Im Bundesamt für Strahlenschutz wird getestet, wie viel Strahlung von einem Handy ausgeht Foto: ZDF/Jenny Roller-Spoo
Im Bundesamt für Strahlenschutz wird getestet, wie viel Strahlung von einem Handy ausgeht Foto: ZDF/Jenny Roller-Spoo

planet e. – die nächsten drei Umwelt-Dokus

Krankmacher Handy, Eine Welt ohne Müll, Kriegserbe Blindgänger

Ob der Elektrosmog krankmacht, der durch die permanente Handy-Nutzung noch verstärkt wird – das ist in der nächsten "planet e."-Dokumentation zu erfahren. Am Sonntag, 2. April 2017, 16.30 Uhr rückt der "Krankmacher Handy?" in den Fokus. Am Sonntag, 23. April 2017, 16.30 Uhr geht es weiter mit "Eine Welt ohne Müll". In der Woche darauf, am Sonntag, 30. April 2017, 16.30 Uhr, folgt "Kriegserbe Blindgänger".

  • ZDF, Sonntag, 2. April 2017, 16.30 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Sonntag, 2. April 2017

Texte

Sendetermine und Stab 

Sonntag, 2. April 2017, 16.30 Uhr, ZDF

planet e.:
Krankmacher Handy?

Film von Jenny Roller-Spoo

Kamera: Paul Bentzen, Stefan Spoo
Schnitt: Daniel Bluhm
Produktion: Jenny Roller-Spoo
Redaktion: Volker Angres
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 23. April 2017, 16.30 Uhr, ZDF

planet e.:
Eine Welt ohne Müll

Film von Angela Scheele

Kamera: Steve Kfoury
Schnitt: Sven Voss
Produktion: docstation
Redaktion: Volker Angres
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 30. April 2017, 16.30 Uhr, ZDF

planet e.:
Kriegserbe Blindgänger

Film von Michael Nieberg

Redaktion: Martin Ordolff
Länge: ca. 30 Minuten

Krankmacher Handy?

Immer mehr Handys, immer mehr WLAN-Netze: Elektrosmog ist überall. Die meisten Menschen empfinden das nicht als Belastung. Doch manche sind davon überzeugt: Elektrosmog macht krank.

Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Atemnot. All diese Symptome werden dem Elektrohypersensibilitäts-Syndrom zugeordnet (EHS), einer rätselhaften Krankheit. Neue Studien scheinen zudem einen alten Verdacht zu bestätigen: Handystrahlung könnte Krebs verursachen.

Mario Babilon spürt die gesundheitlichen Auswirkungen von Elektrosmog am eigenen Leib. Die Leidensgeschichte des Stuttgarter Physik-Professors begann vor mehr als zehn Jahren. Damals litt er vor allem nach langen Meetings an starken Kopfschmerzen. Für den Physiker begann eine Odyssee von Arzt zu Arzt, keiner konnte helfen.

Erst ein Zeitungsartikel brachte Mario Babilon auf die Idee, es könne sich um EHS handeln und um eine Reaktion auf das neu installierte WLAN-Netzwerk in den Besprechungsräumen. Daran glauben wollte der Wissenschaftler zunächst nicht, doch schon bald merkte er: Ohne WLAN-Netze in seiner Umgebung geht es ihm deutlich besser. Der Physik-Professor ist kein Einzelfall. Laut einem Bericht des Bundesumweltministeriums an den Deutschen Bundestag bezeichnen sich in Deutschland etwa eine Million Menschen als elektrosensibel.

Hanna ist 15 Jahre alt. Die Gymnasiastin litt vor zwei Jahren plötzlich an starken Schmerzen und Atemnot. Im vergangenen Jahr konnte das Mädchen kaum zur Schule gehen. Mittlerweile ist sie bei dem Umweltmediziner Dr. Harald Banzhaf in Behandlung, der als Ursache für die Beschwerden Elektrosmog vermutet. Er hat es immer öfter mit Menschen zu tun, denen die klassische Schulmedizin nicht helfen kann. Oft lautet die Diagnose EHS. Umweltmediziner setzen auf Entgiftungstherapien. Mit den Kosten für diese Behandlung werden die Patienten alleingelassen. Viele fühlen sich nicht ernst genommen.

