"Terra X: Vergessenes Wissen": zweiteilige Doku

Warum unsere Ahnen Vorbilder in Sachen Nachhaltigkeit sein können

Auf den Lofoten erntet Angelita Erikson verschiedenste essbare Algen, die hier wachsen, ganz ohne Pestizide oder Dünger.
ZDF/Jürgen Heck
Auf den Lofoten erntet Angelita Erikson verschiedenste essbare Algen, die hier wachsen, ganz ohne Pestizide oder Dünger. ZDF/Jürgen Heck

Kreislaufwirtschaft, Recycling und Upcycling, nachhaltiges Bauen und Essen, Naturheilkunde und langfristige Umweltschutz-Strategien – all das gab es schon vor Jahrhunderten. Die zweiteilige "Terra X: Vergessenes Wissen"-Dokumentation zeigt, wie unsere Ahnen nachhaltig lebten – und was wir heute daraus lernen können.

Sendedatum

beide Folgen ab Mittwoch, 16. April 2026
sonntags, 19. und 26. April 2026, 19.30 Uhr

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Terra X: Vergessenes Wissen – Schätze der Natur (1/2)

Buch: Cristina Trebbi, Susanne Utzt
Regie: Christopher Gerisch, Anja Kindler, Roopa Rao, Cristina Trebbi, Susanne Utzt
Kamera: Sabareesh Arumuguam, Reiner Bauer, Jasper Engel, Benjamin Fares, Jürgen Heck, Andrea Nocifora, Jean Schablin
Ton: Suresh Bagali, Christophe Baudry, Mirko Cangiamila, Frank Gautier, Henning Krämer, Alexander Pohl, Oliviero Tancredi Russo, Yannick Schmeil
Schnitt: Jakob Kastner
Grafik: Projector23
Musik: Mathias Rehfeldt
Sprecherin: Anke Reitzenstein
Archive Producer: Nico Viets
Produktion: Roberta Barboni, Nadja Haupt, Laura Trivedi
Produktionsleitung: Kerstin Peterssen (SPIEGEL TV), Petra Ziegler (ZDF)
Produzent: Kay Siering
Redaktionelle Mitarbeit: Martina Frangenberg (ZDF), Larissa Nicolin (SPIEGEL TV)
Redaktion: Johannes Geiger (ZDF), Johanna Kaack (ZDF)

Terra X: Vergessenes Wissen – Erbe der Ahnen (2/2)

Buch: Cristina Trebbi, Susanne Utzt
Regie: Christopher Gerisch, Anja Kindler, Jobst Knigge, Cristina Trebbi
Kamera: Jürgen Heck, Björn Lindenblatt, Francisco Lopez
Ton: Henning Krämer, Yannick Schmeil
Schnitt: Jakob Kastner
Grafik: Projector23
Musik: Mathias Rehfeldt
Sprecherin: Anke Reitzenstein
Archive Producer: Nico Viets
Produktion: Sonja Blaschke, James Broadley, Sophie Lahusen, Julia Macher
Nadja Haupt, Laura Trivedi
Produktionsleitung: Kerstin Peterssen (SPIEGEL TV), Petra Ziegler (ZDF)
Produzent: Kay Siering
Redaktionelle Mitarbeit: Larissa Nicolin (SPIEGEL TV), Martina Frangenberg (ZDF)
Redaktion: Johannes Geiger (ZDF), Johanna Kaack (ZDF)

Über die Reihe

Fortschritt, Wachstum, Wohlstand – die Zauberformel der vergangenen Jahrhunderte hat die Menschheit zwar weit gebracht, aber auch an den Rand des Abgrunds geführt. Allerorten wird händeringend nach neuen Lösungen gesucht für die Probleme des 21. Jahrhunderts. Dabei zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Kreislaufwirtschaft, Recycling und Upcycling, nachhaltiges Bauen und Essen, Naturheilkunde und langfristige Umweltschutz-Strategien – all das gab es schon vor Jahrhunderten. Denn Nachhaltigkeit war für eine Gesellschaft schon immer überlebenswichtig.
Diese international angelegte zweiteilige "Terra X"-Reihe zeigt, wieviel Inspiration unsere Vorfahren aus den unterschiedlichsten Epochen und Weltregionen liefern können für eine Gesellschaft, die Verantwortung übernimmt: für die Gemeinschaft, den Planeten und nachfolgende Generationen.

