Terra X: Die Geschichte der Deutschen
Neue Reihe mit Schauspieler Matthias Brandt als Erzähler
Wo kommen wir her? Wie lebten unsere Vorfahren? Und wie wurde aus der Vielfalt der Herkunft, der Sprachen und Lebensweisen das, was wir heute als "deutsche Kultur" empfinden? Die 10-teilige Reihe "Terra X: Die Geschichte der Deutschen" begibt sich in Staffel 1 auf eine Zeitreise von der letzten Eiszeit bis ins Spätmittelalter, Staffel 2 folgt 2027 und führt bis ins 20. Jahrhundert. Als Erzähler führt Schauspieler Matthias Brandt zu den Menschen, die vor Jahrtausenden und Jahrhunderten die Bewohner unseres Landes waren, zu Schauplätzen und Wendepunkten, die das Leben auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands geprägt haben.
Fotos
Texte
Wie lebten unsere Vorfahren, und wie entstand aus einer Vielfalt von Kulturen, Sprachen und Lebenswelten das, was heute als "deutsch" gilt? "Terra X: Die Geschichte der Deutschen" begibt sich auf eine Zeitreise von der letzten Eiszeit bis ins Spätmittelalter. Die Reihe "Die Geschichte der Deutschen" erzählt vom Alltag der Menschen, die über die Jahrtausende dort lebten, wo heute Deutschland liegt: von ihren Schicksalen, ihren Herausforderungen und Kämpfen, ihren Leistungen und Errungenschaften. Schauspieler Matthias Brandt führt als Erzähler und Zeitreisender durch eine Vergangenheit, die uns viel näher ist, als wir oft denken. Die Reihe zeigt, wie unterschiedlich Kulturen und Lebensräume waren, die im Laufe der Zeit entstanden: Steppenhirten aus dem Osten, Kelten, Römer und germanische Stämme – sie alle prägten die Lebensart zwischen Nordsee und Alpen. Woher kommt unsere Schrift? Warum sprechen wir Deutsch und nicht Französisch? Und was wurde hierzulande gegessen, bevor die Kartoffel kam? Kurz: Warum ist die Welt um uns herum so, wie sie ist?
Deutschland als Nationalstaat existiert erst seit gut 150 Jahren. Die Geschichte der Menschen auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands reicht jedoch zehntausende Jahre weiter zurück. Bis sich diese Menschen als Deutsche bezeichneten, sollten noch viele Jahrhunderte vergehen. Die ersten Bewohner hierzulande waren Jäger und Sammler, die von dem lebten, was ihnen die Natur bot. Kelten, Römer und zahlreiche germanische Stämme wie Franken, Sachsen und Schwaben bildeten ihre eigenen Lebensarten heraus. Neue Städte, Wirtschafts- und Herrschaftsräume entstanden. Über viele Jahrhunderte entwickeln sich gemeinsame kulturelle, sprachliche und politische Traditionen und schließlich eine gemeinsame Identität. Die "Geschichte der Deutschen" erzählt von diesem langen und oft überraschenden Weg.
Matthias Brandt nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer dabei mit in diese vergangene Welt. Er ist buchstäblich mittendrin, wenn gegen Ende der letzten Eiszeit auf der Schwäbischen Alb die ersten Flötentöne erklingen, die Sachsen im frühen Mittelalter den heidnischen Göttern abschwören müssen oder die ersten Worte in einer Sprache zu hören sind, die wir als "deutsch" verstehen können. Historikerinnen und Historiker trennen Mythos von gesicherter Forschung und berichten von den Menschen, die nur wenige hundert Generationen vor uns an Rhein, Donau und Elbe erst in Siedlungen, später in Dörfern und auch Städten lebten. Es ist eine faszinierende Kette von Schicksalen, Ereignissen und Entwicklungen, an deren Ende eine besondere, vielfältige Kultur in der Mitte Europas entsteht.
Flankiert wird der aufwändige TV-Mehrteiler durch ein umfassendes Begleitprogramm im Streaming-Portal und auf den Social-Media-Kanälen des ZDF. Die zweite Staffel der Doku-Reihe mit weiteren fünf Folgen ist in Vorbereitung.
Alle fünf Folgen von "Terra X: Die Geschichte der Deutschen" sind ab Montag, 9. November 2026, 19.00 Uhr, im ZDF-Streaming-Portal abrufbar und ab Sonntag, 15. November 2026, 19.30 Uhr, im ZDF zu sehen.
Folge 1: Knochen und Gene
Montag, 9. November 2026, 19.00 Uhr, im ZDF-Streaming-Portal
Sonntag, 15. November 2026, 19.30 Uhr, im ZDF
Vor 40.000 Jahren erreichen die ersten modernen Menschen das Gebiet des heutigen Deutschlands. Sie jagen, sammeln und schaffen Kunstwerke, von denen einige bis heute erhalten geblieben sind. Doch wer waren diese Menschen? Und was verbindet sie mit uns heute?
Viel ist von den Menschen, die während der letzten Eiszeit auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands lebten, nicht überliefert. Doch auf der Schwäbischen Alb haben sich beeindruckende Zeugnisse ihrer Kultur erhalten. Die berühmte Flöte aus Gänsegeierknochen gilt als einer der ältesten Belege für Musikkultur überhaupt, die Venus vom Hohlefels als eine der frühesten bekannten Menschendarstellungen weltweit. Auch genetisch reichen die Spuren dieser Jäger und Sammler bis in die Gegenwart. Nach heutigem Forschungsstand hatten die ersten modernen Menschen hierzulande dunkle Haut, da ihre Vorfahren aus Afrika nach Europa eingewandert waren. Tausende Jahre später bringen Einwanderer aus Anatolien Ackerbau, Viehzucht und eine neue Lebensweise nach Mitteleuropa. Weitere Zuwanderungen aus den eurasischen Steppen verändern die Gesellschaft erneut. Die Spuren dieser Einwanderungswellen finden sich bis heute im Erbgut der Bevölkerung.