In Deutschland ist die Krankheit nicht anerkannt. Das für den Schutz der Bevölkerung zuständige Bundesamt für Strahlenschutz hat jahrelang versucht, das Phänomen EHS in Studien nachzuweisen, ohne Erfolg. Mittlerweile gilt das Krankheitsbild als ausgeforscht, weitere Studien sind vom Bundesamt zurzeit nicht geplant. Auch einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und Mobilfunkstrahlung ist laut Bundesamt für Strahlenschutz nicht nachweisbar.

Demgegenüber stehen Forscher wie der schwedische Onkologe Prof. Lennart Hardell, der in verschiedenen Studien einen Zusammenhang zwischen Krebs und Handynutzung herstellte. Der Krebsforscher glaubt nicht nur daran, dass Handystrahlung vor allem bei Vieltelefonierern das Risiko von Hirntumoren erhöht, er ist auch davon überzeugt, dass kritische Forschungsergebnisse systematisch ausgeblendet werden.

Die ZDF-Umweltdokumentation "planet e." über eine mysteriöse Krankheit, die der Wissenschaft Rätsel aufgibt, und über Forschung, die daran scheitert, eindeutig zu klären, ob der Mobilfunk uns schadet oder nicht.

Eine Welt ohne Müll

Produzieren, konsumieren, wegschmeißen: Das muss nicht so sein. Immer mehr Menschen sind davon überzeugt: Eine Welt ohne Müll ist möglich. Der Chemiker Michael Braungart ist einer von ihnen. Seine Vision: Alles, was wir wegwerfen, kann als Rohstoff wiederverwendet werden. Abfalldeponien und Müllverbrennung waren gestern.

Braungart ist ein Querdenker, will unsere Wegwerfgesellschaft völlig umkrempeln. Seine Idee nennt er Cradle to Cradle: von der Wiege zur Wiege. Gemeinsam mit Unternehmen konzipiert er Produkte, die am Ende ihrer Nutzung vollständig wiederverwertet werden können. Abfall als Nahrung für Neuware. Doch können große Unternehmen wirklich auf 100-Prozent-Kreislaufwirtschaft umstellen?

Die Umweltdokumentationsreihe "planet e." besucht einen innovativen Teppichhersteller in den Niederlanden, der die Ware nach Gebrauch zurücknimmt und recycelt. Gezeigt wird auch eine Hightech-Anlage in Slowenien, wo Plastikabfälle aus ganz Europa gesammelt und eingeschmolzen werden. Mithilfe einer neuen Technologie werden daraus synthetische Garne für die Textilindustrie produziert.

Deutschland hinkt mit solchen Initiativen noch hinterher, kritisiert Michael Braungart. "Wir perfektionieren Mülltrennung und Müllverbrennung, anstatt Anreize für die Herstellung nachhaltiger Produkte zu schaffen", meint er. Dabei könnte vor allem das ressourcenarme Deutschland auch wirtschaftlich davon profitieren.

Oliver Schübbe will nicht warten, bis sich die Industrie umstellt. Er ist ein leidenschaftlicher Kämpfer gegen die Müllflut, ein Pionier der Aus-Alt-mach-Neu-Bewegung. Der Designer baut Regale, Sessel und Tische aus weggeworfenem Mobiliar. Seine Devise: Schrott gibt es genug, da muss nicht alles neu produziert werden.

"planet e." geht Frage nach, wie der Einstieg in ein neues, umweltfreundliches Wirtschaftssystem ohne Müll gelingen kann. Gezeigt werden innovative Vordenker, die ihre Unternehmen vollständig auf Kreislaufwirtschaft umstellen wollen und kreative Querdenker, die gegen die Zwänge der Wegwerfgesellschaft mobilmachen.

