Under Salt Marsh – Tod in den Salzwiesen

Neue Serie/Free-TV-Premiere

Jackie Ellis (Kelly Reilly) und Eric Bull (Rafe Spall)
ZDF/Sky UK Limited
Jackie Ellis (Kelly Reilly) und Eric Bull (Rafe Spall) ZDF/Sky UK Limited

Im Mittelpunkt der ZDF-Koproduktion steht der Tod eines Kindes und die Suche nach dem Mörder. Die nervliche Belastung zerreißt die Beziehung von Detective Eric Bull (Rafe Spall) und Jackie Ellis (Kelly Reilly), die längst keine Kollegen mehr sind, aber zusammen ermitteln..

Sendedatum

Ab Freitag, 16. Oktober 2026, 10.00 Uhr, alle Folgen
Ab Sonntag, 18. Oktober 2026, 22.15 Uhr in Doppelfolgen

Fotos

Texte

"Zwischen Schock, Trauer und Wut" – Statement von Redakteur Maik Platzen

Mit "Under Salt Marsh – Tod in den Salzwiesen" zeigt das ZDF eine international prominent besetzte Krimiserie mit Kelly Reilly und Rafe Spall in den Hauptrollen. Im Mittelpunkt der ZDF-Koproduktion mit der Sky Entertainment Group steht der Tod eines Kindes und die Suche nach dem Mörder.

Die nervliche Belastung zerreißt die Beziehung von Detective Eric Bull und Jackie Ellis, die längst keine Kollegen mehr sind, aber zusammen ermitteln – auch um eine alte Wunde zu heilen. Zwischen Schock, Trauer und Wut versuchen sie, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Ihre Jagd nach dem Mörder steht unter enormem Zeitdruck, da ein gewaltiger Sturm aufzieht und alle Spuren und Indizien fortspülen könnte.

"Under Salt Marsh – Tod in den Salzwiesen" wurde an der walisischen Küste gedreht und lässt die wilde Schönheit des Ortes ebenso anschaulich werden wie die zerstörerische Kraft der Elemente. Die Serie nimmt das Publikum mit auf eine intensive emotionale Reise: Sie beginnt mit mystischer Spannung und endet als Survivalthriller in einem furiosen Finale.

Stab und Besetzung

Buch                                Claire Oakley (Folgen 1, 2, 6), Jonathan Harbottle (Folgen 3, 5)
                                        Nikita Lalwani (Folge 4)

Idee                                 Claire Oakley

Regie                               Claire Oakley (Folgen 1, 2, 5, 6), Mary Nighy (Folgen 3, 4)

Kamera                            Adam Scarth  (Folgen 1, 2), Ed Rutherford (Folge 3)

Schnitt                             Alastair Reid

Szenenbild                       Stevie Herbert

Kostüme                          Siän Jenkins

Ton                                  Gray Aletter

Musik                              Ben Salisbury, Suvi-Eeva Äikäs

Producer                         Scott James Bassett

Produktion                      Little Door Productions in Zusammenarbeit mit Sky Studios
                                       in Koproduktion mit ZDF

Executive Producers       Elwen Rowlands, Claire Oakley, Kelly Reilly

Redaktion                       Maik Platzen, Frank Syberth

Länge                              6 x circa 50 Minuten
 

Die Rollen und ihre Darstellerinnen und Darsteller

Jackie Ellis                       Kelly Reilly

Eric Bull                           Rafe Spall

Jess Deng                        Naomi Yang

Dylan Rees                       Harry Lawtey

Cara Rees                        Lizzie Annis

Gareth Morgan                Dino Fetscher

Mac Jones                       Brian Gleeson

Nisha Jones                     Dinita Gohil

Shell Hill                          Kimberley Nixon

Danny Hill                        Mark Standley

Osian Northam                Julian Lewis Jones

Solomon Bevan               Jonathan Pryce

James Rees                     Osian Emlyn

Kieran Benbow                 Morgan Watkins

Bryn Bevan                      Sam C. Wilson

Ned Bevan                       Rhodri Meilir 

Tess Bevan                       Lois Meleri Jones

Owen Ellis                        William Thomas

Carys Northam                 Marilyn Cutts

Lydia Taman                     India Mullen

Irene Hassan                   Eiry Thomas

August Antonov               Janeks Babidorics

Jim The Chippy                Martyn Ellis

Cefin                               Jack Thomas-Humphreys

Nessa Taman                   Amara Atwal

und andere

Die Sendetermine und Inhalte der einzelnen Folgen

Sonntag, 18. Oktober 2026, 22.15 Uhr, ZDF
Ab Freitag, 16. Oktober 2026, 10.00 Uhr, im ZDF streamen
Folge 1: Ein grauenhafter Fund