Mit der Bronzezeit entstehen ausgedehnte Handelsnetze. Rohstoffe, Wissen und Innovationen verbreiten sich über weite Entfernungen: Mobilität und kultureller Austausch sind keine Erfindungen der Moderne. Die Himmelsscheibe von Nebra zählt zu den bekanntesten Zeugnissen des Wissens und der handwerklichen Fertigkeiten dieser Zeit. In der Eisenzeit prägen keltische Gemeinschaften den Südwesten des heutigen Deutschlands. Mit der Heuneburg errichten sie eine der frühesten stadtartigen Siedlungen nördlich der Alpen. Zugleich sind die Kelten die erste Bevölkerungsgruppe auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, die in schriftlichen Quellen erwähnt wird. Von nun an erzählen nicht mehr nur Knochen und Gene von den Menschen, die hier lebten, sondern auch Schriften und Geschichten.
Als Expertinnen und Experten in dieser Folge sind dabei: Prof. Dr. Harald Meller (Prähistoriker und Archäologe), Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick (Prähistorikerin), Prof. Dr. Theresa Maria Roth (Indogermanistin), Prof. Dr. Philipp W. Stockhammer (Prähistoriker und Archäologe) sowie Dr. Sibylle Wolf (Archäologin).
Folge 2: Römer und Germanen
Montag, 9. November 2026, 19.00 Uhr, im ZDF-Streaming-Portal
Dienstag, 17. November 2026, 20.15 Uhr, im ZDF
Als die Römer in das Gebiet des heutigen Deutschlands vordringen, treffen zwei Welten aufeinander: die römische Kultur und die Gemeinschaften jenseits des Rheins. Die Folgen dieser Begegnung wirken bis heute nach.
Die "schäl Sick", die "falsche Seite", nennen die Kölner bis heute die rechte Rheinseite. Es ist die Seite, die den römischen Eroberern Probleme bereitet, als sie kurz vor Beginn unserer Zeitrechnung hier ankommen. Dort siedeln die Germanen. Diesen Namen hat Julius Cäsar geprägt. Er stellt sie als einheitliches Volk wilder Krieger dar. In Wahrheit handelt es sich um eine Vielzahl von Stämmen und Verbänden: Sueben, Chatten, Cherusker und viele andere. Manche verbünden sich mit den Römern, andere bekämpfen sie. Die Grenze zwischen beiden Welten verläuft durch Landschaften, Gemeinschaften und sogar Familien. Der Cherusker Arminius kennt beide Seiten. In Diensten Roms steigt er zum Offizier auf, bevor er sich gegen seine Förderer wendet. Im Jahr 9 n. Chr. gelingt es ihm, mehrere germanische Verbände zu vereinen und drei römische Legionen zu vernichten. Die Varusschlacht wird fast 2000 Jahre später zum nationalen Mythos verklärt. Doch zunächst hat sie ganz praktische Folgen: Sie läutet das Ende der römischen Expansion bis zur Elbe ein.
In den folgenden Jahrzehnten befestigen die Römer ihre Grenze. Mit der Errichtung des Limes sichern sie schließlich ihre Gebiete östlich des Rheins und nördlich der Donau und schaffen eine der eindrucksvollsten Grenzanlagen der Antike. Auf rund 550 Kilometern trennt und verbindet der Limes zugleich die römische und die germanische Welt. Händler, Reisende und Ideen überqueren die Grenze in beide Richtungen – bis der Limes im dritten Jahrhundert unter dem Druck innenpolitischer Krisen und der Angriffe germanischer Verbände schließlich aufgegeben wird. Der jahrhundertelange Austausch zwischen Römern und Germanen wirkt jedoch bis heute nach. Städte, Straßen, Wein und zahlreiche Wörter zeugen noch immer von römischem Einfluss. Bis heute spricht man dem Südwesten Deutschlands eine Neigung zu mediterraner Lebensfreude zu.
Als Expertinnen und Experten in dieser Folge sind dabei: Prof. Dr. Hans-Jörg Karlsen (Prähistorischer Archäologe), Dr. Petra Lönne (Prähistorische Archäologin), Prof. Dr. Salvatore Ortisi (Provinzialrömischer Archäologe), Prof. Dr. Theresa Maria Roth (Indogermanistin) sowie Prof. Dr. Philipp W. Stockhammer (Prähistoriker und Archäologe).
Folge 3: Kreuz und Krone
Montag, 9. November 2026, 19.00 Uhr, im ZDF-Streaming-Portal
Sonntag, 22. November 2026, 19.30 Uhr, im ZDF
Das frühe Mittelalter bringt eine neue Herrschaftsordnung und für viele Menschen einen neuen Gott. Der Franke Karl der Große erobert weite Teile des heutigen Deutschlands und zwingt seine Untertanen zum christlichen Glauben.
Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches ordnen die Franken Mitteleuropa neu. Ihr Einfluss verändert das Leben der Menschen grundlegend. Karl der Große errichtet ein Reich, das weite Teile West- und Mitteleuropas umfasst, und treibt die Christianisierung seiner Untertanen vielfach mit Gewalt voran. Das Beispiel des Sachsenjungen Hathumar, der als Geisel ins Frankenreich gelangt und später Bischof wird, zeigt, wie schnell das Reich die Unterworfenen integriert. Klöster entwickeln sich unter Karl dem Großen zu Zentren der Bildung und des Wissens. In ihren Schreibstuben kopieren und bewahren Mönche die Klassiker der antiken Literatur – und damit das Fundament einer neuen europäischen Kultur, die bis heute fortwirkt. Die klösterlichen Schreiber lernen eine vereinheitlichte Schrift, die die Grundlage der heutigen Schrift bildet. Gleichzeitig nähert sich die Sprache zunehmend dem modernen Deutsch. Die meisten "Deutschen" leben in dieser Zeit als Bauern in einer Welt, die von Abhängigkeit und harter Arbeit geprägt ist. Geringe Ernteerträge, die Angst vor Missernten und die Brutalität kriegerischer Auseinandersetzungen prägen den Alltag der Menschen zwischen Nordsee und Alpenraum.
Nach Karls Tod zerfällt sein Großreich schon bald. Aus der Teilung geht schließlich das ostfränkische Reich hervor, das weite Teile des heutigen Deutschlands umfasst. An seine Spitze setzt sich der Sachse Otto der Große. Rund 150 Jahre nach Karls Tod lässt auch er sich in Rom zum Kaiser krönen und knüpft damit an die römische Kaisertradition an. Aus dem ostfränkischen Herrschaftsverband entwickelt sich das "Heilige Römische Reich", das später den Zusatz "Deutscher Nation" erhält und bis 1806 besteht. Eine Kontinuität, die zu Ottos Zeiten niemand voraussehen kann – und die das Gebiet des heutigen Deutschlands rund 800 Jahre lang entscheidend prägt.
Als Expertinnen und Experten in dieser Folge sind dabei: Prof. Dr. Tobias Daniels (Historiker), Claus Kropp (Experimentalarchäologe), Prof. Dr. Theresa Maria Roth (Indogermanistin), Prof. Dr. Eva Schlotheuber (Historikerin), Prof. Dr. Kristin Skottki (Historikerin) sowie Prof. Dr. Philipp W. Stockhammer (Prähistoriker und Archäologe).
Folge 4: Ritter und Städte
Montag, 9. November 2026, 19.00 Uhr, im ZDF-Streaming-Portal
Dienstag, 24. November 2026, 20.15 Uhr, im ZDF
1147 brennen heidnische Slawen das gerade erst gegründete Lübeck nieder. Sie wollen einem Kreuzzug "deutscher" Ritter zuvorkommen. Doch schlussendlich verlieren sie und werden Teil des expandierenden Reichs.
Ritter und Städte sind die neuen Kräfte im hohen Mittelalter. Aus berittenen Kriegern entwickelt sich ein Adelsstand mit besonderem Ethos und eigenen Regeln. Zugleich schließen sich die Bewohner der neu entstehenden Städte zu einer bislang unbekannten Gemeinschaft freier Bürger zusammen. Im 12. Jahrhundert gerät vieles in Bewegung. Begünstigt durch ein milderes Klima wächst die Bevölkerung im Reich, und Hunderte neuer Städte entstehen. Lübeck, die Handelssiedlung an der Trave, zählt zu den erfolgreichsten Gründungen dieser Zeit. Schon bald steigt sie zu einem der mächtigsten Wirtschafts- und Handelszentren des Reiches auf. Aus der Perspektive der Neusiedler werden die Vorzüge des Lebens in einer mittelalterlichen Stadt sichtbar: Vor allem die dort vorherrschende persönliche Freiheit unterscheidet sich stark von der Abhängigkeit der meist unfreien Bauern.
Weiterhin leben über 90 Prozent der Menschen auf dem Land. Welche Regeln bestimmen ihr Zusammenleben? Was gilt als Recht, was als Unrecht? Und wie werden Verstöße geahndet? Diesen Fragen widmet sich Eike von Repgow in seinem Lebenswerk, dem Sachsenspiegel. Der Adlige aus dem heutigen Sachsen-Anhalt verfasst im 13. Jahrhundert dieses erste Rechtsbuch in deutscher Sprache. Als "Deutscher" versteht sich Eike von Repgow nicht, sondern als Sachse. Dennoch reicht der Einfluss seines Werkes weit über das sächsische Gebiet hinaus. Wie auch der Minnesänger Walther von der Vogelweide schreibt Eike von Repgow in der Volkssprache, auf "diutsch". Deutsche Texte gibt es bereits seit Langem. Doch erst im Hochmittelalter gewinnt die Volkssprache in Literatur und Recht erheblich an Bedeutung. Der Sachsenspiegel wird zu einem Meilenstein auf dem Weg zu einer gemeinsamen deutschen Schriftkultur.
Als Expertinnen und Experten in dieser Folge sind dabei: Prof. Dr. Oliver Auge (Historiker), Dr. Martin Bauch (Klimahistoriker), Prof. Dr. Tobias Daniels (Historiker), Dr. Angela Huang (Hansehistorikerin), Prof. Dr. Hiram Kümper (Historiker), Prof. Dr. Klaus Oschema (Historiker), Prof. Dr. Eva Schlotheuber (Historikerin) sowie Prof. Dr. Kristin Skottki (Historikerin).
