Die UN-Klimakonferenz 2026 in ZDF, 3sat und Phoenix
Aktuelle Berichte, Dokumentationen und eine lange Nacht
Im türkischen Antalya findet vom 9. bis zum 20. November 2026 die 31. Weltklimakonferenz statt. Organisatorisch ist die COP31 aufgeteilt: Die Türkei übernimmt die Gastgeberrolle, während Australien den Vorsitz der Verhandlungen führt. Diese geteilte Präsidentschaft bringt verschiedene Perspektiven in die Diskussionen ein. Gerade der Pazifikraum mit seinen Inselstaaten ist besonders von den Klimaveränderungen bedroht. Das ZDF berichtet in Nachrichten- und Magazinsendungen sowie in Dokumentationen über die Konferenz. Besonders Umsetzung und Finanzierung von Projekten werden in diesem Jahr stark diskutiert werden.
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Geschätzte 16.000 Hitzetote, ausgetrocknete Flüsse ohne Schiffsverkehr, Wasserknappheit mit Rasensprengverboten in über 80 Kommunen – allein in Deutschland.
2026 war der heißeste August seit Beginn der Wetteraufzeichungen weltweit.
Die UN-Klimakonferenz, die in diesem November im türkischen Antalya beginnt, steht am Ende eines Jahres der Wetterextreme rund um den Erdball.
"Solange die Menschheit weiterhin kolossale Mengen von Kohle, Öl und Gas verbrennt, wird die verursachte Verschmutzung weiterhin unseren Planeten überhitzen, und extreme Hitzewellen werden weiterhin absolute Rekorde brechen", sagt der Chef des UN-Klimasekretariats Simon Stiell. Die Lösungen seien klar: "Ein schnellerer Wechsel zu sauberer Energie." Und: "Der Schutz unserer Wälder und Ozeane."
Während die Folgen der Erderwärmung immer offensichtlicher werden, wird über Klimaschutz, Kosten und Verantwortung weiter gestritten. Auch in Deutschland. Laut einer Bertelsmann-Befragung von August machen sich zwar 80 Prozent der Deutschen Sorgen wegen des Klimawandels und etwas mehr als die Hälfte fordern mehr staatlichen Einsatz bei der Energie-, Verkehrs- und Wärmewende – aber: die Zustimmung zu vielen Bereichen der Nachhaltigkeitstransformation sinkt.
Die Gründe sind vielfältig. Neben Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation nimmt das Vertrauen in die Klimapolitik der Bundesregierung ab. Narrative, in denen die Transformation als Ursache für die angespannte wirtschaftliche Situation herhalten muss, werden lauter. Parteien am rechten Rand, die den menschengemachten Klimawandel leugnen oder stark anzweifeln, erstarken in Deutschland, in Europa und weltweit. "Früher war es auch schon heiß!" hält sich als Thema wochenlang auf verschiedenen Plattformen.
Die Stimmung vor der diesjährigen COP ist angespannt. Auf der einen Seite wird es endlich um die konkreten und messbaren Maßnahmen für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens gehen. Nicht dass "Ob", sondern das "Wie" steht dabei im Vordergrund.
Auf der anderen Seite wollen Staaten zugleich ihre wirtschaftlichen Interessen durchsetzen und ihre Energieversorgung sichern. Und das im Alleingang oder bilateral. Deutschland und Frankreich wollen in der EU das Verbrenner-Aus wieder lockern, Deutschlands Zusage für den auf der vergangenen COP in Brasilien gegründeten internationalen Regenwaldfond wackelt, der Emissionshandel ist unter Druck.
Egoismus statt Multilateralismus? Da mag es besonders herausfordernd sein, dass die COP in diesem Jahr zum ersten Mal von einer doppelten Präsidentschaft der Türkei und Australien ausgetragen wird. Die Welt konnte sich nicht auf einen alleinigen Gastgeber einigen. Doch vielleicht ist diese Doppel-Spitze auch eine Chance für Kooperation – um die verschiedenen Stimmen der Welt doch zusammenzubringen.
Gleichzeitig schlagen in diesem Jahr die Preisschocks der fossilen Energien zu. Der Irankrieg wirkt sich weltweit spürbar in den Geldbeuteln aus. Während die Öl- und Gasindustrie erneut Milliardengewinne einfährt, beschleunigen einige Länder ihre Energietransformation. Nicht nur aus Klimaschutz, sondern aus wirtschaftlichen Gründen.
