"Terra X: Liebe" – Wie sie kommt und wie sie bleibt

Zweiteilige Doku mit Leon Windscheid

Wenn uns die Liebe erwischt, sind wir nahezu machtlos. Was im Körper und im Gehirn passiert, wenn wir uns verlieben, und wie die Liebe bleibt – das will Psychologe Leon Windscheid in der zweiteiligen "Terra X"-Dokumentation "Liebe" herausfinden. Er trifft Expertinnen und Experten aus den Bereichen Psychologie, Philosophie, Geschichte und Neurobiologie rund um den Globus und will von ihnen auch erfahren: Gibt es tatsächlich allgemeingültige "Dos and Don'ts" für die ewige Liebe? Und was ist das Geheimnis langjähriger Paare?

Sendedatum

beide Folgen ab Mittwoch, 27. Mai 2026
Sonntag, 31. Mai und 7. Juni 2026, 19.30 Uhr

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ZDF-Streaming-Portal: beide Folgen ab Mittwoch, 27. Mai 2026, 10.00 Uhr
ZDF: Sonntag, 31. Mai und 7. Juni 2026, 19.30 Uhr

Stablisten

Terra X: Liebe – Wie sie kommt

Buch und Regie: Greta Buschhaus, Luzia Niedermeier
Moderation: Leon Windscheid
Kamera: Tobias Winkel, Mika Völker, Matthias Meisen
Ton: Julius Hofstädter, Moritz Kerst, Marcel Weise, João Carlos Da Cruz
Schnitt: Steffen Bartneck, Holger Finck, Tom Ballschmieter, Susanne Ocklitz
Produktionsleitung: Cora Szielasko-Schulz (ZDF), Kerstin Schönborn (ZDF), Carolin Taruttis (Florida Factual)
Projektleitung: Teresa Lonnemann
Produzent: Moritz Hohenfeld
Redaktion: Sonja Trimbuch (ZDF)

Terra X: Liebe – Wie sie bleibt

Buch und Regie: Raphael Wüstner
Moderation: Leon Windscheid
Kamera: Tobias Winkel, Mika Völker, Matthias Meisen
Ton: Julius Hofstädter, Moritz Kerst, Marcel Weise, João Carlos Da Cruz
Schnitt: Holger Finck
Produktionsleitung: Cora Szielasko-Schulz (ZDF), Kerstin Schönborn (ZDF), Carolin Taruttis (Florida Factual)
Projektleitung: Teresa Lonnemann
Produzent: Moritz Hohenfeld
Redaktionelle Mitarbeit: Luzia Niedermeier, Greta Buschhaus
Redaktion: Sonja Trimbuch (ZDF)

Liebe – Wie sie kommt (1/2)

Wenn es uns erfasst, sind wir nahezu machtlos: Verliebtsein zaubert unvergleichliche Glücksgefühle, macht süchtig nach mehr – und kann uns im nächsten Moment in tiefste Abgründe stürzen. In der ersten Folge der "Terra X"-Dokumentation "Liebe – Wie sie kommt" erforscht "Terra X"-Moderator und Psychologe Leon Windscheid das Geheimnis des Verliebens. Das Verlieben und die Liebe beschäftigen Generationen und sind sowohl in Kunst und Literatur als auch auf den Sozialen Medien ein Dauerbrenner. Liebe bringt Menschen dazu, alles zu wagen, manchmal selbst Verbotenes. Ohne die Liebe hätte die Spezies Mensch sich nicht so erfolgreich weiterentwickelt und überlebt.

In dem "Terra X"-Zweiteiler macht sich Leon Windscheid mit Wissensdurst, Mitgefühl und Humor auf in das Universum der Liebe – von seinen Anfängen bis heute. Dabei will er herausfinden: Warum verknallen wir uns Hals über Kopf, und warum sind wir diesem Zustand so willenlos ausgeliefert? Was passiert beim Verlieben in Gehirn und Körper? Können Forschende tatsächlich erkennen, in wen wir verliebt sind – und können wir den Erfolg bei der Partnerwahl beeinflussen?

In der ersten Folge bekommt Leon Windscheid Antworten auf die drängendsten Fragen von Liebesexpertinnen und -experten rund um den Globus – von Tokyo, Rom, Pompeji, London bis Zürich und Berlin. Zusammen mit einem Neurowissenschaftler blickt er in ein verliebtes Gehirn, in Tokyo entdeckt er neue Formen der Liebe, und in Rom offenbaren die Liebesratgeber des antiken Dichters Ovid, wie das Phänomen des Verliebens auch schon vor 2000 Jahren unsere Vorfahren umtrieb.

Liebe – Wie sie bleibt (2/2)

Die Liebe fesselt und beschäftigt seit Menschengedenken. Liebe kann unendlich sein – aber auch viel zu kurz. Wie Liebe zwischen zwei Menschen dauerhaft funktionieren kann, beleuchtet die Folge "Terra X: Liebe – Wie sie bleibt".

