planet e. – Umweltthemen im ZDF
Die neuen Filme im Überblick
"planet e." geht aktuellen Fragen des Umwelt- und Naturschutzes auf den Grund. Es geht um globale Trends, nachhaltige Lebensgestaltung und ökologisch verträgliche Lösungen für drängende Fragen der Zeit.
Texte
ZDF-Streaming: Ab Freitag, 11. September 2026, 8.30 Uhr, fünf Jahre lang
ZDF: Sonntag, 13. September 2026, 15.30 Uhr
planet e.
Matcha – Genuss mit Beigeschmack
Film von Laura Hohmann
Grün, grüner, Matcha. Das Trendgetränk aus Japan wird auf Social Media gehypt. Doch die hohe Nachfrage sorgt für steigende Preise, Lieferengpässe und Fake-Produkte.
2025 wurden mehr als 600 Tonnen japanischer Matcha nach Deutschland importiert – so viel wie noch nie zuvor. Aber welche Schattenseiten hat der Hype? Reporterin Victoria Reichelt reist nach Japan – stößt auf gefälschten Matcha, Schadstoffe und Umweltprobleme.
In den sozialen Medien wird Matcha als Trendgetränk gefeiert. Unter Hashtags wie #matcha finden sich Millionen von Fotos und Videos, die den Tee in allen möglichen Varianten zeigen – vom Iced Matcha Latte über Matcha-Cheesecakes und Eis bis hin zu Duftkerzen mit Matcha-Aroma.
In Japan hingegen ist der Genuss des besonderen Grüntees schon lange Tradition. Victoria Reichelt begleitet Jintaro Yamamoto bei der Matcha-Ernte. Der Landwirt produziert Matcha in sechster Generation im japanischen Uji – der Region, die für hochwertigen Matcha bekannt ist. Der traditionelle Herstellungsprozess von Matcha ist extrem aufwendig. "Bei uns dauert das Pflücken etwa zwei Wochen, während man mit einer Maschine die gleiche Menge an einem Tag ernten kann", erzählt der Teebauer. Die Produzenten hier können deswegen nur einen Bruchteil der weltweiten Nachfrage decken.
Die Folge: Immer mehr minderwertige Matcha-Produkte schwemmen den Markt. Denn Matcha ist kein lebensmittelrechtlich geschützter Begriff. Viele Unternehmen und Kaffeehausketten greifen deshalb auf Mischungen mit günstigem Grünteepulver zurück. "Es ist kaum nachvollziehbar, woher der Matcha wirklich kommt. Es gibt keine strikten Siegel. Deswegen gehe ich auch davon aus, dass sehr viel getrickst wird", erklärt Matcha-Experte Marcel Karcher.
Doch wie kann man hochwertigen Matcha von billigem Grünteepulver unterscheiden? Ist Matcha wirklich so gesund, wie oft behauptet wird? Und welche Folgen hat der globale Matcha-Boom für Umwelt und Gesundheit – etwa durch Pestizide und andere Schadstoffe im Tee? Victoria Reichelt trifft Verbraucherexperten, Matcha-Kenner, Mediziner und Lebensmittelchemiker, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen.
ZDF-Streaming: Ab Freitag, 2. Oktober 2026, 8.30 Uhr, fünf Jahre lang
ZDF: Sonntag, 4. Oktober 2026, 15.30 Uhr
planet e.
Dosenfisch – Genuss mit Beigeschmack
Film von Christoph Warneck
Gesund, proteinreich, lecker. Das Image von Dosenfisch hat sich radikal gewandelt: Vom verstaubten Vorrat zum Lifestyle-Produkt. Eine wachsende Nachfrage mit bitterem Beigeschmack.
Auf Social Media trendet Content über Dosenfisch und als praktisches Lebensmittel ist er im Supermarkt beliebt. Welche Folgen hat das? Bei ihrer Recherche stößt Reporterin Victoria Reichelt in Kenia und Portugal auf überfischte Meere und soziale Probleme.
Influencer schwärmen auf TikTok von aufwändig designten Sardinenbüchsen, Thunfisch erlebt im Fitnessbereich einen Hype: Dosenfisch ist neuerdings ein Lifestyle-Produkt. Die historischen Wurzeln der Fischkonserve als billige Proteinquelle für die arme Bevölkerung sind längst in Vergessenheit geraten. Mit Folgen: Die Fangmenge vieler Fischarten ist über die letzten Jahrzehnte rasant gestiegen.
Eine immer größere Nachfrage erfordert effizientere Fangmethoden. Wie die aussehen und was das für die Arbeit der Fischer bedeutet, erfährt Reporterin Victoria Reichelt auf dem Boot eines Sardinenfischers vor Portugals Küsten.
