Copyright: ZDF / Frank Zauritz
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Das ZDF auf dem Filmfest München

22. Juni bis 1. Juli 2017

Mit insgesamt 16 Produktionen ist das ZDF auf dem 35. Filmfest München vertreten, davon jeweils zwei im Wettbewerb "CineMasters" und der Sektion "Spotlight". Vier laufen in der Programm-Reihe "Neues Deutsches Kino", drei in der Reihe "Neues Deutsches Fernsehen", ein Dokumentarfilm in der Sparte "International Independents" sowie zwei Produktionen in der Sektion "Neue Deutsche Serien". Darüber hinaus sind zwei Produktionen beim diesjährigen "Kinderfilmfest" vertreten. Davon sind fünf ZDF/ARTE-Koproduktionen und eine ZDF/3sat-Produktion.

Texte

Das ZDF auf dem Filmfest München 2017

Im Wettbewerb "CineMasters" präsentiert der spanisch-mexikanische Regisseur und Autor Amat Escalante "La región salvaje" – einen Film über das Böse im Menschen und die mexikanische Gesellschaft, in der das gewaltsame Sterben Alltag geworden ist. "L'intrusa" ist der zweite Spielfilm von Regisseur Leonardo di Costanzo, der vom gefährlichen Leben in einer Stadt erzählt, in der die Macht der Mafia alle Lebensbereiche durchdringt.

In der Sektion "Spotlight" wagt sich die türkische Regisseurin Yeşim Ustaoğlu mit "Clair Obscur" an das vielleicht größte Tabu der muslimischen Gesellschaft – die Sexualität der Frau. Für den Spielfilm "Western" diente der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach das gleichnamige Genre als Struktur für ihre Geschichte über den Aufbruch in eine unbekannte Welt, umgesetzt mit Laiendarstellern in den wilden Landschaften Osteuropas.

Der Dokumentarfilm "Donkeyote" (Programmreihe "International Independents") handelt vom einfachen Leben des Spaniers Manolo, der mit seinem Esel Gorrion einen letzten großen Trip in die USA plant: 2200 Meilen auf dem Pfad der Tränen.

In der Programmreihe "Neues Deutsches Kino" feiert "Blind & Hässlich" Premiere beim Filmfest München. Regisseur Tom Lass übernahm die Hauptrolle des Ferdi, der sich hässlich findet und eines Tages auf die blinde Jona (Naomi Achternbusch) trifft. "Detour" ist ein Psychothriller für die Reihe "Stunde des Bösen" und Nina Vukovics Abschlussfilm an der DFFB, mit Luise Heyer, Lars Rudolph und Alex Brendemühl in den Hauptrollen. Regisseur Nico Sommer erzählt in der Komödie "Lucky Loser – Ein Sommer in der Bredouille", mit schwarzem Humor aus dem Leben des hoffnungslosen Romantikers Mike (Peter Trabner). In weiteren Hauptrollen spielen Annette Frier, Emma Bading und Kai Wiesinger. Regisseur und Autor RP Kahl spielt eine Hauptrolle in seinem Neo-Noir-Film "A Thought of Ecstasy", in dem er sich auf eine Reise in die Wüste auf den Spuren seiner früheren Liebe Marie (Lena Morris) begibt.

"Neues Deutsches Fernsehen": Armin Rohde spielt die Hauptrolle in Lars Beckers "Der gute Bulle" (mit Edin Hasanovic und Nele Kiper). Wegen eines psychopathischen Serientäters suspendiert, muss Polizist Fredo sich diesem erneut stellen – ebenso wie seinem Verlangen nach Alkohol. Mit "Der Polizist, der Mord und das Kind" inszeniert Johannes Fabrick das wahre Drama einer gelingenden Beziehung unter schwierigsten Umständen, mit Matthias Koeberlin, Joshio Marlon, Stefanie Stappenbeck und Vincent zur Linden. "Verräter – Tod am Meer" ist ein Thriller, der Ende der 1980er eine deutsch-deutsche Verschwörung aufdeckt. Hannah Herzsprung und Albrecht Schuch sowie Regisseurin Franziska Meletzky folgen den Protagonisten mit feinem Gespür für die wachsende Einsamkeit der Menschen, die an alten Wahrheiten zweifeln.

Drei neue Folgen der Reihe "FERDINAND VON SCHIRACH – SCHULD" mit Moritz Bleibtreu laufen in der Abteilung "Neue Deutsche Serien". Regisseur Hannu Salonen knüpft damit an die erste Staffel von "SCHULD" sowie an die ZDF-Miniserie "Verbrechen" an. "TANNBACH – Schicksal eines Dorfes" ist die Fortsetzung des historischen Mehrteilers. Mit dem hochkarätigen Ensemble mit Henriette Confurius, Martina Gedeck und Anna Loos sowie mit Heiner Lauterbach, Jonas Nay, Robert Stadlober und Alexander Held unter der Regie von Alexander Dierbach erzählt der vierte Film vom einem Dorf, das seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Ost und West geteilt ist.

Beim Kinderfilmfest im Rahmen des Filmfest München läuft das zweiteilige Animationsspecial "Es war einmal… nach Roald Dahl" (Arbeitstitel), basierend auf Roald Dahls berühmtem Gedichtband "Revolting Rhymes", in dem fünf berühmte Märchen miteinander verwoben und durch einen erzählenden Wolf zu neuen, überraschenden Wendungen geführt werden. Die Folge "Endstation Wüste" der 26-teiligen Animationsserie "PETZI" wird ebenfalls auf dem Kinderfilmfest gezeigt – eine Geschichte über den kleinen Bär Petzi, der seiner Krokodil-Freundin Paffhanna und ihrer Mutter die große Welt zeigen will.

La región salvaje

Spielfilm, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Mexiko, Norwegen, Schweiz 2016

Programmreihe: Wettbewerb CineMasters

Vorführungen:
Freitag, 23. Juni 2017, 22.15 Uhr, Atelier 1
Samstag, 24. Juni 2017, 19.30 Uhr, Atelier 1
Samstag, 1. Juli 2016, 22.00 Uhr, Atelier 1

Regie       Amat Escalante
Buch        Amat Escalante, Gibrán Portela
Kamera        Manuel Alberto Claro
Ton          Sergio Diaz, Vincent Arnardi, Raúl Locatelli
Schnitt    Fernanda de la Peza, Jacob Secher Schulsinger
Musik    Guro Moe, Lasse Marhaug, Martín Escalante
Kostüme          Daniela Schneider, Ursula Schneider, Paulina Kuznicka
Produzenten        Jaime Romandía, Fernanda de la Peza, Amat Escalante
KoproduzetenKatrin Pors, Jean and Anne-Laure Labadie, Michael Weber,
Maria Ekerhovd, Katja Adomeit
Produktion        Mantarraya Producciones / Tres Tunas, ZDF/ARTE
Redaktion        Meinolf Zurhorst
Länge      119 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Alejandra        Ruth Ramos
Victoria           Simone Bucio
Ángel        Jesús Meza
Fabián     Eden Villavicencio
Coleman       Kenny Johnston
und andere

 

Inhalt

Aus dem Nebel taucht auf: Verónica, 25. Sie ist verletzt, ihr Arm blutet und die Hüfte schmerzt. Im Krankenhaus vermutet man einen Hundebiss. Krankenpfleger Fabiàn, 30, will den – tollwütigen? – Hund finden, macht sich mit der zögernden Verónica auf die Suche. Erfolglos.

In der Süßwarenfabrik ihrer Schwiegermutter arbeitet derweil Alejandra, 25, die hilflos mitansehen muss, wie ihre beiden Kinder immer mehr von der Großmutter übernommen werden.

Als sich Fabiàn und Ángel in einer Bar treffen, enden sie später beim Sex in Fabiàns Apartment. Doch Fabiàn ist Alejandras Bruder und Ángel ihr Ehemann. In einer Disco treffen sich Verónica, Fabiàn, Alejandra und Ángel, die von ihren gegenseitigen intimen Beziehungen untereinander noch nichts wissen. Alejandra und Ángel streiten sich, Verónica führt Fabiàn in den Wald, aus dem sie anfangs gekommen ist, und lässt ihn dann dort allein. Die sexuellen Spannungen laden sich weiter auf und nehmen ein fulminantes Ende, das nur wenige überleben.