Folge 5: Pest und Profit
Montag, 9. November 2026, 19.00 Uhr, im ZDF-Streaming-Portal
Sonntag, 29. November 2026, 19.30 Uhr, im ZDF
Eine Pandemie erschüttert ab 1347 Europa. Rund ein Drittel der europäischen Bevölkerung stirbt am "Schwarzen Tod". Viele suchen nach Schuldigen – und finden sie vermeintlich in den Juden.
Das Spätmittelalter erscheint uns oft als eine Zeit der Krisen: Unwetter, Missernten und Seuchen prägen das Leben der Menschen. Doch in den entvölkerten Landstrichen pulsiert schon bald neues Leben: Der Handel wächst, Universitäten entstehen und von den Kirchtürmen verkünden jetzt Uhren die neue Zeit. Der 21. März 1349 wird zum Schicksalstag für die jüdische Bevölkerung Erfurts. Noch bevor die Pest die Stadt erreicht, löscht eine tobende Menge die jüdische Gemeinde aus. Mehr als 600 Jahre später werden kostbare Besitztümer entdeckt, vergraben im Keller eines wohlhabenden jüdischen Geschäftsmannes. Hat er sie angesichts der drohenden Gefahr dort verborgen? Wie konnte es so weit kommen in Erfurt? Und welche Schuld trifft den Rat der Stadt, der sich nicht schützend vor die Juden stellt, sondern von ihrer Ermordung sogar profitiert, da er sich ihr Vermögen aneignet und sogar Schulden eintreibt, die den Opfern gehörten? Die Mordtat bewahrt Erfurt nicht vor der Pest, wie manche im Wahn geglaubt haben mögen. Ein Jahr später reißt die Seuche rund die Hälfte der Stadtbevölkerung in den Tod.
Als das schlimmste Wüten der Epidemie abklingt, ist die Welt eine andere. Ganze Dörfer werden aufgegeben und verfallen. Doch das Spätmittelalter ist keineswegs nur eine finstere Epoche. Immer mehr Menschen ziehen in die Städte, wo Arbeitskräfte gefragt sind und die Löhne steigen. So wie in Lüneburg, Mitte des 15. Jahrhunderts. In den zahlreichen Siedehütten rund um die Solequelle wird Salz gewonnen. Der Handel damit bringt reiche Unternehmer hervor, darunter Johann Springintgut, der später Ratsherr und Bürgermeister seiner Heimatstadt wird. Gearbeitet wird nach der Uhr, ein ganz neuer Umgang mit der Zeit beginnt. Das Salz aus Lüneburg gelangt über Lübeck bis nach Schonen im heutigen Schweden. Dort wird es zur Konservierung von Heringen genutzt. Und Lüneburg steigt als Teil der Hanse, des größten Handelsnetzwerks Europas, zu einem Zentrum des Fernhandels auf. Am Ende des Mittelalters steht eine neue Welt: Universitäten werden zu Orten des Humanismus, zu Keimzellen intellektuellen Aufbruchs, neuen Wissens, neuer Bildung.
Als Expertinnen und Experten in dieser Folge sind dabei: Prof. Dr. Oliver Auge (Historiker), Dr. Martin Bauch (Klimahistoriker), Prof. Dr. Tobias Daniels (Historiker), Dr. Angela Huang (Hansehistorikerin), Prof. Dr. Klaus Oschema (Historiker), Prof. Dr. Eva Schlotheuber (Historikerin), Dr. Tobias Schoo (Stadtarchäologe in der Hansestadt Lüneburg), Prof. Dr. Kristin Skottki (Historikerin) sowie Dr. Maria Stürzebecher (Kunsthistorikerin).
Erzähler: | Matthias Brandt | |
| Head-Autorin: | Tamar Baumgarten-Noort | |
| Autorenteam: | Marlene Göring, Eva Hoffmann Villena, Fred Langer, Daniel Sich, Sandra Stöckmann, Christian Twente | |
| Regie: | Christian Twente, Nina Koshofer | |
| Regie-Assistenz: | Ivan Mitov | |
| Kamera: | Martin Christ, Sarina Laudam | |
| Schnitt: | Ramin Sabeti, Jason George, Agnès Padrol Sureda, Andrej Jelic, Marie Wilbers | |
| Szenenbild: | Paolo Faenzi, Axel Nicolet | |
| Kostümbild: | Katharina Ost, Irina Kocheva | |
| Maske: | Claudia Lemmer, Petya Simenova | |
| Ton: | Guy Mertin, Thorsten Czart | |
| Musik: | Philipp Sutter, Rudi Moser | |
| Sounddesign: | Alexander Weuffen, Daniel Sonnenschein | |
| Mischung: | Jan Beckhaus | |
| Grafik: | Werner Lackner, Robin Pfister, Alfred Rehbach, Sebastian Martinez, Julian Balducci | |
| Farbkorrektur: | Dany Schelby | |
| Produktionsleitung Gruppe 5: | Sabine Eisner | |
| Produktionsleitung ZDF: | Cora Szielasko-Schulz, Claudia Comprix, Philipp Müller | |
| Produktion Service Bulgarien: | Midwest, Gabriel Georgiev | |
| Executive Producer: | Daniel Sich | |
| Postproduktion: | Igor Wilbers | |
| Produzent: | Alexander Hesse | |
| Recherche: | Ann-Kathrin Maubach | |
| Fachberatung: | Philipp Stockhammer, Salvatore Ortisi, Tobias Daniels | |
| Redaktion ZDF: | Friederike Haedecke, Stefan Gierer, Stefan Brauburger, Friedrich Scherer, Ricarda Schlosshan | |
| Leitung: | Peter Arens | |
| Länge: | fünf Folgen à 45 Minuten | |
Neben der Veröffentlichung der Doku-Reihe im linearen Fernsehen, dem ZDF-Streaming-Portal und nachgelagert auch auf dem YouTube-Kanal "Terra X History" wird der Programmschwerpunkt durch weitere Maßnahmen begleitet. Am Freitag, 6. November 2026, widmet sich eine neue Episode des Podcasts "Terra X History" der deutschen Frühgeschichte. Auf dem YouTube-Kanal "MrWissen2go Geschichte" erscheint am Donnerstag, 12. November 2026, das Video "Eine kurze Geschichte Deutschlands", in dem die wichtigsten Wegmarken und Epochen für jüngere Zielgruppen aufbereitet werden. Am Mittwoch, 18. November 2026, diskutiert von 18.00 bis 19.00 Uhr Geschichtsjournalist und ZDF-Moderator Mirko Drotschmann in einem YouTube-Live auf dem Kanal "Terra X History" mit dem Prähistoriker Philipp Stockhammer zur Frage "Was ist deutsch?". Daneben entstehen in bewährter Zusammenarbeit mit dem "Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V." Unterrichtsmaterialien und didaktische Einordnungen für alle Folgen. Zudem werden auf den Social-Media-Kanälen des ZDF zahlreiche sendungsbegleitende Inhalte veröffentlicht.
