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Große Fische, kleine Fische

Komödie von Jochen Alexander Freydank

Komödiantisches Duell zweier Schauspielgrößen - Dietmar Bär und Uwe Ochsenknecht spielen zwei Fischer und langjährige Freunde, zwischen denen sich ein turbulenter Kleinkrieg entfacht. Regie führte Oscarpreisträger Jochen Alexander Freydank (Kurzfilm "Spielzeugland") nach seinem eigenen Drehbuch. In weiteren Rollen sind u a. Axel Stein, Jürgen Tarrach, Katharina Thalbach, Cornelia Gröschel und Sönke Möhring zu sehen.

  • ZDF, Donnerstag, 21. Mai 2015, 20.15 Uhr

Texte

Komödiantisches Duell zweier Schauspielgrößen
von Redakteurin Stefanie von Heydwolff

"Große Fische, kleine Fische" ist ein Film des oscarprämierten Regisseurs Jochen Alexander Freydank (Kurzfilm "Spielzeugland"), der nach seinem eigenen Drehbuch entstand. In der warmherzigen und originell erzählten Komödie liefern sich zwei Schauspielgrößen ein amüsantes Duell: Uwe Ochsenknecht und Dietmar Bär. Erstmals nach 30 Jahren standen sie gemeinsam für einen Fernsehfilm vor der Kamera. Sie spielen zwei Fischer und langjährige Freunde, deren eigentümliche Charaktere in einem kuriosen Kleinkrieg ungebremst aufeinanderprallen.

Uwe Ochsenknecht ist Paul, ein großmäuliger Kapitän, dem es kurzzeitig die Sprache verschlägt, als er mit der Affäre seiner verstorbenen Frau konfrontiert wird. Schlimmer noch, nicht er ist der Vater seines erwachsenen Sohnes, sondern sein äußert schweigsamer bester Freund Fiete, gespielt von Dietmar Bär. Beide Männer verbindet zunächst die Trauer um einen geliebten Menschen, bevor sie beginnen, sich auf abstruse Weise zu bekriegen. Und damit werden sie das beschauliche Inselleben in dem verschlafenen Ostseedorf gehörig auf den Kopf stellen. Charmant und vielseitig verkörpert Axel Stein den erwachsenen Sohn Piet, der zwischen die Fronten seiner "beiden Väter" gerät. Er fühlt sich allein gelassen  und flüchtet in die Arme seiner Jugendliebe Lisa (Cornelia Gröschel), was Gefühlschaos vorprogrammiert. Mit Jürgen Tarrach in der Rolle eines überaus ambitionierten Bürgermeisters, Katharina Thalbach als wunderbar schrullig-skurrile Inselbewohnerin und Sönke Möhring als einfältig-eifersüchtiger Ehemann wird das Ensemble der hochkarätigen Schauspieler komplettiert, die allesamt enorme Spielfreude versprühen und perfektes Gespür für komödiantisches Timing beweisen.

Stilsicher inszeniert Jochen Alexander Freydank vor einer beeindruckenden Kulisse und wirft einen unterhaltsamen Blick auf die norddeutsche Mentalität. Trotz ihrer skurrilen Zeichnung bleiben alle seine Figuren immer authentisch. Der Streit der zwei völlig verzweifelten, liebeswerten Chaoten wird nach handfesten Auseinandersetzungen und aberwitzigen Sabotageversuchen nonverbal eskalieren. Denn an der Küste wird nicht viel geredet, schon gar nicht über Gefühle, die dennoch sehr eindringlich dargestellt sind: Lange, beobachtende Einstellungen werden umso stärker emotionalisieren und auf unverbrauchte Art Komisches und Tragisches miteinander verbinden. Entstanden ist ein Film, in dem es neben jeder Menge Turbulenzen um tiefgreifende persönliche Konflikte geht, der gleichermaßen unterhält wie berührt.