                         *

Gerade mal 39 Jahre, zählt der spanisch-mexikanische Regisseur, Autor und Produzent Amat Escalante zu den herausragenden Talenten des zeitgenössischen mexikanischen und lateinamerikanischen Kinos. Für "Heli" wurde er 2013 auf dem Festival von Cannes als bester Regisseur geehrt, Auch sein neuer Film "La región salvaje" ist verstörend und bewegend. Inspiriert von einer Schlagzeile in seiner Heimatstadt Guanajuato, bekannt für ihren Totenkult, über das Ertrinken "eines kleinen Schwulen", entwirft Escalante in seinem Buch die Vision einer Frau, die sich ihre Freiheit erkämpft, in einer Welt des männlichen Chauvinismus, der Homophobie, Gewalt, Sex und dem Kampf der Geschlechter. Doch im Unterschied zu seinen bisherigen Filmen, wird "La región salvaje" mehr noch zu einer symbolischen und komplexen Reflexion über das Böse im Menschen als Teil seiner Evolution, deren einzelne Schritte der Loslösung vom Ursprung des Lebens bis heute die menschliche Existenz überschattet und sie in ihren Ausprägungen von Humanität bestimmt. War die Sexualität in Escalantes vorherigen Filmen immer auch eine Erlösung, so wird sie hier zum Mittel des Todes und der Befreiung – in einem Film, der sowohl Horrorfilm ist wie auch Reflexion über die mexikanische Gesellschaft, in der das gewaltsame Sterben Alltag geworden ist. Regisseur Amat Escalante wurde 2016 auf dem Filmfestival von Venedig mit dem Silbernen Löwen für die Beste Regie ausgezeichnet.

L'intrusa

(Der Eindringling)

Spielfilm, Italien, Schweiz, Deutschland 2017

Programmreihe: Wettbewerb CineMasters

Vorführungen:
Sonntag, 25. Juni 2017, 19.30 Uhr, Atelier 1
Montag, 26. Juni 2017, 22.00 Uhr, Atelier 1
Donnerstag, 29. Juni 2017, 22.00 Uhr Atelier 1

Regie          Leonardo Di Costanzo
Buch        Leonardo Di Costanzo, Maurizio Braucci, Bruno Oliviero
Kamera          Hélène Louvart
Ton         Maricetta Lombardo
Szenenbild            Luca Servino
Schnitt       Carlotta Cristiani
Musik      Carlo Cappelli, Adam Rudolph
Produzent        Carlo Cresto-Dina
Produktion       Tempesta und Rai Cinema in Koproduktion mit Amka Film Production, Capricci, Radiotelevisione Svizzera,
ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert von Eurimage
Redaktion        Doris Hepp, Burkhard Althoff
Länge         95 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Giovanna         Raffaella Giordano
Maria        Valentina Vannino
Rita        Martina Abbate
Sabina         Anna Patierno
Mino          Marcello Fonte

  

Inhalt

"L'intrusa" ("Der Eindringling") ist ein Film mit verborgenem Sprengstoff und erzählt nahe am Alltag vom gefährlichen Leben und den Konflikten in einer Stadt, in der die Macht der Mafia alle Lebensbereiche durchdringt.

Giovanna ist Sozialarbeiterin und bietet mit ihrem Jugendzentrum Kindern einen gewaltfreien Zufluchtsort im vom organisierten Verbrechen geprägten Neapel. Als sie einer Frau, die sie nicht kennt, mit ihren Kindern dort Unterschlupf gewährt, wird Giovanna vor eine moralische Entscheidung gestellt, die ihre Arbeit und damit ihren Lebensinhalt zerstören kann.

                    *

Autor und Regisseur Leonardo di Costanzo wurde 1958 in Ischia geboren und lebt heute in Neapel und Paris. Er hat zahlreiche Dokumentarfilme realisiert u.a. mit dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel "Prove di Stato – Probe für den Staat". Sein erster Spielfilm "L’intervallo – Ein Tag in Neapel", ebenfalls entstanden in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE, gewann u.a. sieben Preise beim Filmfestival in Venedig. "L'intrusa – Der Eindringling", sein zweiter Spielfilm, hatte seine Weltpremiere in der Reihe "Quinzaine des Réalisateurs" bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen in Cannes.

Clair Obscur

(TEREDDÜT)
Spielfilm, Deutschland, Frankreich, Polen, Türkei 2016

Programmreihe: Spotlight

Vorführungen:
Samstag, 24. Juni 2017, 20.00 Uhr, Münchner Freiheit 3
Montag, 26. Juni 2017, 17.00 Uhr, Atelier 1
Samstag, 1. Juli 2017, 22.30 Uhr, Münchner Freiheit 1

Buch und Regie     Yeşim Ustaoğlu
Kamera          Michael Hammon
Ton        Bruno Tarrière
Produktionsdesign       Osman Özcan
Schnitt       Agnieszka Glińska, Svetolik Mica Zajc
Musik      Antoni Komasa-Łazarkiewicz
Produzenten       Yeşim Ustaoğlu, Titus Kreyenberg, Marianne Slot
Koproduzenten      Klaudia Smieja, Eliza Oczkowska
Produktion        Ustaoglu Film, unafilm GmbH, Slot Machine, Aeroplan, ZDF/ARTE
Redaktion      Meinolf Zurhorst
Länge         106 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Shenaz     Funda Eryigit
Elmas         Ecem Uzun
Cem          Mehmet Kurtuluş
Umut        Okan Yalabık
und andere

    

Inhalt

Die attraktive Mittdreißigerin Shenaz ist mit dem erfolgreichen Architekten Cem verheiratet und lebt mit ihm in einer schicken Wohnung in einem angesagten Stadtteil von Istanbul. Oberflächlich scheint die Ehe in Ordnung. Dennoch schlummern im Verborgenen einige unausgetragene Konflikte: Shenaz, die während der Woche als Psychologin in einem Krankenhaus in einer abgelegenen Küstenstadt arbeitet, fühlt sich zunehmend von ihrem Ehemann bevormundet und unterdrückt ihre eigenen Bedürfnisse. Vor allem scheint der Sex nur ihren Mann zu befriedigen, während sie immer mehr seine Erfüllungsgehilfin wird.

Die Begegnung mit der jungen Elmas jedoch verändert ihr Leben und ihre Selbstwahrnehmung als Frau. Elmas wurde verstört ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem ihr Mann und ihre Schwiegermutter tot in ihrer Wohnung aufgefunden wurden. Die verstummte junge Frau, einst von ihrem Vater mit dem wesentlich älteren Mann verheiratet, wurde neben den Leichen gefunden und nun des Mordes verdächtigt. Shenaz soll Elmas zum Reden bringen. Es stellt sich heraus, dass sie auf ähnliche Weise wie Shenaz sexuelles Objekt ihres Mannes war, während die eigene Sexualität keine Rolle spielte. Die Erkenntnis, ein Recht auf Selbstverwirklichung zu haben, gerade auch in der Sexualität, führt bei Shenaz zu einer Affäre mit dem Gerichtsmediziner Utum. Sie ist bereit, ihr Leben als Frau neu zu gestalten.

                        *

Yeşim Ustaoğlu gilt mit Filmen wie "Journey into the Sun", "Waiting for the Clouds" oder "Pandora's Box" als wichtigste Regisseurin in der Türkei. Ihre auf Festivals wie Berlin, Tokio, Sundance oder San Sebastian ausgezeichneten Filme beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Fragen jenseits der Diskussionen um Kopftücher und Islamismus in der Türkei. Sie erzählen dabei keine Geschichten aus der Großstadt Istanbul, sondern erkunden immer wieder die abgelegenen Provinzen. Dabei riskierte die Regisseurin bewusst die Konfrontation mit der Politik, was auch schon zu einem zeitweiligen Einreiseverbot ins eigene Land führte, sie aber für viele Filmemacher zu einer Vorkämpferin für persönliche Freiheiten und Toleranz macht. Mit "Clair Obscur" wagt sich die poetische Filmemacherin an das vielleicht größte Tabu der türkischen, muslimischen Gesellschaft – die Sexualität der Frau. Basierend auf eingehenden Recherchen zu den physischen und psychischen Auswirkungen einer unbefriedigten weiblichen Sexualität, als Objekt des dominanten Mannes, erzählt sie die Geschichte des sexuellen Erwachens einer jungen Frau, die das Recht auf ihren eigenen Körper entdeckt und in Anspruch nimmt.