Auch in Kenia hat Fisch eine große Bedeutung, er sichert die Existenz von etwa einer Million Menschen. Victoria Reichelt trifft dort Fischer Yunus Aboud Sahe. Er berichtet ihr, wie die industriellen Thunfisch-Trawler das Leben der lokalen Fischer verändert haben. "Ihre Fangmethode ist viel besser als unsere. Sie folgen den Fischschwärmen, während unsere Netze nur im Wasser treiben", erzählt der Fischer. "Wir fangen heute viel weniger Fisch als noch vor 20 Jahren."
Meeresbiologe Prof. Callum Roberts von der Universität Exeter sieht die Ursache dafür auch in illegalen Praktiken: "Es wird unter dem Radar der Aufsichtsbehörden gefischt, korrupte Beamte landen Fänge an, die über die Quoten hinausgehen und dann in den Statistiken als ordnungsgemäß gefangen ausgewiesen werden. Und dieser Fisch gelangt dann auch in die Märkte, beispielsweise in Europa."
Die Welternährungsorganisation FAO zählt die sogenannte illegale, ungemeldete und unregulierte Fischerei zu einer der größten Bedrohungen weltweit für das maritime Ökosystem – aber auch für die Lebensgrundlage von Millionen Menschen.
Doch wie können wir als Verbraucher erkennen, unter welchen Bedingungen der Fisch gefangen wurde, den wir in der Dose kaufen? Was ist dran am Gesundheits-Image der Fischkonserve? Welche Folgen hat unser Dosenfisch-Hunger für die Meere und die Arbeiter in der Fischereiindustrie?
Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, trifft Victoria Reichelt in der Dokumentation Wissenschaftler, Fischer, Mediziner und besucht auf den Azoren eine Fabrik, die Dosenfisch angeblich besonders nachhaltig produziert.
Ab Freitag, 23. Oktober 2026, 8.30 Uhr, fünf Jahre im ZDF streamen
Sonntag, 25. Oktober 2026, 15.30 Uhr
Greenwashed? L'Oreal: Alles nur Kosmetik?
Dokumentation mit Sherif Rizkallah
L'Oréal, der mächtigste Kosmetikkonzern der Welt, verspricht Schönheit mit Verantwortung. Lancôme, Yves Saint Laurent, Giorgio Armani, Prada, Valentino – die Beautylinien der Luxusmarken gehören allesamt zu L’Oréal. Doch die meisten begegnen dem Konzern im Drogeriemarkt um die Ecke: Garnier, Maybelline, Essie.
L'Oréals Leitspruch – "Weil ich es mir wert bin" – ist mittlerweile Kult. Aber nicht nur das: Das Unternehmen präsentiert sich als Vorreiter einer grünen Beauty-Welt, in der Schönheit, Verantwortung und gesellschaftlicher Fortschritt Hand in Hand gehen.
Für seine Nachhaltigkeitsziele hat der Konzern noch einmal nachgelegt: "Weil unser Planet es wert ist". Größer geht's nicht. Was der Planet konkret wert ist, hat der Kosmetikriese unter dem Titel "L'Oréal for the future" niedergeschrieben: Klimawandel bekämpfen, Natur schützen, Kreislaufwirtschaft fördern, Empowerment von Frauen – und noch etliches mehr.
Beim Einsatz erneuerbarer Energien in eigenen Standorten scheint man schon am Ziel zu sein, beim Recycling von Wasser ist es noch ein weiter Weg. Bis 2030 sollen zudem 50 Prozent weniger neues Plastik für Produktverpackungen im Vergleich zu 2019 verwendet werden. Über 90 Prozent der biobasierten Materialien für seine Formeln und Inhaltsstoffe will L'Oréal "nachhaltig" beziehen.
ZDF-Umweltreporter Sherif Rizkallah schaut sich die Umsetzung der Ziele vor Ort in Marokko und Ägypten an und checkt, welche Versprechen wirklich belastbar und welche mehr schöner Schein als Sein sind. Wurde dem Megakonzern nur ein grünes Make-up verpasst, oder geht es ihm tatsächlich um nachhaltige Transformation?
Am Beispiel von Arganöl in Marokko wird die Realität hinter dem Versprechen sichtbar. Das flüssige Gold ist fester Bestandteil von mehr als 200 Produkten der L'Oreal-Palette, kaum einen anderen Inhaltsstoff bewirbt L'Oréal so prominent: "Argan marokkanischen Ursprungs aus fairem Handel" steht auf nahezu jeder Verpackung, in der Arganöl drin ist. Vor Ort zeigt sich jedoch ein widersprüchliches Bild: Die große internationale Nachfrage trifft auf ein traditionell geprägtes Herstellungsverfahren. Der Arganwald, eigentlich geschützt, leidet unter Übernutzung, Klimawandel und steigender globaler Nachfrage. Illegale Erntemethoden schädigen die Bäume zusätzlich. Die Produktion von Arganöl ist traditionell Frauensache – Berberfrauen übernehmen das Handwerk seit Jahrzehnten. Und L'Oreal als Abnehmer engagiert sich dafür, genau diese Frauen zu stärken.
