondern hat ein Auge für das Beste im Menschen.
Trotz aller Berufserfahrung ist die neue Klientin, die Starpianistin Anya Urbanski, auch für Caro und ihren Onkel Heiner, der sie als Assistent unterstützt, eine harte Nuss. Nicht nur Anyas herausfordernde Persönlichkeit macht den Job besonders schwer, sondern auch ihre Zielperson. Seit Wochen himmelt Caro, die nach einer gescheiterten Ehe selbst eher ungeübt im Dating ist, aus sicherer Distanz den attraktiven Musiklehrer Marc Ahmadi an. Ausgerechnet ihn hat sich nun Anya auserkoren und engagiert Caro als Coach, um ihm näher zu kommen. Caro steht vor einem großen Dilemma und versucht zunächst ihre Gefühle zu ignorieren. Ein Profi verliebt sich nicht! Doch schon bald merkt sie, dass das nicht klappt. Zudem ist Caro auch noch familiär gefordert: Ihre 17-jährige Tochter Francesca möchte die Schule abbrechen und Gianluca, Caros Exmann, nimmt das mit enervierender Lässigkeit hin. Anstatt sich als Vater zu engagieren, scheint er sich lieber darauf zu konzentrieren, seine Ex-Frau zurückzugewinnen.
Caro Sander fragt Anya Urbanski bei ihrer ersten Begegnung: "Woran scheitert die Suche?": Was glauben Sie persönlich, woran scheitert in der heutigen Zeit die Suche nach einem Partner?
Tom Beck: Ich glaube ja, dass Beziehungen heutzutage vor allem daran scheitern, dass sich keiner mehr festlegen will, dass jeder sich alle Optionen offenhalten will, dass jeder alles will. Und ja, das ist vermutlich schwierig zu finden. Beziehungsweise ist es vermutlich schwierig, jemanden zu finden, der diese Vorstellungen zu 100 Prozent teilt.
Chiara Schoras: Ich denke, dass es etwas damit zu tun hat, dass wir in dieser Gesellschaft nicht gelernt haben, mit unseren Gefühlen umzugehen, durchlässig zu sein, vulnerabel zu bleiben. Wir sind ganz oft nicht bereit, uns zu zeigen und wollen gleichzeitig gesehen werden. Wir geben dadurch die Verantwortung ab und hoffen, dass ein Wunder von außen geschieht.
Sarah Bauerett: Und es liegt auch an einem Überangebot an Dating. Früher hat man sich schick gemacht und ist ab in die Disko. Dort hat man mit denen gequatscht, die man sympathisch fand, hat getanzt, konnte sofort spüren, ob da was ist. Heute rennt man seiner eigenen falsch vorgemachten Optimierung im Dating-Profil hinterher. Man horcht nicht mehr in sich selbst hinein, was man eigentlich will und was man sucht. Nähe zuzulassen, ist etwas out geworden, alles anonym haben zu können, gerade in Berlins Clubs, ist das neue Normal. Sex ist nicht mehr das, was es mal war, nämlich Nähe zu leben, sondern eher wie ein kleines Fotoalbum, eine Liste zum Zwecke der angeblichen eigenen Aufwertung. Jedoch bei jemandem zu bleiben: ein kleines bisschen Out geworden scheinbar?
Wovon erzählt diese Urban Romance?
Chiara Schoras: In erster Linie versucht sie einzufangen, wie schwer es in der heutigen Zeit ist, zu daten. Die "Lost Souls" in einer Großstadt wie Berlin. Vielleicht auch davon, sich die eigenen "blinden Flecken" einzugestehen und zu verstehen, dass man auch mal innehalten sollte, statt durchs Leben zu rasen.
Sarah Bauerett: 100 Prozent, was Chiara sagt: Alle Welt strebt danach, ein optimiertes Individuum zu werden, dass allein klarkommen sollte. Schwäche zuzugeben, wird als eher unsexy bewertet. Das Aufeinanderhören und Sichöffnen, dafür zu kämpfen, was man wirklich füreinander fühlt, kommt zu kurz. Die Liebe ist eine lange Reise, übrigens auch mit sich selbst, auch mit Freundinnen. Sich mit Selbstliebe Selbstbewusstsein zu erbauen, Nähe zuzulassen und Menschen damit zu berühren, um dann gemeinsam diese Reise namens "Das Leben" zu gehen, das sollte es doch eigentlich sein.
Haben Sie selbst Erfahrungen auf Dating-Apps? Fällt oder fiel Ihnen das leicht mit dem Dating?
Chiara Schoras: Ich war mal 48 Stunden auf einer Dating-App, weil ich mal sehen wollte, wovon alle sprechen. Hab das nicht ausgehalten. Es fühlte sich eher wie auf einem Viehmarkt an, wo man nur nach Äußerlichkeiten beurteilt wird, das hat sich sehr unnatürlich angefühlt.
