Plötzlich Schwester

Komödie

v.l.: Monika Giesinger (Andrea Sawatzki), Sandra Giesinger (Klara Lange), Sandy Koslowski (Cosima Henman) und Gabi Koslowski (Anita Vulesica). 
ZDF/Michael Kötschau/ [M] Vielfein
v.l.: Monika Giesinger (Andrea Sawatzki), Sandra Giesinger (Klara Lange), Sandy Koslowski (Cosima Henman) und Gabi Koslowski (Anita Vulesica). ZDF/Michael Kötschau/ [M] Vielfein

Als die Perfektionistin Sandra bei den Vorbereitungen zu ihrer Hochzeit herausfindet, dass sie eine Schwester hat, wird sie durch die neue Verwandtschaft ins Chaos gestürzt.

Sendedatum

ab Montag, 13. Juli 2026, 10.00 Uhr, ein Jahr lang
Donnerstag, 6. August 2026, 20.15 Uhr

Fotos

Texte

Stab, Besetzung, Inhalt

Stab

Buch                                Svenja Ingwersen

Regie                               Tine Rogoll

Bildgestaltung                  Alexander Palm

Montage                           Martin Wunschick

Szenenbild                       Utta Hagen

Kostümbild                       Dominik Schmitt

Ton                                   Moritz Minhöfer

Musik                               Matthias Petsche

Produktionsleitung           Daniel Illigens

Herstellungsleitung          Till Schinke

Producerin                       Jenny Lorenz

Produktion                       Good Humor und Brainpool TV, Köln

Produzent                        Stephan Denzer

Redaktion                        Wolfgang Grundmann

Länge                              90 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darstellerinnen und Darsteller

Sandra Giesinger              Klara Lange

Sandy Koslowski              Cosima Henman

Monika Giesinger              Andrea Sawatzki

Gabi Koslowski                 Anita Vulesica

Justus Maiwald                 Yannik Heckmann

Jule                                   Lea Fleck

Anna                                 Stella Goritzki

Melek                                Danai Chatzipetrou

Heiner Binder                    René Heinersdorff

Herr von Hohenfels           Michael Berndt-Cananá

und andere

 

Inhalt

Sandra und ihre Mutter Monika wurden über Jahrzehnte von Sandras Vater Gerd mit einer zweiten Familie betrogen. Nach seinem Tod kurz vor Sandras Hochzeit machen die beiden die Bekanntschaft der "anderen".

Die prollig-herzliche Sandy und ihre esoterische Mutter Gabi tauchen schon bald zu Hause in Sandras und Monikas Garten auf, um das Erbe zu klären. Als Monika sich sperrt und den Kontakt verweigert, richten sich die neuen Familienmitglieder kurzerhand erpresserisch in Gerds altem Wohnmobil ein.

Sandy, die von Sandras bevorstehender Hochzeit erfahren hat, ist außerdem besessen von der Idee, Sandras Trauzeugin zu sein. Sandra, der es schwerfällt, nein zu sagen, stellt jedoch bald fest, dass sie mit ihrer neuen Schwester das Chaos eingekauft hat. In kürzester Zeit haben ihr Verlobter Justus und sie ihre Location, das Hochzeitskleid und die Ringe verloren.

Monika wiederum fühlt sich von der neuen Familie herausgefordert und begibt sich in eine Fehde mit Gabi um Gerds Nachlass und – seine Asche. Diese stiehlt Gabi bei der Beerdigung aus der Urne, um ihre große Liebe immer in ihrer Nähe zu behalten.

Monika, die den Betrüger aus ihrem Leben löschen will, versucht zunächst, Gabi möglichst schnell wieder loszuwerden, begreift aber zusehends, dass die beiden mehr miteinander verbindet als zunächst gedacht.

Interview mit Klara Lange und Cosima Henman

Frau Lange, Ihre Figur Sandra verliert ihren Vater, und gleichzeitig kippt ihr komplettes Bild von ihm und ihrer Familie. Was war für Sie der spannendste Aspekt dieser emotionalen Reise?

Klara Lange: Der plötzliche Tod des Vaters und das Kennenlernen einer neuen Familie sind die offensichtlichen großen Wendungen – viel spannender war für mich aber die unsichere, wacklige Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen, Wünschen und Lebensentwürfen. Lohnt es sich, vielleicht auch mal auszubrechen? Neue Impulse von außen vielleicht auch mal anzunehmen und nicht von sich wegzuschieben? Neue Emotionen wirklich zu fühlen und nicht festzuhalten an einer vermeintlich ordentlichen Sicherheit?

Sandra hält sich für vernünftig und kontrolliert. Ist die eher chaotische Sandy vielleicht genau der Gegensatz, den sie gebraucht hat?

Klara Lange: Sandra hätte nichts Besseres passieren können als die Begegnung mit ihrer so anders tickenden Halbschwester. Durch Sandy wird sie gezwungenermaßen dazu gebracht, sich mit ihren Vorurteilen anderen gegenüber, aber auch ihrem traditionell klassischem Blick auf ihr eigenes Leben auseinanderzusetzen.

Sandy wirkt oft wie ein Wirbelsturm. Frau Henman, finden Sie sich in ihrer Figur wieder, oder ähneln Sie selbst eher Ihrer Filmschwester Sandra?

Cosima Henman: Ich finde auf jeden Fall eine alte, etwas jüngere Version von mir in Sandy wieder. Sie ist wie ein Flummi – voller Energie, impulsiv und manchmal einfach nicht zu bremsen.

Sandy will unbedingt Teil von Sandras Leben werden. Geht es ihr dabei um Familie oder auch darum, endlich gesehen zu werden?

