"Terra X: Faszination Wasser": zwei neue Folgen mit Uli Kunz

Uli Kunz erforscht die Inselwelten des Pazifiks und das Unterwasserleben im Mittelmeer

Seegras ist bietet Lebensraum für Fische und andere Tiere, reinigt das Wasser und produziert Sauerstoff. Meeresbiologe und "Terra X"-Moderator Uli Kunz erkundet diesen besonderen Lebensraum vor der Küste von Mallorca.
ZDF/Lars Böhnke
Seegras ist bietet Lebensraum für Fische und andere Tiere, reinigt das Wasser und produziert Sauerstoff. Meeresbiologe und "Terra X"-Moderator Uli Kunz erkundet diesen besonderen Lebensraum vor der Küste von Mallorca. ZDF/Lars Böhnke

Pazifikinseln wie Palau und die Unterwasserwelt des Mittelmeers sind in zwei neuen Folgen von "Terra X: Faszination Wasser" das Ziel von Uli Kunz. Der Meeresbiologe und "Terra X"-Moderator nimmt mit zu verborgenen Seen mit bizarren Tieren, lernt die uralte Kunst der Navigation nach den Sternen und erfährt, wie Inseln entstehen. Bei einer Reise von Spanien zu den griechischen Inseln erkundet er die Natur am Mittelmeer: über und unter Wasser. Wie steht es um unser beliebtes Urlaubsmeer?

Sendedatum

beide Folgen ab Mittwoch, 29. April 2026
Sonntag, 3. und 10. Mai 2026, 19.30 Uhr

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Sendedaten

ZDF-Streaming-Portal: beide Folgen ab Mittwoch, 29. April 2026, 10.00 Uhr
ZDF: Sonntag, 3. und 10. Mai 2026, 19.30 Uhr

Stabliste

Terra X: Faszination Wasser
Palau – Inselwelten des Pazifiks

Buch und Regie: Jakob Kneser
Kamera: Christian Eichenauer
Unterwasser-Kamera: Uli Kunz, Florian Huber
Schnitt: Marie Wilbers
Ton: Alexander Czart
Musik: Paul Rabiger
Digitale Spezialeffekte: Scope VFX
Moderator & Sprecher: Uli Kunz
Produktionsleitung Gruppe 5: Svenja Wolter
Produktionsleitung ZDF: Cora Szielasko-Schulz, Petra Ziegler
Producerin: Claudia Ruby
Produzent: Stefan Schneider
Redaktion: Ricarda Schlosshan

Terra X: Faszination Wasser
Unser Mittelmeer – Was lebt unter der Oberfläche?

Buch und Regie: Claudia Ruby
Kamera: Torbjörn Karvang, Lars Böhnke
Unterwasser-Kamera: Uli Kunz, Lennart Rossenfeld
Schnitt: Fabian Reisch
Ton: Lars Böhnke
Musik: Paul Rabiger
Digitale Spezialeffekte: Scope VFX
Moderator & Sprecher: Uli Kunz
Produktionsleitung Gruppe 5: Svenja Wolter
Produktionsleitung ZDF: Cora Szielasko-Schulz, Petra Ziegler
Produzent: Stefan Schneider
Redaktion: Ricarda Schlosshan

Eine Produktion der Gruppe 5 Filmproduktion im Auftrag des ZDF

Palau – Inselwelten des Pazifiks
Die in Salzwasser-Seen lebenden goldenen Quallen gehören zu den endemischen Tieren Palaus. ZDF/Uli Kunz

Die Pazifikinseln brachten Hochkulturen hervor, boten Schutz für Gestrandete – und sind Heimat für einzigartige Tiere und Pflanzen. Was macht Inseln wie Palau so besonders? Das will Meeresforscher und "Terra X"-Moderator Uli Kunz in dieser Folge "Faszination Wasser" herausfinden. Er entdeckt verborgene Seen mit bizarren Tieren, erforscht geheimnisvolle Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg, lernt die uralte Kunst der Navigation nach den Sternen und erfährt, wie Inseln entstehen.

