Dirk Steffens vor der Neumayer-Station in der Antarktis im Januar 2020. Copyright: ZDF/Oliver Roetz
Dirk Steffens vor der Neumayer-Station in der Antarktis im Januar 2020. Copyright: ZDF/Oliver Roetz

Terra X: Faszination Erde

100. Folge "Terra X" mit Dirk Steffens / Vier neue Folgen

Dirk Steffens präsentiert seine 100. Ausgabe "Terra X": Ab 2. Februar 2020, zeigt das ZDF sonntags, 19.30 Uhr, vier neue Folgen "Terra X: Faszination Erde – mit Dirk Steffens". Der Naturfilmer präsentiert die Sendung seit mehr als zehn Jahren und moderierte in diesem Zeitraum weitere Sonderausgaben der "Terra X"-Reihe, wie "Rätselhafte Phänomene" und "Die Reise der Menschheit". Die Folge "Antarktis – Expedition in die Zukunft" ist seine Jubiläums-Sendung.

Harald Lesch hat den Moderator bei seinem Aufenthalt in der Antarktis interviewt (im Video). Dirk Steffens: "Man überwacht von hier sogar den Weltfrieden."

  • ZDF, Ab Sonntag, 2. Februar 2020, 19.30 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Mittwoch, 29. Januar 2020

Texte

Der prägendste Kopf der "Terra X"-Marke

Mit den vier neuen Folgen "Faszination Erde" ab Sonntag, 2. Februar 2020, 19.30 Uhr, feiern wir auf unserem renommierten "Terra X"-Sendeplatz auch ein kleines Jubiläum: Die Folge "Antarktis – Expedition in die Zukunft" markiert die 100. Ausgabe von "Terra X" mit Dirk Steffens. Der Naturfilmer moderiert die Sendung seit mehr als zehn Jahren und präsentierte in diesem Zeitraum weitere Sonderausgaben der Terra X-Reihe wie "Rätselhafte Phänomene" oder die mit dem deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete "Reise der Menschheit". Auf diesem Sendeplatz, der sich inhaltlich und ästhetisch eine gewisse Vielfalt gönnt und daher keinen festen, Woche für Woche wiederkehrenden Moderator kennt, nimmt Dirk Steffens die Spitzenposition ein. Er ist mit der nun anvisierten 100 der prägendste Kopf unserer Marke, knapp vor Prof. Harald Lesch, wobei der Reporter und der Wissenschaftler gelegentlich und das sehr gerne gemeinsam auftreten. "Faszination Erde" ist sein bevorzugtes Terrain, hier kann Dirk Steffens seine überragende Kompetenz in der filmischen Exploration natürlicher Welten und deren Kommunikation an das Publikum verwirklichen. Und unbeirrt seiner Mission folgen, nämlich der Schönheit der Natur nachzuspüren und für ihren Erhalt zu kämpfen.

Prof. Peter Arens
Hauptredaktionsleiter Geschichte und Wissenschaft

USA – Wer beherrscht Amerika? (2. Februar 2019, 19.30 Uhr)

Buch und Realisation: Elisabeth zu Eulenburg, Tobias Schultes

Redaktion: Christiane Götz-Sobel

Länge: 45 Minuten

 

Inhalt

Nordamerika: Ein Kontinent, erobert und gezähmt durch den Menschen. Doch stimmt das wirklich? Dirk Steffens begibt sich auf die Spur der Kräfte, die das Land schon lange vor seiner "Entdeckung" prägten. An kaum einem anderen Ort der Welt sind die vereinten Kräfte der Natur so gnadenlos spürbar wie hier.