Sarah Bauerett: Ich war auch nur einen Tag und eine Nacht dort, das war nichts für mich. Ergebnis: Ich habe mich noch viel einsamer gefühlt als davor. Ich habe diese Charaktere gesehen, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun hatten, habe mit jemandem geschrieben, aber es ging nur um ihn, ihn zu stärken, damit er sich besser fühlt. Da war kein Austausch, traurig. Ein Date war dann auch der absolute Reinfall: Ich war aufgeregt wie nie, hatte Angst, was der Realitätsabgleich macht, wenn man doch vorher vielleicht nur Projektionsfläche war? Ein Reinfall.
Tom Beck: Ich habe gar keine Erfahrungen auf dem Dating-App-Markt und kann dementsprechend überhaupt keine Aussagen tätigen, denn ich habe meine Frau 2012 kennengelernt und das war auch ungefähr das Jahr, in dem Apps wie Tinder und so weiter an den Start gingen. Aber durch viele meiner Freunde habe ich zumindest einen passiven – teilweise schockierenden Einblick bekommen.
Was macht eine Wingwoman, ein Wingman? Kennen Sie Situationen, wo man sich Unterstützung einer Wingwoman wünscht?
Tom Beck: Ein Wingman stellt den zu verkuppelnden Kumpel natürlich immer nur ins beste Licht und spricht in den höchsten Tönen von ihm, so dass durch sein Zutun die begehrte Dame im besten Fall ein noch besseres Bild von ihm hat.
Chiara Schoras: Eine Wingwoman ist eine Person, die in der Liebe den Suchenden ein bisschen auf die Sprünge hilft. Caro ist jemand, die ihre Klientinnen und Klienten genau studiert, herausfinden will, wer diese Menschen sind, um sie dann gestärkt in die Welt rauszuschicken.
Sarah Bauerett: Ich hätte mir schon oft in meinem Leben eine Wingwoman gewünscht, da ich meiner Meinung nach nicht flirten kann. Ich kann aber hingegen gut erkennen, was andere so bräuchten. So habe ich mal als Wingwoman ein Paar verkuppelt, indem ich beide am selben Ort mit mir verabredet habe. Sie sind auch beide erschienen, nur eben ich absichtlich nicht: Sie sind seit acht Jahren zusammen. Ich glaube, ich habe diesen Job sehr, sehr gut gemacht. (lacht)
Wenn Sie die Figur des jeweils anderen in einem Satz beschreiben müssten? Was sind die größten Stärken und Schwächen?
Chiara Schoras: Anyas Stärken und Schwächen: Ihre Leidenschaft zur Musik, darin total aufzugehen – und dadurch Menschen zu berühren. Und gleichzeitig genau das nicht außerhalb der Musik nach außen tragen zu können, weil sie ganz große Angst hat, verletzt zu werden, und aus dieser Angst heraus, zugemacht hat. Caro wünscht sich, dass Anya sich irgendwann mal vielleicht selbst mit Caros Augen sehen kann.
Marcs Stärken: Sich den Menschen zu widmen, zuzuhören, sich für die Menschen zu interessieren. Seine Schwächen: Dass er zu viele blöde Witze erzählt, weil er vielleicht manchmal die Stille nicht aushält.
Tom Beck: Die größte Stärke von Caro ist mit Sicherheit ihre selbstlose Art und ihre Bereitschaft, alles für andere zu geben. Ihre Schwäche hingegen ist, dass sie sich dabei oft selbst vergisst. Anyas größte Stärke ist ihr musikalisches Können, ihre Professionalität und ihr Innenleben durch ihr Klavierspiel zum Ausdruck zu bringen, ihre Schwäche liegt definitiv im sozialen Miteinander und selbst Gefühle zuzulassen.
Sarah Bauerett: Caro ist eine Figur, die sich bedingungslos dem Glück anderer Menschen widmet. Nicht urteilt, kleine, leise Töne wahrnehmen kann, die Menschen in dieser wirren Welt wirklich sehen kann, sie nicht verurteilt. Ihre Schwäche ist, dass sie ganz, ganz wenig an sich selbst denkt. Sie hat in ihrem Leben einen Fehler gemacht, deswegen gesteht sie sich selbst kein Glück zu, kann es auch gar nicht annehmen. Dabei sieht sie auch nicht, wie sehr sie geliebt wird. Chiara spielt das berührend und inspirierend. Darf man sagen, dass ich ein großer Fan von ihr bin? Wie sie diese Frau in diesem Alter spielt, uns damit den Spiegel vorhält. Dafür verehre ich sie. Zu der Figur Marc: Er ist, wie er ist und schämt sich dafür nicht, er ist durchlässig, er ist ehrlich. Er lebt den Tag, strahlt dabei und steckt alle an. Er kann auch Menschen zusammenführen, seine Schüler motivieren. Seine Schwächen: Da gebe ich Chiara recht, Marc wird manchmal zu laut und zu lustig, aber er kann Kritik aushalten und fühlt sich nicht bedroht, sondern schätzt die Menschen um sich herum. Was ja dann wiederum auch eine Stärke ist, was die Pianistin Anya zum Beispiel wiederum schätzen kann.
