Das ZDF auf der Berlinale 2016


Bereits zum 13. Mal ist das ZDF Medienpartner der Berlinale und in diesem Jahr mit besonders vielen Produktionen vertreten, darunter allein mit drei Filmen im Wettbewerb. Vom 11. bis zum 21. Februar 2016 gibt es eine umfangreiche Berichterstattung über die Internationalen Filmfestspiele in Berlin durch das ZDF und seine Partnerkanäle 3sat und ARTE.

    Texte

    Das ZDF und die 66. Berlinale

    Bereits zum 13. Mal ist das ZDF Medienpartner der Berlinale und in diesem Jahr mit besonders vielen Produktionen vertreten, darunter allein mit drei Filmen im Wettbewerb. Auch in diesem Jahr gibt es eine umfangreiche Berichterstattung über die Internationalen Filmfestspiele in Berlin durch das ZDF und seine Partnerkanäle.
    Umfassend werden die aktuellen Redaktionen der "heute", des "heute-journal" ebenso wie "Morgenmagzin","Volle Kanne", "Mittagsmagazin", "Drehscheibe Deutschland", "Leute heute" und "heute+" in Beiträgen, Live-Schalten und Interviews berichten. In der "aspekte"-Sendung am 12.2.2016 gibt es einen Berlinale-Schwerpunkt und am Dienstag, 16.2.2016, 0.50 Uhr, ein "aspekte extra" mit Gesprächsgästen, Einspielern und prominenten Musikern direkt von der Berlinale. Die Sendung am 19.2.2016 widmet sich ganz den Berliner Filmfestspielen. "Mona Lisa" beleuchtet die Szene "hinter dem Rampenlicht". Filmexpertin Sabine Schultz meldet sich wieder via Twitter von der Berlinale.
    Alle Berichte gebündelt sowie Interviews und Bilderstrecken sind unter berlinale.zdf.de zu finden.

    Berlinale 2016 auf 3sat

    Am 11. Februar werden die 66. Internationalen Filmfestspiele Berlin festlich mit einer Gala eröffnet, die 3sat live im Programm überträgt – wie schon in den zehn Jahren zuvor. Moderiert wird die Saalveranstaltung von Anke Engelke, die die Galas bereits seit einigen Jahren frech und charmant präsentiert.
    Rund um die Eröffnungsveranstaltung berichtet 3sat außerdem live vom Roten Teppich und aus dem Foyer des Berlinale Palasts: moderiert von Cécile Schortmann und Rainer Maria Jilg. Im Anschluss an die feierliche Eröffnungsgala gibt 3sat einen Überblick über das Programm zusammen mit der Journalistin und Filmkritikerin der ZEIT, Katja Nicodemus.
    Am 20. Februar werden in einer feierlichen ebenfalls von Anke Engelke moderierten Abschlussgala die Gewinner der Silbernen und des Goldenen Bären von den Jury-Mitgliedern verkündet. Direkt im Anschluss an die Preisverleihung fängt das 3sat-Team die Stimmung des Abends ein. Moderatorin Tina Mendelsohn spricht in exklusiven Interviews mit den Gewinnern.
    Während der Berlinale widmet sich die "kulturzeit" mit diversen Beiträgen dem Filmfest.

    ARTE: "Metropolis" auf der Berlinale

    Anlässlich der Internationalen Filmfestspiele widmet das europäische Kulturmagazin "Metropolis" der Filmstadt Berlin eine "Metropole der Woche". Berlinale-Chef Dieter Kosslick erzählt darin, wie es Berlin in den letzten Jahren geschafft hat, wieder auf die Landkarte des internationalen Filmbusiness zu kommen. Wir treffen Schauspielerin Nina Hoss, die sowohl in internationalen Großproduktionen wie der TV-Serie "Homeland" mitspielt als auch im Arthouse-Kino der "Berliner Schule" zu Hause ist. Jella Haase, die in dem deutschen Blockbuster "Fuck Ju Göthe" als prollige Schülerin Chantal Furore machte, freut sich über ihre Auszeichnung zum europäischen Shooting Star. Eine Ehre, die sie mit der Französin Lou de Lâage teilt – "Metropolis" trifft die aufregende Jungschauspielerin mit adeligen Wurzeln in ihrer Wahlheimat Paris. Und natürlich würdigt "Metropolis" den großen Altmeister unter den Kameraleuten: Michael Ballhaus. Er arbeitete mit Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder, Francis Ford Coppola und Martin Scorcese zusammen und erhält in diesem Jahr den goldenen Ehrenbären für sein umfassendes Lebenswerk.
    Sendetermin auf ARTE: Sonntag, 14. Februar, 16.50 Uhr

    Wettbewerb
    "24 WOCHEN"
    Spielfilm Deutschland 2016

    Vorführungen:
    Sonntag, 14.02.2016, 12.00 Uhr, Berlinale Palast - Pressevorführung
    Premiere: Sonntag, 14.02.2016, 19.00 Uhr, Berlinale Palast
    Montag, 15.02.2016, 10.00 Uhr, Haus der Berliner Festspiele
    Montag, 15.02.2016, 12.15 Uhr, Friedrichstadt Palast
    Montag, 15.02.2016, 18.00 Uhr, Friedrichstadt Palast
    Sonntag, 21.02.2016, 22.00 Uhr, Haus der Berliner Festspiele

    Buch: Carl Gerber, Anne Zohra Berrached
    Regie: Anne Zohra Berrached
    Kamera: Friede Clausz
    Schnitt: Denys Darahan
    Szenenbild: Janina Schimmelbauer, Fabian Reber
    Kostümbild: Bettina Werner
    Musik: Jasmin Reute
    Produzent: Melanie Berke, Tobias Büchner, Thomas Kufus
    Producer: Johannes Jancke, Tobias Ebner
    Produktion: zero one film in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel und der Filmakademie Baden Württemberg, gefördert von der Mitteldeutschen Medienförderung MDM
    Redaktion: Burkhard Althoff, ZDF Das kleine Fernsehspiel
    Länge: ca. 102 Minuten

    Rollen / Darsteller
    Astrid - Julia Jentsch
    Markus - Bjarne Mädel
    Beate - Johanna Gastdorf
    Nele - Emilia Pieske
    Kati - Maria Dragus
    u.a.

    Die Bühne, das Scheinwerferlicht - Astrid lebt und liebt ihren Beruf als Kabarettistin mit Hingabe, während ihr Mann und Manager Markus sie gelassen und gekonnt unterstützt. Doch als die beiden ihr zweites Kind erwarten, wird ihr sonst so durchgetaktetes Leben unerwartet aus der Bahn geworfen: Bei einer Routineuntersuchung wird Trisomie 21 festgestellt. Zunächst wissen beide nicht, wie sie damit umgehen sollen, doch sie entscheiden sich gemeinsam für ein Leben mit Down Syndrom.

    Mit der gleichen Stärke, mit der sie bisher ihren Alltag in der Öffentlichkeit gemeistert haben, bereiten sich die zukünftigen Eltern auf ein Leben mit einem behinderten Kind vor. Unverdrossen stellen sie sich dem Unverständnis und den hilflosen Reaktionen im Freundes- und Verwandtenkreis. Bald verliert die Diagnose ihren Schrecken und die Vorfreude auf das gemeinsame Kind kehrt zurück.
    Als dann im sechsten Schwangerschaftsmonat eine weitere Untersuchung das ganze Ausmaß der Behinderung sichtbar macht, trifft diese Nachricht die Eltern umso härter, und das Kartenhaus aus Mut und Optimismus droht zusammen zu stürzen.

