Vermisst: "Aktenzeichen XY …" und zwei Folgen "Terra Xplore"

Wenn ein Mensch spurlos verschwindet, bleiben Angehörige oft mit quälenden Fragen zurück. Drei ZDF‑Sendungen widmen sich diesem Thema: In der Spezialsendung "Aktenzeichen XY… Vermisst" bittet Rudi Cerne um Mithilfe bei der Aufklärung von Vermisstenfällen. In zwei "Terra Xplore"-Folgen untersucht Leon Windscheid die Situation psychologisch: Er zeigt, wie dieser Ausnahmezustand die Psyche beeinflusst und welche Folgen es für Opfer und Angehörige hat, wenn Täter als psychisch krank in die Forensik kommen. Zwei neue "Aktenzeichen XY"-Podcastfolgen, eine von der re:publica, behandeln ebenfalls das Thema.  

Sendedatum

Terra Xplore: ab Montag, 22. und 26. Juni 2026 / Aktenzeichen XY ... Vermisst: ab Mittwoch, 8. Juli 2026, nach der Sendung / Podcast: Mittwoch, 24. Juni und 8. Juli 2026, jeweils ab 18.00 Uhr
Terra Xplore: Sonntag, 5. und 19. Juli 2026, 17.15 Uhr / Aktenzeichen XY ... Vermisst: Mittwoch, 8. Juli 2026, 20.15 Uhr

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Terra Xplore: Vermisst – wie lange bleibt die Hoffnung?

ZDF-Streaming: ab Montag, 22. Juni 2026
ZDF: am Sonntag, 5. Juli 2026, 17.15 Uhr

Spurlos verschwunden, kein Abschied, keine Antworten: Seit 2020 sucht Ralf Salice seine Tochter Scarlett. Aufgeben ist für ihn keine Option. In der "Terra Xplore"-Folge "Vermisst – wie lange bleibt die Hoffnung?" will der Psychologe Leon Windscheid wissen: Was macht diese Ungewissheit mit der Psyche? Wie leben Angehörige weiter, zwischen Angst und Hoffnung? Dafür trifft er unter anderem Ralf Salice.

Im September 2020 verschwindet Scarlett Salice während einer Wanderung im Schwarzwald. Der Fall wurde zweieinhalb Jahre später, am 29. Juni 2022, in "Aktenzeichen XY … Vermisst" thematisiert – ohne Erfolg. Auch nachdem die offiziellen Suchmaßnahmen der Polizei eingestellt wurden, gibt Scarletts Vater nicht auf: Er sammelt weiter Hinweise, spricht mit Zeugen. Die Suche nach seiner Tochter ist zum Mittelpunkt seines Lebens geworden. Er sagt: "Ich muss das tun, was nötig ist, um sie wiederzufinden. Und da gibt es in dem Moment auch keine Grenzen." Hoffnung bedeutet für ihn Handeln.

Täglich verschwinden in Deutschland rund 250 Menschen, derzeit sind 10.000 Personen vermisst gemeldet. Für die Angehörigen bedeutet das ein Leben im permanenten Alarmzustand. Um die psychischen Folgen dieser Ungewissheit zu verstehen, trifft Leon Windscheid die Psychologin Prof. Rita Rosner von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Sie erklärt, warum das menschliche Gehirn Unsicherheit kaum aushält und welche emotionalen Mechanismen dabei aktiviert werden. Hoffnung spielt dabei eine doppelte Rolle: Sie kann stabilisieren, Sinn stiften und Handlungskraft erhalten. Gleichzeitig kann sie verhindern, dass Schmerz verarbeitet wird. Die Forschung zeigt: Hoffnung ist weder gut noch schlecht – entscheidend ist, ob sie beweglich bleibt oder sich starr an ein einziges mögliches Ergebnis klammert.

Der Fall von Nathalie Schöffmann zeigt die andere Seite des Vermisst-Seins – die Perspektive der Betroffenen selbst. Die österreichische Radrennfahrerin und Triathletin wurde 2019 während einer Radtour entführt und war stundenlang in der Gewalt ihres Täters. Trotz extremer Angst blieb sie ruhig, sprach mit dem Entführer – und kam frei. Ihre Geschichte macht deutlich: Während Betroffene selbst auf Rettung hoffen können, bleibt für Angehörige oft nur die quälende Ungewissheit.