Was ist für Sie der berührendste Moment Ihrer Figur?
Chiara Schoras: Da gibt es für mich verschiedene Momente: Als sie merkt, dass die eigene Tochter erwachsen wird, und sich ein Abschiedsprozess zwischen Mutter und Tochter anfängt zu bewegen. Und der Moment, als sie sich eigentlich in diesem Konstrukt Anya/Marc erst mal für die Freundschaft und Professionalität entscheidet und dann unter dieser Belastung einstürzt, weil sie plötzlich merkt, dass sie selbst nicht das lebt, was sie die ganze Zeit predigt.
Tom Beck: Marcs ursprünglicher Traum, Musiker zu werden, wird durch die Begegnung mit Anya wieder neu entfacht. Berührend der Moment, als er mit Anya auf der Bühne steht und den Song performt. Über die gemeinsame Liebe zur Musik glaubt er, eine potenzielle Partnerin gefunden zu haben, und ich finde es wahnsinnig traurig, wie verzweifelt er scheinbar ist, dass er versucht, an diesem Glauben festzuhalten, obwohl er weiß, dass er sein Herz bereits an jemand anderen verloren hat. Das berührt mich total.
Sarah Bauerett: Anya ist eine sehr besondere Rolle für mich mit großen Höhen und Tiefen und vielen berührenden Momenten. Es ist eine Reise mit einem Charakter, der viel erlebt hat, und die eine äußere Fassade der Stärke aufbauen musste in einer wahnsinnigen Druck- und Erfolgsgesellschaft. Anyas Musik kann durch den Druck gar nicht mehr atmen, und das kenne ich auch vom Schauspiel: Optimiert sein zu müssen und trotzdem ganz durchlässig und transparent – eine wahnsinnige Herausforderung. Besonders berührend war der Moment, in dem Anya Caro gesteht, dass sie wirklich nicht mit Männern kann. Berührend war auch, am Flügel zu sitzen und zu sehen, dass alle anderen berührt sind von ihrer Musik, aber sie eigentlich gar nicht mehr. Sie weiß gar nicht, was sie kann – und sie bekommt es nicht übersetzt in ihr Leben. Dann der Moment, in dem Caro ins Konzert platzt und sich entschuldigen möchte, und Anya sich ihr öffnet mit ihrer Schwäche und sagt: "Du warst meine Freundin, der erste Mensch, dem ich mich geöffnet habe und jetzt grätscht Du mir rein und das tut so weh.“ Das ist für mich deswegen so bewegend, weil es doch darum gehen sollte: Sich ehrlich Gefühle zu zeigen, damit wir lernen und wachsen können.
Hier wird eine Frauenfreundschaft erzählt: Was zeichnet für Sie (Frauen-) Freundschaft im Besonderen aus?
Chiara Schoras: Eine Frauenfreundschaft ist eine Verbindung von Herz zu Herz, eine Wahrhaftigkeit, die sich in totaler Offenheit zeigt, die sich gegenseitig berühren darf. Ich lache und weine mit meinen Freundinnen und habe auch den größten Quatsch mit ihnen erlebt. Gerade jetzt in dieser Zeit wird es immer wichtiger, dass wir Frauen zusammenrücken, Schulter an Schulter stehen, Sisterhood leben, uns gegenseitig unterstützen, einander hochhalten, unsere Stimmen erheben für die Ungleichheit, die es leider immer noch zwischen den Geschlechtern gibt. Es gibt nichts Schöneres, als wenn Frauen ihre Energie bündeln und ein Brizeln in der Luft entsteht.
Sarah Bauerett: Wir beide haben sehr oft über das Thema Frauenfreundschaft gesprochen, weil uns wichtig war, dass es auch das erste Thema im Film bleibt. Für mich ist dieser Liebesfilm eigentlich die Geschichte der beiden Frauen: Eine Frauenfreundschaft ist für mich persönlich das Schönste auf der Welt, was es gibt. Auch die Verbindung zwischen Mutter und Tochter. Wir Frauen haben so eine Reise zu gehen mit unseren Körpern, ich brauche Freundinnen dafür in meinem Leben. Es ist harte Arbeit, aber man bekommt das Schönste und Wertvollste zurück: Die Ehrlichkeit, wenn Frauen sich untereinander sagen, dass sie gerade falsch abbiegen. Das erwarte ich von meinen Freundinnen. Chiara und ich sind uns da sehr ähnlich – wir Frauen können auch ohne Champagner sehr ehrlich zueinander sein. Und eine wirkliche Frauenfreundschaft ist, wenn ein Mann sie nicht kaputtmachen kann.