Dem walisischen Ort Morfa Halen droht die Überflutung. Mitten in die Aufregung platzt eine schreckliche Nachricht: Ein Junge ist tot, seine Lehrerin Jackie Ellis hat ihn aufgefunden.

Detective Eric Bull soll herausfinden, wie der neunjährige Cefin ums Leben gekommen ist. Als Jackie davon erfährt, ist sie außer sich. Sie war einst selbst bei der Polizei und Erics Vorgesetzte. Das Verhältnis zwischen den beiden ist zerrüttet.

Eric und seine neue Kollegin Detective Jess Deng nehmen die Ermittlungen auf. Die Leiche von Cefin wurde in einem Entwässerungsgraben gefunden. Zunächst deutet alles darauf hin, dass er ertrunken ist. Bei Jackie werden Erinnerungen an ihre kleine Nichte Nessa wach, die vor drei Jahren spurlos verschwand. Wegen des damaligen Vorgehens der Polizei gibt es im Dorf auch Vorbehalte gegen Eric. Jackie entzieht sich zunächst einer Befragung durch ihn. Als er jedoch tätlich angegriffen wird, kommt sie ihm zur Hilfe.

 

Sonntag, 18. Oktober 2026, 23.05 Uhr, ZDF
Ab Freitag, 16. Oktober 2026, 10.00 Uhr, im ZDF streamen
Folge 2: Rätselhafte Bilder

Mittlerweile steht fest, dass Cefins Tod kein Unfall war. Jackie will auf eigene Faust herausfinden, wer den Jungen ermordet hat. Ein erster Verdacht fällt auf den Imker Kieran.

Auf einer Zeichnung von Cefin erkennt dessen Freund James den "Bienenmann" wieder. Jackie ist entsetzt, weil Kieran schon damals mit dem Verschwinden ihrer Nichte in Verbindung gebracht worden war. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen? Kieran lebt abgeschieden auf Spider Island. Jackie fährt mit dem Boot dorthin, um ihn zur Rede zu stellen. Wenige Minuten später trifft auch Eric dort ein. Der Detective ist verärgert und fordert Jackie dazu auf, sich aus den Ermittlungen herauszuhalten. Er will auch nichts von einem möglichen Zusammenhang mit dem Fall Nessa wissen. Die Gerichtsmedizin kann derweil feststellen, dass Natriumhydroxid in dem Wasser enthalten war, in dem Cefin ertränkt wurde. Das deutet auf die Nähe zu einer Mülldeponie hin.

 

Sonntag, 25. Oktober 2026, 22.15 Uhr, ZDF
Ab Freitag, 16. Oktober 2026, 10.00 Uhr, im ZDF streamen
Folge 3: Die schwarze Sau

Die Stimmung zwischen Eric und Jackie hat sich entspannt. Er lässt es zu, dass sie selbst Ermittlungen anstellt. Eine neue Spur im Fall Cefin führt zur Farm der Familie Bevan.

Laut Jackies Schüler James hat Cefin vor seinem Tod nach der "schwarzen Sau", einem Tier aus einem alten Helloween-Mythos, gesucht. Daher habe er sich auf den Weg zur Farm seines Großvaters Solomon Bevan gemacht. Dort in der Nähe haben die Ermittler gerade eine illegale Mülldeponie entdeckt. Als Eric und Jess mehr über Cefins Besuch auf der Farm herausfinden wollen, reagiert Familienpatriarch Solomon äußerst abweisend.

Jackie findet derweil heraus, dass mehrere Kinder vor drei Jahren über das Verschwinden von Nessa die Unwahrheit gesagt haben. Demnach wurde Jackies Nichte damals nicht zuletzt im Wald, sondern beim Steinbruch in der Nähe von Solomons Farm gesehen. In der Nacht erhält Eric einen eiligen Anruf von seiner Kollegin: Auf der Mülldeponie im Steinbruch ist eine Leiche entdeckt worden.