An der sonnigen Ostküste prallen die gefährlichsten Stürme der Welt auf den Kontinent. An der Westküste, wohin das Gold die Menschen lockte, geht ein gewaltiger Riss durch den Boden. Ausgerechnet die Kräfte, die das Gold an die Oberfläche bringen, führen regelmäßig zu gefährlichen Erdbeben. Heute ist die größte Bedrohung die Veränderung des Klimas, denn in den USA spürt der Mensch den Wandel hautnah: Dürre, Waldbrände und Stürme. Sie alle werden dem Kontinent in Zukunft noch stärker zusetzen als bisher. Die alarmierenden Zeichen dieser Entwicklung sind nicht mehr zu übersehen.

Fluch und Segen liegen nah beieinander, denn das Land hat unermessliche Reichtümer zu bieten: von Bodenschätzen über weite freie Siedlungsgebiete, atemberaubende Landschaften und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Dirk Steffens bereist den zuletzt besiedelten Kontinent der Erde auf der Suche nach den Lebensformen und Naturgewalten, die das Land geformt haben und immer noch prägen: Viele zehntausend Jahre lebt hier Pando, das gewaltigste Lebewesen der Welt. Ein Wald, der in Wirklichkeit ein einziger Baum ist, gespeist durch ein gigantisches Wurzelwerk.

Auch die Bisons hatten besondere Überlebensstrategien, sie nutzten den gesamten Kontinent und wurden Dank ihrer Anpassungsfähigkeit zum zahlreichsten Landsäugetier der Erde. Der Bison versorgte die Menschen vor der Ankunft der Europäer mit allem, was sie zum Leben brauchten. Heute können wir von den alten Kulturen lernen – sie zeigen, wie man in Amerika leben und überleben kann.

Auf seiner Reise quer durch die USA besucht Dirk Steffens eine der letzten wilden Bisonherden auf einer Insel mitten im Großen Salzsee, bekämpft Feuer mit Feuer und taucht ein in die Unterwelt Kaliforniens – auf den Spuren der Goldsucher.

Sibirien – Zurück in die Eiszeit (9. Februar 2019, 19.30 Uhr)

Buch und Realisation: Nora Bergenthal, Frank Siegwart

Redaktion: Christiane Götz-Sobel

Länge: 45 Minuten

 

Inhalt

Eine Welt erschaffen wie vor 15.000 Jahren: An dieser Vision arbeiten Forscher im Nordosten Sibiriens. Dirk Steffens macht sich auf zu einer Reise in die Vergangenheit. Die Wissenschaftler möchten das Ökosystem der Eiszeit wieder aufleben lassen – selbst das Mammut könnte zurückkommen. Das Ziel des "Eiszeit-Parks" ist vor allem Forschung im Kampf gegen den Klimawandel.

Sibirien ist für das globale Klima eine der einflussreichsten Regionen der Erde. Weite Teile des Landes bestehen aus Permafrost: Der Boden bleibt das ganze Jahr hindurch gefroren und taut im Sommer nur in der obersten Schicht auf. Permafrost besteht zu 70 Prozent aus Eis. Doch mit dem Klimawandel schmilzt das Eis – und das hat Folgen. Viele Städte und Siedlungen in Sibirien drohen langsam zu versinken. Der schmelzende Permafrost setzt außerdem einen Prozess in Gang, der das Klima der gesamten Erde beeinflussen könnte: Wissenschaftler schätzen, dass die Permafrost-Regionen weltweit doppelt so viel Kohlenstoff enthalten wie die Atmosphäre, insgesamt fast 1500 Gigatonnen. All das könnte als Treibhausgase wie Kohlendioxid oder Methan wieder freigesetzt werden. Dirk Steffens erkundet, welche Rolle der Permafrost im globalen Klimawandel spielt und wie die Eiszeit-Tiere dagegen helfen sollen.

