Was Marielle weiß

Spielfilm aus der Redaktion Das kleine Fernsehspiel

Marielle (Laeni Geiseler) 
ZDF/Alexander Griesser
Marielle (Laeni Geiseler) ZDF/Alexander Griesser

Julia (Julia Jentsch) und Tobias (Felix Kramer) scheinen das perfekte Paar zu sein. Doch die Idylle zerbricht, als ihre Tochter Marielle (Laeni Geiseler) plötzlich alles sehen und hören kann, was ihre Eltern tun. Ein manipulatives Spiel beginnt, das zu immer absurderen Situationen führt und unbequeme Wahrheiten ans Licht bringt. Laeni Geiseler, Julia Jentsch und Felix Kramer spielen die Hauptrollen in Frédéric Hambaleks Film, der bei den 75. Internationalen Filmfestspielen in Berlin 2025 im Wettbewerb stand.

Sendedatum

ab 18. September 2026, 10.00 Uhr
21. September 2026, 0.00 Uhr

Fotos

Texte

Redaktionsstatement von Jörg Schneider

Mit "Was Marielle weiß" ist Frédéric Hambalek ein filmisches Gedankenexperiment der besonderen Art gelungen. Normalerweise kontrollieren Eltern ihre Kinder. Hier wird der Spieß umgedreht: Die Tochter weiß alles über die Erwachsenen und gewinnt dadurch eine ungewohnte Machtposition. Das verändert die gesamte Familiendynamik.

Der Film behandelt Themen wie Überwachung, Privatsphäre, Ehrlichkeit in Beziehungen und die fast philosophische Frage, ob Menschen überhaupt ohne Lügen leben könnten. Autor und Regisseur Frédéric Hambalek mischt dabei Drama und schwarze Komödie. Gekonnt balancieren die Szenen zwischen satirischem Humor, Familienkrise und Fremdscham.

Nach der erfolgreichen Premiere im Wettbewerb der Berlinale 2025 ist "Was Marielle weiß" nun erstmals im ZDF zu sehen.

Stab und Besetzung

Stab

Buch und Regie                      Frédéric Hambalek

Kamera                                   Alexander Griesser

Schnitt                                    Anne Fabini

Szenenbild                              Bartholmäus Martin Kleppek

Kostümbild                             Mara Laibacher

Ton                                         Daniel Hallhuber

Sounddesign                          Henning Heim

Produktion                              Walker+Worm Film GmbH in Koproduktion mit
                                               ZDF/Das Kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit
                                               MPS Sonnenstudio GmbH

Förderer                                 Deutscher Filmförderfonds (BKM), Filmförderanstalt (FFA)
                                              und  Medienförderung Rheinland-Pfalz

Produzenten                           Philipp Worm, Tobias Walker

Redaktion                               Jörg Schneider (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)

Länge                                     Circa 86 Minuten

Die Rollen und ihre Darstellerinnen und Darsteller

Julia                                       Julia Jentsch

Tobias                                     Felix Kramer

Marielle                                  Laeni Geiseler

Max                                        Mehmet Ateşçi

Sören                                      Moritz Treuenfels

Anna                                       Sissy Höfferer

Sophie                                    Victoria Mayer

Felicitas                                  Nadja Sabersky

und weitere

Inhalt

Inhalt

Julia, Tobias und ihre Tochter Marielle führen ein ruhiges und komfortables Leben in scheinbarer Harmonie. Doch die Idylle zerbricht, als Marielle plötzlich und auf unerklärliche Weise alles sehen und hören kann, was ihre Eltern tun – immer und überall. Von einem Tag auf den anderen kennt sie jedes Detail aus ihrem Privatleben.

Lügen fliegen auf, ein manipulativer Reigen treibt das Paar in immer absurdere, tragikomische Situationen. Ein bissiger Film über den Verlust von Privatsphäre und die Frage: Würden Kinder ihre Eltern immer noch lieben, wenn sie alles über sie wüssten?