 

Stabliste
Buch: Katja Schübl
Regie: Laila Keuthage, Christian Schmidt, Fabienne Strohmer
Kamera: Gidon Lasch, Felix Länge, Luca Zanner
Ton: Dave Powell, Hendrik Füsser
Schnitt: Elisabeth Hirsch
Grafik: Lena Dickmann, Jana Richtmeyer
Produktion Doclights: Ulrike Römhild, Jeanette Bartsch, Paul B. Müller
Produktion ZDF: Antje Galonske, Yvonne Kalinowski
Redaktion Doclights: Martina Sprengel, Marc Elvers
Redaktion ZDF: Anne Hartmann, Harald Platz
Leitung der Sendung: Swea Schilling 
ZDF 2026

Zitate aus der "Terra Xplore"-Folge " Vermisst – wie lange bleibt die Hoffnung?

Prof. Rita Rosner, Psychologin, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
"Wenn man jemanden Vermissten, Verschwundenen hat, dann bleibt nichts mehr übrig, als dass ich da reinfantasiere. Dieses dauernde darüber Nachgrübeln 'Wo ist er oder sie? Was ist passiert? Geht es ihr gut? Geht es ihr schlecht? Habe ich was falsch gemacht?' – also das ist, wie wenn man eine Wunde immer wieder aufkratzt."

"Mir sind Angehörige bekannt, die sitzen tagelang oder nächtelang vor dem Computer und schauen noch mal Videoaufnahmen von der Region durch und versuchen sozusagen Kameras zu orten, wo sie noch mal was sehen könnten. Und das hat aber halt auch eine Funktion (…): Ich suche weiter. Die andere ist: Ich fühle mich meiner vermissten Person immer noch nah. Durch das dauernde Grübeln ist er nicht tot. Sondern er ist in mir noch da und ich kann mich nah fühlen und ich kann mich warm fühlen.“

"Also das ist tatsächlich so, dass für manche Personen das Leben zu einem Stillstand kommt."

"Also die Hoffnung komplett aufzugeben ist, finde ich, keine Option. Genauso wie das Umgekehrte, also dieses sich völlig vergraben drin und das Leben nicht weiterleben, ist auch keine Option. Also das bleibt kräftezehrend, ein ganzes Leben lang."

 

Ralf Salice, Vater von Scarlett
"Das Leben geht natürlich weiter. Aber anders. Ich habe ja auch noch eine Tochter, ich habe Enkel. Also ich muss funktionieren."

"Man hörte schon Hubschrauber kreisen und es kamen uns auch schon Bullis mit dem Aufdruck 'Suchhunde' entgegen. Und dann denkst du dir das erste Mal auch: Die sind hier nicht, weil sie hier Urlaub machen. Die suchen dein Kind."

"Ich muss das tun, was nötig ist, um sie wiederzufinden. Und da gibt es auch keine Grenzen in dem Moment."

Terra Xplore: Was tun mit psychisch kranken Tätern?

ZDF-Streaming: ab Montag, 29. Juni 2026  
ZDF: Sonntag, 19. Juli 2026, 17.15 Uhr

Ein geliebter Mensch wird brutal getötet – und der Täter kommt nicht ins Gefängnis, sondern in die Forensische Psychiatrie. Für viele Angehörige ist das schwer zu verstehen. In dieser Folge von "Terra Xplore" geht der Psychologe Leon Windscheid der Frage nach, wie unsere Gesellschaft mit psychisch kranken Täterinnen und Tätern umgeht – und wo die Grenzen zwischen Schuld, Krankheit und Verantwortung verlaufen.

Anders als im Gefängnis gibt es in der Forensischen Psychiatrie kein zeitlich festgelegtes Strafmaß. Entlassen werden Insassen erst, wenn das Risiko weiterer Straftaten für die Allgemeinheit als möglichst gering eingeschätzt wird – und auch danach werden die Betroffenen therapeutisch begleitet. Auf welchen Grundlagen man die Schuldunfähigkeit von straffälligen Menschen feststellt, lässt sich Leon Windscheid vom Psychiater und forensischen Sachverständigen Prof. Dieter Seifert erklären.

Für eine Frau, die Leon Windscheid in der Forensischen Psychiatrie trifft, ist diese Unterbringung seit 16 Jahren Realität. Sie leidet unter Impulskontrollstörungen, hat ihre Emotionen nicht im Griff und ist immer wieder aggressiv, unter anderem hatte sie eine andere Frau mit einem Messer bedroht.

