03.12.2018, 10:46 Uhr - Nachrichten/Aktuelles, Unternehmen

"TV für Alle" verbessert Auffindbarkeit von barrierefreien TV-Angeboten

ZDF
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Der Berliner Verein Sozialhelden startet in Kooperation von ARD, ZDF, den Medienanstalten und VAUNET, das Inklusionsprojekt "TV für Alle". Die neue App und Website zeigt im elektronischen Programmführer (EPG) eine Übersicht zu allen barrierefreien TV-Angeboten in Deutschland. "TV für Alle" erleichtert das Suchen und Finden von TV-Sendungen mit Untertiteln und Audiodeskription. In einem weiteren Ausbauschritt sollen auch die Angebote mit Gebärdensprache und die Online-Mediatheken verlinkt werden.

Menschen mit Behinderungen nutzen für ihre mediale Information und Unterhaltung überwiegend das Fernsehen. Laut einer Studie zum Mediennutzungsverhalten von Menschen mit Behinderungen im Auftrag der Medienanstalten und der Aktion Mensch ist das Fernsehen das Hauptmedium für gesellschaftliche Teilhabe von behinderten Menschen. Neben Informationen und Nachrichten werden auch Unterhaltungs- und Service-Sendungen gerne angeschaut, um "mitreden" und teilhaben zu können.

Bereits heute sind zahlreiche Sendungen des deutschen Fernsehens barrierefrei zugänglich. Parallel zu den Online- und TV-Angeboten der einzelnen Sender bietet "TV für Alle" eine übergreifende Plattform für Menschen, die gezielt nach Sendungen mit Audiodeskription oder Untertiteln suchen.

Mit der neuen digitalen und barrierefreien Programmzeitschrift "TV für Alle" können die Nutzer TV-Inhalte nach barrierefreien Angeboten für Menschen mit Sehbehinderungen oder Hörbehinderungen filtern. "Aktuelle Fernsehzeitschriften haben zwar oft einen kleinen Hinweis, ob es zu der Sendung Untertitel oder Audiodeskriptionen gibt, aber filtern können Menschen mit Behinderungen nach diesen Angeboten leider nicht", erklärt Sozialhelden-Vorstand und 'TV für Alle'-Projektleiter Raul Krauthausen. "Auf der Webseite www.tvfueralle.de können sich alle Interessierten über die nächsten Sendungen mit Audiodeskriptionen informieren oder sehen, welche Filme beispielsweise mit Untertitel sonntags um 20.15 Uhr laufen", beschreibt Krauthausen das Projekt.

Der Fokus von "TV für Alle" liegt zunächst auf Sendungen mit Untertiteln und Audiodeskription. “Die meisten Inhalte mit Gebärdensprache werden in den Mediatheken der Sender bereitgestellt. Eine entsprechende Verlinkung auf diese Inhalte wollen wir in einer weiteren Ausbaustufe von 'TV für Alle' vornehmen", erklärt Raul Krauthausen. Besonders stolz ist der Inklusions-Aktivist darauf, dass das Projekt sowohl vom öffentlich-rechtlichen als auch privatem Rundfunk sowie den Medienanstalten unterstützt wird. Diese Konstellation sei bisher einzigartig und ein starkes Zeichen.

ZDF-Hauptredaktionsleiter Dr. Eckart Gaddum begrüßt die gemeinsame Plattform: "'TV für Alle' bietet einen zusätzlichen Suchagenten für die vielen barrierefreien Sendungen im ZDF-Programm. Der Programmführer auf dem Smartphone oder im Netz verweist im ersten Schritt auf das lineare Fernsehprogramm. Mit den sich ändernden Nutzergewohnheiten der Zielgruppe wünschen wir uns eine baldige Erweiterung zur Verlinkung der ZDFmediathek."

Neben dem Service für Menschen mit Behinderungen kann die Fernsehzeitschrift auch ohne Filter genutzt werden und eine Übersicht für jeden Zuschauer und jede Zuschauerin geben. Raul Krauthausen hat auch noch einen Tipp parat: "Wem zum Beispiel die Fußballkommentatoren nicht so gefallen, der kann gerne mal auf den Audiodeskriptions-Kanal wechseln und sich somit auch ein Fußballspiel nebenbei angucken oder besser gesagt: hören. Denn diese zusätzlichen Services kommen letztlich allen Menschen zugute."

Das Projekt "TV für Alle" wird technisch von der Agentur HenkelHiedl mit den Daten von Media Press realisiert. Die Seite ist für Smartphones optimiert, so dass nicht extra eine App installiert werden muss.

Über die Projektpartner:

SOZIALHELDEN e.V.

Die Sozialhelden entwickeln seit 2004 Projekte, die auf soziale Probleme aufmerksam machen und kreative Lösungen anbieten. Die Kombination von innovativen Ideen mit einer guten Portion Humor hat sich dabei als erfolgreich erwiesen: Das Berliner Team wurde unter anderem mit dem Deutschen Engagementpreis, dem Deutschen Bürgerpreis, dem World Summit Award, dem Smart Accessibility Award und dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet.

DIE MEDIENANSTALTEN

die medienanstalten – das ist die Dachmarke der 14 Landesmedienanstalten in Deutschland. Sie sind zuständig für die Zulassung und Aufsicht der privaten Radio- und Fernsehveranstalter. Sie prüfen die Einhaltung von Werberegeln und Bestimmungen zum Jugendschutz und fördern Projekte zur Vermittlung von Medienkompetenz. Das Thema Barrierefreiheit hat längst einen festen Platz in der Arbeit der Medienanstalten. Regelmäßige Monitorings der Programmangebote, aussagekräftige Daten zur Mediennutzung und der Austausch mit Politik und Betroffenenverbänden bilden dafür die Grundlage.

ARD

Die ARD ist die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland – mit neun Landesrundfunkanstalten für 16 Bundesländer, mit Fernseh-, Radio- und Online-Angeboten für alle. Der föderale Medienverbund ist gemeinwohlorientiert und beitragsfinanziert. Die ARD berücksichtigt die Belange von Menschen mit Behinderungen in ihren Programmen und baut ihre barrierefreien Angebote konsequent aus. Im Fokus stehen dabei fünf Themenbereiche: Untertitelung, Einsatz von Gebärdensprachdolmetscher*innen, Audiodeskription, Informationen in Leichter oder einfacher Sprache und die weitere Verbesserung der Barrierefreiheit der Online-Angebote.

ZDF

Das Zweite Deutsche Fernsehen mit Sitz Mainz, 16 Landesstudios, dem Hauptstadtstudio in Berlin sowie 18 Auslandsstudios baut sein barrierefreies Angebot weiter kontinuierlich aus. Die Beiträge und Sendungen mit Untertitel, Gebärdensprache und Audiodeskription werden im Fernsehen und in der ZDFmediathek nicht nur von Menschen mit Behinderungen zunehmend genutzt. 

VAUNET ist der Spitzenverband der privaten audiovisuellen Medien in Deutschland. Unter VAUNET – Verband Privater Medien e.V. firmiert seit dem 21. Mai 2018 der vormalige VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien) mit Sitz in Berlin und einem Büro in Brüssel. Zu den vielfältigen Geschäftsfeldern der rund 150 Mitglieder gehören TV-, Radio-, Web- und Streamingangebote.

Ansprechpartner: Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108, pressedesk@zdf.de

Maiinz, 3. Dezember 2018
ZDF Presse und Information