    Wieder wollen Astrid und Markus alle Entscheidungen gemeinsam treffen, wieder wollen sie einen Weg finden. Aber die Prognose ist jetzt ungleich komplexer. Plötzlich stehen sie vor einem Gewissenskonflikt. Sie müssen entscheiden, ein schwer behindertes Kind zur Welt zu bringen oder die Schwangerschaft im sechsten Monat zu beenden. Im Staffellauf zwischen Diagnosen und Ratschlägen trennen sich ihre Meinungen. Wer kann wissen, ob das Kind wirklich leiden, ob sein Leben lebenswert sein wird? Die Suche nach der richtigen Antwort stellt alles in Frage: die Beziehung, den Wunsch nach einem Kind, ein Leben nach Plan. Umgeben von medizinischem Fachpersonal, Statistiken und Prognosen wird Astrid bewusst, dass nur sie, die ihr Kind in sich trägt, die Entscheidung treffen kann.

    Anne Zohra Berrached arbeitete nach ihrem Abschluss zur Diplom Sozialpädagogin im In- und Ausland als Theaterpädagogin und Regieassistentin. Ihren ersten Kurzfilm "Der Pausenclown" realisierte sie 2008, er wurde im WDR ausgestrahlt und eröffnete ihr den Weg an die Filmhochschule. Seit 2009 studiert sie Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Bereits im dritten Studienjahr entstand mit Unterstützung der ZDF-Redaktion Das kleine Fernsehspiel ihr erster fiktionaler Kinofilm "Zwei Mütter", der 2013 auf den 63. Internationalen Filmfestspielen Berlin den Regiepreis der Sektion "Perspektive Deutsches Kino", den "Dialogue en Perspective” gewann.
    Das Drehbuch zum Film schrieb Carl Gerber (ebenfalls Filmakademie Baden-Württemberg), die Kamera führte Friede Clausz (HFF München).
    Denys Darahan (Schnitt) und Johannes Jancke (Produktion) realisierten mit "24 WOCHEN" ebenso wie die Regisseurin ihren Abschlussfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg.

    Wettbewerb
    "Soy Nero"
    Drama, Deutschland, Frankreich 2016

    Vorführungen:
    Dienstag, 16.2.2016, 9.00 Uhr, Berlinale Palast (Presse)
    Premiere: Dienstag, 16.2.2016, 16.00 Uhr, Berlinale Palast
    Mittwoch, 17.2.2016, 9.30 Uhr, Friedrichstadt Palast
    Mittwoch, 17.2.2016, 12.00 Uhr, Haus der Berliner Festspiele
    Mittwoch, 17.2.2016, 18.00 Uhr, Friedrichstadt Palast
    Sonntag, 21.2.2016, 19.15 Uhr, Friedrichtsadt Palast

    Regie: Rafi Pitts
    Buch: Rafi Pitts, Razvan Radulescu
    Kamera: Christos Karamanis
    Ton: Stephan von Hase
    Schnitt: Danielle Anezin
    Szenenbild: Max Biscoe, Malek Jahan Khazai
    Produzenten: Thanassis Karathanos, Rita Dagher
    Produktion: Twenty Twenty Vision, Senorita Films, ZDF/ ARTE mit Unterstützung von Medienboard Berlin Brandenburg, FFA, Eurimages, CNC
    Redaktion: Holger Stern, Meinolf Zurhorst (ZDF/ARTE)
    Länge: ca. 110 Min.

    Rollen / Darsteller:
    Nero - Johnny Ortiz
    Jesus - Ian Casselberry
    Mercedes - Rosa Isela Frausto
    Seymor - Michael Harney
    Bronx - Aml Ameen
    Compton - Darrell Britt-Gibson
    Sgt. McCloud - Rory Cochrane
    u.a.

    Inhalt:
    Nero wird in einer Steinwüste, durch die die mexikanisch-kalifornische Grenze verläuft, beim illegalen Übertritt geschnappt. Dass er trotz mexikanischer Wurzeln in Los Angeles aufgewachsen ist und mit der Familie abgeschoben wurde, spielt für die "Border Patrol" keine Rolle. Beim nächsten Versuch klappt der Sprung über die Grenzmauer. Nero schlägt sich zu seinem Bruder Jesus nach L.A. durch, der scheinbar den amerikanischen Traum in einer Villa in den Hollywood Hills lebt. Doch als die Traumblase platzt, besinnt sich Nero auf seinen ursprünglichen Plan: Er heuert als "Greencard Soldier" – Soldaten, denen am Ende ihrer Dienstzeit eine unbefristete US Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in Aussicht gestellt wird – bei den amerikanischen Streitkräften an. Nun steht er mit anderen Jungs seines Alters an einem Checkposten im Niemandsland. Schwer bewaffnet kontrollieren sie die wenigen Autos, die sich in die Wüstenlandschaft verirren. Bis ein kriegerischer Überfall auf ihren Posten Nero einmal mehr zwingt, in die Wüste zu flüchten.
    Rafi Pitts ist einer der profiliertesten Filmemacher aus dem Iran. Seine Filme: u.a. "Die fünfte Jahreszeit" (1997), "It’s Winter" (2006) und "Zeit des Zorns" (2010) liefen auf den Festivals von Venedig und Berlin und erhielten zahlreiche Preise. Seit seinem Film "Zeit des Zorns", der im Umfeld der "grünen Revolution", das heißt während der Proteste gegen das iranische Regime nach der gefälschten Wahl 2009 spielt, dürfen seine Filme im Iran nicht mehr gezeigt werden. Er selbst kann nicht mehr in seine Heimat einreisen.
    Zeit des Zorns" war ursprünglich als Diptychon, mit zwei sich spiegelnden Geschichten geplant, von denen eine in Teheran und eine in Los Angeles spielen sollte. Der ursprüngliche Plan konnte durch die Ereignisse im Iran nicht verwirklicht werden, aber "Soy Nero" ist in gewissem Maße die späte Aufnahme dieser Grundidee. Hier wie dort geht es um eine junge, ihrer Chancen beraubte Generation, die an den staatlichen Strukturen und Regeln verzweifelt.

    Wettbewerb
    "Cartas da Guerra (Letters from War/ Briefe aus dem Krieg)"
    Portugal / Deutschland / Frankreich 2016

    Vorführungen:
    Sonntag, 14.2.2016, 9.00 Uhr (Presse)
    Premiere: Sonntag, 14.2.2016, 16.00 Uhr, Berlinale Palast
    Montag, 15.2.2016, 9.30 Uhr, Friedrichstadt Palast
    Montag, 15.2.2016, 22.30 Uhr, International
    Sonntag, 21.2.2016, 17.00 Uhr, Berlinale Palast

    Regie: Ivo M. Ferreira
    Buch: Ivo M. Ferreira, Edgar Medina nach"Leben, auf Papier beschrieben" von António Lobo Antunes
    Kamera: João Ribeiro
    Schnitt: Sandro Aguilar
    Produktion: O Som e a Fúria, Portugal
    Produzent: Luís Urbano
    Redaktion: Alexander Bohr (ZDF/ARTE)
    Länge: 101 Minuten

    Darsteller:
    Miguel Nunes (António), Margarida Villa-Nova, Ricardo Pereira, Simão Cayatte, João Pedro Morgado, João Pedro Vaz, Isac Graça u.a.

