Copyright: ZDF / Friede Clausz
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24 WOCHEN

Der Fernsehfilm der Woche

Die Kabarettistin Astrid (Julia Jentsch) ist im sechsten Monat schwanger, als sie erfährt, dass ihr Kind nicht gesund ist. Die Nachricht stellt sie und ihren Mann Markus (Bjarne Mädel) vor eine Entscheidung über Leben und Tod. Der Debütfilm von Regisseurin Anne Zohra Berrached wurde unter anderem 2017 beim Deutschen Filmpreis mit einer LOLA in Silber ausgezeichnet.

  • ZDF, Montag, 26. März 2018, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Sonntag, 25. März 2018, 10.00 Uhr

Texte

Statement von Frank Zervos, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Fernsehfilm/Serie I

"24 WOCHEN" ist ein berührender und wichtiger Film über das Thema Spätabtreibung, der einen nicht kalt lassen kann. In welche gesetzliche, medizinische und seelische Lage geraten eine Frau, aber auch ihr Partner und ihre Familie, wenn während einer Schwangerschaft eine schwere Krankheit bei ihrem ungeborenen Kind diagnostiziert wird? Der Film führt in seiner überraschenden und überzeugenden Machart tief hinein in diese Situation.

Julia Jentsch und Bjarne Mädel machen durch ihre Präsenz das moralische Dilemma auch emotional begreifbar. Das medizinische Personal besetzte Regisseurin Anne Zohra Berrached in ihrem mutigen Debütfilm mit echten Hebammen und Ärzten. Eine Mischform, die dem Film zusätzlich Intensität und Authentizität verleiht. "24 WOCHEN" ist ein Film, der nachdenklich macht und zur Diskussion anregt. Er lief 2016 im Wettbewerb der Berlinale und wurde 2017 beim Deutschen Filmpreis mit einer LOLA in Silber ausgezeichnet.

Wir freuen uns sehr, dass wir "24 WOCHEN", der in Koproduktion mit unserer Nachwuchsredaktion "Das kleine Fernsehspiel" entstanden ist, nun zur besten Sendezeit einem großen Fernsehpublikum im ZDF präsentieren können.

24 WOCHEN
Stab, Besetzung, Inhalt

Montag, 26. März 2018, 20.15 Uhr

24 WOCHEN
Spielfilm, Deutschland 2016

Der Fernsehfilm der Woche

Deutsch / Audiodeskription vorhanden

Stab

Regie Anne Zohra Berrached
BuchCarl Gerber, Anne Zohra Berrached
BildgestaltungFriede Clausz
MontageDenys Darahan
Musik Jasmin Reuter
Ton Aljoscha Haupt, Steffen Flach
Sounddesign,
Mischung
Marc Fragstein
Producer Johannes Jancke, Tobias Ebner
ProduzentenMelanie Berke, Tobias Büchner, Thomas Kufus
Produktionzero one film in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel
und der Filmakademie Baden-Württemberg,
gefördert von der Mitteldeutschen Medienförderung
RedaktionBurkhard Althoff
Längeca. 95 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Astrid LorenzJulia Jentsch
Markus HägerBjarne Mädel
Nele Emilia Pieske
Beate LorenzJohanna Gastdorf
Kindermädchen KatiMaria Dragus
Freundin SveaMaria Dragus
KatjaSabine Wolf
IsaKarina Plachetka

Dieter Nuhr, Gerburg Jahnke, Sebastian Puffpaff, Barbara Ruscher, Abdelkarim, Marco Girnth, Stefan Kretzschmar, Thomas Koschwitz und Katrin Weber spielen sich als Gäste selbst.

