Thomas Thieme in "Der namenlose Tag", Copyright: ZDF/Conny Klein
Thomas Thieme in "Der namenlose Tag", Copyright: ZDF/Conny Klein

Das ZDF auf dem Filmfest Hamburg 2017

5. - 14. Oktober 2017

Das ZDF ist mit 17 Produktionen auf dem diesjährigen Filmfest Hamburg vom 05. – 14. Oktober 2017 vertreten. Acht ZDF-Produktionen werden in der Sektion "16:9 - Fernsehen im Kino" gezeigt; davon stehen sechs Filme im Wettbewerb um den "Hamburger Produzentenpreis für Deutsche Fernsehprodukti­onen": "Angst – Der Feind in meinem Haus", "Dengler – Die schützende Hand", "Der namenlose Tag", "Die Familie", "Reich oder tot" und "Wenn Frauen ausziehen".

    Texte

    Das ZDF auf dem Filmfest Hamburg 2017

    Mit 17 Produktionen ist das ZDF auf dem 25. Hamburger Filmfest vom 5. bis 14. Oktober 2017 vertreten. Acht ZDF-Produktionen werden in der Sektion "16:9 - Fernsehen im Kino" gezeigt; davon stehen sechs Filme im Wettbewerb um den "Hamburger Produzentenpreis für Deutsche Fernsehprodukti­onen":

    Im Psychothriller "Angst – Der Feind in meinem Haus" - Thomas Bergers Verfilmung von Dirk Kurbjuweits Roman "Angst" - stalkt Herr Tiberius (Udo Samel) seine neuen Nachbarn (Heino Ferch, Anja Kling) und treibt sie zum Äußersten.

    Lars Kraume inszeniert "Dengler – Die schützende Hand" als einen auf Tatsachen basierenden Thriller über den NSU-Skandal, mit Ronald Zehrfeld und Birgit Minichmayr in den Hauptrollen.

    Volker Schlöndorff verfilmt mit "Der namenlose Tag" den gleich­namigen Bestseller von Friedrich Ani um den frisch pensionierten Kriminalhauptkommissar Jakob Franck (Thomas Thieme), der mit einem alten Fall konfrontiert wird.

    In "Die Familie" von Constanze Knoche wird ein Selbstfindungs-seminar für die 16-jährige Isabell (Stephanie Amarell) zum Alb­traum.

    Ein Banküberfall mit Geiselnahme hält die Kiez-Ermittler Diller (Nicholas Ofczarek) und Kessel (Fritz Karl) in Lars Beckers Thril­ler "Reich oder tot" in Atem.

    Die junge Gastwirtin Paula (Anna Maria Mühe) setzt in Matthias Tiefenbachers Komödie "Wenn Frauen ausziehen" auf Frauen­solidarität, um das Angebot eines Investors gegen den Wider­stand der männlichen Dorfbewohner durchzusetzen.

    Zwei ZDF-Produktionen laufen in der Sektion "16:9" außerhalb des Wettbewerbs: Mit "Bella Block – Am Abgrund" (Buch und Regie: Rainer Kaufmann) und "Bella Block – Stille Wasser" (Regie: Jo Baier, Buch: Beate Langmaack) verabschiedet sich Hannelore Hoger als eine der dienstältesten Ermittlerinnen des deutschen Fernsehens in den Ruhestand.

    Die ZDF/ARTE-Koproduktion "Licht" - in der Sektion "Freihafen" für den "Hamburger Produzentenpreis für Europäische Kino-Koproduktionen" nominiert - spielt in Wien 1777. Die früh erblin­dete 18-jährige Maria Theresia "Resi" Paradies wird dem wegen seiner neuartigen Methoden umstrittenen Arzt Franz Anton Mesmer anvertraut. Als das Klavier-Wunderkind Resi in Folge der Behandlung erste Bilder wahrzunehmen beginnt, scheint ihre mu­sikalische Virtuosität verloren zu gehen.

    Der pakistanisch-deutsche Dokumentarfilm "Azmaish – A Journey Through The Subcontinent", ebenfalls eine ZDF/ARTE-Produktion, läuft in der Sektion "Asia Express – Filmkulturen aus Fernost". Zusammen mit der Bollywood-Schau­spielerin Kalki Koechlin begibt sich die Filmemacherin Sabiha Sumar auf die Reise durch den indisch-pakistanischen Subkontinent, um die heutigen Konflikte in und zwischen den bei­den Ländern zu erkun­den.

    Angst – Der Feind in meinem Haus - Psychothriller, Deutschland 2017, Sektion "16:9 – Fernsehen im Kino"

    Vorführung: Freitag, 06. Oktober 2017, 21.30 Uhr, CinemaxX 3

    Der Sendetermin im ZDF: Montag, 16. Oktober 2017, 20.15 Uhr ("Fernsehfilm der Woche")

    Buch: Dirk Kurbjuweit nach seinem Roman "Angst"

    Regie: Thomas Berger

    Kamera: Frank Küpper

    Szenenbild: Benedikt Herforth

    Kostüm: Natascha Curtius-Noss

    Musik: Christoph Zirngibl

    Montage: Lucas Seeberger

    Produktion: Network Movie Film Produktion GmbH, Hamburg

    Herstellungsleitung: Roger Daute

    Produktionsleitung: Andrea Bockelmann

    Produzentin: Jutta Lieck-Klenke

    Redaktion: Daniel Blum

    Länge: 89 Minuten

    Rollen/Darsteller

    Randolph Tiefenthaler: Heino Ferch

    Rebecca Tiefenthaler: Anja Kling

    Dieter Tiberius: Udo Samel

    Hermann Tiefenthaler: Dietrich Hollinderbäumer

    Sebastian: Hary Prinz

    Anwältin: Sandra Borgmann

    Richterin: Lena Stolze

    Klaus Tiberius: Gustav Peter Wöhler

    und andere

    Inhalt: Randolph Tiefenthaler und seine Frau Rebecca ziehen mit ihren beiden Kindern in eine schöne Stadtvilla aus der Gründerzeit. Be­dingung für den Kauf des Hauses war, dass Herr Tiberius, der Bruder des ehemaligen Besitzers, weiterhin im Souterrain wohnt. Aus anfänglich netten Aufmerksamkeiten des älteren Herrn wird schnell übergriffiges Verhalten. Tiberius belästigt erst Rebecca und stalkt schließlich die ganze Familie. Er behauptet sogar ge­genüber der Polizei, die Kinder würden von den Eltern sexuell missbraucht. Die Familie hat keinen Raum mehr, in den sie sich zurückziehen kann. Die Eltern sind hilflos und wissen sich nicht wirklich zu wehren gegen den Nachbarn im Souterrain. Bei den Tiefenthalers liegen die Nerven blank, statt Alltag herrscht nur noch Angst. Doch weder von der Polizei noch von einer Anwältin ist Unterstüt­zung zu erwarten. Da bietet Hermann Tiefenthaler, Polizist in Pension, seinem Sohn Hilfe an.

    Umfassendes Pressematerial inklusive Interviews und Statements finden Sie unter https: https://presseportal.zdf.de/pm/angst-der-feind-in-meinem-haus/

    Azmaish – A journey through the subcontinent - Dokumentarfilm, Pakistan/Deutschland 2017, Sektion "Asia Express – Filmkulturen aus Fernost"

    Vorführung: Dienstag, 10. Oktober 2017, 19.00 Uhr, Metropolis

    Buch: Sabiha Sumar, Julia Rose, Sachithanandam Sathananthan

    Regie: Sabiha Sumar

    Kamera: Claire Pijman, Peter Burgmann

    Schnitt: Martin Hoffmann

    Produktion: Vidhi Films, Karachi

    Produzent: Sachithanandam Sathananthan

    Redaktion: Kathrin Brinkmann (ZDF/ARTE)

    Länge: 58 Minuten

    Rollen/Darsteller

    Kalki Koechlin und andere

    Vor 70 Jahren, im August 1947, wurde das ehemals unter briti­scher Kolonialherrschaft stehende Territorium Britisch-Indien entlang religiöser Linien zweigeteilt, und es kam zur Gründung zweier unabhängiger Staaten: Indien und Pakistan. Bis heute sind die Wunden der Teilung spürbar, bis heute prägen sie die Politik der seitdem verfeindeten Nachbarländer. Für die Filmemacherin Sabiha Sumar sucht Pakistan noch immer seinen Weg, seine Identität. Ihr Vater übersiedelte 1947 zusam­men mit 60 Millionen anderen Muslimen aus Indien nach Pakistan in der Hoffnung, dass die Feudalgesellschaft in einen säkularen, industrialisierten Staat umgewandelt werden könne, der eine feste Grundlage für eine starke Demokratie sein würde. Doch dieser Traum scheiterte. Korrupte Eliten und mächtige Feudalherren re­gieren bis heute das Land, das sich 1956 als Islamische Republik gründete und den Islam zur Staatsreligion erklärte. Doch nicht nur in Pakistan, sondern auch in Indien, das sich als säkularer Staat gründete, ist der religiöse Fundamentalismus heute auf dem Vormarsch. Aus der Sicht der indischen Volkspar­tei BJP, die seit 2014 mit Narrenda Modi den Premierminister stellt, ist Indien in erster Linie das Land der Hindus und des Hin­duismus; Religion und Kultur der Mehrheit sollen den Ton ange­ben – und die Minderheiten, vor allem die rund 170 Millionen indi­schen Muslime, haben sich anzupassen. Zusammen mit der indischen Bollywood-Schauspielerin Kalki Koechlin begibt sich Sabiha Sumar auf eine Reise durch den Subkontinent, um die heutigen Konflikte in und zwischen den bei­den Ländern zu erkunden und nach den Ursachen des zuneh­menden religiösen Fundamentalismus und friedlichen Lösungen zu suchen.

    Der Film feierte seine Weltpremiere auf dem Filmfestival in Locarno und lief im September auf dem Filmfestival in Toronto.

