Bis es blutet
Spielfilm aus der Redaktion Das kleine Fernsehspiel
Die junge, ehrgeizige Boulevardjournalistin Aga (Elisa Schlott) verfolgt die Spur einer verschwundenen Jugendlichen. Als sie einen ausländischen Verdächtigen ins Visier nimmt und über ihn berichtet, setzt sie eine Kette von Ereignissen in Gang, die sie nicht mehr kontrollieren kann. In den Hauptrollen spielen Elisa Schlott, Franz Pätzold und Thomas Loibl. Regie führte Daniel Sager, der gemeinsam mit Oskar Sulowski auch das Drehbuch schrieb.
Fotos
Texte
Stab
Buch Oskar Sulowski und Daniel Sager
Regie Daniel Sager
Kamera Nicolai Mehring
Schnitt Kai Eiermann
Szenenbild Holger S. Müller
Ton Joscha Eickel
Sounddesign Dominik Leube und Oscar Stiebitz
Musik Jasmin Reuther
Produktionsleitung Mathias Krämer
Produktion U5 Filmproduktion in Kooperation mit
ZDF/Das Kleine Fernsehspiel und
ARTE, gefördert von Hessen Film & Medien
Produzent Katrin Haase & Oliver Arnold
Redaktion Jakob Zimmermann (ZDF/Das kleine Fernsehspiel,
Martin Gerhardt (ZDF/ARTE), Daniela Muck (ARTE)
Länge 88 Minunten
Die Rollen und ihre Darstellerinnen und Darsteller
Aga Novak Elisa Schlott
Thorsten von Hagen Franz Pätzold
Andreas Meixner Thomas Loibl
Welat Nail Francisco Akudike
und weitere
Als in einem kleinen Ort eine Teenagerin verschwindet, wird die clevere und schlagfertige Jungjournalistin Aga von ihrem Chef Meixner auf die Story angesetzt. Gemeinsam mit dem zynischen Fotografen Thorsten sollen sie mit ihrer Recherche das Sommerloch des Boulevardportals füllen. Aga, die aus einfachen Verhältnissen stammt und einst an der gläsernen Decke der Redaktionen von Qualitätsmedien scheiterte, will hoch hinaus. Das ist ihre Chance, sich zu beweisen. Doch vor Ort will die Familie partout nicht mit ihr sprechen, und die Konkurrenz hat einen großen Vorsprung. Aga setzt alle Tricks ein, die sie im Boulevard gelernt hat, um an O-Töne und Informationen zu kommen. Es dauert nicht lange, und sie und Thorsten finden den Schlüssel für eine große Story: Der blutige Slip des Mädchens im Müll eines ugandischen Flüchtlings. Das ist Agas Durchbruch. Doch die Veröffentlichung dieser Geschichte löst Ereignisse aus, die Agas Weg für immer verändern werden.
Nach zwei Dokumentarfilmen im journalistischen Setting wollte ich in "Bis es blutet" die Mechanismen medialer Macht mit den Mitteln der Fiktion untersuchen. Boulevardmedien sind ein legitimer Teil einer vielfältigen Medienlandschaft. Problematisch wird es dort, wo journalistische Standards aufgegeben werden: wenn Persönlichkeitsrechte verletzt, der Pressekodex missachtet oder Berichterstattung von persönlichen Interessen, Vorurteilen und Kampagnen geprägt wird. Dann betrifft der Schaden nicht mehr nur die unmittelbar Betroffenen. Medien haben die Macht, öffentliche Wahrnehmung zu formen, Debatten zu verschieben und gesellschaftliche Gräben zu vertiefen. Wie weit diese Dynamiken reichen können, lässt sich in den USA bereits beobachten. Aber auch in Deutschland entstehen neue, oft rechtskonservative Medienangebote, die gezielt daran arbeiten, Positionen vom politischen Rand in die gesellschaftliche Mitte zu tragen.
Mit "Bis es blutet" wollte ich diese Mechanismen besser verstehen und nachvollziehbar machen. Der Film untersucht, wie mediale Kampagnen entstehen können, welche Interessen dahinterstehen und welche Folgen sie für Einzelne wie auch für unsere Gesellschaft haben können.
- Filmfest München 2025, Sektion Neues Deutsches Fernsehen
- Festival des Deutschen Films Ludwigshafen, 2025
- Hessischer Film - und Kinopreis/Schauspielpreis des Hessischen Rundfunks, 2025
- FILMZ, Mainz 2025
- TeleVisionale Weimar 2025, Nominierung MDM Debütpreis und Fernsehfilmpreis
- Grimme Preis 2026, Kategorie Fiktion
- Fernsehkrimi Festival Wiesbaden, 2026
Daniel Sager wurde in Berlin geboren, wuchs in Moskau auf und studierte Filmregie an der Filmakademie Baden-Württemberg sowie der UCINE in Buenos Aires. Sein Spielfilmdebüt "Bis es blutet"(ZDF/Das kleine Fernsehspiel, ARTE) über eine Reporterin in einem rechtskonservativen News-Startup feiert 2025 Premiere beim Filmfest München und war für den Grimme-Preis nominiert. Sein Dokumentarfilm "Inventing Truth" (SKY) über die Relotius Affäre erhielt 2023 den Deutschen Fernsehpreis und den Deutschen Kamerapreis. "Hinter den Schlagzeilen" (ZDF/Das kleine Fernsehspiel) über Investigativ-Reporter der Süddeutschen Zeitung stand 2021 auf der Shortlist für den Deutschen Filmpreis, "The Long Distance" (ZDF/Das kleine Fernsehspiel) über junge Kenianer, die in Europa durch professionelle Marathonläufe einen Weg aus der Armut suchen, wurde 2015 mit dem First Steps Award ausgezeichnet. Seine Dokumentationen dreht Daniel Sager in Kriegs- und Krisenregionen wie Ukraine, Syrien, Irak, Iran oder Sudan.
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