Bitte beachten Sie: Am Dienstag, 12. Juli 2022, finden ganztägig Wartungsarbeiten statt. In dieser Zeit werden die Presseportalinhalte nicht zur Verfügung stehen.

Ägypten – Welt der Pharaonen

Achtteilige Dokureihe

Vor rund 5000 Jahren entsteht am Nil eines der größten und mächtigsten Reiche der Geschichte: das alte Ägypten. Die Dokureihe verfolgt die Geschichte des alten Ägypten über 3000 Jahre von den ersten Siedlungen am Nil bis zur Zeit Kleopatras, der letzten Pharaonin. Jede Folge beleuchtet einen Aspekt dieser faszinierenden Kultur: Die Lebensader Nil, die Götter und Könige, die großen Metropolen, ihr Totenkult, die Pyramiden, die Frauen des alten Ägypten, die Kriege der Ägypter und schließlich der Untergang der ersten Hochkultur.

  • ZDF info, Sonntag, 10. Juli 2022, ab 18.45 Uhr, acht Folgen
  • ZDF Mediathek, ab 26. Juni 2022, 5.00 Uhr, alle Folgen, zwei Jahre lang

Texte

Über die Reihe

Vor rund 5000 Jahren entsteht am Nil eines der größten und mächtigsten Reiche der Geschichte: Das alte Ägypten. Bis heute gilt es als fremd und rätselhaft. In acht Episoden zeigt die Reihe die einzigartigen Leistungen der Ägypter im Staatswesen, in Kultur und Gesellschaft. Internationale Wissenschaftler und Forscher entschlüsseln die faszinierenden Facetten dieser Hochkultur. Wie konnte sie über rekordverdächtige 3000 Jahre bestehen? Was war das Erfolgsgeheimnis der Menschen am Nil?

Die Dokureihe verfolgt die Geschichte des alten Ägypten von den ersten Siedlungen am Nil bis zur Zeit Kleopatras, der letzten Pharaonin. Über 3000 Jahre hat der erste Territorialstaat der Geschichte Bestand – länger als jede heute existierende Nation. Dennoch teilen auch immer wieder Krisen das Reich und sorgen für Chaos. Diese Phasen sind es, vor denen die Menschen am Nil die meiste Angst haben. Denn sie wissen, nur Ordnung und Beständigkeit führen zu Blütezeiten. Ihre vielseitige Kultur gibt den Ägyptern eine Identität, ein Einheitsbewusstsein.

Jede Folge der Reihe beleuchtet einen Aspekt dieser faszinierenden Kultur, die die Beständigkeit Ägyptens über drei Jahrtausende sichert, bevor sie in einem einmaligen Schlussakt untergeht. Die Lebensader Nil, die Götter und Könige, die großen Metropolen, ihr Totenkult, die Pyramiden, die Frauen des alten Ägypten, die Kriege der Ägypter und schließlich der Untergang der ersten Hochkultur.

Ein Team internationaler Experten ordnet Ereignisse und Entwicklungen der ägyptischen Geschichte ein. Ägyptologen, Historiker und Mediziner geben Einblicke in die Gesellschaft der alten Ägypter. Sie erklären verständlich und präzise die ägyptischen Vorstellungswelten und verraten die Tricks von der Erschaffung perfekter Mumien über die Planung antiker Mega-Citys bis hin zu den neuesten Erkenntnissen über den Pyramidenbau. Flugaufnahmen und dokumentarische Bilder werden ergänzt durch moderne 2-D-Erklärgrafiken, Reenactments und Graphic Novels. 

Sendetitel und -termine

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 18.45 Uhr
ZDFmediathek: ab 26. Juni 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang
Ägypten – Welt der Pharaonen: Lebensader Nil (1/8)
Film von Sahar Eslah, Daniel Sich und Martin Becker

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 19.30 Uhr
ZDFmediathek: ab 26. Juni 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang
Ägypten – Welt der Pharaonen: Götter und Könige (2/8)
Film von Christian Feyerabend und Martin Becker

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 20.15 Uhr
ZDFmediathek: ab 26. Juni 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang
Ägypten – Welt der Pharaonen: Metropolen (3/8)
Film von Martin Carazo Mendez, Daniel Sich und Martin Becker

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 21.00 Uhr
ZDFmediathek: ab 26. Juni 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang
Ägypten – Welt der Pharaonen: Totenkult (4/8)
Film  von Martin Becker und Martin Tönnessen

