5500 Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg werden immer noch Jahr für Jahr in Deutschland gefunden. Foto: ZDF/Dennis Mätzig
5500 Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg werden immer noch Jahr für Jahr in Deutschland gefunden. Foto: ZDF/Dennis Mätzig

planet e.: Kriegserbe Blindgänger

Weitere "planet e."-Doku: Schätze aus der Tiefsee

Der letzte Krieg in Deutschland ist mehr als 70 Jahre her. Doch noch immer liegen mehr als 100 000 Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden. Am Sonntag, 30. April 2017, 16.30 Uhr, greift die ZDF-Umwelt-Doku-Reihe das Thema "Kriegserbe Blindgänger" auf. Am Sonntag, 7. Mai 2017, 16.30 Uhr rücken die "Schätze aus der Tiefsee" in den "planet e."-Fokus. 

  • ZDF, Sonntag, 30. April 2017, 16.30 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Sonntag, 30. April 2017

Texte

Sendetermine und Stab 

Sonntag, 30. April 2017, 16.30 Uhr, ZDF

planet e.:
Kriegserbe Blindgänger

Film von Michael Nieberg

Redaktion: Martin Ordolff
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 7. Mai 2017, 16.30 Uhr, ZDF

planet e.:
Schätze aus der Tiefsee

Film von Friederike Lorenz und Birgit Hermes

Produktion: ZDF
Länge: ca. 30 Minuten

Kriegserbe Blindgänger

Der letzte Krieg in Deutschland ist mehr als 70 Jahre her. Doch noch immer liegen mehr als 100 000 Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden. Diese sind gefährlich für Mensch und Umwelt.

Auch alte Munitionsfabriken und verlassene Militärgelände verbergen Kriegs-Altlasten. Sie müssen in mühsamer Kleinarbeit entsorgt werden. In englischen Luftbildarchiven werden jeden Tag neue Fotos aus den 40er Jahren aufbereitet. Sie liefern wertvolle Hinweise.

Selbst die Altlasten des Ersten Weltkrieges sind noch nicht beseitigt: Den Behörden machen vor allem chemische Kampfstoffe zu schaffen. Sarin und Senfgas sind nur einige der tödlichen Substanzen, die auch heute noch an vielen hundert Orten in Deutschland im Boden schlummern. Inzwischen setzen die vergrabenen und vergessenen Granaten deutlich Rost an, Chemikalien treten aus. Anders als bei den Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg sind die Standorte von ehemaligen Abfüllanlagen oder späteren Zerlegebetrieben von Kriegsmunition längst in Vergessenheit geraten.

Die größte Altlast des Ersten Weltkrieges befindet sich wohl in Munster in der Lüneburger Heide. 1916 wurde hier eine Produktionsstätte für chemische Kampfstoffe eingerichtet. 1919 kam es dort zur Katastrophe: Bei einer gewaltigen Explosion gingen 1000 Tonnen Kampfgas, fast eine Million Gasgranaten, eine Million Zünder und Kartuschen, 230 000 Minen und 40 Kesselwagen mit Kampfgas zeitgleich in die Luft. Chemische Munition wurde kilometerweit in die umliegende Gegend verteilt. Hinzu kommen noch Tausende Giftgranaten, die die britische Armee nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Munster vergraben ließ.

Bis heute ist das Gebiet gesperrt und kann nur nach und nach geräumt werden. Ein Sonderkommando der Bundeswehr sucht das Gelände ständig mit Metall-Detektoren nach Granaten und anderen Kleinteilen ab. Dabei ist höchste Vorsicht geboten: Die Munition muss ausgegraben und in einem gasdichten Spezialbehälter direkt zur Vernichtungsanlage gebracht werden. "planet e." war bei den Räumungen dabei und geht der Frage nach, welche Auswirkungen die Altlasten der Kriege heute noch bundesweit für Mensch und Umwelt haben.