    Portugal im Sommer 1971. Nur sechs Monate nach seiner Approbation wird ein junger portugiesischer Arzt zum Militärdienst eingezogen und für zwei Jahre in den Kolonialkrieg nach Angola geschickt. Von einem Tag auf den anderen wird er aus seinem bisherigen Leben gerissen und findet sich wieder inmitten eines der am härtesten umkämpften Kriegsgebiete. Besonders die Trennung von seiner geliebten Frau, mit der er sich erst ein Jahr zuvor vermählt hat und die mit ihrem ersten Kind schwanger ist, stürzt ihn in schier unerträgliche seelische Qualen. Im Angesicht des ungewissen Ausgangs eines ebenso grausamen wie sinnlosen Krieges, von einem schäbigen Armeelager ins nächste ziehend, findet er einzig Zuflucht und Trost darin, fast täglich Briefe an seine Frau zu schreiben. Es sind Briefe voller Liebe und Poesie, die in hartem Kontrast stehen zum mörderischen Wahnsinn des Krieges, und ihm die Kraft geben zu überleben.
    Bei den Briefen, die Ausgangspunkt und Grundlage des hier vorliegenden Filmprojektes bilden, handelt es sich nicht um erfundene Briefe. Es sind jene Briefe, die der große portugiesische Schriftsteller António Lobo Antunes in seiner Zeit als Militärarzt von Januar 1971 bis März 1973 aus dem Krieg in Angola an seine Frau im fernen Lissabon geschrieben hat und die er 2005 unter dem Titel "Leben, auf Papier beschrieben. Briefe aus dem Krieg" veröffentlicht hat. Der portugiesische Kolonialkrieg in Angola, den Lobo Antunes hautnah miterlebte, war für ihn eine traumatische Erfahrung. Sein Leben lang hat er sich mit dieser Erfahrung auseinandergesetzt, seine Werke sind davon geprägt. In diesen Briefen jedoch hören wir zum ersten Mal seine persönliche Stimme aus jener Zeit, unverstellt, unzensiert, ganz privat. Umso erstaunlicher ist die Tatsache und geradezu als Sensation zu werten, dass dieser bedeutende Vertreter der Gegenwartsliteratur erstmals der Verfilmung eines seiner Bücher zugestimmt hat.
    Der junge portugiesische Regisseur Ivo Ferreira hat diese wunderschönen Texte mit atemberaubenden Schwarzweißbildern und hinreißender Musik zu einem poetischen und bildgewaltigen Filmwerk von herausragender künstlerischer Qualität verdichtet,  das zugleich Literatur, Kriegsbericht und Geschichte einer großen Liebe ist.
    Ivo Ferreira (1975 geboren in Lissabon) hat sich schon in jungen Jahren für das Kino begeistert und studierte Photographie und Audiovisuelle Kommunikation in Lissabon, an der London Film School und der Universität in Budapest. Auf einer Chinareise drehte er seinen ersten Dokumentarfilm O HOMEM DA BICICLETA – DIÁRIO DE MACAU, der den Publikumspreis des VII. International Meeting of Malaposta Documentary Film gewann und als bester Dokumentarfilm beim Festival Caminhos do Cinema Português (Wege des portugiesischen Kinos) ausgezeichnet wurde. 1998 drehte er einen ersten Kurzfilm: "O que foi"?, der auf dem Kurzfilmfestival in Vila do Conde preisgekrönt und für das Festival in Locarno ausgewählt wurde. Es folgte 2002 sein erster Langspielfilm, "Em Volta", der auf zahlreichen Festivals gezeigt wurde. Es folgten weitere Spiel- und Dokumentarfilme. "Briefe aus dem Krieg" ist sein vierter Spielfilm.

    Berlinale Classics
    "Der müde Tod"
    Deutschland 1921
    HD-restaurierte viragierte Fassung

    Vorführung:
    Freitag, 12.2.2016, 17.00 Uhr, Friedrichstadt Palast Berlin

    Regie: Fritz Lang
    Drehbuch: Thea von Harbou, Fritz Lang
    Kamera: Fritz Arno Wagner (venezianische, orientalische und chinesische Episode), Erich Nitzschmann (altdeutsche Episode), Hermann Saalfrank (altdeutsche Episode)
    Schnitt: Fritz Lang
    Musik (2015): Cornelius Schwehr / Auftragswerk von ZDF/ARTE
    Einspielung: Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB)
    Dirigent: Frank Strobel
    Produktionsleitung: Christian Schwalbe
    Redaktion: Nina Goslar (ZDF/ARTE)
    Filmrestaurierung: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden
    Länge: 94‘

    Rollen / Darsteller:
    Bernhard Goetzke - Tod / Gärtner El Mot / Bogner des Kaisers
    Lil Dagover - Mädchen / Kalifenschwester Zobeide / Mona Fiametta / Tiao Tsien
    Walter Janssen - Bräutigam / Franke / Francesco / Liang
    Rudolf Klein-Rogge - Derwisch / Girolamo
    Koproduktion von ZDF/ARTE, Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Deutschlandradio Kultur
    Der Film "Der müde Tod - ein deutsches Volkslied in 6 Versen" ist eine freie Adaption des deutschen Märchens vom Gevatter Tod, der einem jungen Mann die Chance gibt, den Tod zu besiegen. Fritz Lang erweiterte dieses Motiv um ein weiteres kinotaugliches - "Ist Liebe stärker als der Tod?" - und spielt dieses Motiv in drei Episoden durch, in denen eine junge Frau ihren Geliebten vor dem Tod zu retten versucht. Der Film wurde von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung restauriert und wird mit neuer sinfonischer Filmmusik von Cornelius Schwehr präsentiert, einem Auftragswerk von ZDF/ARTE.
    Von "Der müde Tod" ist keine historische Originalmusik überliefert. Deshalb wurde von der ZDF/ARTE-Filmredaktion eine neue Filmmusik bei Cornelius Schwehr in Auftrag gegeben. Er hat als Komponist zahlreiche Film-, Bühnen- und Hörspielmusiken (vor kurzem erst die prämierte Filmmusik für Zeit der Kannibalen – auf ARTE am 12.02.16) geschrieben. Filmkonzerte in der Gala-Reihe der Berlinale bereichern seit Jahren das Angebot des Filmfestivals und finden vorwiegend in Kooperation mit der ZDF/ARTE-Filmredaktion statt, wie Metropolis (2010), Oktober (2012) oder Das Cabinet des Dr. Caligari (2014) in der Philharmonie mit John Zorn an der Orgel.
    "Der müde Tod" entstand nach dem Ersten Weltkrieg und gilt als Reflexion auf die Traumata des Kriegsgeschehens. Er verbindet romantische Motive in der Rahmengeschichte mit stupenden Trickaufnahmen in den Episoden. Heute zählt "Der müde Tod" zur Liste der filmhistorisch wertvollen und förderungswürdigen Filme des Deutschen Kinemathekenverbunds. Grundlage für die digitale 2K-Restaurierung des Films ist ein Negativ des Museum of Modern Art in New York, das mit Material verschiedener Archivkopien ergänzt wurde. Die verlorenen Einfärbungen der Szenen wurden anhand zeitgenössischer Verleihkopien anderer Decla-Produktionen der gleichen Periode simuliert.

    Fritz Lang (1890 – 1976)
    Fritz Lang zählt zu den deutschsprachigen Regisseuren, die auch international hohes Renommée genießen. Filme wie "Metropolis" (1927), "M" (1931) oder "Das Testament des Dr. Mabuse" (1932) sind Klassiker der Filmgeschichte und heute noch im kollektiven Gedächtnis verankert. Lang startete seine Karriere in den 1920er Jahren bei Decla-Film, seine Stummfilme entstanden in Zusammenarbeit mit seiner damaligen Ehefrau Thea von Harbou. 1933 emigrierte Fritz Lang erst nach Frankreich, dann nach Hollywood/USA. Hier zählte er zu einer Reihe von europäischen Regisseuren, die es verstanden, ihre eigenen Themen (bei Lang u.a. Schuld, Verstrickung, Tod) geschickt mit der amerikanischen Realität zu verschmelzen, z.B. bei FURY (1936) und THE BIG HEAT (1953). Auch wenn sein Erfolg in der Emigration abnahm, prägte Fritz Lang wie kaum ein anderer deutscher Regisseur die Filmgeschichte mit seinen ästhetischen und technischen Innovationen.