Länder wie Indonesien, Vietnam und Thailand beschließen neue Gesetze und Förderungen für den schnelleren Ausbau erneuerbare Energien. "Die Sonnenstrahlen müssen nicht durch die Straße von Hormus reisen und können dort nicht blockiert werden", sagt der australische Energieminister und Co-Präsident der Klimakonferenz Chris Bowen, in Bezug auf Solarenergie.
Die Erwartungen an Antalya sind hoch – zugleich ist Skepsis spürbar. Und auch eine gewisse COP-Müdigkeit nach zähen Verhandlungsrunden der vergangenen Jahre.
Kann die COP31 die Lücke zwischen politischen Versprechen und tatsächlichem Handeln zumindest teilweise schließen? Die Konferenz könnte ein wichtiges Signal setzen. Doch am Ende wird sich ihr Erfolg daran messen lassen, ob aus den weltweiten Beschlüssen und vielen Abkommen tatsächlich weniger Emissionen, mehr Klimaschutz und mehr Unterstützung für die besonders betroffenen Länder entstehen.
Die Folgen des Klimawandels werden immer sichtbarer, während in Antalya die vielleicht entscheidende Frage auf dem Tisch liegt: Wie viel gemeinsames Handeln ist die Welt noch bereit zu leisten?
Ab Sonntag, 1. November 2026, 10.00 Uhr, im ZDF streamen
Sonntag, 8. November 2026, 16.15 Uhr, ZDF
Mission Pinguin – Mit dem Segelboot in die Antarktis
Film von Carsten Behrendt
Kamera: Carsten Behrendt, Leif Stange
Redaktion: Andrea Schreiber
Leiter der Sendung: Markus Wenniges
Länge: ca. 43 Minuten
Im Segelboot unterwegs ans Ende der Welt: ZDF-Reporter Carsten Behrendt begleitet eine außergewöhnliche Expedition in die Antarktis. Mit dabei: Profisegler Boris Herrmann.
Eine Million Pinguine, gewaltige Eisberge – es geht in eines der entlegensten Gebiete der Erde. Die Dokumentation bietet seltene Einblicke in die Arbeit der Polarforschung und Begegnungen mit der einzigartigen Tierwelt der Antarktis.
Es ist ein Segelabenteuer der besonderen Art. Gemeinsam mit sieben Wissenschaftlern, vier Seglern und zwei weiteren Journalisten macht sich Carsten Behrendt vom argentinischen Ushuaia auf Feuerland auf den Weg durch die berüchtigte Drake Passage in die Antarktis. Auf den Danger-Inseln lebt eine der größten bekannten Kolonien von Adélie-Pinguinen weltweit – in einer Region, die bislang nur wenige Menschen betreten haben.
Mit an Bord ist auch Deutschlands bekanntester Hochseesegler Boris Herrmann. Sein Team betreibt mit der "Malizia Explorer" das Forschungsschiff der Expedition. Auf seinen Rennen um die Welt ist er der Antarktis bereits vielfach nahegekommen. Nun fährt Boris Herrmann erstmals direkt dorthin. Die Route führt vorbei an Eisbergen und dichten Meereisfeldern. Immer wieder entscheidet die Natur, ob die Expedition vorankommt oder gestoppt wird. Eine Reise, die selbst den erfahrenen Segelprofi vor neue Herausforderungen stellt.
Die Mission hat eine besondere Bedeutung. Die Danger-Inseln wurden auf Initiative Deutschlands und der USA unter besonderen Schutz gestellt. Nun wollen die Wissenschaftler des Umweltbundesamts, des Alfred-Wegener-Instituts und des Thüringer Instituts für Nachhaltigkeit und Klimaschutz den Zustand der sieben Inseln und ihrer Tierwelt umfassend dokumentieren. Im Fokus stehen dabei die Adélie-Pinguine. Die Wissenschaftler zählen die Pinguine mit Drohnen und untersuchen ihre Gesundheit. Die Tiere gelten als wichtige Indikatoren für Veränderungen im Südpolarmeer. Sie können Hinweise auf Krankheiten als auch auf Veränderungen des Meereises, der Nahrungsquellen und des Klimas liefern.