Für den Serienmörder Niels Högel kam eine Unterbringung in einer Forensische Psychiatrie nicht in Frage: Der ehemalige Krankenpfleger ist für eine der größten Mordserien in Deutschland verantwortlich; ermordete in zwei Kliniken Patienten, indem er ihnen Überdosen an Medikamenten verabreicht. In 332 Fällen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, Högel wurde schließlich wegen über 80 Morden angeklagt. Da er seine Taten kühl geplant hatte und sich deren Auswirkungen bewusst war, wurde Högel als voll schuldfähig eingestuft und 2019 zu lebenslanger Gefängnishaft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt.

Der Umgang mit psychisch kranken Straftätern polarisiert. In einem Studioexperiment bringt Leon Windscheid Täter und Opfer zusammen. Gerhards Bruder wurde von einem psychisch kranken Menschen brutal ins Koma geschlagen, Petra wurde in ihrem Juweliergeschäft überfallen und gefesselt zurückgelassen. Kai rutschte wegen Drogenkonsums in die Beschaffungskriminalität ab und saß insgesamt sieben Jahre im Gefängnis. Leon Windscheid will wissen, wie sie auf den forensischen Strafvollzug und das Thema Strafe blicken. Dabei wird auch deutlich, dass sich die Opfer von Gewaltverbrechen mehr Hilfsangebote und auch Betreuung wünschen, um das Geschehen zu verarbeiten.

 

Stabliste

Buch & Regie: Christian Schmidt
Kamera: Gidon Lasch, Pascal Garbrecht, Luca Zanner
Ton: Dave Powell, Jonas Fohrbeck
Schnitt: Thomas Hipp
Grafik: Lena Dickmann, Jana Richtmeyer
Produktion Doclights: Ulrike Römhild, Jeanette Bartsch, Paul B. Müller
Produktion ZDF: Antje Galonske, Yvonne Kalinowski
Postproduktion: Oliver Filser, Vi Tang
Redaktion Doclights: Martina Sprengel, Marc Elvers, Steffen Gries
Redaktion ZDF: Michael Kaschner, Veronica Pieper
Leitung der Sendung: Swea Schilling 
ZDF 2026

Aktenzeichen XY ... Vermisst

ZDF: Mittwoch, 8. Juli, 20.15 Uhr, Live 
ZDF-Streaming-Portal: Mittwoch, 8. Juli 2026, nach der Ausstrahlung dreißig Tage lang abrufbar

Vier Vermisstenfälle, vier Schicksale und viele offene Fragen. Wenn Menschen plötzlich verschwinden, ohne Erklärung und ohne Abschied, beginnt für die Angehörigen ein Leben zwischen Hoffnung und Angst. In der Spezialausgabe "Aktenzeichen XY… Vermisst" rücken diese Fälle in den Fokus. Rudi Cerne stellt mit Angehörigen und Polizei die offenen Fragen – in der Hoffnung, Antworten zu finden. Gibt es jetzt mit Hilfe des "XY"-Publikums neue Spuren, die weiterführen?

Die Vermisstenfälle:

Jutta Schulz (53) aus dem Landkreis Harz
Seit April 2014 wird die damals 53-jährige Jutta Schulz vermisst. Die Polizei erhält Hinweise auf einen mysteriösen unbekannten Mann. Hat er etwas mit ihrem Verschwinden zu tun?

Stab
Buch: Marko Barukcic/Diana Rohmeier
Regie: Jochen Müller
Kamera: (szenisch) Zvonimir Renic/(Statements) Lars Tolis, Arwid Wolter
Schnitt: Norman Vaclavik
Ton: Malte Preuß
Produktion: Jacqueline Wenisch
Produktion ZDF: Silvia Hamam
Redaktion DKF: Ina-Maria Reize-Wildemann
Redaktion ZDF: Nadja Grünewald-Kalkofen

Alexander Bohnert (51) aus dem Landkreis Rastatt
Der 51-jährige Familienvater Alexander Bohnert bricht eines Morgens nach seiner Nachtschicht zu einer Wanderung auf. Eine Überwachungskamera hält den Moment fest. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

Stab
Buch: Katja Neumaier
Regie: Jochen Müller
Kamera: Zvonimir Renic/Martin Czernik
Schnitt: Norman Vaclavik
Ton: Erwin Mayer
Produktion: Oliver Ratzer
Produktion ZDF: Silvia Hamam
Redaktion DKF: Ina-Maria Reize-Wildemann
Redaktion ZDF: Nadja Grünewald-Kalkofen

Sebastian Geier (27) aus dem Landkreis Kitzingen
Sebastian Geier ist körperlich und geistig eingeschränkt. Nach dem Tod seiner Mutter im April 2020 ist er plötzlich weg. Dann taucht er wieder auf – nur um kurz darauf erneut zu verschwinden.