In der Antike waren die mit der Liebe verbundenen Leidenschaften und das Chaos geradezu gefürchtet, mit Magie und Enthaltsamkeit wurde ihr im Mittelalter begegnet. Dabei kann sie beim Menschen ungeheure Kräfte freisetzen und zu Höchstleistungen befähigen. Liebe macht unbesiegbar – und gleichzeitig so verletzlich. Sie vernebelt unsere Sinne, blockiert unser rationales Denken. Gibt es tatsächlich allgemeingültige "Dos and Don'ts" für die ewige Liebe? Was ist das Geheimnis langjähriger Paare und berühmter Liebespaare? Ist Fremdgehen evolutionär angelegt – oder doch nur eine faule Ausrede? Es glauben zwar immer mehr junge Menschen an die ewige Liebe, aber was, wenn sie nicht kommt – oder wieder geht?

In der "Terra X"-Folge "Liebe – Wie sie bleibt" untersucht Leon Windscheid, welche neurobiologischen und psychologischen Prozesse die Liebe auslöst und Paare zusammenbleiben lässt. Er will auch erfahren, warum arrangierte Ehen in Deutschland gerade wieder salonfähig werden und welche Bedeutung Selbstliebe beim Suchen, Finden und Bewahren der Liebe hat.

"Unternehmungen, Nähe, Kuscheln – das sind inzwischen Dienstleistungen, die in Japan käuflich gebucht werden können" – Interview mit Leon Windscheid „Terra X Liebe“

Liebe und "Terra X" – passt das zusammen? Das ist doch ein eher ungewöhnliches Thema für dieses Wissenschaftsformat.
Aus meiner Sicht passt das hervorragend, denn die Liebe ist ein äußerst komplexes Phänomen. Für "Terra X" erforsche ich mit Expertinnen und Experten die Liebe in ihren verschiedenen Dimensionen – biologisch, psychologisch, soziologisch und historisch. Ich begebe mich auf eine Art Erkenntnisreise in Sachen Liebe, die mich durch Deutschland, in die Schweiz und die Türkei, nach Italien, Japan und England führt. Ein Beispiel: Viele verbinden mit dem Wort "Liebe" nur das Gefühl. Aber wie entstehen diese Gefühle, und was passiert etwa in unserem Körper, wenn wir so richtig verknallt sind? Dazu treffe ich den Neurobiologen Prof. Andreas Bartels am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen. Gemeinsam mit ihm schauen wir praktisch in die Köpfe von Frisch- und Langzeitverliebten. Sehr aufregend, so viel sei verraten.

Bietet denn die zweiteilige Doku-Reihe auch praktische Tipps zu den großen und kleinen Fragen der Liebe?
Oh ja – und schon in der Konzeption war es uns wichtig, alle Altersgruppen damit anzusprechen. Vom ersten Flirt bis zur langanhaltenden Liebe: Zusammen mit Profis erkunde ich, was hilft oder eher schadet. Ausgesprochen spannende Erkenntnisse bietet auch hier der Blick auf unsere Evolution und Geschichte. Denn auch schon die Zeitgenossen von Sokrates haben vor mehr als 2000 Jahren mit Kniffen wie etwa "playing hard to get" versucht, die Liebesgunst des anderen zu gewinnen. Einige Strategien scheinen sich also bewährt zu haben. Warum und welche psychologischen Muster dahinter stehen, das können wir heutzutage erklären.

Welche Momente oder Begegnungen bei den Dreharbeiten haben Sie persönlich besonders bewegt?
In Tokyo habe ich Chihiro, eine junge Japanerin, getroffen, die bewusst keine persönliche Partnerbeziehung eingehen möchte. Sie ist mit dieser Einstellung nicht allein: Fast die Hälfte aller Haushalte in Japan sind mittlerweile Single-Haushalte. Viele scheuen den Einsatz von Gefühlen, haben Angst zu versagen oder verletzt zu werden. Aber dennoch sucht Chihiro, diese junge Frau, nach einzelnen Elementen, die eine Paarbeziehung ausmachen. Gemeinsame Unternehmungen, Nähe, Kuscheln – das sind inzwischen Dienstleistungen, die in Japan käuflich gebucht werden können. Das aus der Nähe zu erleben und Chihiros Gedanken dazu zu erfahren, das hat mich sehr berührt.  

Letzte und vielleicht wichtigste Frage: Gibt es ewige Liebe?
Genau dieser Frage widmen wir mit Teil zwei, "Liebe – Wie sie bleibt", eine gesamte Folge von "Terra X". Ich treffe dazu unter anderem den Philosophen Alain de Botton in London, der auf diese Frage eine äußerst provokante Antwort gibt. Seine Theorien und Gedanken dazu eröffnen aber neue Perspektiven, die erstaunlich viel Druck aus dieser Angelegenheit nehmen und uns vielleicht mehr Glück in der Liebe ermöglichen. Mehr möchte ich nicht verraten …

Das Interview führte Sonja Trimbuch, Redaktion "Terra X".

