Copyright ZDF / Oliver Vaccaro
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Das Quartett

"Das Quartett", wie die Mordkommission K14 auch genannt wird, das sind zwei Frauen und zwei Männer und vier sehr unterschiedliche Polizisten-Persönlichkeiten, die in Leipzig ermitteln. Maike Riem (Anja Kling) ist die Leiterin des Teams, die ihre Mitarbeiter, Hauptkommissarin Pia Walter (Annika Blendl) sowie die beiden Hauptkommissare Christoph Hofherr (Shenja Lacher) und Linus Roth (Anton Spieker) nach ihren jeweils speziellen "skills" ausgesucht hat. Mit Hilfe modernster Kriminaltechnik und den besonderen, teils außergewöhnlichen menschlichen Fähigkeiten der einzelnen Kommissare sind sie ein unschlagbares Team.

  • ZDF, Samstag, 12. Oktober 2019, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Freitag, 11. Oktober 2019, ab 10.00 Uhr

Texte

Stab

Buch: Friedrich Ani, Ina Jung
Regie: Vivian Naefe
Kamera: Peter Döttling
Ton: Uli Frank
Szenenbild: Knut Loewe
Schnitt:Georg Söring
Musik: Martin Probst
Produktionsleitung: Daniel Mattig
Produzent: Susanne Freyer
Produktion: Akzente Film und Fernsehproduktion, Susanne Freyer
Redaktion: Günther van Endert
Länge: ca. 89 Min.

Besetzung

Maike Riem - Anja Kling
Christoph Hofherr - Shenja Lacher
Pia Walther - Annika Blendl
Linus Roth - Anton Spieker
Esther Korff - Anneke Kim Sarnau
Paula Bleich - Kirsten Block
Bastian Koch - Golo Euler
Rolf Torberg - Robert Gallinowski
Niklas Reger - Jan Henrik Stahlberg
Jana Grimm - Nadja Bobyleva
Lutz Hagedorn - Matthias Bundschuh
und andere

Inhalt

Am Ufer des Leipziger Elsterbeckens wird die Leiche des ehemaligen Großbäckereibetreibers Franko Bleich entdeckt. Die Leiche sollte vermutlich im Fluss landen, doch der Täter wurde gestört. "Das Quartett", wie die Mordkommission K14 auch genannt wird, nimmt die Ermittlungen auf.
"Das Quartett", das sind vier sehr unterschiedliche Polizisten-Persönlichkeiten, die innerhalb der Leipziger Polizei ein kongeniales Team bilden: Maike Riem (Anja Kling), die Leiterin des Teams, hat die K14 gegen alle Widerstände durchgeboxt. Ihre Mitarbeiter hat sie nach ihren jeweils speziellen "skills" ausgesucht. Dank neuester Technik, 3D-Tatortbegehung und der speziellen menschlichen Fähigkeiten der einzelnen Kommissare sind sie ein unschlagbares Team.
Mordopfer Franko Bleich wurde offensichtlich erdrosselt. Als Täter kommen neben seiner Ex-Frau und seiner derzeitigen Lebensgefährtin auch einige Väter aus Franko Bleichs Nachbarschaft in Frage. Diese verdächtigen ihn des sexuellen Missbrauchs ihrer Kinder. Zahlreiche Hinweise und Befragungen lassen darauf schließen, dass der Nachbarschaftsstreit wohl schon etwas länger schwelt. Eine seltsame Wendung nimmt der Fall, als die Polizisten herausfinden, dass Bleich fünf Jahre zuvor in einen tödlichen Autounfall verwickelt war. Damals starb ein dreijähriges Mädchen. Franko Bleich hat sich am Tod der kleinen Marie jedoch nie schuldig gefühlt.

Rollenprofile

Maike Riem, Erste Kriminalhauptkommissarin
(Anja Kling)


Die Chefin des Quartetts – auch wenn das ganze Team eigentlich auf Augenhöhe arbeitet und Kompetenzgerangel allen fremd ist. Das "K14" hat Maike Riem mit aufgebaut, und ihre Fahndungserfolge, ihre Souveränität, ihr unermüdlicher Einsatz, Durchsetzungsvermögen und Teamgeist zeichnen sie als Vorgesetzte aus. Ihre Antriebsfeder: ein großer Sinn für Gerechtigkeit und Wahrheit. Weniger gut im Griff hat Maike ihr Privatleben. Die Ehe mit einem Kollegen scheiterte, und zu ihrem Sohn hat sie nicht das entspannte Verhältnis, das sie sich wünscht: Da gibt es noch Einiges aufzuarbeiten. Nach jedem Tatort-Besuch pflegt Maike ein Ritual, über das sich die Kollegen nicht mehr wundern – sie besucht ein Hamam. Ruhe, Entspannung und Unmengen von klarem Wasser sind genau das Richtige, um sie nach der Begegnung mit den Grausamkeiten der Gewaltverbrechen wieder zu erden. Und dass Maike außerdem eine ausgesprochene Schwäche für portugiesischen Weißwein hat, muss ja nicht jeder wissen.