Liebe Sarah Bauerett, was hat Sie noch an der Figur Anya gereizt?
Die Figur ist mir sehr nah: Charakterlich nicht, aber der Berufsdruck, diese freiberufliche künstlerische Leidenschaft durchzuziehen – ein enormer Kraftakt. Der Kampf- und Überlebenswille hat mich an der Figur sehr gereizt Die Autorin hat das so toll geschrieben: eine Starpianistin, die kaum zu ertragen ist, und dann langsam aufmacht – eine Herausforderung und größter Spaß. Und ich habe mit einer Dirigentin auch viel die Szenen am Klavier geübt, um die Leidenschaft rüberbringen zu können.
Lieber Tom Beck, was hat Sie gereizt, die Figur Marc zu spielen?
An der Figur Marc war spannend, dass er zwischen den beiden Frauen steht – und ihm dabei zuzugucken, wie er mit dieser kniffligen Situation umgeht. Irgendwie ist er ja auch 'ne verlorene Seele, die verlernt hat, auf ihr Bauchgefühl zu hören. Denn eigentlich weiß er ja, für wen sein Herz schlägt. Da diese Liebe zunächst scheinbar aber nicht erwidert wird, ist er versucht, sich mit Anya auf die sichere Seite zu schlagen, was natürlich auch irgendwie absurd ist. Da Marc auch ein ziemlicher People Pleaser ist, will er natürlich niemanden vor den Kopf stoßen. Diesen Konflikt zu spielen, sich zwischen Kopf und Bauch zu entscheiden, hat mich letztlich sehr gereizt.
Wieso kann man ein exzellenter Ratgeber, die perfekte Wingwoman sein, und hier selbst Unsicherheiten haben?
Chiara Schoras: Ha! Das ist die große Frage, die uns wahrscheinlich alle umtreibt. Wir sind supergut anderen Ratschläge zu geben und für uns selbst ist es dann doch die größte Herausforderung, die Dinge umzusetzen. Im Fall von Caro, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen zusammenzubringen, hat sie ein bisschen verpasst, dass sie vielleicht selbst mal eine Wingwoman brauchen könnte.
Sarah Bauerett: Gute Frage. Ich kann auch wahnsinnig gut Ratschläge verteilen, sehe mich aber nicht wirklich selbst. Ich weiß nicht, wie das geht, dass ich die Ratschläge, die ich anderen gebe, auch für mich nehmen kann, da ist der Trichter irgendwie verstopft. Also das ist die Frage der Fragen: Wieso beschäftigt man sich mehr mit anderen als mit sich selbst. Warum vertraut man anderen eher als sich selbst? In Caros Fall ist es so, dass sie etwas wieder gut machen möchte, sie ihre Ratschläge von Herzen gibt und ja auch Recht hat. Man kann sich selbst mit seiner Geschichte halt nicht so gut von oben betrachten. Wir stecken in unseren eigenen Drehbüchern fest, und die anderen können wir besser von oben sehen. Vielleicht sollten wir uns anders betrachten, dann könnten wir unsere eigene Wingwoman oder der eigene Wingman sein.
Tom Beck: Naja, man muss ja auch kein super Schauspieler sein, um ein guter Schauspiel-Coach zu sein oder ein guter Tennisspieler, um ein guter Tennis-Coach zu sein. Ich glaube, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Herzkino, 2026
Ab Freitag, 21. August 2026, ein Jahr lang in Web und App des ZDF zu streamen
ZDF: Sonntag, 6. September 2026, 20.15 Uhr
Buch Uschi Müller, nach der Kurzgeschichte "A Touch of Magic"
Regie Karola Meeder
Kamera Marc Prill
Schnitt Ilana Goldschmidt
Szenenbild Katie Lee
Kostüme Astrid Möldner
Ton Uwe Schiefer
Musik Andreas Weidinger
Herstellungsleitung Stephan Carrington
Producerinnen Elvira Bolz, Julia Loosen
Produktion FFP New Media GmbH
Produzenten Judith Smeaton, Michael Smeaton
Redaktion Verena von Heereman
Länge 88 Minuten
Die Rollen und ihre Darstellerinnen und Darsteller
Clare Ridley Milena Straube
Josh Harding Vinzenz Wagner
Daniel Ridley Dietmar Bär
Jessica Robbins Lina Wendel
Lisa Kennedy Annabella Zetsch
Howard Fraser Rony Herman
Ashley Gordon Iris Ried
und andere
Schornsteinfegerin Clare Ridley gilt als Glücksbringerin in ihrem Ort. Doch plötzlich wird sie des Diebstahls verdächtigt, selbst von ihrer Jugendliebe Josh Harding. Der New Yorker Architekt Josh besucht Cornwall, um seine verwitweten Tante Jessica zum Verkauf ihres historischen Hauses zu bewegen. Doch Jessica möchte wohnen bleiben und hofft, dass Clares Vater, der Kamin- und Heizungsbauer Daniel Ridley, ihr dabei hilft.