HR Fernsehfilm/ Serie I - Fernsehspiel II

Stab und Besetzung

Donnerstag, 21. Mai 2015, 20.15 Uhr
Große Fische, kleine Fische
Komödie von Jochen Alexander Freydank

Drehzeit                              Mai bis Juni 2014
Drehorte                              Ostseeküste bei Binz auf Rügen, Stralsund und Berlin

Buch und Regie                 Jochen Alexander Freydank
Kamera                              Simon Schmejkal
Szenenbild                         Tom Hornig
Schnitt                                Philipp Schmitt
Musik                                  Ingo Ludwig Frenzel
Kostüm                              Anne Jendritzko
Producerin                         Maren Knieling
Produzent                          Marc Conrad
Produktion                         ConradFilm und Bavaria Fernsehproduktion
Redaktion                          Stefanie von Heydwolff

Die Rollen und ihre Darsteller
Paul Grambauer                Uwe Ochsenknecht
Fiete Klaas                        Dietmar Bär
Piet Grambauer                 Axel Stein
Lisa Reuter                        Cornelia Gröschel
Bürgermeister                   Jürgen Tarrach
Traudi Dinse                      Katharina Thalbach
Labahn                              Sönke Möhring
Hannes Reuter                  Fritz Roth
und andere

Inhalt

In einem kleinen Ostseedorf stehen große Veränderungen bevor, denn der ehrgeizige Bürgermeister will aus dem Ort einen Touristenmagneten machen. Dort leben auch der großmäulige Paul und der wortkarge Fiete. Sie sind beste Freunde seit frühester Kindheit und in den Reihen der alteingesessenen Fischer die beiden letzten, die tagtäglich zur See fahren und sich vehement dem Wandel widersetzen. Ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, als Paul durch einen aberwitzigen Zufall ein lang gehütetes Geheimnis erfährt: Nicht er ist der leibliche Vater seines Sohnes Piets, sondern Fiete. Dies bedeutet Krieg. Aus besten Freunden werden größte Feinde, die beginnen, sich auf abstruse Weise das Leben zur Hölle zu machen. Und das zur Belustigung aller im Dorf.

Wenn etwas dauert, an der Küste dauert es richtig lange. Die beiden Streithähne scheinen unversöhnlich. Inmitten des Kleinkriegs kehrt Sohn Piet, ein weltgewandter junger Mann, der Karriere in der Stadt gemacht hat, zurück in seine Heimat. Er gerät zwischen die Fronten der beiden sturen "Fischköppe", ohne zunächst den wahren Grund des Streits zu wissen. Piet ist allein mit seiner Wut. Fast allein, denn es gibt Lisa, seine alte Jugendliebe. Lisa ist inzwischen verheiratet, doch hat Piet sie nicht vergessen, im Gegenteil. Allerdings ist es für Piet unmöglich mit Lisa über seine wahren Gefühle zu reden. Genauso unmöglich wie eine Aussprache zwischen den beiden Vätern und ihrem Sohn?

Interview mit Autor und Regisseur Jochen Freydank

Jochen Freydank, "Große Fische, kleine Fische" ist nach dem oscarprämierten "Spielzeugland" wieder ein Buch, das Sie selbst geschrieben und auch verfilmt haben. Was reizte Sie an dem Stoff?

Abgesehen davon, dass ich die Ostsee und Rügen liebe, ist es ein Film, in dem es um Identität und eine große Freundschaft geht und es ist die Geschichte des Wandels. Es gibt ja dieses schöne Zitat: "Wenn morgen die Welt unterginge, dann würde ich nach Mecklenburg ziehen, dann hätte ich noch 25 Jahre Zeit." Genau diese Atmosphäre bringt für mich den Reiz und die Authentizität in diese Geschichte. Ich wollte eine Tragikomödie drehen oder von mir aus auch eine melancholische Komödie. Und es ist ein zeitloser Stoff, der gerade jetzt wieder sehr aktuell ist. Wo kommen wir her und wo wollen wir hin? Die Geschichte und die Probleme dort vor Ort sind sehr genau recherchiert. Ich hatte das Buch schon geschrieben, bevor ich den Oscar erhielt.

