ZDF-Politbarometer Extra II Sachsen-Anhalt September 2026
Sachsen-Anhalt: AfD deutlich stärker als CDU / Eine CDU-geführte Regierung findet mehr Unterstützung als eine AfD-geführte
Projektion Sachsen-Anhalt: Wenn schon heute Landtagswahl wäre ... Copyright: ZDF/Forschungsgruppe Wahlen
Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die AfD mit Abstand stärkste Partei in Sachsen-Anhalt. Im Vergleich zu vor fünf Jahren dürfte sie ihr Ergebnis in etwa verdoppeln. Die CDU müsste mit starken Verlusten rechnen. Die FDP und das BSW könnten an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Eine absolute Mehrheit für die AfD erscheint eher unwahrscheinlich. An dieser Situation hat sich im Vergleich zum Politbarometer Extra letzte Woche kaum etwas geändert. Wenn es um die Frage geht, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, liegt Amtsinhaber Sven Schulze von der CDU im direkten Vergleich deutlich vor seinem Herausforderer Ulrich Siegmund von der AfD.
Projektion
Wenn schon heute gewählt würde, dann ergäben sich folgende Projektionswerte für die Parteien: Die CDU läge zurzeit bei 23 Prozent, die AfD käme auf 41 Prozent, die Linke auf 11,5 Prozent, die SPD auf 8,5 Prozent, die FDP auf 3 Prozent, die Grünen auf 6 Prozent und das BSW auf 4 Prozent. Die anderen Parteien erhielten zusammen 3 Prozent. Aufgrund dieser Zahlen bräuchte die AfD für eine parlamentarische Mehrheit einen Koalitionspartner. Eine Regierung aus allen nach dieser Projektion im Parlament vertretenen Parteien außer der AfD – also eine Koalition aus CDU, Linke, SPD und Grünen – hätte eine Mehrheit.
Diese Projektionswerte geben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Bei der Interpretation der Zahlen sind insbesondere die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen. Dies gilt vor allem auch für die Parteien, die an der Fünf-Prozent-Grenze zu scheitern drohen. Zudem kann es bis zum Wahlsonntag durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge der verschiedenen Parteien noch zu Veränderungen kommen. Diese können in ostdeutschen Bundesländern, wo es weniger stark ausgeprägte Bindungen an die Parteien gibt, auch recht deutlich ausfallen. Darüber hinaus wissen zurzeit 26 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.
Bei der letzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor fünf Jahren kam die CDU auf 37,1 Prozent, die AfD auf 20,8 Prozent, die Linke auf 11,0 Prozent, die SPD auf 8,4 Prozent, die FDP auf 6,4 Prozent und die Grünen auf 5,9 Prozent. Alle anderen Parteien erzielten zusammen 10,4 Prozent.
Gewünschter Ministerpräsident
Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, Sven Schulze von der CDU oder Ulrich Siegmund von der AfD, liegt Schulze mit 48 Prozent klar vor Siegmund mit 34 Prozent (Rest zu 100 Prozent: "weder noch", "kenne nicht" oder "weiß nicht"). Dieser Vorsprung resultiert vor allem daraus, dass Siegmund in den Anhängergruppen von CDU, Linke, SPD und Grünen so gut wie keine Unterstützung erfährt.
Gewünschte Landesregierung
Die Spaltung der Wählerschaft in AfD-Anhänger und AfD-Gegner wird auch bei der Frage nach einer präferierten Landesregierung deutlich. Während eine AfD-geführte Landesregierung fast nur von Anhängern der AfD befürwortet wird, wollen die Anhänger von CDU, Linke, SPD und Grünen mit jeweils sehr deutlicher Mehrheit eine CDU-geführte Landesregierung. In der Gesamtheit sprechen sich 37 Prozent für eine von der AfD und 50 Prozent für eine von der CDU geführten Regierung aus.
Die Umfrage zu diesem Politbarometer Extra wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden vom 1. September bis 3. September 2026 unter 1.044 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt telefonisch und online erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte. Das nächste Politbarometer Extra zu Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sendet das ZDF am Freitag, 11. September 2026.
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Weitere Informationen
- Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf https://forschungsgruppe.de.
- Hier finden Sie das "ZDF-Politbarometer" im Web und in der App des ZDF.
Mainz, 4. September 2026
ZDF-Kommunikation
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