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 21.45 Uhr
ZDFmediathek: ab 26. Juni 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang
Ägypten – Welt der Pharaonen: Pyramiden (5/8)
Film von Sabine Klauser, Daniel Sich, Cornelia Stier und Martin Becker

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 22.30 Uhr
ZDFmediathek: ab 26. Juni 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang
Ägypten – Welt der Pharaonen: Frauen und Macht (6/8)
Film von Cornelia Stier und Martin Becker

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 23.15 Uhr
ZDFmediathek: ab 26. Juni 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang
Ägypten – Welt der Pharaonen: Kriege (7/8)
Film von Alexander Hogh und Martin Becker

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 24.00 Uhr
ZDFmediathek: ab 26. Juni 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang
Ägypten – Welt der Pharaonen: Untergang (8/8)
Film von Alexander Hogh und Martin Becker 

Stabliste

AutorInnen und Autoren
Daniel Sich, Sahar Eslah, Christian Feyerabend, Martin Becker, Martin Carazo Mendez, Martin Tönnessen, Sabine Klauser, Cornelia Stier, Alexander Hogh
Regie
Martin Becker, Leonard Claus, Sarah Vianney
Kamera
Adnane Korchyou, Ole Jürgens, Joachim Seck, Patrick Boyle, Bassem El-Kashef, Simon Guy Fässler, Jonas Sichert, Fabian Spuck, Nino Leitner
Ton
Moritz Herberg, Lucie Westbrock, Ryan Harrison, Simone Hartmann, Elias Lindermann, Mourad Keller, Elmar Bernhard
Schnitt
Rafal Bujoczek, Alina Krischke, Marie Wilbers , Andreas Wüstefeld
Producer
Martin Becker
Executive Producer
Daniel Sich
Produzent
Alexander Hesse
Redaktion
Annette Harlfinger (ZDFinfo), Markus B. Goldschmitt (ZDFinfo), Dr. Nikolas Hülbusch (ZDF Studios)

Eine Produktion der Gruppe 5 Filmproduktion im Auftrag von ZDFinfo. In Zusammenarbeit mit ZDF Studios

Kurzinhalt der Folgen 

ZDFinfo: Sonntag, 10 Juli 2022, 18.45 Uhr
Ägypten – Welt der Pharaonen: Lebensader Nil (1/8)

Der Nil – die Lebensader Ägyptens. Er verwandelt trockene Böden in fruchtbares Ackerland. Aus seinem Schlamm entstehen Häuser und Siedlungen. Ohne ihn wäre Ägypten wohl nichts als Wüste.
Vor rund 7000 Jahren werden Nomaden am Nil sesshaft. Hier betreiben sie Ackerbau und Viehzucht. Die Basis für die erste Hochkultur des Mittelmeerraumes. An den Ufern des Nils entwickelt sich eine Verwaltung; der Beruf des Beamten und die Hieroglyphenschrift entstehen.

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 19.30 Uhr
Ägypten – Welt der Pharaonen: Götter und Könige (2/8)

Götter und Könige beherrschen das alte Ägypten. Sie sind allgegenwärtig, führen das Land zu ungeahnter Größe und in tiefe Krisen – und hinterlassen ein Erbe, das bis in unsere Zeit reicht.
Etwa 3000 vor Christus schaffen die Ägypter den ersten Nationalstaat der Geschichte. Ein Großreich am Nil, das nur durch die gerechte Herrschaft des Pharaos und den Glauben an eine gemeinsame Götterwelt zusammengehalten werden kann.
 

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 20.15 Uhr
Ägypten – Welt der Pharaonen Metropolen (3/8)

In Ägypten entstehen einige der ältesten und größten Städte der Menschheit. Eine urbane Revolution – lange übersehen, denn die meisten Siedlungsspuren sind heute nahezu verschwunden.
Doch die Forschung gewinnt immer tiefere Einblicke in das städtische Leben und die Wohnkultur im alten Ägypten. Von Memphis und Theben am Nil bis nach Alexandria am Mittelmeer – die Ägypter sind Pioniere moderner Stadtplanung und setzen über 3000 Jahre lang Maßstäbe.