    Bella Block – Am Abgrund - Krimi, Deutschland 2017, Sektion "16:9 – Fernsehen im Kino"

    Vorführung: Freitag, 13. Oktober 2017, 19.00 Uhr, CinemaxX 3

    Buch: nach einer Vorlage von Susanne Schneider

    Regie: Rainer Kaufmann

    Kamera: Klaus Eichhammer

    Ton: Jörg Krieger

    Musik: Martin Probst

    Mischung: Richard Borowski

    Music Supervision: Hansjörg Kohli         

    Schnitt: Tina Freitag

    Szenenbild: Dominik Kremerskothen

    Kostüm: Lucie Bates

    Maske: Stephanie Zorn, Stefanie Gredig

    Casting: Nina Haun

    Casting Kinder: Patrick Dreikauss

    Produktion: UFA FICTION GmbH

    Producerin: Karoline Griebner

    Herstellungsleitung: Dirk Ehmen

    Herstellungskoordination: Marina Saczewski

    Produktionsleitung: Martin Hämer

    Produzent: Joachim Kosack

    Redaktion: Pit Rampelt

    Länge: 95 Minuten

    Rollen / Darsteller

    Bella Block: Hannelore Hoger

    Klaus Dieter Mehlhorn: Hansjürgen Hürrig

    Jan Martensen: Devid Striesow

    Malte Schnaak: Rainer Bock

    Assistentin Marion: Viktoria Steibner

    Simon Abendroth: Rudolf Kowalski

    Thorsten Müller: Max Hopp

    Beerholt: Kai Ivo Baulitz

    Bianca Kling: Corinna Harfouch

    Dr. Saalacher: Stephan Bissmeier

    Maaslich: Aljoscha Stadelmann

    Werl: Alexander Czerwinski

    Raven Morlock: Sabin Tambrea

    Tabea: Lilith Stangenberg

    Muzzi: Alexandru Cirnaela   

    Nuri: Zoran Pingel

    Tarek: Mert Dincer

    Faris: Jann-Piet Puddu

    Djamal: David Ganser

    und andere

    Inhalt: Kurz vor seinem Ruhestand lädt Staatsanwalt Mehlhorn Bella Block zu einem Essen ein, um sie bei seinem letzten, brisanten Fall um Hilfe zu bitten. Doch bevor er Bella ins Vertrauen ziehen kann, wird Mehlhorn durch einen Anschlag getötet, dem Bella nur durch einen Zufall entkommt. Die Ermittlungen führen Kommissar Schnaak und Bella in einen Sumpf aus Korruption und Amtsmissbrauch in den Reihen der Hamburger Justiz und einer städtischen Wohnungsbaugesell­schaft. Deren unsaubere Entmietungspraktiken können bei wider­borstigen Altmietern auch schon mal tödlich enden. Wem war Mehlhorn zu dicht auf der Spur, dass er sterben musste? Durch seine geheim gehaltenen Unterlagen rücken angesehene Bürger der Stadt ins Visier: ein städtischer Baudirektor und seine Schwester, eine bekannte Familienrichterin, ein berüchtigter Im­mobilien-Anwalt, aber auch Mehlhorns Vorgesetzter, Hamburgs Generalstaatsanwalt. Als Bella bei ihnen nachforscht, schaltet der Anwalt den zwielichtigen Raven Morlock ein. Der grausame Chef einer Einbruchsbande von Kindern soll Bella zum Schweigen bringen. Simon Abendroth besucht nach seiner Weltreise Bella. Jedoch kann auch er sie nicht von ihren lebensgefährlichen Nachfor­schungen abhalten. Der aus der Provinz Bella zur Hilfe eilende Jan Martensen wird selbst zum Spielball der Machenschaften Morlocks. Aber unbeirrt geht Bella ihren Weg gegen das Böse.

    Bella Block – Stille Wasser - Krimi, Deutschland 2017, Sektion "16:9 – Fernsehen im Kino"

    Vorführung: Freitag, 13. Oktober 2017, 16.30, CinemaxX 3

    Der Sendetermin im ZDF: Samstag, 28.Oktober 2017, 20.15 Uhr ("Der Samstagskrimi")

    Buch: Beate Langmaack

    Regie: Jo Baier

    Kamera: Stefan Unterberger

    Ton: Paul Oberle

    Musik: Fabian Römer

    Mischung: Richard Borowski

    Music Supervision: Hansjörg Kohli

    Schnitt: Dirk Grau

    Szenenbild: Pierre Pfundt

    Kostüm: Petra Neumeister

    Maske: Kathi Kullack, Lea Gerling

    Casting: Nina Haun

    Produktion: UFA FICTION GmbH

    Producerin: Karoline Griebner

    Herstellungsleitung: Dirk Ehmen

    Produktionsleitung: Gunnar Juncken

    Produzent: Joachim Kosack

    Redaktion: Pit Rampelt

    Länge: 89 Minuten

    Rollen / Darsteller

    Bella Block: Hannelore Hoger

    Jens Johannsen: Henrik Birch

    Lars Johannsen: Henrik Birch

    Hendrik Johannsen: Matti Schmidt-Schaller

    Sabrina Johannsen: Katja Weitzenböck

    Lilo Schulz: Lina Wendel

    Mischa Schulz: Tim Kalkhof

    Gastwirt: Tom Jahn

    Thomas Paslak: Thomas Dehler

    Sven Ahlsen: Michael Ihnow

    Maria (Cherie): Janina Rudenska

    Claudia (Cherie): Ava von Düsterlho

    Verkäufer Bettenladen: Ole Eisfeld

    Frau Paslak: Michaela Caspar

    Frau Ahlsen: Marie Schöneburg

    und andere

    Inhalt: Bella Block hat eine Reifenpanne. In der brandenburgischen Kleinstadt Grahlsee lernt Bella den Kfz-Mechaniker Jens Johannsen kennen, der zusammen mit seinem Zwillingsbruder Lars wegen einer Frau vor Jahrzehnten von Dänemark in die ost­deutsche Provinz gezogen ist. Lars ist kurz zuvor an einem nächtlichen Herzinfarkt gestorben. Jens zweifelt jedoch an der Todesursache seines Zwillingsbruders und bittet Bella um Hilfe, die sich dem stillen Charme des Dänen nicht erwehren kann. Während sie auf die Reparatur ihres Wagens wartet, beginnt Bella in dem kleinen Ort zu ermitteln und entdeckt hinter der idyl­lischen Fassade verschworene Strukturen. Lars‘ Witwe ist die Bürgermeisterin der Stadt, die gerne die zukünftige Landrätin werden möchte. Sie kämpft gegen das ortsansässige Erotiklokal "Cherie", denn  sie hegt hochfliegende Träume für die Kleinstadt, in der ein Bordell so gar keinen Platz hat. Bei Lars' Beerdigung bemerkt Bella allerdings, dass die "Cherie"-Chefin Lilo mit dem Verstorbenen nicht nur eine klassische Ge­schäftsbeziehung verband. Ob die Witwe davon wusste? Bei ihren Nachforschungen stoßen Bella und Jens auf moralische Strudel mit Widersprüchen und durchkreuzen touristische Expansions­träume der Lokalpolitiker.

    Umfassendes Pressematerial inklusive Interviews und Statements finden Sie unter https://presseportal.zdf.de/pm/bella-block-stille-wasser/

    Dengler – Die schützende Hand -Thriller, Deutschland 2017, Sektion "16:9 – Fernsehen im Kino"

    Vorführung: Montag, 09. Oktober 2017, 21.30 Uhr, CinemaxX 3

    Der Sendetermin im ZDF: Montag, 6. November 2017, 20.15 Uhr ("Fernsehfilm der Woche")

    Buch: Lars Kraume nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Schorlau

    Regie: Lars Kraume

    Kamera: Jens Harant

    Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas

    Schnitt: Barbara Gies

    Szenenbild: Olaf Schiefner

    Produktion: Bavaria Film GmbH & Cuckoo Clock Entertainment

    Produzenten: Oliver Vogel, Raoul Reinert

    Redaktion: Elke Müller

    Länge: 89 Minuten

    Rollen / Darsteller

    Georg Dengler: Ronald Zehrfeld

    Olga Iliescu: Birgit Minichmayr

    Marius Brauer: Tom Wlaschiha

    Dr. Müller: Rainer Bock

    Schneiderhahn: Götz Schubert

    Harry Jäger: Leonard Lansink

    Dr. Schweikert: Jürgen Prochnow

    Prof. Stern: Hans Uwe Bauer

    Irmgard Müller: Carina Wiese

    Tufun Basher: Aykut Kayacik

    Marlies: Paula Paul

    und andere

    Inhalt: "Wie kamen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ums Leben?", fragt ein Unbekannter. Privatermittler Georg Dengler nimmt den Auf­trag an, obwohl die Antwort für ihn eigentlich klar ist. Mundlos und Böhnhardt haben sich selbst erschossen. So auch die offizi­elle Version. Absurd, sagen Insider. Er benötigt die in Amsterdam untergetauchte Hacker-Aktivistin Olga Illiescu, um an entscheidende NSU-Akten auf dem Server des Bundeskriminalamtes zu kommen. Olga ist zunächst über­zeugt davon, dass nur die rechte Ecke mit so einem Schwach­sinns-Auftrag an Dengler herantreten könne und dass er sich hat kaufen lassen, um die Täter zu Opfern zu machen. Das fehlte noch! Doch als Dengler und Olga beginnen, sich mit dem NSU-Komplex und den Vorfällen in Stregda zu beschäftigen, tauchen immer mehr Widersprüche auf. Unglaubliche Ermittlungspannen treten zu Tage. Die Polizei vor Ort, der Verfassungsschutz, das BKA – eine Verstrickung verschiedener V-Leute, ein unüberseh­bares Netz von Abhängigkeiten stülpt sich über die NSU-Thema­tik.

