Copyright: ZDF/Jakub Bejnarowicz
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Parfum

Sechsteilige Crime-Serie

Ihre Premiere feierte die Serie bei ZDFneo. Seit TV-Start sind alle sechs Folgen in der ZDFmediathek abrufbar. Ab 5. Januar 2019 ist die Crime-Serie auch im ZDF zu sehen.

Nach dem Mord an der rothaarigen Sängerin K rücken fünf ehemalige Internatsschüler in den Fokus der Ermittlungen. Die damalige Jugendclique hütet seit mehr als zwanzig Jahren ein grausames Geheimnis. Gelingt es dem Ermittlungsteam um Profilerin Nadja Simon (Friederike Becht) und Staatsanwalt Joachim Grünberg (Wotan Wilke Möhring) die dunkle Vergangenheit der Fünf aufzudecken und K's Mörder zu finden?

  • ZDF, Ab Samstag, 5. Januar 2019, 21.45 Uhr
  • ZDF Mediathek, Alle Folgen abrufbar

Texte

Serielle Erzählung in drei Dimensionen
Vorwort von Frank Zervos, Leiter der HR Fernsehfilm/Serie I

Die ZDFneo-Serie "Parfum" setzt Maßstäbe: Der gleichnamige Welterfolg von Patrick Süskind wurde von den Machern in eine moderne, sechsteilige, in der Gegenwart spielende Serie kongenial übertragen. Es ist die radikale Interpretation des die Menschen zeitlos berührenden Themas von Liebe und Sehnsucht, deren Verhinderung und ihres Umschlags in Gewalt. Die Autorin Eva Kranenburg hat mit ihrem ersten Drehbuchwerk "Parfum" ihr außerordentliches Talent mehr als bewiesen, und Ausnahme-Regisseur Philipp Kadelbach hat die Serie filmästhetisch perfekt gestaltet. Ein Ensemble hervorragend spielender Darsteller verleiht ihr Szenen, welche den Betrachter packen und nicht mehr loslassen.

Mit "Parfum" läuten wir im ZDF in drei Dimensionen eine neue Zeit der seriellen Erzählung ein:

Zum einen ist "Parfum" eine konsequente inhaltliche und formale Weiterentwicklung im Crime-Serien-Genre und setzt Maßstäbe.

Zum Zweiten eröffnet "Parfum" das neue Label "NEOriginal", das künftig besondere und ausgewählte Serien für die Zuschauer und User der ZDFmediathek bündelt, die für das avancierte, innovative und junge Image des Senders stehen.

Zum Dritten ist "Parfum" für das ZDF das erste Programm, das so konsequent programmiert und abgestimmt auf allen drei Kanälen und Plattformen zur Geltung kommen wird: Zuerst in ZDFneo, zeitgleich in der ZDFmediathek und kurze Zeit später im Hauptprogramm.

Damit wollen wir erreichen, dass das Programm maximale Wirkung entfalten kann: im Image wie in der Zuschauer-Reichweite.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an die beiden kreativen Produzenten Oliver Berben und Sarah Kirkegaard. Das spannende, komplexe Werk verdankt ihnen die Idee und die minutiöse Gestaltung.

Von Liebe und Gewalt
Statement von ZDF-Redaktionsleiter Günther van Endert

Wir alle wollen geliebt werden. Liebe ist das universelle Gefühl und ihre Erklärung ist schwierig und führt weit. Liebe ist der Stoff, aus dem die Träume sind, deretwegen wir Filme schauen. In ihren Variationen – Anerkennung, Wertschätzung – sorgt das Bedürfnis nach ihr für menschliche Bindungen. Aber auch das Durchschimmern in ihrer Verneinung, die Umleitung, Kompensation, Verfälschung ihrer Energie, bildet den Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält.

Es bleibt etwas hochgradig Faszinierendes. Krimis sind das mit Abstand erfolgreichste Genre, gerade auch in den Serien, mit denen uns die neuen Streaming-Plattformen überschwemmen. Die sechsteilige Crime-Serie "Parfum" ist eine radikale Interpretation des Zusammenhangs von Liebe und Gewalt.