Christoph Hofherr, Oberkommissar
(Shenja Lacher)


Der Einzige im Team mit intakter Familie: Christoph Hofherr liebt seine Frau und seinen kleinen Sohn über alles – sie sind der Ruhepol nach einem harten Tag. Besondere Hobbys braucht er nicht, der Job beansprucht ihn voll und ganz – die Kollegen sind inzwischen für ihn beinahe so etwas wie eine Zweitfamilie geworden. Seine russischen Wurzeln kommen ihm bei der Ermittlungsarbeit und bei Verhören oft zugute, ebenso sein guter Draht zu Kindern, wenn er sie als Zeugen besonders einfühlsam befragen muss. So gern Christoph Polizist ist und Verbrecher überführt, widern ihn doch die menschlichen Abgründe, in die er dabei oft schauen muss, immer noch an. Dann sehnt er sich nach einer idyllischen kleinen Welt am Meer, wo er ein unscheinbares Leben mit Familie und einer Handvoll Freunden führen kann. Vielleicht ist dieser Widerspruch auch der Grund, warum ihn die große Karriere nie interessiert hat.

Pia Walther, Hauptkommissarin
(Annika Blendl)


Pia ist die Taffe und Unnachgiebigste im Team und grundsätzlich misstrauisch. Während ihr "Bürohund" Theo die Gutmütigkeit in Person ist, erinnert Pia in ihrer Unbeherrschtheit mitunter fast an einen Kampfhund. Hat sie sich einmal an einem Verdacht "festgebissen", kann sie Verdächtige oder maulfaule Zeugen einschüchtern und ihnen so manches Geständnis entlocken. Auch wenn Pia nach außen hin oft hart erscheint – private Schicksale, die sie bis heute nicht verwunden hat, lassen sie manchmal unerwartet in Tränen ausbrechen. Ihre Eltern kamen bei einem Verkehrsunfall ums Leben, als Pia noch ein Kind war, und ihr Lebenspartner starb vor einiger Zeit völlig unerwartet an einem Aneurysma. Wenn es im Dienst nicht anders geht, greift Pia ohne zu zögern zur Dienstwaffe. Und sie hätte kein Problem damit, abzudrücken – was ihre Chefin bisweilen beunruhigt.

Linus Roth, Hauptkommissar
(Anton Spieker)


Sein Leitsatz: "Es kann kein perfektes Verbrechen geben, weil es mich gibt"." Auch wenn dabei jede Menge Ironie mitschwingt – so ganz ist dieser Satz nicht von der Hand zu weisen. Schließlich ist Linus ein Ass in modernster Kriminaltechnik, 3D-Animationen sind seine Welt. Er wertet Fotos aus, die er mit seinem 3D-Scanner am Tatort aufgenommen hat, und gilt als Spezialist für alle möglichen physikalischen und chemischen Methoden. In seinem Labor (seiner "Höhle"), in der er akribisch Spuren analysiert und damit oftmals die entscheidenden Hinweise liefert, fühlt er sich am wohlsten. Dass seine Kollegen technisch nicht so versiert sind, nimmt er mehr oder weniger geduldig hin. Dennoch ist Linus der perfekte Teamarbeiter, der weiß, dass alles, was er macht, ohne die Professionalität seiner Kollegen keinen Sinn ergibt. Nur als Beifahrer steht er Ängste aus, deshalb setzt er sich lieber selbst ans Steuer.

"Wir kannten uns vorher nicht"
Drei Fragen an Anja Kling

Maike Riem ist gleichermaßen Autorität wie Vertrauensperson für die Kollegen. Finden Sie sich da persönlich wieder? Und konnten Sie Ihre Rolle mitbeeinflussen oder mitgestalten?