Bei seiner Reise durch Sibirien trifft er auf ein Land voller Gegensätze. Im Winter steht Sibirien immer noch unter dem Bann der Kälte. Die legendäre sibirische Kälte erfasst die Region im Winter über mehrere Monate. In Jakutsk, der kältesten Großstadt der Welt, sind Temperaturen von minus 45 Grad Celsius keine Besonderheit. Hier einen Flughafen zu betreiben, ist eine Herausforderung. Auch die Natur hat sich an die sibirische Kälte angepasst. Der Sibirische Tiger ist mit seinem dichten Fell gut geschützt. Er ist eines der wenigen großen Tiere, die sich auch heute noch in Sibirien finden. Aber sein Bestand sinkt. Doch der Tiger könnte eine neue Heimat finden: Hoch oben im Nordosten Sibiriens möchten die Forscher vom Pleistozän-Park ein Refugium für Eiszeit-Tiere erschaffen. Dort könnten in ferner Zukunft neben Bisons und Rentieren auch Tiger leben. Ziel der Wissenschaftler ist es, das eiszeitliche Ökosystem unter heutigen Bedingungen möglichst genau nachzubauen. Anhand von Knochenfunden haben sie dazu die ideale Tier-Zusammensetzung ermittelt. Die Forscher sind überzeugt davon, dass auch heute noch in der Arktis große Tierherden leben können. Ihr Ziel ist es, auf ihrem Parkgelände einmal Zehntausende Tiere anzusiedeln.

Das ist allerdings keine einfache Aufgabe. Viele der ehemaligen Eiszeit-Tiere sind heute ausgestorben. Eiszeit-Wildpferde etwa gibt es nicht mehr. Deshalb versuchen die Forscher, sie durch einheimische Jakuten-Ponys zu ersetzen. Auch die Bisons, die einst Sibirien in großer Zahl bevölkerten, sind hier längst ausgestorben. Ein Tier darf in einem echten Eiszeit-Park nicht fehlen: das Mammut. Was nach einem Science-Fiction-Film klingt, könnte tatsächlich einmal Realität werden. Genforscher arbeiten daran, die Mammuts mithilfe von Elefanten zurückzuholen. Sie möchten Elefanten genetisch so verändern, dass sie den Mammuts von damals ähneln. Damit würde die Vision von einer Eiszeitwelt im fernen Sibirien wahr werden.

Dirk Steffens begibt sich auf eine der abenteuerlichsten Reisen seines Lebens – nicht nur in entlegene Gebiete der Erde, sondern buchstäblich in längst vergangene Zeiten: zurück in die Eiszeit.

Argentinien – Geboren aus Extremen (16. Februar 2019, 19.30 Uhr)

Buch und Realisation: Sabine Armsen, Hanna Kotarba

Redaktion: Christiane Götz-Sobel

Länge: 45 Minuten

 

Inhalt

Gewaltige geologische Prozesse haben Argentinien geprägt. Sie haben die Iguazu-Wasserfälle und das längste Gebirge der Welt entstehen lassen, mit einer kaum bekannten Artenvielfalt. Dirk Steffens entdeckt die Fülle an Naturwundern, die über Jahrmillionen aus den Extremen erschaffen wurden.

Eine uralte Legende erzählt von der Entstehung der Iguazu-Wasserfälle: Ein eifersüchtiger Schlangengott wollte einst zwei Liebende durch einen unüberwindbaren Abgrund trennen. Mit einem gewaltigen Schlag habe er die Erde geteilt. In der Legende steckt Wahrheit, denn die Entstehung der Wasserfälle begann mit der Spaltung eines Kontinents. Scheinbar todesmutig stürzen sich jeden Abend kleine Vögel in die Fluten der mächtigen Wasserfälle. Die Rußsegler haben hier unter extremen Bedingungen ihre Nische gefunden. Es sieht zwar so aus, als würden sie sich aus unerfindlichen Gründen in Lebensgefahr bringen, doch hat das Manöver  einen guten Grund.