Sie transformiert die Essenz von Patrick Süskinds Weltbestseller in die Jetztzeit. Es gibt nicht nur auch hier Serienmord, ausgeschnittene Körperfermente und den gut riechenden Stoff. Im Roman herrscht das materielle Elend der frühen Neuzeit, das zwangsläufig rohe, physische Gewalt mit sich bringt. In der modernen Zivilisation ist eher psychische Gewalt an deren Stelle getreten. Lieblosigkeit, Missbrauch von Abhängigen, kommerzielle Ausbeutung von Sex sind nur drastische Erscheinungen. In subtileren Formen durchzieht sie den Alltag, kennen wir sie alle.

Die Serie bringt den Zusammenhang von Gewalt und Liebe mit einer packenden Bildsprache zum Ausdruck. Sie entwickelt mit einer hochmodernen Filmästhetik und differenzierten Charakteren einen Sog. Jede Figur ist auf ihre Art sowohl nachvollziehbar als auch verstörend. "Parfum" spricht weit über das Genre Krimi hinaus das Publikum an. Die Serie wird und soll zu Diskussionen anregen.

Sorgfältig abgestimmte Ingredienzien
Statement der Produzenten Oliver Berben und Sarah Kirkegaard

Inspiriert von der "Geschichte eines Mörders", eine zeitgenössische eigenständige "Geschichte eines Parfums" zu erzählen, dessen Faszination und Rätselhaftigkeit bis in die Gegenwart reicht: Das war der Ausgangspunkt der Idee, nach Motiven des Süskind-Stoffes die Serie "Parfum" zu entwickeln. Gemeinsam mit Drehbuchautorin Eva Kranenburg und Regisseur Philipp Kadelbach haben wir uns daran gemacht, die zeitlose Essenz dieses Stoffes zu erfassen und neu auszugestalten.

"Parfum" ist also keine Adaption oder serielles Spin-off. Es beruht auf einem originären Konzept, in dem das zentrale Motiv des Bestsellerromans – die Suche nach dem perfekten Duft als Motiv für einen Serienmord – in einer Seriendramaturgie umgesetzt wird. Die Ingredienzien dieser Serie sind, ganz wie bei der Duftkomposition, im Zentrum ihrer Erzählung sorgfältig aufeinander abgestimmt. Ein legendärer Bestsellerroman und ein äußerst erfolgreicher Kinofilm. Eine außergewöhnliche neue Drehbuchautorin mit besonderem Gespür für menschliche Abgründe und ein visionärer Regisseur mit internationaler Reputation. Ein kongeniales Team aus erfindungsreichen Kreativen und ein hochkarätiger Cast mit eigenwilligen, nahbaren Charakteren. Und nicht zuletzt die herausragende Unterstützung unserer Partner ZDF und ZDFneo, Netflix und Arri sowie unserer Förderer - die Film- und Medienstiftung NRW, der German Motion Picture Fund, FFF Bayern und Medienboard Berlin-Brandenburg - bei der Herstellung einer aufwändig produzierten und innovativ gestalteten Serie von internationalem Format, mit der wir gemeinsam neue Maßstäbe setzen wollen, auch in technischer und ästhetischer Hinsicht.

Mit den brillanten, extrem hochauflösenden Bildern der ARRI-65-Kamera in Kombination mit nostalgisch wirkendem original 16mm-Filmmaterial, haben wir uns für eine visuelle Erzählweise entschieden, die dem inhaltlichen Ansatz der Serie entspricht: Sie macht die Kontraste zwischen den Erzählebenen emotional erfahrbar und changiert zwischen vordergründiger Harmonie und tiefen Abgründen, zwischen sinnlicher Haptik und flüchtiger Erinnerung.

"Parfum" ist eigen – eine Erzählung sui generis, ohne Vorbilder oder Anlehnungen, ohne x meets y. Indem die Serie neue Ideen und klassische Zutaten bewährter Genres in Zusammenhang bringt, sie durch eine neue Sinnesebene erweitert und in eine stilisierte Ästhetik übersetzt, schafft sie einen eigenen Erzähl-rhythmus und eine eigene Realität. Diese Realität ist geformt durch Wünsche und Ängste, durch fragile Beziehungsgeflechte, durch ein dichtes Netz aus Geheimnissen und durch den unzerstörbaren, übermächtigen Wunsch jedes Einzelnen, um jeden Preis geliebt zu werden. Es ist eine Realität, in der Düfte und Gerüche zu Bindungsmächten im menschlichen Spiel von Begehren und Manipulation werden. Eine Realität, die zugleich schonungslos und faszinierend, mysteriös und zutiefst menschlich ist. 