Stab
Buch: Simone Zahn
Regie: Jochen Müller
Kamera: Zvonimir Renic/Martin Czernik
Schnitt: Norman Vaclavik
Ton: Erwin Mayer
Produktion: Oliver Ratzer
Produktion ZDF: Silvia Hamam
Redaktion DKF: Ina-Maria Reize-Wildemann
Redaktion ZDF: Nadja Grünewald-Kalkofen

Corina Niemand (43) aus Dresden
Die zweifache Mutter Corina Niemand wird seit März 2024 vermisst – verschwunden aus ihrer Wohnung, ohne jeglichen Hinweis. Die Polizei fragt: Steckt eine heimliche Verabredung dahinter?

Stab
Buch: Sherif Hafzalla
Regie: Jochen Müller
Kamera: Zvonimir Renic/Martin Czernik
Schnitt: Norman Vaclavik
Ton: Erwin Mayer
Produktion: Oliver Ratzer
Produktion ZDF: Silvia Hamam
Redaktion DKF: Ina-Maria Reize-Wildemann
Redaktion ZDF: Nadja Grünewald-Kalkofen

Podcast "Aktenzeichen XY… Unvergessene Verbrechen" - Zwei neue Folgen zum Thema "Vermisst"

Folge "Vermisst – Wenn jede Spur fehlt"

Ab Mittwoch, 8. Juli 2026, 18.00 Uhr, auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie auch auf dem YouTube-Kanal "ZDF True Crime" https://www.youtube.com/@ZDFTrueCrime/videos abrufbar.

Das Verschwinden eines Kindes gehört zu den Fällen, die für Angehörige besonders quälend sind, weil die Ungewissheit sie niemals loslässt. In einer neuen Folge des Podcasts "Aktenzeichen XY… Unvergessene Verbrechen" rücken die Hosts Rudi Cerne und Conny Neumeyer das Thema "Vermisst" in den Fokus – exemplarisch anhand eines ungeklärten Falls aus Berlin.

Im Mittelpunkt der Folge steht das Schicksal der zwölfjährigen Sandra W., die seit dem Jahr 2000 spurlos verschwunden ist. Am Tag ihres Verschwindens war das Mädchen unterwegs, um für ihre Mutter ein Geburtstagsgeschenk zu besorgen, dabei wurde sie noch in Begleitung eines unbekannten Mannes gesehen. Seitdem fehlt von ihr jede Spur. Der Fall wird im Rahmen der bundesweiten Kampagne des Bundeskriminalamtes zum "Tag des vermissten Kindes" am 25. Mai 2026 erneut öffentlich gemacht.

Zu Gast bei den Hosts Rudi Cerne und Conny Neumeyer im Tonstudio ist Kriminalhauptkommissar Holger Lietz von der 5. Mordkommission Berlin. Außerdem wird ein Interview mit dem Psychologen und Wissenschaftsjournalisten Dr. Leon Windscheid zu hören sein, der der Frage nachgeht, wie Angehörige mit der belastenden Situation des Nichtwissens umgehen können.

Die Podcastfolge erscheint am Tag der TV‑Ausstrahlung von "Aktenzeichen XY… Vermisst" am Mittwoch, 8. Juli 2026, 18.00 Uhr.

Sonderfolge zum Thema, Aufzeichnung auf der re:publica

Podcast-Sonderfolge ab Mittwoch, 24. Juni 2026, 18.00 Uhr, zum Thema "Vermisst" – Aufzeichnung live auf der Bühne der re:publica 2026

Zum Auftakt der fünften Podcast‑Staffel wird außer der Reihe am Mittwoch, 24. Juni 2026, eine Sonderfolge veröffentlicht. Diese wurde auf der re:publica 2026 live vor Publikum aufgezeichnet und widmet sich der Frage, wie die unterschiedlichen "XY"‑Formate reale Verbrechen wie Vermisstenfälle beleuchten und sich dabei sowohl in Erzählweise als auch Perspektive voneinander unterscheiden.

