"Terra Xplore": fünf neue Folgen
Mit Leon Windscheid
In fünf neuen Folgen "Terra Xplore" geht Psychologe Leon Windscheid spannenden Fragen der Psychologie und der mentalen Gesundheit nach. In den 45-minütigen Wissenschaftsreportagen kommen Betroffene und Fachleute zu Wort. Themen sind unter anderem der Umgang mit Alkohol, die Faszination Schlager und Angststörungen.
Fotos
Texte
Terra Xplore: Warum suchen wir den Rausch?
ZDF-Streaming-Portal: Montag, 17. August 2026
ZDF: Sonntag, 27. September 2026, 17.15 Uhr
Terra Xplore: Warum lieben wir Schlager?
ZDF-Streaming-Portal: Donnerstag, 17. September 2026
ZDF: Sonntag, 4. Oktober 2026 ,17.15 Uhr
Terra Xplore: Im Kriegsfall: Würdest du kämpfen?
ZDF-Streaming-Portal: 28. September 2026
ZDF: Sonntag, 11. Oktober.2026, 17.15 Uhr
Terra Xplore: Kontaktabbruch zu den Eltern – darf ich das?
ZDF-Streaming-Portal: Montag, 12. Oktober 2026
ZDF: Sonntag, 18. Oktober 2026, 17.15 Uhr
Terra Xplore: Wie viel Angst ist normal?
ZDF-Streaming-Portal: Montag, 19. Oktober 2026
ZDF: Sonntag, 1. November 2026, 17.15 Uhr
Warum suchen wir den Rausch?
Buch und Regie: Manuel Graubner
Kamera: Gidon Lasch, Marco Kochems, Alexander Vexler
Montage: Christian Djimdé
Grafik: Marc Trompetter
Produktion Doclights: Ulrike Römhild, Paul B. Müller, Jost C. Laubacher
Produktion ZDF: Antje Galonske, Yvonne Kalinowski
Redaktion Doclights: Sigrid Reuter, Steffen Gries
Redaktion ZDF: Veronica Pieper, Philipp Gölter
Leitung der Sendung: Swea Schilling
Warum lieben wir Schlager?
Buch und Regie: Henrike Meinheit
Kamera: Gidon Lasch, Luca Zanner, Thomas Keffel, Henning Silwa
Montage: Marc Schläfli
Grafik: Marc Trompetter
Produktion Doclights: Ulrike Römhild, Jeanette Bartsch, Paul B. Müller
Produktion ZDF: Antje Galonske, Yvonne Kalinowski
Redaktion Doclights: Sigrid Reuter, Marc Elvers
Redaktion ZDF: Marlon Di Salvo, Harald Platz
Leitung der Sendung: Swea Schilling
Im Kriegsfall: Würdest du kämpfen?
Buch und Regie: Laila Keuthage
Kamera: Gidon Lasch, Henning Sliwa, Sebastian Basten, Luca Zanner
Montage: Lars Roland
Grafik: Lena Dickmann, Jana Richtmeyer
Produktion Doclights: Ulrike Römhild, Jeanette Bartsch, Paul Müller
Produktion ZDF: Antje Galonske, Yvonne Kalinowski
Redaktion Doclights: Sigrid Reuter, Steffen Gries
Redaktion ZDF: Anne Hartmann
Leitung der Sendung: Swea Schilling
Kontaktabbruch zu den Eltern – darf ich das?
Buch und Regie: Anja Kollruß
Kamera: Gidon Lasch, Luca Zahner, Pascal Garbrecht
Montage: Doreen Buchholz
Grafik: Lena Dickmann, Jana Richtmeyer
Produktion Doclights: Ulrike Römhild, Jeanette Bartsch, Paul B. Müller
Produktion ZDF: Antje Galonske, Yvonne Kalinowski
Redaktion Doclights: Martina Sprengel, Marc Elvers
Redaktion ZDF: Marlon Di Salvo, Michael Kaschner, Magdalena Schmitt-Fleck,
Leitung der Sendung: Swea Schilling
Wie viel Angst ist normal?
Buch und Regie: Nadja Kölling
Kamera: Gidon Lasch, Luca Zanner, Pascal Garbrecht
Ton: Dave Powell
Montage: Christian Brehm
Grafik: Marc Trompetter
Produktion Doclights: Ulrike Römhild, Jeanette Bartsch, Paul B. Müller
Produktion ZDF: Antje Galonske, Yvonne Kalinowski
Redaktion Doclights: Sigrid Reuter, Steffen Gries
Redaktion ZDF: Harald Platz
Leitung der Sendung: Swea Schilling
Prof. Johannes Lindenmeyer, Professor für Klinische Psychologie mit Schwerpunkt Rehabilitationspsychologie, Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB)
Wir müssen uns permanent an Regeln halten. Wir müssen arbeiten, wir müssen produzieren, obwohl wir keine Lust haben. Und der Konsum von Alkohol oder anderen Drogen befreit uns halt für einen Moment aus dieser Mühle.
