Start auf Station: Die jungen Pflegerinnen

Neue Real-Life-Serie

Die vierteilige Doku-Serie "Start auf Station: Die jungen Pflegerinnen" begleitet vier frisch examinierte Pflegefachkräfte in den ersten Monaten ihres Berufseinstiegs an der Berliner Charité. Voller Tatendrang und dem Wunsch, etwas zu bewegen, starten sie in den Stationsalltag, der sie von Beginn an fordert. Die Real-Life-Serie folgt den Pflegerinnen durch Höhen und Tiefen ihres Berufseinstiegs und zeigt, was es bedeutet, in einem der forderndsten Berufe unserer Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Ab Freitag, 30. Oktober 2026, im ZDF-Streaming-Portal und ab Montag, 2. November 2026, im "ZDF-Mittagsmagazin” und bei “hallo deutschland”.

Sendedatum

Ab Freitag, 30. Oktober 2026, 9.00 Uhr
Montag, 2. bis Freitag, 6. November 2026, zwischen 12.00 und 14.00 Uhr

Fotos

Texte

Sendetermine und Stab

Titel: "Start auf Station: Die jungen Pflegerinnen"

Alle vier Folgen stehen ab Freitag, den 30. Oktober 2026, 9.00 Uhr, auf pflege.zdf.de (ZDF-Streaming-Plattform) zur Verfügung.

Im "ZDF-Mittagsmagazin" ist "Start auf Station: Die jungen Pflegerinnen" von Montag, 2., bis Freitag, 6. November 2026, ab 12.00 Uhr und in "hallo deutschland" ab 17.10 Uhr als 15-minütige Kurz-Doku-Reihe zu sehen. 

Stab (Auswahl)

Buch und Regie: Constanze Viaene, Kathrin Dapper, Moritz Pohl 
Kamera: Nico Gühlstorf, Stefan Jungmann, Patrick Kinder 
Montage: Eva Hartmann                         
Produktion: Konvoi Film im Auftrag des ZDF 
Redaktion: Ole Apitius ("hallo deutschland") 
Leitung der Sendung: Markus Mörchen 

Länge: 4 x 25 Minuten

Hintergrund

2025 haben in Deutschland rund 63.900 junge Menschen einen Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann unterschrieben. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der Pflege steigt damit zum dritten Mal in Folge, was die Pflege zu den häufigsten Ausbildungsberufen des Landes macht.* Und doch könnten bis 2049 bis zu 690.000 Pflegekräfte fehlen.** Denn ein erheblicher Teil derjenigen, die die Ausbildung beginnen, kommt im Beruf gar nicht erst an: Von den rund 61.300 Menschen, die 2021 eine Pflegeausbildung begannen, bestanden drei Jahre später nur etwa 37.400 die Abschlussprüfung.***

Was diese Zahlen nicht zeigen: den Moment, in dem ein junger Mensch zum ersten Mal allein die Verantwortung für ein Menschenleben trägt. Vier junge Frauen haben ihr Examen gerade bestanden. Sie stehen genau an diesem Punkt: hochmotiviert, gut ausgebildet und mitten in einem System, das viele wie sie schon nach wenigen Jahren wieder verliert.

Quellen:
* Ärzteblatt
** Destatis
*** Destatis und Ärzteblatt

Inhalt

Die Ausbildung ist geschafft, die Verantwortung beginnt: Die vier frisch ausgebildeten Pflegerinnen Anna, Emilia, Franzi und Sude starten nach drei Jahren generalistisch angelegter Ausbildung voller Engagement in den Stationsalltag. Jetzt gilt es, das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen und zu vertiefen. Vor allem aber heißt es: keine Fehler machen und Verantwortung für eigene Entscheidungen übernehmen, deren Folgen unmittelbare Auswirkungen auf das Leben anderer haben können – und dabei die innere empathische Haltung bewahren, ohne am täglichen Leid der Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen zu zerbrechen.

"Start auf Station: Die jungen Pflegerinnen" zeigt, wie sich die jungen Berufseinsteigerinnen Tag für Tag mit ganzer Kraft um ihre Patientinnen und Patienten und deren Familien kümmern, Trost spenden, Mut machen und dabei auch selbst an ihre Grenzen geraten. Die Serie zeichnet dabei ein authentisches Generationenporträt und folgt den Protagonistinnen dorthin, wo Verantwortung, Mitgefühl und Erschöpfung oft nah beieinander liegen: ehrlich, emotional und dicht an den jungen Menschen, die ihren Platz in einem der wichtigsten und zugleich forderndsten Berufe unserer Gesellschaft suchen.