Der Film wurde 2016 auf dem Festival von Antalya mehrfach ausgezeichnet: als bester Film, für die beste Regie und beste Hauptdarstellerin, 2017 auf dem Festival von Istanbul für die beste Regie und beste Hauptdarstellerin.

Western

Spielfilm, Deutschland, Bulgarien, Österreich 2017

Programmreihe: Spotlight

Vorführungen:
Dienstag, 27. Juni 2017, 12.30 Uhr, HFF Kino 1 (Pressevorführung)
Donnerstag, 29. Juni 2017, 17.00 Uhr, ARRI Kino
Freitag, 30. Juni 2016, 17.30 Uhr, Gasteig Carl-Orff-Saa

Buch und Regie  

    

Valeska Grisebach

Buch und Regie                       Valeska Grisebach
Kamera        Bernhard Keller
Ton        Uve Haußig
Szenenbild        Beatrice Schultz
Schnitt      Bettina Böhler
Produzenten       Jonas Dornbach, Janine Jackowski, Maren Ade, Valeska Grisebach, Michel Merkt
Koproduzenten           Boris Chouchkov, Viktor Chouchkov, Antonin Svoboda, Bruno Wagner
Produktion   Komplizen Film GmbH, Chouchkov Brothers, coop99, KNM, ZDF/Das kleine Fernsehspiel und ARTE;
mit Unterstützung von Medienboard Berlin-Brandenburg, Mitteldeutsche Medienförderung,
Bundesregierung für Kultur und Medien, NFC Bulgarien, DFFF, FFA, ÖFI Österreichisches Film Institut
Redaktion      Claudia Tronnier, Meinolf Zurhorst
Länge119 Minuten

         

Die Rollen und ihre Darsteller

Meinhard        Meinhard Neumann
Vincent       Reinhardt Wetrek
Adrian      Syuleyman Alilov Letifov
Veneta       Veneta Frangova
und andere

 

Inhalt

Arthouse-Western um eine Gruppe deutscher Bauarbeiter auf Montage in Bulgarien, die in der Konfrontation mit den Bewohnern des kleinen Ortes Petrelik mit ihren Vorurteilen, Ängsten und Sehnsüchten konfrontiert werden.

Eine Gruppe von deutschen Bauarbeitern macht sich auf den Weg auf eine Auslandsbaustelle in der bulgarischen Provinz. Das fremde Land weckt Abenteuergefühle bei den Männern. Gleichzeitig werden sie mit ihren Vorurteilen und ihrem Misstrauen konfrontiert. Für zwei der Männer wird ein nahe gelegenes Dorf zur Bühne für einen Konkurrenzkampf um die Anerkennung und die Gunst des Dorfes.

                   *

Valeska Grisebach knüpft in der Arbeitsweise an ihre bisherigen Filme ("Sehnsucht" und "Mein Stern") an und arbeitet erneut mit Laiendarstellern. Als Struktur für ihre Geschichte dient ihr das Genre des Western, den sie in den wilden Landschaften Osteuropas stattfinden lässt. Auch die Figurenkonstellationen, das Dorf und seine bedrohten Einwohner, der fremde Beschützer, die Bedrohung von außen und von innen, das Duell – all das sind Motive aus den klassischen Western, beispielsweise eines John Ford oder Fred Zinnemann. Valeska Grisebach allerdings lässt sich von den Gesichtern und Charakteren ihrer Laiendarsteller ebenso inspirieren wie von den Landschaften, denen sie begegnet. Denn ihr Film erzählt von einem Aufbruch in eine neue, unbekannte Welt und den Herausforderungen, die den Protagonisten durch die Konfrontation erwachsen. Eine Mischung aus John Ford und Ulrich Seidl.

Regisseurin Valeska Grisebach wird zur sogenannten "Berliner Schule" gerechnet. "Western" lief beim Filmfestival Cannes 2017 in der Sektion "Un Certain Regard".

Donkeyote

Dokumentarfilm, Dänemark, Spanien 2017

Programmreihe: International Independents

Vorführungen:
Sonntag, 25. Juni 2017, 19.30 Uhr, Münchner Freiheit 4 (Premiere)
Montag, 26. Juni 2017, 13.30 Uhr, Gasteig Carl-Amery-Saal
Dienstag, 27. Juni 2017, 21.30 Uhr, Theatiner

Regie     Chico Pereira
Buch        Chico Pereira, Manuel Pereira, Gabriel Molera
Kamera       Julian Schwanitz
Ton        Mark Deas, René Peltsch
Schnitt     Nick Gibbon
Produzent      Ingmar Trost
Koproduzentin       Sonja Henrici
Produktion        

Sutor Kolonko in Koproduktion mit SDI Productions Ltd., Opa Films,
ZDF, in Zusammenarbeit mit ARTE

Redaktion        Doris Hepp
Länge     86 Minuten

 

Die Darsteller

Manuel Molera Aparicio, Gorrión, Zafrana, Paca Molera Pereira, Mamen Gómez Heredia

 

Inhalt

Ein Film über einen alten Spanier, seinen Esel und das quichoteske Streben nach den Weiten Amerikas: Eine Suche nach Freiheit in einer Welt voller Grenzen.

Manolo lebt ein einfaches Leben im Süden Spaniens. Zwei große Leidenschaften hat er: seinen Esel "Gorrion" ("Spatz") und das Wandern in der freien Natur. Obwohl sein Arzt ihm davon abrät, plant Manolo einen letzten großen Trip in den USA: den 2200 Meilen langen Pfad der Tränen will er wandern – aber nicht ohne seinen Esel.

                          *

"Donkeyote" hat schon eine kleine internationale Karriere hinter sich: Im März 2017 gewann er den Publikumspreis des Dokumentarfilmwettbewerbs beim Filmfestival in Málaga. Im April folgten der Prix Luna beim Festival de films européens de Paris (L’Europe autour de l’Europe) sowie eine Lobende Erwähnung im Wettbewerb um den Hauptpreis des Festivals, den Prix Sauvage.

Blind & Hässlich

Spielfilm, Deutschland 2017

Programmreihe: Neues Deutsches Kino

Vorführungen:
Sonntag, 25. Juni 2017, 19.30 Uhr, Gasteig Carl-Amery-Saal (Pressevorführung)
Montag, 26. Juni 2017, 17.00 Uhr, ARRI Kino
Donnerstag, 29. Juni 2017, 22.30 Uhr, Münchner Freiheit 1
Samstag, 1. Juli 2017, 19.30 Uhr, ARRI Kino

Regie        Tom Lass
Buch      Tom Lass, IIinca Florian
Kamera          Jieun Yi
Schnitt        Tom Lass, Daniel Hacker, Maja Tennstedt
Musik      Leonard Petersen
Ton       Johannes S. Ziringer, Valentin Finke
Szenenbild        Paola Yanarella
Produktionsleitung       Edgar Derzian
Edgar Derzian     Lasse Scharpen
Produktion         SHPN3 Filmproduktion in Koproduktion mit LassBros
und ZDF/ Das kleine Fernsehspiel
Redaktion          Christian Cloos
Länge       96 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller      

Jona        Naomi Achternbusch
Ferdi          Tom Lass
Cécile          Clara Schramm
Hauswart            Peter Marty
Björn         Dimitri Stapfer
Frau Schopf     Eva Löbau
Dodo     Daniel Zillmann
WG-Bewohnerin     Anna Brüggemann
Augenarzt       Robert Gwisdek
Moa  Julius Feldmeier
Autokäufer       Dietrich Brüggemann
Straßenschönheit   Amelie Kiefer
Polizist      Axel Ranisch
Billie Jean      Martina Schöne-Radunski
Polizistin     Karin Hanczewski
Mama      Naomi Krauss
und andere

 

Inhalt

"Blind & Hässlich" feiert seine Premiere beim Filmfest München 2017.

Ferdi will unbedingt eine Freundin. Aber er findet sich zu hässlich. Doch eines Tages trifft er Jona. Jona ist blind, und sie mag Ferdi. Ferdi glaubt, sie möge ihn nur, weil sie ihn nicht sehen kann.

Aber zum ersten Mal in Ferdis Leben gibt es Grund zur Hoffnung. Was er nicht weiß: Jona gibt nur vor, blind zu sein, weil sie billig in einer Blinden-WG wohnen will. Sie ist von zuhause abgehauen, um ihr Abitur hinzuschmeißen, und brauchte dringend eine Wohnung.