Wenn ein Jugendlicher in Italien einen Rausch hat, dann ist das äußerst peinlich. So, als hätte er sich in die Hose gemacht. Den guckt niemand an, das ist der Loser, der Versager. Wenn bei uns ein Jugendlicher einen Rausch hat, dann kann er mit der Geschichte darüber eher angeben. [...] Und selbst wenn er Mist gebaut hat im Rausch, ist er ja fast entschuldigt.
Stephanie Spendler, Wiesn-Wirtin
Es sind natürlich einige unserer Gäste dabei, die definitiv nicht das Maß wissen, wo mal Ende ist. Aber der Großteil unserer Gäste, find ich, konsumiert den Alkohol so, dass sie einfach lustig sind und dann wieder ganz gesund und wohlbehalten zuhause ankommen.
Teilnehmerin des Sozialexperiments
Ich habe in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass die anderen mich nicht dabeihaben möchten. [...] Und dann habe ich angefangen, den Alkohol zu trinken, weil ich gewusst hab oder gemerkt hab, wenn ich Alkohol trinke, bin ich anders. Ich bin für andere lustiger, ich bin unterhaltsamer.
Besucherin eines Wiesn-Zelts
Letztendlich ist es ja eine Art von Betäubung. [...] Um einfach auch diese Scham und dieses... 'Man muss sich benehmen', diese Benimmregeln, fallen zu lassen, ist Alkohol einfach ein super Lösungsmittel.
Roland Kaiser, Schlagersänger
Na, wenn ich's singe, wird's schon meins, keine Frage. Ob das was wird? Das weiß ich vorher nicht. Das weiß kein Mensch.
Es [der Schlager] sollte tunlichst eine kleine Geschichte erzählen und, wenn es geht, auch vernünftig im Reimmuster sitzen, und alles ordentlich sein, und dann bin ich damit schon zufrieden.
Die [Ballermann-Songs] haben ja mittlerweile zum Teil sehr originelle Texte. Sind ja zum Teil sehr clever gemacht und lustig sind, mit Zweideutigkeiten, die echt originell sind.
Isi Glück, Partyschlagersängerin auf Mallorca
Es ist toll, dass wir immer mehr ankommen, nicht mehr nur noch so eine Nische sind, sondern das wirklich überall stattfinden kann.
Ich glaub, die Leute haben mittlerweile verstanden, dass es nicht peinlich ist, Partyschlager zu hören.
Wir haben so viel Müll auf der Welt, der passiert – in Deutschland, politisch, alles ist total verkopft, schwierig –, und hier kommst du her, alle haben sich lieb, alle feiern die gleiche Musik, und hier geht es nicht um irgendein politisches Statement. […] Man kann die Sorgen vergessen, man hat einfach mal Spaß und schaltet ab. Und deswegen ist, glaub ich, auch gerade jetzt dieser Hype da. Weil Schlager steht dafür, dass du einfach mal alles vergisst.
Dr. Markus Hendrik alias Dr. Pop, Musikwissenschaftler
Schlager muss einen berühren. Und manchmal gibt es Hitformeln, die gehen bis aufs 17. Jahrhunderte zurück.
Wir werden einfach durch Melodien berührt. Und wenn wir zusammen singen, werden wir als Gemeinschaft ausgeglichener, friedlicher. Es gibt Untersuchungen, dass sich Herzschlag und Atmung synchronisieren, wenn wir zusammen singen.
Connor, in Grundausbildung bei der Bundeswehr
Ich möchte schon was auch dazu beitragen hier: für die Sicherheit von Deutschland, von Europa. Und ich denke, gerade zu so Zeiten ist es auch umso wichtiger.
Es wäre auch komisch, wenn man nicht darüber nachdenkt, dass man auch sterben könnte. Und im Ernstfall auch in den Krieg ziehen könnte.
Befehl ist Befehl. Wenn meine Kameraden in Gefahr sind und der Befehl ganz klar heißt, "schieß", dann werde ich schießen. Natürlich. Aber gleichzeitig werde ich dabei kein gutes Gefühl haben, dass ich Menschen umgebracht habe.
Prof. Eva Jonas, Sozialpsychologin, Uni Salzburg
Bedrohungen insgesamt führen dazu, dass ich mich in der Gruppe stärker polarisiere. […] Diese Polarisierung, diese Vereinfachung, die hilft uns psychologisch, dass es uns wieder besser geht.
Dr. Timo Graf, Soziologe, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften, Potsdam
Nur zehn Prozent der Deutschen haben sich in irgendeiner Form von militärischen Risiken vor 2022 bedroht gefühlt. Und zack – […] 2022 ging das durch die Decke: 40 bis 50 Prozent. Militärische Risiken gehören inzwischen neben Inflation, Migration und auch Klimawandel […] zu den größten Sorgen der Deutschen.