Inhalt

Die Bühne, das Scheinwerferlicht – Astrid lebt und liebt ihren Beruf als Kabarettistin mit Hingabe, während ihr Mann und Manager Markus sie gelassen und gekonnt unterstützt. Doch als die beiden ihr zweites Kind erwarten, wird ihr sonst so durchgetaktetes Leben unerwartet aus der Bahn geworfen: Bei einer Routineuntersuchung wird Trisomie 21 bei dem Ungeborenen festgestellt. Zunächst wissen beide nicht, wie sie damit umgehen sollen, doch sie entscheiden sich gemeinsam für das Baby. Mit der gleichen Stärke, mit der sie bisher ihren Alltag in der Öffentlichkeit gemeistert haben, bereiten sich die zukünftigen Eltern auf ein Leben mit einem Kind mit Down-Syndrom vor. Unverdrossen stellen sie sich dem Unverständnis und den hilflosen Reaktionen im Freundes- und Verwandtenkreis. Bald verliert die Diagnose ihren Schrecken, und die Vorfreude auf das gemeinsame Kind kehrt zurück.

Als im sechsten Schwangerschaftsmonat eine weitere Untersuchung das ganze Ausmaß der Behinderung sichtbar macht, trifft diese Nachricht die Eltern umso härter, und das Kartenhaus aus Mut und Optimismus droht, zusammenzustürzen. Wieder wollen Astrid und Markus alle Entscheidungen gemeinsam treffen, wieder wollen sie einen Weg finden. Aber die Prognose ist jetzt ungleich komplexer. Plötzlich stehen sie vor einem Gewissenskonflikt. Sie müssen entscheiden, ein schwerbehindertes Kind zur Welt zu bringen oder die Schwangerschaft im sechsten Monat zu beenden. Im Staffellauf zwischen Diagnosen und Ratschlägen trennen sich die Meinungen des Paares. Wer kann wissen, ob das Kind wirklich leiden und ob sein Leben lebenswert sein wird? Die Suche nach der richtigen Antwort stellt alles infrage: die Beziehung, den Wunsch nach einem Kind, ein Leben nach Plan.

Umgeben von medizinischem Fachpersonal, Statistiken und Prognosen wird Astrid bewusst, dass nur sie, die ihr Kind in sich trägt, die finale Entscheidung treffen kann.

Informationen zum Film

Regisseurin Anne Zohra Berrached und Autor Carl Gerber haben ihr Drehbuch nach gründlicher Recherche entwickelt. Gemeinsam mit Kameramann Friede Clausz hat Anne Zohra Berrached den Darstellern ihrer Erzählung bei den Dreharbeiten einen einzigartigen Freiraum geschaffen, in dem Laien, Experten und Schauspieler gemeinsam eine Form finden, die Hyperrealismus und Tragödie nahtlos miteinander verbindet. "24 WOCHEN" hatte seine Premiere 2016 im Wettbewerb der Berlinale, wo er den Gilde-Filmpreis der deutschen Filmkunsttheater als "Bester Film im Wettbewerb" erhielt. Im gleichen Jahr gewann der Film den Studio-Hamburg-Nachwuchspreis in den Kategorien Beste Regie und Beste Produktion. 2017 erhielt "24 WOCHEN" beim Deutschen Filmpreis eine LOLA in Silber in der Kategorie "Bester Spielfilm".

Regisseurin Anne Zohra Berrached über "24 WOCHEN"

Aus Recherchen und Statistiken, Fakten und Prognosen, Wünschen und Wirklichkeiten: In seiner Form und seinem Inhalt eine Collage mit eigenen Regeln, zwischen Realität und Fiktion, so nenne ich unseren Film "24 WOCHEN".

In "24 WOCHEN" beschreibe ich den Konflikt einer Frau in einer Extremsituation: Sie muss über Leben und Tod ihres ungeborenen Kindes entscheiden. Der Film spricht weder für noch gegen Abtreibung, vielmehr beschreibt er eine Situation, in der einem nichts anderes übrigbleibt, als eine starke Haltung einzunehmen. Dazu lasse ich Realität und Fiktion ineinander verschmelzen. Die Kabarettistin Astrid ist eine fiktive Figur. Ihr Schicksal und das System, das sie durchlaufen muss, sind es nicht.

In Deutschland ist es möglich, ein krankes oder behindertes Kind bis kurz vor der Geburt abzutreiben. Das habe ich vor etwa drei Jahren in einem Zeitungsartikel gelesen, und ich begann, zu recherchieren. In Deutschland treiben über 90 Prozent der Frauen, bei deren Kind eine Fehlbildung diagnostiziert wurde, nach der 12. Woche ab. Ist es richtig, dass sich Eltern gegen ein Leben entscheiden können, dem sie aus Mangel an Zeit, Geld oder Kraft nicht gewachsen sind, oder ist dies zugelassener Mord?