Nun wohnt sie bei ihrer Cousine Cecile im Blindenwohnheim und spielt blind. Und wenn Ferdi das rausfindet, bringt er sich vermutlich um. Wie lange kann Jona diese Täuschung aufrechterhalten? Wie kann die Liebe, die ja angeblich eh blind macht, so überhaupt funktionieren?

Regisseur Tom Lass schaut genau hin, drehte mit blinden Darstellern und alten Berliner Bekannten, übernahm die Hauptrolle – und würdigt eine Wahrnehmung der Welt jenseits unserer Sichtweisen.

                        *

Tom Lass, 1983 in München geboren, erhielt im Alter von 15 Jahren erste Engagements als Schauspieler und ist seit 2005 auch hinter der Kamera als Produktionsassistent und Fahrer, Aufnahmeleiter und Regie-Assistent tätig. 2009 entstand sein erster improvisierter Low-Budget-Spielfilm "Papa Gold", der für den Max-Ophüls-Preis und den First Steps-Award nominiert war und unter anderen mit dem Preis des Verbands der deutschen Filmkritik bei "Achtung Berlin" ausgezeichnet wurde. 2011 folgte sein zweiter Spielfilm "Käptn Oskar", der unter anderem. beim Oldenburger Filmfestival den Hauptpreis erhielt und dessen Hauptdarstellerin mit dem Seymour Cassel Award ausgezeichnet wurde. "Blind & Hässlich" ist sein dritter Spielfilm, zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit einer Fernsehredaktion.

Naomi Achternbusch wurde 1994 in München geboren. Sie ist die Tochter des Filmemachers Herbert Achternbusch. "Blind & Hässlich" ist ihre erste Hauptrolle in einem Spielfilm.

Clara Schramm wurde 1999 in Potsdam geboren. Sie wurde in einem deutschlandweiten Casting-Aufruf unter Blinden und sehbehinderten Menschen entdeckt und für die Rolle der Cécile besetzt.

Statement von Tom Lass: "Blind & Hässlich" ist ein Film über das Lügen. Ein ehrlicher Film über die verlogene Welt, in der wir leben; ein Film, der Hoffnung machen soll und dabei scheitert. Denn am Ende siegt die Liebe über die Wahrheit und die Wahrheit steht da, völlig überfordert, und beschließt, einfach aufzugeben. Denn die Wahrheit muss wohl einsehen, dass sie überbewertet ist, und subjektiv. Es gibt keine absolute Wahrheit, sondern nur unsere Wahrnehmung der Realität, wie sie von unseren Sinnesorganen übersetzt in unser Bewusstsein gelangt. Wenn eins dieser Organe fehlt, verändert das maßgeblich unser Bild dieser Realität. Wenn in Wahrheit aber jemand nur so tut, als würde es fehlen, verändert das unser Bild von diesem Menschen – besonders wenn wir die Wahrheit erfahren. In diesem Moment müssen wir all unsere vermeintlichen Fakten hinterfragen und erfahren vielleicht eine ganz neue Wahrheit über uns. Als ich diesen Film machen wollte, war ich auf der Suche nach der Wahrheit, musste aber feststellen, dass ich nie einen Film drehen werde, wenn ich nicht anfange zu lügen. Hier stehe ich nun.

Detour

Thriller, Deutschland 2017

Programmreihe: Neues Deutsches Kino

Vorführungen:
Samstag, 24. Juni 2017, 22.00 Uhr, ARRI Kino
Sonntag, 25. Juni 2017, 20.00 Uhr, HFF AudimaxX
Mittwoch, 28. Juni 2017, 22.30 Uhr, HFF Kino 1
Donnerstag, 29. Juni 2017, 12.30 Uhr, HFF Kino 1 (Pressevorführung)

Regie    Nina Vukovic
Buch und Schnitt         Nina Vukovic, Benjamin Talsik
Kamera          Tobias von dem Borne
Ton         Kai Ziarkowski
Szenenbild      Uli Friedrichs
Musik        Leonard Peterson
Produktionsleitung        Simon Rühlemann
Herstellungsleitung        Jakob Neuhäusser
Produzent        Benjamin Talsik
Produktion          Siamanto Film GmbH in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel und DFFB;
mit Unterstützung des Medienboards Berlin-Brandenburg
Redaktion      Jörg Schneider
Länge 80 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Alma    Luise Heyer
Jan         Alex Brendemühl
Bruno    Lars Rudolph
Juri     Ilja Bultmann
und andere

 

Inhalt

Alma und Jan haben eine Affäre, doch Jan will sich nicht dazu bekennen. Um ihn zu zwingen, zu ihrer Beziehung zu stehen, nimmt Alma Jans kleinen Sohn Juri heimlich mit auf eine Reise. Mit dem Lieferanten Bruno fahren die beiden nach Berlin. Auf einer Raststätte versucht Bruno, Alma auf unbeholfene Weise näher zu kommen, doch sie blockt ab. Damit verletzt Alma ihn unwissentlich derart, dass er alle Hemmungen fallen lässt. Während Bruno bis dahin nur heimlich mit der Hoffnung spielte, Kontakt zu knüpfen, will er sich nun nehmen, was ihm verweigert wurde.

                    *

"Detour", ein Spielfilm in Koproduktion mit dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel, ist ein Psychothriller für die Reihe "Stunde des Bösen" und Nina Vukovics Abschlussfilm an der DFFB. Ihr erster Langfilm als Drehbuchautorin von "Nimmermeer" gewann den Studenten-Oscar 2007. Zusammen mit dem Produzent und ehemaligen Verleih-Marketingmanager Benjamin Talsik  gründete sie die Siamanto Film GmbH.

Luise Heyer ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie von 2006 bis 2010 an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Ihr Kinodebüt gab sie 2011 mit "Westwind" von Robert Thalheim und ist seitdem beständig in Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen; unter anderem spielte sie in Edward Bergers "Jack" und 2015 in Rosa von Praunheims "Härte". Für ihre Darstellung in "Fado" unter der Regie von Jonas Rothlaender wurde Luise Heyer 2016 unter anderem als beste Nachwuchsdarstellerin für den Max Ophüls Preis und 2017 für den Preis der deutschen Filmkritik nominiert.

Lars Rudolph, geboren in Wittmund/Ostfriesland, studierte an der Universität Oldenburg Musik als Trompeter (hauptsächlich Jazz) und zog in den späten 80ern nach New York, um sich einer Gruppe von Musikern um John Zorn anzuschließen. 1994 gab er sein Schauspieldebüt an der Volksbühne unter der Regie von Christoph Schlingensief. 1997 erhielt er den Max Ophüls Preis als bester Nachwuchsdarsteller in "Edgar" und den Preis der deutschen Filmkritik als bester Nachwuchsdarsteller in "Not a Love Song". Für seine Rollen in "Fette Welt" und "Der Krieger und die Kaiserin" wurde er für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Alex Brendemühl, geboren in Barcelona, absolvierte eine Schauspielausbildung an der Real Escuela de ARTE Dramático (RESAD) in Madrid. Seit Mitte der 1990er Jahre war Brendemühl in zahlreichen spanischen Fernsehserien und Kinofilmen zu sehen. 2010 wurde er mit dem Premio Gaudi (katalanischer Filmpreis) als bester Hauptdarsteller für "Die zwei Leben des Andrés Rabadán " ausgezeichnet. Im deutschen Fernsehen war Alex Brendemühl unter anderem in der ZDF-Krimireihe "Kommissarin Lucas" zu sehen.