Warum wir gerade heute eine Geschichte der Deutschen erzählen müssen.
Es ist merkwürdig, dass bisher im deutschen Fernsehen noch nie der Versuch unternommen wurde, eine Gesamtgeschichte der Deutschen zu erzählen. Wir können als "Terra X" zwar aufbauen auf dem überragenden Erfolg "Die Deutschen" (20 Folgen, 2008 und 2010), doch werden wir dieses Mal nicht aus der Sicht von Königen, Kaisern und anderen Herrschern erzählen, sondern haben uns eine große Kulturgeschichte aus der Sicht der Menschen vorgenommen. Als Host haben wir den renommierten Schauspieler Matthias Brandt gewinnen können, den als Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt ein besonderes Erkenntnis- und Vermittlungsinteresse antreibt. Als wir mit ihm Kontakt aufnahmen, kannten wir sein Buchprojekt "Nein sagen" über die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944, das überraschend zu einem Bestseller avancierte, übrigens noch nicht. Aber natürlich passte es perfekt zu unserer Idee.
Wahrscheinlich gab es in den letzten Jahren nie einen besseren Zeitpunkt für das Ansinnen, einem großen Publikum deutsche Geschichte und Kultur zu illustrieren. Wie viele andere moderne westliche Nationen ringen auch wir Deutsche in Zeiten verstörender Transformation um die richtige Haltung zu unserem Land. Häufig wird hier einem aufgeklärten Patriotismus ("critical patriotism") das Wort geredet, bestimmt keine schlechte Formulierung. Dem aufmerksamen Betrachter gesellschaftspolitischer Diskussionen fällt derzeit auf, dass die über Jahrzehnte selbstverständliche Gewissheit ins Wanken geraten ist, die Beschäftigung mit Geschichte sei für das Verständnis der Gegenwart unverzichtbar. Politologen, Soziologen und Bildungsforscher konstatieren zunehmend, dass große Teile unserer Bevölkerung nurmehr abstrakte Kenntnisse über Diktaturen unserer Vergangenheit haben, und vielleicht ist noch beunruhigender, dass solches Wissen von vielen als nicht mehr relevant erachtet wird. Das muss nicht als Geschichtsvergessenheit oder gar bewusste Lernverweigerung angeprangert werden, sondern ist aufgrund vieler Faktoren in den letzten Jahren schleichend so geschehen. Aber es ist kein guter Befund.
Wir von "Terra X" sind der festen Überzeugung, dass wir aus der Geschichte lernen können und müssen, und dass aus der Aufarbeitung der Vergangenheit wichtige Schlussfolgerungen für das heute entstehen. Lassen Sie mich ein Beispiel nennen. Oft tun wir uns mit unserer schwarz-rot-goldenen Fahne schwer und sehen in ihrem Schwenken einen übersteigerten Patriotismus. Doch das haben ihre Farben nicht verdient. Denn sie wurden erstmals in den Befreiungskriegen gegen Napoleon eingesetzt, entwickelten sich im 19. Jahrhundert zum Symbol der deutschen Einheits- und Freiheitsbewegung. Später in der Weimarer Republik waren Schwarz-Rot-Gold die Farben der ersten deutschen Demokratie, bis sie von den Nationalsozialisten zugunsten der schwarz-weiß-roten Reichsflagge verboten wurden (letztere ist heute wieder in einschlägigen Demos auf deutschen Straßen zu sehen). Ist es nicht bemerkenswert, dass nun just der Trainer der deutschen Nationalmannschaft sich wünscht, wir sollten uns die Deutungshoheit über unsere Fahne wieder zurückholen? Bitte nicht falsch verstehen: Politische Signale mit unserem durchgestalteten Bildungsprogramm zu senden ist nicht unser Anliegen, aber die korrekte Aufklärung über Symbole unserer deutschen Identität durchaus.