    Beraten von seinem Mentor Dr. Schweikert und mit Hilfe von LKA-Mann Marius Brauer rekonstruieren Dengler und Olga die Vor­kommnisse im und um das Wohnmobil in Eisenach-Stregda und stoßen auf Schlampigkeiten, mysteriöse Vorfälle und Widersprü­che am Tatort, u. a. auf irritierende Autopsie-Berichte von Böhnhardt und Mundlos. Warum hatte Mundlos keinen erhöhten CO-hb-Wert? Warum sieht man kein Blut an den Wänden? Keine Fingerabdrücke? Wie konnten sich die beiden jahrelang im Unter­grund Lebenden mit einem Arsenal an Waffen von zwei Streifen Polizisten so aus der Ruhe bringen lassen, dass sie umgehend Selbstmord begehen? Warum wurde das Wohnmobil vom Tatort abgeschleppt? Dengler steigert sich hinein in Verschwörungsthe­orien. Dengler und Brauer sprechen mit involvierten Zeugen: Vermutet man eine Antwort auf eine Frage, taucht schon die nächste Widersprüchlichkeit auf. Dengler, Olga und Brauer tauchen in die Untiefen des NSU-Kom­plexes und das Netzwerk von Staatsschützern und Neofaschisten ein. So tief, dass Dengler nicht bemerkt, dass die vermuteten Drahtzieher sie selbst ins Visier genommen haben. Er hat in ein Wespennest gestochen.

    Umfassendes Pressematerial inklusive Interviews und Statements finden Sie unter https://presseportal.zdf.de/pm/dengler-die-schuet­zende-hand/

    Der Mann aus dem Eis - Spielfilm, Deutschland/Italien/Österreich 2017Sektion "Freihafen – Europäische Kino-Koproduktionen"

    Vorführungen: Samstag, 07. Oktober 2017, 19.30 Uhr, CinemaxX 1 und Mittwoch, 11. Oktober 2017, 14.00 Uhr, CinemaxX 8

    Buch & Regie: Felix Randau

    Kamera: Jakub Bejnarowicz    

    Ton: Marc Parisotto

    Szenenbild: Juliane Friedrich       

    Schnitt: Vessela Martschewski          

    Musik: Beat Solèr      

    Produktionsleitung: Peter Hermann und Maja Wieser Benedetti         

    Produktion: Port-au-Prince Film & Kultur GmbH in Koproduktion mit Echo Film, Lucky Bird Pictures, Amour Fou Vienna, ZDF/Das kleine Fernsehspiel und SKY, in Zusammenarbeit mit ARTE und ORF-Film-Fernsehabkommen, gefördert mit Mittel von IDM/BLS, BKM, FFF, DFFF, MBB, und FFA.

    Produzent: Jan Krüger

    Redaktion: Burkhard Althoff (ZDF/Das kleine Fernsehspiel), Olaf Grunert (ZDF/ARTE) und Andreas Schreitmüller (ARTE)

    Rollen / Darsteller

    Kelab: Jürgen Vogel

    Krant: André M. Hennicke

    Tasar: Sabin Tambrea

    Kisis: Susanne Wuest

    Gosar: Martin Augustin Schneider

    Mitar: Violetta Schurawlow

    Kulan: Anna F.

    Gris: Axel Stein

    Rasop: Paula Renzler

    Ditob: Franco Nero

    Abenteuerfilm um einen der bekanntesten Kriminalfälle der Menschheit: den gewaltsamen Tod des 1991 als Mumie im Tiroler Gletschereis gefundenen Mannes, der als "Iceman" oder "Ötzi" weltweit bekannt wurde.

    Inhalt: Vor 5300 Jahren in der Jungsteinzeit. Eine Großfamilie lebt fried­lich an einem Bach in den Ötztaler Alpen. Ihrem Anführer Kelab (Jürgen Vogel) obliegt es, den heiligen Schrein Tineka zu verwah­ren. Während Kelab auf der Jagd ist, wird seine Siedlung über­fallen. Die gesamte Sippe wird brutal ermordet, darunter auch Kelabs Frau und Sohn. Das Heiligtum der Gemeinschaft wird ge­raubt. Getrieben von Schmerz und Wut hat Kelab nur noch ein Ziel – Vergeltung! Kelab folgt den Spuren der Täter. Auf seiner Odyssee über das Gebirge ist er den Gefahren der Natur ausge­setzt. Durch einen tragischen Irrtum wird er auch noch selbst zum Gejagten. Schließlich steht Kelab nicht nur den Mördern seiner Familie, sondern auch sich selbst gegenüber. Wird er seinem Drang nach Rache nachgeben und selbst vom Opfer zum Täter? Oder gelingt es ihm, den ewigen Kreislauf der Gewalt zu durch­brechen?

    Der namenlose Tag - Krimi/Thriller, Deutschland 2017, Sektion "16:9 – Fernsehen im Kino"

    Vorführung: Montag, 09. Oktober 2017, 19.00 Uhr, CinemaxX 3

    Buch: Volker Schlöndorff nach dem Roman von Friedrich Ani

    Regie: Volker Schlöndorff   

    Kamera: Tomas Erhart

    Ton: Gunnar Voigt

    Szenenbild: Susanne Hopf

    Schnitt: Julia Oehring 

    Produktionsleitung: Peter Hartwig

    Produzent: Jens C. Susa, Martin Choroba

    Produktion: Provobis 

    Redaktion: Elke Müller und Wolfgang Witt

    Länge: ca. 89 Minuten

    Rollen / Darsteller

    Jakob Franck: Thomas Thieme

    Ludwig Winther: Devid Striesow

    Doris Winther / Inge Nemetzki: Ursina Lardi

    Esther Winther: Stephanie Amarell

    Jan Roland: Thomas Prenn

    Kommissar André Block: Christian Kuchenbuch

    Marion Siedler:Tina Engel

    Sandra Horn: Jochanah Mahnke

    Sigrid Horn: Anja Schiffel

    Dr. Jordan: Jan Messutat

    Patrick Jordan: Otto Bigalke

    und andere

    Inhalt: Kriminalhauptkommissar Jakob Franck ist seit zwei Monaten im Ruhestand und glaubt nun, ein Leben jenseits der Toten beginnen zu können. Vor zwanzig Jahren hatte er sieben Stunden, ohne ein Wort zu sagen, der Mutter einer toten Siebzehnjährigen beige­standen. Jetzt wird der Kommissar von dieser Konstellation ein­geholt: Ludwig Winther tritt mit ihm in Kontakt; er ist der Vater des jungen Mädchens und Ehemann jener Frau, der Franck so viel Aufmerksamkeit widmete. Zwanzig Jahre sind vergangen, und der Vater glaubt noch immer nicht an den - laut polizeilichem Untersuchungsergebnis eindeutig feststehenden - Selbstmord der Tochter durch Erhängen: Seiner Meinung nach kann es sich nur um Mord handeln. Ex-Kommissar Jakob Franck macht sich also daran, die näheren Umstände ihres Todes aufzuklären, "einen toten Fall zum Leben zu erwecken". Jakob Franck folgt dabei seiner ureigenen Methode, der "Gedan­kenfühligkeit": Diese ist unnachahmlich und unübertroffen bei der Lösung der kompliziertesten und überraschendsten Fälle.

    Gespräch mit Volker Schlöndorff

    Nach so vielen Jahren im Geschäft der erste Krimi, Herr Schlöndorff? Wie kam es ausgerechnet jetzt dazu? Was hat Sie an diesem Projekt fasziniert?

    In Deutschland wenig bekannt, habe ich in den USA immerhin einmal einen James Hadley Chase verfilmt mit Woody Harrelson und Elisabeth Shue, was mir viel Spaß gemacht hat. Aber mein einziger TV-Film, "Das Meer am Morgen", auch für PROVOBIS, war mehr ein historischer Film. Insofern ist das also Neuland, ei­nen Kommissar hatte ich jedenfalls noch nie vor der Kamera.

    Worin lag der Reiz an der Adaption des Romans bzw. warum wollten Sie selbst das Drehbuch schreiben?

    Mir hat der Roman in seiner stillen Art als Leser gefallen. Ani er­findet nicht, er beobachtet, das spürt man seinen Figuren an. In­sofern erinnert er mich an Böll. Nur war ich mir nicht sicher, ob genug Spannung für einen Film aufkommen würde, und auch, ob ich so was überhaupt könnte. Deshalb habe ich einfach einmal, sozusagen als Test, einen Drehbuchentwurf geschrieben. Es ge­lang so mühelos, dass ich zusagte. Als dann der Auftrag für das Drehbuch kam, war es schon fertig. Allerdings mit einer entschei­denden Änderung: Statt in München spielte die Geschichte nun in einer ostdeutschen Kleinstadt. Eine Intuition, die ich zunächst nicht begründen konnte.

    Thomas Thieme als Kommissar Franck ist eine großartige Beset­zung – wie war der Prozess sich gemeinsam der Figur zu nähern?

    Thomas Thieme als Kommissar Franck ist eine großartige Beset­zung. Thieme war der Vorschlag der Produktion, ich habe mich mit ihm getroffen und er hat mich auf Anhieb überzeugt. Einer­seits strahlt er die Ruhe und Empathie aus, die er als "Todesbote" braucht, andererseits wirkt er nicht wie ein abgebrühter Kommis­sar, sondern wie einer dessen Haut immer dünner geworden ist, ein Melancholiker. Bei unserem ersten Treffen erwähnte er, dass er aus Weimar stammt. Ich fragte ihn, ob er sich dort einen sol­chen Kommissar vorstellen könnte. Eher nebenan in Erfurt, sagte er. Das machte mich stutzig, erinnerte mich sofort an den Schü­ler-Amokläufer. In Anis Roman geht es ja um einen Schüler­selbstmord, ein erschreckendes Thema, nur allzu aktuell.

    Frau Lardi spielt die Schwestern Doris & Inge, sie haben daraus Zwillinge gemacht, was kam es zu dieser Entscheidung?