Die Quallen-Seen von Palau sind inzwischen weltberühmt. Vom Meer isoliert entwickelten sich in diesen Gewässern nicht-nesselnde Quallen und Fische, die noch nie einen Fressfeind gesehen haben. Palau hat es dem Meeresforscher Uli Kunz besonders angetan: Dort beobachtet er die Massenhochzeit der Papageifische, versucht die Wanderbewegungen der Mantas zu verstehen und bewundert das Ökosystem, das sich an einem Wrack aus dem Zweiten Weltkrieg gebildet hat. Denn Palau – einst deutsche Kolonie – war später Schauplatz im Pazifikkrieg.

An die 30.000 Inseln gibt es im Pazifik – mehr als in jedem anderen Ozean. Palau liegt im westlichen Pazifik und gehört zu Mikronesien, einer der drei großen Regionen Ozeaniens. Inseln sind für die Forschung besonders interessant. Wie schon Charles Darwin anhand der Galapagos-Finken herausfand, bilden sich auf ihnen oft einzigartige Arten. Auf Palau ist die Palaufruchttaube nationales Symbol der Insel: Es gibt sie nur hier. Die Isolation begünstigt Phänomene wie den Inselgigantismus – eindrucksvolles Beispiel ist der Komodowaran – oder Inselverzwergung, ein Beispiel hierfür ist der durchschnittlich nur zweieinhalb Meter große Borneo-Zwergelefant. Auf Inseln finden sich auch Spuren uralter menschlicher Baukunst: Auf Palau etwa stehen geheimnisvolle, 2.000 Jahre alte Erdpyramiden, während auf der Osterinsel polynesische Siedler tonnenschwere Steinstatuen errichteten.

Die Inseln Palaus sind Teil einer alten vulkanischen Inselkette, die vor 40 bis 20 Millionen Jahren entstand. Später überzogen Korallen die erloschenen Vulkane. Ihre Kalkablagerungen prägen noch heute das Gesicht der Insel. Fast alle Inseln Palaus liegen innerhalb eines Lagunensystems, umgeben von einem riesigen Barriere-Riff. In seinem Schutz konnten sich einzigartige Ökosysteme entwickeln. Nicht zuletzt dank der Umweltpolitik der Inselregierung: 2015 erklärte sie das gesamte Meeresgebiet rund um Palau zu einem der größten Meeresschutzgebiete der Erde. Mehr als 1.400 Fischarten kommen dort vor, hunderte von Korallenarten und  60 verschiedene Haie und Rochen. Die Inseln Hawaiis entstanden dagegen aus einem sogenannten vulkanischen Hotspot heraus. Dort speien die Vulkane immer noch Feuer.

Unser Mittelmeer – Was lebt unter der Oberfläche?
Blauhaie gehören zu den häufigsten und bekanntesten Haiarten im Mittelmeer, doch auch sie gelten als überfischt. Häufig landen sie als Beifang an den Haken und in den Netzen der Fischer. ZDF/Uli Kunz

Das Mittelmeer scheint den Europäern vertraut. Doch unter Wasser beginnt eine andere Welt: Dort leben Wale und Haie, Robben und andere Tiere. Das Mittelmeer ist ein Hotspot der Artenvielfalt, aber auch ein Brennpunkt von Umweltproblemen. Meeresbiologe und "Terra X"-Moderator Uli Kunz will herausfinden, wie es dem Mittelmeer geht und reist dafür von Spanien bis zu den griechischen Inseln. Er begegnet Tieren, die vom Aussterben bedroht sind – und Menschen, die sich für ihren Schutz einsetzen.

Der Finnwal ist der größte Bewohner im Mittelmeer – und der zweitgrößte auf unserem Planeten. Die Tiere können mehr als 20 Meter lang und 70 Tonnen schwer werden. Im Frühsommer ziehen sie die spanische Küste entlang Richtung Atlantik. Meeresbiologe Uli Kunz ist zusammen mit einem Team von Walforschern unterwegs, um mehr über die Wale und ihre Wanderungen herauszufinden. Wie zum Beispiel lässt sich verhindern, dass Wale immer wieder mit Schiffen kollidieren?