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 21.00 Uhr
Ägypten – Welt der Pharaonen: Totenkult (4/8)

Der Totenkult ist von enormer Bedeutung für die alten Ägypter. Die Vorstellung von einem Leben nach dem Tod inspiriert sie zu herausragenden Leistungen – und gibt noch heute Einblick in ihre Welt.
Über Jahrtausende entwickeln die Ägypter eine Technik, ihre Verstorbenen perfekt zu konservieren. Dadurch halten sie ihre Geschichte bis heute lebendig. Ihre Toten offenbaren Gefühlswelten, verraten alte Handelswege und helfen dabei, Mordfälle zu rekonstruieren.
 

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 21.45 Uhr
Ägypten – Welt der Pharaonen: Pyramiden (5/8)

Pyramiden sind die Ikonen des alten Ägypten. Mit ihren riesigen Gräbern haben Ägypter Monumente für die Ewigkeit geschaffen – und sind dadurch am Ende tatsächlich unsterblich geworden.
Es sind die ältesten Monumentalbauten der Menschheit. Forscher entschlüsseln heute immer mehr ihrer Geheimnisse. So waren es nicht Sklaven, sondern Arbeiter aus ganz Ägypten, die an den Pyramiden bauten. Und damit trugen sie zur Bildung des ersten Nationalstaats bei.
 

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 22.30 Uhr
Ägypten – Welt der Pharaonen Frauen und Macht (6/8)

Kleopatra, Nofretete und Hatschepsut – die Geschichte des alten Ägypten ist auch eine Geschichte der Frauen. Bereits vor 4500 Jahren regiert die erste Frau allein über das Reich am Nil.
Ob als Königinnen, Beamtinnen, Händlerinnen oder Ärztinnen: Frauen haben viele Möglichkeiten, sich im alten Ägypten zu verwirklichen. Sie genießen eine Form der Gleichberechtigung, die in der antiken Welt ihresgleichen sucht.

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 23.15 Uhr
Ägypten – Welt der Pharaonen Kriege (7/8)

In seiner langen Geschichte führt Ägypten viele Kriege. Teils, um neue Länder zu erobern, teils, um Angriffe von außen abzuwehren. Oberster Kriegsherr und Garant für den Sieg ist der Pharao.
An drei Hauptfronten kämpft das Reich: im Süden gegen die Nubier, im Westen gegen die Libyer und im Osten gegen die Hyksos, später gegen Hethiter, die Seevölker und andere. Die Pharaonen setzen aber auch auf diplomatische Mittel, um die ägyptischen Interessen zu wahren.

ZDFinfo: Sonntag, 10. Juli 2022, 24.00 Uhr
Ägypten – Welt der Pharaonen Untergang (8/8)

Die makedonisch-griechische Dynastie der Ptolemäer steht für die letzte Blütezeit des alten Ägypten. Sie steht aber auch für den Untergang des Reiches am Nil nach 3000 Jahren Geschichte.
Ein General Alexander des Großen gründet die Dynastie, die eine griechisch-ägyptische Synthese anstrebt. Unter den Ptolemäern wird Alexandria zum Bildungszentrum der antiken Welt. Doch den Niedergang von Dynastie und Reich kann selbst Kleopatra nicht aufhalten.

Produktionsnotiz von Producer Martin Becker

Das alte Ägypten. Bis heute gilt es als fremd und rätselhaft. Seine 3000-jährige Geschichte in einer umfassenden Dokumentationsreihe zu entschlüsseln, ist daher keine alltägliche Aufgabe. Ein Team von neun Autorinnen und Autoren der Gruppe 5 Filmproduktion stellte sich dieser Herausforderung und geht in acht Folgen der Frage nach: Was ist das Erfolgsgeheimnis der ägyptischen Kultur, das sie über rekordverdächtige 3000 Jahre bestehen ließ? 

Die Reihe setzt dabei auf einen modernen Erzählansatz mit aufwendigen CGI-Elementen. Graphic Novels hauchen der Welt von Imhotep, Nofretete und Kleopatra neues Leben ein. Zentrales wiederkehrendes Grafikelement sind innovative Zeittunnel. Als animierter Flug durch Raum und Zeit bieten sie dem Publikum Orientierungspunkte in der wechselvollen Geschichte der ägyptischen Hochkultur. Informative 2D-Grafiken machen Glaubensvorstellungen, Techniken oder Taktiken verständlich.

