Abenteuer Weltumseglung

Ein Paar, sein Boot und das Meer

Vor rund sechs Monaten sind Johannes Erdmann und Cati Trapp aufgebrochen, um die Welt mit ihrem Boot zu entdecken und zu umkreisen. Mittlerweile sind die Fahrtensegler mit ihrer "Maverick too" in der Karibik unterwegs, mindestens zwei Jahre haben sie für ihre globale Tour eingeplant. Wie es den beiden Weltumseglern zum Start auf der Nordsee und bei der Überquerung des Atlantiks erging, das veranschaulicht am Ostersonntag die ZDFinfo-Doku "Abenteuer Weltumseglung – Ein Paar, sein Boot und das Meer".

  • ZDF info, Ostersonntag, 5. April 2015, 8.30 Uhr

    Texte

    Abenteuer Weltumseglung: Ein Paar, sein Boot und das Meer 

    Ein junges Paar, ein altes Segelboot und ein großes Abenteuer: Johannes Erdmann und Cati Trapp sind vor einem halben Jahr in See gestochen. Ihr Ziel: Einmal um die Welt. Geschätzte Reisezeit: zwei bis drei Jahre. Die Nordsee haben sie bereits bewältigt, den Atlantik überquert, derzeit schippern sie durch die Karibik.

    Auf ihrer langen Reise führen Johannes Erdmann und Cati Trapp ein Videotagebuch und beschreiben so ihre Erlebnisse und Abenteuer auf See und an Land. Auch das Zusammenleben an Bord rückt in den Fokus. Die beiden Weltumsegler dokumentieren darüber hinaus fortlaufend ihre persönliche Entwicklung während der Reise.

    Die 45-minütige Dokumentation von Arne Schröder schildert das erste halbe Jahr auf See.

    Sendetermine von "Abenteuer Weltumseglung" in ZDFinfo
    Sonntag, 5. April 2015, 8.30 Uhr
    Sonntag, 26. April 2015, 7.45 Uhr
    Donnerstag, 7. Mai 2015, 7.45 Uhr

    "Die Freiheit auf dem Meer ist die große Faszination unserer Weltumseglung"
    Interview mit dem Segler-Paar Johannes Erdmann und Cati Trapp 

    Seit sechs Monaten sind Sie nun unterwegs. Wo erreichen wir Sie gerade und wie ist die Stimmung an Bord?

    Johannes Erdmann: Wir haben vorgestern Grenada verlassen, ankerten eine Nacht auf einer unbewohnten Insel, sind jetzt in den Grenadinen und nehmen Kurs Richtung Antigua. Wir kommen nun in immer reizvollere exotische Gegenden.

    Ist die jetzige Reise zu zweit auf See rund um die Welt die Erfüllung eines Lebenstraums oder nur eines von mehreren Abenteuern, die Sie noch realisieren wollen?

    Johannes Erdmann: Mit 19 Jahren habe ich mir zum ersten Mal den Traum einer einjährigen Segelreise erfüllt. 2005/2006 bin ich direkt nach dem Abitur mit dem Familiensegelboot allein über den Atlantik gesegelt. Kurz darauf wollte ich schon wieder losfahren, doch es kam einiges dazwischen – das Boot musste repariert, das Haus renoviert werden. Aber jetzt sind wir wieder unterwegs – und das ist natürlich ein Traum! Diesmal ging es nicht von Lissabon los, wie bei meiner ersten Atlantik-Überquerung, sondern direkt von zu Hause. Jetzt wollen wir mindestens zwei Jahre unterwegs sein.

    Wie haben Sie die bisherigen Monate auf See erlebt?

    Cati Trapp: Am Anfang war es sehr hart, da ich erst einmal seekrank wurde. Doch derzeit ist es wunderschön. Wir können vor dem Frühstück schwimmen, die Karibik ist fantastisch und auch das Reisen mit dem Boot finde ich mittlerweile großartig, da wir überall dort hinkommen, wo uns eine Flugreise sicher nicht hingeführt hätte.

    Gab es denn Momente auf See, wo Sie ein bisschen Sorge hatten, ob das alles gut geht?