Lucky Loser – Ein Sommer in der Bredouille

Spielfilm, Deutschland 2017

Programmreihe: Neues Deutsches Kino

Vorführungen:
Samstag, 24. Juni 2017, 19.30 Uhr, Gasteig Carl-Amery-Saal (Pressevorführung)
Sonntag, 25. Juni 2017, 17.00 Uhr, ARRI Kino
Dienstag, 27. Juni 2017, 10.00 Uhr, HFF Kino 1
Freitag, 30. Juni 2017, 20.00, Uhr, Münchner Freiheit 1

Buch und Regie          

Nico Sommer    

Kamera        Thomas Förster
Ton         Tim Stephan
Szenenbild        Nadine Schmidt
Schnitt        Nico Sommer, Carlotta Kittel
Producerin          Katharina Possert
Produzent       Boris Schönfelder
Produktion          Neue Schönhauser Filmproduktion in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel; mit
Unterstützung durch Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein und Medienboard Berlin-Brandenburg
Redaktion      Christian Cloos
Länge      94 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Mike      Peter Trabner
Claudia     Annette Frier
Hannah         Emma Bading
Thomas         Kai Wiesinger
Otto           Elvis Clausen
Ronald      Harald Polzin
Herr Hartmann      Gustav Peter Wöhler
Achim      Andreas Hoppe
Rosi     Ursula Werner
Kellnerin    Katharina Schlothauer

    

Inhalt

Bei Mike läuft's alles andere als rund: Wohnung weg, Job eine Einbahnstraße und zu allem Übel schlägt sein kleines Loser-Herz immer noch für Ex-Frau Claudia. Für ihn ist es nur eine neunjährige Beziehungspause, für Claudia ist Mike jedoch eine Katastrophe auf zwei Beinen. Zumal sie seit Jahren mit Thomas liiert ist und ein spießiges Vorstadtleben führt. Als die gemeinsame Teenie-Tochter Hannah plötzlich beschließt, zu ihrem Dad zu ziehen, steckt Mike in der Bredouille. Wo sollen sie bloß hin? Notgedrungen geht’s auf einen Campingplatz. Dort tauchtzu Mikes Entsetzen noch Hannahs heimlicher Freund Otto auf. Chaos ahnend, macht sich auch Claudia auf den Weg. Das Durcheinander ist perfekt, doch Mike wittert seine zweite Chance.

                     *

Kann ein Loser lucky sein? Provokant, charmant und mit der perfekten Prise an schwarzem Humor und Tiefgang erzählt Regisseur Nico Sommer in seiner Komödie "Lucky Loser" aus dem Leben von Mike: Fünfzig, wohnungslos, das Herz am rechten Fleck – und auf der Suche nach der wahren (alten) Liebe. Für die Hauptrolle des hoffnungslosen Romantikers Mike, der den Kopf nicht in den Sand steckt, entschied sich Nico Sommer für die Improvisationsikone Peter Trabner ("Dicke Mädchen", "Alki Alki"), mit dem er bereits bei "Silvi" und "Familienfieber" erfolgreich zusammengearbeitet hat. Als Mikes karrierefokussierte Ex-Frau konnte Publikumsliebling Annette Frier ("Danni Lowinski") gewonnen werden, die mehrfach mit dem Deutschen Fernsehpreis sowie dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet wurde.  Nico Sommer, dessen bisherige Arbeiten durch eine halb-improvisierte Inszenierung geprägt waren, arbeitet hier erstmals mit einem Drehbuch. Er zeigt, dass zwar Campingwagen rosten, aber alte Lieben eben nicht.

Statement Nico Sommer: Ein "Lucky Loser" ist für mich nur vordergründig ein Verlierer. Vielmehr stellt er sich im Nachhinein als "Gewinner" oder zumindest als "Bester Verlierer" heraus. Dahinter steckt aber auch die Überlegung, dass man nicht reich und erfolgreich sein muss, um sich glücklich zu fühlen oder sich ein glückliches Leben aufzubauen. Das war mir wichtig.

"Lucky Loser" erzählt die Geschichte von der Reifung eines "Losers" hin zu einem "Helden des Alltags", der ein respektables Leben in Anständigkeit führt, ohne dabei unterzugehen. Den Blick auf den vermeintlichen Verlierer der Gesellschaft, den kleinen Mann von nebenan, kann ich so vielleicht ein klein wenig in den Vordergrund stellen. Für eine zweite Chance ist es nie zu spät.

Meine beiden ersten Spielfilme "Silvi" und "Familienfieber" sind No-No-Budget-Filme und komplett ohne Fördergelder oder Fernsehsender entstanden. "Lucky Loser" hingegen hat den ganz klassischen Weg der Finanzierung genommen, allerdings einen sehr schnellen: Insgesamt sind nur drei Jahre vergangen, von der ersten Idee bis zur Filmpremiere. Das hat vor allem auch damit zu tun, dass wir mit dem Kleinen Fernsehspiel vom ZDF einen tollen Partner an der Seite hatten, der von Anbeginn an das Projekt geglaubt hat. Außerdem gab es bei diesem Projekt ein Drehbuch mit ausgeschriebenen Dialogen. Bei meinen beiden ersten Filmen war Improvisation ein viel stärkerer Faktor, obgleich wir auch bei "Lucky Loser" an vielen kleinen Stellen improvisieren konnten.

A Thought of Ecstasy

Neo-Noir, Erotik-Drama, Deutschland 2017

Programmreihe: Neues Deutsches Kino

Vorführungen:
Samstag, 24. Juni 2017, 12.30 Uhr, HFF AudimaxX (Pressevorführung)
Sonntag, 25. Juni 2017, 22.00 Uhr, ARRI Kino (Premiere)
Dienstag, 27. Juni 2017, 22.30 Uhr, HFF AudimaxX
Donnerstag, 29. Juni 2017, 17.30 Uhr, HFF Kino 1

Regie       RP Kahl
Buch    RP Kahl, Torsten Neumann
Kamera         Markus Hirner
Ton        Peter Memmer
Schnitt          Peter Loewe, Angelo Wemmje, Diana Zolotarova
Musik      Moderat, Gajek
Produzenten      RP Kahl, Torsten Neumann
Produktion      Studio RPK in Koproduktion mit Independent Partners Film und ZDF/ 3sat;
mit Unterstützung von BKM und Nordmedia
Redaktion      Daniel Schössler
Länge     90 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Liz Archer       Deborah Kara Unger
Frank Patrick    RP Kahl
Marie    Lena Morris
Nina      Ava Verne
Radio Moderator     Buddy Giovinazzo
Skid       Karim Cherif

 

Inhalt

August 2019. Frank erkennt in einem neu erschienenen Buch seine eigene zwanzig Jahre zurückliegende Geschichte wieder: Seine Erinnerungen an Marie, mit der er in Deutschland eine Beziehung hatte, bevor sie aus seinem Leben nach Amerika verschwand. Auf der Suche nach ihr kommt Frank in ein Land, das unter einer erdrückenden Hitzewelle erstarrt und sich in Misstrauen und politischer Paranoia verliert. Er begibt sich auf eine Reise in die Wüste, auf den Spuren von Maries Leben.

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Inspiriert von George Bataille und Jean Baudrillard, schickt Regisseur RP Kahl seinen Protagonisten zu den sphärischen Klängen und treibenden Beats der Berliner Electro-Acts Moderat und Gajek auf einen Neo-Noir-Trip in eine sonnendurchflutete Welt aus Verführung und Todessehnsucht.

RP Kahl, 1970 in Cottbus geboren, studierte an der Hochschule für Schauspielkunst "E. Busch" Berlin, Außenstelle Rostock, und arbeitet seit 1990 als Schauspieler. Im Jahr 1995 wechselt er auch hinter die Kamera. Er produzierte den Spielfilm "Silvester Countdown" von Oskar Roehler (Hypoförderpreis Filmfest München 1997). Gemeinsam mit Luggi Waldleitner produzierte Kahl sein Spielfilm-Regiedebüt "Angel Express" (Filmfest München 1998). Mit Torsten Neumann entwickelte er das Projekt "99Euro Films". 2005 war er beim Münchner Filmfest mit seinem Dokumentarfilm "Mädchen am Sonntag" zu Gast. Daneben entstehen Musikvideos, Theaterproduktionen, Performances und Videokunstarbeiten. Kahl unterrichtet an verschiedenen Hochschulen und Universitäten.

Deborah Kara Unger, 1966 in Vancouver/British Columbia geboren, studierte zunächst Wirtschaft und Philosophie an der University of British Columbia, bevor sie als erste kanadische Schauspielerin in das australische National Institute of Dramatic Art aufgenommen wurde. Dem internationalen Publikum bekannt wurde Deborah Kara Unger unter anderem durch Rollen in David Cronenbergs "Crash" und David Finchers "The Game".