Terra X: Vergessenes Wissen – Die Schätze der Natur (1/2)

Unsere Vorfahren waren eng mit der Natur verbunden. Durch Beobachten und Ausprobieren erkannten sie Tiere und Pflanzen als überlebenswichtigen Schatz. Ohne Hightech-Medizin waren sie darauf angewiesen, in den Pflanzen ihrer Umgebung nach Heilmitteln zu suchen. Am Institut für Tropenmedizin in Hamburg spüren Pharmakologinnen und Pharmakologen diese vergessenen Wirkstoffe auf. Sie durchforsten alte Kräuterbücher, um Mittel gegen die globale Krise der Antibiotika-Resistenz zu finden.

Auch in Indien wird angesichts von Plastikmüll bei den Ahnen nach Lösungen gesucht. In uralten Manuskripten und Felszeichnungen entdecken Forscherinnen und Forscher, wie wichtig der Bananenbaum und seine Blätter waren. Sie wurden als Verpackungen und Geschirr genutzt. Einige dieser Techniken will man heute im großen Stil wieder nutzbar machen.

Selbst das Thema Nahrungsmittelsicherheit trieb unsere Vorfahren um. Auf den Lofoten in Norwegen beginnt eine Fischerstochter, Algen zu ernten, um der Überfischung etwas entgegenzusetzen. Keine Neuigkeit, wie sie lernt, denn neolithische Grabfunde in Schottland beweisen, dass unsere Ahnen schon vor langer Zeit regelmäßig Algen aßen. Selbst Nahrungsergänzungsmittel kannten sie bereits.

Auf Sizilien erlebt das biblische "Manna" ein Revival: Es wurde über Jahrhunderte als Superfood empfohlen – gewonnen aus dem Harz der Manna-Esche. Das Wissen darum ging fast verloren, doch sizilianische Landwirte beleben die Tradition wieder und Biochemikerinnen und Biochemiker entschlüsseln das pharmakologische Geheimnis dahinter.

Auch in Frankreich experimentiert eine moderne Bauernfamilie mit historischen Anbaumethoden, die sie weltweit, aber auch bei den Pariser Stadtbauern des 19. Jahrhunderts entdeckt haben. Nur mit dem vereinten Wissen von heute und früher, davon sind sie überzeugt, kann Landwirtschaft widerstandsfähiger werden für die Krisen der Zukunft.

Terra X: Vergessenes Wissen – Erbe der Ahnen (2/2)

Ob in Architektur oder Wirtschaft, Ökologie oder Landwirtschaft – oft kamen unsere Vorfahren auf erstaunlich einfache Ideen, die zeigen, dass nicht Hightech, sondern Lowtech die bessere Lösung sein kann. Heute will man klimaresilient bauen – und weltweit finden sich Beispiele, wie in vergangenen Jahrhunderten clever gewohnt wurde, dank Himmelbetten, Schilfdächern oder Lehmwänden.

Im heißen Süden Spaniens sucht eine Architektin nach dem Wissen ihrer Vorfahren, studiert die Alhambra und perfekt temperierte jahrhundertealte Höhlenhäuser – und lüftet alte Geheimnisse mit Blick in die Zukunft.

Eine Reise nach Japan zeigt, wie erfolgreich Kreislaufwirtschaft bereits im 17. Jahrhundert funktionierte. Damals war Japan eine "Zero-Waste"-Gesellschaft, die über ein Jahrhundert blühte, indem sie alles re- oder upcycelte. Aus Baumwollfetzen wurden Kimonos, aus Reisstroh Sandalen.

Auch am Bodensee zwischen Deutschland und der Schweiz kümmerte man sich früh darum, Ressourcen zu schonen. In der Klosterbibliothek von St. Gallen belegen Gesetze aus dem 16. Jahrhundert, wie Fischerei dort jahrhundertelang nachhaltig reglementiert wurde.

Angesichts immer häufiger auftretender Großfeuer wächst das Interesse an traditionellen Feuerpraktiken. Indigene in Kanada engagieren sich, damit ihre "cultural burns" wieder ins moderne Landmanagement integriert werden: Im Herbst legen sie gezielt kleine Brände, reduzieren Unterholz, den Zündstoff für große Feuer. Und auch die Artenvielfalt profitiert von dieser Methode.

Selbst für den steigenden Meeresspiegel finden uralte Technologien Anwendung: In Mexiko-Stadt bewirtschafteten Azteken  künstlich angelegte, mit Baumwurzeln verankerte Inseln, "Chinampas" genannt. Heute leisten sie Pionierarbeit im Küstenschutz: natürlich bepflanzte Inseln, die Ökosysteme stärken und Sturmfluten trotzen – ganz ohne Beton und Stahl.

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