    Der Kommissar trifft ja die eine der Schwestern, nachdem die an­dere, mit der er eine eigenartige Liaison hatte, bereits tot ist. Es sollte wie eine Begegnung mit einer Wiedergängerin sein. Emoti­onal lässt sich das nur mit der gleichen Darstellerin herstellen. Deshalb habe ich sie zu Zwillingen gemacht und sofort an Ursina Lardi für diese Doppelrolle gedacht. Sie hat mich dazu inspiriert. Ich habe Ursina Lardi oft im Theater gesehen, sie ist eine völlig unkonventionelle Schauspielerin. Wir haben dann gemeinsam Zwillingsschwestern in diesem Alter getroffen, faszinierende Frauen.

    Gespräch mit Friedrich Ani

    Als Sie gehört haben, dass Volker Schlöndorff die Regie zu "Der namenlose Tag" übernimmt, was ist Ihnen da durch den Kopf gegangen?

    Als mir der Produzent Jens Susa mitteilte, er habe Volker Schlöndorff als Regisseur gewonnen, hatte ich kurz einen inneren Erdrutsch zu bewältigen. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass der große Romanverfilmer Schlöndorff sich jemals mit einem mei­ner Bücher beschäftigen würde. Ich schnappte also erst einmal nach Luft, dann schaute ich auf den Kalender, ob womöglich 1. April sei. Was ich sagen will: Das war ein Moment des Glücks und der Ermutigung und auch der Vorfreude, den von mir über so viele Jahre hoch verehrten Regisseur persönlich treffen zu kön­nen.

    Haben Sie in der Vorbereitungsphase eng mit ihm zusammenge­arbeitet? 

    Schlöndorff schickte mir die erste Fassung seines Drehbuchs und stellte immer wieder Fragen zum Buch. Da ich von Anfang an er­klärt hatte, dass ich das Drehbuch für eine mögliche Verfilmung nicht selbst schreiben würde, war ich sehr entspannt und voll­kommen offen für alles, was Schlöndorff ändern würde.

    Und wie gefällt Ihnen das Ergebnis? 

    Der Film ist ein Ereignis. Visuell, stilistisch, erzählerisch. Schlöndorff hat einen Kriminalfilm der besonderen Art geschaffen, und Thomas Thieme als Jakob Franck stellt alles in den Schatten, was ich in den letzten Jahren in der Darstellung von Kriminal­kommissaren gesehen habe.

    Wie geht’s weiter mit Jakob Franck?

    In diesem Monat erscheint der zweite Roman mit der Figur Franck, "Ermordung des Glücks", Jens Susa wird wieder die Ver­filmung produzieren und Thomas Thieme die Hauptfigur verkör­pern. Das Drehbuch schreibt Hannah Hollinger, die schon einmal zwei Romane von mir adaptiert hat. Ein besseres Team könnte ich mir nicht vorstellen.

    Die Fragen stellte Mirja Bauer

    Statement des Produzenten Jens C. Susa

    Es gibt Autoren, die lassen einen nicht los – Friedrich Ani gehört unbedingt dazu. Vor Jahren hatten Friedrich Ani und ich bei den ZDF TV-Reihen "Kommissar Süden" und "Franziska Luginsland" miteinander gearbeitet – zwischenzeitlich hatten sich die Wege getrennt.  Als ich erfuhr, dass Ani an einem Roman über einen pensionierten Kommissar arbeitet, wollte ich unbedingt und schnell wissen, was er schreibt. Er gab mir seinen ersten Franck-Roman zu lesen. An einem Tag war ich mit dem Lesen durch – meine Antwort an den Meister war: "Das muss Thomas Thieme spielen". Thieme und ich sind beide aus Weimar, wir kennen und schätzen uns seit den ZDF-Produktionen "Rosa Roth" und "Krupp – Eine deutsche Familie". Friedrich Ani fand die Idee sehr gut, wir trafen uns zu dritt im Biergarten in München – Thomas Thieme steckte uns alle mit seiner Begeisterung für Jakob Franck an. Wir spürten alle – Thieme ist die richtige Besetzung – Thieme muss Jakob Franck spielen. Volker Schlöndorff erzählte ich von den Geschehnissen, schickte ihm den Roman nach New York – nach 24 Stunden lautetet seine Antwort "You made my day" - so kam es innerhalb weniger Tage zur Zusammenarbeit mit Ani/Schlöndorff/Thieme – für mich per­sönlich noch heute ein Ereignis. Das ZDF mit Reinhold Elschot und Elke Müller gab uns sehr schnell für das gesamte Paket grünes Licht - der Roman wurde ein Bestseller, bekam den Deutschen Krimipreis – Volker Schlöndorff begann mit der Arbeit am Drehbuch. Wenn Sie jetzt erwarten, dass ich Ihnen etwas zum Inhalt des Films schreibe, dann enttäusche ich Sie an dieser Stelle. Ich persönlich will Sie neugierig machen, und erzähle Ihnen lieber etwas über die Ent­stehung des Films und kann Sie mit meiner Euphorie anstecken – schauen Sie sich den Film an!

    Für mich war die Arbeit - besonders mit Volker Schlöndorff - eine seltene, präzise und lehrreiche Erfahrung. Ich kann Ihnen versi­chern, es macht einen ungeheuren Spaß, mit einem Autor und Regisseur wie Volker Schlöndorff einen Film zu produzieren – von einem Meister zu lernen. Selten habe ich einen Regisseur getroffen, der so präzise weiß, was er will, der neugierig auf die Meinungen der Teammitglieder reagiert – der ans Set kommt und den Film förmlich mit Haut und Haaren atmet und - ganz wichtig für eine Teamarbeit - auch aus­atmet. Ein Regisseur, der seine Schauspieler zu Höchstleistungen führt.

    Der Film hat dank Tomas Erhart eine sehr eigene und moderne Visualität. Das Ensemble um Thieme/Lardi/Striesow ist ein Ge­schenk; es ist tief berührend, ihrem Spiel zu zusehen. Entdecken Sie die Filmmusik – Volker Schlöndorff hat hier wirklich über­rascht. Dank des großartigen Romans von Friedrich Ani und eines besonderen Films von Volker Schlöndorff können wir Ihnen mit dem Film "Der namenlose Tag" ein wirklich besonderes TV-Ereig­nis verspreche.

    Elke Müller, stoffführende Redakteurin

    Es gibt manchmal Angebote, die so klingen wie "Oskar-Preisträ­ger Volker Schlöndorff verfilmt Friedrich Anis neuesten Bestsel­ler-Roman fürs ZDF". Und dann denkt man: schön wär's oder: Naja, Papier ist geduldig oder ähnliches. Als Jens Christian Susa mir allerdings genau dieses Angebot machte, dachte ich: Wow! Das ist ein echter Coup! Und das sagt der nicht nur so, denn wir kannten uns von vielen erfolgreichen Event-Mehrteilern fürs ZDF, und ich wusste, dass er mir das nur anbieten würde, wenn er si­cher ist, dass er das auch hinbekommt. Es war nicht schwer auch meine Vorgesetzten Reinhold Elschot und Dr. Norbert Himmler davon zu überzeugen. Und dann trafen wir uns zum ersten Ken­nenlernen. Ich war aufgeregt. Und dann war es so entspannt, zu­gewandt und kreativ, wie man es sich nur wünschen kann. In der folgenden Zusammenarbeit ging es genauso weiter. Am Ende war es deshalb nicht nur ein Coup, sondern ein Geschenk mit einem so außergewöhnlichen Autor und Regisseur zusammenarbeiten zu dürfen. Und das Ergebnis ist dann auch noch eines, das hof­fentlich fürs Publikum genauso ein Event sein wird wie für uns.

    Thomas Thieme

    Jakob Franck war einmal ein strenger Kommissar. Seine Sensibi­lität prädestinierte ihn dafür, Angehörigen von Opfern die schrecklichen Nachrichten zu überbringen. Die Arbeit war ihm Alles, darunter litt alles andere. Nun ist er ein einsamer alter Mann und kann das Ermitteln nicht lassen. Mit der von ihm kre­ierten Methode der "Gedankenfühligkeit" bewegt er sich in der realen und in seiner Fantasiewelt. Damit kommt er Dingen auf die Spur, die sich der Wahrnehmung anderer entziehen. Zugleich gibt es bei ihm eine große Sehnsucht nach Wärme, nach Liebe. Von dieser Sehnsucht und seiner Mission getrieben, streift er rastlos herum.

    Die Familie – Stunde des Bösen 2 - Psychothriller, Deutschland 2017, Sektion "16:9 – Fernsehen im Kino"

    Vorführung: Sonntag, 08. Oktober 2017, 16.30 Uhr, CinemaxX 3

    Der Sendetermin im ZDF: Montag, 23. Oktober 2017, 00.15 Uhr ("Das kleine Fernsehspiel")

    Buch: Constanze Knoche und Leis Bagdach

    Regie: Constanze Knoche 

    Kamera: Andreas Bergmann   

    Ton: Michal Krajczok       

    Szenenbild: Katarzyna Śląska      

    Schnitt: Kai Minierski

    Musik: Felix Andriessens     

    Produktionsleitung: Ania Zajączkowska   

    Produktion: Neufilm GmbH

    Produzenten: Leis Bagdach, Constanze Knoche, Holm Taddiken                

    Redaktion:  Diana Kraus und Lucas Schmidt

    Länge: ca. 91 Minuten

    Rollen / Darsteller

    Einar: Godehard Giese

    Isabell: Stephanie Amarell

    Jule: Karin Hanczewski

    Meret: Claudia Geisler-Bading

    Tereza: Emma Drogunova

    Saskia: Alma Leiberg

    Toby: Leon Ullrich

    Marie: Siir Eloglu

    Susanne: Berit Künnecke

    Gerd: Matthias Müller-Wurbs

    Hardy: Mike Adiek

    Inspektor: Mirosław Baka

    Katja: Rozalia Mierzicka

    Fahrer: Dariusz Skowroński

    Popow: Joey

    Wolf: Lobine

    und andere

    Inhalt: Die notorische Schulschwänzerin Isabell, 17, wird in den Som­merferien von ihrer alleinerziehenden Mutter zu einem Selbstfin­dungsseminar im Riesengebirge verdonnert. In der Abgeschie­denheit der Natur stößt sie auf eine psycho-esoterische Gruppe, die vom Therapeuten Einar und seiner Frau Julia geleitet wird. Die beiden gelten als Experten auf dem Gebiet der systemischen Familienaufstellungen. Hatte sich Isabell zunächst fest vorge­nommen, höchstens als passive Zuschauerin an den eigenwilligen Gruppensitzungen teilzunehmen, kann sie sich dem Wir-Gefühl, das dabei entsteht, bald nicht mehr entziehen. Es ist vor allem der charismatische Einar, der es Isabell angetan hat. Dass auch umgekehrt Isabell auf den deutlich älteren Mann Eindruck macht, schmeichelt ihr.