Im Laufe der Jahrmillionen ist im Mittelmeer ein einzigartiges Ökosystem entstanden. Im Naturpark "Cap de Creus", ganz im Osten der Iberischen Halbinsel, ist die Natur unter Wasser noch einigermaßen intakt. Die Felswände sind mit leuchtend roten Gorgonien, Anemonen und Schwämmen bewachsen: ein idealer Laichplatz und Versteck für zahlreiche Fischarten. Eine reiche Unterwasserwelt, die so fast nur noch in streng geschützten Schutzgebieten existiert.

Jedes Jahr zur Sommerzeit setzt eine Massenbewegung Richtung Mittelmeer ein: Jeder dritte Tourist weltweit verbringt seinen Urlaub am Mittelmeer. Allein auf Mallorca urlauben jedes Jahr mehr als zehn Millionen Menschen. Doch auch dort gibt es noch unberührte Natur: an Land und im Wasser. Einige Seegraswiesen rund um die Balearen sind fast 100.000 Jahre alt. 

Mit Agustí Torres von der Haischutzorganisation "Shark Med" startet Uli Kunz zu einer mehrtägigen Tour. Im Mittelmeer leben etwa 40 verschiedene Haiarten: Sogar Weiße Haie und Hammerhaie gibt es noch, auch wenn ihr Bestand um mehr als 90 Prozent eingebrochen ist. "Verantwortlich dafür sind die Überfischung und unsere Angst vor dem Hai", sagt der Haiexperte Torres.

Auch die Mittelmeer-Mönchsrobbe, eine der seltensten Robbenarten der Welt, stand noch vor wenigen Jahren kurz vor dem Aussterben – doch ganz langsam erholt sich der Bestand. Eine Erfolgsgeschichte. Die Natur am Mittelmeer verändert sich rasant: "In welche Richtung es geht, liegt an einer einzigen Art: an uns", so das Fazit von Uli Kunz.

Zitate aus den Filmen von Expertinnen und Experten

Aus "Palau – Inselwelten des Pazifiks" (1/2)

Annette Kühlem, Archäologin, über teilweise 200 Meter hohe Erdpyramiden, die man auf Babeldaob auf Palau gefunden hat
Was diese Erdwerke hier in Palau so besonders macht, ist, dass sie tatsächlich das früheste Zeugnis von Monumentalität in ganz Ozeanien sind. Das ist in pazifischen Gesellschaften ein sehr wichtiges Konzept, über das Eliten ihre Macht zur Schau stellen. Und hier auf Palau haben wir das früheste Beispiel und eins der beeindruckendsten Beispiele dafür.

Ron Leidich, Meeresbiologe, über die Seen im Inneren der Rock-Islands von Palau
Jeder dieser Meeresseen ist ein isoliertes Ökosystem. Wie bei den Galapagos-Inseln findet man hier ganz unterschiedliche Lebensräume. Jeder See unterscheidet sich in Tiefe, Größe und Strömung. Kein See gleicht dem anderen.

Wenn man in einen Meeressee eintaucht, weiß man nie, was einen erwartet. Manche sind voller urzeitlicher Lebewesen, die nirgendwo sonst leben. Andere bilden ökologische Inseln: Fische werden als Larven hineingezogen und bleiben ihr Leben lang gefangen – manche können 50, 60 oder sogar 80 Jahre alt werden. In ihrem ganzen Leben sehen sie nie ein Raubtier!

Mandy Etpison, Tierschützerin, zur Erforschung der Riff-Mantas auf Palau
Wir sehen natürliche Verletzungen wie Hai- oder Walbisse. Leider sterben auch viele Mantas an den Bojen der Touristenboote. Weil ihre Augen seitlich sitzen, kommt es oft zu Kollisionen. Beim Versuch, sich von Ankerleinen zu befreien, verfangen sie sich und ertrinken, denn Mantas müssen ständig in Bewegung bleiben, um zu überleben.