Der atlantische Regenwald ist einer der artenreichsten Wälder der Welt, fast 40 Prozent der hier lebenden Säugetiere gibt es nirgendwo sonst. Auch den Wald gibt es nur dank der gewaltigen Kräfte, die einst den Urkontinent Gondwana auseinander trieben. Denn dem Ozean, der sich seitdem zwischen Südamerika und Afrika erstreckt, verdankt der Wald nicht nur seinen Namen.
Heute kollidieren vor der atlantischen Küste Argentiniens Strömungen, die die halbe Welt umspannen. Sie erschaffen Jagdgründe, die Meeresräuber der Superlative anlocken: Bei der Halbinsel Valdés finden tonnenschwere Seeelefanten, tausende Seelöwen und eine besondere Orca-Familie üppige Nahrung – aber auch gnadenlose Konkurrenz.

Das Schicksal ganz Südamerikas wurde durch ein Ereignis bestimmt: durch die Auffaltung der längsten Gebirgskette der Welt, der Anden. In der heute windgepeitschten patagonischen Steppe finden sich die zu Stein erstarrten Zeugen einer üppigen Welt, die schon längst wieder vergangen ist.

In den Anden liegen die höchsten Vulkane unseres Planeten. Viele sind bereits erloschen. Ein bis heute aktiver Vulkan ist der Llullaillaco. Hier, in fast 7000 Metern Höhe, wurden vor zwanzig Jahren drei Kindermumien gefunden. Ihr Schicksal verrät viel über die extremen Bedingungen für die Menschen, die dieses Land seit Jahrtausenden bewohnen.

Auf den Hochplateaus der Anden entdeckt Dirk Steffens rätselhafte Landschaften und Regionen, die einen modernen Goldrausch erleben: Der Rohstoff Lithium, ohne den die Elektromobilität keine Zukunft hätte, ruht seit Jahrmillionen unter riesigen Salzpfannen im Hochgebirge. Hier wird greifbar, welch gewaltige Kräfte aus dem Erdinneren dieses Land prägten. Argentinien wurde aus Extremen geboren.

Antarktis – Expedition in die Zukunft (23. Februar 2019, 19.30 Uhr)
100. Folge "Terra X" mit Dirk Steffens

Buch und Realisation: Dr. Iris Zink, Frank Siegwart

Redaktion: Christiane Götz-Sobel

Länge: 45 Minuten

 

Inhalt

Eine abgelegene Welt gibt Auskunft über die Zukunft der Menschheit: Dirk Steffens erkundet auf einer abenteuerlichen Expedition den lebensfeindlichsten Kontinent, die Antarktis. Menschen haben sich dort nie dauerhaft niedergelassen. Nur Forscher zieht es in diese unwirtliche Welt. Über Jahrtausende hat sich das Land kaum verändert, doch jetzt passiert ein Wandel mit tiefgreifendem Einfluss auf das globale Klima und unser aller Zukunft.

Eiskalt, windgepeitscht und fernab jeglicher Zivilisation liegt eine der ungewöhnlichsten Forschungsstationen der Welt: Die deutsche Polarstation Neumayer III. Dirk Steffens begibt sich tief in die Eiswüste und erlebt mit den anwesenden Forschern die Wunder der Antarktis. Sogar das Leben unter dem Eis können sie beobachten. Seit Urzeiten streifen Wale hier durch die antarktischen Gewässer. Am Bestand der Säugetiere kann man den Zustand der Antarktis ablesen. Denn noch wirkt das Südpolarmeer wie ein Magnet: Der Kontinent ist von einer kalten Zirkumpolarströmung umgeben, die jede Zufuhr von wärmerem Wasser abblockt. Dies macht den südlichen Ozean zum kältesten des Planeten und hält die Antarktis stets eisig – ideale Bedingungen für das Leben unter Wasser. Noch hält die kalte Barriere, doch durch die globale Erwärmung könnte es zu einer dramatischen Veränderung im Ökosystem kommen.