"Parfum" entfaltet sich in der Zeit …, und wir freuen uns darauf, die Zuschauer in diesen sechs Stunden Serienunterhaltung zu einer einzigartigen Sinneserfahrung einzuladen.

Stab

Produktion                ZDF, ZDFneo, Constantin Film und MOOVIE
Executive Producer         Oliver Berben
Produzentin          Sarah Kirkegaard 
Regisseur       Philipp Kadelbach
Kamera               Jakub Bejnarowicz
Autorin Eva Kranenburg
Redaktion ZDF  Günther van Endert
Koordination ZDFneo     Florian Weber
Länge     jeweils ca. 60 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller

Nadja Simon             Friederike Becht
Staatsanwalt Grünberg   Wotan Wilke Möhring
Daniel Zahnlos Sluiter     Christian Friedel
Daniel Zahnlos (15 Jahre)              Albrecht Felsmann
Roman Seliger   Ken Duken  
Roman (15 Jahre)             Oskar Belton
Elena Seliger      Natalia Belitski
Elena (13 Jahre) Valerie Stoll
Moritz de Vries August Diehl
Moritz (15 Jahre)              Leon Blaschke
Thomas Butsche              Trystan Pütter
Thomas (15 Jahre)          Julius Nitschkoff
Matthias Köhler               Juergen Maurer
Jens Brettschneider        Marc Hosemann
Katharina Läufer alias K Siri Nase
Katharina (15 Jahre)                 Franziska Brandmeier  

Inhalt

Die Ermittlungen zum Mord an der rothaarigen Sängerin K am Niederrhein führen Profilerin Nadja Simon in die Vergangenheit von fünf ehemaligen Internatsschülern: Roman Seliger und seine Frau Elena, der schüchternen Daniel "Zahnlos" Sluiters, Bordellbetreiber Thomas Butsche und Moritz de Vries, der in Paris als Parfümeur arbeitet. K war damals der umschwärmte Mittelpunkt der Clique am katholischen Internat. Als die Fünf sich zum ersten Mal nach zwanzig Jahren als Mordverdächtige wieder begegnen, drohen lang verdrängte Geheimnisse ans Tageslicht zu gelangen. Während Nadja Simon und das Ermittlerteam rund um Staatsanwalt Joachim Grünberg (Wotan Wilke Möhring) und Kriminalkommissar Matthias Köhler (Juergen Maurer) den Spuren der Gegenwart folgen, enthüllen Rückblenden parallel dazu Schritt für Schritt das Geheimnis, das die Internatsschüler in der Vergangenheit auf unheilvolle Weise zusammengeschweißt hat.

Angeregt durch Patrick Süskinds "Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders", gründeten die Fünf vor mehr als zwanzig Jahren einen geheimen Club. Auf der Suche nach Macht und Liebe experimentierten sie mit dem Geheimnis menschlichen Dufts und versuchten, ihren Geruchssinn zu perfektionieren und Gerüche einzufangen. Gehören diese bizarren Experimente tatsächlich der Vergangenheit an? Und wer von ihnen wäre bereit, dafür über Leichen zu gehen?

Folgeninhalte

Folge 1 – "Ambra"
Mittwoch, 14. November 2018, 22.00, ZDFneo
Samstag, 5. Januar 2019, 21.45 Uhr, ZDF

Die rothaarige Sängerin K, alleinerziehende Mutter eines kleinen Jungen, wird tot im Swimmingpool ihres Hauses am Niederrhein aufgefunden. Die Leiche ist nackt mit tiefen Einschnitten unter den Achseln und im Intimbereich, der Schädel kahl rasiert.

Nadja Simon, die als Expertin für Sexualstraftaten zu dem Fall herangezogen wird, vermutet zunächst einen Trophäenmord. Der leitende Staatsanwalt Grünberg hingegen, mit dem Nadja ein heimliches Verhältnis und dadurch bedingt einen Autoritätskonflikt hat, glaubt an einen Täter aus dem Umfeld der Toten.

