Karl Marx und die kommunistische Idee. Foto: ZDF/Spiegel TV
Karl Marx und die kommunistische Idee. Foto: ZDF/Spiegel TV

Aufstieg und Fall des Kommunismus

Zwölfteilige Reihe

„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“. 1848 war dies im kommunistischen Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels zu lesen. Als dann vor 100 Jahren – in der Russischen Revolution – der Umsturz erfolgte, breitete sich die Macht des Kommunismus über die halbe Welt aus. Ein gutes Vierteljahrhundert nach dem Ende der Sowjetunion schildert eine neue zwölfteilige ZDFinfo-Doku-Reihe „Aufstieg und Fall des Kommunismus“.

  • ZDF info, Dienstag, 11. April 2017, 18.45 Uhr

Texte

Sendetermine und Stab

Freitag, 10. Februar 2017, 20.15 Uhr, ZDFinfo

Aufstieg und Fall des Kommunismus

Zwölfteilige Reihe

20.15 Uhr: Das Manifest
21.00 Uhr: Der Weg in die Revolution
21:45 Uhr: Revolution in Russland

 

Dienstag, 11. April 2017, 18.45 Uhr, ZDFinfo

Aufstieg und Fall des Kommunismus

18.45 Uhr: Das Manifest
19.30 Uhr: Der Weg in die Revolution
20:15 Uhr: Revolution in Russland
21:00 Uhr: Von der Revolution zum Terror
21:45 Uhr: Der große Terror
22.30 Uhr: Der Block

 

Filme von Michael Kloft

Produktion: Spiegel TV
Redaktion: Susanne Krause-Klinck, Christian Deick
Länge: jeweils 45 Minuten

 

Hinweis zu den weiteren Folgen

Nach den Folgen 1 bis 3, die am 10. Februar 2017 erstmals zu sehen sind, und den Folgen 4 bis 6, die am 11. April 2017 erstmals in ZDFinfo gesendet werden, geht es in diesem Dreier-Rhythmus in den Sommermonaten weiter, bevor im Herbst 2017 anlässlich von 100 Jahre Oktoberrevolution erstmals komplett alle zwölf Folgen in ZDFinfo präsent sind.

Aufstieg und Fall des Kommunismus

„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“ (Marx/Engels, 1848)

Kein Traum hat das 20. Jahrhundert so geprägt wie der von Karl Marx. Doch aus Lenins Revolution vor 100 Jahren wurde unter Stalin blanker Terror. Maos Propaganda hypnotisierte Milliarden Menschen im Osten, der Guerillakrieg des Che Guevara faszinierte den Westen. Seit am 26. Oktober 1917 in Russland der Umsturz gelang, breitete sich die Macht des Kommunismus über die halbe Welt aus. Der Krieg der Systeme beendete den sowjetischen Weg, doch der chinesische hatte Erfolg.

 

„Ein Aufbruch in ein Niemandsland der Geschichte“

Petrograd, 26. Oktober 1917: Eine Truppe von Bolschewiki stürmt das Winterpalais, den Regierungssitz Russlands. Mit der Parole „Jetzt oder nie“ hat Lenin, der Anführer der kommunistischen Partei, seine Anhänger motiviert, mit Waffengewalt nach der Macht zu greifen. Russland wird das erste Land, das nach den Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels zu einer klassenlosen Gesellschaft umgestaltet werden soll. Doch aus der menschenfreundlichen Vision wird binnen weniger Jahre ein System der Gewaltherrschaft. Die Auswirkungen der Russischen Revolution, die Lenins Revolutionäre ins Werk setzten, haben das 20. Jahrhundert geprägt wie kaum eine andere politische Umwälzung. Lenins Griff nach der Staatsmacht war, wie es der Historiker Gerd Koenen formuliert, „ein Aufbruch in ein Niemandsland der Geschichte“, aus dem es kein Zurück mehr gab.