    Cati Trapp: Gleich zu Beginn auf der Nordsee war es etwas beängstigend, wenn das Boot im Wellengang geknackt hat – auch die Biskaya hat solche Momente bereitgehalten.

    Sie sagten vor der Reise, dass Sie befürchten, an Deck nur Dekoration zu sein. Haben Sie nun in den ersten sechs Monaten bereits an Segelerfahrung hinzugewonnen, so dass Sie auch Akteurin an Deck sind?

    Cati Trapp: Ich kann schon sehr viel mehr an Bord mithelfen, als in den Anfangstagen. Da hat sich seit der Abfahrt sehr viel entwickelt, jeden Tag konnte ich Neues hinzulernen.

    Und woher resultiert bei Ihnen die große Segelleidenschaft?

    Johannes Erdmann: Bereits als Kind habe ich bei meinem Onkel im Keller "Yacht"-Hefte gefunden und mich da reingelesen. Mit zehn Jahren begann ich, mit einer Art Seifenkiste auf unserem heimischen See herumzudümpeln. Die Boote sind dann immer größer geworden und es hat sich das Ozean-Segeln daraus ergeben.

    Wie kam es, dass Sie die Leidenschaft zum Beruf machen konnten und Redakteur bei der Zeitschrift "Yacht" wurden?

    Johannes Erdmann: Nach meiner ersten Reise habe ich das Buch "Allein über den Atlantik – Mein Abenteuer mit Maverick" geschrieben. Das hat sich für ein Segelbuch gut verkauft. So kam der Kontakt zur Zeitschrift "Yacht" zustande, bei der ich erst ein Praktikum absolvierte, aus dem sich dann ein Volontariat entwickelte. Dort bin ich dann als Redakteur geblieben.

    Und wie wurde Arne Schröder auf Sie aufmerksam, der nun für ZDFinfo den Film "Abenteuer Weltumseglung – Ein Paar, sein Boot und das Meer" realisierte?

    Johannes Erdmann: Mein Bürokollege ist der Nachbar des Filmregisseurs und erzählte ihm von unseren Plänen – so kam der Kontakt zustande. Das Filmteam hat uns bei den Vorbereitungen und vor der Abfahrt mit der Kamera begleitet und ist dann später immer mal wieder an Bord gekommen, wenn wir in bestimmten Gegenden geankert haben. Die Filmemacher begleiteten uns vor allem bei den Land-Exkursionen, die Bilder auf See haben wir dann selbst gemacht: Wir sind dafür mit drei normalen Kameras und drei Unterwasserkameras gut ausgestattet. Und gerade hier in der Karibik macht das Tauchen mit Kamera richtig Spaß.

    Treffen Sie auf Ihrer Route denn auch andere Weltumsegler? Wie viele verwirklichen sich diesen Traum?

    Cati Trapp: Es kann schon mal passieren, dass man mit 100 Yachten in der Bucht liegt. Hier in der Karibik treffen wir auf viele Aussteiger aus Amerika, die solche Touren machen. Aber es sind wenige in unserem Alter, die meisten sind doch eher jenseits der 60.

    Was macht für Sie die Faszination des Segelns vor allem aus?

    Johannes Erdmann: Das Fahrten-Segeln, das wir hier machen, ist ideal, um See, Land und Leute auf eine andere Weise kennenzulernen, als das sonst der Fall wäre. Am Meer fasziniert mich ansonsten die Freiheit. Wir wussten zum Beispiel noch nicht, wohin wir Kurs nehmen sollten, als wir den Atlantik erreichten – ob eher Richtung Brasilien oder doch in die Karibik. Wir bunkerten unseren Kahn für eineinhalb Monate mit Lebensmitteln voll und machten uns als Selbstversorger auf den Weg über den Atlantik. Dank eines Windgenerators an Bord, der Strom erzeugt, können wir lange unterwegs sein, ohne an Land zu müssen – auch das ist Teil der Freiheit.