Auf der Beerdigung erscheinen schier unzählig viele Verehrer und Liebhaber, doch kaum jemand scheint der umschwärmten Frau wirklich nahe gestanden zu haben. Wer war K überhaupt? Wer ist der Vater ihres Kindes? Und wie sieht ihre Vergangenheit aus?

Bald rückt die ehemalige Jugendclique des Opfers in den Fokus der Ermittlungen: Moritz, Roman, Elena, Butsche und Zahnlos kennen sich aus der gemeinsamen Zeit im katholischen Internat. Als die Fünf am Sarg von K nach zwanzig Jahren zum ersten Mal wieder aufeinandertreffen, kommt ihnen die Art, wie die Ermordete vorgefunden wurde, nur zu bekannt vor. Alle teilen ein Geheimnis – und alle verdächtigen einander.

Gemeinsam mit ihrem Kollegen, Kommissar Köhler, folgt Nadja dieser Spur. Bei Nachforschungen im Internat stoßen sie auf einen alten, nie gelösten Fall: Merten Brodmann, ein jüngerer Mitschüler, verschwand damals spurlos, kurz bevor die Clique um K auseinanderbrach.

 

Folge 2 – "Skatol"
Mittwoch, 14. November 2018, 23.00 Uhr, ZDFneo

Samstag, 5. Januar 2019, 22.35 Uhr, ZDF

Das schockierende Zusammentreffen der Jugendfreunde auf der Beerdigung von K ruft bei Moritz, Roman, Elena, Butsche und Zahnlos Erinnerungen an die gemeinsame Zeit vor zwanzig Jahren wach und lässt die alten Konflikte wieder aufleben.

In Rückblenden wird die Rivalität der Jugendlichen um die schöne K erzählt, die allen im Internat, auch dem verheirateten Direktor, den Kopf verdrehte. Erzählt wird von der Angst des schüchternen Zahnlos und der von Gewalt und Abhängigkeit geprägten Beziehung zwischen Roman und Elena, die heute miteinander verheiratet sind und eine kleine Tochter, Magda, haben. Was damals beinahe spielerisch seinen Lauf nahm, scheint sich auf unheilvolle Weise bis in die Gegenwart fortzusetzen.

Ohne Staatsanwalt Grünberg zu informieren, dem die Alleingänge der Profilerin ein Dorn im Auge sind, ermittelt Nadja Simon weiter im Umfeld des Internats. Gemeinsam mit Kommissar Köhler befragt sie Elenas verbitterten Vater, den Pedell des Internats, ebenso den ehemaligen Internatsdirektor.

Von einem ehemaligen Mitschüler, der damals gerne dazugehört hätte, erfahren sie, dass die Clique einen geheimen Club gründete, der sich an der Ruine eines Wasserschlosses traf.

Als Nadja hört, dass es in der Region sogenannte "Fettleichen" gibt, die in dem tonhaltigen Erdboden nicht verwesen, lässt sie die Gegend um das Wasserschloss mit Leichenspürhunden absuchen. Tatsächlich machen die Ermittler einen rätselhaften Fund.

 

Folge 3 – "Synthese"
Mittwoch, 21. November 2018, 22.15 Uhr, ZDFneo
Sonntag, 6. Januar 2019, 22.00 Uhr, ZDF

An der Stelle, an der die Leichenhunde angeschlagen haben, wird ein toter Hund ausgegraben, der die gleichen Verletzungen aufweist wie die Leiche von K. Staatsanwalt Grünberg ordnet weitere Nachforschungen an.

Nach einer leidenschaftlichen Liebesnacht kommt es zwischen Nadja und Grünberg zu einem erbitterten Machtkampf, denn der verheiratete Familienvater will seine Affäre mit der Profilerin um jeden Preis geheim halten.

In Butsches Bordell erlebt Zahnlos mit der Prostituierten Perle sein erstes Mal, und Roman droht seiner Frau Elena, sie mit seinem Wissen über ihre Vergangenheit ins Gefängnis zu bringen, wenn sie ihn verlassen sollte.