Der gute Bulle

Fernsehfilm, Deutschland 2017

Programmreihe: Neues Deutsches Fernsehen

Vorführungen:
Dienstag, 27. Juni 2017, 19.00 Uhr, Rio 1
Donnerstag, 29. Juni 2017, 13.30 Uhr, Gasteig Carl-Amery-Saal

Buch und Regie     Lars Becker
Kamera       Andreas Zickgraf
Schnitt     Eva Schnare
Musik      Hinrich Dageför, Stefan Wulff
Szenenbild         Susanne Dieringer, Yasmin Khalifa
Kostüme      Fana Becker
Ton       Michael Eiler
Produzenten   Bettina Wente, Wolfgang Cimera
Redaktion    Daniel Blum
Länge      ca. 90 Minuten

 

Eine ZDF-Auftragsproduktion der Network Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH & Co. KG

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Fredo Schulz      Armin Rohde
Milan Filipovic        Edin Hasanovic
Lola Karras         Nele Kiper
Paul Schellack        Johann von Bülow
Gregor Bukowski        Thomas Lawinky
Roland Bischoff        Axel Prahl
Melissa Bols      Melika Foroutan
Jimmy Olsen      Max Simonischek
Ringo Lambertz       Mark Keller
Edith Bischoff      Gaby Dohm
Felix Montabaur Jr.         Thomas Heinze
Ashley Bols   Amala Fischer
und andere

 

Inhalt

Ein Papierschirmchen lockt die Aufmerksamkeit von Fredo Schulz, als ihn die Hauptkommissare Milan Filipovic und Lola Karras an der Nordsee aufsuchen. Ashley Bols, ein siebenjähriges Mädchen, ist verschwunden. Schon das dritte. Die letzten beiden konnte Schulz nicht retten. Sie wurden bis heute nicht gefunden, aber Schulz weiß einfach, dass sie tot sind. Er weiss auch, wer der Täter ist: Roland Bischoff. Bischoff ist kein normaler Sexualstraftäter, sondern ein verklemmter, hochkrimineller, besitzergreifender Psychopath. Der hat Schulz damals nur dreckig ins Gesicht gelacht, als der ihn nach den beiden Mädchen fragte, von denen es als einzige Spur ein buntes Eisbecher-Papierschirmchen gab. Schulz schlug zu. Bischoff wurde freigesprochen, Schulz suspendiert.

Und jetzt ist es wieder passiert. Schulz schmeißt seine verschlissenen Anzüge in einen Koffer, seinen Flachmann – vorerst – in die Ecke und zieht die Tür zu seinem Wohnwagen zu. In Berlin bringt er die Sonderkommission auf Trab, doch die Zahl der möglichen Verdächtigen ist groß. Der Druck wächst mit jeder Stunde. Und dann ist da auch noch Schulz' persönlicher Alptraum, der in seinem Kühlschrank sitzt und ihn anlacht: der Alkohol.

Der Polizist, der Mord und das Kind

Drama / Fernsehfilm, Deutschland 2017

Programmreihe: Neues Deutsches Fernsehen

Vorführungen:
Dienstag, 27. Juni 2017, 18.00 Uhr, Gloria Plast
Donnerstag, 29. Juni 2017, 15.00 Uhr, HFF Kino 1

Regie     Johannes Fabrick
Buch        Dorothee Schön
Kamera        Helmut Pirnat
Ton           Daniel Seiler
Szenenbild           Gabi Pohl
Schnitt       Simon Blasi
Musik       Manu Kurz
Produktionsleitung        Barbara Josek
Produzentin       Kirsten Hager
Redaktion         Karina Ulitzsch
Länge     89 Minuten

      

Eine ZDF-Auftragsproduktion der Hager Moss Film

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Carlos Benede    Matthias Koeberlin
Alexander, 11        Joshio Marlon
Valerie       Stefanie Stappenbeck
Alexander, 17     Vincent zur Linden
Herr Jacobs       Michael Wittenborn
Rechtsanwältin Zech     Barbara Auer
Evi     Jutta Speidel
Chefin von Carlos        Johanna Bittenbinder
Gordana Mitrovic      Tamara Simunovic
Veljko Mitrovic         Ilir Rexhepi
und andere 

 

Inhalt

Als Opferschutzkommissar betreut Carlos Benede immer wieder Kinder, die Zeugen des Mordes an einem Elternteil wurden. So auch den elfjährigen Alexander, dessen Vater Alexanders Mutter erstochen hat. Das Ausmaß der Traumatisierung des Jungen ist unklar. Seine Aussage ist für die Aufklärung des Tathergangs und die Festsetzung des Strafmaßes jedoch entscheidend. Benede soll Alexander durch die nächste Zeit und den Prozess begleiten. In aller Verantwortung kümmert er sich um den Jungen. Und der ist ungewöhnlich stark: Zur Überraschung seiner Anwältin und aller Beteiligten, will er seinen Vater im Gefängnis befragen und an dem gesamten Prozess teilnehmen.

Benede wird Alexander schließlich adoptieren. Und Jahre später einen weiteren Jungen, der das Gleiche wie Alexander erleben musste.

"Der Polizist, der Mord und das Kind" ist die wahre Geschichte einer gelingenden Beziehung unter schwierigsten Umständen.

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Für Johannes Fabrick und Dorothee Schön ist dies nach "Der letzte schöne Tag" die zweite Zusammenarbeit, alle mit HagerMoss. Beide Macher wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und internationalen Preisen. Bei Dorothee Schön sind vor allem "Frau Böhm sagt nein", "Der Minister" und zuletzt "Charité" zu nennen. Für Johannes Fabrick "Ein riskantes Spiel", "Tödlicher Rausch" und zuletzt "Zweimal Lebenslänglich". Beide, Dorothee Schön und Johannes Fabrick, zeichnen sich durch starke Figurenarbeit aus.

Matthias Koeberlin trägt die Hauptrollen in beiden ZDF-Krimireihen "Marthaler" und "Die Toten vom Bodensee". In "Charité" verkörperte er den Forscher Emil von Behring. Ausgezeichnet wurde Matthias Koeberlin unter anderem auch für Komödie und Hörspiel.

Statement von Dorothee Schön: Die Lebensgeschichte von Carlos und Alexander Benede ist ein Glücksfall in schwierigen Zeiten. Sie erzählt, wie Menschen an Schicksalsschlägen nicht zerbrechen, sondern daran reifen, weil sie bereit sind, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Das zu erfahren durch die Arbeit an diesem Film, war für mich Inspiration und Ermutigung.

Statement von Johannes Fabrick: In seiner unaufgeregten Art, Kindern in ihrem schier unfassbar schweren Schicksal helfend zur Seite zu stehen, hat mich Carlos Benede sehr berührt. Es war mir eine Ehre, diese Lebensgeschichte filmisch würdigen zu dürfen.

Verräter – Tod am Meer

Fernsehfilm, Deutschland 2017

Programmreihe: Neues Deutsches Fernsehen

Vorführungen:
Freitag, 23. Juni 2017, 19.00 Uhr, Rio 1
Samstag, 24. Juni 2017, 11.00 Uhr, Gasteig Carl-Amery-Saal

Regie     Franziska Meletzky
Buch        Stefanie Veith und Nils Willbrandt, nach einem
Roman von Christa Bernuth
Kamera      Bella Halben
Schnitt     Jürgen Winkelblech
Musik     George Kochbeck
Szenenbild    Irene Edenhofer-Welzl
Kostümbild     Stefanie Bieker
Maskenbild         Anette Keiser, Tanja Holznagel
Ton           Benjamin Schubert
Herstellungsleitung  Andrea Wetzel
Producerin       Valeria Pauz
Produzentin      Rima Schmidt
Redaktion        Solveig Cornelisen, Caroline von Senden
Länge     ca. 90 Minuten

 

Eine Koproduktion des ZDF mit H & V Entertainment mit Unterstützung des
FFF Bayern und der FF Hamburg Schleswig-Holstein.

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Martin Franzen         Albrecht Schuch
Nina     Hannah Herzsprung
Gerd      Christian Redl
Andreas Jerichow     Stephan Kampwirth
Lars Janson     Marek Harloff
Harry       Anian Zollner
Claus Stutthalter        Uwe Preuss
Paul Schön      Jan Messutat
Gabriele Varela        Jule Ronstedt
Vera Langenbehn       Hedi Kriegeskotte 
und andere

 

Inhalt

DDR, 1988. Volkspolizist Martin Franzen hat Dienst, als eine Frauenleiche aus der Ostsee gezogen wird. Das Opfer, Johanna Schön, ist durch Schüsse gestorben. Alles deutet auf missglückte Republikflucht hin. Doch bei den Ermittlungen stößt Martin auf Ungereimtheiten. Dann stirbt auch noch ein wichtiger Zeuge. Angeblich ist es Selbstmord, und die Stasi übernimmt den Fall. Aber Martin ermittelt heimlich weiter. Ein rätselhafter Brief, den Johanna Schön noch kurz vor ihrem Tod geschrieben hat, führt ihn nach Berlin zu Nina. Martin ist von der geheimnisvollen Frau fasziniert. Ihm wird schnell klar, dass Nina etwas Wichtiges über Johanna verschweigt. Er ahnt, dass sie und das Opfer eigentlich beide aus der BRD stammen. Als er bei Nina Dokumente über die RAF findet, weiß er nicht mehr, wem er vertrauen kann. Gegen alle Vernunft entscheidet sich Martin, mit Nina zu fliehen, und gerät zwischen alle Fronten.