100 Jahre nach der Oktoberrevolution widmet sich diese Dokumentarreihe der Geschichte des Kommunismus auf der Basis von fünf Fragen.

 

Fünf Ausgangsfragen:

Woher kam die Idee des Kommunismus?

Was machte sie so attraktiv für die Menschen?

Warum mündete sie in Terror und Unterdrückung?

Wieso brach sie schließlich zusammen?

Was ist angesichts der Krise des Kapitalismus von der Idee noch übrig?

 

Themen, Protagonisten, Zeitzeugen 

25 Jahre nach dem Untergang der Sowjetunion und dem lautlosen Zusammenbruch des Kommunismus in der westlichen Welt ist die Zeit gekommen, ohne ideologische Scheuklappen auf die historische Entwicklung der Idee und ihrer wichtigsten Protagonisten zu blicken – vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis heute.

Mit seltenem Archivmaterial, prominenten Zeitzeugen und weltberühmten Experten wagt die zwölfteilige Reihe den Versuch einer tiefgreifenden Analyse der Ideologie, die die Welt verändert hat: kein trockenes Seminar des Marxismus-Leninismus, sondern eine bildmächtige Erzählung von großen und kleinen Geschichten aus zwei Jahrhunderten. Die Gesichter des Kommunismus reichen von großen Frauen wie Rosa Luxemburg bis zu skrupellosen Männern wie Josef Stalin. Doch ohne die vielen Aktivisten, die sich im Kampf für eine gute Sache wähnten, wären sie nie der Macht nahegekommen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Ein Himmelreich auf Erden wollten sie für die Massen schaffen, doch der Albtraum des Gulag war die bittere Konsequenz.

War also die Geschichte des Kommunismus eine unaufhaltsame, logische Entwicklung von der Idee zum Scheitern oder kann es auch einen anderen Weg geben, die Ideen von Marx und Engels in eine neue Gesellschaftsform einzubringen, in der die Menschlichkeit an erster Stelle steht?

Das Team um Autor Michael Kloft hat Originalschauplätze der Geschichte des Kommunismus besucht, allen voran St. Petersburg und Moskau, aber auch das Grab von Karl Marx in London und Stalins Geburtsort Gori in Georgien. Auf Spurensuche nach den Auswirkungen des stalinistischen Terrors sind sie nach Albanien und bis nach Perm gereist, wo ein Lagerkomplex des Gulag erhalten geblieben ist. Um die gegenwärtige Verfassung der kommunistischen Idee zu untersuchen, waren sie auf Kuba und in Vietnam, haben mit dem Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Frankreichs über die Zukunft der Idee gesprochen und sich über die politische Lage in Portugal informiert, wo erstmals seit dem Untergang des sowjetischen Systems in Europa wieder eine kommunistische Partei Regierungspolitik macht.

Zu den Historikern, die in der Dokumentarreihe die Geschichte des Kommunismus analysieren, gehören der Londoner Russland-Experte Orlando Figes, der Frankfurter Kommunismus-Experte Gerd Koenen und Geschichtsprofessor Peter Brandt, Sohn von Willy Brandt.

Sahra Wagenknecht, die Fraktionsvorsitzende der Linken im Deutschen Bundestag, und der ehemalige Studentenführer Daniel Cohn-Bendit kommentieren wichtige Abschnitte der Geschichte des Kommunismus. Der polnische Arbeiterführer Lech Walesa, der russische Schriftsteller Daniil Granin, sowie der chinesische Dissident und Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Liao Yiwu, geben als Zeitzeugen Auskunft über ihre Erfahrungen mit dem kommunistischen System.

Folge 1: Das Manifest

Die Politisierung der Arbeiterschaft in ganz Europa ist nicht mehr aufzuhalten. Karl Marx liefert mit seinem Werk „Das Kapital“ 1867 die Grundlage für revolutionäre Bewegungen in ganz Europa.