Schätze aus der Tiefsee

Metalle aus der Tiefe der Meere: Mangan, Kupfer, Kobalt. Rohstoffressourcen, interessant für die Industrie. Aber Tiefseebergbau ist teuer und schädigt das Ökosystem. Dennoch: Die Schatzsuche läuft. Wissenschaftler und Industrie arbeiten fieberhaft daran, neue Rohstoffquellen zu erschließen. Um den wachsenden Bedarf zu decken und um sich von Importen unabhängig zu machen. Auf dem Meeresgrund werden sie fündig.

In verschiedenen Regionen des Pazifischen und Indischen Ozeans lagern Manganknollen. Schwarze, über Jahrmillionen gewachsene Klumpen, die zu einem hohen Anteil aus Mangan, Kupfer, Nickel und Kobalt bestehen und deshalb eine potenzielle Rohstoffquelle für unsere hochtechnisierte Gesellschaft darstellen.

Problem nur: Die Lagerstätten befinden sich in einer Tiefe von 4000 bis 6000 Metern. Ihr Abbau stellt nicht nur eine große Herausforderung für die Rohstoffindustrie dar. Er würde auch in ein Ökosystem eingreifen, das nahezu unerforscht und daher kaum verstanden ist. Durch den Tiefseebergbau droht unbekannten Arten das Aus. Meeresbiologen befürchten sogar, dass der Abbau einen ähnlich desaströsen Eingriff in die Natur darstellen könnte wie das Abholzen der Regenwälder. Trotzdem halten Deutschland und viele andere Länder an dem Plan fest, Manganknollen vom Grund des Meeres zu bergen. Ihre Claims haben sie bereits abgesteckt.

Mit dem deutschen Forschungsschiff "Sonne" reisen Wissenschaftler in ein Gebiet, das Kollegen schon vor 26 Jahren aufgesucht hatten. Damals hatten diese Wissenschaftler Furchen in den vier Kilometer tiefen Meeresgrund gezogen. Die Forscher auf der "Sonne" gehen nun der Frage nach, ob die Spuren im Schlamm noch sichtbar sind. Und ob sich das Leben um sie herum regeneriert hat. Sie hoffen mit ihren Erkenntnissen zumindest die schlimmsten Auswirkungen des Tiefseebergbaus verhindern zu können. Ihre bisherigen Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass Eingriffe in solchen Tiefen schwerwiegende Folgen für die Umwelt haben werden.

Infos zu "planet e."

Der andere Blick auf unsere Erde: die Umwelt-Dokumentation im ZDF. Seit 2011 geht "planet e." sonntags im ZDF in intensiven Dokumentationen aktuellen Fragen des Umwelt- und Naturschutzes auf den Grund – zunächst auf dem Sendeplatz um 14.45 Uhr, seit dem 8. Mai 2016 auf dem neuen Sendeplatz um 16.30 Uhr. Die Dokumentationsreihe findet Themen ganz in der Nähe, aber auch in Europa und weltweit. Es geht um globale Trends, nachhaltige Lebensgestaltung und ökologisch verträgliche Lösungen für die drängenden Fragen der Zeit.

Im Oktober 2016 feierte "planet e." sein fünfjähriges Sendejubiläum: Am 16. Oktober 2011 wurde aus dem wöchentlichen Magazin "ZDF.umwelt" das neue Doku-Format "planet e." Der Formatwechsel wurde damals so begründet: Wichtige ökologische Fragestellungen sollen tiefgründiger, ausführlicher und zusammenhängender dargestellt werden als dies in Magazinform möglich ist.

Die "planet e."-Redaktion leitet Volker Angres.

Zur Biografie des "planet e."-Redaktionsleiters

The English versions – A selection of "planet e."-documentaries

Eine Auswahl von "planet e."-Dokumentationen ist auch in englischer Sprache verfügbar unter "planet e. – A selection"

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/planete

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