Mit "Terra X" besitzen wir eine große, glaubwürdige Wissenschaftsmarke, die in der ZDF-Primetime und auf nonlinearen Plattformen nachhaltig in die Gesellschaft hineinwirkt, nicht zuletzt in den Geschichtsunterricht an Schulen. Zu der Erzähllust von "Terra X" gehört ihr visueller und produktioneller Aufwand. Hier kommt Matthias Brandt ins Spiel: Wenn er für uns durch die Zeitebenen wandelt, Schauplätze besucht, Fragen stellt und die Zuschauer durch die Geschichten führt, verbinden sich bei ihm Neugier, historische Sensibilität und erzählerische Kraft. Dank seiner entsteht der gewünschte Effekt für unser "Terra X"-Publikum: Nur wer fasziniert ist, lernt auch.
Wir beginnen die Geschichte der Deutschen wirklich ganz am Anfang, mit den ersten modernen Menschen der Eiszeit, weil wir eben das ganze Bild betrachten wollen, und werden mit der zweiten Staffel 2027 im 20. Jahrhundert ankommen. Welch spannende Unternehmung, und wir werden alles dafür tun, dass ihre Relevanz und ihr Sinn erkannt werden.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen Ihren Lieblingsweg entlang: durch einen Park, über einen Feldweg oder durch einen schattigen Wald. Wie viele Menschen sind diesen Weg bereits vor Ihnen gegangen? Nicht nur vor Tagen oder Jahren, sondern vor Jahrhunderten und Jahrtausenden. Wer waren sie? Worüber dachten sie nach? Welche Hoffnungen, Sorgen und Träume begleiteten sie?
Diese Vorstellung fasziniert uns bei "Terra X": derselbe Ort, eine andere Zeit. Als könnte man an Ort und Stelle den Kalender Jahrtausende zurückdrehen. Genau dazu lädt unsere neue Reihe "Die Geschichte der Deutschen" ein. Sie erzählt deutsche Geschichte nicht als abstrakte Abfolge von Daten, sondern als Begegnung mit Menschen, deren Lebensbedingungen andere waren, deren grundlegende Fragen uns jedoch bis heute vertraut sind.
Das Gebiet des heutigen Deutschlands ist seit mehr als 40.000 Jahren von modernen Menschen besiedelt. Geologisch betrachtet ist das kaum mehr als ein Wimpernschlag. Viele unserer Vorfahren blickten vermutlich auf dieselben Hügel, folgten denselben Flussläufen und kannten markante Orte, die bis heute Menschen anziehen, wie die Externsteine und die Loreley. Deshalb begleitet "Die Geschichte der Deutschen" den Erzähler Matthias Brandt an historische Orte in Deutschland, an denen Vergangenheit sichtbar und spürbar geblieben ist: in alte Kulturlandschaften, zu bedeutenden Bauwerken und in große Museen. Dort begegnet das Publikum einzigartigen archäologischen Funden und historischen Artefakten. Viele von ihnen sind nicht nur herausragende Zeugnisse der deutschen Geschichte, sondern besitzen weltgeschichtliche Bedeutung. Die Himmelsscheibe von Nebra ist eines der bekanntesten Beispiele. Zahlreiche Museen haben dem Team Zugang zu ihren Sammlungen ermöglicht. So konnten bedeutende Exponate unmittelbar und detailreich ins Bild gesetzt werden.
Diese Aufnahmen werden durch aufwendig inszenierte Spielszenen mit Schauspielerinnen und Schauspielern ergänzt. Auf künstliche Intelligenz zur Darstellung historischer Menschen wurde bewusst verzichtet. Ziel ist eine möglichst direkte, glaubwürdige Verbindung zu den Menschen, die vor uns auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands lebten.
"Die Geschichte der Deutschen" erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wie könnte sie auch? Eine Dokumentationsreihe kann nicht jede Epoche und jedes Ereignis der deutschen Geschichte abbilden. Im Mittelpunkt stehen Wendepunkte, gesellschaftliche Entwicklungen und persönliche Schicksale, die den Wandel von Lebenswelten verständlich machen.
Vor allem ist unsere neue Reihe eine Einladung zu einer besonderen Zeitreise: zu den Menschen, die lange vor uns auf dem Gebiet lebten, das wir heute Deutschland nennen.
Eine Geschichtsdokumentation steht immer vor der Frage, wie sich eine Vergangenheit zeigen lässt, von der häufig nur Fragmente erhalten sind. Historische Orte, einzigartige archäologische Funde, wissenschaftliche Rekonstruktionen und inszenierte Sequenzen greifen deshalb ineinander. Geleitet von der Frage: Was hat das mit uns heute zu tun?
Für uns bestand der Reiz darin, die historische Distanz in Form einer Zeitreise zu überbrücken und die Vergangenheit von Matthias Brandt so erzählen zu lassen, dass sie nicht fern und abstrakt wirkt, sondern als Geschichte von Menschen, die uns gar nicht so fremd sind. Unser Anspruch war es, deutsche Geschichte nicht nur erklären zu wollen, sondern die Menschen in ihren Lebenswelten zu erfahren.
Dafür sorgen die Spielszenen, im Detail gezeigte Objektfunde und auch die historischen Orte, die der Erzähler Matthias Brandt stellvertretend für die Zuschauer entdeckt. Als "Zeitreisender" tritt er in den Geschichten der Menschen auf und kann zeigen, wo sich das Leben der Menschen von unserem unterscheidet, aber auch, wo es große Gemeinsamkeiten gibt.