Die Machtübernahme des Proletariats scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Doch der Aufstand der Pariser Kommune 1871 wird gewaltsam niedergeschlagen. Als Reaktion schließen sich die Arbeiterbewegungen in der „Internationale“ zusammen.

Ihr Kampflied wird weltweit zur Hymne. Als Marx 1883 in London stirbt, haben seine Ideen die Welt verändert.

Folge 2: Der Weg in die Revolution

Der britische Russland-Experte Orlando Figes erläutert die Hintergründe der wachsenden Revolutionsbewegung, die im Jahr 1905 zum Aufstand führt. 1902 ist London Hauptquartier der Revolutionäre.

1903 kommt es auf dem 2. Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands zu einer folgenschweren Abstimmung. Lenin fordert die Umgestaltung in eine revolutionäre Kaderpartei, die den Zaren stürzen soll. Er erringt eine Mehrheit.

Doch der erste Versuch, die Machtverhältnisse in St. Petersburg zu verändern, wird 1905 blutig niedergeschlagen.

Folge 3: Revolution in Russland

Zu Beginn des Jahres 1917 sind politische Umwälzungen in Russland nicht mehr aufzuhalten. Die Menschewiki übernehmen im Februar 1917 die Macht, der Zar dankt schließlich ab.

Lenin ist jetzt bereit, sich mit Hilfe der Deutschen nach Russland schleusen zu lassen. In Petrograd angekommen, verbündet sich der Revolutionär mit dem wichtigsten Redner der Sozialisten, Leo Trotzki.

Historiker Orlando Figes analysiert, warum erst die Zusammenarbeit der beiden die Oktoberrevolution möglich gemacht hat.

Folge 4: Von der Revolution zum Terror

Russland wurde das erste Land, das nach den Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels zu einer klassenlosen Gesellschaft umgestaltet werden sollte. Doch aus der menschenfreundlichen Vision wurde binnen weniger Jahre ein System der Gewaltherrschaft. Die Auswirkungen der Russischen Revolution, die Lenins Revolutionäre ins Werk setzten, haben das 20. Jahrhundert geprägt wie kaum eine andere politische Umwälzung.

Lenins Griff nach der Staatsmacht war, wie es der Historiker Gerd Koenen formuliert, „ein Aufbruch in ein Niemandsland der Geschichte“, aus dem es kein Zurück mehr gab.

Der erste Bericht der russischen Wochenschau über die Oktoberrevolution zeigte den Zarenpalast in St. Petersburg am Tag nach dem Putsch. Die Barrikaden waren noch nicht weggeräumt. Bolschewistische Regimenter und Rote Garden hielten alle strategischen Punkte in der Stadt besetzt. Lenin verkündete das Ende des alten Regimes und den Sieg der Revolution. Und er rief schließlich zur Weltrevolution auf. "Ich werde des Öfteren beschuldigt, in der Revolution mit Hilfe deutschen Geldes gesiegt zu haben", erklärte er auf einer Parteikonferenz. "Diese Tatsache habe ich nie geleugnet, noch tue ich das jetzt. Ich will jedoch hinzufügen, dass wir mit russischem Geld eine ähnliche Revolution in Deutschland inszenieren werden." In Berlin bot sich im November 1918 die Gelegenheit. Die deutschen Generäle mussten die Niederlage akzeptieren und baten um Waffenstillstand. Der Kaiser dankte ab, in Deutschland übernahmen Arbeiter- und Soldatenräte die Macht.

Folge 5: Der große Terror

Als der Sowjetführer 1924 starb, wurde sein Leichnam einbalsamiert. Noch heute stehen die Menschen an, um die sterblichen Überreste im Lenin-Mausoleum in Moskau zu bestaunen. Schon bei der Trauerfeier stand ein Mann im Mittelpunkt, der entschlossen war, die Nachfolge anzutreten: Josef Stalin. Er schaltete seine Konkurrenten aus, allen voran Leo Trotzki. Skurpellos setzte Stalin auf Gewalt.