Sie haben bereits für ihre Komödie "Und weg bist Du" 2013 den Bayerischen Fernsehpreis erhalten. Was interessiert sie an Komödien?

Wenn ich es mir einfach machen wollte, würde ich keine Komödien drehen. Das ist letztendlich meist mehr Arbeit als "schwere Kost". Aber es ist schön, neben so ernsthaften Stoffen wie "Spielzeugland" oder meinem Kinofilm "Kafkas Der Bau" solche Filme machen zu können. Ich bin dem ZDF dankbar, dass es einen etwas ungewöhnlichen Film wie "Große Fische, kleine Fische" möglich gemacht hat. Gerade in Komödien kann man große Themen behandeln. In "Große Fische, kleine Fische" geht es um etwas sehr Existenzielles – mit einer ordentlichen Prise Humor erzählt.

Hatten Sie bereits beim Schreiben die Besetzung Dietmar Bär und Uwe Ochsenknecht im Kopf? Oder Axel Stein, Katharina Thalbach und Jürgen Tarrach?

Lustigerweise hatte ich Katharina Thalbach und Jürgen Tarrach beim Schreiben im Kopf. Die Hauptrollen noch nicht. Gerade die Konstellation der "zwei" Väter und des Sohnes hatte mir einiges Kopfzerbrechen bereitet. Mit Uwe hatte ich schon einmal gedreht – ich mag die Arbeit mit ihm sehr. Es waren viele Namen im Gespräch und ich bin sehr glücklich, dass Dietmar, Uwe und Axel nun dabei sind. Die Ähnlichkeit zwischen Axel Stein und Dietmar gibt dem Film einen weiteren besonderen Reiz.

Wie war die Zusammenarbeit mit Uwe Ochsenknecht und Dietmar Bär am Set?

Es hat riesigen Spaß gemacht. Komödie kann nicht jeder Schauspieler. Die beiden und das gesamte Ensemble aber können das. Mit guten Schauspielern zu drehen, ist immer ein Vergnügen. Und gerade bei einem Ensemblestück wie diesem kann ich nur sagen: Es war wirklich eine schöne Arbeit.

Worin lag bei den Dreharbeiten die größte Herausforderung?

Der Film war nicht unaufwendig, insbesondere die Sturmsequenz. Außerdem war es schwierig, einen einsamen, unberührten Hafen zu finden und ihn dann auch noch so zu erzählen, dass er sich grundlegend verändert. So etwas mit einem Fernsehbudget zu drehen, ist auf jeden Fall sportlich. Man muss da manchmal quer denken und Überzeugungsarbeit leisten. Außerdem wollte ich den Film in sehr klaren und schlichten Bildern und bewusst mit statischer Kamera drehen, da dies dem Tempo der Protagonisten entspricht. Da musste ich mich selbst einigermaßen umstellen.

Erinnern Sie sich an eine besondere Anekdote?

Als wir eine wichtige Einstellung der Sturmszene am Hafen drehen wollten, hatten wir das Glück und das Pech zugleich, dass an diesem Tag Windstärke 9 herrschte. Das bedeutete, dass uns unsere Technik teilweise um die Ohren flog. Irgendwie haben wir es dann geschafft, so zu drehen, dass wir den Originalsturm nutzen konnten, aber der machte natürlich nicht immer das, was wir wollten. Am selben Tag drehten wir auch mit dem Schiff auf dem Meer. Ich glaube, einige Leute vom Team sind noch immer ein wenig grün um die Nase.

Das Interview führte Gitta Deutz

Gespräch mit Uwe Ochsenknecht und Dietmar Bär

Herr Ochsenknecht, Herr Bär, haben Sie vorher schon einmal in einem Film gespielt, in dem Sie beide so wenig gesprochen haben?

Uwe Ochsenknecht: Für mich war es das erste Mal. Das über einen ganzen Film zu halten, war nicht immer ganz einfach – man will ja was zum Spielen haben!

