Copyright: ZDF / Hardy Spitz
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Spreewaldkrimi - Tödliche Heimkehr

Der Fernsehfilm der Woche

Im 11. Spreewaldkrimi muss Kommissar Krüger (Christian Redl) den gewaltsamen Tod eines Anwalts aufklären. Verdächtig ist Tanja Bartko (Nadja Uhl), die nach Jahren der Abwesenheit gerade erst wieder mit Kind und neuem Partner in den Spreewald zurückgekehrt ist, um ein Hotel aufzubauen. Krüger hatte schon damals, bevor sie den Spreewald verließ, große Zuneigung für sie empfunden…

  • ZDF, Montag, 26. November 2018, 20.15 Uhr

    Texte

    Redakteur Pit Rampelt über den 11. Spreewaldkrimi

    Ein Kommissar im Konflikt: Hin und hergerissen steht er zwischen Gesetz, Wahrheit und persönlicher Zuneigung für eine des Mordes Verdächtige inmitten einer idyllischen, sagenumwobenen Region, die von internationalen Tourismus-Begehrlichkeiten bedroht wird. Der von Jan Fehse inszenierte 11. Spreewaldkrimi "Tödliche Heimkehr" – wieder aus der Feder von Thomas Kirchner – hat viele Facetten, nicht zuletzt mit dem sorbischen Plon sogar einen fliegenden Glücksdrachen. Und mit Nadja Uhl eine herausragende Hauptdarstellerin, die ihre Figur von 2009 aus dem zweiten Spreewaldkrimi "Der Tote im Spreewald" intensiv weiterentwickelt hat, so wie Kommissar Krüger (Christian Redl) an sein traumatisches Erlebnis im 10. Spreewaldkrimi "Zwischen Leben und Tod" anknüpft.

    "Tödliche Heimkehr" hatte seine Premiere in diesem August auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen, ist zum Filmfest Biberach eingeladen und hat Voraufführungen im Schlosshotel Lübbenau und in der brandenburgischen Landesvertretung in Berlin.

    Stab, Besetzung und Inhalt

    Montag, 26. November 2018, 20.15 Uhr
    Spreewaldkrimi – Tödliche Heimkehr
    Der Fernsehfilm der Woche

    Buch_____Thomas Kirchner
    Regie_____Jan Fehse
    Kamera_____Philipp Kirsamer
    Szenenbild_____Thilo Mengler
    Kostüm_____Petra Fichtner
    Schnitt_____Carolin Biesenbach
    Ton_____Jürgen Göpfert
    Musik_____Andrej Melita
    Music Supervision_____Hansjörg Kohli
    Ton-Mischung_____Richard Borowski
    Casting_____Cornelia Wecker, Jacqueline Rietz
    Produktionsleitung_____Hartmut Damberg
    Produzent_____Wolfgang Esser
    Produktion_____Aspekt Telefilm GmbH
    Redaktion_____Pit Rampelt
    Länge_____89 Minuten

    Die Rollen und ihre Darsteller
    Thorsten Krüger_____Christian Redl
    Fichte_____Thorsten Merten
    Marlene Seefeldt_____Claudia Geisler
    Tanja Bartko_____Nadja Uhl
    Daniel Bartko_____Elias Martini
    Holger Bingel_____Matthias Lier
    Anwalt Malchow_____André Jung
    Therese Bartko_____Steffi Kühnert
    Mattes Geolenk_____Oliver Stokowski
    Dr. Sylvia Brecht_____Inka Friedrich
    Christina Sinn_____Natalia Rudziewicz
    Dr. Mann_____Samuel Weiss
    und andere

    Inhalt
    Tanja Bartko kehrt nach dem Tod ihres Vaters mit ihrem zehnjährigen Sohn Daniel sowie ihrem neuen Lebensgefährten Holger Bingel zögerlich in den Spreewald zurück. Auf dem geerbten Ufer-Grundstück wollen sie eine große Hotelanlage mit exklusivem Spa-Bereich bauen und können dafür sogar internationale Investoren gewinnen. Doch bei der Baugenehmigung gibt es Schwierigkeiten. Steckt hinter dem angeblichen Naturschutz nur blanker Neid und Missgunst? Zur Klärung der Regressansprüche eines polnischen Investors kommt es zur Anhörung unter Leitung eines englischen Richters.