Gleichzeitig bleibt deutlich, wo gesicherte Erkenntnisse enden und die Rekonstruktion beginnt. Gerade in dieser Verbindung aus wissenschaftlicher Genauigkeit, emotionaler Erzählung und szenischer Visualisierung liegt für mich die besondere Herausforderung des Projekts: Es ist eine faktenbasierte, aber an menschlichen Schicksalen orientierte Vermittlung von Geschichte, die von Frauen und Männern erzählt, die in ihrer Zeit auf sehr verschiedene Weise ihren Alltag lebten, fühlten und darin wirkten, mit ihren Hoffnungen und Nöten.
Die enorme zeitliche Spannweite führt zu einem Blick auf die Geschichte, der sie nicht en Detail nachzeichnen, dafür aber strukturell betrachten kann. Daher geht es in unserer Serie darum, über viele Jahrtausende hinweg große Veränderungen sichtbar zu machen. Und Kontinuitäten. Man erkennt, wie sehr sich Lebensbedingungen, gesellschaftliche Strukturen und Vorstellungen gewandelt haben und zugleich, wie viele grundlegende Fragen die Menschen über alle Epochen hinweg beschäftigt haben.
In diese Welten mit Matthias Brandt, gut 40 Darstellerinnen und Darstellern und Hunderten Komparsen an mehr als 60 Drehtagen einzutauchen, war für meine Co-Regisseurin Nina Koshofer und mich ein einzigartiges Erlebnis.
Die Reihe "Die Geschichte der Deutschen" beginnt mit den ersten modernen Menschen, die in der Mitte Europas ankommen, in der Eiszeit vor 40.000 Jahren. Die erste Staffel endet im Spätmittelalter des 15. Jahrhunderts. Um diese jahrtausendelange Entwicklung in fünf 45-minütigen Episoden zusammenzufassen, war eine exemplarisch zu treffende Auswahl unumgänglich. Dazu wurden historische Zäsuren definiert, an denen sich das Alltagsleben der Menschen einschneidend verändert hat – wie der Übergang zur Sesshaftigkeit, die Ausbreitung des Christentums oder das Aufkommen der Städte. Im Mittelpunkt steht durchgängig die Perspektive der einfachen Bevölkerung. Bei der Auswahl der Inhalte wurde bewusst auf einige allzu bekannte, schon oft erzählte Narrative verzichtet. Zwangsläufig ist es ein Ritt durch die Geschichte mit großen Sprüngen. Die finale Entscheidung traf die Redaktion auch mit Blick auf eine dramaturgisch starke und visuell ausdrucksvolle Umsetzung.
Die Filme basieren auf umfangreichen Recherchen, bei denen das Produktionsteam eng mit renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammenarbeitete. Als Quellen dienten dabei unter anderem archäologische Befunde, Originalfunde aus Museen, Fachliteratur und aktuelle Forschungspublikationen, sodass die Erzählungen stets den aktuellen Forschungsstand widerspiegeln. Auch bei der Drehbucharbeit wurde jedes Skript von Fachhistorikern und Fachhistorikerinnen intensiv geprüft. Für die Spielszenen wurden umfangreiche Vorlagen für sämtliche Bereiche der historischen Ausstattung erarbeitet – von Set-Bau und Kostümen bis hin zu konkreten Abläufen und Ritualen. Dennoch bleibt jede historische Erzählung eine Interpretation von Quellenmaterial. Dies zeigen auch die vielfältigen wissenschaftlichen Diskurse zu den Themen.
Angesichts der produktionellen Rahmenbedingungen sind in Einzelfällen Annäherungen erforderlich. So lassen sich große Schlachten mit Tausenden von Kämpfern naturgemäß nicht in ihrem historischen Umfang inszenieren. Auch manche Tierarten und Züchtungen, die in den dargestellten Epochen verbreitet waren, existieren heute nicht mehr. In solchen Fällen werden möglichst ähnliche heutige Tiere eingesetzt.
Bei den Spielszenen wurde das historische Wissen bestmöglich berücksichtigt – dennoch blieb Raum für künstlerische Freiheit, da sich die Vergangenheit visuell nicht lückenlos rekonstruieren lässt. So sind beispielsweise organische Materialien wie Stoffe, Leder oder Holz häufig nur unvollständig erhalten. Farben, Muster, Herstellungsweisen oder die konkrete Kombination einzelner Kleidungsstücke lassen sich oftmals nicht mit letzter Sicherheit bestimmen. Auch bei Frisuren, Tätowierungen, der Anordnung von Schmuck oder der Ausgestaltung von Innenräumen existieren häufig mehrere wissenschaftlich vertretbare Möglichkeiten. Wo der Forschung gesicherte Erkenntnisse fehlen, war die Produktion gezwungen, eine visuelle Entscheidung zu treffen. Um das Publikum emotional in das Geschehen hineinzuziehen, wurden bestimmte Handlungsstränge zugespitzt. Ein Beispiel hierfür ist die gefühlsbetonte Erstbegegnung einer Bäuerin mit einem Steppenhirten. Ein anderes ist die fiktive Wiederbegegnung zweier Protagonisten auf dem Schlachtfeld der Varusschlacht.
Und manchmal ist die Sicherheit der Schauspieler schlicht wichtiger als die historische Akkuratesse. Frühzeitliche Bronze beispielsweise wurde von den damaligen Menschen in einem irdenen Gefäß mit Hilfe von herumgeklemmten Holzstöcken ausgegossen. Heutzutage aber einen Komparsen mit 1.000 Grad heißer Bronze und zwei Ästen agieren zu lassen, wäre weder ausreichend sicher gewesen noch hätte es wirklich glaubwürdig ausgesehen. Der Darsteller erhielt daher eine Eisenzange, mit der er sicher und professionell gießen konnte. Erst in der Postproduktion wurde die Zange dann durch Stöcke retuschiert.