Dokumentarisch wurde für "Ägypten – Welt der Pharaonen" in vier Ländern auf zwei Kontinenten gedreht. Mehr als 13.000 Kilometer legten die Drehteams dabei zurück, um an mehr als 35 Orten Aufnahmen zu machen. Erstmals konnte dabei im neu eröffneten National Museum of Egyptian Civilization gefilmt werden – seit April 2021 die neue Heimat für 22 königliche Mumien. Trotz teils massiver Einschränkungen durch die allgegenwärtigen Coronamaßnahmen sind einzigartige Aufnahmen gelungen. Von rund 5000 Jahre alten Grabkammern tief unter der Erde bis zu atemberaubenden Drohnenbildern hoch über den Pyramiden. 16 Interviewpartnerinnen und
-partner aus Deutschland, Ägypten, England, den USA und der Schweiz geben Einblicke in ihre Forschung und räumen auf mit überholten Narrativen. So gewährte Prof. Regine Schulz tiefe Einblicke in die Glaubenswelt der alten Ägypterinnen und Ägypter, enthüllte Prof. Tarek Tawfik die neuesten Erkenntnisse zur Entstehung der Stufenpyramide in Sakkara und entschlüsselte Prof. Salima Ikram die dunklen Geheimnisse eines uralten Soldatengrabes in Deir el-Bahari.

 O-Töne von Expertinnen und Experten

Über die Bedeutung des Nilschlamms
Prof. Dr. Salima Ikram
, Ägyptologin und Archäologin an der amerikanischen Universität in Kairo:
"Es war der Schlamm von Ägypten der das Überleben gesichert hat. Denn damit konnte man Töpfe machen. Man konnte damit Lehmziegel herstellen und Häuser bauen. Man konnte damit Paläste bauen und Verteidigungsmauern. Der Schlamm Ägyptens ist also wirklich das, womit Ägypten aufgebaut wurde. Das zeigt auch die altägyptische Bezeichnung 'Kemet', was so viel bedeutet wie 'schwarzes Land'. Und das liegt daran, dass die Farbe des Schlamms, der nach der Flut abgelagert wurde, so schwarz war. Und das hat Ägypten seinen Namen verliehen."

Über das besondere Staatsgefüge:
Prof. Dr. Tarek Sayed Tawfik, Ägyptologe an der Archäologischen Fakultät der Universität Kairo:
"Von Anbeginn an ist das alte Ägypten ein Nationalstaat, im Gegensatz zu den anderen Kulturen in der Region. Damals gab es fast nur Stadtstaaten wie Babylon in Mesopotamien. Ägypten war speziell, weil es ein Flächenstaat mit einem Volk war. Und das blieb es 31 Dynastien lang, für fast 3000 Jahre."

Über die Schöpfungsmythen
Prof. Dr. Salima Ikram
, Ägyptologin und Archäologin an der amerikanischen Universität in Kairo:
"Die alten Ägypter hatten mehrere Schöpfungsmythen. Später, als ganz Ägypten vereint war, hatten sie kein Problem damit, alles miteinander zu verbinden. Aber im Kern ging es darum, sich die Natur zu erklären. Interessant ist, vieles worüber sie 3000 vor Christus sprachen, gilt heute fast als hohe Wissenschaft. Die Vorstellung vom Urschleim etwa und dass alles Leben aus diesem Schlamm kommt. Und auch die Vorstellung, dass das Licht aus der Dunkelheit kam – nach einer Art Urknall, dem Big Bang."

Über die Leistungen in Sachen Infrastruktur
Dr. Mark Lehner
, Ägyptologe, Direktor und Präsident von Ancient Egypt Research Associates):
"Die Infrastruktur, die für den Bau dieser riesigen Pyramiden genutzt wurde, ist wie das Autobahnsystem der USA oder das Raumfahrtprogramm. Die gesamte Infrastruktur wurde nun für das ganze Land eingesetzt. Die Buchhaltung, die Koordination der verschiedenen Gouvernements. Es ist die Infrastruktur, die aus Ägypten eine hoch entwickelte Zivilisation macht und erhält." 

Über Totenkult und Wirtschaftslage
Prof. Dr. Regine Schulz
, Ägyptologin, Direktorin des Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim
"Die Vorbereitung auf den Tod spielte eine ungeheure Rolle im alten Ägypten. Auch wirtschaftlich. Es war ein ganz wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Aber man muss sich eines überlegen: Wie reich ist ein Land, wie gut geht es den Menschen in vielen Phasen des Landes, dass überhaupt ein Totenkult dieser Art möglich gewesen ist? Es ist sehr auffällig, dass es hier ein Land gibt, das sich einen Totenkult und einen Götterkult leisten konnte, der mit Sicherheit fast die Hälfte des gesamten wirtschaftlichen Vermögens des Landes aufbrauchte."