Ab Freitag, 6. November 2026, 8.30 Uhr, fünf Jahre lang im ZDF streamen
Sonntag, 8. November 2026, 15.30 Uhr, im ZDF
planet e.: Drei Wege – wie Klimazukunft gemacht wird
Film von Susann von Lojewski, Johannes Hano, Winnie Heescher und Andreas Stamm
Deutschland, Indien, Äthiopien – drei Länder, drei Ausgangslagen, dieselbe Herausforderung: Klimawandel. Und doch könnten die Strategien unterschiedlicher kaum sein.
Deutschland ringt um die Transformation seiner Industrie, Indien um Wachstum und steigenden Energiebedarf. Äthiopien setzt in seiner Verkehrsstrategie auf E-Mobilität.
Pünktlich zum Auftakt der Weltklimakonferenz COP31 fragt die Dokumentation: Wie begegnen diese drei Länder den Herausforderungen durch den Klimawandel?
Deutschland und die Europäische Union verstehen sich als Vorreiter der Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Die Ziele sind ambitioniert, die gesellschaftlichen Spannungen wachsen. Zwischen Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit wird zunehmend kontrovers über den richtigen Weg gestritten.
Bei Autokunden wächst die Nachfrage nach E-Autos. Immer mehr chinesische Modelle beanspruchen ihren Platz in deutschen Autohäusern, machen bei Neuverkäufen von Stromern und Hybriden zuletzt einen Anteil von rund 20 Prozent aus.
So wie sich Verbraucher zwischen dem Alten und dem Neuen entscheiden müssen, steht die Industrie vor einer ähnlichen Frage: Wie konsequent richten Unternehmen ihre Geschäftsmodelle auf die Energiewende aus? Welche Rolle werden fossile Energieträger künftig noch spielen?
Indien ist die bevölkerungsreichste Nation – und die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt. Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg steigt auch der Energiehunger. Millionen Menschen zuverlässig und günstig versorgen, dabei die ehrgeizigen Ziele der Regierung Modi im Ausbau erneuerbarer Energien.
Der Film besucht eines der spektakulärsten Energieprojekte des Landes: den Pinnapuram Integrated Renewable Energy Park in Andhra Pradesh. Dort werden Solar- und Windenergie mit moderner Speichertechnologie kombiniert, um erneuerbaren Strom rund um die Uhr verfügbar zu machen. In krassem Gegensatz zu diesem Hightech-Projekt steht der traditionelle Abbau von Kohle in den riesigen Tagebauminen von Jharkhand. Kohle bleibt mit rund 70 Prozent das Rückgrat der indischen Stromversorgung und steht sinnbildlich für den Zielkonflikt zwischen Wachstum und Dekarbonisierung.
Indien verfolgt dabei einen eigenen Weg. Die Energiewende soll möglichst "Made in India" sein und eine heimische Industrie für Zukunftstechnologien schaffen. Doch wie erfolgreich wird diese Strategie sein, wenn der große Rivale China bei vielen grünen Technologien bereits den Weltmarkt dominiert?
Berührungsängste mit chinesischen Produkten hat Äthiopien auf seinem Weg in die Zukunft nicht. Im Gegenteil – man nutzt sie. Zum Beispiel für die Mobilitätsstrategie: Das Land setzt auf E-Autos, den Ausbau der Ladesäulen und den Aufbau einer entsprechenden Industrie. Kernelement ist ein Importverbot von Autos mit Verbrennungsmotor – mithin das Gegenteil des europäischen Verbrenner-Aus. In den Autohäusern der Hauptstadt Addis Abeba werben heute chinesische E-Autos um Kunden.
Deutschland, Indien und Äthiopien stehen vor derselben globalen Herausforderung, wählen jedoch unterschiedliche Wege. Die Dokumentation zeigt, wie Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und politische Interessen miteinander verwoben sind und warum die Antworten auf die Klimakrise so unterschiedlich ausfallen. Im Hintergrund spielt dabei ein Akteur eine zentrale Rolle: China, das dank strategischer Planung für fast jedes Problem die passende Lösung im Angebot hat.
Ab Freitag, 13. November 2025, 8.30 Uhr, im ZDF streamen
Sonntag, 15. November 2026, 15.30 Uhr, im ZDF
planet e.: Klima – die Welt verhandelt ihre Zukunft
Film von Andreas Weise
Weltklimakonferenzen bringen zu wenig Erfolge, sagen Kritiker. Doch bislang gibt es keine Alternative. Was hat das Klima wirklich von den Verhandlungen?
