"frontal"-Doku: "Tatort Schule – Missbrauch durch Lehrer"
Intime Chats, Übergriffe, Vergewaltigungen: Junge Frauen enthüllen in der "frontal"-Dokumentation, wie Lehrer sie während ihrer Schulzeit sexuell missbraucht haben.
Copyright: ZDF/Ken Kabelitz/[M] Nicolas de Leval Jezierski
In der "frontal"-Dokumentation "Tatort Schule – Missbrauch durch Lehrer" brechen junge Frauen ihr Schweigen und prangern sexuellen Missbrauch während ihrer Schulzeit an – zu sehen ab Montag, 12. Oktober 2026, 6.00 Uhr im ZDF-Streaming-Portal, am Dienstag, 13. Oktober 2026, 21.00 Uhr in der "frontal"-Magazinausgabe im ZDF und in der Nacht von Mittwoch, 14., auf Donnerstag, 15. Oktober 2026, um 1.00 Uhr im ZDF.
In der "frontal"-Dokumentation "Tatort Schule – Missbrauch durch Lehrer" schildert Morea aus Berlin, wie ihr Lehrer sie vor zehn Jahren in seiner Gartenlaube zum Sex gedrängt habe: "Er meinte, dass er es nicht mag, wenn Leute in Straßenklamotten auf seinen Möbeln sitzen. Und deshalb musste ich mich ausziehen. Ich war wie versteinert." Morea ist nicht das einzige Opfer. Ihr ehemaliger Lehrer wurde im Juni 2026 vom Landgericht Berlin zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt – für eine Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch von vier Schutzbefohlenen. Er geht gegen das Urteil vor.
Die Schule sollte ein sicherer Ort sein für Kinder und Jugendliche. Doch es gibt Lehrer, die ihre Macht missbrauchen – ein Tabuthema. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) zeigt sich in der "frontal"-Dokumentation des ZDF schockiert über die geschilderten Missbrauchsfälle: "Das ist eine besonders brutale und grausame Art, Kindern und Jugendlichen Schaden zuzufügen. In der Schule von Lehrkräften dann auch noch im Abhängigkeitsverhältnis ist besonders verwerflich."
Morea ist heute selbst Lehrerin und fordert, dass Kinder und Jugendliche besser geschützt werden. Doch erst jetzt erarbeiten viele Schulen in Deutschland Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt. Und es gibt immer noch fünf Bundesländer, die ihre Schulen nicht zu Schutzkonzepten verpflichten: Hamburg, Bremen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Bayern.
Bundesbildungsministerin fordert Schutzkonzepte in allen Bundesländern
Bundesbildungsministerin Prien fordert, dass Schutzkonzepte in allen Ländern verpflichtend werden: "Am Ende muss es so sein, dass es in jeder Schule verwirklicht wird. Und das kann man versuchen, über freiwillige Maßnahmen, Leitfäden und so weiter. Aber am Ende kommt man nicht drumherum, es auch wirklich überall verpflichtend zu machen. Der Staat hat hier die Aufgabe, Kinder und Jugendliche zu schützen."
Der Film beleuchtet auch systemische Fehler und Versäumnisse. Aufgrund der Recherche ist ein Lehrer suspendiert worden, polizeiliche Ermittlungen haben begonnen.
Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, sagt in der "frontal"-Dokumentation: "Es wird keine Schule geben, die schon länger besteht, an der es nicht zu solchen Übergriffen durch Lehrkräfte gekommen ist. Überall, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten, gibt es Menschen mit Täterstrategien, die mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung versuchen, ein Näheverhältnis, ein Abhängigkeitsverhältnis, ein Machtverhältnis zu erreichen."
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Weitere Informationen
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- Für akkreditierte Journalistinnen und Journalisten steht die frontal-Dokumentation "Tatort Schule – Missbrauch durch Lehrer" zur Preview im ZDF-Presseportal (nach Log-in) zur Verfügung.
Mainz, 9. Oktober 2026
ZDF-Kommunikation
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