Copyright ZDF / Oliver Vaccaro
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Das Quartett - Die Tote vom Balkon

Eine Leipziger Medizinstudentin stürzt vom Balkon und ist sofort tot. War es die Folge eines Beziehungsstreits, Selbstverschulden oder ein geplanter Mord? Schnell steht fest: Der Sturz vom Balkon des Studentenwohnheims sollte wie Suizid aussehen, am Opfer finden sich Kampfspuren. "Das Quartett" muss sich die Frage stellen, ob der Tod der jungen Katharina Amerell etwas mit ihrer sensiblen Forschungsarbeit zu tun hat und ermittelt fieberhaft in alle Richtungen.

  • ZDF, Samstag, 8. Mai 2021, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Freitag, 7. Mai 2021 - Samstag, 8. Mai 2022

Texte

Stab

Buch: Lancelot von Naso, Markus Thebe
Regie: Vivian Naefe
Schnitt: Horst Reiter
Kamera: Peter Döttling
Kostüme: Gabriela Reumer
Musik: Martin Probst
Szenenbild: Frank Polosek
Ton: Uli Frank
Produktion: Akzente Film- und Fernsehproduktion
Produzentin: Susanne Freyer
Producerin: Theresa Bacza
Redaktion: Matthias Pfeifer, Stefanie von Heydwolff

Besetzung

Maike Riem - Anja Kling
Christoph Hofherr - Shenja Lacher
Pia Walther - Annika Blendl
Linus Roth - Anton Spieker
Pavel Kopic - Mehmet Sözer
Roman Stepanenko - Viktor Bashmakov
Anna Stepanenko - Barbara Prakopenka
Prof. Dr. Kurt Bredow - Dominic Raacke
Iris Lobo - Stephanie Amarell
Sebastian Fink - Nico Holonics
Fred Eisel - Alexander Beyer
Carina Eisel - Anja Antonowicz
Betty Schenk - Paula Kober
Beate Amerell - Inka Friedrich
und andere

Inhalt

Eine Leipziger Medizinstudentin stürzt vom Balkon und ist sofort tot. War es die Folge eines Beziehungsstreits, Selbstverschulden oder ein geplanter Mord?
Schnell steht fest: Der Sturz vom Balkon des Studentenwohnheims sollte wie Suizid aussehen, am Opfer finden sich Kampfspuren. Das Quartett muss sich die Frage stellen, ob der Tod der jungen Katharina Amerell etwas mit ihrer sensiblen Forschungsarbeit zu tun hat.
Kommissarin Maike Riem und ihr Team, Pia Walther, Christoph Hofherr und Linus Roth, ermitteln fieberhaft in alle Richtungen, doch viele Spuren münden in eine Sackgasse. Einzig der Hinweis auf Kiew führt die Ermittler zu einer heißen Fährte. Maike und Christoph stoßen dort auf ein Forschungslabor, in dem das Opfer im Rahmen ihrer Doktorarbeit bei Prof. Bredow an der Entwicklung eines neuartigen, "intelligenten" Insulins geforscht hat. In der Ukraine sollte das neue Diabetes-Mittel an erkrankten Probanden getestet werden, finanziert von einem jungen Leipziger Pharmaunternehmen.
Es geht um sehr viel Geld, eine Firmenfusion – und offenbar darum, unpopuläre Forschungsergebnisse unter den Teppich zu kehren. Maike und ihr Team kommen einem mächtigen Komplott auf die Spur.

Fragen an...
...Anja Kling

Sie wollten ursprünglich Medizin studieren. Wie sehen Sie diese Entscheidung heute - haben Sie je überlegt, wie Ihr Lebensweg dann verlaufen wäre?
Als Kind und Jugendliche stand für mich lange fest: Ich werde Ärztin. Erst sah ich mich als Kinderärztin, später interessierte ich mich für die Forschung. Es kam anders, ich rutschte in die Schauspielerei und fand nach ein paar Jahren dort meine Erfüllung. Dennoch denke ich heute noch oft daran, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich den einstigen Plan verfolgt und zu Ende gebracht hätte. Ich weiß es nicht, und alles, was mir dazu in den Sinn kommt, ist reine Spekulation.
Im Mittelpunkt des Krimis steht die Erforschung eines neuen Medikaments, eine Art intelligentes Insulin, das vielen Diabetikern das Leben erleichtern würde. Ist das Thema Erforschung neuer Medikamente für Sie persönlich interessant, gerade vor dem Hintergrund Ihres ursprünglichen Berufswunsches?
Als Ärztin wäre ich gerne in der medizinischen Forschung tätig. Gerade in Zeiten wie diesen, da es so existenziell für die Weltbevölkerung geworden ist, das wirksamste Impfmittel gegen diese schreckliche Pandemie zu entwickeln. Aber auch alle anderen noch nicht heilbaren Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs in all seinen Arten und Facetten, müssen weitererforscht und hoffentlich eines Tages besiegt werden. Mit anderen Worten, ich hätte zu gern einen helfenden Beruf gehabt, verbunden mit dem Wunsch, alle furchtbaren Krankheiten dieser Welt auszurotten. Einen unterhaltenden Beruf zu haben und den einen oder anderen zum Lachen, Weinen, Nachdenken oder Abschalten zu bringen, ist allerdings auch ein schönes Gefühl.