Der immer weiter voranschreitende technische Fortschritt führt zu einer immer genaueren Überwachung des Fötus vor seiner Geburt. Sobald die Pränataldiagnostik eine Fehlbildung bei dem Ungeborenen feststellt, ist eine medizinische Indikation zur Abtreibung möglich, sofern sich die Mutter körperlich und geistig nicht dazu in der Lage sieht, das Kind auszutragen. In der Praxis sieht das so aus: Ein Pränataldiagnostiker fragt die Mutter, ob sie sich vorstellen kann, das Kind zu bekommen oder nicht. Die Eltern müssen entscheiden, ob das Leben ihres Embryos "lebenswert ist. Das "Schicksal" wird zu einer juristischen, ethischen, philosophischen Frage. Die Eltern haben die Wahl – über Leben und Tod. Was sie nicht haben, ist die Wahl, sich dieser Entscheidung zu entziehen.

Ab zirka der 24. Schwangerschaftswoche ist das Kind außerhalb des Mutterleibes überlebensfähig. Um es in diesem späten Stadium der Schwangerschaft nicht zu bekommen, muss es vorgeburtlich mittels einer Kalium-Chlorid Spritze getötet werden. Die Frau trägt das Kind im Mutterleib. Das bedeutet, dass nur sie – rechtlich gesehen – die Entscheidung für eine Abtreibung fällen darf, aber auch, dass die damit einhergehende "Schuld" eindeutig ihr zugeordnet wird. Sie ist die Einzige, die diese moralische Frage für sich beantworten kann.

Das Recht auf Abtreibung, auf die Selbstbestimmung über den eigenen Körper, haben Generationen von Frauen vor uns hart erkämpft. Es ist integraler Bestandteil unserer Definition als unabhängige, gleichberechtigte Frauen, die ihr Leben selbst gestalten. Die Gleichberechtigung hilft uns aber nicht im moralischen Dilemma. Mich interessiert der moralische Konflikt als Ergebnis unserer modernen medizinischen Welt. Wir müssen uns neu versichern und das Erreichte immer wieder verteidigen. Wir müssen darauf bestehen, dass nicht nur geschieht, was technisch möglich ist, sondern das, was wir eigentlich wollen. "24 WOCHEN" konfrontiert den Zuschauer mit einer Frage, die jeder nur für sich selbst beantworten kann.

Nach mehrstündigen Interviews mit einem Paar, das sich entschlossen hat, in der 26. Woche abzutreiben, erschien es mir zu banal, rein fiktional zu arbeiten. Mit einem Tonbandgerät bin ich losgezogen und habe Ärzte, Hebammen und verschiedene Einrichtungen besucht. Dialoge und sogar ganze Szenen, die mir Betroffene berichtet haben, wurden aus der Realität der Tonbandaufnahmen in die Fiktion meiner Interpretation eines Drehbuchs übertragen. Meine Hauptfigur bekam einen Beruf, den sie liebt, einen Mann, der das Kind unbedingt bekommen und eine Alt-68er-Mutter, die ihre eigene Tochter schützen will. Und immer vor Augen ihr erstes Kind, die neunjährige Tochter Nele, ein Sinnbild für das, was ihr Ungeborenes einmal sein könnte.

Alle Ärzte, Schwestern und Hebammen, die im Film vorkommen, üben diese Berufe auch in der Realität aus. Nach einer Suche, die mich und meine Assistenten mehr als sechs Monate beschäftigt hat, haben wir es geschafft einen Geburtsmediziner zu finden, der in der Realität Spätabbrüche vornimmt und bereit war, dies auch in "24 WOCHEN" nachzustellen. Aus Angst vor Diskriminierung war seine Bedingung, sein Gesicht ungefilmt zu lassen. Julia Jentsch bewegt sich als Astrid in der deutschen Kabarettwelt mit ihren Sendungen ("Ladies Night", "3satfestival", "Nuhr im Ersten"), und Protagonisten wie Dieter Nuhr, Gerburg Jahnke, Sebastian Pufpaff und andere geben Radiointerviews bei Thomas Koschwitz von 89.0 RTL.