Sherif Rizkallah besucht eine Frauenkooperative in Marokko und trifft dort Jamila, eine Berberfrau. Sie arbeitet in einer Kooperative, die an L'Oréal liefert. Ihr Leben lang schon knackt Jamila die Nüsse der Arganfrucht, um die darin enthaltene Mandel vorsichtig herauszulösen. Die Mandel wird gepresst und so schlussendlich das kostbare Öl gewonnen. Ein Knochenjob. Und vor allem: noch immer Handarbeit. Jamila erzählt Sherif, dass sie im Monat etwa 800 Dirham, umgerechnet ungefähr 80 Euro, für ihre Arbeit erhält – und das, obwohl der Mindestlohn im landwirtschaftlichen Sektor in Marokko bei umgerechnet 235 Euro liegt. Jamila verdient also nur etwa ein Drittel des gesetzlich vorgegebenen Mindestlohns. Fair scheint der Handel von Arganöl also nicht zu sein – zumindest nicht, wenn man sich das untere Ende der Lieferkette anschaut.
Auch beim Thema Kreislaufwirtschaft hat sich L'Oréal ein ambitioniertes Ziel gesetzt: 50 Prozent weniger neues Plastik in Verpackungen bis 2030 und die Hälfte des Verpackungsmaterials soll aus recyceltem oder biobasiertem Material bestehen.
Für diese Vor-Ort-Recherche reist Sherif Rizkallah in sein Geburtsland Ägypten. Dort verfolgt der Film die Recyclingkette in Kairo bis in die sogenannte "Garbage City". Dort trennen informelle Müllsammler einen Großteil des städtischen Abfalls – unter schwierigen und teils gesundheitsgefährdenden Bedingungen. Fehlender Arbeitsschutz und geringe Einkommen gehören zum Alltag. Von hier soll ein Teil des getrennten Plastiks über ein Recyclingunternehmen auch an L'Oréal gehen. Der Kosmetikriese bewirbt in Ägypten – wie auch in Deutschland – Verpackungen zum Beispiel von Haarpflegeprodukten mit dem Aufdruck, der Flaschenkörper bestehe zu 100 Prozent aus recyceltem Plastik. Kann das sein und lässt sich das überhaupt nachprüfen?
L'Oréal dokumentiert seine 2030er-Nachhaltigkeitsziele und die bislang erzielten Fortschritte detailliert im Nachhaltigkeitsreport, den das börsennotierte Unternehmen jährlich vorlegt. Nachhaltigkeitszertifikate, Ratings und Testate unterstreichen das Engagement des Kosmetikriesen. Doch wie belastbar und unabhängig sind diese wirklich?
"Greenwashed?"-Host Sherif Rizkallah nähert sich den Nachhaltigkeitsversprechen von L'Oréal ausdrücklich unvoreingenommen – und möchte, neben der eigentlichen Überprüfung, auch herausfinden, wo für das Unternehmen die Herausforderungen bei der Umsetzung liegen.
Insgesamt zeigt sich ihm am Ende ein ambivalentes Bild: L'Oréal hat sehr umfangreiche Nachhaltigkeitsziele formuliert und macht Fortschritte. Doch in der Praxis bestehen Widersprüche – insbesondere bei Lieferketten, sozialen Standards und der Umsetzung ökologischer Maßnahmen.
"planet e." geht aktuellen Fragen des Umwelt- und Naturschutzes auf den Grund. Es geht um globale Trends, nachhaltige Lebensgestaltung und ökologisch verträgliche Lösungen für drängende Fragen der Zeit. Alltagsnah, relevant und erklärend. Investigative Formate wie "Greenwashed?" mit Umweltreporter Sherif Rizkallah beleuchten die Nachhaltigkeitsversprechen großer Marken und zeigen Missstände bei der Herstellung von Produkten auf, die oft millionenfach verkauft werden. Was der Genuss von Speisen und Getränken mit der Gesundheit und der Natur macht, beantwortet die Reihe "Genuss mit Beigeschmack". Dabei wird deutlich, wie die Lebensmittelproduktion als globalisiertes Milliardengeschäft funktioniert – auch oft mit Gifteinsatz.
"planet e." sendet am Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr im ZDF im Wechsel mit der Umweltdokumentationsreihe "plan b".
Pressefotos zur Sendung erhalten Sie als Download (nach Log-in), telefonisch unter 06131 – 70-16100 oder per E-Mail unter pressefoto@zdf.de.
planet e. im ZDF-Streaming
Genuss mit Beigeschmack - Wie teuer ist unser Essen? im ZDF-Streaming
Greenwashed? - Die Tricks der Konzerne im ZDF-Streaming
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