...Annika Blendl

Interessieren Sie sich persönlich auch für das Thema Medikamentenforschung? Und würden Sie sich für eine Medikamentenstudie zur Verfügung stellen?
So einfach kann man es nicht beantworten, es kommt stark darauf an, welches Medikament und welche Krankheit. Ich interessiere mich sehr für Forschung und neue Medikamente, eine M-RNA Impfung finde ich genial. Generell bin ich sehr froh über die neuen Impfungen und würde mich sofort mit Biontech impfen lassen.
Ihr Lebensgefährte Alexander Beyer ist in einer Gasthauptrolle zu sehen. Wie gehen Sie mit gemeinsamen Dreharbeiten um?
Ihn in einer Gastrolle zu sehen, finde ich wunderbar, gemeinsamen Drehs hatten wir schon öfters. Es ist schon ein wenig seltsam, aber nur die ersten Minuten, und dann steht ein andrer Mensch vor mir. Tatsächlich lernt man beim Spielen, Privates weg zu schalten.       

...Shenja Lacher

Interessieren Sie sich persönlich auch für das Thema Medikamentenforschung?
Ja auf jeden Fall. Man interessiert man sich spätestens dafür, wenn die ersten ernsten Gebrechen und chronischen Krankheiten auftreten. Bisher bin ich noch verschont geblieben, aber ich seh' ja im Bekannten- und Freundeskreis, wie schnell es manchmal gehen kann, und da hätte ich mir so manches Medikament herbeigesehnt, das einen Krebs hätte besiegen können. Aber wenn das so einfach wäre.
Würden Sie sich denn selbst für eine Medikamentenstudie zur Verfügung stellen?
Ich glaube, davor hätte ich zu viel Schiss. Finde es gut und richtig und bemerkenswert, wenn sich Leute dafür zur Verfügung stellen. Ich nehme ohnehin schon nicht gern Medikamente, und wenn ich mal Kopfschmerzen habe, müssen Stunden vergehen, bis ich ein Aspirin schlucke. Die Vorstellung, ein Medikament zu schlucken, von dem ich nicht genau weiß, wie es sich möglicherweise auf meinen Körper auswirkt, klingt wie eine Mutprobe, die ich nicht machen möchte. Andererseits zahlen die eine Menge Geld dafür, und ich wohne im teuren München. Also, wenn ich mal nicht mehr drehen kann, dann denke ich nochmal drüber nach. Nee, im Ernst, ich könnte das nicht. Ich würde zum Hypochonder werden.
Apropos gesund - Christoph Hofherr quält sich ja mit Nikotinkaugummis, um sich das Rauchen abzugewöhnen. Haben Sie auch schon mal versucht, gegen so eine „schlechte Angewohnheit“ anzukämpfen?
Ja, gegen das Rauchen. Ich habe fünf Jahre lang nicht mehr geraucht und erst seit dem ersten Lockdown wieder angefangen. Ich weiß auch nicht, warum. Und plötzlich raucht man schon wieder ein Jahr. Ärgert mich auch, weil ich viel Sport treibe und auf mich achte. Ich kann aufhören, brauche aber eine Ersatzdroge - Musik machen oder Sport, Schokolade oder sowas in der Art. Nikotinkaugummis hab ich noch nie probiert. Ging bisher immer so. Aber ich muss zugeben, dass die ersten Tage ohne Rauchen doch komisch sind. Ich bekomme dann zwar keine schlechte Laune wie Christoph, muss aber irgendwas stattdessen machen, wie zum Beispiel stundenlang in der Küche stehen und kochen. Das ist dann meine Sucht (und ein paar Gläser Wein dazu).
Natürlich kenne ich viele schlechte Angewohnheiten. Ich habe jahrelang an Spielautomaten gezockt. Dieses Kapitel meines Lebens würde ich gerne ungeschehen machen, aber es war halt so. Irgendwann hat mich die Sinnlosigkeit so dermaßen überrollt und auch die Schulden, dass ich von einem Tag auf den anderen aufgehört und nie wieder gespielt habe. Ich habe ein gewisses Suchtpotential in mir, aber eben auch einen sehr großen Willen, auf den ich vertrauen kann. Jetzt bin ich 43. Noch nicht weise, aber schon ein Stück weit klüger.