Dietmar Bär: In manchen Szenen kam ich mir beinahe geschwätzig vor, dabei habe ich objektiv wirklich nicht viel gesagt. Normalerweise benutze ich beim Studieren des Drehbuchs immer einen grünen Marker, um meine Textpassagen zu fetten.

Ochsenknecht: Und diesmal brauchtest du erst gar nicht die Kappe vom Marker abzunehmen!

Bär: Genau! Nein, Spaß beiseite. Die Figuren waren nun mal so verschlossen und schweigsam angelegt. Wir haben Jochen Freydank vertraut, immer nur so viel zu sprechen, wie es die Situation verlangt. Und außerdem muss man ja nicht immer reden, es gibt jede Menge andere Möglichkeiten, sich auszudrücken.

Uwe Ochsenknecht, Sie spielen den etwas großmäuligen Paul, und Sie, Dietmar Bär, den äußerst wortkargen Fiete. Hätte man diese Rollen auch tauschen können?

Ochsenknecht: Dietmar, da hätte ich mehr Gage bekommen als du, weil es noch weniger Text gewesen wäre.

Bär: Das glaub ich nicht. Die Action-Szenen waren ja diesmal eher meine Sache!

Was hat bei Ihnen den Ausschlag gegeben, in dieser Geschichte mitzuspielen?

Ochsenknecht: Grundsätzlich ist immer die Geschichte selbst ausschlaggebend. Und mit dieser hatten wir ein wunderbares Buch vorliegen. Mich hat die Geschichte der beiden Männer im Fischermilieu gereizt, dieses bedächtige, doch sehr langsame, lakonische Leben der Inselmenschen in dieser idyllischen Landschaft. Hinzu kam, dass das gesamte Ensemble mit Katharina Thalbach, Jürgen Tarrach und all den anderen bis in die Nebenrollen toll besetzt war. Dieser Dreh hat großen Spaß gemacht, da stimmte einfach das Gesamtpaket.

Bär: Ich mochte die Geschichte auch auf Anhieb. Gerade für mich, der jedes Frühjahr zur Fastenkur nach Binz fährt, war es schön, die Insel einmal grün und warm zu erleben anstatt mit Eis und Schnee. Rügen ist sehr schön: unverbraucht, ruhig, entspannend, charmant. Bis auf die Mücken, die zwar nicht stechen, aber doch sehr störend sind.

Ochsenknecht: Für mich war Rügen Neuland. Es hat noch ein bisschen von dem ehemaligen Ostcharme, das gefiel mir. Ich fand es super schön, dort zu drehen. Solche naturbelassenen Drehorte erlebt man selten. Und am Wochenende konnte man gut auftanken, war im Einklang mit der Natur. Insgesamt war es einfach eine gute Zeit.

Hat die dortige Atmosphäre Ihr Spiel beeinflusst?

Bär: Sie hat sich bestimmt auf unsere Art, diese beiden kauzigen Sturköpfe so authentisch wie möglich darzustellen, übertragen.

Sie haben sich bei den Dreharbeiten zu Doris Dörries Film "Männer" kennengelernt, hatten darin aber keine gemeinsame Szene. Das ist nun 30 Jahre her. Warum hat es so lange gedauert, bis Sie nun zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera standen?

Bär: Endlich hat uns jemand gemeinsam besetzt! Eine tolle Idee, über die ich mich sehr gefreut habe. Uwe kommt aus Mannheim, ich aus Dortmund. Wir besuchten die gleiche Schauspielschule, und nun spielen wir zwei Seebären auf Rügen, das ist doch witzig – und es funktionierte gut!

Ochsenknecht: Ja, es ist verrückt, wie lange das gedauert hat. Über den Weg gelaufen sind wir uns zwar immer mal wieder bei irgendwelchen Events, aber uns gemeinsam zu besetzen, darauf kam vorher irgendwie keiner.