    Was als spannendes Abenteuer beginnt, kippt, als eine der Kurs­teilnehmerinnen den Verstand verliert und über Nacht spurlos verschwindet. Ist die junge Frau tatsächlich abgereist, wie Einar am nächsten Tag behauptet – oder wurde sie Opfer eines Ge­waltverbrechens? Je mehr sich die Anzeichen dafür häufen, dass der Therapeut lügt, desto stärker gerät Isabell in dessen Bann. Der Aufenthalt im wildromantischen deutsch-tschechischen Grenzgebiet wird bald zu einem Albtraum, aus dem Isabell nicht mehr erwachen kann. Höhepunkt ist ihre eigene Aufstellung, auf der Einar regelrecht in ihren Kopf eindringt und Emotionen wach­rüttelt, von deren Existenz sie bislang selbst nichts wusste - und auch nie wissen wollte.

    Jupiter's Moon (Jupiter Holdja) - Spielfilm, Ungarn, Deutschland 2017, Sektion "Freihafen"

    Vorführungen: Samstag, 7. Oktober 2017, 22.00 Uhr, CinemaxX 1 und Montag, 9. Oktober 2017, 14.00 Uhr, CinemaxX 5

    Buch: Kata Wéber   

    Regie: Kornél Mundruczó    

    Kamera: Marcell Rév  

    Ton: Gábor Balázs, Michael Kaczmarek 

    Szenenbild: Márton Ágh 

    Schnitt: Dávid Jancsó 

    Musik: Jed Kurzel     

    Produktion: Proton Cinema Production in Koproduktion mit Match Factory Productions; KNM; ZDF/ ARTE; Chimney

    Produzenten: Viktória Petrányi, Viola Fügen, Michael Weber, Michel Merkt

    Redaktion: Alexander Bohr         

    Länge: 128 Minuten  

    Rollen / Darsteller

    Gabor Stern: Merab Ninidze

    Aryan Dashni: Zsombor Jéger

    László: György Cserhalmi

    Vera: Móni Balsai

    Bärtiger Syrer: Farid Larbi

    Sanitäter: Máté Mészáros

    Polizist: Szabolcs Bede-Fazekas

    Musi: Lajos Valázsik

    und andere

    Inhalt: Beim Versuch, die ungarischen Grenzanlagen zu überwinden, wird ein 17-jähriger Flüchtling angeschossen. In der Folge entwi­ckelt er eine erstaunliche Fähigkeit: Er kann sich in die Lüfte er­heben und schweben wie ein Engel. Der ihn behandelnde Arzt will daraus Kapital schlagen und verhilft ihm zur Flucht aus dem In­ternierungslager. In seinem jüngsten Film nutzt der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó die Möglichkeiten des magischen Realismus, zur Auseinandersetzung mit der europäischen Flücht­lingspolitik.

    Eine Gruppe von Flüchtlingen wird beim Versuch, die ungarischen Grenzanlagen zu überwinden, entdeckt, und von Grenzposten verfolgt und beschossen. Unter ihnen ist auch der 17-jährige Aryan. Obwohl er sehr flink und geschickt vorgeht, gelingt es ihm nicht, seine Verfolger abzuschütteln. Von der Kugel eines beson­ders aggressiven und hartnäckigen Polizisten getroffen, sinkt er nieder und wird in ein Flüchtlingslager gebracht. Dort wird er am nächsten Tag vom Lagerarzt untersucht. Stern, ein desillusio­nierter und zynischer Mediziner in seinen Vierzigern, macht eine erstaunliche Entdeckung: der Junge kann sich in die Lüfte erhe­ben und schweben wie ein Engel. Er beschließt, Ariel aus dem Camp zu schmuggeln, um sich die Fähigkeiten des Jungen ge­winnbringend nutzbar zu machen.

    Innerhalb weniger Jahre hat sich der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó (*1975) als einer der herausragenden Film­künstler Europas profiliert. Meist sind es "einfache", zeitlose Ge­schichten in der Tradition der griechischen Tragödie, denen er mit seiner reichen und komplexen Filmsprache künstlerischen Aus­druck verleiht. Sein jüngster Film entführt den Betrachter mit atemberaubenden Bildern in eine Welt des magischen Realismus, wo der ungarische Regisseur, wie in all seinen bisherigen Filmen, nach Antworten für die brennenden Probleme unserer Gesell­schaft sucht. Der Film lenkt die Aufmerksamkeit auf Fragen der Solidarität und der persönlichen Verantwortlichkeit des Einzelnen in einer Welt, die ihre Werte und Überzeugungen verloren zu ha­ben scheint. Wahrheit und Vertrauen sind nicht länger universell gültige Leitlinien gesellschaftlichen Handelns. Immer häufiger werden gerade die Schwächsten einem willkürlichen sozialen Konsens unterworfen. Jedoch lässt sich der moralische Zustand einer Gesellschaft am besten daran bemessen, wie sie ihre ver­letzlichsten Mitglieder behandelt. So wird "Jupiter's Moon" am Ende auch als ein pointiertes Statement zur europäischen, insbe­sondere aber zur ungarischen Flüchtlingspolitik zu verstehen sein.

    Licht - Drama, Österreich/Deutschland 2017, Sektion "Freihafen"

    Vorführungen: Montag, 09. Oktober 2017, 19.00 Uhr, Abaton, großes Kino und Freitag, 13. Oktober 2017, 17.00 Uhr, Abaton, kleines Kino

    Buch: Kathrin Resetarits frei nach dem Ro­man "Am Anfang war die Nacht Mu­sik" von Alissa Walser

    Regie: Barbara Albert

    Kamera: Christine A. Maier

    Musik: Lorenz Dangel

    Schnitt: Niki Mossböck

    Szenenbild: Katharina Wöppermann

    Ton: Dietmar Zuson

    Produktion: NGF - Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH; LOOKS Filmproduktionen GmbH, mit Unter­stützung von Österreichisches Filminstitut; Filmfonds Wien; ORF Film Fernsehabkommen; ZDF/ARTE; FISA; Land Niederösterreich; MBB; FFA; MDM; DFFF; Eurimages; Media; Farbfilm Verleih

    Produzenten: Michael Kitzberger, Martina Haubrich, Wolfgang Widerhofer, Nikolaus Geyrhalter und andere

    Redaktion: Holger Stern (ZDF/ARTE)

    Länge: 97 Minuten

    Rollen / Darsteller

    Maria Theresia (“Resi”) Paradis: Maria Dragus

    Franz Anton Mesmer: Devid Striesow

    Joseph Anton Paradis: Lukas Miko

    Maria Rosalia Paradis: Katja Kolm

    Agnes: Maresi Riegner

    und andere

    Inhalt: Wien 1777: Die früh erblindete 18-jährige Maria Theresia "Resi" Paradis ist als Klavier-Wunderkind in der Wiener Gesellschaft bekannt. Nach zahllosen medizinischen Fehlbehandlungen wird sie von ihren ehrgeizigen Eltern dem wegen seiner neuartigen Methoden umstrittenen Arzt Franz Anton Mesmer anvertraut. Langsam beginnt Resi in dem offenen Haus der Mesmers, zwi­schen Rokoko und Aufklärung, im Kreise wundersamer Patienten und dem Stubenmädchen Agnes, das erste Mal in ihrem Leben Freiheit zu spüren. Als Resi in Folge der Behandlung erste Bilder wahrzunehmen beginnt, bemerkt sie mit Schrecken, dass ihre musikalische Virtuosität verloren geht.

    Men Don’t Cry - Drama, Bosnien/ Herzegowina, Deutschland,  2017, Sektion "Veto!"

    Vorführung: Donnerstag 12. Oktober 2017, 19.00 Uhr, CinemaxX 2

    Buch: Alen Drljević, Zoran Solomun  

    Regie: Alen Drljević

    Kamera: Erol Zubčević

    Ton: Igor Čamo     

    Szenenbild: Mirna Ler      

    Schnitt: Vladimir Gojun         

    Musik: Let 3, Krunoslav Kićo Slabinac       

    Produktionsleitung: Mirza Hamzić           

    Produzenten: Damir Ibrahimović, Jasmila Žbanić,

    Produktion: Deblokada, Manderley Films, Iridium Films, Produkcija Živa in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE und Unterstützung von Eurimages und MEDIA

    Redaktion: Jörg Schneider (ZDF), Doris Hepp (ZDF/ARTE),  

    Länge: 100 Minuten  

    Rollen / Darsteller

    Miki: Boris Isaković

    Jasmin: Boris Ler     

    Valentin: Leon Lučev

    Josip: Ivo Gregurević

    Merim: Emir Hadžihafizbegović

    Andrija: Primož Petkovšek

    Ivan: Sebastian Cavazza

    Velimir: Nermin Karačić  

    Ahmed: Ermin Bravo

    Tadija: Mirko Zečević Tadić

    Inhalt: Eine Gruppe Kriegsveteranen, der unterschiedlichen Seiten des Jugoslawienkonfliktes, kommen in einem verlassenen Berghotel durch das Engagement einer Friedensorganisation zusammen. In einem mehrtägigen, gemeinsamen Workshop sollen sie ihre trau­matischen Erlebnisse bearbeiten und die alten Ressentiments überwinden. Das erste Gemeinschaftsgefühl scheint schnell wie­der verloren, als alte Vorwürfe an die Oberfläche kommen.