Cosima Henman: Ich glaube, Sandy musste als Kind und Jugendliche viel mit sich selbst ausmachen und hat sich deshalb immer eine Schwester gewünscht, mit der sie alles teilen kann. Für sie geht es definitiv um Familie.

Chaos, Trauer, Hochzeit: Warum funktioniert diese Mischung so gut?

Cosima Henman: Weil im Leben ja auch selten nur eine Sache zur selben Zeit passiert. Gerade in Momenten, in denen große Emotionen aufeinanderprallen, entsteht oft etwas sehr Echtes – und manchmal eben auch etwas sehr Komisches. Eine Hochzeit ist dafür natürlich der perfekte Ort.

Klara Lange: Vermeintlich konträre Emotionen können immer parallel existieren und gefühlt werden. Trauer und Freude, Liebe und Wut. Eine Trauerfeier und eine Hochzeit sind die perfekte Mischung für Absurditäten, romantisch ehrlichen Kitsch, wilde Begegnungen und intensives Lachen (mit und ohne Tränen). Sich da als Zuschauer*in fallenzulassen und mitzufiebern, stell' ich mir sehr schön vor. Für mich als Schauspielerin war es auf jeden Fall eine wilde Achterbahnfahrt.

Der Film lebt davon, dass peinliche Situationen komplett eskalieren. Gab es eine Szene, bei der Sie sich beim Drehen vor Lachen kaum zusammenreißen konnten?

Klara Lange: Die Szene zwischen Sandy, Sandra und der Verkäuferin im Krimskrams-Laden. Da hat Sandra noch eine mitreißende Interpretation von "Ich war noch niemals in New York" dargeboten – das wurde am Ende allerdings rausgeschnitten, vielleicht weil ich zu viel am Lachen war und ein paar Mal abbrechen musste. Upsi.

Cosima Henman: Bei der Szene im Schloss fiel es mir manchmal wirklich schwer, ernst zu bleiben.

Welche Szene mochten Sie persönlich am liebsten?

Klara Lange: Da gibt es zu viele Szenen. Aber woran ich mich immer erinnern werde, ist die komplette Flughafensequenz zum Ende des Films. An so einem öffentlichen Ort mit vielen Menschen und in einem Brautkleid ein emotionales Finale zu spielen, war eine unglaublich aufregende, nervenaufreibende, aber auch besonders schöne Erfahrung.

Cosima Henman: Ich mag das Ende am Flughafen sehr.

Worüber können Sie persönlich herzhaft lachen?

Cosima Henman: Ich liebe Situationskomik – wenn etwas ganz unerwartet kippt und man einfach nicht anders kann, als zu lachen.

Klara Lange: Über lustige Wortfindungsstörungen oder Versprecher in Szenen, einige britische Comedians und meine Freund*innen.

Interview mit Andrea Sawatzki und Anita Vulesica

Frau Vulesica, was kann Gabi von Monika lernen?

Anita Vulesica: Gabi könnte von Monika Disziplin erlernen, wenn sie disziplinierter wäre.

Und umgekehrt: Was kann Monika von Gabi lernen?

Andrea Sawatzki: In den Flow zu kommen, sich auch mal treiben zu lassen.

Zwischen Gabi und Monika fliegen schnell die Fetzen. Was macht dieses Duell so unterhaltsam?

Anita Vulesica: Sie passen überhaupt nicht zusammen, aber sie haben eine Überschneidung: der Mann, der ihr Leben prägte. Sie sind umständlich verbunden und total unterschiedlich, aber spüren, dass die andere das eigene Leben auf eine seltsame Art bereichert.

Der Streit zwischen Monika und Gabi wird teilweise herrlich absurd. Wie wichtig ist dieser Humor, damit die Geschichte nicht zu schwer wird?

Andrea Sawatzki: Das Schöne an Komödien ist, dass sie das Leben auf ironische Weise reflektieren. Manchmal findet man sich selbst in einem der Protagonisten wieder, dadurch, dass man über dessen Schicksal lachen kann, erscheint auch das eigene Leben für kurze Zeit leichter.

Was sagt der Film Ihrer Meinung nach über Familie aus?

Andrea Sawatzki: Dass es auch in den schwierigsten Momenten eine Lösung gibt, solange man offen bleibt und sich nicht verschließt.

Anita Vulesica: Der Film, die Geschichte erzählt von unterschiedlichsten Bindungen und Familienbeziehungen, die genau so ernst zu nehmen sind, genauso ihre Berechtigung haben, wie die sogenannte klassische Familie. Außerdem erzählt er von Frauen, ihrem Zusammenhalt und ihrer Solidarität.

Was ist anstrengender zu spielen: Drama oder Komödie?

Anita Vulesica: Komödie ist die Königsklasse.

Andrea Sawatzki: Bei der Komödie kommt es auf perfektes Timing an. Ich liebe es, wenn eine Komödie temporeich erzählt wird und den Zuschauer vom Hocker reißt. Beim Drama kann man sich mehr Zeit nehmen für Zwischentöne , aber leichter ist das eigentlich auch nicht.

Braucht es Humor, um gute Komödien spielen zu können?

Andrea Sawatzki: Die besten Komödianten sind im wahren Leben knochentrocken.

Anita Vulesica: Ich kann mir humorlose Menschen, die Komödie spielen, nicht vorstellen.

Wie findet man nach einem so überdrehten Drehtag wieder zurück in den normalen Alltag?

Anita Vulesica: Meistens hilft, sich richtig gut abzuschminken. Spazieren, das alltägliche Leben sehen, duschen, Beine hoch und ein gutes Buch.

Andrea Sawatzki: Indem man den Text für den nächsten Tag lernt.

Fotolink

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Kontakt

Susanne Priebe
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