Sagt man nicht: "Erziehung ist Liebe und Konsequenz"? Als Mutter oder Vater ist man ständig damit beschäftigt, die richtige Balance zwischen Autorität und Liebe bzw. Vertrauen zu finden. Und Maike Riem ist mit ihren Kollegen eben auch so ein bisschen "mütterlich". Natürlich finde ich mich in ihr, da ich selbst Mutter bin, wieder. Vivian Naefe und ich haben viel über Maike gesprochen. Wir haben das Rollenprofil auch mit den Autoren Friedrich Ani und Ina Jung gemeinsam entwickelt. Wir wollten eine Kommissarin kreieren, die mit einer ganz klaren Sicherheit die Chefin ihrer Abteilung ist, die Dinge ganz genau beobachtet und mit Herz und Verstand an ihre Fälle geht, ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu drängen. Sie ist jemand, der von sich selbst zunächst wenig preisgibt. Das gefällt mir sehr.

Kannten Sie Ihre Filmkollegen schon vorher, oder mussten sie sich erst "finden"?

Erstaunlicherweise kannte ich meine drei Kollegen vorher noch nicht. Es war also eine neue, aber sehr fruchtbare und schöne Begegnung. Wir vier funktionieren ganz wunderbar zusammen, vor und hinter der Kamera.

Um sich "reinzuwaschen" und den Kopf frei zu kriegen, besucht Maike Riem nach jedem Tatort erst einmal ein Hamam. Gibt es Rituale, die Sie selbst am liebsten machen, um den Kopf frei zu kriegen?

Ich spiele seit circa 15 Jahren Tennis. Ein Profi wird sicher nicht mehr aus mir, aber es ist ein ganz toller Sport für mich. Und zum "Kopf freikriegen" ist die Stunde auf dem Tennisplatz bestens geeignet, denn ich konzentriere mich 60 Minuten auf einen kleinen Filzball und schalte alles andere einfach kurz ab.

"Zeigen, was gute Polizeiarbeit ist"
Drei Fragen an Shenja Lacher

Welche besonderen Fähigkeiten bringt Hauptkommissar Christoph Hofherr mit ins Team?

Ich glaube, dass er sich besonders gut auf sein Gegenüber einstellen kann und deshalb auch gern bei Befragungen von Kindern eingesetzt wird. Andererseits zeigt er Härte, wenn jemand etwas verschweigt. Maike sagt mal über ihn: "Er ist kein Pfau, kein Mäuschen, er ist einfach nur ein guter Polizist." Genau das ist auch mein persönliches Anliegen im Krimi – zu zeigen, was gute, ernsthafte Polizeiarbeit ist, und dabei der Realität möglichst nah zu kommen. Ursprünglich sollte Christoph übrigens aus Bayern stammen, aber ich habe sofort gesagt, dass ich das leider nicht spielen könne. Wenn ich "Servus" sage oder "Pfüat di", fühlt sich jeder Bayer auf den Schlips getreten. Im Gespräch schlug ich dann vor, vielleicht einen Russen zu spielen, das ist näher an mir dran, da ich selber tatarische Wurzeln habe. Die Drehbuchautoren Friedrich Ani und Ina Jung und auch unsere Regisseurin Vivian Naefe zeigten sich sehr aufgeschlossen – und so hat Christoph jetzt einen Migrationshintergrund und kommt aus St. Petersburg. Wenn ich im Film russisch sprechen muss, klingt das wenigstens authentisch und öffnet innerhalb der Geschichten so manche Tür.

Was ist für Sie das Faszinierende am Krimigenre, und was ist aus Ihrer Sicht reizvoll an der neuen Krimiserie "Das Quartett"?

Faszinierend an Krimis finde ich, wenn es gelingt, 90 Minuten lang die Spannung zu halten und mit immer neuen Wendungen zu überraschen. Dabei interessieren mich am meisten die Motive der Täter, ihr Versteckspiel vor der Polizei, und wie man ihnen allmählich auf die Schliche kommt. Neu an unserem Krimi ist besonders die 3D-Technik, mit der man immer wieder den Tatort virtuell begehen kann. Das ist keine Fiktion, sondern so funktioniert tatsächlich moderne Polizeiarbeit. Und unser Vierer-Team mag ich sehr, das offenbar schon jahrelang gut funktioniert und sich nicht gegenseitig beharkt oder schlechte Laune verbreitet. Auch wenn wir vorher noch nicht zusammen gespielt haben, hatten wir nach dem ersten Drehtag wirklich alle den Eindruck, wir würden uns schon seit Jahren kennen. Wir haben eine eigene WhatsApp-Gruppe gegründet und schreiben uns auch über die Drehzeit hinaus. Hinzu kamen großartige Gaststars wie Kirsten Block, Anneke Kim Sarnau oder Nadja Bobyleva, die die Mutter des toten Mädchens spielt. So eine skurrile, schräge Figur in ihrem einsamen, gruseligen Haus. Allein das erzeugt schon Spannung. Ich mag Filme, in denen nicht alles in Dialogen erklärt wird, sondern auch die Bildersprache eine große Rolle spielt. Und ich hoffe sehr, dass die vier Hauptcharaktere im "Quartett" so lange wie möglich spannend bleiben und ihre Geheimnisse haben, die nach und nach enthüllt werden.