Anlässlich der Weltklimakonferenz COP31 beschreibt und analysiert der Film die Verhandlungen und Austauschprozesse. Die Dokumentation begleitet Konferenzteilnehmer und spiegelt das Geschehen in Antalya.
Ein großes Thema sind die Nationalen Klimaziele (NDCs). Um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten, müssten die Pläne verschärft und konkretisiert werden. Auch die Finanzierung der Klimaschutzmaßnahmen und der Umbau zu erneuerbaren Energien werden diskutiert.
In vielen Ländern gibt es darüber gesellschaftliche und politische Diskussionen. In diesem Spannungsfeld bewegen sich Institutionen, die sich mit Umwelt- und Klimaschutzprojekten beschäftigen. Sie sind häufig von langwierigen politischen Entscheidungen und öffentlichen Geldern abhängig. Und sie müssen dazu noch mit ganz praktischen Problemen umgehen. Dabei zeigen sich die Folgen der Klimaveränderung gerade in diesem Jahr deutlich. Welche Entscheidungen braucht es, um die Auswirkungen zu beherrschen? Wo und wie schnell müssen sie getroffen werden? Wie weit klaffen Debatten und Ergebnisse auseinander? Darüber spricht in der Dokumentation auch Bundesumweltminister Carsten Schneider und eine der bekanntesten Klimadiplomatinnen, Jennifer Morgan.
Als positives Gegenbeispiel zu den oft schwierigen Klimaverhandlungen wird häufig das Ozonloch genannt. In den 1980er-Jahren stellten Wissenschaftler fest, dass Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) die Ozonschicht zerstören. Die Staatengemeinschaft reagierte überraschend schnell: Mit dem Montrealer Protokoll von 1987 verpflichteten sich nahezu alle Länder der Welt, diese Stoffe schrittweise zu verbieten. Heute gilt das Abkommen als eine der erfolgreichsten internationalen Umweltvereinbarungen überhaupt.
Autor Andreas Weise beschreibt die Situation der Wälder. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der CO2-Reduktion, da sie als gigantische Kohlenstoffspeicher dienen. Auf der Klimakonferenz 2025 in Brasilien stand der Regenwald im Fokus. Mit Hilfe eines Fonds (TFFF) sollen Länder belohnt werden, die ihren tropischen Regenwald bewahren. Noch ist die Finanzierung nicht gesichert. Ob das von Brasilien und Norwegen gewünschte Anschubkapital von 10 Milliarden Dollar bis Ende 2026 erreicht wird, ist fraglich.
Die Dokumentation führt auch nach Mexiko. Dort will ein Zementhersteller tonnenweise CO2 einsparen. Unterstützt wird er dabei von einem KI-Start-up aus Berlin. Mit Hilfe deutscher Computerexperten sollen Industrieprozesse in Lateinamerika klimafreundlicher werden.
Mittwoch, 18. November 2026, 0.30 bis 4.15 Uhr im ZDF
Die lange Nacht zur Klimakonferenz
0.30 Uhr
planet e.: Drei Wege - wie Klimazukunft gemacht wird
Film von Susann von Lojewski, Johannes Hano, Winnie Heescher
Wiederholung vom 8. November 2026
Text siehe im gesonderten Reiter oben
1.15 Uhr
Terra X Harald Lesch ... und wie die Welt mit dem Klima ringt
Wiederholung vom 3. März 2026
Der Klimawandel ist längst Realität: Extremwetter verwüsten Länder, zerreißen Gemeinschaften und treiben unzählige Menschen in die Flucht.
Harald Lesch beleuchtet die Herausforderungen, die zwischen Anpassung, Verantwortung und technologischer Innovation liegen. Wie viel Zeit bleibt noch im Kampf gegen den Klimawandel?
Der Klimawandel schreitet Jahr für Jahr immer weiter voran. Bereits heute hat sich die Temperatur im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um rund 1,5 Grad erhöht. Die Auswirkungen der globalen Erwärmung sind zum einen schleichende Veränderungen wie schmelzende Gletscher, der Anstieg des Meeresspiegels oder die langsame Verschiebung von Klimazonen. Zum anderen verursacht die Erderwärmung Wetterextreme: Hitzewellen, Stürme oder Überschwemmungen.