Bär: Beim Lesen des Drehbuchs habe ich mich gefragt, ob wohl einer von Uwes Söhnen den Piet spielen würde. Relativ schnell dachte ich dann aber an Axel Stein, weil mir mal jemand sagte, wir würden uns so ähneln. Zwei Tage später erfuhr ich von unserem Regisseur, dass Axel Stein tatsächlich deinen Sohn spielt. Na wenn das kein gutes Zeichen war!

Ochsenknecht: Deinen Sohn, mein Lieber!

Bär: Unseren! Sag mal, wie war das nochmal mit der Asche in den beiden Urnen? Schon beim Lesen des Drehbuchs war ich verwirrt, in welcher Urne denn eigentlich die richtige lag. Und warum klapperte es nochmal in der einen so bei der Beerdigung? Waren das Zahnprothesen oder die Reste einer eingebauten Hüfte? Diese absurde Szene mochte ich gern. Riesenspaß machte auch die Motorradszene, in der uns Hannes zu Fuß überholte. Ach, es gab so einige Szenen, die herrlich absurd waren.

Ochsenknecht: Ich mochte die Schlägerei in der Kneipe sehr, die um uns herum passierte und die wir, mitten drin sitzend, so lakonisch beobachteten. Die Pinkelszene im Hinterhof war aber auch lustig, als ich dazu ansetzte, mit dir über Piet zu reden und dich anschnauzte, du solltest mich nicht unterbrechen. Dabei hattest du ja noch gar nichts gesagt – so wie eben fast immer!

Sie spielen zwei Fischer, die seit ihrer Kindheit dickste Freunde sind und sogar in einem gemeinsamen Haus wohnen. Haben Sie selbst auch enge Männerfreundschaften?

Bär: Richtige Freundschaften kann man an einer Hand abzählen. In unserem Beruf ist es ohnehin schwierig, intensive Freundschaften zu schließen und vor allem zu pflegen, ganz gleich, ob es sich um Männer oder Frauen handelt. Ich habe einige enge Freunde, die kommen allerdings aus einem ganz anderen Umfeld. Das finde ich auch gut so.

Uwe: Auch weil sie für die Erdung sehr wichtig sind und einen nicht unter dem Aspekt der Popularität oder Quote ansehen. Ich empfinde es als angenehm, mit Freunden zusammen zu sein, die ein ganz anderes Leben als ich führen. Ich habe mehrere männliche Freunde, mit denen ich essen gehe und über dies und das rede. Aber den besten Freund gibt es nicht. Ich habe festgestellt, dass Männer ganz selten über wirklich Privates sprechen. Fragen danach wiegeln sie direkt an. Das finde ich nicht gut. Typisches Beispiel: Ein Freund kommt mit seiner neuen Frau an und du merkst sofort: Die magst du nicht, die tut ihm nicht gut. Wehe aber, du sagst ihm das! Dann heißt es sofort: "Das ist meine Privatsache!". Dabei muss ein guter Freund auch Kritik einstecken und aushalten können. Freundschaft ist schließlich auch dazu da, den anderen zu schützen. Bei richtigen Freundschaften gibt s keine "Privatsachen".

Bär: Aber die Wahrheit verträgt eben nicht jeder!

Ochsenknecht: Im entscheidenden Moment sollte man die Wahrheit sagen.

Bär: Hat man eine gewisse Prominenz so wie wir, muss man relativieren, wenn man in der Öffentlichkeit auftritt. Ich kann mittlerweile gut zwischen denen unterscheiden, die sich für mich als Mensch interessieren, und denen, die mir ein großes "Hallo" auf die Schulter schlagen und um mich herumschwänzeln, nur weil ich einen "Tatort"-Kommissar spiele. Diese Antennen bekommst du auf dem Roten Teppich!

Einige Szenen spielten bei heftigem Seegang auf ihrem Fischerboot. War Seekrankheit vorher ein Thema?

Ochsenknecht: Damit hatte ich zum Glück kein Problem. Bin ja schließlich alter U-Boot-Fahrer.