Regiestatement Frédéric Hambalek

Die erste Idee für diesen Film hatte ich vor ein paar Jahren, als mir jemand ein Babyfon  mit eingebauter Kamera zeigte. Damals war das etwas ganz Neues. Das Bild dieses schlafenden Kindes, das ja gar nicht wusste, dass es beobachtet wird, hinterließ ein ungutes Gefühl in mir. Mir wurde klar, in welchem Ausmaß Eltern ihre Kinder heutzutage überwachen können. Mithilfe der modernen Technik ist dem quasi keine Grenzen gesetzt. Ich begann mich zu fragen: Was würde passieren, wenn man diese Machtdynamik umdrehen würde? Was würden Eltern tun, wenn sie von ihren Kindern überwacht würden? Die Arbeit an der Idee hat dann immer weitere Fragen aufgeworfen, über Privatsphäre, über das Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern und umgekehrt, über die Machtstrukturen, die innerhalb einer Familie bestehen. Eine weitere Beobachtung, die mich zu diesem Film geführt hat, ist, wie Kinder ihre Eltern "erleben". Für ein kleines Kind sind seine Eltern praktisch Götter. Sie scheinen alles zu wissen und alles zu können. Erst wenn ein Kind erwachsen wird, merkt es langsam: Auch diese Götter können Fehler machen. Auch sie haben mit dem Leben zu kämpfen, und zwar viel mehr, als wir uns das als Kind wahrscheinlich jemals vorstellen konnten. Marielle erlangt dieses Wissen aber nicht allmählich, sondern sie erfährt ganz plötzlich, wer ihre Eltern "wirklich sind". Diese Zerstörung jeglicher Illusion verleiht dem Film eine weitere Ebene und zusätzliches Gewicht.

Preise und Festivals (Auswahl)

- Preis der deutschen Filmkritik 2026: Bestes Drehbuch (Frédéric Hambalek)
- Palm Springs International Film Festival, USA 2026
- Internationale Filmfestspiele Berlin 2025: Nominierung Wettbewerb
- Lecce European Film Festival, Italien 2025: Best Screenplay Award
- Festival Augenblick 2025 – Publikumspreis
- IFF Golden Linden 2025 – Best Director
- Be2Can 2025 – Bestes Drehbuch
- Tribeca/New York USA 2025
- Warsaw Film Festival 2025
- Sao Paulo International Film Festival 2025
- Thessalonki International Film Festival 2025
- Taipei Golden Horse Film Festival, Taiwan 2025
- Les Arcs Film Festival, Frankreich 2025
- Haifa IFF in Israel 2025
- Istanbul Filmfestival 2025
- Filmfest Gent, Belgien 2025
- Be2Can, Tschechien 2025
- Crested Butte Film Festival, USA, 2025
- German Filmfestival Australia 2025

Biografie Frédéric Hambalek (Buch und Regie)

Frédéric Hambalek wurde 1986 in Karlsruhe geboren. Er studierte Filmwissenschaft und Amerikanistik in Mainz. Während des Studiums drehte er mehrere Kurzfilme, die auf internationalen Festivals Beachtung fanden. Mit seinem ersten Spielfilmdrehbuch gewann er den Tankred Dorst Preis der Drehbuchwerkstatt München. Für weitere Arbeiten als Autor wurde er unter anderem für den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Im Jahr 2020 feierte sein No-Budget-Langfilm "Modell Olimpia" beim Tallinn Black Nights Film Festival seine Weltpremiere. Nach zahlreichen Stationen auf internationalen Festivals hatte er seine Deutschlandpremiere bei den Hofer Filmtagen. Sein zweiter Kinofilm "Was Marielle weiß" wurde in den Wettbewerb der 75. Berlinale eingeladen und in über zwanzig Länder verkauft. Weitere Festivalstationen umfassten unter anderem das Tribeca Festival und das BFI Film Festival in London. Der Film gewann mehrere Preise, darunter den Preis der deutschen Filmkritik für das beste Drehbuch.

Fotolink

Pressefotos zur Sendung erhalten Sie unter  https://presseportal.zdf.de/presse/wasmarielleweiss  (nach Log-in), telefonisch unter 06131 – 70-16100 oder per E-Mail unter pressefoto@zdf.de

Kontakt

Maike Magdanz
Programmkommunikation Fiction, Entertainment und Young Audience
magdanz.m@zdf.de
+49 30 2099-1093

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