Rasch musste der aus Georgien stammende Revolutionär erkennen, dass sein Imperium wirtschaftlich schwach und international isoliert war, sich also den Export der Revolutionsidee nicht länger leisten konnte. Seine Schlussfolgerung: Nur als mächtiger Industriestaat könne die Sowjetunion bestehen. Um dieses Ziel zu erreichen, so das Kalkül, müssten die Bauern unterworfen und ausgeplündert werden. 

Folge 6: Der Block

Während des Zweiten Weltkrieges bereiteten sich Funktionäre und Partisanenbewegungen in Europa auf die Zeit nach dem Sieg über die Nazis vor. Der kommunistische Block entstand.

Stalin war entschlossen, den bevorstehenden Zusammenbruch des Hitler-Imperiums auszunutzen, um große Teile des Kontinents unter seine Kontrolle zu bringen. In Polen standen 1944 die Kommunisten in Lublin bereit, in Albanien übernahm Enver Hodxa die Macht.

Hodxa vergötterte den Sowjetführer und imitierte sogar dessen Kleidung und Gesten. Opposition und selbst loyale Parteigänger wurden nach und nach eliminiert. In Frankreich scheiterte die Machtübernahme der Kommunisten am Widerstand von Charles de Gaulle. In Moskau bereiteten sich auch die deutschen Exilkommunisten auf die Rückkehr in ihre Heimat vor. Das demokratische Europa konnte wenig gegen die skrupellose Machtpolitik Stalins ausrichten. Dank der Absprachen zwischen Churchill, Truman und Stalin auf der Potsdamer Konferenz blieb der Einfluss der Sowjetunion in Frankreich und Griechenland gering.

„Wir wollen die große Linie von Marx bis heute ziehen“
Interview mit Filmautor Michael Kloft

Ist ein gutes Vierteljahrhundert nach Ende der Sowjetunion nun die Zeit gekommen, etwas entspannter auf die Geschichte des Kommunismus zu blicken?

Tatsächlich wollen wir gut 25 Jahre nach Ende der Sowjetunion aus der Perspektive des Historikers fragen: Wie hat sich aus der von Karl Marx und Friedrich Engels mitgestalteten Ideenwelt des 19. Jahrhunderts eigentlich der real existierende Sozialismus des 20. Jahrhunderts entwickelt? Zudem zeigt sich heute an politischen Parteien, die das Wort kommunistisch im Namen tragen und dennoch – wie etwa in Portugal – regierungsfähig sind, dass sich im Rahmen dieser antikapitalistischen Idee neue politische Mitgestaltung zu entwickeln scheint. Deswegen wollen wir in unser Reihe die große Linie von Marx bis heute ziehen – und das alles mit dem großen Bezugspunkt 1917.

Stichwort Oktoberrevolution 1917: Vor 100 Jahren übernahmen die kommunistischen Bolschwiki die Macht in Russland. Wie viel Raum nimmt dieses Ereignis in Ihrer Reihe ein und wie intensiv wird die Vorgeschichte erzählt?

Das Interessante sind die Kämpfe vorher – die Auseinandersetzungen inhaltlicher Art: Wie wird sich die Marx‘sche Vorstellung von der Geschichte verwirklichen lassen? Wird es eine Form von parlamentarischer Beteiligung geben, von Mitwirkung, von demokratisch legitimierter Machtübernahme des Proletariats? Oder wird es so werden, wie es Lenin in seiner Schrift „Was tun?“ von 1902 ausgearbeitet hatte? Eine kleine Gruppe von Aktivisten soll die Macht übernehmen und das Volk befreien – die Berufsrevolutionäre werden dann aber auch für das Volk regieren. Und genau das passiert 1917: Eine Partei bildet sich heraus, die besser als das Volk weiß, was das Volk braucht. Der anarchistische Denker Michail Bakunin hatte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts vorausgesagt, dass es genauso kommen werde, wenn man eine Diktatur des Proletariats ins Auge fasse. Diese ganze Vorgeschichte greift unsere Reihe auf – und die inhaltliche Diskussion erstreckt sich da nicht nur auf Russland, sondern nimmt etwa auch die Diskussion in der marxistisch orientierten deutschen Sozialdemokratie in den Blick. Und auch die Februarrevolution 1917 ist in diesem Zusammenhang wichtig – das war ja die demokratischere Revolution. Die Oktoberrevolution war dagegen eher ein Putsch, mit dem die Bolschewiki die Macht übernahmen, die ihnen vor den Füßen lag. Der Historiker Gerd Koenen nannte das den Punkt, an dem es kein Zurück mehr gab: Die Unterdrückung derer, die nicht mitmachten, nahm Fahrt auf.