Bär: Mir macht das auch nichts aus. Aber bei den Dreharbeiten zur "Pamir" konnte ich zum ersten Mal nachvollziehen, was Leute damit meinen, wenn ihnen auf einem Schiff übel wird. So ein Seegang ist nicht ohne.

Was war denn während der Dreharbeiten zu diesem Film die größte Herausforderung?

Ochsenknecht: Als wir einmal einen ganzen Tag bei Wind und Wetter draußen auf dem Schiff waren, dachte ich irgendwann: Jetzt ist aber mal gut. Ab einer gewissen Zeit hilft da keine Neoprenjacke mehr, da bist du so durchgefroren, dass du nur noch Visionen von einer heißen Badewanne hast.

Bär: Und die Szenen beim Originalsturm auf dem Meer waren hart.

Worauf kommt es aus Ihrer Sicht in erster Linie bei einer Komödie an: auf das Timing beziehungsweise das Gefühl dafür?

Uwe: Das Gespür fürs Tempo ist entscheidend.

Bär: Beim Spielen selbst und hinterher. Sowohl der Schauspieler muss die Pointe setzen können als auch der Regisseur im Schnitt.

Bei aller Komik beinhaltet diese Geschichte auch tragische Elemente: Der beste Freund ist der Vater des Sohnes, die Mutter des Sohnes liebte heimlich zwei engste Freunde, der Sohn erfährt als letzter, dass er ein Kuckuckskind ist. War es für Sie eine besondere Herausforderung, die Balance zwischen der Komik und der Tragik Ihrer Figuren zu halten?

Bär: Da ist der Regisseur gefragt. Es ist seine Aufgabe, bereits während der Dreharbeiten den Bogen im Kopf zu haben, auf die Balance zwischen Komik und Tragik zu achten. Wir müssen uns ganz auf den Regisseur verlassen, wann etwas zu viel ist oder zu wenig. Als Schauspieler achtet man während des Spielens nur darauf, dass man die Figur, die man verkörpert, ernst nimmt. Die Komik entsteht erst im Kopf des Betrachters.
Es ist schon eine ziemlich handfeste Krise, die die beiden Freunde in unserer Geschichte zu bewältigen haben. Fiete ist diese Freundschaft sehr wichtig und er leidet sehr darunter, dass Paul plötzlich alles infrage stellt. Und es ist ja bekannt, dass es viele Kuckuckskinder gibt. Meistens bleibt es das Geheimnis der Mutter. In unserem Film haben wir es aber mit dem Schicksal zu tun, dass es eben rauskommt.

Ochsenknecht: Wenn man genau hinschaut, beinhaltet jede komische Situation eine ordentliche Portion Tragik, ohne die Komödie gar nicht funktionieren würde.

War das Angeln eigentlich nicht langweilig?

Ochsenknecht: Überhaupt nicht! Man sagt dem Angeln ja etwas Meditatives, Philosophisches nach. Angeln ist mit dem Jagen vergleichbar. Man folgt seinem Instinkt, sich Essen zu besorgen.

Bär: Und das mit Rute und Haken und nicht, indem man zum Einkaufen ins Kadewe fährt.

Sie kehren beide immer wieder zum Theater zurück. Was gibt es Ihnen, was Ihnen der Film nicht geben kann?

Ochsenknecht: Auf der Bühne zu stehen, ist etwas ganz anderes. Du spielst vor einem Live-Publikum, du bekommst die Reaktionen mit. Und was einmalig ist: Du hast lange Probezeiten, in denen du vieles in Ruhe ausprobieren kannst. Das ist beim Drehen leider aus Zeitgründen selten möglich.

Bär: Theater spielen ist für mich jedes Mal eine große Bereicherung und eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Physisch und mental ist es eine Herausforderung, denn du musst ja deinen Text über mehrere Stunden an einem Stück, einen ganz Abend lang, beherrschen. Da plagen einen in den Wochen der Proben davor manchmal Albträume.

Das Gespräch führte Gitta Deutz.

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