Clare genießt ihr selbstbestimmtes Leben, doch als sie unvermittelt ihrer großen Jugendliebe Josh Harding wiederbegegnet, gerät ihre Welt ins Wanken. Während sie ihn sofort wiedererkennt, braucht Josh einen Moment länger. Ihr Wiedersehen ist zunächst von Distanz geprägt: Josh ist mit klaren Plänen für seine Tante angereist. Diese lebt seit dem Tod ihres Mannes zurückgezogen auf ihrem alten Anwesen, an dem sie mit aller Kraft festhält – obwohl sie es sich kaum noch leisten kann. Während Josh als Miterbe des Hauses versucht, sie zum Verkauf zu überreden, um finanzielle Spielräume für sich und seine Verlobte Lisa Kennedy zu schaffen, sieht Clare darin einen Verrat an allem, was Jessica Halt gibt. Zwischen Pflichtgefühl, alten Erinnerungen und neu aufflammenden Gefühlen für Claire gerät Josh zunehmend in einen inneren Konflikt.
Auch Clare steht unter Druck: Ihr Vater Daniel Ridley kämpft mit seiner kleinen Kamin- und Heizungsbaufirma ums Überleben und braucht den Auftrag in Jessicas Haus unbedingt. Gerade als Clare und Josh sich näherkommen, verschwindet Jessicas wertvoller Familienschmuck und ausgerechnet Clare steht unter Verdacht, ihn gestohlen zu haben. Im Ort breitet sich eine Welle des Misstrauens gegen Clare und ihren Vater Daniel aus. Aufträge werden storniert und gehen zur Freude des Konkurrenten Howard Fraser nun an ihn. Zu Daniels Bestürzung findet auch seine aufkeimende Beziehung zu Jessica ein abruptes Ende. Und Clare kann nicht fassen, dass nicht nur ihre Freundin, die Polizistin Ashley, sondern auch Josh ihr gegenüber verunsichert zu sein scheint.
Romcom, 2026
Ab Freitag, 21. August 2026, ein Jahr lang in Web und App des ZDF zu streamen
ZDF: Sonntag,13. September 2026, 20.15 Uhr
Buch Dominique Lorenz
Regie Sebastian Stern
Kamera Ahmed El Nagar
Schnitt Melanie Landa
Szenenbild Söhnke Noé
Kostüme Stefanie Bruhn
Ton Boris Steffen, Thorsten Bolzé
Musik Martin Probst
Producer Louis Merki, Lisa-Maria Schulz
Produktion Hager Moss Film GmbH
Produzentin Anja Föringer
Redaktion Verena von Heereman, Sophie Günther
Länge 89 Minuten
Die Rollen und ihre Darstellerinnen und Darsteller
Viola Berger Christina Große
Dr. Justus Förster Heino Ferch
Benno Martius Tim Bergmann
Beryl Atkins Dalila Abdallah
Anne Schröder Victoria Mayer
Hilde Roch Charlotte Schwab
Leni Berger Henriette Nagel
Frau Häflinger Heide Ackermann
Rupaveda Simon Pearce
Sven Kalmbacher Jens Atzorn
Danilo Ferreira Manuel Cortez
Yasin Özkan Aydin Aydin
Fahrradfahrer Jakob Tögel
Postbote Josef Eder
Mechaniker Jonathan Müller
Dr. Schönberger Thomas Sprekelsen
und andere
Viola Berger zieht nach dem erneuten Scheitern einer Beziehung endgültig einen Schlussstrich unter ihr Liebesleben. Doch das Universum stellt sich quer. Nachdem sich mit ihrer Freundin Beryl den Wahrsager Rupaveda besucht hatte, begegnen Viola überall charmante Männer – als wolle das Universum sie von der Liebe überzeugen. Doch Viola ist entschlossen, Single zu bleiben, und wittert in den Begegnungen bloß Gefahren für ihr Herz. Auch beim charmanten Hotelmanager und Geschäftspartner Benno Martius, für den Viola als Innenarchitektin eine Hoteleinrichtung planen und durchführen soll, bleibt Viola zunächst reserviert. Beruflich kann sie sich jedoch keine Distanz leisten – ihre Chefin Hilde Roch fordert vollen Einsatz für den wichtigen Kunden. So kommen sich die beiden unausweichlich näher.