Als Nadja bei der Durchsuchung von Elenas Jugendzimmer eine Ausgabe des Romans "Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders" von Patrick Süskind entdeckt, befragt sie die ehemalige Internatsclique. Im Verhör geben Moritz, Roman, Elena, Butsche und Zahnlos zu, als Jugendliche eine gemeinsame Faszination für den Helden des Romans, Grenouille, entwickelt zu haben. Sie hätten ihren Geruchssinn trainiert und mit der Konservierung des Eigengeruchs menschlicher Körper experimentiert – mit mäßigem Erfolg, da sich mithilfe der im Roman geschilderten Methode nur eine leicht flüchtige Essenz habe erzielen lassen. Mit dem Verschwinden des Schülers Merten Brodmann will keiner von ihnen etwas zu tun gehabt haben. Doch dann wird am Fundort des Hundekadavers auch die Leiche des Jungen gefunden: nicht verwest, kahl geschoren und mit den schon bekannten Schnittverletzungen.

 

Folge 4 – "Die dritte Substanz"
Mittwoch, 21. November 2018, 23.15 Uhr, ZDFneo
Sonntag, 6. Januar 2019, 22.55 Uhr , ZDF

Als Nadja feststellt, dass sie schwanger ist, steht ihre Beziehung zu Grünberg auf dem Prüfstand. Grünberg bietet ihr lediglich an, sich um die Abtreibung zu kümmern.

Das Ermittlerteam steht unter Druck, Ergebnisse vorzuweisen, als sich im Umfeld der Verdächtigen ein weiterer Mord ereignet: Die Prostituierte Perle, die für Butsche arbeitet und in die sich Zahnlos verliebt hat, liegt kahl geschoren und verstümmelt in ihrem Trailer.

Butsche kümmert sich um Perles vernachlässigte Tochter Elsie. Als er sich dabei an Elena wendet, kommt es zu einer gefährlichen Begegnung mit Roman. Denn der hat auch gegen Butsche etwas in der Hand, das nicht an die Öffentlichkeit gelangen darf.

Erneut eskaliert es zwischen den Seligers, wieder schlägt Roman seine Frau. Verzweifelt bittet Elena Zahnlos um Hilfe. Ihr Plan ist es, Roman in den Fokus der Ermittlungen zu rücken, um für sich und die gemeinsame Tochter Magda Polizeischutz zu bekommen. Ein mit Zahnlos inszenierter Mordversuch, der dem Muster der Morde an K und Perle folgt, soll dabei helfen.

Währenddessen widmet sich Moritz seiner besonderen Leidenschaft: der Duftkomposition. Im Verhör erklärt er Nadja, wie er mithilfe der sogenannten Enfleurage den Geruch verschiedener Frauen, darunter auch K, konserviert hat – ohne dafür jemanden getötet zu haben. Für die Tatzeiten aller Morde kann Moritz ein Alibi vorweisen. Arbeitet er vielleicht mit einem Komplizen zusammen, um an wirkungsvolle Ingredienzien zur Geruchsgewinnung zu gelangen?

 

Folge 5 – "Herzakkord"
Mittwoch, 28. November 2018, 22.15 Uhr, ZDFneo
Montag, 7. Januar 2019, 22.15 Uhr, ZDF

Während Zahnlos auf der Flucht ist, sucht Elena mit ihrer Tochter Schutz bei ihrem Vater, den sie seit zwanzig Jahren nicht gesehen hat und der noch immer im Internat lebt und arbeitet. Bei ihm fühlt sich Elena zwar sicher vor Romans Übergriffen, doch den traumatischen Erinnerungen an ihre Jugend kann sie nicht länger ausweichen. Kann sie für das, was damals geschehen ist, Verantwortung übernehmen?

Nach einem Termin beim Frauenarzt entscheidet Nadja sich zunächst gegen eine Abtreibung. Doch als sie Grünberg mit einem Anruf bei dessen Ehefrau unter Druck setzt, beendet dieser endgültig das Verhältnis. Verzweifelt stürzt sich Nadja weiter in die Ermittlungen und wird auch hier zunehmend zur Einzelkämpferin. Wie besessen folgt sie der Spur, die ihr der Roman "Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“ aufzeigt. Lässt sich tatsächlich aus Gewebe und Haaren ein Parfum herstellen, dessen Duft manipulierbar macht? Gibt es einen Menschen, der daran glaubt und bereit ist, dafür über Leichen zu gehen?