Es war mir wichtig, die starke Bindung der Mutter zu ihrem Kind mit realem Bildmaterial zu visualisieren. Ein Fetalchirurg, dessen Alltag es ist, ungeborene Kinder im Bauch ihrer Mütter zu operieren, hat uns mittels eines Endoskops HD-Bildmaterial vom Fötus im Bauch einer Mutter erstellt. Diese einzigartigen Bilder, die bei diesen Operationen entstanden sind, wurden, unserer Recherche nach, bisher noch nie in HD-Qualität auf einer Kinoleinwand gezeigt.

Beim Dreh war mein primäres Ziel, das Spiel der Laien- und Profi-Darsteller unsichtbar, real und authentisch werden zu lassen. Alles andere habe ich diesem Ziel untergeordnet. Unmittelbar vor dem Dreh habe ich weder mit den Darstellern, noch mit den Laien geprobt, weil mich oft der erste, unverbrauchte Moment interessiert. Beim Dreh sind wir dem Drehbuch gefolgt, haben aber jeden Impuls, jede spontane Idee für Improvisation verfolgt.

Mir war wichtig, dass die Darsteller den Dialog nie so sprechen, wie er im Drehbuch steht. Sie sollten es auf ihre eigene Weise tun, sie selbst sein. Diese Arbeitsweise wirkt sich auf jedes Department aus. Damit ein freies Bewegen der Personen im Raum möglich war, hat mein Kameramann die Spielorte 360 Grad eingeleuchtet; die Szenenbildner haben ein komplett eingerichtetes Wohnhaus kreiert, das sich die Darsteller vor dem Dreh zu eigen machen konnten. Orte, die sie vor den Szenen nicht betreten haben, wurden vorher nicht betreten. Menschen, die sie nie getroffen haben, wurden vor dem Dreh nicht getroffen.

"24 WOCHEN" soll sich selbst erlauben in seiner Intensität und Härte offen zu sprechen. Ich versuche, in minutiöser Genauigkeit, Direktheit und Wucht zu erzählen. Denn auch das gehört in letzter Konsequenz zur Realität. Das Drehbuch sah ich als Skizze, als leere Hülle, die ich in der Inszenierung zusammen mit den Darstellern gefüllt habe. Mich interessieren die wahren, realen Momente, da wo etwas im Spiel der Laien und Darsteller entsteht, da wo sie elektrisiert, instinktiv, ja primitiv sind. Ich füttere sie mit Überraschungen, sobald es bequem für sie wurde, empfand ich es als fad und unbrauchbar für unseren Film.

Letztlich beschreibt unser Film das Spannungsfeld, in dem sich nicht nur Familien, sondern auch der Gesetzgeber positionieren muss. Er stellt das Recht auf Selbstbestimmung der Frau dem Recht auf Leben des ungeborenen Kindes gegenüber. Astrid ist eine starke Frau, die auf alles eine Antwort weiß. So wie die Frauen, die ich bei meiner Recherche kennen gelernt habe, werfe ich sie in eine Situation, in der es keine klare Antwort mehr gibt. Auch die Zuschauer, die für sich entschieden haben, dass sie Abtreibungen ablehnen, sollen einer Frau emotional folgen, die genau das tut, was sie möglicherweise verteufeln. Es ist eine Extremsituation, die zu einer extremen Entscheidung führt.

Meiner Erfahrung nach entscheiden die meisten Frauen anders, als sie im Vorfeld, aus dem "Trockenen" heraus, prognostiziert haben. Dieser Fakt interessiert mich, denn, wie Hebamme Yvonne vor der Abtreibung zu Astrid sagt: "Diese Entscheidung können wir nur treffen, wenn wir sie treffen müssen." Astrid und Markus gehen von Arzt zu Arzt, von Untersuchung zu Untersuchung, sind in einer Maschinerie, in einem System gefangen. Sie durchlaufen ein vom Staat konstruiertes Auffangbecken und sind trotzdem allein, denn diese schwierige Entscheidung kann ihnen niemand abnehmen. Astrid schaut uns, den Zuschauern, manchmal in die Augen, sie schaut uns an und fragt uns: Was würdest du machen?