...Anton Spieker

Im Mittelpunkt des Krimis steht die Erforschung eines neuen Medikaments. Inwieweit interessiert Sie dieses Thema persönlich?
Was ich dabei vor allem interessant finde, ist, welche ungeheuren Möglichkeiten es heute in der Medizin gibt und wie sich die Wissenschaft immer weiterentwickelt, egal auf welchem Forschungsgebiet. Das zu beobachten, ist sehr spannend.
Würden Sie sich denn selbst für eine Medikamentenstudie zur Verfügung stellen?
Das kann ich nicht pauschal beantworten. Ich bewundere die Arbeit der Wissenschaftler*innen, die daran arbeiten,  Menschenleben zu retten oder zu vereinfachen, und vertraue darauf, dass dieses im besten Wissen und Gewissen passiert. So würde ich mich zum Beispiel auch ohne Zweifel und sofort mit jedem der in der EU zur Verfügung stehenden Corona-Impfstoffe impfen lassen.
Zum Abschluss eines gelösten Falls geht das Quartett traditionell kegeln. Haben Sie im Ensemble auch ein Ritual nach den Dreharbeiten entwickelt? Und wie kommen Sie selbst nach dem Drehen wieder runter?
Kegeln ist ein großer Spaß, ich war vorm Dreh aber völlig untrainiert, auch wenn ich ein absolutes Naturtalent bin – nein, Scherz (lacht). Anja Kling ist gebührend ihrer Chefposition als Maike Riem immer diejenige, die die meisten Kegel abräumt. True story. Ein eigenes Ritual im Ensemble haben wir noch nicht wirklich entwickelt. Während der Arbeiten zu den ersten beiden Filmen haben wir uns zwar gegenseitig zum Essen eingeladen, aber von einem Ritual würd ich da noch nicht sprechen. Während der Dreharbeiten zu den Filmen drei und vier konnten wir pandemiebedingt gar nichts gemeinsam unternehmen. Das Abschalten nach dem Dreh fällt mir meistens leicht. Auch bei Rollen, die mich persönlich herausfordern, bin ich meistens nach ein paar Tagen wieder der alte.

...Dominic Raacke

Was interessiert Sie persönlich an dem Thema des Kriminalfalls? Und würden Sie persönlich sich für eine Medikamentenstudie zur Verfügung stellen?
Ich finde Wissenschaft und medizinische Forschung hochinteressant. Erst kürzlich sah ich einen Bericht über neue Technologien, die uns zukünftig ermöglichen, kranke Organe zu entnehmen, sie außerhalb des Körpers zu reparieren, um sie dann wieder zurück zu pflanzen. Auf dem Gebiet der Medizin wird sich viel verändern in den nächsten Jahrzehnten, aber im Grunde war das schon immer so. Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen, es ist also kein Wunder, dass uns Wissenschaft und Medizin so interessieren und wir unentwegt nach neuen Therapien suchen. Mein Vertrauen in Studien ist groß, ich habe aber kein Bedürfnis, selbst Proband zu werden.
Sie spielen Professor Bredow, dessen Forschung von der Privatwirtschaft finanziell unterstützt wird. Was für ein Mensch ist der Professor, und wie sehen Sie diese engen Verflechtungen zwischen Wirtschaft und Forschung, die es ja auch im realen Leben gibt?
Wir alle wissen, was für eine Boom-Branche die Pharmaindustrie ist und dass man mit neuen Medikamenten nicht nur Gutes tut, sondern auch sehr viel Geld verdienen kann. Bredow ist Mediziner, Universitätsprofessor und als Vorstand eines Pharmaunternehmens weltweit vernetzt. Die Entwicklung neuer Medikamente ist nicht nur kostspielig, sondern auch zeitaufwendig und oft nur möglich als Joint Venture mit anderen Herstellern. Es geht um Patente und Zulassungen, was bedeutet, dass alle unter extremem Zeitdruck arbeiten und man gute Kontakte in die Politik braucht, weil sämtliche Genehmigungen über Regierungseinrichtungen entschieden werden. Das hören und sehen wir ja täglich. Regierungen stecken Milliardenbeträge in die Entwicklung von Impfstoffen, Pharmaunternehmen kooperieren international, Medikamente werden per Eilverordnung zugelassen, Länder kämpfen um Nachschub, oder liefern nicht die zugesagten Mengen. Das hat inzwischen schon kriegerische Züge angenommen.
Hatten Sie ein Vorbild für Ihren Professor Bredow?
Ich hatte kein konkretes Vorbild, aber mir war klar, dass er keine gute Meinung von der Polizei hat. Für ihn sind das ungebildete Bürokraten, die überheblich und voreingenommen sind. Bredow ist Wissenschaftler; er ist in seinem Element, wenn er mit seinen Studentinnen und Mitarbeitern an neuen Projekten arbeitet, Grenzen überschreitet und unkonventionell forschen kann. Aber er ist auch Geschäftsmann und da muss man bereit sein, Risiken einzugehen und manchmal auch, bluffen zu können.

Die Interviews führte Jutta Bök.

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