Das Jesusrätsel

Petra Gerster auf Spurensuche im Heiligen Land

Heute sind sich die Wissenschaftler einig: Jesus hat wirklich gelebt. Er war Jude, lebte in Galiläa, wuchs in Nazareth auf. Aber je mehr wir über seine Zeit und die Entstehung der Bibel wissen, desto deutlicher wird, dass sich nicht alles so abgespielt haben kann, wie es die Autoren der Heiligen Schrift berichten. Der Film "Das Jesusrätsel" fragt, wer der historische Jesus wirklich war. Begleitet von namhaften Fachleuten begibt sich Petra Gerster in Galiläa auf die Suche nach dem Menschen Jesus.

  • ZDF, Freitag, 26. Dezember 2014, 18.15 Uhr

    Texte

    Sendedatum, Stab

    Freitag, 26. dezember 2014, 18.15 Uhr

    Das Jesusrätsel
    Petra Gerster auf Spurensuche im Heiligen Land

    Stab

    Buch: Daniel Sich
    Regie:
    Daniel Sich, Stephan Koester
    Moderation:
    Petra Gerster
    Schnitt:
    Claudia Spoden
    Kamera:
    Tom Kaiser, Roland Breitschuh
    Ton:
    Armin Siegwarth, Max Lais
    Dramaturgische Beratung:
    Christian Feyerabend
    Musik:
    Paul Rabiger
    Sprecher:
    Goetz Bielefeldt
    Farbkorrektur:
    Schelby D.C
    Mischung:
    Soundvision
    Archiv:
    Vanessa Christoffers, Nicole Messy
    Mitarbeit:
    Agnès Padrol Sureda, Cem Taha
    Maske:
    Stefanie Lahr
    Aufnahmeleitung Israel:
    Yishai Ilan
    Ausstattung (Aufnahmeleitung Marokko):
    H Films, Marokko
    Digital Effects:
    Gruppe5 FX
    Produktion:
    Gruppe 5
    Produktionsleitung Gruppe 5:
    Silke Breidenbach
    Produktionsleitung ZDF:
    Anna Kunkel
    Produzentin:
    Christel Fomm
    Redaktion:
    Ingo Witt

    Inhalt

    Fast zwei Milliarden Menschen bekennen sich heute zum Glauben an Jesus Christus. Sie folgen damit dem Leben eines Mannes, von dem die Bibel schreibt, er sei am Kreuz gestorben, um die Menschheit zu erlösen.

    Heute sind sich die Wissenschaftler einig: Jesus hat wirklich gelebt. Er war Jude, lebte in Galiläa, wuchs in Nazareth auf. Aber je mehr wir über seine Zeit und die Entstehung der Bibel wissen, desto deutlicher wird, dass sich nicht alles so abgespielt haben kann, wie es die Autoren der Heiligen Schrift berichten.

    Der Film "Das Jesusrätsel" fragt, wer der historische Jesus also wirklich war. Begleitet von namhaften Fachleuten begibt sich Petra Gerster in Galiläa auf die Suche nach dem Menschen Jesus. Höchstens drei Jahre soll er öffentlich gewirkt haben. Vor allem am See Genezareth war der Wanderprediger und Wundertäter aktiv. Wissenschaftler sagen: Sein Aktionsradius betrug maximal 20 Kilometer. Genug, um in seinem Heimatland für Aufsehen zu sorgen?

    An vielen Stellen widerspricht das Bild, das die Evangelisten von Jesus Christus zeichnen, den wissenschaftlichen Erkenntnissen über den historischen Jesus von Nazareth. Selbst renommierte Jesusforscher bekennen, dass alle Informationen, die wir über Jesus gesichert wissen, auf eine Postkarte passen.