    Cati Trapp: Für mich war es besonders faszinierend, herauszufinden, was ich selbst auf See leisten kann. Wie gehe ich mit den Verhältnissen um, die ich nicht beeinflussen kann: den Wellen und das Wetter. Wie reagiere ich, wenn ich so lange unterwegs bin, ohne dass Land in Sicht ist. Eine sehr spannende Erfahrung.

    Was würden Sie denn den Zuschauern der Dokumentation antworten, wenn diese fragen, wie man es schafft, seinen Lebenstraum auch wirklich mal umzusetzen?

    Johannes Erdmann: Es ist wichtig, sich einen festen Termin dafür zu setzen. Es gibt viele Segler, die an ihrem Boot basteln und es perfektionieren wollen, dabei aber immer wieder den Start verschieben. Wir haben unseren Backofen in England installiert und die Ankerwinde in Spanien – wichtig war, dass wir erst einmal losgefahren sind.

    Cati Trapp: Der richtige Zeitpunkt, sich seinen Traum zu erfüllen, wird möglicherweise nie zu bestimmen sein – immer könnte etwas dagegen sprechen. Es kommt also darauf an, das große Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

    Und was bedeutet es für das Miteinander, wenn man so lange zu zweit auf See ist?

    Cati Trapp: Manches kocht schneller hoch als zu Hause – man kann sich ja nur schwer aus dem Weg gehen. Aber bis jetzt funktioniert es ganz gut mit uns – es ist nicht schlimmer als zu Hause.

    Mit Johannes Erdmann und Cati Trapp sprach Thomas Hagedorn.

    Biografische Angaben zu den Weltumseglern

    Johannes Erdmann (Jahrgang 1985) arbeitet als Redakteur für das Segelmagazin "Yacht" in Hamburg, wenn er nicht gerade die Welt umsegelt.

    Cati Trapp (Jahrgang 1986) arbeitete als Projektmanagerin auf der Arche Noah und als Praktikantin im Delius-Klasing-Verlag und wollte eigentlich nie ein Fuß auf ein Segelboot setzen.

    Über ihre Weltumseglung berichten Johannes Erdmann und Cati Trapp auch unter www.zu-zweit-auf-see.de

    Infos zu ZDFinfo 

    Am 5. September 2011 vollzog ZDFinfo seinen Neustart mit der crossmedialen Ausrichtung auf die Themenfelder Zeitgeschichte, Politik, Wissen und Service. Seitdem steigerte das neuprofilierte Angebot seinen Marktanteil kontinuierlich – auf mittlerweile knapp ein Prozent. Der junge und erfolgreiche Digitalsender legt seinen Schwerpunkt auf zeitgeschichtliche Dokumentationen und bietet seinem Publikum die nachgefragten Hardfacts auf allen verfügbaren Wegen an – über das Fernsehprogramm ebenso wie über online und Social Media. ZDFinfo, vor über drei Jahren als "Fernsehen zum Mitreden" neu durchgestartet, schlägt mit dieser konsequenten crossmedialen Ausrichtung den Weg zum "betreuten Fernsehen" ein.

    2014 hat ZDFinfo so viele Zuschauer erreicht wie nie zuvor: Bei den Zuschauern gesamt und bei den 14- bis 49-Jährigen hat der Digitalkanal seinen Marktanteil auf 0,9 Prozent gesteigert. Im Digitalmarkt ist ZDFinfo bei den jüngeren Zuschauern der erfolgreichste öffentlich-rechtliche Digitalkanal. Bezogen auf die Haushalte mit digitaler Fernsehnutzung erreichte er im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 1,2 Prozent bei allen Zuschauern und auch bei den 14- bis 49-Jährigen. Täglich schalteten 2,69 Millionen Zuschauer das Programm mit Fokus auf Zeitgeschichte, Politik, Wissen und Service ein.

    Künftig will ZDFinfo parallel zu seinen Sendungen verstärkt auf die Social-Media-Kommunikation setzen. Die Zuschauer sollen sich vor, während oder im Anschluss an Fernsehprogramme des Digitalkanals in sozialen Netzwerken oder entsprechenden Plattformen über die Programminhalte informieren und austauschen können.  

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