 

Sonntag, 25. Oktober 2026, 23.05 Uhr, ZDF
Ab Freitag, 16. Oktober 2026, 10.00 Uhr, im ZDF streamen
Folge 4: Das Geständnis

Solomon taucht überraschend bei der Polizei auf und legt ein Geständnis ab: Er habe Nessas Leiche bereits vor drei Jahren auf der Mülldeponie entdeckt und sie wieder verscharrt. Er habe die Farm nicht mit einem mysteriösen Todesfall in Verbindung bringen wollen, beteuert Solomon. Wie Nessa gestorben ist, weiß er angeblich nicht. Sie habe schwere Verbrennungen gehabt. Eric hat den Eindruck, dass der alte Mann jemanden deckt.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass Nessa auf ähnliche Weise umgebracht wurde wie Cefin. Als Jackies Schwester Lydia nach Morfa Halen zurückkehrt, brechen alte Konflikte wieder auf. Lydia war nach dem Verschwinden ihrer Tochter unschuldig unter Mordverdacht geraten.

Unterdessen gibt es einen neuen Verdächtigen im Fall Cefin. Ein Haar von James' Onkel Dylan wurde an der Leiche gefunden. Doch Dylan hat ein für Eric überraschendes Alibi: Er war zur Tatzeit mit Jackie zusammen, mit der er heimlich liiert ist.

 

Sonntag, 1. Oktober 2026, 22.15 Uhr, ZDF
Ab Freitag, 16. Oktober 2026, 10.00 Uhr, im ZDF streamen
Folge 5: Im Auge des Sturms

Die Ermittler untersuchen einen weiteren Todesfall, den des Farmarbeiters August. Bevor er leblos im Wasser gefunden wurde, hatte er ihnen verraten, dass regelmäßig Müll illegal in den Ort geliefert wird. Viele Fragen sind offen. August hat offenbar größere Zahlungen von jemandem erhalten. War es Schweigegeld? Jess besteht darauf, dass Jackie sich von den Ermittlungen fernhält. Das hält die ehemalige Polizistin jedoch nicht von weiteren Alleingängen ab.

James gibt gegenüber Jackie zu, dass er sie angelogen hat. Cefin ist am Tag seines Todes gar nicht zur Farm gegangen. Vielmehr waren die beiden Jungs zusammen in der Nähe der Salzmarsch unterwegs. Ihr genaues Ziel verrät James nicht. Sein Onkel Dylan habe gesagt, dass sie dort nicht hindürften, weil die "schwarze Sau" sie sonst ertränken würde. Jackie ist verwirrt. Hat Dylan tatsächlich etwas mit den Morden zu tun?

Mittlerweile finden Eric und Jess heraus, dass Dylan jeden Donnerstag einen Lkw mit Müll in Empfang nimmt.

 

Sonntag, 1. Oktober 2026, 23.00 Uhr, ZDF
Ab Freitag, 16. Oktober 2026, 10.00 Uhr, im ZDF streamen
Folge 6: Die Flut

Jackie will von Dylan wissen, ob er etwas mit dem Tod der Kinder zu tun hat. Er ist außer sich. Doch die beiden raufen sich zusammen, um den spurlos verschwundenen James zu suchen.

Die fortschreitenden Überschwemmungen in Morfa Halen erschweren auch die Arbeit der Ermittler. Da im Steinbruch kein Natriumhydroxid gefunden wurde, suchen sie eine zweite Mülldeponie. Eric nimmt den ehemaligen Vergnügungspark Sunnyside unter die Lupe. Detective Eric Bull entdeckt zwar interessante Spuren, gerät aber plötzlich in Lebensgefahr. Eric wird in einen Raum eingeschlossen, in den immer mehr Wasser eindringt.

Derweil gibt Dylan gegenüber Jackie zu, dass er auf dem Gelände von Sunnyside am illegalen Recycling von Giftmüll beteiligt ist. Jackie vermutet, dass sein Haar durch einen gemeinsam genutzten Schutzanzug an Cefins Leiche gelandet ist. Als Dylan ihr den Namen seines einzigen Partners bei den illegalen Machenschaften nennt, wird Jackie mit einer bitteren Wahrheit konfrontiert.