Schritt für Schritt setzt Nadja die Puzzleteile der aktuellen und zurückliegenden Mordfälle zusammen und stößt auf die unheilvolle Verbindung zwischen Zahnlos und Elena. Ihr Verdacht, dass Elena eine wichtige Rolle in dem Fall spielt, erhärtet sich, als sie die Mutter des vor über zwanzig Jahren ermordeten Merten Brodmann trifft. Von ihr erfährt Nadja, dass sie nach Mertens Verschwinden die damals 13-jährige Elena als Pflegetochter aufnahm.

 

Folge 6 – "Fesselung"
Mittwoch, 28. November 2018, 23.15 Uhr, ZDFneo
Montag, 7. Januar 2019, 23.20 Uhr, ZDF

Ein drittes Opfer wird aufgefunden, ermordet und verstümmelt wie die anderen Frauen: Es handelt sich um die Schwester der Therapeutin, bei der Zahnlos regelmäßig in Behandlung ist. Da jeder der anderen Verdächtigen ein Alibi hat, ist der flüchtige Zahnlos nun Hauptverdächtiger. Als er im Trailer der getöteten Perle festgenommen werden kann, gilt der Fall als abgeschlossen. Doch Nadja glaubt nicht an dessen Schuld und beschließt, weiter zu ermitteln. Dabei ist ihr Ziel nicht nur, den Fall erfolgreich aufzuklären, sondern auch Grünberg zurückzugewinnen.

Wenig später nehmen die Ermittlungen eine neue Wendung: Nachdem Roman seine Frau angezeigt hat, gesteht Elena, was sich damals zwischen Merten und den anderen wirklich ereignet hat und wie der Mitschüler sterben musste. Elena belastet damit nicht nur Zahnlos, sondern vor allem sich selbst. Da sie zum Tatzeitpunkt erst 13 Jahre alt und damit nicht strafmündig war, bleibt Elena auf freiem Fuß. Sie verliert jedoch das Sorgerecht für ihre Tochter, die künftig bei Roman leben wird.

Nadja ist davon überzeugt, dass es damals wie heute um die Herstellung eines Duftes geht, der Liebe und Zuneigung auslösen soll und kann. Fieberhaft folgt sie der Spur des Parfums – bis zum überraschenden Showdown.

Schockierend, verstörend, abgründig
Statement von Regisseur Philipp Kadelbach

In Zeiten, in denen das Fernsehen überflutet wird von großer inhaltlicher Vielfalt, ist ein innovativer, visueller Ansatz von entscheidender Bedeutung: ein sorgfältig erarbeitetes gestalterisches Konzept, das sich folgerichtig der Geschichte und der emotionalen Entwicklung ihrer Charaktere widmet und jede ästhetische oder dramaturgische Beliebigkeit ausschließt. Die jahrelange Entwicklung und Umsetzung von "Parfum" beruht auf einem solchen Konzept.

Mit "Parfum" erzählen wir die Geschichte eines Kriminalfalls, der sich am Niederrhein nahe der holländischen Grenze zuträgt. Die Ermittlerin Nadja, gespielt von Friederike Becht, bildet das rhythmische und emotionale Zentrum unserer Erzählung. Angetrieben von ihrer eigenen Lebensgeschichte führt sie uns durch die Geschichte eines Serienmords und enthüllt dabei Stück für Stück die Hintergründe der Hauptverdächtigen und deren emotionalen Verletzungen.

Wir decken Geheimnisse auf, nur um augenblicklich wieder auf neue zu treffen. Schockierende, verstörende oder beklemmende Szenen werden nirgendwo zum Selbstzweck, sondern bleiben absichtlich gesetzte Facetten eines bewusst gestalteten, psychologisch abgründigen Ganzen. Der in der Montage langer raffinierter Kamerafahrten erzeugte Rhythmus der Handlung und die Wechselwirkungen der einzelnen Szenen, schaffen einen Sog, der die Zuschauer zusammen mit den Hauptfiguren tiefer und tiefer in die Handlung verstrickt – bis zum unvorhersehbaren Finale.

Eine Serie voller Gewalt – ohne Gewalt
Statement von Drehbuchautorin Eva Kranenburg

"Parfum" ist eine Serie voller Gewalt – ohne Gewalt. Bilder von Gewalt werden nicht auserzählt. Die Bilder entstehen im Kopf des Zuschauers. Denn nichts facht die Phantasie so sehr an wie Entzug.

