04.04.2017, 16:28 Uhr - Nachrichten/Aktuelles, Reportagen/Dokumentationen, Magazine/Interviews

ZDF-Magazin "Frontal 21": CSU-Bundestagsabgeordneter Ullrich war lange aktiv auf dem "Grauen Kapitalmarkt"

Ehemaliger Aufsichtsratschef der Opalenburg AG sitzt heute im Verbraucherausschuss


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Der Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich (CSU), Experte der Unionsfraktion für die Regulierung von Finanzprodukten, war jahrelang Aufsichtsratschef einer umstrittenen Firma auf dem so genannten "Grauen Kapitalmarkt". Nach Recherchen der ZDF-Magazine "Frontal 21" (Dienstag, 4. April, 21.00 Uhr) und "ZDFzoom" (Mittwoch, 5. April, 22.45 Uhr) war Ullrich von September 2006 bis April 2013 bei der Opalenburg Vermögensverwaltung AG als Aufsichtsratschef tätig. Im Anschluss zog er in den Bundestag ein und soll nun im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz genau solche Firmen regulieren.

Im Deutschen Bundestag spricht CSU-Mann Ullrich regelmäßig für die Unionsfraktion zum "Grauen Kapitalmarkt". Zuletzt hat er sich gegen einen so genannten "Finanz-TÜV" ausgesprochen, der Firmen und Produkte strenger als bisher reglementieren und kontrollieren sollte. "Das ist Staatsdirigismus. Und das lehnen wir entschieden ab", sagte Ullrich Ende Januar 2017. Verbraucherschützer dagegen warnen regelmäßig vor Investitionen am "Grauen Kapitalmarkt". Wenn man dort investiere, sei "das Risiko sehr, sehr groß, und dass man die versprochenen Gewinne bekommt, die Chance ist klein", sagte Wolf Brandes von der Verbraucherzentrale Hessen gegenüber dem ZDF. Die Opalenburg AG hat dem ZDF mitgeteilt, dass man davon ausgehe, dass die "avisierten Renditen für die Anleger erreicht werden".

Gegenüber dem Bundestag hat Ullrich sein Engagement bei Opalenburg nicht offengelegt. Er habe seine Tätigkeit als Rechtsanwalt allgemein erwähnt. "Einzelne Aufsichtsratsmandate, die lange vor meinem Einzug in den Bundestag beendet wurden, erwähne ich generell nicht." Aus den Unterlagen des Registergerichts Augsburg geht hervor, dass Ullrich bis April 2013 Aufsichtsratschef war. Ullrich versichert, "dass zu dieser Zeit kein einziger Fall an mich herangetragen worden ist, bei dem ein Anleger sich irgendwie überfordert gefühlt hat". In den Bundestag zog Ulrich im September 2013 als Direktkandidat der CSU ein. 

Der so genannte "Graue Kapitalmarkt" ist ein wenig regulierter Markt. Geschlossene Immobilienfonds, Schiffsfonds und Unternehmensbeteiligungen sind typische Produkte. Rund 20 Milliarden Euro verlieren Anleger in Deutschland jedes Jahr am "Grauen Kapitalmarkt", schätzen Verbraucherschützer.

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Ansprechpartner: ZDF-Redaktion "Frontal 21", Christian Rohde, Telefon: 030 – 2099-1251

 

Mainz, 4. April 2017
ZDF Presse und Information