"Die Serie zeigt auf, wie Traumata und Schuldgefühle einen Menschen prägen" – Interview mit Kelly Reilly

Wie würden Sie Ihren Freunden und Verwandten die Serie beschreiben?

Es handelt sich um eine Krimiserie, die in einem fiktiven Städtchen namens Morfa Halen in Nordwales spielt. Dort wohnen vor allem Menschen aus der Arbeiterklasse, die eng miteinander verbunden sind. Jeder kennt jeden. Es ist ein sehr schöner Ort, der allerdings gefährdet ist. Zudem wird die Gemeinschaft von einigen Tragödien erschüttert.

Was können Sie zu der von Ihnen gespielten Figur Jackie Ellis sagen?

Jackie war Kriminalbeamtin, hat diesen Job aber etwa zweieinhalb Jahre vor dem Einsetzen der Handlung aufgegeben. Nach einem traumatischen Fall, bei dem es um das Verschwinden ihrer Nichte Nessa ging, quittierte sie den Polizeidienst und wurde Lehrerin. Eigentlich hätte sie die Ermittlungen wegen Befangenheit gar nicht leiten dürfen. Aber Jackie hielt sich für willensstark genug und glaubte, dass ihre persönliche Verbindung zu Nessa hilfreich wäre. Sie war fest entschlossen, den Fall zu lösen. Das gelang ihr aber nicht. Die Dorfgemeinschaft und Jackie blieben in einem quälenden Zustand der Ungewissheit zurück.

In welcher Situation befindet sich Jackie zu Beginn der Serienhandlung?

Sie hat sich ein neues Leben als Grundschullehrerin aufgebaut, ist aber immer noch schwer traumatisiert. Sie hat Schlafprobleme, zieht sich oftmals zurück und führt eine heimliche Liebesbeziehung. Dann findet sie ein Kind tot auf – einen ihrer Schüler, der ihr besonders wichtig ist. Nun ist es, als ob sie das Trauma noch einmal durchleben würde. Obwohl sie keine Polizistin mehr ist, nimmt sie schon bald eigene Ermittlungen auf. Dabei kann sie sich auf ihren Spürsinn verlassen und auch ihr Wissen über die Dorfgemeinschaft einbringen.

Was macht "Under Salt Marsh" zu einer herausragenden Serie innerhalb des Krimigenres?

Es handelt sich um eine fiktionale Krimigeschichte, aber auch um eine Charakterstudie. Die Serie zeigt auf, wie Traumata und Schuldgefühle einen Menschen prägen. Ich hoffe, dass sie die Zuschauer mit auf eine emotionale Reise nimmt, und sie anregt, darüber nachzudenken, wie sie mit ähnlichen Ereignissen in ihrem eigenen Umfeld umgehen würden.

Was hat Sie an den Drehbüchern besonders gereizt?

Ich hatte so etwas zuvor noch nie gelesen. Es wirkte einzigartig – gespenstisch, intensiv und mythisch. Die besondere Atmosphäre wird durch den Drehort Nordwales, wo die Natur allgegenwärtig ist, noch einmal verstärkt. Der Sturm, die Landschaft – es ist düster, aber auch wunderschön. Mich beschäftigte die Frage: Wie kann jemand lernen, mit einem derartigen Verlust zu leben? Wie schafft sie es, weiterzumachen?

Woher kommt Jackies Entschlossenheit?

Ich glaube, sie resultiert aus der persönlichen Betroffenheit. Sie hat ihre Nichte Nessa geliebt, konnte aber deren Verschwinden nicht aufklären. Der Schmerz ist immer noch da und raubt ihr nachts den Schlaf. Ich habe mich in der Vorbereitung mit ungelösten Fällen und posttraumatischen Belastungsstörungen bei Kriminalbeamten beschäftigt. Jackie kann die Vergangenheit erst hinter sich lassen, wenn sie Antworten gefunden hat – nicht nur zum neuen Fall, sondern auch zu Nessa.

Wie ist das Verhältnis zwischen Jackie und ihrem früheren Kollegen Bull?