Genauso geht es den Protagonisten der Serie. In ihrem Leben gibt es keine Liebe. Umso stärker wirkt das Bild von Liebe in ihrem Kopf. Sie jagen danach. Sie kuschen dafür. Sie fliehen davor. Sie warten darauf. Sie erschaffen das Geruchsabbild der Liebe. Am Ende steht die Beute, die Liebe. Doch ist die nicht das eigentliche Monster?

Interviews mit dem Ermittlerteam

Worum geht es für Sie in der Serie "Parfum"?

 

Wotan Wilke Möhring (Staatsanwalt Grünberg)

Was wäre, wenn wir die Essenz von all dem, was uns ausmacht, in eine kleine Flasche füllen könnten? Was würde das mit uns anstellen? Weil es die Perfektion eines Sinnes ist, finde ich das hochinteressant. Dieser Wunsch nach Vollendung ist heutzutage, glaube ich, noch stärker geworden.

Es geht um Mord, Verschwörung und Macht. Dabei ist es zunächst schwer, eine Motivation zu ermitteln, und deren Entdeckung ist letztendlich am grausamsten. Die Serie spielt in einer Art Niemandsland. Farbgebung und Bildauswahl unterstützen diese bedrohliche Tristesse.

 

Juergen Maurer (Kriminalhauptkommissar Matthias Köhler)

Diese neuen Formate sind ein echtes Geschenk für Autoren, Regisseure und natürlich auch für uns Schauspieler. Außerdem liegt hier ein ganz erstaunlich fein gebautes, psychologisches Drehbuch vor, das, Genre unüblich, in tiefe psychologische Bereiche vordringt.

 

Marc Hosemann (Kriminalkommissar Jens Brettschneider)

"Parfum" schafft einen eigenen Mikrokosmos um den Kriminalfall. Ihm gelingt es, der reinen "Realität" zu entkommen und eine eigene Welt zu schaffen.

 

Wie würden Sie Ihre Rolle und das Verhältnis innerhalb des Ermittlerteams beschreiben?

 

Wotan Wilke Möhring

Grünberg ist sicherlich ein Karrierist. Er hat den Druck der Politik im Nacken und ist deshalb ein sehr fordernder Chef. Was sein Privatleben betrifft, ist er sexuell sehr aufgeschlossen.

 

Friederike Becht (Profilerin Nadja Simon)

Nadja Simon hat Abgründe, die sie zu dem machen, was sie ist, und sie vorantreiben, die Nadja aber auch zu einem intuitiven Gespür für die Abgründe der Täter befähigt. Nadja ist eine Kriminalbeamtin mit einer umfangreichen Weiterbildung zur Fallanalytikerin, oder wie man in Amerika sagt, zum "Profiler". Sie sucht die Spur hinter der Spur.

 

Juergen Maurer

Köhler ist ein Beobachter. Also sieht er, dass seine junge Kollegin in zwischenmenschlichen Belangen von anderen Problemen völlig besetzt ist. Zu Nadja pflegt er eine professionelle, fürsorglich-besorgte Beziehung.

 

Marc Hosemann

Nadja und Brettschneider sind nicht füreinander gemacht. Ein Instinktmensch trifft auf einen Kopfmenschen, das führt zwangsläufig zum Konflikt. Nadja bekommt aber im Laufe der Ermittlungen immer größeren Respekt vor dem "Krokodil" Brettschneider.

 

Wonach riecht Ihr Rollencharakter?

 

Wotan Wilke Möhring

Bei Grünberg bestimmt eine gewisse Strenge, die vom Rasierwasser kommen kann, die etwas mit Testosteron zu tun hat. Mit einem Hauch Irritation.

 

Friederike Becht

Nadja riecht durch äußerliches Einwirken ihrerseits nach Deo, Pfefferminzbonbons und auch nach Hotelzimmer.

Ihren eigenen Geruch würde ich als anziehend, ganz zart, fast gar nicht spürbar und dann wieder mächtig beschreiben. Vielleicht riecht man sie auch nur, wenn man ganz nah an sie herankommt, aber das lässt sie nur selten zu.

 

Juergen Maurer

Köhler riecht nach Seife, nach Feierabend, vielleicht auch ein wenig nach Bier.

 

Marc Hosemann

Brettschneider riecht nach Metall.