    Regisseur Alen Drljević: "Im Sommer 2010 schrieb ich mich für ein Training für Kriegsvete­ranen ein, das von einer Friedensorganisation initiiert wurde. Mein Ziel war die Recherche für ein Dokumentarfilmprojekt. Ich war selbst Soldat im Krieg in Bosnien und Herzegowina und dachte, eine Teilnahme an einem dieser Workshops wäre die beste Möglichkeit, einen ersten Zugang in das Thema zu finden. Dieser Workshop hat mich schlussendlich völlig gefangen ge­nommen. Ich saß zwischen Leuten, die sprichwörtlich aufeinander geschossen hatten. Oder präziser: Wir hatten aufeinander ge­schossen. Was in einer Atmosphäre von Misstrauen und Anspan­nung begonnen hatte, veränderte sich in eine ungewöhnlich ver­traute und verständnisvolle Beziehung. All diese tief vergrabenen Emotionen und ungelösten Fragen, die in mir waren, kamen plötzlich an die Oberfläche. Emotionale Spannungen, die unge­wöhnliche Dynamik in der Kommunikation und schließlich die Katharsis, die man in diesem Workshop erfuhr, brachten mich zu der Entscheidung, einen Spielfilm zu diesem Thema zu machen.“

    Biografie: Alen Drljević ist 1968 in Sarajewo, Bosnien Herzegowina, geboren. 2005 schloss er sein Regiestudium an der Academy of Performing Arts in Sarajewo ab. Sein Abschlussfilm "Prva plata" ("The Paycheck") wurde für den European Film Academy Award nominiert. Sein Dokumentarfilmdebut "Karneval" ("Carnival“) lief 2006 im Wettbewerb der IDFA “Competition for First Appearance" sowie in der Sektion "Movies that Matter". Er ist Mitglied der European Film Academy. Drljević arbeitete außerdem als Regie­assistent an unterschiedlichen Filmen, u.a. Jasmila Žbanićs "Grbavica" (Gewinner des Goldenen Bären, Berlinale 2006), "On the Path" und "For Those Who Can Tell No Tales".

    Reich oder tot -Thriller, Deutschland 2017, Sektion "16:9 – Fernsehen im Kino"

    Vorführung: Samstag, 07. Oktober 2017, 21.30 Uhr, CinemaxX 3

    Buch & Regie: Lars Becker

    Kamera: Andreas Zickgraf

    Kostümbild: Claudia González Espindola

    Maske: Adella Selzer, Anja Hoppe

    Ton: Jörn Martens

    Musik: Stefan Wulff, Hinrich Dageför

    Szenenbild: Sabine Pawlik

    Schnitt: Sanjeev Hathiramani

    Casting: Sandra Köppe

    Produktion: Networkmovie Film- und Fernsehproduktion GmbH & Co. KG, Köln

    Produktionsleitung: Frank Mähr

    Herstellungsleitung: Andreas Breyer

    Produzenten: Wolfgang Cimera, Bettina Wente

    Redaktion: Daniel Blum

    Länge: 90 Minuten

    Rollen / Darsteller

    Mario Diller: Nicholas Ofczarek

    Erich Kessel: Fritz Karl

    Claire Kessel: Jessica Schwarz

    Maren Diller: Anna Loos

    Paul Epstein: Martin Brambach

    Soraya: Nazari Melika Foroutan

    Mohammed Medjoub: Sahin Eryilmaz

    Dalida Medjoub: Narges Rashidi

    Celine Dialo: Lorna Ishema

    Randy Schenker: Felix Everding

    Gani Kartal: Tedros Teclebrhan

    Luka Dragovic: Francis Fulton-Smith

    Max Kessel: Moritz Uhl

    Ruby Kessell: Cya Emma Blaack

    Joey Z: Milton Welsh

    Filialleiter: Patrick von Blume

    und andere

    Inhalt: Diller und Kessel cruisen durch die Stadt, best buddies ever. Kessel lebt inzwischen in Scheidung, aber er hat sich etwas vor­genommen: Er will Claire und die Kinder zurück gewinnen und ist deshalb seit Monaten clean. Dumm nur, dass ihm das niemand glaubt – nicht mal sein bester Freund. Die beiden Polizisten erfahren von ihrer alten Bekannten Dalida, dass Mohammeds religiöse Phase vorbei ist. Ihr Mann ist mit zwei anderen Kriminellen, Abdel und Randy, unterwegs, um eine Bank auszurauben - ausgerechnet die, bei der auch Kessel Kunde ist. Weshalb der den Filialeiter sofort per Telefon warnt. Aber der Banker nimmt die Warnung nicht ernst, sondern reicht den Hörer an Claire weiter, deren Kredit er gerade abgelehnt hat. Claire will das Gebäude zusammen mit ihrer Tochter Ruby verlassen, als die Gangster in die Filiale stürmen. Es kommt zum Schusswechsel, bei dem der ungläubige Banker getötet und Ruby als Geisel ge­nommen wird. Auf Bitten von Mohammed setzen die Bankräuber das kranke Mädchen zwar einige Straßen weiter aus, aber Ruby erleidet einen stressbedingten Krampfanfall und muss ins Kran­kenhaus. Kessel ist außer sich. Er stürmt in Mohammeds Möbelladen, wo die Täter das erbeutete Geld zählen. Randy kann fliehen, aber Abdel eröffnet das Feuer und wird von Kessel in Notwehr er­schossen. Bei der umgehend eingeleiteten Untersuchung durch die Staatsanwältin Soraya belastet Mohammed Kessel schwer. Er widerspricht dessen Notwehr-These und unterstellt Kessel eine klare Tötungsabsicht – aus Rache für Ruby. Auch Dillers gutes Zureden bringt nicht viel. Kessel ist zu oft negativ aufgefallen. Rache treibt auch den flüchtigen Randy. Er wendet sich an den Dealer Dragovic. Zusammen wollen sie Kessel eine Falle stellen. Sie sorgen geschickt dafür, dass nun auch die Drogenfahndung gegen Kessel ermittelt. Kessel hält der Belastung von gleich zwei Ermittlungen gegen ihn nicht stand und sucht Unterschlupf bei seinem besten Freund. Nur um zu entdecken, dass Diller ein Verhältnis mit Claire hat. Ground Zero. Und doch: schlimmer geht’s immer. Denn die Dro­genfahndung durchsucht Kessels Wohnung und findet dort ein halbes Kilo Kokain, das ihm von Dragovic und Co. untergescho­ben wurde. Kessel wird suspendiert und vorläufig festgenommen.

    Simpel - Roadmovie, Deutschland 2017, Sektion "Kaleidoskop – Filme aus aller Welt“

    Vorführung: Freitag, 06. Oktober 2017, 18.45 Uhr, CinemaxX 1

    Buch: Dirk Ahner, Markus Goller

    Regie: Markus Goller

    Kamera: Ueli Steiger

    Ton: Christoph Köpf

    Szenenbild: Zazie Knepper

    Schnitt: Tina Freitag, Markus Goller

    Musik: Andrej Melita, Peter Horn

    Produktionsleitung: Hartmut Damberg

    Producerin: Angelika Mönning

    Produzenten: Michael Lehmann, Günther Russ

    Koproduzenten: Benjamin Seikel, Peter Reichenbach Cornel Schäfer

    Produktion: Letterbox Filmproduktion GmbH in Koproduktion mit C-FILMS Deutschland, Amalia Film und dem ZDF, gefördert von FFHSH, FFF Bayern, Nordmedia, FFA und DFFF

    Redaktion: Caroline von Senden und Alexandra Staib

    Länge: 113 Minuten

    Rollen / Darsteller

    Simpel: David Kross

    Ben: Frederick Lau

    Aria: Emilia Schüle

    David: Devid Striesow

    Enzo: Axel Stein

    Chantal: Annette Frier

    Friedjof Gruber: Tim Wilde

    Frank Schöll: Ludger Pistor

    Clara: Claudia Mehnert

    und andere

    Inhalt: Seit Ben denken kann, sind er und sein Bruder Barnabas ein Herz und eine Seele. Barnabas, "Simpel" genannt, ist 22 Jahre alt, aber geistig auf dem Stand eines Kindes. Quasilorten (Erdbeeren) sind sein Lieblingsessen und draußen im Watt entdeckt er mit seinem Stofftier Monsieur Hasehase neue Kontinente. Simpel ist anders und oft anstrengend, aber ein Leben ohne ihn ist für Ben unvorstellbar. Als ihre Mutter unerwartet stirbt, soll Simpel in ein Heim eingewiesen werden. Die einzige Person, die diesen Beschluss rückgängig machen könnte, ist ihr Vater David, zu dem die Brüder seit 15 Jahren kei­nen Kontakt mehr hatten. Die Suche nach ihm entwickelt sich zu einer turbulenten Odyssee, bei der Simpel und Ben auf die Medi­zinstudentin Aria und ihren Kumpel, den Sanitäter Enzo treffen. Keiner der vier ahnt, dass sich hier eine große Freundschaft ent­wickelt - und vielleicht ein bisschen mehr. Gemeinsam fahren sie in die große Hansestadt, wo Simpel die Bekanntschaft mit Chantal vom Kiez macht und bei einem Koch-Versuch Arias Kü­che in Flammen setzt, während Ben ihren Vater David aufsucht und eine Entscheidung treffen muss, die ihm keiner abnehmen kann.