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Statement der Redaktion: Wie wird aus einem braven Volkspolizisten auf Rügen ein Staatsfeind, der sowohl von der Stasi als auch vom BND gejagt wird? In den späten 1980ern belauern sich die beiden deutschen Staaten. Niemand weiß, ob Gorbatschows Perestroika mehr als ein Hoffnungsschimmer ist. In der Welt des Volkspolizisten Martin Franzen spielt all das keine Rolle, bis die Tote am Strand gefunden wird. Noch ahnt er nicht, dass ihn dieser Fall ins Herz einer deutsch-deutschen Verschwörung führen wird. Doch bald schon muss er sich fragen, wem er noch vertrauen kann. Der Film "Verräter – Tod am Meer" lotet aus, was Haltung bedeutet, wenn Verrat die Währung der Macht ist.

Statement von Franziska Meletztky: Eine Geschichte aus meiner Heimat: das Leben, das mir damals in der DDR wie unter einem geheimen Code erschien und wo seltsame Sprachregeln galten. Auf der anderen Seite große private Vertrautheit und das bunte Leben! Diese Geschichte hat mich mit Theorien konfrontiert, die mir neu waren und in ihrer Konsequenz wahnsinnig und zugleich einleuchtend sind. Und es war immer diese Berührung, die mich faszinierte: Volkspolizist verliebt sich in RAF-Terroristin.

Statement von Rima Schmidt: "Verräter – Tod am Meer" basiert auf einem Roman von Christa Bernuth, einem spannenden Thriller mit zwei ambivalenten Protagonisten. Als Volkspolizist im DDR- Regime und als untergetauchte RAF-Terroristin laden sie den Zuschauer nicht per se zur Identifikation ein. Dennoch kommen wir den beiden langsam nahe, weil sie zu zweifeln beginnen. Beide sehen ihre Ideale verraten und fühlen sich dazu aufgerufen, gegen Unrecht aufzustehen. Es geht darum, Zivilcourage zu zeigen, auch wenn dies den Verlust der eigenen Existenz bedeutet. Ein hochaktuelles Thema, verpackt in einer spannenden und emotionalen (Liebes-)Geschichte, das war der Stoff, der uns als Produzenten sofort gereizt hat.
Der Film ist ein Gedankenexperiment, das historische Fakten mit Spekulationen mischt. Damit möchten wir den Zuschauer neugierig machen auf einen speziellen Aspekt der deutsch-deutschen Vergangenheit, der noch nicht aufgearbeitet ist.

FERDINAND VON SCHIRACH – SCHULD

Drei neue Folgen der Reihe, Deutschland 2017

Programmreihe: Neue Deutsche Serien

Vorführung: Samstag, 24. Juni 2017, 18.00 Uhr, Gloria Palast

Regie   Hannu Salonen                                                       
Buch     Niels Holle, André Georgi, Nina Grosse
Kamera                Wolf Siegelmann
Schnitt Simone Sugg-Hofmann
Musik Richard Ruzicka
Szenenbild Alexandra Pilhatsch
Kostüme Nici Zinell
Ton Rainer Plabst
Produzenten Oliver Berben, Jan Ehlert
Produktion MOOVIE GmbH
Redaktion Günther van Endert
Länge 3 x ca.45 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Friedrich Kronberg   Moritz Bleibtreu   
Frau Ansari    Laila Maria Witt

 

Die neuen Episoden knüpfen an die erste Staffel von "SCHULD" sowie an die ZDF-Miniserie "Verbrechen" an. Anwalt Friedrich Kronberg agiert im Zentrum des Spannungsfeldes, wer sich im juristischen wie auch moralischen Sinne schuldig gemacht hat. Dabei decken die ausgewählten Geschichten ein besonders breites erzählerisches Spektrum ab.

Die Folge "Das Cello" erörtert, ob das, was aus Liebe getan wird, wirklich immer jenseits von Gut und Böse geschieht. In "Anatomie" ist es der grausige Fund in einem Kofferraum, der aus einem Opfer einen potenziellen Täter macht. "Kinder" stellt die sprichwörtliche kindliche Unschuld der Unschuldsvermutung als solcher gegenüber.

 

Folge "Das Cello"

Die weiteren Rollen und ihre Darsteller

Theresa Tackler             Josefine Preuß
Leonhard Tackler      Louis Hofmann
Max Tackler   Juergen Maurer
Frau Adler     Nadine Wrietz
HK Seidel    Tim Wilde
KK Lang       Anton Weil
Etta Pohl      Judith Engel
und andere   

 

Folge "Anatomie"

Die weiteren Rollen und ihre Darsteller

Nico Hellmann      Samuel Schneider             
Frau Hellmann     Iris Berben
Hans-Jörg Wörner   Martin Brambach
Kommissar Weinhauer   Tom Wlaschiha
Chiara Ebert       Ruby O. Fee
Staatsanwältin   Stephanie Eidt
Richter    Lutz Blochberger
Polizistin Rohrbach   Anna Herrmann
und andere  

 

Folge "Kinder"

Die weiteren Rollen und ihre Darsteller

Holbrecht    Marcus Mittermeier
Miriam                     Natalia Belitski
Helena Meissner    Maria Dragus
Marina                     Bettina Stucky
Bernhard Meissner    Matthias Weidenhöfer
Marie Küster      Lara Zühlke
1. Richterin     Ute Willing
2. Richterin    Anna Stieblich
und andere   

TANNBACH – Schicksal eines Dorfes
Teil 4: Schatten des Krieges (Arbeitstitel)

Fernsehfilm, Deutschland 2017

Programmreihe: Neue Deutsche Serien

Vorführung: Donnerstag, 29. Juni 2017, 17:30 Uhr, Gasteig Carl-Orff-Saal

Regie Alexander Dierbach
Buch  Silke Zertz, nach einer Vorlage von Josephin und Robert von Thayenthal
KameraIan Blumers
Schnitt  Simon Blasi
MusikFabian Römer
Szenenbild         Knut Loewe
Kostümbild        Esther Amuser
Maskenbild   Jeanette Latzelsberger, Gregor Eckstein
Ton        Albrecht Harms
Herstellungsleitung        Rolf Wappenschmitt, Maren Landvogt
Produzenten     Gabriela Sperl, Quirin Berg, Max Wiedemann
Redaktion           Caroline von Senden,   Solveig Cornelisen
Länge    ca. 90 Minuten

 

Eine Koproduktion des ZDF mit Gabriela Sperl Produktion für Wiedemann & Berg Television und Wilma Film, gefördert vom FilmFernsehFonds Bayern (FFF), dem Filmanreizprogramm des tschechischen Staatlichen Kinematographie Fonds und der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) in Zusammenarbeit mit Beta Film.

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Anna Erler   Henriette Confurius
Georg von Striesow    Heiner Lauterbach
Rosemarie von Striesow        Anna Loos
Friedrich Erler      Jonas Nay
Hilde Vöckler        Martina Gedeck
Horst Vöckler       Robert Stadlober
Franz Schober          Alexander Held
Kathi Schober          Johanna Bittenbinder
Heinrich Schober           Florian Brückner
Gustl Schober             Maximilian Brückner
und andere       

 

Inhalt

"Tannbach" nimmt die Erzählbögen der ersten Staffel wieder auf und spannt sie vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs neu auf.

Die Fortsetzung des historischen Mehrteilers erzählt vom Dorf Tannbach, das seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Ost und West geteilt ist. Im Frühjahr 1961 zieht sich die Grenze mitten durchs Dorf und trennt die Familien. Als der Enkel des Bauern Franz Schober beim Spielen im Wald eine Granate findet und durch die Explosion stirbt, verhärten sich nicht nur die politischen Fronten. Auch im Dorf und in den Familien werden Schuldige gesucht. Franz Schober fragt sich, wie die Granaten in den Wald gekommen sind und hat bald den Grafen Striesow im Visier. Der Graf hingegen leidet darunter, seine Tochter Anna im Ostteil nur aus der Ferne zu sehen, ein Gespräch ist an der streng gesicherten Grenze nicht möglich. Trost findet er bei seiner neuen Liebe Rosemarie Czerny. Tochter Anna wiederum leitet zusammen mit ihrem Mann Friedrich Erler die LPG auf dem ehemaligen Gutshof ihrer Familie. Sie bemerkt irritiert, dass bei Friedrich Zweifel an der gerechten Sache wachsen.