    Unter den überlieferten Jesusworten werden am ehesten die Gleichnisse aus der Lebenswelt der Hirten und Bauern als echt angesehen. Der Beginn seiner Bekehrungsarbeit hing offenbar mit dem Wirken von Johannes dem Täufer zusammen - einem, der in der Jordanlandschaft Peräa am Toten Meer seine Endzeit-Botschaft vom baldigen "Feuergericht" verkündete und zur Umkehr in letzter Stunde aufrief. Anders als Johannes der Täufer war Jesus allerdings kein Asket. Matthäus berichtet, er habe sogar im Ruf gestanden, ein "Schlemmer und Trinker, ein Fresser und Säufer" zu sein.

    Wie muss man sich die Welt vorstellen, in der Jesus wirkte? Wovon lebt ein Wanderprediger? Was wissen wir über das Verhältnis Jesu zu seiner Familie? Warum folgten ihm die Jünger überhaupt? Und was war sein Alleinstellungsmerkmal in der Masse der Wanderprediger und selbsternannten Reformatoren des Judentums?

    Schritt für Schritt werden im Film die biblischen Berichte vom Leben Jesu auf den Prüfstand gestellt - sodass hinter dem Jesus der Evangelisten der historische Jesus erkennbar wird.

    ZDF-Moderatorin Petra Gerster über ihren Film (Zitate)

    Im heutigen Galiläa folgt die ZDF-Moderatorin Petra Gerster den Spuren des weltbekannten Mannes aus Nazareth. Auf der Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse trennt sie biblische Legenden von historischen Fakten, und macht so den Jesus der Geschichte, den „historischen Jesus“ wieder sichtbar. Dabei zeichnen Historiker, Archäologen und Theologen ein ganz neues Bild des Mannes, von dem die Bibel schreibt, er sei am Kreuz gestorben, um die Menschheit zu erlösen. War der „sanftmütige Hirte“ in Wahrheit ein politischer Rebell, ein Untergrundkämpfer, der auch vor Gewalt nicht zurückschreckte? Um das herauszufinden, geht Petra Gerster an die Ursprungsorte und Wirkungsstätten Jesu; so nach Kapernaum, Tabgha und Bethsaida, wo er seine ersten Anhänger fand.

    "Am See Genezareth und in der Umgebung soll sich die Geschichte vor bald 2000 Jahren abgespielt haben. 29 Wunder soll Jesus vollbracht haben, so berichten es die Evangelien. Seine Zeitgenossen mögen daran geglaubt haben. Und viele Christen glauben bis heute daran. Dabei zeichnet die Mehrheit der Wissenschaftler inzwischen ein ganz anderes Bild von Jesus.

    Wer war Jesus von Nazareth also wirklich? Was wollte er erreichen? Und war er damit zu Lebzeiten erfolgreich?

    Diesen Fragen möchte ich nachgehen. Meine Suche beginnt einige Kilometer nördlich von Nazareth, in Sepphoris. Damals eine der größten und wohlhabendsten Städte in Galiläa. Archäologen haben herausgefunden: Hier, in Sepphoris, könnte Jesus als junger Mann gearbeitet haben. Ich werde einen Experten treffen, den Archäologen Dieter Vieweger, der mir sagen kann, wie wahrscheinlich das tatsächlich ist.

    Weiter geht meine Reise zum Ufer des Jordan. Denn hierhin soll Jesus als junger Mann gekommen sein, um sich einer Sekte anzuschließen. Von ihrem Anführer heißt es, dass er einen Kamelhaarmantel trug und sich nur von Heuschrecken und wildem Honig ernährte. Johannes sein Name, der später "der Täufer" genannt wurde. Ich möchte herausfinden, ob mit dieser Begegnung die eigentliche Geschichte des Jesus von Nazareth beginnt.

    Nur wenige Orte, die dem Leben Jesu zugeordnet werden, haben tatsächlich etwas mit seinem Wirken zu tun. Der See Genezareth gehört dazu. Und wohl auch der Ort Kapernaum, wo das Haus des Fischers Petrus lokalisiert wird. Archäologen haben diesen Ort vor fast 100 Jahren wiederentdeckt. Unter den Ruinen eines spätantiken Gotteshauses legten sie die Reste eines 2000 Jahre alten Wohnhauses frei. Ob dies tatsächlich etwas mit Jesus, den Fischern, den Jüngern zu tun hat, wird mir der Archäologe Dieter Vieweger erklären. Gespannt bin ich auch herauszufinden, welche Bedeutung die Synagoge in Kapernaum für unser Bild vom "historischen Jesus" haben könnte.