98 Prozent des antarktischen Festlandes sind von einem mächtigen Eispanzer bedeckt. Die Polarregion ist ein Lebensraum für Hartgesottene. Pinguine verharren monatelang im Dunkeln. Sinkt die Temperatur unter -30 Grad Celsius, rotten sie sich zusammen. Nur durch ihr Gruppenkuscheln können die Pinguine die erbarmungslosen Wintermonate überstehen. Zudem sind sie in der Lage, die Blutzufuhr an einzelnen Körperstellen effektiv zu steuern, indem sie den Durchmesser ihrer Arterien vergrößern oder verkleinern. Wie werden sich die Veränderungen der Zukunft auf das Leben dort auswirken?

Sollte die Erde eines Tages nicht mehr bewohnbar sein, bleibt nur noch die Besiedelung eines fremden Planeten – so die düsteren Prognosen einiger Visionäre. Der Mars ist bereits in Reichweite. Bei einer Marsmission könnte die Antarktis helfen: Sie ist ein perfektes Testgebiet, ohne dafür ins All fliegen zu müssen. Denn der Südpol bietet auf Erden Bedingungen, die in mancher Hinsicht denen im Weltraum am nächsten sind. Deutsche Wissenschaftler haben ein mobiles Hightech-Gewächshaus konstruiert. Aus Samenkörnern sollen ganz ohne Erde und natürliches Sonnenlicht vitaminreiche Pflanzen wachsen wie etwa Tomaten, Gurken oder Erdbeeren. Auch die psychischen und physischen Bedingungen der Isolation im All lassen sich auf der Antarktisstation gut simulieren: Ein Team überwintert 14 Monate dort, sie leben auf begrenztem Raum. Reize wie Gerüche oder Geräusche sind stark reduziert, monatelang gibt es kein Sonnenlicht. Vieles erinnert an einen Aufenthalt in einer engen Raumstation. Die Antarktisforschung zeigt: Das bleibt nicht ohne Folgen für die Bewohner.

Die höchste Vulkandichte des Planeten findet sich in der Antarktis, der Mount Erebus ist einer der wenigen noch aktiven Vulkane dort und zugleich der südlichste Vulkan der Erde. Auf dem Eis sind die Kräfte der Unterwelt kaum zu spüren, aber der Mount Erebus schleudert bis zu zehnmal am Tag glühende Lava-Bomben in hohem Bogen hinaus auf die Gletscher. Im Kraterbecken brodelt ein Lava-See. Seit Jahren beobachtet ein internationales Vulkanologen-Team das Feuer im Eis. Mikrofone lauschen dem vulkanischen Grollen, Seismographen registrieren das Zittern des Bodens. Immer wieder steigen die Wissenschaftler zum Krater hinauf.

Die Antarktis steht im Fokus von Wissenschaftlern, denn hier kann sich die Zukunft unseres Planeten entscheiden. Dirk Steffens erlebt einen Kontinent voller Überraschungen und begibt sich an Orte im ewigen Eis, die nur wenige Menschen je betreten.

"Die Fixierung auf den Klimawandel reicht nicht aus"
Kurzinterview mit Dirk Steffens

Gleich vier Mal steht im ZDF der Februar im Zeichen von "Faszination Erde" – USA, Sibirien, Argentinien, Antarktis. Worauf dürfen sich die Zuschauer in den jeweiligen Sendungen besonders freuen?

In den USA hat mich am meisten beeindruckt der Besuch bei Pando, dem größten und möglicherweise auch einem der ältesten Lebewesen auf diesem Planeten – der nun allerdings vom Tod bedroht ist. Pando ist ein Baum, der aussieht, wie ein großer Wald. Es ist absolut faszinierend und ergreifend, da durch zu laufen.

In Nord-Ost-Sibirien hat mich am meisten das Ausmaß des Schmelzens des Permafrostbodens erschüttert. Wir wissen schon lang, dass er schmilzt, aber in welchem Ausmaß das sichtbar ist – dass ganze Städte verlassen werden, weil sich durch den schmelzenden Permafrostboden riesige Trichter und Löcher im Boden auftun, in denen ganze Fabriken verschwinden – das habe ich vorher so noch nie gesehen. Das ist einer der wenigen Orte der Welt, an dem man den Klimawandel so deutlich sehen kann.