 

Folge 1 - Franzi: Notfall auf der Intensivstation

Für Franzi, 21 Jahre, ist heute der erste Tag als examinierte Pflegekraft: Was sie drei Jahre lang gelernt und unter Aufsicht geübt hat, setzt sie nun selbstständig und in eigener Verantwortung um.

Auf der Kinderintensivstation wartet gleich ihr erster Notfall – per Hubschrauber kommt der schwer kranke Rudi aus Schwerin. Das Kind ist in kritischem Zustand und erreicht die Charité viel früher als angekündigt. Das bedeutet Stress und volle Konzentration für die junge Pflegekraft. Das ist kein Moment mehr zum Üben!

Auf einer gastroenterologischen Station mit Schwerpunkt Lebererkrankungen betreut die 24-jährige Emilia einen Palliativpatienten, dem täglich mehrere Liter Bauchwasser abgelassen werden müssen. Zwischen Verbandswechsel, Schmerzmedikation und einem kleinen Missgeschick nimmt sich Emilia immer wieder Zeit für eine Patientin, die um ihren Mann trauert, auch wenn Emilias Zeitplan das eigentlich nicht hergibt.

Auch Anna, 24 Jahre, startet frisch an der Charité, auf der M114 für Infektiologie und Pneumologie, wo sie schon ihr Examen gemacht hat. Ihr Patient hängt seit Monaten an der ECMO, einer künstlichen Lunge außerhalb des Körpers. Beim Verbandswechsel gilt: ein Fehlgriff und der Schlauch könnte verrutschen, was den sicheren Tod für den Patienten bedeuten würde.

Folge 2 - Sude: Fieberkrampf auf der Kinderkrebsstation

Emilia hat Nachtdienst als – zum ersten Mal in ihrem jungen Berufsleben – einer ihrer Patienten stirbt. Der Mann hat keine Angehörigen, die ihn auf seinem letzten Weg begleiten. Emilia versucht bei ihm zu sein, wann immer es geht, muss sich parallel aber auch um ihre anderen Patientinnen und Patienten kümmern:

"Man muss einfach immer funktionieren und immer weitermachen. Man hat gar keine Luft zum Durchatmen."

Auf der Kinderkrebsstation feiert Sude, 23 Jahre, ihren Einstand mit dem schönsten Ritual auf der Station: Ein Kind läutet die Glocke. Die Therapie ist beendet, das Kind ist krebsfrei. Doch kurz darauf kippt die Stimmung: Der zweijährige Timur bekommt plötzlich einen Fieberkrampf. Sude muss schnell handeln.

Anna kämpft auf der Intensivstation für Infektiologie und Pneumologie darum, einen Patienten emotional zu stabilisieren, der seit Monaten auf ein lebensrettendes Spenderorgan wartet. Heute plant die Station ein Highlight für ihn. Eine gute Vorbereitung, ein Arzt, die Physiotherapie und zwei Pflegekräfte machen möglich, was seit Wochen unerreichbar war: Bei schönstem Wetter geht es für ihn nach draußen. Zum ersten Mal seit Langem kann er wieder die Sonne auf seiner Haut spüren – seine künstliche Lunge immer an seiner Seite.

Folge 3 - Emilia: Eine Krebspatientin in ihrem Alter

Franzi übernimmt zum ersten Mal allein die Pflege für ein Kind: Bella, fünf Jahre alt. Schnell zeigt sich, dass die kleine "Wundertüte" kränker ist als gedacht. Und ausgerechnet während Franzi kurz im Nachbarzimmer ein Feedback-Gespräch führt, entgleist Bellas Zustand. Lebensgefahr!

Emilia betreut eine junge Frau mit Leberkrebs, die kaum älter als sie selbst ist:

"Wenn ich sie anschaue, denke ich mir: Das hätte auch ich sein können."

Bei einer Langzeitpatientin, die seit Wochen liegt und deren Geduld am Ende ist, lernt sie, dass Nähe auch Reibung bedeuten kann und dass beides zum Pflegealltag dazugehört.

Sude kümmert sich um die vierjährige Hanna mit Leukämie. Für die kleine Patientin bedeutet jede Berührung am Katheter Schmerz. Mit Ruhe, "Zauberspray" und Mitzählen wird aus einer gefürchteten Prozedur ein Erfolg. Nebenbei liefert sie Pommes ans Bett: 

"Es ist halt nicht nur Pflege, was wir hier treiben. Wir sind wie eine Seelsorge."