    Forum Special
    "Chamissos Schatten"
    Deutschland 2016 

    Vorführung:
    Freitag, 12.2.2016, 10.00 Uhr, Haus der Berliner Festspiele

    Buch, Kamera, Regie: Ulrike Ottinger
    Schnitt: Bettina Blickwede
    Produktion: Ulrike Ottinger Filmproduktion in Koproduktion mit ZDF/3sat und rbb
    Redaktion: Udo Bremer (ZDF/3sat), Jens Stubenrauch (rbb)
    Länge: 720 Minuten

    Ulrike Ottingers neuester Film "Chamissos Schatten" führte sie 2014 in die weit entfernten Regionen des Beringmeers. Der Wind, die Wellen und das Interesse an den Menschen leiteten sie nach Kamtschatka, Tschukotka, Alaska und zur Inselkette der Aluten. Hier, weit im Norden, stoßen der eurasische und der amerikanische Kontinent aufeinander, und es bieten sich dem Auge spektakuläre Meeres- und Vulkanlandschaften. Hier kreuzen sich verwandte Ethnien und Kulturen, die von einer langen Geschichte kolonialer Überformungen geprägt sind und dennoch Teile ihrer indigenen Sprache und ihres alten Wissens bewahrt haben. Und hier kollidieren die wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der Einwohner und der globalen Politik.
    Angeregt von historischen Berichten berühmter Forscher wie Alexander von Humboldt, Georg Wilhelm Steller, Reinhold und Georg Forster und insbesondere Adelbert von Chamisso begab sich Ulrike Ottinger auf die Reise. Wie diese schrieb sie ihr eigenes Logbuch und machte beeindruckende Bilder, die die Landschaften, die Pflanzen und Tiere und die dort lebenden Menschen zeigen. Mit dem ihr eigenen künstlerisch-ethnographischen Blick verknüpft sie die historischen Berichte, Erkenntnisse und bildlichen Darstellungen mit ihren persönlichen Reisenotizen und Aufnahmen. So berühren sich Vergangenheit und Gegenwart im Film, werden historische und kulturelle Veränderungen deutlich. Ein Spannungsverhältnis entsteht zwischen damals und heute, das zeigt, wie untrennbar beides zusammengehört: So wie der Schatten und Peter Schlemihl, der ihn in Adelbert von Chamissos "Wundersamer Geschichte" erst verliert und ihm dann mit Siebenmeilenstiefeln über alle Kontinente nachjagt.

    Forum
    "Homo sapiens"
    Österreich / Deutschland 2016

    Vorführungen:
    Freitag, 12.2.2016, 19.00 Uhr, Delphi Filmpalast
    Samstag, 13.2.2016, 22.00 Uhr, CineStar 7
    Sonntag, 14.2.2016, 22.15 Uhr, Cubix 9
    Sonntag; 21.2.2016, 16.30 Uhr, CineStar 8

    Buch, Kamera, Regie: Nikolaus Geyrhalter
    Schnitt: Michael Palm
    Produktion: Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion in Koproduktion mit ZDF/3sat
    Redaktion: Udo Bremer (ZDF/3sat)
    Länge: ca. 80‘

    Das Abbild des Menschen als Mosaik in einer Art Tempel – das erste Bild von "Homo Sapiens" zeigt den historisch nicht einzuordnenden Versuch, ein zeitloses Portrait der Nachwelt zu hinterlassen. Aber der Tempel ist verlassen und die Natur nimmt Raum. Die Spuren der Menschen werden dadurch umso deutlicher sichtbar.

    In einer Montage von präzise komponierten, unbewegten Einstellungen erforscht der Film die Räume, die der Homo Sapiens für sich und seine Lebensweise entwickelt hat: Von der Fortbewegung zum Wohnen, vom Gesundheitssystem zur Erziehung, von der Kommunikation zur Unterhaltung, von der Religion zur Bestattung der Toten.

    Plätze auf der Erde, die wir heute schon wieder verlassen, aufgegeben oder vergessen haben. Oft bewegt der Wind die Blätter von Pflanzen oder Teile von sich auflösenden Gebäuden. Bisweilen regnet oder schneit es, was im Inneren eines Gebäudes eine völlig neue Wirkung zeitigt. Viele dieser Orte sind auch von Tieren, meist Vögeln, bewohnt. Und gelegentlich ist es Wüstensand, der leise durch ehemalige Wohnzimmer weht.

    In seinem Tschernobyl-Film "Prypiat", in "Unser Täglich Brot" oder angesichts der Festung Europa in "Abendland" hat Nikolaus Geyrhalter Handlungs-Spiel-Räume des Menschen vermessen. Mit "Homo Sapiens" beschreitet er, der Kraft seiner Bilder vertrauend, einen neuen, poetisch-essayistischen Weg. Indem der Film die Endlichkeit der Menschheit manifest macht, stellt er zeitlose Fragen: Was bedeutet Mensch-Sein im Verhältnis zur Welt, in der wir leben?

    Eine Ode an das Mensch-Sein, betrachtet aus einem möglichen retrospektiven Szenario.

    Forum
    "Rudolph Thome - Überall Blumen"
    Deutschland 2015

    Vorführungen:
    Dienstag, 16.2.2016, 19.00 Uhr, Delphi Filmpalast
    Samstag, 20.2.2016, 19.00 Uhr, Kino Arsenal
    Sonntag, 21.2.2016, 14.00 Uhr, Akademie der Künste

    Regie: Serpil Turhan
    Produktion: Luzid Film Produktion
    Redaktion: Daniel Schössler (ZDF/3sat)

    Irgendwo in Brandenburg türmen sich in einer Scheune verrostete Filmdosen, umgeben von kistenweise Requisiten und Kostümen. All die Objekte wären in einem Filmarchiv sicherlich besser aufgehoben, aber bisher hat sich niemand bei Rudolf Thome gemeldet, um sie abzuholen.

    Obwohl er sich von der Filmwelt vergessen fühlt, wagt Rudolf Thome im März 2014 einen letzten Versuch, einen Film zu realisieren. Er gewährt Serpil Turhan Zugang zu seinem heiligen Drehbuchschreibritual, das genau 28 Tage dauert und zu seinem "Paradies". So nennt er seinen riesigen Garten, der neben dem Filmemachen seine große Passion ist. Die Entwicklung seiner Pflanzen dokumentiert er mit Fotos, Videos und Texten in seinem Tagebuchblog. Neben alltäglichen Dingen reflektiert er darin auch das Älterwerden und die Frage, wie es mit seinem Film weitergeht. Täglich überprüft er die Seitenaufrufe seines Blogs und freut sich über jeden neuen Besucher. Aus Zuschauern sind Leser geworden. Eine davon ist seine Tochter Joya, die gerade ein Auslandssemester in New York verbringt. Mit ihr schmiedet er Pläne für die Umsetzung seines Films, doch auch Joya hat Verpflichtungen und nur bedingt Zeit, ihn zu unterstützen. Nach und nach reift bei Rudolf Thome die Erkenntnis, dass ein Filmdreh unter den gegebenen Umständen nicht möglich ist.
    In ihrem Dokumentarfilm "Rudolf Thome – Überall Blumen" nähert sich Serpil Turhan über Gespräche und Alltagsbeobachtungen dem Menschen Rudolf Thome, der sich gerade im Übergang zu einer neuen Lebensphase befindet. In einem filmischen Dialog geht sie seiner Vergangenheit und seinem Schaffen als Regisseur auf den Grund und erzählt gleichzeitig von seinen Befürchtungen und Hoffnungen für die Zukunft.