Sie ist verbittert und wirft ihm Vertrauensbruch vor. Bull war Jackies beruflicher Partner und ihr untergeordnet. Nun leitet er den neuen Fall. Jackie ist davon überzeugt, dass er die Schuld am Scheitern der damaligen Ermittlungen trägt. Ihn jetzt wiederzusehen, reißt alte Wunden wieder auf. Doch sie besteht darauf, mitzuhelfen – schließlich kennt sie die Dorfgemeinschaft und deren Geheimnisse. Durch ihre Beteiligung riskiert sie, wieder in eine psychische Abwärtsspirale zu geraten. Aber sie kann einfach nicht anders.

Wie war die Zusammenarbeit mit Rafe Spall, der Detective Bull spielt?

Rafe und ich blicken auf eine wunderbare gemeinsame Vergangenheit zurück. Wir haben schon in einem Theaterstück und auch in einer anderen TV-Serie zusammengespielt. Ich schätze an ihm diese Ruhe und Leichtigkeit, die er ausstrahlt. Er ist geschickt, hat Charme und Charisma und auch die Selbstsicherheit, die die Figur Bull meiner Meinung nach gebraucht hat. Abseits der Kamera unterhalten wir uns gerne über Schauspielerei, Theater und Musik. Es gelingt uns immer wieder, nach schwierigen Szenen mit zum Teil grausamen Inhalten sofort abzuschalten und hinter den Kulissen gemeinsam zu einer unbeschwerten Stimmung zurückzufinden. So etwas ist bei intensiven Dreharbeiten sehr hilfreich.

Wie hat Ihnen insgesamt die Zusammenarbeit mit dem Cast gefallen?

Es ist ein großartiges Ensemble. Ich habe mich sehr darüber gefreut, ins Vereinigte Königreich zurückzukehren und mit britischen Schauspielern zusammenzuarbeiten. Es ist einfach schön, ihnen zuzusehen. Jonathan Pryce gehört zu den ganz Großen, und Harry Lawtey, der den Dylan verkörpert, spielt unglaublich gut. Alle sind mit Leidenschaft bei der Sache, auch unter schwierigen Bedingungen: Wir haben im Winter in Nordwales gedreht, draußen in der Wildnis, bei Wind und Regen. Das war eine intensive, aber auch inspirierende Erfahrung, weil alle Beteiligten so viel Hingabe gezeigt haben.

Wie würden Sie die Beziehung zwischen Jackie und Dylan beschreiben?

Dylan sorgt für einen positiven Aspekt in Jackies Leben. Sie liebt ihn, sieht allerdings keine langfristige gemeinsame Zukunft für die beiden. Sie ist älter als er und träumt weder von einer Hochzeit noch von Kindern. Die Beziehung kommt für Jackie überraschend. Er wirkt jugendlich, hat ein sympathisches Auftreten und einen einfachen Blick auf die Welt, was im Gegensatz zu Jackies komplexer Persönlichkeit steht. Sie verheimlicht, dass sie schwanger ist, und hat es noch nicht einmal Dylan erzählt. Sie hat große Angst, weil sie nicht sicher ist, ob sie dieses Kind beschützen kann.

Wie ausgeprägt ist Jackies Verbindung zu der Dorfgemeinschaft?

Morfa Halen und dessen Bewohner bedeuten ihr sehr viel – Danny und Shell (die Eltern des getöteten Schülers Cefin), der exzentrische Aktivist Osian und Jimmy mit seinem Fish & Chip Shop. Vor Nessas Verschwinden war Jackie eine tragende Säule der Gemeinde. Dass dann der Absturz folgte, macht ihre Geschichte umso fesselnder.

Im Lauf der Handlung zeichnet sich ab, dass der Täter aus der Gemeinde kommt. Was macht das mit Jackie?

Das ist von zentraler Bedeutung für die Geschichte. Jeder ist darauf bedacht, sein eigenes persönliches Umfeld zu schützen, doch Jackie weigert sich, wegzuschauen. Sie ist bereit, unangenehmen Wahrheiten ins Auge zu blicken – auch wenn andere so tun wollen, als wäre alles in Ordnung.

Was ist das Besondere an Morfa Halen, dem Schauplatz der Serie?