Ausgerechnet ihr arroganter Nachbar, der Psychiater Dr. Justus Förster, an dessen gebrochenem Knöchel sie nach einem Streit nicht ganz unschuldig ist, wird zur zusätzlichen Herausforderung: Auf Bitten seiner verreisten Freundin soll Viola sich auch noch um ihn kümmern – sehr zu ihrem Widerwillen.
Während Viola zwischen den Männern in ihrem Leben navigiert und sich hartnäckig gegen die vermeintlichen Pläne des Universums sträubt, sorgt sie sich auch um ihre Tochter, die mit einem deutlich älteren Mann liiert ist, und aus Violas Sicht dabei Gefahr läuft, das Leben an sich vorbeiziehen zu lassen. Doch überraschend befällt Viola die Erkenntnis, dass sie im Begriff ist, genau dasselbe zu tun und Chancen zu verpassen.
Sie beschäftigen sich in vielen Ihrer Rollen mit der menschlichen Psyche – besonders intensiv als Kriminalpsychologe Richard Brock in "Spuren des Bösen" und nun als Psychologe Dr. Justus Förster in "Bloß nicht Liebe". Verändert das den Blick auf andere Menschen und ihr Verhalten – oder sind wir im Alltag nicht alle ein bisschen Hobbypsychologen?
Als Schauspieler versucht man, jede Figur und ihre Motive zu verstehen. Man nähert sich einer Rolle analytisch, um wirklich zu begreifen, warum ein Mensch so handelt, wie er handelt. Insofern ist der Beruf des Psychologen gar nicht so weit entfernt von dem, was wir Schauspieler ohnehin tun. Und ich glaube, das machen wir alle. Wenn Sie im Restaurant sitzen und zwei Tische weiter jemanden beobachten, entsteht sofort ein erster Eindruck. Wir nehmen wahr, wie sich Menschen verhalten, und ziehen – bewusst oder unbewusst – unsere Schlüsse daraus.
Wir begegnen Menschen, fühlen uns von ihnen angezogen oder abgestoßen, interessieren uns für sie oder gehen ihnen aus dem Weg. All das basiert auf unserer Wahrnehmung. Deshalb sind wir alle ein bisschen Hobbypsychologen – mal bewusster, mal unbewusster.
Sie haben in Ihrer Karriere die unterschiedlichsten Figuren verkörpert. Was müssen eine Rolle oder ein Stoff mitbringen, damit Sie nach dem Lesen eines Drehbuchs sagen: "Das möchte ich spielen"?
Interessante Konflikte. Nicht zu viele Worte. Und Spannung. Ich finde, das ehrlichere Spiel kommt meistens mit weniger Worten aus als das, was wir häufig auf den Tisch gelegt bekommen. Mich reizen Figuren, die sich über ihr Handeln erzählen. Spannend wird es, wenn sehr unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen und Reibung entsteht. Genau das haben wir auch in "Bloß nicht Liebe": Zwei Menschen, die zunächst überhaupt nichts miteinander verbindet, prallen mit ihren unterschiedlichen Haltungen aufeinander. Aus diesem Spannungsfeld entwickelt sich die Geschichte. Reibung gehört zum Leben – und genau sie macht Figuren und Beziehungen interessant.
Zwischen dem verschlossenen Dr. Justus Förster und der quirligen Viola fliegen anfangs eher die Fetzen als die Funken. Was hat Ihnen am Miteinander der beiden Figuren besonders Spaß gemacht?
Einen Konflikt zu spielen, ist immer spannend, weil es Auseinandersetzungen gibt und Positionen, die es zu behaupten gilt. Das macht eine Figur interessant. Wenn sich die Figuren später annähern, ist das natürlich auch schön. Aber letztlich lebt eine Geschichte von diesem Weg – Reibung gehört zum Leben. Und genau das macht sowohl beim Spielen als auch beim Zuschauen Spaß. Gerade wenn zwei so unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen wie Justus und Viola, entsteht diese Dynamik fast von selbst. Der eine ist eher zurückgezogen, die andere voller Energie und sehr quirlig. Aus diesen Gegensätzen entwickelt sich die Beziehung – und genau das macht ihren Reiz aus.
Im Film glaubt Viola, dass das Universum ihr immer wieder Zeichen schickt. Welche Rolle spielen für Sie Schicksal, Intuition und Bauchgefühl?
Ich glaube nicht, dass das Schicksal einfach von außen über uns kommt. Vielmehr hängt es davon ab, mit welchen Augen wir durch die Welt gehen. Jeden Tag begegnen uns Dinge, die heute eine ganz andere Bedeutung haben können als morgen. Das liegt nicht an den Ereignissen selbst, sondern daran, wie wir sie wahrnehmen und in welcher Stimmung wir sind.