Der Podcast "Aktenzeichen XY… Unvergessene Verbrechen" erscheint alle zwei Wochen mittwochs um 18 Uhr.

"Es gibt keinen Abschied, keine Antworten – nur Hoffen und Warten." Interview mit ZDF-Moderator Rudi Cerne

Vermisstenfälle stehen für eine besondere Form von Ungewissheit, die oft über Jahre anhält. Was macht genau diese Dauer zwischen Hoffnung und fehlender Gewissheit für Sie als Moderator so besonders herausfordernd?

Das Herausfordernde ist genau diese fehlende Klarheit. Für die Angehörigen gibt es keinen Moment des Abschlusses, alles bleibt offen. Das geht über Jahre und bleibt eine enorme seelische Belastung. Als Moderator ist es meine Aufgabe, das sensibel zu begleiten und den Familien eine Stimme zu geben, ohne die Schwere dieser Situation zu verlieren.

In "Aktenzeichen XY… Vermisst" geht es nicht nur um Ermittlungen, sondern vor allem um menschliche Schicksale. Was berührt Sie an diesen Geschichten persönlich am meisten?

Mich berührt vor allem die Ungewissheit, mit der die Angehörigen leben müssen. Es gibt keinen Abschied, keine Antworten – nur das Hoffen und das Warten. Beeindruckend ist für mich immer wieder, wie viel Kraft viele Familien trotzdem aufbringen, um weiterzusuchen und nicht aufzugeben.

Im Podcast zum Thema "Vermisst" können Fälle und Hintergründe intensiver und persönlicher erzählt werden als im TV. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihnen dieses Format im Umgang mit den Angehörigen und ihren Geschichten?

Der Podcast ermöglicht uns, mehr Ruhe in die Erzählung zu bringen. Man kann Hintergründe ausführlicher besprechen und auch stärker auf die emotionalen Aspekte eingehen. Das hilft, die Schicksale noch einmal anders zu verstehen – oft auch aus der Sicht der Angehörigen, die im Mittelpunkt stehen.

Bei der re:publica haben Sie gemeinsam mit Helene Reiner und Conny Neumeyer eine Live-Podcastfolge zum "XY"-Kosmos aufgezeichnet. Wie wichtig ist der Austausch über unterschiedliche Erzählformen von Vermisstenfällen in einem solchen öffentlichen Rahmen?

Der Austausch ist sehr wichtig, weil wir unterschiedliche Wege haben, diese Fälle zu erzählen. Jede Form – ob Fernsehen oder Podcast – setzt eigene Schwerpunkte und erreicht Menschen auf andere Weise. In einem öffentlichen Rahmen wie der re:publica wird deutlich, wie groß das Interesse an diesen Themen ist und wie sehr sich die Menschen auch für die Hintergründe interessieren.

In der Podcast-Aufzeichnung auf der re:publica ging es auch darum, wie verschiedene "XY"-Formate denselben Fall aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählen. Was zeigt dieses Zusammenspiel aus Ihrer Sicht über den heutigen Umgang mit echten Vermisstenfällen?

Es zeigt, dass es nicht mehr den einen Blickwinkel gibt. Unterschiedliche Formate können unterschiedliche Aspekte beleuchten – die Ermittlungen, die persönliche Geschichte oder die Einordnung. Wichtig bleibt dabei, dass wir nie vergessen, dass es um reale Menschen geht, deren Leben sich durch diese Fälle komplett verändert hat. Das darf bei aller medialen Aufbereitung nie verloren gehen.

Die Fragen stellte Emilija Guduric.

Fotohinweis

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Weitere Informationen

ZDF True Crime bei YouTube

XY im ZDF-Streaming-Portal: Aktenzeichen XY... Ungelöst 

XY gelöst - True-Crime-Reihe im ZDF streamen 

XY history ‒ historisches True-Crime-Format

Terra Xplore im ZDF-Streaming-Portal: Terra Xplore

Kontakt

Für "Aktenzeichen XY ... Vermisst"

Christina Betke
Programmkommunikation Information, Gesellschaft, Sport
betke.c@zdf.de
+49 6131 70-12717

Magda Huthmann
Programmkommunikation Information, Gesellschaft, Sport
huthmann.m@zdf.de
(06131) 70-12149

Für "Terra Xplore"

Marion Leibrecht
Programmkommunikation Kultur, Wissenschaft und Partner
leibrecht.m@zdf.de
(6131) 70-16478

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