Ula Wagner, Teilnehmerin des Sozialexperiments:
Meine Tochter hatte ein anderes Ziel: […] "Ich verteidige die Freiheit und Demokratie Europas." Und das heißt, für alle Europäer. Sie ist dafür gestorben.
Pazifismus ist ein mit Blut erkauftes Privileg.
Phil, Teilnehmer des Sozialexperiments:
Waffen werden keinen Frieden schaffen. Das haben sie in der Vergangenheit nicht und das werden sie in Zukunft auch nicht. Da braucht es diplomatische Lösungen, anstatt dass man die Jugend dieses Landes als Kanonenfutter in einen Krieg wirft.
Marius, Teilnehmer des Sozialexperiments:
Für mich ist die Wehrpflicht ein Mechanismus, der auch nach außen hin Stärke zeigt, in die Welt. […] Und wir können Putin nur aufhalten, wenn wir als Europa stark sind. Und deswegen sage ich, eine Wehrpflicht um als Europa ein Signal zu senden.
Juliane, Protagonistin
Meine Mutter ist nur 16 Jahre älter als ich. Wir könnten eigentlich richtig gute Freundinnen sein. Aber nicht in diesem Leben. Oder mein Vater – man hat ja als kleines Mädchen auch so Vorstellungen: Dass Papa einen irgendwann zum Altar führt. Das wird nie passieren. Und genau darüber muss man sich irgendwann klar werden. Ist es wirklich nötig, den Kontakt abzubrechen? Diese Frage habe ich mir immer wieder gestellt – und leider immer wieder mit Ja beantwortet.
Ich habe mich immer wieder gefragt: Wie schlecht bist du eigentlich? Was ist an dir so schlecht, dass nicht mal deine Eltern dich lieben? Das ist halt so in meinem Kopf gewesen.
Prof. Björn Enno Hermans, systemischer Therapeut
Es gibt kein Gesetz, das sagt: Du musst Kontakt zu deinen Eltern haben. Aber es gibt viele unausgesprochene Regeln und Vorstellungen, die tief in unserer Gesellschaft verankert sind – und die einem oft etwas ganz anderes einflüstern.
In der Regel ist das ein Prozess, der sich über viele Jahre hinziehen kann. Oft gibt es immer wieder Versuche, doch noch etwas zu klären oder die Beziehung zu retten. Dann folgt erneut die Erfahrung, dass es nicht gelingt. Und irgendwann kommt der Punkt, an dem das Fass überläuft.
Prof. Julia Asbrand, Professur Klinische Psychologie des Kindes- und Jugendalters, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Die Kindheit und Jugend ist so eine Phase mit ganz vielen Umbrüchen, sowohl körperlich wie auch sozioemotional. Und jeder Umbruch bedeutet eigentlich, dass man eine gewisse Vulnerabilität, also Anfälligkeit dafür hat, psychisch zu erkranken.
Man kann eigentlich vor allem Angst haben und dazu kommt sogar noch, dass halt viele andere psychische Störungen auch mit Ängsten einhergehen.
Es gibt nicht den einen Faktor. (…) Sondern in der Regel sind alle Störungen multifaktoriell bedingt. Das bedeutet schlussendlich einfach, es sind ganz viele Kleinigkeiten, die zusammenführen.
Vermeidung ist eigentlich der zentrale Lernmechanismus, der hinter Angststörungen steckt. Wenn ich in eine Angstsituation reingehe – also die Angst steigt hoch – versuche ich, daraus zu kommen. Wenn ich vermeide, sinkt die Angst schnell wieder ab.
Dass es auch nicht darum geht, nach der Therapie angstfrei zu sein, sondern einfach einen anderen Umgang mit Angst zu gewinnen. Und dann schlussendlich wirklich in Situationen reinzugehen und diese Situationen zu üben.
Nane, Protagonistin
Das Schlimmste war, dass ich mein Leben nicht leben konnte.
Ich habe das früher mit einem Bild immer so beschrieben, mit so einem Vulkanausbruch, weil ich dann immer gemerkt habe, wie diese Lava nach oben steigt, wie die Hitze, wie diese Angst, nach oben steigt. Und dann ist dieser Ausbruch als Panikattacke, oft gepaart auch mit Weinen.
Das übergeordnete Ziel ist, dass man in die Angst reingeht und nicht vor der Angst wegläuft.
Max, Teilnehmer des Sozialexperiments
Der Weg gegen die Angst führt durch die Angst. Und ich fand das immer richtig blöd, den Satz. Aber jetzt kann ich sagen, das stimmt. Weil die Angst wird nur kleiner, wenn man sich der Situation stellt und merkt, man überlebt.
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