Viola Berger hat mit der Liebe eigentlich abgeschlossen. Erst als das Universum ihr plötzlich überall Zeichen zu schicken scheint, gerät ihre Überzeugung ins Wanken. Glauben Sie, dass uns das Leben manchmal in eine bestimmte Richtung lenkt – oder nehmen wir solche Zeichen nur wahr, wenn wir bereit dafür sind?
"Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt" – das ist ein Spruch, mit dem ich aufgewachsen bin und der mich sehr geprägt hat. Ist es das Leben, das Schicksal oder vielleicht doch ein Gott? In jedem Falle habe ich sehr oft die Erfahrung gemacht, dass sich Wünsche, Vorhaben, Pläne nicht verwirklichen lassen und alles ganz anders ist, als ich vielleicht erwartet oder gehofft habe. Dafür geschieht dann aber etwas Überraschendes, oder es entwickelt sich etwas, das sich oft erst im Rückblick als die viel bessere Lösung erweist. Das ist dann Glück. Genauso wie bestimmte negative Ereignisse sich auch im Rückblick nicht als etwas Gutes erweisen. Diese Art von Erfahrungen anzunehmen, damit leben zu lernen und trotzdem hoffnungsvoll wieder weiterzumachen, ist genauso Teil unseres Lebens. Ja, und dann gibt es ja auch diese wunderbaren Phasen, wo alles gut läuft und sich wie von alleine fügt. An Zeichen oder Vorzeichen glaube ich nicht wirklich, oder sie sind mir in meinem Leben noch nicht begegnet. (lacht)
Viola und ihre beste Freundin Beryl könnten unterschiedlicher kaum sein und ergänzen sich gerade deshalb wunderbar. Glauben Sie, dass gute Freundschaften eher von Gemeinsamkeiten leben – oder davon, dass man sich gegenseitig ergänzt?
Beides kann eine gute Freundschaft möglich machen. Da gibt es keine Regel oder Gesetzmäßigkeit, ich habe sowohl Freunde und Freundinnen, die ganz anders als ich sind, genauso wie Freunde und Freundinnen, die mir ähnlich sind. Ich möchte weder die einen noch die anderen missen.
Viola ist beruflich erfolgreich, fühlt sich von ihrer Chefin aber nicht wertgeschätzt. Gleichzeitig wird sie plötzlich von mehreren Männern umworben. Der Film erzählt also nicht nur von Liebe, sondern auch von Selbstwert und Selbstbestimmung. Was macht Viola für Sie als Figur so spannend?
Viola ist durch den viel zu frühen und unerwarteten Tod ihres Mannes für viele Jahre sowohl für sich als auch für die anderen blockiert. Erst durch all diese fast märchenhaften Häufungen von Beachtung, von Gesehenwerden, von Liebe findet sie zu sich selbst zurück und erkennt, was wirklich gut für sie ist. So wird es ihr möglich, ihr Leben wieder selbst zu bestimmen. Dass ihr dies nur über all die Umwege möglich ist, war auch spielerisch eine wunderbare Herausforderung.
Viola begleitet ihre Freundin eher widerwillig zu einem Wahrsager – und ausgerechnet ihr wird dort eine vielversprechende Zukunft vorhergesagt. Wären Sie selbst neugierig genug, einen Blick in Ihre Zukunft zu werfen? Oder gehört gerade das Ungewisse zum Leben dazu?
Ich glaube nicht daran, dass jemand die Zukunft vorhersagen kann. Von daher habe ich auch gar nicht das Bedürfnis, solch eine "Dienstleistung" in Anspruch zu nehmen. Da bin ich ganz bei Viola in ihrer Ablehnung und ihrer Verzweiflung ob dieser Vorhersage. Ich lasse mich lieber von dem Unvorhersehbaren überraschen.
Viola möchte ihre Tochter vor Enttäuschungen bewahren und muss lernen, loszulassen – obwohl ihr das alles andere als leichtfällt. Warum fällt Loslassen manchmal schwerer als Festhalten?
Festhalten vermittelt ein scheinbares Gefühl von Sicherheit. Ich halte mich an einen Plan, an eine Überzeugung, ich glaube, etwas in der Hand zu haben, etwas kontrollieren zu können. Festhalten macht uns unflexibel, macht uns, wie das Wort schon sagt, fest, und das macht es uns unmöglich, im Moment zu sein. Ich finde, eine der großen Errungenschaften des Älterwerdens ist, dass es mir immer leichter fällt, loszulassen und neugierig und voller Vertrauen zu sein, was das Leben bereithält. Auch als Schauspielerin macht es so viel mehr Spaß, sich dem Moment zu überlassen als einem genauen Plan für diese oder jene Figur zu folgen. Ich bin mehr als dankbar, dass mich das Leben im Loslassen geschult hat.