    Statement der ZDF-Redaktionsleiterin Caroline von Senden und ZDF-Redakteurin Alexandra Staib

    Auf Seiten der Redaktion sind wir gut beraten, uns einerseits im­mer nach neuen kreativen Talenten umzuschauen, andererseits bewährte Arbeitsfamilien zu pflegen. Mit "Simpel" haben wir uns unter der Regie des preisgekrönten Regisseurs Markus Goller an eine besondere, thematisch relevanten und emotionale Ge­schichte gewagt, die durch den starken Hauptcast um David Kross, Frederick Lau und Emilia Schüle ein Kino-Erlebnis für die ganze Familie bietet. Kino, das zum Mitfühlen einlädt! Lautes La­chen und kleine Tränen sind bei diesem Film vorprogrammiert.

    Statement des Produzenten Michael Lehmann

    Am Anfang stand die Faszination einer außergewöhnlichen Ge­schichte. Als "Simpel", Marie-Aude Murails 2004 in Frankreich erschienener Roman, in deutscher Übersetzung herauskam, fand er auch hierzulande schnell ein begeistertes Publikum. Ich habe auf einer Urlaubsfahrt in Italien das Hörbuch gehört. Ich war so­fort begeistert von dieser außergewöhnlichen Geschichte der zwei Brüder und habe am nächsten Tag im Büro angerufen und ge­sagt: Recherchiert, ob die Rechte noch frei sind! Und als sich herausstellte, dass sie noch frei waren, haben wir zugeschlagen.

    Es war der ganz besondere Tonfall der Erzählung, gerade aber auch die Hauptfigur, der junge Mann Simpel, mit dem geistigen Stand eines Kindes, der die Welt anders wahrnimmt als alle um ihn herum, die mich gleich anzog. Es ist für mich einer der see­lenvollsten Stoffe, den ich kenne. Es ist sehr schwierig, gute Ko­mödienstoffe zu finden, und für mich ist hier beides vorhanden: Emotionalität zum Lachen und zum Weinen. Das ist das Beson­dere, und das hat mich von Anfang an überzeugt. Mit Markus Goller haben wir einen Regisseur gefunden, der diesen Stoff mit ganz viel Herz zum Leben erweckt hat.

    Statement des Regisseurs Markus Goller

    Was mich angezogen hat, war, einen Menschen zu zeigen, der ohne die Masken, die wir alle haben, durchs Leben läuft; der völ­lig frei ist, und wie ein kleines Kind hundertprozentig auf das, was um ihn herum passiert, reagiert. Das fand ich spannend. Ben hat eine Aufgabe, und die ist, auf seinen Bruder aufzupas­sen. Das ist sein Lebensinhalt. Er liebt seinen Bruder und braucht ihn – aber er muss lernen, dass es für ihn auch ein Leben außer­halb seines Bruders und der damit selbstauferlegten Aufgabe gibt, und loslassen. Für sich. Simpel ist am Ende derjenige, der ihm den Schritt abnimmt.

    Nach der Deutschlandpremiere am 6. Oktober 2017 beim Hamburger Filmfest tourt "Simpel" im Rahmen der Veranstaltung "Stadt, Land, Filmfest" noch in der Festivalzeit durch die Metro­polregion Hamburg. Stationen sind in diesem Jahr Lüneburg, Schwerin und Bargteheide.

    Teheran Tabu - Drama/Animations-Spielfilm, Deutschland/Österreich 2017, Sektion "Europäische Kino-Koproduktionen"

    Vorführungen: Sonntag, 08.10.2017, 18.00 Uhr Passage und Mittwoch, 11.10.2017, 16.45 Uhr CinemaxX 3

    Buch & Regie: Ali Soozandeh

    Kamera: Martin Gschlacht

    Sounddesgin & Mischung: Janis Grossmann

    Art Director: Ali Soozandeh           

    Musik: Ali N. Askin

    Schnitt: Frank Geiger & Andrea Mertens

    Produzenten: Frank Geiger, Ali Samadi Ahadi, Mark Fencer und Armin Hofmann

    Koproduzenten: Antonin Svoboda und Bruno Wagner

    Produktion: Little Dream Entertainment in Koproduktion mit coop99 filmproduktion und ZDF/Das kleine Fernsehspiel

    Redaktion: Christian Cloos, ZDF/Das kleine Fernsehspiel, Doris Hepp, ZDF/ARTE, Heinrich Mis, ORF

    Länge: 96 Minuten

    Gefördert von Film- und Medienstiftung NRW, Österreichisches Filminstitut, Deutscher Filmförderfonds, Filmfonds Wien, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, FISA/ Filmstandort Austria, HessenFilm und Medien

    Rollen / Darsteller

    Pari: Elmira Rafizadeh

    Sara: Zar Amir Ebrahimi

    Babak: Arash Marandi

    Donya: Negar Mona Alizadeh

    Filmische Graphic Novel über Sex, Drogen, Freiheit und Selbst­verwirklichung im "Gottestaat" Iran.

    Inhalt: In "Teheran Tabu", dem Debütfilm von Ali Soozandeh, geht es um drei selbstbewusste Frauen und einen jungen Musiker, deren Le­benswege sich in der schizophrenen Welt der iranischen Haupt­stadt Teheran kreuzen. Sex, Korruption, Drogen und Prostitution gehen in dieser brodelnden Metropole einher mit strengen religiö­sen Gesetzen. Das Umgehen von Verboten wird zum Alltagssport und der Tabubruch zur individuellen Selbstverwirklichung.

    Um den Lebensunterhalt für sich und ihren fünfjährigen Sohn Elias zu verdienen, arbeitet Pari als Prostituierte und verkauft ihren Körper an einen einflussreichen Richter, der ihr vermeintlich zu einem besseren Leben verhilft. Von einem schöneren Leben träumt auch ihre Nachbarin Sara, die ein gehorsames Hausfrau­endasein unter ihrem Mann und seinen strenggläubigen Eltern fristet, aber viel lieber wieder arbeiten gehen würde. Der jungen Donya steht ein ähnliches Schicksal bevor. In wenigen Tagen wird sie heiraten. Trotzdem lässt sie sich auf eine Nacht mit dem jungen Musiker Babak ein und verlangt hinterher von ihm, für eine Operation zu zahlen, die ihre Jungfräulichkeit wiederherstellt. Nur wo soll der arme Student das Geld hernehmen und wie die staat­lichen Kontrollorgane umgehen? Vier Schicksale, die eng mitei­nander verflochten sind, vier Menschen, die alle auf ihre Weise unter den restriktiven Gesetzen des Gottesstaates zu leiden ha­ben.

    Autor und Regisseur Ali Soozandeh

    "Frauen im Iran haben oft einen besseren Bildungsgrad als Män­ner und eine viel sichtbarere Rolle im täglichen Leben als in vie­len anderen islamischen Ländern, wie z.B. Saudi Arabien. Aber es gibt nicht die eine moderne iranische Frau. Es gibt viele Ty­pen, von der religiösen Fundamentalistin bis zur westlich ge­prägten Feministin. (...) Mein besonderes Interesse galt der Rolle der Frau im gesellschaftlichen Spiel der Tugenden. Sie sind die­jenigen, die am meisten leiden. Von Frauen wird grundsätzlich erwartet, dass sie sich selbst und ihren Kindern Regeln und Ta­bus auferlegen, die ihre Freiheit und die der nächsten Generation eingrenzen.“ (...) "Indem ich diesen Film mache, wollte ich das Schweigen brechen, das im Iran so üblich ist. Ich würde behaup­ten, dass Tabus zu brechen ein Weg ist, um gegen Unterdrü­ckung zu protestieren." (...)

    "Ein Mangel an Freiheit begünstigt ein Leben mit Doppelmo­ral. "Teheran Tabu" konzentriert sich auf diese Doppelmoral, die zu vielen gesellschaftlichen Komplikationen führt, sich aber auch in absurden, oftmals komischen, Situationen wiederspiegelt." (...)

    "Ein Individuum und seine ganze Familie kann die Ehre wegen einer außerehelichen Beziehung verlieren. Ins Gefängnis zu müs­sen oder die Strafe zu zahlen ist nicht halb so schädlich wie die Informationen, die durch die Polizei an die Öffentlichkeit kommt. Das bedeutet, dass all deine Bekannten, all deine Nachbarn über dein "Verbrechen" Bescheid wissen. Für dich und deine Familie ist das der komplette Verlust der Ehre." (...)

    "Auf die eine oder andere Weise leiden alle Menschen unter den Tabus sexueller Beziehungen und den Einschränkungen der iranischen Gesellschaft. Sie sind Opfer, aber gleichzeitig auch Täter. Keiner im Film ist einfach gut oder böse." (...)

    The Square - Spielfilm, Schweden, Deutschland, Dänemark, Frankreich 2017, Sektion "Kaleidoskop"

    Vorführung: Samstag, 14. Oktober 2017, 20.00 Uhr, CinemaxX 1

    Buch & Regie: Ruben Östlund          

    Kamera: Fredrik Wenzel         

    Ton: Andreas Franck         

    Szenenbild: Josefin Åsberg          

    Schnitt: Ruben Östlund, Jacob Secher Schulsinger     

    Produzenten: Erik Hemmendorff, Philippe Bober 

    Produktion: Plattform Produktion AB; Essential Films; Parisienne;

    Koproduktion: Office in Koproduktion mit Film i Väst, Sveriges Television, Imperative Entertainment, Arte France Cinema, ZDF/ARTE mit Unterstützung von

    Medienboard Berlin-Brandenburg u.a.