Anna merkt, dass ihrem Patienten nach dem langen Warten auf eine neue Lunge nun langsam die Kräfte schwinden. Sie bringt ihm eine Limo und spricht mit ihm über die Zeit nach der so ersehnten Transplantation. Am Ende ihres letzten Nachtdienstes kommt der Anruf, der alles verändert.

Folge 4 - Anna: Endlich ein Organ für Herrn Marx?

Es ist so weit: Anna darf ihrem Patienten selbst mitteilen, dass eine Spenderlunge für ihn gefunden wurde. Bevor er in den OP gefahren wird, sprechen die beiden über die Organspende, über Angst und darüber, dass mit jedem gespendetem Organ auch der Tod eines anderen Menschen verbunden ist. Anna über ihren Patienten:

"Ich werde ihn niemals vergessen. Er ist auch ein Stückchen in meinem Herzen."

Franzi besucht einen ihrer Lieblingspatienten auf der Nachbarstation 30i: Antonios Chemo ist durch, er ist endlich krebsfrei und auf dem Weg der Besserung. Heute wird er entlassen. Nach all den Monaten in der Charité will sich Franzi noch von ihm verabschieden. Auf ihrer eigenen Station, der 25i, betreut sie Burak, der nach einer zwölfstündigen Lungen-OP über starke Schmerzen klagt.

Emilia ist im vierten Frühdienst in Folge, das Energielevel sinkt und es fehlt an Decken, die Pause verschiebt sich. Ihr Idealbild von der Pflege hat sich verändert, ihre Haltung nicht:

"Ich möchte nicht als Roboter enden, der einfach nur Aufgabe nach Aufgabe erledigt, sondern mit dem Herz am rechten Fleck für meine Patienten da sein."

Auf der 30i wird derweil gefeiert: Die kleine Alice hat nicht nur Geburtstag, sie darf heute auch nach Hause. Auf Sudes Station passiert das nicht ohne ordentliche Geburtstagsparty: mit Geschenken, einem Ständchen und einem Kind, das am Ende gar nicht mehr gehen will.

Die Protagonistinnen

Vier junge Pflegefachkräfte direkt nach ihrem Examen. Vier Stationen, vier Perspektiven auf denselben Moment: den Sprung von der Ausbildung in die volle Verantwortung.

 

Anna, 24 Jahre

Infektiologische & pneumologische Intensivstation

Anna wächst in Magdeburg auf und zieht mit fünf Jahren nach Rostock, wo sie schon in der Schulzeit als ausgebildete Ersthelferin einspringt, sobald etwas passiert. Sie bewirbt sich an der Charité in Berlin. Im Pflichteinsatz auf der Intensivstation für Infektiologie und Pneumologie – eigentlich wollte sie in die Chirurgie – findet sie, wovon sie vorher nicht wusste, dass sie es sucht: ein unterstützendes Team und eine Form der Pflege, bei der sie spürt, dass ihre intensive Betreuung einen Unterschied macht. Sie legt ihr Examen dort ab und startet zum 1. April fest auf der Station.

Was Pflege für sie bedeutet, bringt sie an ihrem allerersten Arbeitstag als Examinierte auf den Punkt:

"Pflege für mich bedeutet, den Menschen, die jetzt aktuell in Not sind, einfach unterstützend zu helfen, da zu sein." Und weiter: "In der Pflege ist es halt einfach mein Beruf, meine Berufung, mein Traumjob und ich werde nichts anderes anfangen.“

Gegen das gängigste Vorurteil über ihren Beruf wehrt sie sich mit Nachdruck:

"Über Pflegekräfte gibt es ja immer noch diese Vorurteile. Wir würden ja nur Ärsche abwischen. Aber das ist halt nicht so – wir übernehmen so viel Verantwortung."

Beim Verbandswechsel an der künstlichen Lunge etwa entscheidet jeder Handgriff. Was bleibt, ist der Respekt vor der vollen Verantwortung und die Gewissheit, angekommen zu sein:

"Ich merke einfach, dass ich für diesen Beruf brenne. Genau für solche Momente lohnt es sich zu kämpfen."

Emilia, 24 Jahre

Gastroenterologische & Endokrinologische Station

Emilia ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Bevor sie im Oktober 2022 die Ausbildung zur Pflegefachfrau beginnt, jobbt sie nach der Schule in einem Supermarkt. Ihre erste Begegnung mit der Pflege liegt da schon Jahre zurück: Sie hat ihre beiden Großeltern in deren letzter Lebensphase begleitet und dabei gesehen, was gute Pflege ausmacht, und auch, wo sie fehlt.