    Forum
    "HAVARIE"
    Deutschland 2016

    Vorführungen:
    Samstag, 13.2.2016, 19.00 Uhr, Delphi Filmpalast
    Montag, 15.2.2016, 11.00 Uhr, CineStar 8
    Dienstag, 16.2.2016, 15.00 Uhr, Kino Arsenal
    Samstag, 20.2.2016, 22.00 Uhr, CinemaxX

    Buch: Merle Kröger, Philip Scheffner
    Regie: Philip Scheffner
    Regieassistenz: Pascal Capitolin
    Kamera: Bernd Meiners
    Ton: Pascal Capitolin, Volker Zeigermann
    Dramaturgie: Merle Kröger, Meike Martens, Sebastian Stobbe
    Schnitt: Philip Scheffner
    Sound Design: Volker Zeigermann, Alexander Gerhardt, Philip Scheffner
    Redaktion: Doris Hepp (ZDF/ARTE)
    Koproduzenten: Meike Martens, Marcie K. Jost, Peter Zorn
    Produktion: pong in Koproduktion mit Blinker ,Filmproduktion, Worklights Media Production
    sowie ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE
    Produzentin: Merle Kröger
    Länge: 93 Min.
     
    Recherche gefördert durch Robert Bosch Stiftung im Rahmen des Förderprogramms "Grenzgänger"
    Gefördert durch: Medienboard Berlin Brandenburg, Mitteldeutsche Medienförderung
    Film- und Medienstiftung NRW, Filmförderung Hamburg Schleswig, Holstein, BKM, DFFF

    Die Koordinaten 37°28.6'N und 0°3.8'E markieren einen Punkt im Mittelmeer – 38 Seemeilen vor der Hafenstadt Cartagena in Spanien oder 100 Seemeilen von der algerischen Hafenstadt Oran entfernt – je nach Perspektive der Erzählung. Von diesem Punkt im Meer aus betrachtet, besteht die ganze Welt aus Wasser, Himmel und einem grenzenlosen Horizont. Ein "Meer der Möglichkeiten", aufgeladen mit Hoffnungen, Ängsten und Träumen von Reisenden.
    Am 14. September 2012 um 14.56 Uhr meldet das Kreuzfahrtschiff "Adventure of the Seas" der spanischen Seenotrettung auf diesen Koordinaten die Sichtung eines manövrierunfähigen Schlauchbootes mit 13 Personen an Bord.
    In Sichtweite.
    90 Minuten.
    Winken.
    Warten.
    Der Funkverkehr zwischen dem Kreuzfahrtschiff, der Zentrale im Hafen von Cartagena, dem Seenotrettungskreuzer "Salvamar Mimosa" und dem Helikopter "Helimer 211" strukturiert den akustischen Raum des Films. Auf der Bildebene zieht sich der filmische Raum zu einer einzigen, ungeschnittenen Sequenz zusammen, die sich über die gesamte Laufzeit des Films wölbt. Es ist ein kurzer Youtube-Clip, der uns heute wie die Essenz, die Verdichtung der Situation auf dem Mittelmeer erscheint. In Einzelbildern wird das Schlauchboot mit 13 Gestalten an Bord zur Ikone der täglichen Nachrichtenbilder, wir sind gezwungen hinzusehen. Aus Aufnahmen mit Touristen und Offizieren auf dem Cruise Liner, mit der Besatzung eines Containerschiffes, mit Harraga, les bruleurs ("die ihre Pässe verbrennen") und ihren Familien werden die biografischen Fluchtlinien des dokumentarischen Materials in eine filmische Imagination hinein verlängert.
    Es entsteht eine Choreografie, in der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Reisenden spiegeln: Wird ein anderer, ein neuer Möglichkeitsraum sichtbar, wenn sie sich erneut – im filmischen Raum – begegnen?

    Panorama Dokumente
    ZONA NORTE
    Deutschland 2016

    Vorführungen:
    Samstag, 13.2.2016, 17.30 Uhr, Cubix 7
    Sonntag, 14.2.2016, 15.15 Uhr, CineStar 3
    Donnerstag, 18.2.2016, 17.00 Uhr, CineStar 7
    Freitag, 19.2.2016, 12.00 Uhr, CineStar 7

    Buch und Regie: Monika Treut
    Kamera: Bernd Meiners
    Originalton: Tatiana Coelho
    Regieassistenz/Produktionsleitung: Ludmila Curi
    Regieassistenz: Debora Guimarães
    Fahrer: Christiano Stixas Peruida, Luiz Fabio Marques Andrade
    Produktionskoordination Rio de Janeiro: Zipper Produçoes
    Schnitt: Margot Neubert-Maric
    Schnittassistenz: Marianne von Deutsch
    Original Musik: Christian Schneider
    Produktion: Monika Treut
    Redaktion: Udo Bremer, Daniel Schössler (ZDF/3sat)
    Länge: 89 Min.

    Mit
    Yvonne Bezerra de Mello, Luciana Martha, Liliane Maria França,Marcia Regina Da Silva, Diane, Eliane Conceiçao de Lima, Eurides Alves Dias, Ayrton Secundino, Paula Kossatz, Christopher Gaffney, Major Kruchak, Vanessa Fernandes, Jessica Verissima Nunes, Gisele Moraes, Guessica Moraes, Roselaine Moraes, Joice Moraes, Joselaine Moraes, Pamela Moraes, Raquel
    und den Kinder und Mitarbeitern von Projeto Uerê

    15 Jahre nach dem Film "Kriegerin des Lichts", dem Portrait der international ausgezeichneten Menschenrechtlerin Yvonne Bezerra de Mello, das ihre Arbeit mit den Straßenkindern in Rio de Janeiro und dem Aufbau ihres Projekts "Projeto Uerê" in der Favela von Maré dokumentiert, stellt "Zona Norte" nun die Frage nach der Entwicklung und Nachhaltigkeit des Projektes. Aus der langjährigen Arbeit hat Yvonne Bezerra de Mello mittlerweile eine neue Pädagogik entwickelt, die durch Gewalt und Krieg traumatisierten Kindern weltweit helfen kann, ihre Erfahrungen und die daraus resultierenden Lernprobleme zu überwinden.

    15 Jahre nach der "Kriegerin des Lichts" hat sich vieles verändert, vor allem die Stadt Rio de Janeiro ist nicht mehr wieder zu erkennen: die Fußball-WM 2014 und die Vorbereitung auf die Sommer-Olympiade 2016 haben ihre nachweislichen Spuren hinterlassen. Der den Megasportereignissen geschuldete extreme Militäreinsatz gegen die Bewohner der Favelas hat bürgerkriegsähnliche Zustände provoziert. Fast täglich eskaliert die Gewalt. Wie kann "Projeto Uerê" mit der veränderten Lage umgehen?

    Und was ist aus den Kindern geworden, die vor 15 Jahren in "Kriegerin des Lichts" vor der Kamera standen? Tiago überlebte als 6-jähriger das Candelaria-Massaker, bei dem 8 Straßenkinder brutal von der Polizei ermordet wurden. Der 13-jährige, HIV-positive Junge trug als Schuhputzer zum Unterhalt der zehnköpfigen Familie bei und träumt davon, Automechaniker zu werden. Vanessa, ein begabtes, lernbegieriges Mädchen sehnt sich nach einem Leben ohne Leid und hofft später Anthropologin zu werden. Die Schwestern Pamela, Joice und Gessica erfahren nur in Yvonnes sicherem Haus, dass das Leben nicht nur aus Gewalt, Drogen und Vernachlässigung besteht.