Es ist ein fiktiver Ort, aber inspiriert von echten ländlichen Gemeinden an der walisischen Küste, die von Klimawandel und Überschwemmungen bedroht sind. Wir haben vor Ort gedreht, was der Serie zusätzliche Authentizität verleiht. Die Natur ist wie eine weitere Figur in die Handlung eingebunden: Sie spiegelt Jackies Gemütszustand und die Zerbrechlichkeit der Dorfgemeinschaft wider.

Welche Rolle spielen das Wasser, der Sturm und der drohende Anstieg des Meeresspiegels?

Wasser hat eine symbolische Bedeutung – die Flut, weggespülte Beweise, das Gefühl der Hilflosigkeit. Die Botschaft im Hinblick auf das Umweltbewusstsein wird deutlich, aber nicht in belehrender Form. Es bleibt dem Publikum selbst überlassen, sie zu interpretieren. Sie trägt aber zweifellos zum eindringlichen Charakter der Geschichte bei.

"Ein früherer Fall aus Morfa Halen macht Eric schwer zu schaffen" – Interview mit Rafe Spall

Was hat Sie an der Serie besonders gereizt?

Mir haben auf Anhieb der Schreibstil der Drehbücher und die Figuren gefallen, ebenso wie die Aussicht, mit großartigen Schauspielern wie Kelly Reilly zusammenzuarbeiten.

Wie war Ihr erster Eindruck vom Script und von der Figur Eric Bull, die Sie spielen?

Schon vor dem Script bekam ich eine Charakterisierung von Eric. Es ist immer wieder interessant zu sehen, welche Rollen andere für einen selbst passend finden. Ich fand die Figur gleich sehr fesselnd. Eric ist ein Grübler und hat seine Fehler, er ist aber auch ein vielschichtiger Charakter. Die Drehbücher haben eine außergewöhnliche Qualität, das ganze Konzept ist völlig eigenständig, hat mich aber spontan an "Twin Peaks" und "True Detective" erinnert.

Wer ist Eric Bull?

Eric ist ein Polizeibeamter aus den Midlands – genauer gesagt aus dem Black Country. Er stammt aus der Arbeiterklasse und ist ehrgeizig. Allerdings macht ihm ein früherer Fall aus Morfa Halen zu schaffen, bei dem es ihm nicht gelungen ist, das Verschwinden eines Kindes aufzuklären. Dieser Misserfolg belastet ihn immer noch schwer.

Wie ist seine Beziehung zu Morfa Halen, dem Schauplatz der Serienhandlung?

Er ist ein Außenseiter, und die Dorfbewohner stehen ihm misstrauisch gegenüber. Ich glaube allerdings nicht, dass ihm das etwas ausmacht. Er ist dort, weil er einen Auftrag hat – den Mörder zu finden. Der Fall ist für Eric eine persönliche Angelegenheit, nicht zuletzt wegen eines Kindheitstraumas: In jungen Jahren hat er miterlebt, wie sein bester Freund gestorben ist. Er fühlt sich dafür verantwortlich, weshalb ihm die aktuelle Ermittlung besonders nahegeht.

Wie würden Sie die Dynamik zwischen Eric und der von Kelly Reilly gespielten Jackie Ellis beschreiben?

Jackie und Eric waren auf beruflicher Ebene Partner, obwohl sie ihm übergeordnet war. Nun ist sie ist nicht mehr bei der Polizei – sie arbeitet als Lehrerin. Das Verhältnis zwischen den beiden ist zerrüttet, seit Eric Jackies Schwester verhaftete. Er verdächtigte sie damals fälschlicherweise, etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun zu haben. In der Folge wurden auch Jackies familiäre Bindungen und ihre Karriere bei der Polizei zerstört. Trotz allem finden sie und Eric im Lauf der neuen Ermittlungen wieder zueinander. Zwischen ihnen besteht eine platonische, zutiefst emotionale Verbindung – wie bei Geschwistern.

Wie ist Erics Verhältnis zu DC Deng?

Deng, die von Naomi Yang gespielt wird, ist Erics neue berufliche Partnerin. Er respektiert sie, aber sie geht ihm auch auf die Nerven. Ich glaube, das liegt daran, dass er an ihr Seiten von sich selbst wiedererkennt, die er nicht mag. Das ist ein sehr typisches menschliches Verhalten.