    Noch einige Orte mehr stehen auf unserem Drehplan, alles Orte, die irgendwie mit dem rätselhaften Leben des Jesus von Nazareth zu tun haben. Für mich eine spannende Spurensuche im Heiligen Land."

    Expertenstimmen aus dem Film

    Christoph Markschies über die Jünger Jesu:

    "Die neutestamentlichen Berufungsgeschichten stilisieren natürlich. Man kann sich kaum vorstellen, dass ein Zollpächter, der an seiner Kasse sitzt und das Geld vor sich hat, alles stehen und liegen lässt und Jesus von Nazareth auf dem Fuße nachfolgt."

    Elisabeth Gräb-Schmidt über Wunderheilungen:

    "Jesus hat Menschen geheilt, das kann als historisch gesichert gelten. Wir kennen das ja auch heute, dass charismatische Persönlichkeiten, gute Ärzte, Heilungsblockaden beseitigen können und Kräfte in den Patienten freisetzen, die sie wieder geheilt werden lassen."

    Elisabeth Gräb-Schmidt über die Bergpredigt:

    "Zweifelhaft ist, ob die Bergpredigt tatsächlich auf einem Berg, in einem Stück, als Predigt gehalten wurde. Viel eher sind es einzelne Sätze, die hier gesammelt wurden, und die von den Evangelisten dann als diese Bergpredigt konzipiert wurden, um es anschaulicher und einprägsamer zu gestalten."

    Christoph Markschies über Jesus und das Judentum:

    "Was man gar nicht oft genug sagen kann, ist, dass Jesus von Nazareth ein ganz frommer Jude war, der ein ganz inniges Verhältnis zum Gott Israels hat, den er mit dem Wort 'Abba', 'lieber Vater', anredete - also mit einer Aussage und Anrede, die ganz wenig Distanz ausdrückt."

    Alexander Demandt über Jesu Verständnis von Gewalt und Friedfertigkeit:

    "Jesus selber hat ja einige Gewaltworte von sich gegeben, die so scharf sind, dass die Theologen bis heute Probleme haben, sie überhaupt in ihre Konzeption einzubauen: 'Ich bin gekommen, das Schwert zu bringen, und nicht den Frieden.' 'Ich bringe die Zwietracht.' „Ich will die Welt in Brand setzen.' So steht das in der Bibel."

    Elisabeth Gräb-Schmidt über die Radikalisierung Jesu:

    "Die Nachricht von der Hinrichtung Johannes des Täufers ist für Jesus eine Warnung. Denn Jesus begriff sich als Nachfolger des Johannes. Er übernahm die Botschaft, den Aufruf zur Umkehr, er radikalisierte sie sogar. Das hatte natürlich politische Konsequenzen. Über kurz oder lang wird Jesus auch ins Fahndungsraster gefallen sein."

    Die Experten: 

    Christoph Markschies Professor für Ältere Kirchengeschichte an der HU Berlin
    Elisabeth Gräb-Schmidt Professorin für Systematische Theologie an der Universität Tübingen
    Alexander Demandt Em. Professor für Alte Geschichte

    Fotos, Impressum

    Fotos über ZDF Presse und Information
    Telefon: (06131) 70-16100 oder über
    pressefoto.zdf.de/presse/dasjesusraetsel

     

    ZDF Hauptabteilung Kommunikation, Presse und Information
    Verantwortlich: Alexander Stock
    E-Mail: pressedesk@zdf.de

    © 2014 ZDF

    Weitere Informationen

    Fotos über ZDF Presse und Information
    Telefon: (06131) 70-16100 oder über
    pressefoto.zdf.de/presse/dasjesusraetsel

    Impressum

    Kontakt

    Name: Magda Huthmann
    E-Mail: huthmann.m@zdf.de
    Telefon: (06131) 70-12149