    Aus den Kindern von damals sind heute junge Erwachsene geworden, die aus ihrem Leben berichten. Sie sind der lebende Beweis dafür, dass eine alternative Pädagogik langfristig den Teufelskreis von Armut und Gewalt zu durchbrechen vermag.

    Panorama Dokumente
    "The Lovers and the Despot (Die Liebenden und der Diktator)"
    Deutschland 2016

    Deutsche und Französische Erstausstrahlung

    Vorführungen:Samstag, 13.2.2016, 20.00 Uhr, CineStar 7
    Sonntag, 14.2.2016, 12.00 Uhr, CineStar 7
    Montag, 15.2.2016, 17.30 Uhr, Cubix 7
    Samstag, 20.2.2016, 14.30 Uhr, Colosseum 1
    Sonntag, 21.2.2016, 17.00 Uhr, CineStar 7

    Regie: Rob Cannan und Ross Adam
    Redaktion: Milka Pavlićević, Martin Pieper (ZDF/ARTE)
    Länge: 94 Minuten

    Manchmal sind die wahren Geschichten absurder als die, die für das Kino erfunden werden. Der Film "Die Liebenden und der Diktator" erzählt die wahre und unglaubliche Geschichte des südkoreanischen Filmemachers Shin Sang-ok und seiner Ex-Frau, der attraktiven Schauspielerin Choi Eun-hee, die beide 1978 im Auftrag des damaligen, filmbesessenen Kim Jong II, dem Sohn des Diktators Kim II Sung, nach Nordkorea entführt wurden. Dort bekamen Sie ein Filmangebot, das sie nicht ablehnen konnten.

    Panorama Special
    "Grüße aus Fukushima"

    Premiere: Samstag, 13.02.2016, 21:30, Zoo Palast 1
    Sonntag, 14.02.2016, 12:45, CinemaxX 7
    Montag, 15.02.2016, 17:00, Cubix 9
    Sonntag, 21.02.2016, 17:00, Cubix 9

    Stab:
    Buch und Regie: Doris Dörrie
    Produktion: Olga Film in Koproduktion mit Rolize, Constantin Film, ZDFund Arte
    Produzenten: Harry Kügler, Molly von Fürstenberg
    Associate Producer: Ruth Stadler
    Ausführender Produzent: Patrick Zorer
    Kamera: Hanno Lentz
    Kostüme: Katharina Ost
    Montage: Frank Müller
    Musik: Ulrike Haage
    Redaktion: Caroline von Senden (ZDF), Andreas Schreitmüller, Olaf Grunert (ZDF/ARTE)
    Förderung: FilmFernsehFonds Bayern, Filmförderungsanstalt sowie Deutscher Filmförderfonds

    Besetzung:
    Marie - Rosalie Thomass
    Satomi - Kaori Momoi
    Nami - Nami Kamata
    Moshe - Moshe Cohen
    Jushoku - Honsho Hayasaka
    Yuki - Nanoko
    Toshiko - Aya Irizuki

    Die junge Deutsche Marie (Rosalie Thomass) ist eine, die auszieht, das Fürchten zu lernen. Auf der Flucht vor ihren zerplatzten Lebensträumen und dem Verlust ihrer großen Liebe reist sie für die Organisation Clowns4Help in die Präfektur Fukushima. Zusammen mit dem Clown Moshe (Moshe Cohen) will sie den überlebenden Opfern der Dreifachkatastrophe von 2011, die auch Jahre später immer noch in Notunterkünften leben, ein wenig Freude bringen. Schweres leichter machen. Eine Aufgabe, für die Marie, das muss sie sich schon bald eingestehen, überhaupt nicht geeignet ist.

    Doch bevor sie erneut davon läuft, beschließt Marie, ausgerechnet bei der störrischen alten Satomi (Kaori Momoi) zu bleiben, der letzten Geisha Fukushimas, die auf eigene Faust in ihr zerstörtes Haus in der Sperrzone zurückziehen will. Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, die aber beide – jede auf ihre Art – in der Vergangenheit gefangen sind und lernen müssen, sich von ihren Schuldgefühlen und der Last ihrer Erinnerungen zu befreien.

    "Der Ausgangspunkt für "Grüße aus Fukushima" war dieses Mal in Japan selbst. Ich bin im November 2011, ein gutes halbes Jahr nach der Katastrophe, nach Fukushima gereist. Dort hatte ich zwei Begegnungen, die den Anstoß für diesen Film gegeben haben: Ich habe einen alten Mann gesehen, der auf den Fundamenten seines völlig zerstörten Hauses stand. Er hatte auch ein halbes Jahr nach der Katastrophe immer noch nicht wirklich begriffen, was ihm passiert war. Er hatte seine gesamte Familie verloren, sein Haus, Hab und Gut, sein gesamtes Leben. In unserem Gespräch hat er wiederholt diesen einen Satz gesagt, "Ich kann es nicht begreifen, was mir zugestoßen ist", beschreibt Doris Dörrie die Entstehung des Films.

    Mit "Grüße aus Fukushima"  hat sich das Erfolgsteam von "Kirschblüten - Hanami" (2008) erneut zusammengefunden: Autorin und Regisseurin Doris Dörrie, die Produzenten Harry Kügler und Molly von Fürstenberg und der Verleiher Benjamin Herrmann. Die Hauptrollen haben Rosalie Thomass ("Eine ganz heiße Nummer", "Beste Chance") und der japanische Kinostar Kaori Momoi ("Die Geisha") übernommen.

    "Grüße aus Fukushima" wurde komplett in Japan gedreht - in eindrucksvollem Schwarzweiß. Entstanden ist ein bezaubernd verwirrender Film über die Unmöglichkeit, das Leid anderer zu teilen, die Vergeblichkeit vermeintlicher und die Unerlässlichkeit echter Kunst. Eine Etüde über Verlust und Vergänglichkeit.
    Rosalie Thomass wurde in diesem Jahr für ihre herausragende Darstellung der Marie als beste Darstellerin mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.

    HR Fernsehspiel/Serie I – Redaktion Fernsehspiel I
    Caroline von Senden

    Panorama
    "Remainder"
    Thriller, UK/D 2015

    Vorführungen:
    Premiere: Montag, 15.02.2016, 22.30 Uhr, CinemaxX 7
    Dienstag, 16.02.2016, 20.15 Uhr, CineStar 3
    Mittwoch, 17.02.2016, 20.15, Cubix 7&8
    Donnerstag, 18.02.2016, 22.30 Uhr, Colosseum 1
    Samstag, 20.02.2016, 22.00 Uhr, Zoo Palast 2

    Buch und Regie: Omer Fast, nach dem Roman "8½ Millionen" von Tom K. McCarthy
    Kamera: Lukas Strebel
    Schnitt: Andrew Bird
    Produktion: Tigerlily /Amusement Park Films
    Produzenten: Natasha Dack, Malte Grunert
    Redaktion: Meinolf Zurhorst (ZDF/ARTE)

    Darsteller:                  
    Tom Sturridge, Cush Jumbo, Ed Speleers, Archer Ali

    Nach einem Unfall wacht Tom aus dem Koma auf und ist um 8½ Millionen reicher, aber um all seine Erinnerungen ärmer. Mit dem Geld baut er sich seine eigene Welt, um die verlorene wiederzufinden. Wirklichkeit und Einbildung verschmelzen zu einem spannenden Puzzle. Ein psychologischer Thriller und eine Reise durch verschiedene Zeit- und Wahrnehmungsebenen.

