06.03.2016, 09:45 Uhr - Magazine/Interviews, Reportagen/Dokumentationen

ZDF-Magazin "WISO": Glyphosat in Wattepads / Umweltbundesamt gegen weitere Zulassung

Martin Leutke
Copyright: ZDF/Rico Rossival

Gerade erst sorgte Glyphosat im Bier für Aufsehen, nun hat eine Stichprobe des ZDF-Wirtschaftsmagazins "WISO" (Sendung am Montag, 7. März 2016, 19.25 Uhr) den Einsatz des Unkrautbekämpfungsmittel nachgewiesen. Untersucht wurden Wattepads und Wattestäbchen, darunter auch ein Bio-Produkt. Die dabei gemessenen Werte sind höher als die bestehenden Grenzwerte für Trinkwasser. Im Vergleich zu den Grenzwerten für Lebensmittel sind die von "WISO" gemessenen Konzentrationen niedriger. Für textile Produkte gibt es derzeit keine Grenzwerte für Glyphosat. Textilprodukte werden bislang nicht regelmäßig auf den Wirkstoff untersucht.

"WISO" hat nach einem validierten Verfahren 31 Hygieneprodukte auf Glyphosat testen lassen. Dabei wurde in sechs Wattepads/Wattestäbchen der Hauptmetabolid AMPA in einer Konzentration zwischen 15 bis 90 ppb gemessen. AMPA ist ein Abbauprodukt von Glyphosat und dient dem Nachweis des Unkrautbekämpfungsmittels.

Eine weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in der EU lehnt das Umweltbundesamt ab. Im ZDF-Wirtschaftsmagazin "WISO" begründet Andreas Gies vom Umweltbundesamt dies mit den Schäden, die Glyphosat in der Umwelt und in der Nahrungskette verursache. Analysen des Umweltbundesamtes hätten Glyphosat in immer mehr Menschen in immer höheren Konzentrationen gefunden. Die Weltgesundheitsorganisation hat Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Das sollte man nicht ignorieren, forderte Gies im ZDF. "Wegen dieser Umweltauswirkungen ist das Umweltbundesamt nicht in der Lage, einer weiteren Zulassung zuzustimmen." 

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Mainz, 6. März 2016
ZDF Presse und Information