    Dann wird Tanjas Anwalt tot an einem Wehr gefunden, und ihr Lebensgefährte ist verschwunden . Gegen Tanja wird Anklage erhoben. Ausgerechnet Kommissar Krüger, der sich vor Jahren bei einem anderen Fall in Tanja verliebt hatte, soll ihre Schuld beweisen. Zur Vorbereitung des Gerichtsverfahrens versuchen Krüger und sein Team zu rekonstruieren, was wirklich passiert ist.

    Zwei Fragen an Drehbuchautor Thomas Kirchner

    Vor knapp zehn Jahren haben Sie das Drehbuch für "Der Tote im Spreewald" geschrieben. Die damalige Hauptperson Tanja Bartko, gespielt von Nadja Uhl, kehrt im aktuellen Spreewaldkrimi wieder zurück. Wie ist diese Idee entstanden? War das damals für Sie schon vorstellbar?

    2009, als "Der Tote im Spreewald" entstand, natürlich noch nicht. Damals war ja auch keine Reihe geplant, sondern bis zum dritten oder vierten Film war immer von Einzelstücken die Rede.
    Als klar war, dass sich der Spreewaldkrimi zur Reihe entwickeln darf, wurden größere Figurenbögen möglich, wenn auch schwierig zu erzählen, denn nach wie vor soll jeder Film auch als Einzelstück für den Zuschauer verständlich bleiben.
    Nadja Uhls Performance als Tanja Bartko prägte den damaligen Film mindestens so stark wie die äußere, noch ungewöhnliche Erzählstruktur. Sie gehört zu den Grundsteinen des Erfolgs der Reihe. Als Nadja Uhl signalisierte, sich einen erneuten Auftritt im Spreewald vorstellen zu können, war es schnell Konsens, einen zweiten Film mit ihr machen zu wollen. Und natürlich ist es für einen Autor reizvoll, aus eigenen Filmen zitieren zu dürfen, Charaktere wieder aufzugreifen. So tauchte zum Beispiel Tanjas Vater Bodo Tankmann (Hermann Beyer) bereits im vierten Spreewaldkrimi wieder auf. Und Karsten Hellstein (Kai Scheve) kam sogar auf fünf Filme.
    Nadja Uhl hat sich sehr eingebracht. Wir führten intensive Gespräche über die Figur der Tanja Bartko, ihre Entwicklung in den zehn Jahren, Krügers Verhältnis zu ihr, die Motive ihrer Heimkehr.
    Aber keine Angst, das wird jetzt keine neue Marotte. Im gerade produzierten 12. Spreewaldkrimi tritt keine der alten Episodenfiguren wieder auf.

    In "Tödliche Heimkehr" lenken Sie die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf das Thema Großinvestoren und internationale Schiedsgerichte. Was hat Sie zu dieser Thematik inspiriert?

    Das TTIP-Abkommen mit den USA, das damals in der Verhandlung war. Der Umstand, dass nicht einmal gewählte Parlamentarier diese Verhandlungspapiere einsehen durften, sowie die Proteste dagegen. Da begann ich zu recherchieren. Deutschland hat in vielen bilateralen Länderabkommen die Zulassung von Schiedsgerichten verankert.
    Vattenfall führte zum Beispiel 2009 ein Investitionsschiedsverfahren gegen Hamburg, um ein Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg, und hat jetzt wieder ein Schiedsgericht – Stichwort "Kohleausstieg" – angerufen.
    Ich fand es sehr interessant, dass das, was auf großer Ebene hinter verschlossenen Türen ausgehandelt wird – die Zulassung dieser Gerichte und die komplett intransparente Schiedsfindung – jederzeit auch auf kleinere Gemeinden und Städte "herunterregnen" kann wie giftiger Fall-Out.
    Dass in den beschaulichen Spreewald plötzlich die große Politik einbricht, ist kennzeichnend für diese Reihe, die auch immer darauf Wert legt, große Themen und aktuelle Probleme unserer Gesellschaft zu spiegeln.