In Bangladesch, einem der bevölkerungsreichsten Länder der Welt, sind Überflutungen und der steigende Meeresspiegel längst Teil des Alltags. Millionen Menschen sind innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht –- Klimaflüchtlinge ohne Alternative. Besonders bedroht sind marginalisierte Gruppen wie die "Manta People", nomadische Fischer ohne Rechte und ohne sichere Zuflucht.
Ähnliche Probleme, aber andere finanzielle Möglichkeiten: Die Niederländer leben seit jeher mit dem Wasser. Das Meer ist Teil ihrer Identität und ihr größter Gegner zugleich. Knapp ein Drittel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel, fast zwei Drittel sind überflutungsgefährdet. Der Klimawandel verstärkt das Problem. Unsere Nachbarn setzen auf Wasserschutzprogramme. Über 18.000 Kilometer Deiche und Anlagen sichern das Land.
Um sicherzugehen, dass die Deiche dem Druck der Meere standhalten, werden sie einem Stresstest ausgesetzt. In einer speziellen Testanlage können die höchsten künstlichen Wellen der Welt erzeugt werden.
Harald Lesch nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Reise rund um die Welt.
1.45 Uhr
plan b: Wenn das Wasser kommt
Lösungen bei Extremwetter
Film von Eva Hoffmann Villena
Wiederholung vom 16. November 2025
Das Wetter spielt immer häufiger verrückt. Sturmfluten, Starkregen oder Hochwasser beeinträchtigen zunehmend unseren Alltag. Wie können wir mit zu viel Wasser leben lernen?
Meeresspiegel steigen, Flüsse treten über Ufer, fruchtbarer Ackerboden wird bei anhaltendem Regen weggeschwemmt: "plan b" begleitet kluge Köpfe, die dem Wasser dank innovativem Küstenschutz, Flussrenaturierung oder regenerativer Landwirtschaft Einhalt gebieten.
Der Anstieg der Meere stellt auch die Menschen hierzulande vor große Herausforderungen. Küsteningenieur Oliver Lojek von der Technischen Universität Braunschweig arbeitet deshalb an Lösungen, wie Küsten in Zukunft besser geschützt werden können. Er weiß, "das Meer ist nicht immer nur da draußen und schön anzugucken, sondern manchmal auch sehr wild und zerstörerisch."
Bei seiner Forschung an der Küste von St. Peter Ording setzt er vor allem auf die Kraft der Natur, besonders eine kleine unscheinbare Küstenpflanze hat es ihm angetan: Der Strandhafer ist ein wahrer Superheld im Küstenschutz, denn sein Wurzelwerk reicht tief in den Sand und stabilisiert die Dünen. Wie groß der Einfluss von Dünengras auf den Küstenschutz ist, hat Lojek auch im Großen Wellenkanal von Hannover getestet –- mit erstaunlichem Ergebnis.
Hochwasserschutz kann auch durch Flussrenaturierung gelingen, indem etwa Überschwemmungsflächen zurückgewonnen werden, das weiß auch Rocco Buchta. Der Ingenieur und Renaturierungsexperte ist an der Havel groß geworden und hat als Kind erlebt, "wie dem Fluss die Seele genommen" wurde. Die Havel wurde für den Schiffsverkehr ausgebaut und begradigt, das Wasser durch angrenzende Felder überdüngt. Damals versprach er seinem Opa: "Ich bringe das alles wieder in Ordnung." Heute leitet er das Naturschutzgroßprojekt "Untere Havelniederung". Unter seiner Führung werden Uferbefestigungen zurückgebaut, Flussarme wieder angebunden und Auenwälder aufgeforstet. Bei Hochwasser können sich die Fluten so wieder auf den umliegenden Auen ausbreiten.
Auch die Landwirtschaft hat mit den Folgen von extremen Wetterereignissen zu kämpfen. Deshalb setzt Forstwissenschaftler Philipp Gerhardt auf nachhaltige Landnutzung. Er berät Landwirte, die ihre Äcker mit den Schlüsseltechnologien Agroforst und Keyline Design fit für die Zukunft machen wollen. Agroforstwirtschaft hält Regenwasser zurück, verhindert Erosion und verbessert das Mikroklima. Keyline Design speichert Wasser effizient im Boden. "Es ist einfach eine Win-win-Situation für die Landwirte und die Dörfer, die Gemeinden, die ganze Gesellschaft", so Gerhardt.