"Ich habe miterlebt, wie viel Einfluss die Pflege auf meine Großeltern hatte. Natürlich habe ich auch die Schattenseiten mitbekommen, aber da wusste ich: Ich möchte auf jeden Fall in diese Richtung."

Ihren ersten Stationseinsatz beschreibt sie als Sprung ins kalte Wasser, allerdings mit einem Team, das sie von Anfang an trägt. Was sie antreibt, sind ihre Patientinnen und Patienten: oft schwer krank, manchmal ohne Familie, für die sie häufig der einzige verlässliche Mensch im Alltag ist. Sie beschreibt sich selbst als gutherzig, empathisch und in stressigen Situationen erstaunlich gelassen, eine Gelassenheit, die im Beruf schnell auf die Probe gestellt wird.

Auch wenn der Berufseinstieg härter ist als gedacht, bleibt ihre Haltung klar:

"Trotz aller Strapazen und Schwierigkeiten stehe ich immer noch 100 Prozent hinter der Pflege. Der Beruf tut mir gut, er erfüllt mich und macht mich wirklich glücklich."

Beim Blick nach vorn beschäftigt sie vor allem eine Frage: wie sie trotz des hohen Zeitdrucks weiterhin den Menschen hinter der Krankheit sehen kann.

Franzi, 21 Jahre

Kinder-Intensivstation

Franzi hat die Pflegeausbildung mit pädiatrischer Vertiefung mit Auszeichnung abgeschlossen. Aus einem kleinen Dorf in Oberschwaben an die Berliner Charité zu kommen, war für sie "die große weite Welt".

Schon in der ersten Ausbildungswoche darf sie bei einer neurochirurgischen Operation zusehen, ein Schlüsselmoment:

"Man sieht unglaubliche medizinische Wunder, die hier teilweise passieren."

Dass sie auf der Kinderintensivstation gelandet ist, ist deshalb kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung:

"Hierher kommen Kinder, die woanders keine Chance mehr haben. Und wir gucken noch mal, was wir mit Hightech-Medizin rausholen können."

Was sie antreibt, sind die Erfolgserlebnisse: Kinder, die es nach Hause schaffen, Angehörige, die morgens schon winken. Sie beschreibt sich selbst als positiv, offen und energiegeladen. Stillsitzen fällt ihr schwer, Ausgleich findet sie beim Schwimmen und Laufen.

Pflege ist für sie mehr als ein Beruf:

"Für mich bedeutet Pflege ein Teil meiner Persönlichkeit und ein Teil von mir."

Sude, 23 Jahre

Kinderonkologische Station

Sude wurde in Berlin geboren. Vor der Pflege lernt sie Erzieherin, doch der Wunsch, kranken Kindern und ihren Familien im Krankenhaus zur Seite zu stehen, begleitet sie schon seit ihrer Kindheit – aufgewachsen in einer großen türkischstämmigen Familie mit vielen Cousins und Nichten, auf die sie immer aufgepasst hat. Auf ihrer kinderonkologischen Station erlebt sie den größten Bruch in ihrem bisherigen Berufsleben: Statt gesunder, tobender Kita-Kinder begleitet sie nun schwer kranke Kinder oft über Monate hinweg durch wiederkehrende Therapieblöcke.

Gegen die Angst im Umgang mit Krebs wehrt sie sich entschieden:

"Viele finden, dass Kinder mit Krebs ein Tabuthema sind. (...) diese Kinder sind zwar krank – es sind trotzdem Kinder, die Kinder sein möchten, die ganz viel lachen, ganz viel spielen."

Was sie jeden Morgen gerne wiederkommen lässt, ist die Stärke ihrer Patientinnen und Patienten und das Glocken-Ritual, wenn die Kinder krebsfrei sind:

"Wenn sie am Ende die Glocke läuten, sehe ich, was für Kämpfer das sind und wie viel sie aushalten. Das macht mich sehr, sehr stolz."

Ihr Zukunftsplan: Praxisanleiterin werden und ihr Wissen weitergeben.

Ihre Motivation für den Job bringt sie so auf den Punkt:

"Mir ist es so wichtig, weil ich das Gefühl habe, dass ich wirklich helfen kann. Das war schon immer mein Ziel im Leben, wirklich Menschen zu helfen und hilfsbereit zu sein. Und ich finde, auf dieser Station kann ich das einfach am allerbesten."

Zum Übergang in die volle Verantwortung sagt sie:

"Es ist noch mal ein ganz anderes Feeling, wenn man diesen Welpenschutz nicht mehr hat."

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF-Kommunikation, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/reallifeserien

Kontakt

Elena Lindenzweig
Programmkommunikation Information, Gesellschaft, Sport
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