    Wie der Drache Plon in den Spreewaldkrimi kam
    Von Produzent Wolfgang Esser

    Der Drache Plon ist eine alte Sagenfigur aus dem Spreewald. Man sieht ihn auf alten Zeichnungen, die ihn jedoch unterschiedlich abbilden. Es gab also kein ultimatives Vorbild für "unseren" Plon, aber eben doch die Verantwortung, einen authentischen Plon zum Leben zu erwecken.
    Gleichzeitig ist der lebende Plon eine Fantasiefigur des zehnjährigen Daniel Bartko (toll gespielt von Elias Martini). Er sollte daher zwar eindrucksvoll, aber nicht bedrohlich wirken.
    Außerdem ist der Drache Teil des Spreewalds, oder vielleicht ist der Wald der Drache – man weiß es ja nie wirklich. Wir wollten also eine organische Verbindung zwischen Plon und dem Spreewald herstellen, der für uns ja auch immer ein wichtiger Mitspieler ist.
    Für die Entwicklung "unseres" Plon konnten wir schließlich Charakter-Designer der Firma Baby Giant Hollyberg aus Babelsberg und L.A. gewinnen, die ihr Können schon bei "Game of Thrones" unter Beweis gestellt hatten.
    Last but not least ging es für uns natürlich aber auch darum, all das im Rahmen eines normalen Fernsehfilmbudgets zu realisieren. Hier kam uns die Kamera-Erfahrung unseres Regisseurs Jan Fehse zugute. Mit Hilfe seines Know-hows konnten wir von Anfang an sehr zielführende Gespräche mit unseren VFX-Spezialisten führen.

    Fragen an die Schauspieler Christian Redl (Kommissar Krüger) und Nadja Uhl (Tanja Bartko)

    Vor zehn Jahren ist Kommissar Krüger Tanja Bartko erstmals begegnet und fühlte sich von ihr angezogen: Wie würden Sie das Verhältnis der beiden in "Tödliche Heimkehr" beschreiben?

    Christian Redl: Als Krüger Tanja Bartko vor zehn Jahren begegnete, sah er in ihr die Frau, der er gerne als junger Mann begegnet wäre. Er hat das selbstverständlich nie irgendjemandem gegenüber erwähnt. Für ihn war sie die Verkörperung einer Sehnsucht, die unerfüllt bleiben sollte, da die Voraussetzungen dafür nie gegeben waren. Nun kommt sie zurück in den Spreewald und wird in einen Mordfall verwickelt, der sie zu einer Angeklagten macht. Der Kommissar spürt, dass die alte Wunde noch immer nicht verheilt ist. Die Gefühle von damals dieser Frau gegenüber sind nach wie vor vorhanden und nicht vergessen. Das beschäftigt ihn weit mehr, als ihm lieb ist, und diese Empfindungen befördern seinen Entschluss, sich für sie, die als Mörderin vor Gericht steht, einzusetzen – gegen alle Vernunft.

    Wie war es, zehn Jahre später eine Filmgeschichte gemeinsam fortzusetzen?

    Christian Redl: Einfach wunderbar. Ich liebe Nadja als Schauspielerin, und auch persönlich schätze ich sie sehr. Sie ist eine kluge Frau, und es ist ein Vergnügen sich mit ihr auseinanderzusetzen, sowohl beruflich als auch privat.