Hauptkommissar Christoph Hofherr durchschaut schnell, wenn ihm jemand im Verhör Lügen auftischt. Wie gut erkennen Sie selbst Lügengeschichten?

Ich will mir das gar nicht anmaßen, aber ich hab‘ tatsächlich ein ganz feines Radar dafür, wenn etwas nicht stimmt oder die Stimmung kippt. Ich kann zwar nicht immer Lügen erkennen, spüre aber schnell, wenn irgendwas schiefläuft. Da bin ich mega empfindlich. Und wenn ich merke, jemand schwindelt mich an, kann ich das nicht auf sich beruhen lassen und will dann wissen, was los ist.

"Unberechenbar zu sein, ist das Beste"
Drei Fragen an Annika Blendl

Hauptkommissarin Pia Walther ist eine ungewöhnliche Filmfigur, weil sie so unberechenbar ist. Wie würden Sie sie insgesamt charakterisieren? Steckt so etwas Unberechenbares, Spontanes auch in Ihnen?

Ich finde, Pia Walther ist eine tolle Figur – und unberechenbar zu sein, ist doch das Beste, was einem als Mensch passieren kann. Es gibt nichts Schlimmeres und Langweiligeres, als wenn alles vorhersehbar ist, im Privatleben wie auch im Film.

Das "Quartett" geht nach einem erfolgreich abgeschlossenen Fall zusammen kegeln. Wie war die Zusammenarbeit mit Ihrem Kollegenteam? Und: Wie war die Begegnung mit Ihrem Filmhund Theo?

Die Zusammenarbeit mit den Kollegen war toll. Wir kannten uns vorher alle noch nicht, aber es war auf Anhieb so, als würde man seine Freunde treffen. Ich liebe Hunde, und Theo ist ein ganz besonders toller Hund. Ich habe mich also sofort darauf gefreut, dass mein Freund ein Hund ist.

Was gefällt Ihnen am meisten an der neuen Krimireihe "Das Quartett"?

Am meisten gefällt mir, dass wir ein Team sind, das zusammen ermittelt. Das Präsidium ist wie eine WG, man ist sich nah, aber gleichzeitig auch fern, und jeder lebt in seinem Zimmer wie in seiner eigenen kleinen Welt. Am gemeinsamen Tisch und in der Küche trifft man sich, spricht über den Fall, und dann gehen alle wieder ihrer Wege und machen sich auf die Suche. Mir gefällt, dass jede Figur eine Besonderheit hat, ihr eigenes kleines Geheimnis.

"Eher nicht der virtuelle Typ"
Drei Fragen an Anton Spieker

Sie spielen den ausgefuchsten Kriminaltechniker Linus Roth – haben Sie sich dabei speziell mit der neuen Technik, 3D-Tatortscanner, Virtual Reality etc. vertraut machen müssen? Sind Sie selbst auch technikaffin?

Die VR-Technik und 3D-Dokumentationen waren natürlich neu für mich – und ich fand es spannend, damit umzugehen. Wir hatten technische Experten am Set, die alle sehr, sehr hilfsbereit und motivierend waren. Bei Bedarf konnten wir sie fragen, und sie haben uns die entsprechenden Handgriffe gezeigt, damit später im Film alles routiniert aussieht. Was meine eigene Technik-Affinität angeht – ich kann sehr gut mit meinem iPhone umgehen, und mein Laptop kann ich auch sehr gut bedienen. Aber der virtuelle Typ bin ich eher nicht.

Was ist Linus’ beste Eigenschaft?

Eigentlich ist seine größte Schwäche zugleich seine Stärke. Linus ist ja nicht der Empathiefähigste, er kann sich mit den Emotionen von anderen Menschen und auch mit seinen eigenen nicht wirklich beschäftigen. Was ihm auf der anderen Seite den Kopf frei macht, so dass er ganz auf den Fall fokussiert ist und konzentriert arbeiten kann. Und das macht ihn zum Spezialisten im K14. Aber Linus und ich sind schon sehr verschieden, umso mehr Spaß macht es, jemanden zu spielen, der diesen Tunnelblick hat.

Was unterscheidet für Sie "Das Quartett" von anderen Krimireihen?