Die Kraft des Wassers bestimmt auch in Bangladesch das Leben der Menschen. Die Flüsse sind Existenzgrundlage und Gefahr zugleich. Architekt Mohammed Rezwan hat lange nach einer Antwort auf die Bedrohungen durch das Wasser gesucht und eine einfache, wie erfolgreiche Lösung gefunden –- ganz besondere Boote. "Ich habe gesehen, wie viele meiner Freunde, Verwandten die Schule wegen des Monsuns und der Überschwemmungen abgebrochen haben. Es war sehr schwer für mich, diese Situation zu akzeptieren." Deshalb entwickelte er schwimmende Schulboote. Die mobilen Klassenzimmer können die Kinder auch in den entlegensten Regionen erreichen. Schwimmende Krankenhäuser und Farmen folgten. Seine preisgekrönte Arbeit erleichtert das Leben von Tausenden Menschen.
2.30 Uhr
planet e.: Abenteuer Patagonien
Klimaforschung in der Eiswüste
Film von Andreas Ewels und Jochen Schmoll
Wiederholung vom 4. Juni 2023
Patagoniens Eisfelder sind oft schwer zugänglich, für Klimaforscher weitgehend unbekannt. Ein Wissenschaftler und zwei Extrembergsteiger wagen sich nun in kaum erforschte Gebiete.
Selbst nach 15 Jahren Forschung in Chile sind für den Wissenschaftler Tobias Sauter viele Fragen offen. Sie zu klären, muss er in schwer zugängliche Gebiete vorstoßen. Die Bergsteiger Robert Jasper und Jörn Heller helfen ihm und geraten dabei in große Gefahr.
Die beiden Eisfelder in den Patagonischen Anden, die sich über die Ländergrenzen Chiles und Argentiniens erstrecken, stellen die größte Eismasse außerhalb der Polkappen dar. Doch infolge des Klimawandels verlieren die Gletscher unaufhaltsam an Masse. Bis zu 20 Meter beträgt der Höhenverlust des ewigen Eises dort in manchen Bereichen – pro Jahr.
Nur wenig ist bislang bekannt über diese dramatischen Entwicklungen und deren konkrete Ursachen. Vor allem das nördliche der beiden Eisfelder wurde bislang hauptsächlich anhand satellitenbasierter Daten untersucht. Die extremen Wetterverhältnisse und die große Abgeschiedenheit machen die Feldforschung vor Ort zu einer Herausforderung. Prof. Tobias Sauter von der Humboldt-Universität zu Berlin ist einer der wenigen Forscher, der diese Herausforderung annimmt. Seit Jahren untersucht er mit einem kleinen Team aus deutschen und chilenischen Forschern die Entwicklungen am südlichen Ende Lateinamerikas.
Bislang fehlen den Forschern Daten und Proben aus den schwer zugänglichen höher gelegenen Gipfelregionen. Gemeinsam mit den Profibergsteigern Robert Jasper und Jörn Heller will Prof. Sauter das nun ändern. Die beiden deutschen Bergführer sind seit 30 Jahren regelmäßig in den Patagonischen Anden auf der Suche nach neuen Routen und nicht bezwungenen Gipfeln. Die Expedition führt das Team durch grandiose Landschaften. Es ist ein Kampf gegen das unberechenbare Wetter, aber auch gegen die eigene Leistungsgrenze.
"planet e." begleitet die Gruppe in eine der entlegensten Gegenden unseres Planeten auf der Suche nach neuen Daten für die Klimaforschung.
3.00 Uhr
planet e.: Generation Klimaangst
Krank aus Sorge vor der Zukunft
Film von Ilja Schirkowskij
Wiederholung vom 11. Februar 2024
Angst, Wut, Scham – jeder zweite junge Mensch empfindet starke negative Gefühle, wenn es um den Klimawandel geht. Was steckt hinter den Klimaängsten, und was kann man dagegen tun?
Der Klimawandel bedroht nicht nur die Umwelt, sondern entwickelt sich zur emotionalen Belastungsprobe einer ganzen Generation. Klimaangst gilt aber nicht als Erkrankung. Fachleute sprechen eher von einer nachvollziehbaren Reaktion auf eine reale Gefahr.