    Nadja Uhl: Christian und ich haben uns natürlich in den zehn Jahren zu anderen Anlässen kurz gesehen, was mir wichtig war. Leider sind die Begegnungsmöglichkeiten der beiden Figuren im Spreewaldkrimi begrenzt. Wir spielen einfach unglaublich gern miteinander. Auch zwischendurch gibt es mit Christian derart viel Gesprächs- und Nachdenkstoff, dass es auch eine Freude ist, ihm als Mensch zu begegnen. Besonders, wenn man gemeinsam die letzten zehn Jahre und das Leben resümieren kann.

    Und welche Verbindung besteht aus Ihrer Sicht zwischen den beiden Figuren Krüger und Bartko?

    Nadja Uhl: Vielleicht passen als Antwort bereits die vorherigen Gedanken der geistigen Verbundenheit, nur, dass bei Tanja und Krüger noch eine Art verhinderter Nähe hinzukommt, die sehr sehnsüchtig und anziehend auf beide Figuren wirkt.

    Krüger hat im 10. Spreewaldkrimi "Zwischen Tod und Leben" einen schweren Anschlag nur knapp überlebt. Welche Wandlung hat er vollzogen, die sich jetzt im 11. Spreewaldkrimi bemerkbar macht?

    Christian Redl: Durch den Anschlag hat Krüger seine Selbstgewissheit verloren. Er stellt vieles in Frage, was für ihn bisher fraglos richtig war, und er erkennt, dass es eine Gerechtigkeit jenseits des Gesetzes gibt.

    Was schätzen Sie an dem Format Spreewaldkrimi?

    Nadja Uhl: Ungewöhnliche und geheimnisvolle Geschichten in einer besonderen Landschaft, kluge Gedanken und nicht für den Zuschauer pürierte Texte lassen etwas Besonderes im Fernsehen entstehen. Das liegt auch an der gesamten Energie des Projektes "Spreewaldkrimi" und seiner Beteiligten. Es war eine wunderbare Arbeit.

    Die Fragen stellte Manuela Mehnert.

    Regisseur Jan Fehse über die Besonderheit von Spreewald und Spreewaldkrimi

    Über den Spreewaldkrimi:
    Für mich hat der Spreewaldkrimi eine absolute Ausnahmestellung in der deutschen Krimilandschaft. Nicht die Ermittlung des Täters steht im Zentrum des Films, es geht vielmehr darum, zu durchleuchten, was die Hintergründe der Tat waren und wie es überhaupt dazu kommen konnte. Dadurch kann man sehr viel tiefer in die Figuren eintauchen und auch viel über die menschliche Psyche erzählen. Dabei ist der Spreewald nicht nur eine Kulisse, sondern spielt eine wichtige Rolle in der Erzählung. Das fordert eine sehr atmosphärische Erzählweise, für die viele andere Krimiformate einem Regisseur nicht genügend Raum lassen würden. Und nicht zuletzt ist das Ermittlerduo Krüger/Fichte eine sehr spannende Konstellation und die Zusammenarbeit mit Christian Redl und Thorsten Merten ein Geschenk für jeden Regisseur.

    Über die Region Spreewald:
    Ich finde, gerade im Herbst entwickelt der Spreewald eine ganz eigene Magie. Die Landschaft wird transparenter und verzaubert mit morgendlichem Bodennebel, wunderschönen Lichtstimmungen und den vielen Wasserwegen jeden, der bereit ist, sich darauf einzulassen. Fast ist es, als ob die Landschaft von dir den nötigen Respekt im Umgang mit ihr einfordert und dich dafür mit einer einzigartigen Atmosphäre belohnt. Natürlich bremst der sorgfältige Umgang mit der Natur manchmal das Drehtempo, aber die Ergebnisse rechtfertigen den höheren Aufwand auf jeden Fall.

    Weitere Informationen

    Fotos über: Telefon: (06131) 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/spreewaldkrimi

    Impressum

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    Ansprechpartner

    Name: Dr. Birgit-Nicole Krebs
    E-Mail: presse.berlin@zdf.de
    Telefon: (030) 2099 1096