    "Remainder" ist das Spielfilmdebüt des international berühmten und vielfach ausgezeichneten Videokünstlers Omer Fast, basierend auf dem Bestseller "8½ Millionen" von Tom McCarthy.

    Panorama Dokumente
    "Who’s gonna love me now"
    ISR 2015

    Vorführungen:
    Samstag, 13. Februar, 17.00 Uhr, Cinestar 7
    Sonntag, 14.2.2016, 22.30 Uhr, CineStar 7
    Montag, 15.2.2016, 20.15 Uhr, Cubix 7
    Donnerstag, 18.2.2016, 2.30 Uhr, CineStar 7

    Ein Film von Barak und Tomer Heymann

    Redaktion: Martin Pieper (ZDF/ARTE)
    Länge: 52‘

    Saar wurde vor ca. 17 Jahren von seiner Familie verstoßen, als er ihnen gestand, dass er schwul sei und nicht an Gott glaube. Als Konsequenz wurde er aus dem religiösen Kibbuz und von seiner Familie verstoßen. In London baut er sich ein neues Leben auf. Als er herausfindet, dass er AIDS hat, sucht er nach einem Weg, um nach Hause zurückzukehren.

    Perspektive deutsches Kino
    "Die Prüfung"
    Dokumentarfilm, Deutschland 2016

    Vorführungen:
    Mittwoch, 17.2.2016, 14.00 Uhr, CinemaxX 5 (Presse)
    Premiere: Mittwoch, 17.2.2016, 19.30 Uhr, CinemaxX 3
    Donnerstag, 18.2.2016, 12.00 Uhr, Colosseum 1
    Donnerstag, 18.2.2016, 20.30 Uhr, CinemaxX 1

    Buch und Regie: Till Harms
    Kamera: Börres Weiffenbach, Anne Misselwitz, Istvan Imreh
    Schnitt: Sybille Eckhardt
    Musik: Eike Gronewoldt
    Produzent: Martin Heisler
    Produktion: Lichtblick Media GmbH in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel,
    gefördert von Nordmedia
    Redaktion: Christian Cloos, ZDF Das kleine Fernsehspiel
    Länge: ca. 94 Minuten

    687 Bewerber, zehn Plätze, neun Tage und neun Dozenten. Die Aufnahmeprüfung an der staatlichen Schauspielschule Hannover ist jährlich die größte Herausforderung für das Kollegium. Denn der Kampf um die besten Bewerber wird von den Prüfern mindestens so leidenschaftlich und emotional geführt wie der der Bewerber um einen Studienplatz.

    Ganz nah an den Dozenten und Professoren führt der Film auf die unbekannte Seite des Auswahlprozesses, die der Prüfungskommission. Während die Zuschauer in die Lage versetzt werden, sich selbst ein Urteil über die Auswahl und ihre Kriterien zu bilden, geraten die etablierten Rollenbilder ins Wanken.

    Regisseur Till Harms gelang es, dass sich das erste Mal in Deutschland ein solches Auswahlgremium für die Kamera öffnet. Sein Dokumentarfilm "Die Prüfung" ermöglicht einen intimen Blick hinter die Kulissen einer Schauspielschule und eine ungeschminkte Sicht auf den Traumberuf Schauspieler in einem Mikrokosmos aus Sehnsüchten, professionellen Anforderungen und streitbaren Kollegen.

    Till Harms (Buch und Regie) wurde 1970 in München geboren. Er arbeitete mehrere Jahre in verschiedenen Positionen im Theater (Regieassistenz, Dramaturgie, Regie, Video-Visuals), bevor er sich ganz dem Film zuwandte. Sein erster abendfüllender Dokumentarfilm "11 und 12" erzählte die Liebesgeschichte zwischen einer Dissidentin und ihrem Vernehmer bei der Staatssicherheit und lief auf dem Amsterdamer Dokumentarfilmfestival IDFA und bei Dok Leipzig. "11 und 12" diente als Vorlage für den späteren erfolgreichen Fernsehfilm "12 heißt ich liebe dich". "Die Prüfung" ist Till Harms zweiter langer Dokumentarfilm.

    LOLA at Berlinale
    "4 Könige"
    Drama, Deutschland 2015

    Vorführung:
    Freitag; 12.02.2016, 10.00 Uhr, Zoo Palast 2

    Buch: Esther Bernstorff
    Regie: Theresa von Eltz
    Kamera: Kristian Leschner
    Ton: Urs Krüger
    Szenenbild: Marcus Rinn
    Schnitt: Anja Siemens
    Musik: Mike Beilfuß, André Feldhaus
    Produktionsleitung: Cord Lappe
    Produzenten: Benjamin Seikel, Florian Schmidt Prange
    Produktion: C-Films Deutschland, Tatami Films in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel und Arte mit Unterstützung von FFHSH, Nordmedia, FFA, DFFF
    Redaktion: Lucia Haslauer (ZDF, Das kleine Fernsehspiel), Olaf Grunert (ZDF/ARTE)
    Länge: 98'47 Minuten

    Rollen / Darsteller:
    Lara - Jella Haase
    Alex - Paula Beer
    Fedja - Moritz Leu
    Timo - Jannis Niewöhner
    Dr. Wolff - Clemens Schick
    Schwester Simone  - Anneke Kim Sarnau
    Sibel - Lale Yavas
    u.a.

    Weihnachten – das Fest der Liebe und die Zeit der Harmonie und Geborgenheit. In vier Familien eskalieren jedoch kurz vor Weihnachten die Konflikte, und vier sehr unterschiedliche Jugendliche verbringen daraufhin Heiligabend in der Psychiatrie. Zu ihrem Glück steht ihnen der unkonventionelle Arzt Dr. Wolff zur Seite, der in allen vier ihre Stärken erkennt und ihnen mehr zutraut als sie sich selbst. Gemeinsam erleben sie ein Weihnachten, das sie nie vergessen werden – voller Trotz und Traurigkeit, aber auch voller Ironie und Überraschungen.

    Mit "4 Könige" erzählt Theresa von Eltz die einfühlsame Geschichte von vier Heranwachsenden, die ihre Rolle in der Welt erst noch finden müssen. Sie nimmt die Perspektive ihrer Protagonisten ernst und begegnet ihnen mit Charme und Ironie. Nicht zuletzt lebt "4 Könige" vom lebendigen Spiel seiner jungen Hauptdarsteller: Jella Haase ("Die Kriegerin", "Fack ju Göthe"), Jannis Niewöhner ("Rubinrot", "Ostwind"), Paula Beer ("Poll", "Das finstere Tal") und Moritz Leu ("Der Nachtmahr"). Von Eltz versammelt hier die besten Schauspieler einer Generation und ergänzt sie mit Clemens Schick ("James Bond – Casino Royale", "Das finstere Tal") und Anneke Kim Sarnau ("Honig im Kopf") zu einem erstklassigen Ensemble.

    Theresa von Eltz wurde 1978 in Bonn geboren, studierte Regie an der National Film and Television School in Beaconsfield, Großbritannien. Mit ihrem ersten studentischen Kurzfilm "Gecko" wurde sie in den Kurzfilmwettbewerb der Berlinale 2007 eingeladen. In den Jahren danach drehte sie mehrere Fernsehbeiträge arbeitete als Werbefilmregisseurin. Im Herbst 2014 drehte Theresa von Eltz mit dem Jugenddrama "4 Könige" ihren ersten abendfüllenden Kinofilm. Er gewann einen der Hauptpreise beim Filmfest Rom und startete im Dezember 2015 im Kino.