"Wahre Liebe findet im Alltag statt" – Zitate aus den Filmen

Aus "Terra X: Liebe – Wie sie kommt" (1/2)

Alain de Botton, britisch-schweizerischer Philosoph und Autor

Ein sehr gutes Thema für ein erstes Date ist, zu fragen: Okay, auf welche Art bist du verrückt? Und wenn die Person sagt "Ich bin nicht verrückt" – schnell weg.

Wer will schon auf ein Date mit einem Gott gehen? Du willst einen Menschen. Niemand will dafür geliebt werden, perfekt zu sein. Wir wollen uns verstanden und gesehen fühlen. Wenn mich jemand anschaut und sagt "Ich weiß, du bist irgendwie ein Idiot, aber ich liebe dich trotzdem" – das ist wahre Liebe.

Du wirst vermutlich viele Male scheitern. Liebe ist eine lehrreiche Reise. Wenn du sie bis zum Alter von 20, 30 nicht durchschaut hast, keine Panik. Es könnte sein, dass du erst mit 85 beginnst, die Liebe zu verstehen.

Wir assoziieren Liebe mit Jugend, aber wahre Liebe könnte bis zum sechsten, siebten oder achten Lebensjahr auf sich warten lassen. Also seid geduldig, Leute.

Prof. Dr. Andreas Bartels, Neurobiologe

Inzwischen weiß man, dass die Sucht sehr nah mit der Liebe verbandelt ist. Also, dass sich die Sucht Mechanismen borgt, die sich eigentlich evolutionär für die Liebesfähigkeit entwickelt haben. Dann hat man auch Schwierigkeiten aus der Kiste wieder rauszukommen, weil es letztlich eine biologische Bindung ist. Und das wieder loslassen zu können, das macht Probleme und dauert auch eine Weile. 

Prof. Dr. Peter Dinzelbacher, Historiker

In den medizinischen Handbüchern der Antike wird tatsächlich das Verliebtsein als Krankheit beschrieben. 

 

Aus "Terra X: Liebe – Wie sie bleibt" (2/2)

Alain de Botton, britisch-schweizerischer Philosoph und Autor

Wahre Liebe ist die Fähigkeit, das Schöne und Wunderbare im Alltag zu sehen. Wir denken oft, dass Liebe etwas Besonderes sein muss, mit Traumschlössern und Abenteuern. Aber wahre Liebe findet im Alltag statt.

Die schönsten Gemälde der Welt zeigen ganz alltägliche Sachen: ein Feld, eine Blume, einen Berg. Aber wirklich angeschaut, mit Zuneigung, Zärtlichkeit und Neugier – wenn man so will, mit Liebe. Und plötzlich denkt man: Mein Gott, ist das schön. Und sieht diese Sachen in ganz neuem Licht. So machen es Künstler, und Liebende sollten es auch tun. Es gibt so viele Gelegenheiten, den Partner anzuschauen, als würde man ihn zum ersten Mal sehen. Das ist wahre Liebe.

Wir sind Opfer einer grausamen Ideologie, die sagt: Jeder findet seinen Seelenverwandten. Jemanden, der uns in jeder Hinsicht versteht. Kein Wunder, dass das echte Leben da nicht mithalten kann. Deswegen enden Liebesgeschichten immer so früh. Weil keine Geschichte auf dem Höhepunkt einfach so weitergehen kann. Das Gefühl der Liebe ist vergänglich. Wenn man zu jemandem sagt "Ich liebe dich", sollte man genau genommen etwas Wichtiges hinzufügen: "Ich liebe dich – im Moment."

Prof. Lars Penke, Evolutionspsychologe

Wir sind sicherlich eine Spezies, die eher darauf angepasst ist, relativ stark auf einzelne Personen fixiert zu sein. Aber so etwas wie sexuelles Interesse außerhalb der Beziehung – Fremdgehen oder Ähnliches – das hat es schon immer gegeben und wird es auch immer geben. Die Idee, dass es eine lebenslange sexuelle Treue gibt, ist eher eine kulturelle Erfindung.

Prof. Guy Bodenmann, Psychologe

Wenn Paare nicht nur oberflächlich über Themen wie z.B. Stress reden, sondern auch darüber, was der Stress mit einem macht, erhöht das die Chance auf eine langfristige Liebe. Einerseits wird der Stress reduziert, andererseits schafft es Intimität.

Prof. Fikri Kulakoğlu, Archäologe

Bei Heiratsverträgen in Kültepe von vor 4000 Jahren drehte sich alles ums Geld. Bei einer Scheidung wollte man genau wissen, was man zurückbekommt – man wollte das Vermögen in der Familie behalten.

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