Bei Argentinien denken wir immer an Gauchos und Rinder-Steaks. Das ist natürlich nur ein winzig kleiner Ausschnitt von diesem riesigen Land und seinen vielen Naturlandschaften. Die Vielfalt – von hohen 4.000 Meter hohen Bergen hinab in Regionen, die aussehen wie der Amazonas-Dschungel – es ist erstaunlich zu sehen, wie andersartig Argentinien sein kann.

Die Antarktis ist der einzige Kontinent, der nie von Menschen besiedelt worden ist. Klar, es gibt dort permanent besetzte Forschungsstationen, in der sich Menschen für einen Zeitraum aufhalten, aber besiedelt worden ist er nie – und genau so fühlt es sich auch an, wenn man dort ist: Man hat das Gefühl, man sei weit weg von der Zivilisation, und das ist ein Erlebnis, das man kaum mit Worten beschreiben kann. Man spürt, wie groß die Natur und wie klein der Mensch ist. Neben der wissenschaftlichen Betrachtung ist es auch wichtig, das emotional einmal zu begreifen.

Jede Region hätte genug Themen für vier eigene Sendungen – wie werden die Schwerpunkte ausgesucht?

Das macht die ZDF-Redaktion Naturwissenschaft & Technik nach überwiegend wissenschaftlichen Kriterien: Wo gibt es neue Forschungen, welche Projekte laufen in den Regionen? Und daraus machen wir Filme. Die Redaktion prüft dann, wie man die Bilder dafür drehen kann – wir fahren zum Beispiel zu bestimmten Jahreszeiten und können immer nur Ausschnitte abbilden – und wie man die Geschichten erzählen kann.

Sie reisen einmal mehr um die halbe Welt, die Drehreisen liegen dicht beieinander. Wie stellen Sie sich persönlich auf die so unterschiedlichen Bedingungen in so kurzer Zeit ein?

Ich packe meinen Koffer um – warme Jacken oder dünne Jacken (lacht). Ich lebe so, seit ich 16 Jahre alt war. Damals bin ich das erste Mal um die Welt gereist, noch per Anhalter. Für mich ist das normal.

Was ist Ihnen in Zeiten der vieldiskutierten Themen Klimawandel, Artensterben, Plastikwahnsinn besonders wichtig, mit der Sendung zu transportieren?

Wir müssen jetzt umdenken. Was sich immer mehr abzeichnet, ist der schnell wachsende Forschungszweig der planetaren Grenzen. Wir müssen aufhören, in Kisten zu denken – hier der Klimawandel, da das Artensterben, dort der Plastikmüll. Wir müssen das alles als eine einzige große Öko-Krise begreifen, die verschiedene Aspekte hat. Aber man kann nicht einen Aspekt davon lösen und die anderen nicht anfassen. Ein Beispiel: Wenn man die Eisbären retten will – was Artenschutz wäre – kann man sie nicht retten, ohne den Klimawandel im Auge zu haben. Denn das ist die Ursache für das mögliche Aussterben der Eisbären. Wir müssen endlich lernen, ganzheitlich zu denken, weil wir das Problem sonst nie in den Griff bekommen. Die totale Fixierung im Moment auf den Klimawandel ist zwar verständlich, es gibt sehr viele gute Gründe dafür, aber das reicht leider nicht aus.

Und unsere Sendungen erzählen Geschichten aus dem kompletten Spektrum der Wissenschaft, das macht sie aus. Wir versuchen, einen holistischen Blick auf die Naturlandschaften zu haben und zu sehen, welch verschiedene Dinge dort aufeinander einwirken, sich überlagern und gegenseitig beeinflussen – genau das ist "Faszination Erde".

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