Wie haben Sie sich auf die Rolle des Eric Bull vorbereitet?

Ich bin seit fast 25 Jahren professionell als Schauspieler tätig und verrate eigentlich nicht gerne allzu viel über meine Arbeitsweise. Für mich ist es wichtig, ebenso entspannt wie selbstsicher zu bleiben. Auf diese Weise füllt man eine gespielte Szene mit Leben. Ich singe auch gerne vor Takes, um die Anspannung zu lösen. Es geht nicht nur darum, eine Figur darzustellen, sondern sie in der jeweiligen Situation echt wirken zu lassen. Sei einfach lebendig. Es ist auch wichtig, seinem Gegenüber so gut wie möglich zuzuhören.

Wie war die Zusammenarbeit mit Serienschöpferin Claire Oakley?

Claire ist großartig. Sie ist klug, freundlich und eine unglaublich gute Unterstützerin. Natürlich hatte sie sehr konkrete Vorstellungen von Eric Bull und seiner Persönlichkeit. Dennoch hat sie mir zu keinem Zeitpunkt vorgeschrieben, wie ich die Rolle spielen sollte. Ich habe ihren ursprünglichen Ansatz als Grundlage genutzt, und sie hat sich auf alles, was ich selbst in die Figur eingebracht habe, bereitwillig eingelassen. Gegenseitiges Vertrauen ist wirklich wichtig. Du musst das Gefühl haben, dass jemand deine Vorschläge ernst nimmt und Interesse daran hat, sie weiterzuentwickeln. Und genau das ist bei Claire der Fall.

Und wie war es, wieder mit Kelly Reilly zusammenzuarbeiten?

Das ist unser drittes gemeinsames Projekt. Schon bei meinem zweiten Engagement überhaupt habe ich mit ihr zusammengearbeitet, in einem Stück am National Theatre. Damals war ich 18 Jahre alt. Später folgte dann der TV-Dreiteiler "He Kills Coppers". Kelly ist eine der herausragenden Schauspielerinnen ihrer Generation. Sie ist als Schauspielerin und Mensch einfach fantastisch, eine ziemlich einzigartige Künstlerin.

Was macht aus Ihrer Sicht einen guten Krimi aus?

Ich würde nicht behaupten, dass Krimi mein Lieblingsgenre ist, aber mich hat zum Beispiel "The Killing" wirklich begeistert. Ein guter Thriller braucht sicherlich einen starken Plot, aber letztlich sind es die Figuren, die ihn tragen. Die Zuschauer identifizieren sich mit Menschen, die Fehler haben, und deren Handlungen nachvollziehbar sind. So finden sie Zugang zu der Geschichte.

Die Serie thematisiert auch die Auswirkungen des Klimawandels. Können Sie etwas dazu sagen?

Der Sturm in "Under Salt Marsh" ist ein zentrales Element der Handlung. Er droht, das Dorf zu überfluten, und somit alle Spuren und Beweise zu zerstören. Claires Erzählung ist auch als Kommentar zum Klimawandel zu verstehen. Nachhaltigkeit spielte bei der Produktion eine wesentliche Rolle. 

Eric wird in der Serie auch in eine Auseinandersetzung in einer überschwemmten Lagerhalle verwickelt. Wie war es, diese Szene zu drehen?

Soll ich ehrlich sein?! Das hat keinen Spaß gemacht. Ich stehe ohnehin nicht auf so sehr auf Stunts. Am liebsten sind mir Szenen, bei denen man im Warmen sitzt und sich unterhält oder idealerweise sogar im Bett liegt. Ich habe schon häufiger im Scherz gesagt, dass die perfekte Rolle darin besteht, einen Komapatienten zu spielen. Man wird ja trotzdem bezahlt. Aber noch einmal zurück zur Frage: Die Dreharbeiten in dem überfluteten Set waren wirklich hart. Dabei möchte ich aber betonen, dass ich es als absolutes Privileg empfinde, an solchen Produktionen mitwirken zu können. Ich bin dafür sehr dankbar.

Zum Abschluss noch die Frage: Wie würden Sie "Under Salt Marsh" in drei Worten beschreiben?

Einfach. Verdammt. Nass.

Kontakt

Lisa Miller
Programmkommunikation Fiction, Entertainment und Young Audiences
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