In der Wissenschaft wird das Phänomen Klimaangst erst seit kurzem untersucht. Erste Forschungsergebnisse zeigen jedoch ein eindeutiges Bild: Über 60 Prozent der jungen Menschen in Deutschland gaben in Jugendstudien an, Ängste vor dem Klimawandel und seinen Folgen zu haben. Eine internationale Studie mit 10.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus 10 Ländern kam zum gleichen Schluss. Bei fast der Hälfte bestimmen die Sorgen sogar den eigenen Alltag: Verzweiflung aufgrund der dramatischen Prognosen der Wissenschaft, Wut auf die Klimapolitik, Scham- und Schuldgefühle beim eigenen Konsum.
"Klimaangst ist ein globales Phänomen und ist dementsprechend auch wirklich ernst zu nehmen. Dass viele junge Menschen sagen, dass sie keine Kinder mehr bekommen wollen aufgrund der Klimakrise und den Folgen, finde ich, ist das schon ein alarmierendes Zeichen", sagt Stephan Heinzel, Professor für Klinische und Biologische Psychologie an der TU Dortmund.
"planet e." begleitet Betroffene in ihrem Alltag und spricht mit Experten und Expertinnen aus verschiedenen Fachbereichen. Was ist Klimaangst? Wie fühlt sie sich an? Welche Folgen hat sie für junge Menschen und unsere Gesellschaft? Und was können wir tun, damit die Ängste junger Menschen in Zukunft nicht zunehmen?
3.30 Uhr
planet e.: Wer für die Energiewende zahlt
Film von Karen Grass und Eva Schmidt
Wiederholung vom 19. April 2026
Wir stecken mitten in der Energiewende. Lange ging es nur um den Ausbau erneuerbarer Energien. Jetzt schiebt sich eine andere Frage in den Vordergrund: Wer zahlt den Preis dafür?
Daten zeigen: Die Zustimmung zur Transformation sinkt besonders bei Haushalten, die unter Kostendruck stehen. Viele spüren es an ihrer Strom- und Heizrechnung: Der Umbau zur Klimaneutralität wird maßgeblich durch private Haushalte finanziert.
Die Energiewende ist die Hauptursache, warum Deutschland aktuell den höchsten Strompreis in Europa hat –- ein Problem für Unternehmen und Verbraucher. Für viele ist das inzwischen sogar die neue soziale Frage. "Transformationen haben Verteilungseffekte", erklärt Andreas Goldthau von der Willy Brandt School of Public Policy in Erfurt, "es gibt Verlierer und es gibt Gewinner. Und Verlierer sollten nicht alleine dastehen, und Gewinner sollten nicht alles abschöpfen. Der Wohlfahrtsstaat hat eine wichtige Rolle zu spielen. Und all das muss zusammengreifen, sonst gelingt die Wende nicht."
Die Doku zeigt mit exklusiven Berechnungen der Hochschule Bochum am Beispiel von drei Haushalten: Der CO2-Preis trifft besonders Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen, die nicht einfach auf E-Auto oder selbst produzierten Solarstrom umsteigen können. Brigitte Knopf vom Berliner Thinktank Zukunft KlimaSozial kritisiert eine "Förderpolitik mit der Gießkanne" wie beispielsweise beim bisherigen Umweltbonus für Elektroautos, "wo wir dann gesehen haben, dass obere Einkommen viel mehr davon profitiert haben." Eine Untersuchung von Brigitte Knopf macht klar, dass vor allem Haushalte mit Eigenheim und höherem Einkommen, die in nachhaltige Technologien wie Wärmepumpe oder Solardach investieren können, Zuschüsse bekommen haben. Lediglich rund 14 Prozent der Ausgaben hatten explizit einen sozialen Fokus.
Die Doku sucht nach Lösungsansätzen und schaut sich an Beispielhaushalten an, wie eine Umverteilung der Lasten aussehen könnte.
4.15 Uhr
planet e.: Klima - die Welt verhandelt ihre Zukunft
Film von Andreas Weise
Wiederholung vom 15. November 2026
Text siehe im gesonderten Reiter oben
Die ZDF-Reporterinnen Winnie Heescher und Elisa Miebach sind für die ZDF-Umweltredaktion vor Ort und berichten vom 9. bis zum 20. November 2026 für die aktuellen Nachrichten- und Magazinsendungen von der UN-Klimakonferenz in Antalya.