Was mich an ihnen am meisten fasziniert, ist ihre Intelligenz und Selbstwahrnehmung. Manchmal, wenn ich meine Weitwinkelkuppel auf der Kamera habe, kommen sie ganz nah heran, um sich darin zu spiegeln.

Ich würde gerne mehr über ihr Verhalten lernen, denn darüber ist wenig bekannt. Normalerweise sieht man Mantas nur in der Nähe der Riffe. Wir würden gerne herausfinden, wo sie gebären, damit wir diese Gebiete schützen können, und einfach mehr über sie erfahren.

Sesario Sewralur, traditioneller Navigator
Unsere Vorfahren kannten jeden Stern am Himmel. Jedem Stern ist eine Insel zugeordnet. Wenn man lossegelt, weiß man also genau, welchem Stern man folgen muss.

 

Aus "Unser Mittelmeer – Was lebt unter der Oberfläche?" (2/2)

Boris Herrmann, Profi-Segler und Meeresbotschafter, Herrmann stellt sein Schiff „Malizia Explorer“ Wissenschaftlern zur Verfügung
Für mich jetzt persönlich dabei zu sein, wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hier die Wale untersuchen, das macht mir immer wieder deutlich, wie viele Mysterien der Ozean eigentlich noch in sich birgt und wie viele nicht wissen, was unter unserem Schiff ist.

Dr. Simone Panigada, Walforscher, Tethys Forschungsinstitut (Italien), zur Frage, warum immer Wale im Sommer das Mittelmeer verlassen
Es könnte eine Kombination verschiedener Faktoren sein: Vielleicht stehen sie zu sehr unter  Druck. Eine andere Möglichkeit ist der Klimawandel: Das Mittelmeer wird zu warm, es gibt weniger Nahrung. Und deshalb wandern die Wale im Sommer woanders hin, um zu fressen.

Gigi Torres, Meeresbiologin, Naturschutzorganisation "Arrels Marines" (Mallorca, Spanien) über die ökologische Bedeutung von Seegras
Neptungras ist endemisch im Mittelmeer, das heißt, die Pflanze kommt nirgendwo sonst auf der Welt vor. Allein das macht sie besonders. Außerdem produziert sie Sauerstoff, schützt unsere Küsten vor Erosion und dient als Kinderstube für viele Arten, die für unsere Fischerei wichtig sind.

Agustí Torres, Haiexperte, Naturschutzorganisation "Shark Med" (Mallorca, Spanien) über Angst vor dem Hai
Diese Angst ist irrational. Viele hier auf den Balearen glauben nicht, dass es hier je Weiße Haie gab. Sie erinnern nicht, dass sie vor kurzem noch da waren: In den 1950er-, 60er- und 70er-Jahren haben Fischer hier in der Bucht von Pollença große Weiße Haie gefangen. Sie waren damals ein normaler Teil des Ökosystem.

Weitere Folgen aus der "Terra X"-Reihe "Faszination Wasser"

Alle vorherigen Folgen der "Terra X"-Reihe "Faszination Wasser" sind im ZDF-Streaming verfügbar.

Uli Kunz in "Kunz und die Welt"

"Kunz und die Welt" ist mehr als eine Umwelt- oder Klima-Doku – es ist ein Abenteuer voller Wissenschaft, Humor und Emotionen. Die ungewöhnliche "Terra X"-Reihe begleitet Uli Kunz auf seiner Mission, die Erde von der Menschheit zu überzeugen. Mit spektakulären Bildern, überraschenden Fakten und einer ungewöhnlichen Perspektive – der Welt selbst. Weitere Informationen im ZDF-Presseportal: https://presseportal.zdf.de/pressemappe/kunz-und-die-welt

Hier geht's zu "Kunz und die Welt" im ZDF-Streaming-Portal. 

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