    Redaktion: Alexander Bohr         

    Länge: 142 Minuten  

    Rollen / Darsteller

    Christian: Claes Bang

    Anne: Elisabeth Moss

    Julian: Dominic West

    Oleg: Terry Notary

    Michael: Christopher Laessø

    und andere

    Inhalt: Nachdem er Opfer eines Trickdiebstahls geworden ist, verstrickt sich der smarte Kurator eines großen Stockholmer Kunstmuse­ums in ein Dilemma aus seinem profanen Verhalten und seinem hehren sozialen und politischen Anspruch. Nach dem überwälti­genden Erfolg seines Kinohits "Force Majeure" widmet sich Re­gisseur Ruben Östlund erneut auf humorvolle Weise unseren allzu menschlichen Schwächen. Christian ist der charismatische künstlerische Leiter eines großen Stockholmer Museums. Der geschiedene Vater zweier Töchter bereitet gerade eine überaus engagierte Ausstellung vor. Hinter dem Titel "The Square" ("Der Platz") verbirgt sich eine raffinierte Kunst-Installation, die darauf abzielt, soziales und politisches Bewusstsein zu schärfen. Das Konzept sieht vor, dass es sich bei "The Square" um einen Bereich handelt, in dem alle Menschen die gleichen Rechte und Pflichten haben und gegenseitige soziale Verantwortung übernehmen. Grundlage bildet die Idee, dass Ver­trauen gegenseitige Fürsorge hervorbringt, Misstrauen jedoch niedere Beweggründe generiert, seine Mitmenschen auszunutzen, wenn sie unvorsichtig agieren. Als Christian jedoch eines schö­nen Tages auf einem öffentlichen Platz Opfer eines Trickdieb­stahls wird, bei dem er um Smartphone und Geldbörse erleichtert wird, gerät er in eine Reihe persönlicher Kalamitäten, die seine tägliche Routine und seinen Glauben an unser gesellschaftliches Zusammenleben nachhaltig erschüttern.

    "Klug und zum Schreien komisch" fand das New York Times Magazine das jüngste Werk des schwedischen Regisseurs Ruben Östlund. Ähnlich wie dessen Erfolgsfilm "Force Majeure" ist auch "The Square" ein humorvolles Filmdrama mit zahlreichen satiri­schen Elementen. Östlunds stärkste filmische Waffe ist erneut sein wilder, innovativer, verschmitzter, bisweilen auch raben­schwarzer Humor. So gelingt es ihm immer wieder, dass wir über unsere eigenen Schwächen lachen können - wenn auch gelegent­lich mit einem Anflug von Bitterkeit. "The Square" wurde beim diesjährigen Internationalen Filmfestival von Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

    Wenn Frauen ausziehen - Komödie, Deutschland 2017, Sektion "16:9 – Fernsehen im Kino"

    Vorführung: Dienstag, 10. Oktober 2017, 19.00 Uhr, CinemaxX 3

    Buch: Christian Jeltsch

    Regie: Matthias Tiefenbacher

    Kamera: Hanno Lentz

    Ton: Bela Golya

    Szenenbild: Irene Edenhofer-Welzl

    Schnitt: Horst Reiter

    Musik: Biber Gullatz & Andreas Schäfer

    Produktionsleitung: Steffen Malzacher

    Produzentinnen: Susanne Freyer und Miriam Düssel

    Produktion: Akzente Film & Fernsehproduktion GmbH

    Redaktion: Günther van Endert

    Länge: 89:35 min

    Rollen / Darsteller

    Paula: Anna Maria Mühe

    Max: Max von Thun

    Marie: Sophie von Kessel

    Alfons: Friedrich von Thun

    und andere

    Inhalt: Als Paula das Angebot bekommt, ihren Hei­matort Gendering für 20 Millionen Euro an einen Investor zu ver­kaufen, der einen Wellnesspark vor den Toren Münchens errich­ten will, sind alle Frauen der Dorfgemeinschaft Feuer und Flamme. Endlich könnten sie all ihre Träume verwirklichen. Die Männer sehen das anders, wollen ihre Heimat nicht aufgeben und verweigern ihre Unterschriften. Ausgerechnet jetzt kommt Max  zurück – Paulas große Liebe - und größte Enttäuschung. Nun muss Paula mit den anderen Frauen im Dorf für ihre Träume kämpfen- und um das, was wirklich wichtig ist im Leben. Und es bleiben nur ein paar Wochen, um herauszufinden, was das ist.

    Statement des Autors Christian Jeltsch: Bei all dem Suchen nach neuen, besonderen Geschichten, kann einem Autor durchaus auch das Glück widerfahren, dass er von einer Geschichte gefunden wird. So ist es mir vor einiger Zeit geschehen. Der bayerische Weiler, der auch die Kulisse für unsere Geschichte "Wenn Frauen ausziehen" bildet, liegt auf meiner Joggingstrecke. Ein steiler Anstieg führt hinauf in den Ort, so dass ich ihn stets im Zustand erheblicher Erschöpfung erreiche. Ich nehme an, es bedurfte dieser Erschöpfung, die meinen Geist leer und bereit gemacht hatte, um die Filmidee aufzunehmen, die sich mir anbot. Was, wenn diese bayerische Bilderbuch-Idylle nur eine Täuschung ist? Das war die Frage, die sich mir aufdrängte. Ein Idyll zu schön, um wahr zu sein… Was, wenn clevere Finanzinvestoren hier nur das typischste aller typischen Voralpen-Dörfer errichtet hätten, um reiche Touristen aus aller Welt mit bayerischem Bier und Brauchtum zu beglücken? Und natürlich Wellness; all-inclusive. Könnte es je soweit kommen? Wenn ja, wie? Das waren letztlich die beiden Fragen, die die Geschichte, von den Frauen, die ausziehen, in Gang gebracht haben. Geld gegen Heimat, Frauen gegen Männer, Alt gegen Jung; das sind die Konflikte. So menschlich, wahr und alltäglich, dass es nur eine Komödie werden konnte.

    What Will People Say - Spielfilm, Deutschland 2017 Spielfilm, Schweden, Norwegen, Deutschland, 2017, Sektion "Freihafen"

    Vorführungen: Samstag, 07. Oktober 2017, 18.00 Uhr, Abaton, großes Kino und Samstag, 14. Oktober 2017, 19.00 Uhr, Metropolis

    Buch & Regie: Irma Haq       

    Kamera: Nadim Carlsen          

    Ton: Miroslav Babic         

    Szenenbild: Ann Kristin Talleras, Vintee Bansal

    Schnitt: Janus Billeskov Jansen, Anne Østerud        

    Musik: Martin Pedersen, Lorenz Dangel     

    Produzenten: Maria Ekerhóvd, Karsten Stöter

    Produktion: MER Film und Rohfilm Factory GmbH in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE mit Unterstützung von Medienboard Berlin-Brandenburg,  Mitteldeutsche Medienförderung, FFA, Nordmedia und anderen

    Redaktion: Claudia Tronnier (ZDF, Das kleine Fernsehspiel), Doris Hepp (ZDF/ARTE)

    Länge: 106 Minuten

    Rollen / Darsteller

    Nisha: Maria Mozhdah

    Mirza/Vater: Adil Hussain

    Asif: Ali Arfan

    Tante: Sheeba Chaddha

    Mutter: Ekavali Khanna

    Onkel: Lalit Parimoo

    Amir: Rohit Saraf

    Inhalt: Die 15-jährige Nisha wohnt mit ihrer pakistanischen, traditionell orientierten Familie in Norwegen. Sie ist der Liebling ihres Vaters, er lässt ihr viele Freiheiten, und sie ist auch erfinderisch mit Aus­reden, wenn ihr Fragen nach Aktivitäten mit den norwegischen Freunden gestellt werden. Doch als Nisha mit einem Jungen im Bett erwischt wird, ist es vorbei mit dem Freiraum. Die ganze Fa­milie sieht ihren Ruf beschädigt. Mirza, Nishas geliebter Vater, wird ihr gegenüber gewalttätig und verschleppt sie zur Familie nach Pakistan. Dort erlebt sie einen Spießrutenlauf zwischen An­passung und Ausbruchsversuchen, zwischen Fremdheit und Fa­milie. Als sie wegen angeblich unsittlichen Verhaltens wieder nach Norwegen zurückgeschickt wird, haben sich dort das Miss­trauen der Eltern und die Kontrolle noch verschärft. Lange ver­sucht Nisha, loyal gegenüber der Familie zu sein, aber als man sie an einen pakistanischen Arzt, der im Oman lebt, verheiraten will, entscheidet sie sich dafür, auszubrechen. Sie will nicht, dass ihre Familie ihretwegen leidet, sie will sich aber auch nicht selbst aufgeben.

    Autor und Regisseur Iram Haq: Die Geschichte von "What Will People Say" ist meine bislang per­sönlichste. Als ich 14 Jahre alt war, wurde ich von meinen Eltern entführt und musste anderthalb Jahre in Pakistan leben. Ich habe gewartet, bis ich mich bereit fühlte, als Filmemacherin und als Person, diese Geschichte möglichst einfühlsam zu erzählen. Das heißt, ohne das Mädchen nur als Opfer und seine Eltern lediglich als Täter erscheinen zu lassen. Ich wollte eine unmögliche Lie­besgeschichte zwischen Eltern und ihrem Kind erzählen; eine, die kein Happy End haben kann, solange die Kluft  zwischen diesen beiden Kulturen so groß ist. Ich möchte, dass das Publikum gemeinsam mit Nisha und ihren Gefühlen durch den Film geht. Nach einem langen Casting-Pro­zess haben wir mit Maria Mozhdah die perfekte Besetzung für die Rolle der Nisha gefunden. Eine erstaunliche Entdeckung, mit der es ein Vergnügen war, gemeinsam mit den erfahreneren Schau­spielern  zu arbeiten.

    Biografie: Iram Haq (Autorin & Regisseurin) hat an der Westerdal Oslo School für Kunst, Kommunikation und Technologie ihre Ausbil­dung zur  Artdirektorin absolviert und einige Jahre als Theater- und Filmschauspielerin gearbeitet. So schrieb und spielte sie in dem Kurzfilm "Old Faithful", der 2004 bei den Filmfestspielen Venedig im Wettbewerb lief. Ihr Debüt als Regisseurin hatte Iram Haq mit dem Kurzfilm "Little Miss Eyeflap", der auf dem Sundance Film Festival 2008 Premiere hatte. Ihr erster Spielfilm "I am Yours" hatte 2013 in Toronto Weltpremiere.

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