Interviews mit den Verdächtigen

Wie würden Sie Ihre Rolle und das Verhältnis innerhalb der Internatsclique beschreiben?

 

August Diehl (Moritz de Vries)

Moritz ist jemand, der ganz früh eine bestimmte Begabung in sich entdeckt und verfolgt hat. Das hat etwas sehr Emotionsloses, und er liebt es, zu manipulieren.

 

Ken Duken (Roman Seliger)

Roman Seliger ist ein gebrochener, einsamer Mensch, der seine Emotionen nicht kontrollieren kann. Das Verhältnis zu seinen Freunden ist geprägt von Eifersucht und Machtspielen. Elena und Roman können nicht mit, und sie können nicht ohne einander. Die Gewalt ersetzt die Leidenschaft in ihrer Beziehung. Romans Verhältnis zu K gleicht einer krankhaften Abhängigkeit. Roman ist ihr hörig.

 

Trystan Pütter (Thomas Butsche)

Butsche ist ein vielschichtiger Charakter. Die Gründe für seine Brutalität, seine Unfähigkeit, einen gesunden sozialen Umgang zu pflegen, und seine Angst vor Nähe, sind in seiner Kindheit zu suchen. Ein missbrauchter Mensch wird oft selbst zum Täter. In Butsches Fall schützt er ein Kind, schützt er das Unschuldige und vernichtet das, in seinen Augen, Schuldige.

 

Natalia Belitski (Elena Seliger)

Elena lebt zurückgezogen in ihrer Welt als Ehefrau und Mutter. Sie legt Wert auf ihr gepflegtes Erscheinungsbild und den gesellschaftlichen Status, den sie durch ihren Ehemann bekommt. Beides dient ihr als Maske und Schutz, um ihre innerliche Zerrissenheit nicht preisgeben zu müssen.

 

Christian Friedel (Daniel Zahnlos Sluiter)

Zahnlos ist seit seiner Kindheit eher ein Außenseiter. Sein Aussehen und seine schlechten Zähne waren nicht wirklich ein einladendes Bild für sein Umfeld. Diese Erfahrungen haben einige Narben hinterlassen.

 

 Was ist das Spannende an der Figurenkonstellation der Internatsclique?

 

August Diehl

Sie sind alle sehr unterschiedliche Menschen, die sich aufgrund einer bestimmten Passion sehr früh getroffen haben. Regisseur Philipp Kadelbach hat mir erzählt, dass er bewusst sehr unterschiedliche Typen gecastet hat, damit der Zuschauer sich fragt: Warum hängen die eigentlich miteinander ab? Im Leben haben sie sehr unterschiedliche Wege betreten und treffen sich aufgrund eines Ereignisses als Erwachsene plötzlich wieder. 

 

Natalia Belitski

Die junge Elena wollte um jeden Preis dazugehören und hat einen hohen Preis dafür bezahlen müssen. Sie kommt als ein "Spielzeug" der Jungs in die Clique und wird auch weiter wie ein Objekt behandelt, von jedem auf seine Weise. Der einzige, der sie vielleicht wirklich erkennt und auf jeden Fall aufrichtige Liebe und Freundschaft für sie empfindet, ist Zahnlos.

 

Wonach riecht Ihr Rollencharakter?

 

August Diehl

Das ist vielleicht so ein bisschen der einzige Geruch, der ihm ein Geheimnis ist. Ihn interessiert das, was um ihn herum ist, und er selbst ist als Mittelpunkt fast unsichtbar.

 

Ken Duken

Roman riecht süß-säuerlich.

 

Trystan Pütter

Butsche riecht nach Davidoff "Cool Water" und Desinfektionsmittel."

 

Natalia Belitski

Elena riecht nach Seife und frisch gewaschener Wäsche.

 

Christian Friedel

Daniel Sluiter riecht eher unangenehm, da er sehr viel schwitzt und sich in seine Klamotten vergräbt.

 

Die Fragen stellte Mirja Bauer.

Fotohinweis

Fotos über ZDF Presse und Information

Telefon: (06131) 70-16100 oder über

presseportal.zdf.de/presse/parfum

Weitere Informationen

Doppelinterview mit Friederike Becht und Wotan Wilke Möhring > Audio-Download

Impressum

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Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
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Ansprechpartner

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E-Mail: betke.c@zdf.de
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