Biografie der Regisseurin Anne Zohra Berrached

Anne Zohra Berrached wurde im thüringischen Erfurt als Tochter einer Zahntechnikerin und eines algerischen Restaurantbesitzers geboren. Nach ihrem Abschluss als Diplom-Sozialpädagogin in Frankfurt am Main arbeitete sie zwei Jahre lang als Theaterpädagogin in London. Ihr erster Kurzfilm "Der Pausenclown" wurde im WDR ausgestrahlt und eröffnete ihr den Weg an die Filmhochschule. Ab 2009 studierte sie Regie an der Filmakademie Baden- Württemberg. Bereits im dritten Jahr ihrer Studienzeit entstand ihr erster fiktionaler Langfilm "Zwei Mütter", der 2013 auf der 63. Berlinale seine Welturaufführung feierte. Er wurde in fünf Ländern auf DVD ausgewertet, erhielt den First-Steps-No-Fear-Award und den Preis der Berlinale-Sektion "Perspektive Deutsches Kino".

Ihr zweiter Langfilm "24 WOCHEN" feierte seine Weltpremiere als einziger deutscher Beitrag im Wettbewerb der Berlinale 2016 und kam in 16 Ländern in die Kinos. Anne Zohra Berrached erhielt für ihre Arbeit an "24 WOCHEN" unter anderem. vier Regie- und drei Drehbuchpreise und den Deutschen Filmpreis in Silber. 2017 inszenierte sie einen "Tatort" "Der Fall Holdt" mit Maria Furtwängler lehnte sich an einen unaufgeklärten realen Fall an.

Zum Thema Abtreibung in Deutschland

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland grundsätzlich rechtswidrig, bleibt aber unter bestimmten Voraussetzungen straffrei (Paragraf 218 a Abs. 1, Paragraf 219 StGB). Folgt die Frau der sogenannten Beratungsregelung, ist es möglich, die Schwangerschaft innerhalb von zwölf Wochen nach der Empfängnis abzubrechen. Eine Abtreibung nach der zwölften Schwangerschaftswoche ist nur dann legal, sofern eine medizinische oder kriminologische Indikation vorliegt. Unter diesen Voraussetzungen ist ein Abbruch der Schwangerschaft bis zur Geburt möglich. Eine medizinische Indikation ist dann gegeben, wenn Lebensgefahr oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen und seelischen Gesundheitszustands der Schwangeren besteht (Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Es gilt die Annahme, dass Fehlbildungen beim Ungeborenen möglicherweise derartige Auswirkungen auf das Leben der werdenden Mutter haben. In solchen Fällen ist daher ein legaler Abbruch der Schwangerschaft möglich. Im Gesetz wird dabei stets nur "die Schwangere" erwähnt; sie trägt das Kind aus, und nur sie kann entscheiden.

Von einer Spätabtreibung spricht man in der Regel bei einem Abbruch der Schwangerschaft nach der 22. Woche. Die Zahl der Spätabtreibungen in Deutschland nimmt jährlich zu (zwischen 2007 und 2014 gab es eine Steigerung um 255 Prozent. Quelle: Statistisches Bundesamt). Dies hängt unter anderem mit dem wissenschaftlichen Fortschritt zusammen: Immer neue Diagnoseverfahren vermitteln den Eltern scheinbare Sicherheit. Doch was passiert, wenn der Fall eintritt, den sich niemand wünscht? Zahlreiche Fehlbildungen kann man inzwischen diagnostizieren: Trisomie 21 (Down-Syndrom) und Spina Bifida (offener Rücken) gehören zu den bekanntesten. Einige Fehlbildungen sind heutzutage therapierbar, doch die meisten Diagnosen bleiben endgültig. Schnell sind die Eltern mit Zahlen, Fakten, Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten konfrontiert.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon 06131 – 70-12145, und über https://presseportal.zdf.de/presse/24wochen 

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