Das Online-Nachrichtenangebot ZDFheute berichtet umfassend über die 31. UN-Klimakonferenz: Mit Faktenchecks und Übersichtsartikeln stellen die ZDF-Nachrichtenjournalisten dar, was in Antalya diskutiert wird. Ein Update des Klimaradars, Infos zum neuen Klimaschutz-Index und weitere Fragen und Antworten zur UN-Klimakonferenz kommen hinzu.
Wie hat sich das Klima bereits verändert? Wie viel CO2 haben die Länder seit 1990 eingespart? Die wichtigsten Zahlen im KlimaRadar von ZDFheute.
Wie die Weltklimakonferenz in Antalya im zurückliegenden Juni auf der UN-Klima-Zwischenkonferenz vorbereitet wurde, lässt sich auf ZDFheute nachschauen. Delegierte aus aller Welt hatten sich in Bonn getroffen, um die Weltklimakonferenz im November vorzubereiten, bei der es auch um die Finanzierung des Klimaschutzes geht.
Auf den Social-Media-Kanälen des ZDF begleiten Reels, Galerien und Grafiken die Konferenz.
"Volle Kanne – Service täglich", montags bis freitags von 9.05 bis 10.30 Uhr im ZDF auf Sendung, berichtet vom 9. bis zum 20. November 2026 kontinuierlich über die UN-Klimakonferenz – in aktuellen Stücken und Schalten zum ZDF-Team vor Ort in Antalya.
3sat "NANO" zur UN-Klimakonferenz 2026
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin "NANO" berichtet ab Montag, 9. November 2026, werktäglich um 18.30 Uhr über die UN-Klimakonferenz COP31 aus Antalya – mit aktuellen Beiträgen, wissenschaftlichen Analysen und Hintergrundberichten. Moderator Gregor Steinbrenner ist vor Ort und ordnet die Geschehnisse rund um den Gipfel ein.
Im Vorfeld der COP31 ist in der 3satMediathek ab Donnerstag, 5. November 2026, die dreiteilige NANO-Reportagereihe "Water Warriors" verfügbar. Sie begleitet Wissenschaftler, Landwirte und Start-ups rund ums Mittelmeer, die mit innovativen Technologien nachhaltige Lösungen für die Wasserkrise entwickeln.
Eine Spezial-Ausgabe von "NANO" beschäftigt sich am Montag, 9. November 2026, 18.30 Uhr, mit der Frage: Macht die Klimapolitik endlich ernst? Dieser Sommer war der zweitwärmste je gemessene. So viele Menschen wie noch nie starben durch die Hitze in Deutschland. Das Klima ist DIE große Baustelle der Menschheit. Es braucht endlich einen Durchbruch in der internationalen Klimapolitik – kann die COP31 ihn bringen?
Am Donnerstag, 12. November 2026, ab 20.15 Uhr, widmen sich "NANO Doku" und "NANO Talk" an einem Wissenschaftsabend den Themen "Waldbrände: Leben mit dem Feuer" und "Klimakrise – Unser neues Normal?".
Die wichtigsten Ergebnisse der 31. Klimakonferenz fasst "NANO" am Montag, 23. November 2026, um 18.30 Uhr in einem Abschlussbericht zusammen.
Weitere Informationen finden Sie im 3sat-Pressetreff.
Die UN-Klimakonferenz bei Phoenix
Phoenix berichtet wie gewohnt von den Verhandlungen bei der Klimakonferenz und zeigt die wichtigsten Pressekonferenzen.
Ansprechpartnerin: Eva Wormit, eva.wormit@phoenix.de
Pressefotos zur Sendung erhalten Sie als Download (nach Log-in), telefonisch unter 06131 – 70-16100 oder per E-Mail unter pressefoto@zdf.de.
Klimakonferenz - Aktuelle Nachrichten und Hintergründe
Presseinformation Mission Pinguin – Mit dem Segelboot in die Antarktis
Weitere Informationen zum 3sat-Programm zur UN-Klimakonferenz finden Sie im 3sat-Pressetreff.
planet e. im ZDF-Streaming
Volle Kanne im ZDF-Streaming
Kontakt
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