Hatte sich demnach in der Oktoberrevolution die kommunistische Idee schon bloßgestellt? War da bereits der Weg vom Einparteiensystem, das die Klassengegensätze überwinden sollte, bis hin zu Stalins Schreckensherrschaft vorgezeichnet?

Das Auseinanderbrechen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands, die sich 1903 in Menschewiki und Bolschewiki spaltete, hatte ja bereits viel mit der Vorstellung einer Kaderpartei von Berufsrevolutionären zu tun. Wenn Lenin 1917 nicht an die Macht gekommen wäre, hätte möglicherweise die Menschewiki-Idee einer bürgerlichen Revolution weiter gewirkt, wonach der Bevölkerung die Führungsrolle zukommen sollte. Was nun die Frage nach der kommunistischen Idee in diesen Machtkämpfen betrifft: Selbst in der schlimmsten Zeit unter Stalin glaubten viele Menschen an die Idee einer besseren kommunistischen Welt. Und das wollen wir mit unserer Reihe zeigen: Wie die Menschen, die diese Ideale seit ihrer Jugend hatten, mit der Unterdrückung klargekommen sind? In unserer Reihe schildert der mittlerweile 97-jährige Schriftsteller Daniil Granin sehr eindrucksvoll die Atmosphäre der Angst, die damals in der Sowjetunion herrschte.

Die „Geschichte des Kommunismus“  wäre aber unvollständig, wenn es nur eine Geschichte der Sowjetunion wäre. Wo schauen Sie noch hin?

Natürlich nach Kuba und Nordkorea, nach Vietnam und vor allem auch auf die chinesische Form des Kommunismus, die ja in gewisser Hinsicht durchaus erfolgreich war. Wir haben aber auch in Albanien und Bulgarien gedreht – zum Beispiel auf einer Gedenkstätte für den Marxismus, die heute verrottet. Wir erzählen zudem die Geschichten einer österreichische Kommunistin, die in der Arbeiterjugend aufwuchs, oder eines jungen Schusters aus Frankfurt am Main, der sich von Jugend an für die kommunistische Idee begeisterte, obwohl er ihr zuliebe durch viele Leiden gehen musste. Unsere Reihe bietet also nicht nur die Top 20 der berühmtesten Kommunisten und der bekanntesten Ereignisse im Namen des Kommunismus, sondern berichtet auch über die kleinen Leute, die sich dieser Geschichte verschrieben haben.

Und was steuern Gesprächspartner wie Daniel Cohn-Bendit und Sahra Wagenknecht zu dieser Geschichtsreihe bei?

Daniel Cohn-Bendit hat sich in seiner Zeit als Studentenführer selbst als Marxist bezeichnet – er ordnet zum Beispiel den Stellenwert des Kommunismus in der 68er Bewegung ein. Und Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, ist schon deshalb eine interessante Gesprächspartnerin, weil sie die kommunistische Idee ja auch heute noch adaptiert sehen möchte. Aber wir haben für diese Reihe auch mit Lech Walesa gesprochen und lassen ihn noch einmal berichten, wie er in Polen zusammen mit der katholischen Kirche dem Kommunismus die Stirn bot. Wir sprechen mit kommunistischen Politikern in Portugal und mit dem Vorsitzenden der Kommunistischen Partei in Frankreich. Wir nähern uns dem Phänomen von allen Richtungen.

