ZDF-Politbarometer Extra September II Mecklenburg-Vorpommern und Berlin
Mecklenburg-Vorpommern: SPD im Aufwind – Schwesig als Zugpferd / Berlin: Weiter Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Linke und CDU
Projektion Mecklenburg-Vorpommern: Wenn schon heute Landtagswahl wäre ... Copyright: ZDF/Forschungsgruppe Wahlen
Wenige Tage vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin unterscheidet sich die politische Lage in den beiden Bundesländern deutlich. In Mecklenburg-Vorpommern gelingt es der SPD im Wahlkampfendspurt dank des hohen Ansehens der amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) von der Polarisierung gegen die AfD zu profitieren. In Berlin hingegen sind die Hauptgegenspieler Linke und CDU, die um Platz eins konkurrieren.
Mecklenburg-Vorpommern
Weiterhin ist noch nicht klar, wer am Schluss stärkste Partei werden wird, die SPD oder die AfD. Aktuell ergäben sich die folgenden Projektionswerte
Die SPD käme auf 37 Prozent (plus 3) und die AfD auf 36 Prozent (minus 1). Die CDU würde 6 Prozent (minus 1) erreichen, die Linke 9 Prozent (minus 1), die Grünen lägen bei 5 Prozent (unverändert), das BSW bei 4 Prozent (unverändert) und für die anderen Parteien ergäben sich zusammen 3 Prozent (unverändert). Damit hätte die amtierende Regierung aus SPD und Linke knapp keine parlamentarische Mehrheit mehr.
Diese Projektionswerte geben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Neben den zu berücksichtigenden statistischen Fehlerbereichen von Umfragen kann es bis zum Wahlsonntag durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge der verschiedenen Parteien noch zu Veränderungen kommen. Aufgrund dieser Faktoren ist es auch keineswegs sicher, welche Partei am Schluss die Nase vorn haben und wer die Fünf-Prozent-Hürde schaffen wird. Zudem wissen zurzeit 21 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.
Bei der letzten Landtagswahl 2021 erreichte die SPD 39,6 Prozent, die AfD 16,7 Prozent, die CDU 13,3 Prozent, die Linke 9,9 Prozent, die Grünen 6,3 Prozent und die anderen Parteien zusammen 14,2 Prozent.
Gewünschte/r Ministerpräsident/in
In Mecklenburg-Vorpommern dominiert die Amtsinhaberin: Im direkten Vergleich mit ihrem Herausforderer Leif-Erik Holm von der AfD, den nur 30 Prozent zukünftig als Ministerpräsidenten wollen, spricht sich eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent für Manuela Schwesig (SPD) aus (keinen von beiden: 4 Prozent; kenne nicht/weiß nicht: 5 Prozent).
Berlin
In Berlin konkurrieren hingegen Linke und CDU um Platz eins. Wenn schon heute gewählt würde, dann ergäben sich die folgenden Projektionswerte für die Parteien: Die CDU käme zurzeit auf 20 Prozent (minus 1) und die SPD auf 12 Prozent (plus 2). Die Grünen würden 15 Prozent (minus 1) erreichen, die Linke 22 Prozent (minus 1), die AfD 18 Prozent (plus 1) und das BSW 4 Prozent (plus 1). Die anderen Parteien erhielten zusammen 9 Prozent (minus 1), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde. Der amtierende Senat aus CDU und SPD hätte damit keine Mehrheit. Von den am ehesten realistischen Koalitionen hätte sowohl ein Bündnis aus Linke, Grünen und SPD als auch ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD eine Mehrheit.
Wie oben stellen diese Projektionswerte keine Prognose für den Wahlausgang dar. Dies gilt nicht nur für die Frage, wer stärkste Partei wird, sondern insbesondere auch für die Frage, ob die kleinen Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. In Berlin wissen zurzeit 23 Prozent noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.
Bei der letzten Abgeordnetenhauswahl 2023 kam die CDU auf 28,2 Prozent, die SPD auf 18,4 Prozent, die Grünen auf 18,4 Prozent, die Linke auf 12,2 Prozent, die AfD auf 9,1 Prozent und die anderen Parteien zusammen auf 13,7 Prozent.
Gewünschte/r Regierende/r Bürgermeister/in
Von den Spitzenkandidaten, die zumindest theoretisch die Chance auf das Amt des Regierenden Bürgermeisters haben, wünschen sich 24 Prozent Stefan Evers von der CDU, 12 Prozent präferieren Werner Graf (Grüne) und 25 Prozent sind für Elif Eralp von den Linken. 20 Prozent wollen keinen von den dreien und 19 Prozent kennen diese nicht genug, um ein Urteil abzugeben beziehungsweise sagen "weiß nicht".
Methodik der Umfrage
Die Umfragen zu diesem Politbarometer Extra wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 14. bis 17. September 2026 unter 1.395 bzw. 1.611 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in den beiden Bundesländern telefonisch und online erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte. Das nächste Politbarometer für den Bund sendet das ZDF am Freitag, 25. September 2026.
Kontakt
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Pressefotos
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Weitere Informationen
- Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf https://forschungsgruppe.de.
- Hier finden Sie das "ZDF-Politbarometer" im Web und in der App des ZDF.
Mainz, 11. September 2026
ZDF-Kommunikation
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