Kriegserbe Blindgänger

Der letzte Krieg in Deutschland ist mehr als 70 Jahre her. Doch noch immer liegen mehr als 100 000 Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden. Diese sind gefährlich für Mensch und Umwelt.

Auch alte Munitionsfabriken und verlassene Militärgelände verbergen Kriegs-Altlasten. Sie müssen in mühsamer Kleinarbeit entsorgt werden. In englischen Luftbildarchiven werden jeden Tag neue Fotos aus den 40er Jahren aufbereitet. Sie liefern wertvolle Hinweise.

Selbst die Altlasten des Ersten Weltkrieges sind noch nicht beseitigt: Den Behörden machen vor allem chemische Kampfstoffe zu schaffen. Sarin und Senfgas sind nur einige der tödlichen Substanzen, die auch heute noch an vielen hundert Orten in Deutschland im Boden schlummern. Inzwischen setzen die vergrabenen und vergessenen Granaten deutlich Rost an, Chemikalien treten aus. Anders als bei den Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg sind die Standorte von ehemaligen Abfüllanlagen oder späteren Zerlegebetrieben von Kriegsmunition längst in Vergessenheit geraten.

Die größte Altlast des Ersten Weltkrieges befindet sich wohl in Munster in der Lüneburger Heide. 1916 wurde hier eine Produktionsstätte für chemische Kampfstoffe eingerichtet. 1919 kam es dort zur Katastrophe: Bei einer gewaltigen Explosion gingen 1000 Tonnen Kampfgas, fast eine Million Gasgranaten, eine Million Zünder und Kartuschen, 230 000 Minen und 40 Kesselwagen mit Kampfgas zeitgleich in die Luft. Chemische Munition wurde kilometerweit in die umliegende Gegend verteilt. Hinzu kommen noch Tausende Giftgranaten, die die britische Armee nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Munster vergraben ließ.

Bis heute ist das Gebiet gesperrt und kann nur nach und nach geräumt werden. Ein Sonderkommando der Bundeswehr sucht das Gelände ständig mit Metall-Detektoren nach Granaten und anderen Kleinteilen ab. Dabei ist höchste Vorsicht geboten: Die Munition muss ausgegraben und in einem gasdichten Spezialbehälter direkt zur Vernichtungsanlage gebracht werden. "planet e." war bei den Räumungen dabei und geht der Frage nach, welche Auswirkungen die Altlasten der Kriege heute noch bundesweit für Mensch und Umwelt haben.

Infos zu "planet e."

Der andere Blick auf unsere Erde: die Umwelt-Dokumentation im ZDF. Seit 2011 geht "planet e." sonntags im ZDF in intensiven Dokumentationen aktuellen Fragen des Umwelt- und Naturschutzes auf den Grund – zunächst auf dem Sendeplatz um 14.45 Uhr, seit dem 8. Mai 2016 auf dem neuen Sendeplatz um 16.30 Uhr. Die Dokumentationsreihe findet Themen ganz in der Nähe, aber auch in Europa und weltweit. Es geht um globale Trends, nachhaltige Lebensgestaltung und ökologisch verträgliche Lösungen für die drängenden Fragen der Zeit.

Im Oktober 2016 feierte "planet e." sein fünfjähriges Sendejubiläum: Am 16. Oktober 2011 wurde aus dem wöchentlichen Magazin "ZDF.umwelt" das neue Doku-Format "planet e." Der Formatwechsel wurde damals so begründet: Wichtige ökologische Fragestellungen sollen tiefgründiger, ausführlicher und zusammenhängender dargestellt werden als dies in Magazinform möglich ist.

Die "planet e."-Redaktion leitet Volker Angres.

Zur Biografie des "planet e."-Redaktionsleiters

The English versions – A selection of "planet e."-documentaries

Eine Auswahl von "planet e."-Dokumentationen ist auch in englischer Sprache verfügbar unter "planet e. – A selection"

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/planete

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