Zum Schluss kurz zusammengefasst: Was werden die Zuschauer nach den zwölf Folgen der „Geschichte des Kommunismus“ mehr wissen?

Die Reihe bietet ein Gesamtbild, das erklärt, was eigentlich in der Zeit vom Erscheinen des Kommunistischen Manifests bis zum Zusammenbruch des Ostblocks passiert ist. Sie erklärt den Nachwachsenden, wie es überhaupt zur Teilung der Welt in zwei Blöcke gekommen ist. Und die Zuschauer können mit dieser Reihe verstehen, warum sich so viele für die kommunistische Idee eingesetzt haben – und selbst dann noch an deren Stärke geglaubt haben, als schon Terror und Unterdrückung etwas anderes hätten lehren können.

Mit Michael Kloft sprach Thomas Hagedorn.    

Biografische Angaben zum Filmautor

Michael Kloft, Jahrgang 1961, ist stellvertretender Chefredakteur von Spiegel TV und Programmdirektor des Pay-TV-Senders „Spiegel Geschichte“. Seit 1995 erstellt der gebürtige Bonner für Spiegel TV zeithistorische Beiträge, Reportagen und Dokumentationen und leitet seit 2000 die History-Abteilung bei Spiegel TV. Nach einem Studium der Politikwissenschaft war Michael Kloft zuvor als freier Autor tätig und wirkte unter anderem 1992 als Regieassistent an Heinrich Breloers Fernsehfilm „Wehner – Die unerzählte Geschichte“ mit. Zu den wichtigen zeitgeschichtlichen Dokumentationen von Michael Kloft zählen „Welche Farbe hat der Krieg“ (1995), „Das Dritte Reich in Farbe“ (1999) oder die zweiteilige Fernsehdokumentation „Als der Krieg nach Deutschland kam – Tagebuch 1945“ (2005). Für ZDFinfo realisierte er anlässlich des Gedenkens an 70 Jahre Kriegsende die zwölfteilige Doku-Reihe „Countdown zum Untergang – Das lange Ende des Zweiten Weltkriegs“ (sechs Folgen davon sind erneut am Samstag, 4. März 2017, ab 10.30 Uhr in ZDFinfo zu sehen).

Infos zu ZDFinfo

ZDFinfo setzt seinen Wachstumskurs weiter fort: Im Jahr 2016 erreichte der Digitalsender einen Marktanteil von 1,2 Prozent sowohl bei den Zuschauern gesamt als auch bei den 14- bis 49-Jährigen. Im Jahr 2015 erzielte ZDFinfo 1,1 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen und 1,0 Prozent bei den Zuschauern gesamt. 2014 lag der Marktanteil sowohl bei den Zuschauern gesamt als auch bei den 14- bis 49-Jährigen noch bei 0,9 Prozent. 

Der Digitalsender mit hochwertigen Dokumentationen aus den Themenfeldern Zeitgeschichte, Politik, Wissen und Service hat dabei von seinem stetig wachsenden Programmangebot profitiert. Pro Monat starten etwa 50 neue ZDFinfo-Dokus. 

Robert Bachem, Leiter des Programmbereichs ZDFinfo, Gesellschaft und Leben: "Es freut mich, dass wir mit hochwertigem und anspruchsvollem Doku-Programm jüngere Zuschauergruppen für die ZDF-Programmfamilie zurückgewinnen können. Gerade Menschen, die mitten im Leben stehen, schätzen unser Programmangebot, bei dem man immer etwas lernt. Mit diesem klaren Profil wollen wir weiter erfolgreich sein."

Beim Start 2011 hatte ZDFinfo lediglich 0,1 Prozent Marktanteil und ist seitdem kontinuierlich gewachsen.

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