Benno Martius ist aufmerksam, warmherzig und begegnet Menschen mit großer Offenheit. Gleichzeitig wirkt er stellenweise auch unsicher und verletzlich. Was hat Sie an dieser Figur besonders gereizt?
Erst einmal hat mich an Benno interessiert, dass er in seinem Lebensentwurf und auch charakterlich in vielem ein kompletter Gegenentwurf zu mir persönlich ist. Das macht es dann natürlich sehr reizvoll, diesen Menschen zu verkörpern. Dass er so lange schon ohne Partnerin sein Leben lebt und dabei natürlich nicht jünger wird, erhöht seinen Erwartungsdruck und bringt nachvollziehbar eine Verunsicherung mit sich. Und das macht ihn im gleichen Moment, auch aufgrund seiner Verletzlichkeit, sympathisch.
Benno Martius verliebt sich Hals über Kopf in Viola. Was, glauben Sie, bringt einen Menschen dazu, sich von einem Moment auf den anderen so vollkommen auf jemanden einzulassen?
Das kann man schlecht verallgemeinern. Benno ist in diesem Punkt eben bereit, ganz offen zu sein. Andere wären vielleicht vorsichtiger, würden strategischer vorgehen. Das kommt für Benno aber nicht infrage.
Benno findet Ruhe und Begeisterung in der Natur. Welche Rolle spielt die Natur für Sie persönlich – und können Sie Bennos Faszination für die Vogelwelt nachvollziehen?
Die Natur spielt eine sehr große Rolle in meinem Leben. Auch wenn Bennos Faszination für die Vogelwelt mir fremd ist, kann ich sie nachvollziehen. Wenn man täglich mit seinem Hund spazieren geht, entwickelt man eine immer größer werdende Sensibilität für die Natur und auch für die Tierwelt, die einen umgibt und die sich jeden Tag übers Jahr ein bisschen verändert. Das ist herrlich.
Zwischen Benno und Viola verschwimmen plötzlich die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben. Wo würden Sie persönlich die Grenze ziehen? Und warum ist das manchmal leichter gesagt als getan?
Eine Grenze zu ziehen, ist da wenig förderlich. Wenn sich zwei Menschen verlieben, dann lässt sich dies durch Grenzen nicht verhindern, sondern nur erschweren. Und dann kann es tatsächlich kompliziert werden. Unnötigerweise.
Im Film scheint das Universum immer wieder kleine Zeichen zu schicken. Glauben Sie, dass es im Leben so etwas wie den richtigen Zeitpunkt oder das Schicksal gibt – oder müssen wir unser Glück selbst in die Hand nehmen?
Beides. Die Dinge passieren, weil sie passieren müssen. Und in allem, was passiert, gibt es auch eine Chance, daran zu wachsen. Dass wir daran wachsen, liegt aber eben in unserer eigenen Hand. Wir müssen also aktiv werden: Mit offenem Herzen durchs Leben gehen, offen sein für die Möglichkeiten, die sich uns ständig bieten.
Liebesgeschichte aus Schweden, 2026
Ab Freitag, 21. August 2026, ein Jahr lang in Web und App des ZDF zu streamen
ZDF: Sonntag, 20. September 2026, 20.15 Uhr
Drehbuch Aline Ruiz Fernandez, Oliver Dieckmann
Regie Oliver Dieckmann
Kamera Sebastian Wiegärtner
Schnitt Sabine Matula
Szenenbild Andrea Lindner
Kostüme Tanja Wagner
Ton Lutz Pape
Musik Karim Sebastian Elias
Produktion Bavaria Fiction GmbH
Produzent Stephan Bechtle
Redaktion Alexander S. Tung
Länge 88 Minuten
Die Rollen und ihre Darstellerinnen und Darsteller
Sofia Sogol Faghani
Jonas Karl Schaper
Frederika Julia Bremermann
Gunnar Helmut Zierl
Kian Massimo Sinato
Lilly Finja Leonie Meyer
Olaf Jochen Nickel
Marit Kristin Hansen
Theo Jonas Brachmann
und andere
Nach zwei Jahren kehrt Sofia Lund in ihre Heimat zurück, um ihr Haus zu verkaufen und mit der Vergangenheit abzuschließen. Doch sie stößt auf zwei Mieter, von denen sie nichts wusste: Den Starkoch Jonas Dahlskog und seine quirlige Tochter Lilly. Um die beiden möglichst schnell loszuwerden, muss Sofia Jonas helfen, ein Menü für ein wichtiges Bankett zu gestalten – und wird an seiner Seite mit Gefühlen konfrontiert, die sie seit dem Tod ihres geliebten Mannes nicht mehr gespürt hat.
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