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Statement der Redaktion: Wie erzählt man von der gemeinsamen und doch getrennten deutsch-deutschen Vergangenheit? Die Reihe "Tannbach" ist ein Versuch, beide deutsche Staaten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in einer gemeinsamen Erzählung zugänglich zu machen. Tannbach ist dabei ein fiktives, geteiltes Dorf. Die großen Blöcke des 20. Jahrhunderts, West und Ost, treffen hier in aller Härte aufeinander. Die Grenze mitten durch den Ort ist ein starkes Symbol der Unfreiheit. Aber was genau bedeutet die Teilung für die Menschen? Welche Ängste und Sehnsüchte verbergen sich im Schatten der Mauer? Tannbach ist ein Ort voller Verbote und voller Geheimnisse – auf beiden Seiten der Grenze. Die Reihe spürt dem nach und verfolgt die Spuren und Folgen einer Grenzziehung, die bis heute nachwirken. "Tannbach" erzählt so von der Hoffnung, die mörderische Logik des Kalten Kriegs zu überwinden.

Statement der Produzenten: Nach dem nationalen und internationalen Publikumserfolg und den vielen Preisen gehen wir mit "Tannbach", unserem geteilten Dorf zwischen Bayern und Thüringen, weiter in die 60er Jahre. Statt um Kalten Krieg und Atomsprengköpfe geht es in unserem Dorf um das kleine Glück, um familiäre Dramen. In West-Tannbach regieren bürgerliche Spießigkeit, Ordnung und Wohlstand. Der Osten ringt um den Aufbau der Neuen Zeit. Die deutsch-deutschen Geschichten, die Flüchtlingsschicksale und Dramen von damals, aber auch die kleinen Heldentaten unserer Protagonisten spiegeln unser Heute und zeigen: Mauern bringen weder Sicherheit noch Orientierung. Ganz im Gegenteil.

Statement von Alexander Dierbach: Die Entscheidung des ZDF, Tannbach fortzusetzen, war für mich, neben der großen Freude darüber, auch mit einer gehörigen Portion Respekt verbunden. Nach den 40er, 50er Jahren nun die Zeit der vollendeten Teilung Deutschlands und die Zeit des Kalten Krieges zu erzählen und das Figurenensemble in diese Zeit zu führen, erwies sich für mich als besonders erzählenswert, spannend und herausfordernd. Alternde Figuren auf ihrer Reise durch ein geteiltes Deutschland zu begleiten, ihre emotionalen Konflikte und Veränderungen zu beobachten und dabei die Entwicklung des Ensembles zu erleben, war für mich der große Reiz, erneut in den Kosmos Tannbach einzutauchen.

Es war einmal… nach Roald Dahl (Arbeitstitel)

(Revolting Rhymes)
Animationsspecial, Großbritannien, Deutschland 2016

Programmreihe: Kinderfilmfest

Vorführungen:
Dienstag, 24. Juni 2017, 15.00 Uhr, Gasteig Carl-Orff-Saal
Sonntag, 25. Juni 2017, 13.00 Uhr, HFF Kino 2 (Pressevorführung)
Mittwoch, 28. Juni 2017, 9.00 Uhr, Gasteig Carl-Orff-Saal

Buch und Regie     Jakob Schuh, Jan Lachauer
Vorlage        nach den Originalbüchern von  Roald Dahl (Illustration Quentin Blake)
Musik          Ben Locket, Terry Davies
Produzenten           Martin Pope, Michael Rose
Produktion        Magic Light Pictures
Koproduzenten     BBC, ZDF
Animation         Magic Light Pictures Berlin; Triggerfish Animation Studios Cape Town
Redaktion          Nicole Keeb, Nicolette Vormbruck
Länge      2 x 25 Minunten

 

Die Sprecher

Rob Brydon       Rolf, Banker Pig, King, Short Sister
Bertie Carvel       Mirror, Huntsman, Senior Dwarf, Prince
Gemma Chan         Snow White
Tamsin Greig      Babysitter, Miss Maclahose, Grandma
Rose Leslie        Red Riding Hood
Bel Powley      Cindy
David Walliams      Rex, Twig Pig, Tall Sister, Jack’s Mother
Dominic West       Wolf, Magic Fairy, Giant
Isaac Hempstead Wright          Jack

  

Inhalt

Das Animationsspecial für die ganze Familie entstand als Magic Light Pictures/BBC/ZDF-Koproduktion in Berlin und Südafrika. Die BBC strahlte das Programm Weihnachten 2016 im Hauptprogramm aus.

Die beiden miteinander verknüpften Specials basieren auf Roald Dahls berühmtem Gedichtband "Revolting Rhymes" und wurden von Magic Light Pictures, die in Zusammenarbeit mit dem ZDF bereits die großen Erfolge "Der Grüffelo", "Das Grüffelokind" und "Für Hund und Katz ist auch noch Platz" realisiert haben, produziert. Die fünf Märchen "Aschenputtel", "Hans und die Bohnenranke", "Schneewittchen", "Rotkäppchen" und "Die drei kleinen Schweinchen" wurden miteinander verwoben und durch die "Revolting Rhymes" des erzählenden Wolfes zu neuen, überraschenden Wendungen geführt.

PETZI – Endstation Wüste

Animationsserie, Deutschland 2017

Programmreihe: Kinderfilmfest

Vorführungen:
Donnerstag, 29. Juni 2017, 9:00 Uhr, Gasteig Carl-Amery-Saal
Samstag, 1. Juli .2017, 11:00 Uhr, Gasteig Carl-Amery-Saal

Regie    Johannes Weiland, Carsten Bunte
Buch     Marcus Sauermann
Ton         Christian Heck
Schnitt       Johannes Weiland
Musik        Jasmin Reuter
Produktionsleitung        Patrick Brennecke
Produzent         Carsten Bunte, Lars Sylvest
Produktion        Petzi Filmproduktion in Kooperation mit Egmont Publishing, Mondrian, Studio Soi, ZDF;
gefördert durch die MfG Filmförderung Baden-Württemberg
Redaktion       Götz Brandt
Länge         ca. 12 Minuten

 

Die Sprecher:  Luisa Wietzorek, Tim Sander, Ricardo Richter, Roland Hemmo, Léa Mirage

 

Inhalt

Mitten in der Wüste lebt Krokodil Paffhanna mit ihrer Mutter. Auf einer Lokomotive fährt sie immer im Kreis und kann sich nicht vorstellen, wie groß und schön die Welt ist: bis Petzi kommt.

Der kleine Bär will nicht gelten lassen, dass es viel zu gefährlich ist, die ausgefahrenen Wüstengleise zu verlassen. Stattdessen stiftet Petzi seine neue Freundin an, alles zu unternehmen, um samt Mama Krokodil der Enge des Wüstenbahnhofes zu entkommen.

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1977 wurde Johannes Weiland in Freiburg im Breisgau geboren. 1998 begann er sein Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg, wo er inzwischen Animation lehrt. Seit seinem Abschluss 2003, arbeitet er als Regisseur und Animator bei Studio Soi in Ludwigsburg und Studio AKA, London. Über die Jahre führte er Regie bei vielen preisgekrönten Filmen.

Carsten Bunte, geboren 1969, ist ein deutscher Filmproduzent, Animator und Drehbuchautor. Seit seinem Abschluss an der Filmakademie Baden-Württemberg 2003, ist Carsten Bunte geschäftsführender Gesellschafter des unabhängigen Animationsfilmstudios Studio

Der Autor Marcus Sauermann studierte Medienpädagogik, Philosophie und Germanistik. 2008 wurde Sauermann, gemeinsam mit den Regisseuren Jakob Schuh und Michael Sieber, für "Ernst im Herbst" mit dem Goldenen Spatz ausgezeichnet. 2010 erhielt er erneut den Goldenen Spatz, dieses Mal für den Kurzfilm "Der Kleine und das Biest". Der Film gewann außerdem den Kristall des Festival d’Animation Annecy, den Prix Jeunesse, den Cartoon d’Or 2011 sowie den von der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm verliehenen Kinderspielfilmpreis Emil.

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