Über Frauen
Dr. Lubica Hudáková
, Ägyptologin, Universität Wien:
"Ein Erfolg im Beruf beschränkte sich längst nicht auf die Frauen der High Society. Auch Frauen aus niedrigeren Schichten können durchaus Karriere machen. Es war in der Zeit zum Beispiel üblich, dass die Frauen aus der Elite eine rein weibliche Dienerschaft hatten. Und diese Dienerinnen, diese Frauen verwalteten dann als 'Schatzmeisterinnen' oder 'Vorsteherinnen' die Güter ihrer Herrin."
 

Frauen und Macht - damals wie heute
von Filmautorin Cornelia Stier

Die Frauen im Alten Ägypten faszinierten schon ihre Zeitgenossen. In der sechsten Folge der Reihe "Ägypten – Welt der Pharaonen" stehen sie im Mittelpunkt. Es sind außergewöhnliche Persönlichkeiten, die über besondere Macht verfügten. Und ganz alltägliche Frauen, "Durchschnittsägypterinnen", die im oft harten Alltag "ihren Mann standen". Denn in Fragen der Gleichberechtigung waren die alten Ägypter ihrer Zeit weit voraus.

In Europa hinkte man dieser Entwicklung lange hinterher. So hat es in der deutschen Geschichte nie eine Frau bis auf den Kaiserthron geschafft. Oder in das Amt des Bundespräsidenten. Im alten Ägypten dagegen regierten Frauen auf Augenhöhe mit. Namhafte Herrscherinnen wie Nofrusobek oder Hatschepsut prägten mit ihrer Regierungskunst die Hochkultur am Nil. Andere bekleideten hohe administrative Ämter. Bemerkenswert fortschrittlich, wenn man bedenkt, dass erst vor wenigen Jahren mit Angela Merkel erstmals eine Frau ins Bundeskanzleramt einzog.

Im alten Ägypten genossen alle Frauen – Sklavinnen ausgenommen – bereits Rechte, die sich Frauen der Neuzeit erst mühevoll erkämpfen mussten, oder sogar noch müssen. So bezeugen alte Testamente, dass sie Besitz erwerben konnten, den sie selbstständig verwalteten. Der Blick auf die jüngere Vergangenheit macht deutlich, wie außergewöhnlich diese Rechte waren. Denn noch bis in die 1950er Jahre war es in Deutschland an der Tagesordnung, dass der Ehemann oder Vater das Vermögen einer Frau verwaltete. Ohne männliche Erlaubnis war es unmöglich, als Frau über eigenes Geld zu verfügen.

Der Film lenkt den Blick auf eine bis heute zu wenig beachtete Tatsache: dass im alten Ägypten nicht nur in der Architektur, Medizin oder Wissenschaft große Leistungen erbracht wurden, sondern auch bei der Gleichberechtigung der Frau großes bewegt wurde.

Chronologie

um 3100 v. Chr.
König Narmer vereint Ober- und Unterägypten zu einem Reich.

ab 2604 v. Chr.
Die drei großen Pyramiden von Gizeh entstehen.

um 2170 v. Chr.
Das alte Reich zerfällt und die erste Zwischenzeit beginnt.

1794/93 v. Chr.
Mit dem Tod Nefrusobeks, der ersten zweifelsfrei nachgewiesenen Alleinherrscherin Ägyptens, endet das Mittlere Reich.

1425 v. Chr.
Unter Thutmosis III. erreicht Ägypten zur Zeit des neuen Reichs seine größte Ausdehnung.

1323 v. Chr.
Tutanchamun stirbt und wird im Tal der Könige beigesetzt.

332 v. Chr.
Alexander der Große erobert Ägypten.

30 v. Chr.
Mit dem Tod Kleopatras VII. verliert Ägypten seine Unabhängigkeit und wird Teil des Römischen Reiches

Zusammenstellung nach Regine Schulz "Ägypten – Die Welt der Pharaonen" (1997) 

Weitere Informationen

Fotos: über 06131 – 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/aegyptenweltderpharaonen

Impressum

ZDF Hauptabteilung Kommunikation
Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2022 ZDF

Kontakt

Name: Dr. Birgit-Nicole Krebs
E-Mail: krebs.b@zdf.de
Telefon: (030) 2099 1096