Für mich ist dieses "WG-Leben" der vier Kommissare, wie wir es spaßeshalber genannt haben, etwas Besonderes; ihre intensive gemeinsame Arbeit an einem neuen Fall, wenn sie im Büro schlafen und kaum noch nach Hause gehen, um sich auf eine möglichst schnelle Aufklärung zu konzentrieren. Und, soweit ich mich erinnere, ist "Das Quartett" die einzige Krimireihe, in der ich einen Kommissar spiele.

Keine leichte Aufgabe
Statement von Regisseurin Vivian Naefe

Ich hatte lange Zeit keine Krimis gemacht – Kinofilme, Komödien, Dramen – all das passierte, und der letzte (mit dem Bayerischen TV-Preis ausgezeichnete) bayerische "Tatort" war nun schon über ein Jahrzehnt her. Was mich mit Krimi aber stets verband, war Friedrich Ani: Wir trafen uns ab und an zu einem Glas und sprachen darüber, e n d l i c h  einmal zusammen zu arbeiten. Er mochte den Ton meiner Filme, ich liebte seine Romane. Und dann kam es dazu. Günther van Endert vom ZDF und Susanne Freyer von Akzente Film brachten uns zum "Quartett" zusammen!
Es ist keine leichte, aber eine sehr befriedigende Aufgabe, eine neue Reihe zu kreieren, das ist wie eine neue Welt. Wie sollen die handelnden Personen aussehen, was kann ich ihnen für Charaktereigenschaften geben, die noch nicht im Drehbuch angelegt sind? Haben sie Marotten? Wie soll das Revier aussehen? Wie ziehen diese Charaktere sich an? Ich wollte sehr wiedererkennbare, warme Charaktere. Ich wollte sie bei ihrer Arbeit wie in einer Wohngemeinschaft zusammenleben lassen, einander akzeptierend, respektierend, aber nicht befreundet im konventionellen Sinn. Ich wollte, dass sie von der ersten Minute an vertraut wirken, als würden sie sich jahrelang kennen, als würden sie sich rückhaltlos vertrauen.
Das war nicht einfach. Bei der Besetzung haben wir schon in diese Richtung gedacht, und dann habe ich viel Zeit im Vorfeld des Films mit den vier Schauspielern verbracht und lange über ihre Rollen gesprochen. Über ihre Beziehungen zueinander. Wir haben auch Leseproben und gemeinsame Gespräche gehabt, – und wir haben beim Drehen sehr viel geprobt und um jede Nuance gerungen. Das hat sich gelohnt!
Formal wollte ich erreichen, dass das "Quartett" filmisch intensiv und "unglatt" wirkt und ästhetisch mehr in die Richtung skandinavischer Krimis geht als in die amerikanischer TV-Filme. Deshalb haben wir die Kamera "leben" lassen. Wir benutzen ein spezielles Zubehör, einen "Wobbler" (einen Stativaufsatz, Anm. d. Red.), so dass die Kamera immer leicht "atmet" und mit den Figuren lebt.
Das schafft nicht so eine gewollte Hektik wie eine Handkamera, aber es erzeugt eine unterschwellige Spannung im Bild, die, wie ich finde, den Zuschauer näher an die Figuren bringt und mehr in die Handlung hineinzieht.

Eine eigene Welt
Statement der Autoren Friedrich Ani und Ina Jung

Vor zwei Jahren recherchierten wir außergewöhnliche, bisher unbekannte Kriminaltechniken, großzügig unterstützt vom LKA München. So kamen wir auf den schillernden, leicht eigenbrötlerischen Charakter des Linus Roth. Eigenwillig und unberechenbar – so sollte das gesamte Team unseres Quartetts sein. Jede Figur hat ihre Besonderheit und eine Back-Story, die erst von Folge zu Folge verraten werden soll. Uns war wichtig, schon im Konzept der Reihe Wesen, Stil, Spracheigenschaft oder Ticks unserer Protagonisten präzise darzustellen und ihr persönliches Umfeld klar zu beleuchten. Erwartungshaltungen sollten gebrochen, Sehgewohnheiten irritiert werden. Unsere Hauptfiguren besitzen nicht nur individuelle Stärken, sie respektieren und schätzen einander, nehmen Anteil am Schicksal des anderen. Entsprechend sollte auch das unkonventionelle Büro eingerichtet sein. Diese Mordkommission ist sowohl menschlich als auch architektonisch eine eigene Welt, eine Art Fluchtpunkt, beruflich wie privat. So ist es auch kein Wunder, dass es hier statt Kaffee nur Tee gibt und statt einer klassischen Kaffeemaschine einen Samowar. Für uns ist es eine Freude zu sehen, wenn Kamera und Regie einem Buch so gerecht werden wie in diesem Fall.

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