100. Ausgabe "Die Anstalt"

Das Ensemble von "Die Anstalt": Maike Kühl (M.), Max Uthoff (l.) und Claus von Wagner (r.). © ZDF und Michael Tremer
Das Ensemble von "Die Anstalt": Maike Kühl (M.), Max Uthoff (l.) und Claus von Wagner (r.). © ZDF und Michael Tremer

Die ZDF-Satire-Sendung "Die Anstalt" mit Maike Kühl, Max Uthoff und Claus von Wagner feiert Jubiläum! Nach 100 Sendungen mit unzähligen thematischen Aspekten, Fakten und Pointen steht "Die Anstalt" auch in Zukunft für ein klares Versprechen: Satire, die informiert, irritiert und zum Lachen und Nachdenken anregt.

Sendedatum

Dienstag, 21. Juli 2026, gegen 23.00 Uhr
Dienstag, 21. Juli 2026, 22.15 Uhr

Texte

100-mal Witz und Wissen – Statement von Redakteur und Head-Autor Dietrich Krauß

Im Sommer 2013 konnte man im Schwabinger Univiertel drei mittelalte bisweilen wütende Herren beobachten, die hitzig diskutierten und fiebrig Texte in die Laptops hackten. Dem Studentendasein mussten sie mindestens 20 Jahre entwachsen sein. Also im idealen Alter, um als Kabarett-Nachwuchshoffnung zu gelten. Das ZDF-Satire-Startup Claus von Wagner und Max Uthoff samt Autor Dietrich Krauß war damals gerade auserkoren worden, das ehrwürdige Format "Neues aus der Anstalt" zu beerben.  

Um bei diesem Vorhaben nicht unterzugehen, fasste das Team zunächst ein Nahziel ins Auge: "Lasst uns einfach versuchen, EINE Ausgabe der 'Anstalt' auf den Fernsehschirm zu bringen. Einmal das Kabarett zeigen, das wir selbst sehen wollen würden: monothematisch und multiperspektivisch, analytisch und albern, nicht mit Solisten, sondern im Ensemble. Eine überambitionierte Mischung aus der 'Sendung mit der Maus' für Erwachsene und 'Monty Python' für Politikfreaks. Was soll schon passieren? Mehr als absetzen, können sie uns nicht." Nun, sie konnten viel mehr: Das ZDF ließ die Anstaltsmacher kurzerhand in Serie gehen und am Premierenabend dämmerte den Dreien so langsam, auf was sie sich da eingelassen hatten: "Das heißt, ab sofort werden wir acht Mal im Jahr ein neues Theaterstück schreiben, recherchieren und präsentieren? Mit dem Unterschied, dass wir damit nicht auf Tournee gehen, sondern es nach einer Aufführung in die Tonne werfen – weil ja sofort ein neues geschrieben werden muss. Und zwar ohne Vorgabe. Wir müssen also machen, was wir wollen? Und zwar fristgerecht." 

Der "Anstalt" fehlt Vieles von dem, was andere Sendungen beherrschbar macht: Hier gibt es keinen allwissenden Kabaretterzähler, keine wiederkehrenden Abläufe und festen Rubriken. Nur von einem kann man sicher ausgehen: Hier wird jeden Monat aufs Neue, in einem neuen Setting ein neues Theaterstück, zu einem neuen Thema aufgeführt. Jede Ausgabe ist quasi ein Prototyp, der aus dem Nichts geschaffen wird. Glücklicherweise wird dieses Neuland immer wieder von vertrauten Figuren bevölkert. Über die Jahre haben die Satirikerinnen und Satiriker dabei ein wahres Panoptikum an Paraderollen geschaffen. 

War 2014 diese Form der journalistischen Satire mit Faktencheck noch eine innovative Idee, so ist sie heute, zwölf Jahre und 100 Sendungen später, längst allgemeiner Standard. Satire gilt nicht länger nur als zugespitzter Kommentar, sondern wird häufig als Information wahrgenommen. Mit diesen Ansprüchen ist auch das Redaktionsteam der "Anstalt" gewachsen. Die Autor*innen Cornelius Oettle und Doris Müller und die Rechercheeinheit mit Kathrin Hartmann und Ingrid Knorr sorgen dafür, dass jeden Monat die Themen korrekt und komisch verarbeitet werden, so dass sich Regisseur Frank Hof ganz auf die szenische Inszenierung konzentrieren kann. 

Geblieben ist der stete Wille zu Witz gepaart mit Wissen, verkörpert unter anderem durch die sogenannte Tafelnummer: Galt 2014 diese Form des kritischen Frontalunterrichts noch fast als Tabubruch, ist sie längst eine Art Markenzeichen der Sendung geworden. Ob Immobilienmarkt oder Steuertricks, Pflegepolitik oder Lobby-Netzwerke. Im besten Fall führt hier die Satire wie ein Trüffelschwein zum Kern eines Problems – denn das ist glücklicherweise gleichzeitig meist auch der Witz an der Sache. 

100 Folgen der "Anstalt" und ihre Themen sind auch ein Spiegel der Zeitgeschichte. Man sieht im Rückblick Corona kommen und gehen und zwischenzeitlich das Publikum mitnehmen; hört einen syrischen Chor und sieht Geflüchtete kommen und bleiben. Ebenso wie den Chor der rechtsextremen Fremdenfeinde. Man erkennt, welchen Konjunkturen die Klimapolitik unterworfen ist und wie der Ukrainekrieg als furchtbare Konstante die "Anstalt" von Anfang an begleitet. Dazwischen ringt die Satire im dialektischen Dialog um Positionen und zeigt sich im besten Fall als selbstreflexive Aufklärung, die nicht nur über andere richtet, sondern auch über die blinden Flecken der eigenen Standpunkte aufklärt. Und solange sich die Satirikerinnen und Satiriker weiterhin konsequent weigern auszulernen, ist die "Anstalt" noch im besten Kabarettalter.

Inhalt

Satirisches Jubiläum mit Haltung, Humor und Fakten: Am Dienstag, 21. Juli 2026, zeigt das ZDF um 22.15 Uhr die Satire-Sendung "Die Anstalt" zum einhundertsten Mal. Nach 100 Sendungen mit unzähligen thematischen Aspekten, Fakten und Pointen steht die Sendung auch in Zukunft für ein klares Versprechen: Satire, die informiert, irritiert und zum Lachen und Nachdenken anregt. Als Jubiläumsgäste haben sich unter anderen Christian Tramitz, Lutz van der Horst, Gisa Flake, Julia Gamez, Danger Dan und Die Sterne angekündigt. Die Sendung ist spätestens nach der Ausstrahlung auf zdf.de und in der App abrufbar.

Max Uthoff, Maike Kühl und Claus von Wagner präsentieren in der "Anstalt" Kabarett mit viel Spielwitz, Humor und Haltung. Gemeinsam mit wechselnden Kolleginnen und Kollegen aus der Kabarett- und Comedybranche nehmen sie sich Monat für Monat, als satirisches Anstaltsensemble, die Fragestellungen vor, die die Welt bewegen. Seit der Erstausstrahlung im Februar 2014 steht das Format für kluge, pointierte und zugleich gründlich recherchierte Auseinandersetzungen mit brennenden Themen aus Politik und Gesellschaft.  

"Die Anstalt" läuft achtmal im Jahr dienstags um 22.15 Uhr im ZDF. Weitere Informationen, Sendungen sowie aktuelle Sendetermine sind im der ZDF-Streamingportal zu finden: https://www.zdf.de/shows/die-anstalt-104

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