Folge 1: Knochen und Gene (40.000 v. Chr. bis 500 v. Chr.)
Die erste Folge erzählt von den Menschen, die zum Ende der letzten Eiszeit das Gebiet des heutigen Deutschlands besiedeln. Im Mittelpunkt stehen die drei großen Einwanderungswellen: Jäger und Sammler, sesshafte Bauern aus Anatolien und Steppenhirten aus Eurasien. Über die "Bronzezeitglobalisierung" in Mitteldeutschland geht es zu den Kelten im Südwesten Deutschlands. Die Folge zeigt, wie Migration, technische Innovationen und kultureller Austausch die Lebenswelt der Menschen nachhaltig verändern. Themen sind auch die Entstehung von Kunst und Musik, Sesshaftwerdung, frühe Globalisierung in der Bronzezeit und die ersten stadtähnlichen Zentren nördlich der Alpen.
Schauplätze: Schwäbische Alb, Blaubeuren (Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst Blaubeuren), Saale-Region, Ringheiligtum Pömmelte, Halle (Landesmuseum für Vorgeschichte), Heuneburg an der Donau
Folge 2: Römer und Germanen (1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.)
In der Erzählung geraten zwei germanische Brüder auf unterschiedliche Seiten der Geschichte: Der eine dient Rom als Auxiliar, der andere will die römische Expansion nicht hinnehmen. So dreht sich diese Folge um das Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand, zwischen römischer Zivilisation und germanischer Stammeskultur. Sie erzählt von der Varusschlacht, vom Leben am Limes und von den vielfältigen friedlichen Kontakten zwischen Römern und Germanen in Alltag, Handel und Familie. Bis heute prägt das römische Erbe Teile unseres Landes.
Schauplätze: germanische Siedlungsräume im heutigen Südwestdeutschland, Kalkriese, Limesregion mit der Saalburg, römisches Köln
Folge 3: Kreuz und Krone (Frühmittelalter, spätes 8. Jahrhundert bis 1000 n. Chr.)
Ausgehend von den Sachsenkriegen Karls des Großen erzählt die Folge vom Aufstieg des Christentums und von der Entstehung einer neuen Ordnung nach dem Ende der Antike: durch das Frankenreich. Am Beispiel des Sachsenjungen Hathumar wird sichtbar, wie Christianisierung, Bildung und Schriftwesen das Leben verändern. Die Geschichte führt von fränkischen Dörfern und Klöstern im 8. Jahrhundert bis zur Entstehung des ostfränkischen Reichs, an den Hof Ottos des Großen nach Quedlinburg. Im Mittelpunkt stehen Alltag, Glaube und Herrschaft.
Schauplätze: Frühmittelalterliches Sachsen, Klosterwelt des Frankenreichs, Hohenstein bei Hessisch Oldendorf, Aachener Dom, Dom zu Paderborn, Quedlinburg
Folge 4: Ritter und Städte (12. und 13. Jahrhundert)
Die Folge blickt auf eine Zeit dynamischen Wandels: Bevölkerungswachstum, Stadtgründungen und die Expansion nach Osten verändern das Reich grundlegend. Im Zentrum stehen die Gründung Lübecks, die Begegnung mit den "heidnischen" slawischen Nachbarn und die Folgen des Wendenkreuzzugs. Gleichzeitig eröffnet die Folge einen Blick auf die mittelalterliche Rechtsordnung anhand des Sachsenspiegels. Erzählt wird von einer Gesellschaft, die immer stärker vernetzt ist, ohne bereits eine Nation zu sein.
Schauplätze: Lübeck, Ostholstein/Wagrien, slawische Siedlungsgebiete an der Ostsee sowie Reppichau, Heimatort des Sachsenspiegel-Verfassers Eike von Repgow
Folge 5: Pest und Profit (14. und 15. Jahrhundert)
Die letzte Folge der ersten Staffel führt in die Welt spätmittelalterlicher Städte, Händler und Gelehrter. Im Zentrum stehen Erfurt und Lüneburg: Fernhandel, Hanse und Salzwirtschaft sorgen für Wohlstand. Doch die neue Vernetzung birgt auch Gefahren. Die Pest folgt den Handelswegen und erschüttert das Reich. In Erfurt kommt es im Vorfeld der Pest zu einem Pogrom an den dort lebenden Juden. Es wird erzählt anhand des Schicksals des jüdischen Kaufmanns Kalman von Wiehe. Zugleich zeigt die Folge, wie Handelsnetzwerke, Universitäten und ein verändertes Zeitverständnis den Übergang in die Moderne vorbereiten.
Schauplätze: Erfurt, Alte Synagoge Erfurt, Krämerbrücke, Lüneburg, Lübeck, Saline Lüneburg
In der Presseinformation O-Töne für Radiosender und Audio-Medien steht das Interview mit Matthias Brandt auch als Audio-Datei und schriftliches Transkript zur Verfügung.
Pressefotos zur Sendung erhalten Sie unter https://presseportal.zdf.de/presse/detail/die-geschichte-der-deutschen (nach Log-in), telefonisch unter 06131 – 70-16100 oder per E-Mail unter pressefoto@zdf.de.