    LOLA at Berlinale
    "Hedi Schneider steckt fest"
    Spielfilm, Deutschland/Norwegen 2015

    Vorführung:
    Montag, 15.2.2016, 12.00 Uhr, Zoo Palast 2

    Buch und Regie: Sonja Heiss
    Kamera: Nikolai von Graevenitz
    Schnitt: Andreas Wodraschke
    Musik: Lambert
    Ton: Andreas Prescher
    Szenenbild: Tim Pannen
    Kostümbild: Nicole von Graevenitz
    Maske: Monika Münnich
    Casting: Ulrike Müller
    Produktionsleitung: Heino Herrenbrück
    Produzenten: Jonas Dornbach, Janine Jackowski, Maren Ade
    Koproduzenten: Maria Ekerhovd, Kjetil Jensberg, Svein Andersen
    Produktion: Komplizen Film Produktion in Koproduktion mit Mer Films, FilmCamp, ZDF/Das kleine Fernsehspiel
    in Zusammenarbeit mit ARTE
    Förderungen: HessenInvestFilm, DFFF, MBB, BKM, Hessische Filmförderung hr, FFA, MEDIA
    Redaktion: Doris Hepp (ZDF/ARTE)
    Länge: 86 Minuten

    Rollen /Darsteller:
    Hedi Schneider - Laura Tonke
    Uli - Hans Löw
    Finn - Leander Nitsche
    gehörlose Frau - Melanie Straub
    Arne Lange - Simon Schwarz
    Hedis Mutter - Margarita Broich
    Herr Schild - Matthias Bundschuh
    Psychiaterin - Rosa Enskat
    Therapeut - Urs Jucker
    Verkäufer Zoohandlung - Jakob Bieber
    u.a.

    Hedi, Uli und ihr Sohn Finn haben sich ihr Leben gut eingerichtet – sie nehmen den Alltag, wie er kommt und träumen von dem, was sein könnte. Doch plötzlich steckt Hedi fest.

    Erst mal nur im Aufzug, aber dann auch im Kopf. Hedi hat Panik-attacken. Und mit einem Mal ist nichts mehr, wie es war. Obwohl sie versuchen, aneinander festzuhalten, gerät Hedis und Ulis Welt aus den Fugen. Um ihrer Liebe eine letzte Chance zu geben, beschließen sie, nach Norwegen zu reisen und noch einmal glücklich zu sein – zumindest für 24 Stunden.

    Mit schwebender Leichtigkeit und zärtlichem Humor beschreibt "Hedi Schneider steckt fest", dass auch im Beziehungsleben der 30-Something-Generation die Liebe bleibt, was sie ist: etwas ganz Fragiles.

    Nach ihrem mehrfach preisgekrönten Debüt "Hotel Very Welcome" beweist Regisseurin Sonja Heiss erneut ihr besonderes Gespür für den schmalen Grat zwischen Tragik und Komik. Mit großer Liebe zu Ihren Figuren erzählt sie davon, was passiert, wenn das gewohnte Leben plötzlich verschwindet.

    Sonja Heiss (Buch und Regie) absolvierte von 1998 bis 2006 ihr Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Ihre kurzen und mittellangen Hochschulfilme wie "Karma Cowboy" (2001) und "Christina ohne Kaufmann" (2004) liefen auf einer Vielzahl internationaler Festivals und wurden u.a. bei Visions du Réel in Nyon, dem Bayerischen Dokumentarfilmpreis "Der junge Löwe" und dem Short Tiger Award der FFA ausgezeichnet. Ihr erster Langspielfilm "Hotel Very Welcome" (2007) war gleichzeitig ihr Abschlussfilm an der HFF und entstand bereits in Koproduktion mit dem ZDF/ Das kleine Fernsehspiel. Nach der Premiere bei der Berlinale wurde er unter anderem mit dem First Steps Award, dem Publikumspreis und einer Besonderen Auszeichnung der Jury auf dem Festival des Deutschen Films in Mannheim/Ludwigshafen ausgezeichnet. Der Film lief auf zahlreichen internationalen Festivals und kam u.a. in Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien und Spanien in die Kinos. Sonja Heiss´ zweiter Langfilm "Hedi Schneider steckt fest" wurde 2014 mit dem Hessischen Filmpreis als Bester Spielfilm ausgezeichnet, lief auf zahlrechen  Festivals weltweit  und startete 2015 in Deutschland im Kino. Sonja Heiss lebt in Berlin. 2011 erschien ihr vielbeachtetes literarisches Debüt "Das Glück geht aus” (Erzählungen). Derzeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman.

    LOLA at Berlinale
    "LenaLove"
    Spielfilm, Deutschland 2016

    Vorführung:
    Donnerstag, 18.02.2016, 10.00 Uhr, Zoopalast 2

    Buch und Regie: Florian Gaag
    Kamera: Christian Rein
    Schnitt: Kai Schröter
    Szenenbild: Eva Maria Stiebler
    Ton: Roland Winke
    Musik: Richard Ruzicka
    Musik-Supervision: Kai Schoormann
    Sounddesign: Stefan Busch, Jörg Elsner
    Mischung: Christian Bisch
    Producer: Markus Pajtler
    Produzenten: Tatjana Bonnet, Viktor Jakovlevski
    Koproduzenten: Sven Burgemeister, Christian Becker, Felix Parson, Florian Gaag
    Produktion: Rafkin Film Produktion GmbH in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel,
    ARTE, Rat Pack Filmproduktion, Goldkind Film, Milk Film, Aerodynamic Films mit Unterstützung von FFF
    Bayern, FFA, FFHSH, DFFF, Kuratorium junger deutscher Film
    Redaktion: Doris Hepp (ZDF/ARTE)
    Länge: 95 Minuten(Kino), ca. 85 Minuten (TV)

    Rollen / Darsteller:
    Lena - Emilia Schüle
    Tim - Jannik Schümann
    Nicole - Kyra Sophia Kahre
    Stella - Sina Tkotsch
    Judith, Nicoles Mutter - Sandra Borgmann
    Axel, Lenas Vater - Felix Knopp
    Pia, Lenas Mutter - Anna Bederke
    Bernd - Georg Böhm
    Claudia - Andrea Wenzel

    Lena, 16, kreativ und hochsensibel, fühlt sich in ihrer Vorortsiedlung zunehmend ausgegrenzt und unverstanden. Im begabten Künstler Tim findet sie einen Seelenverwandten. Ein erster Flirt bahnt sich an, der aber jäh endet, als sich Lenas ehemals beste Freundin Nicole an Tim heranmacht. Tief enttäuscht schüttet Lena ihrem neuen Chat-Freund Noah ihr Herz aus. Noch ahnt die Schülerin nicht, wer sich tatsächlich hinter diesem Account verbirgt.

    Lena ahnt nicht, dass es sich um einen Fake-Account handelt, eingerichtet von Menschen aus ihrem nahen Umfeld. Ein hinterhältiges Spiel nimmt seinen Lauf, das die makellose Fassade des Vorstadt-Idylls allmählich zum Einsturz bringt. Die virtuelle Welt wird bedrohlich real. Als Lena ein nächtliches Date mit "Noah" vereinbart, gerät das "Spiel" außer Kontrolle. Danach wird für Lena und alle Beteiligten nichts mehr so sein, wie es einmal war.

    "LenaLove" erzählt von einer schönen neuen Teenager-Welt, in der echte Persönlichkeit künstlichen "Profilen" weicht. Die  inneren und äußeren Dämonen des Erwachsenwerdens, die Herausforderungen eines Zeitgeists, mit dem heute sowohl Jugendliche als auch Erwachsene konfrontiert sind, werden in einen filmisch rasanten Lovestory-Thriller umgesetzt.

    Florian Gaag (Drehbuch, Regie, Songs) wurde 1971 in Waldsassen geboren und lebt in München. Während seines Filmstudiums an der Tisch School of the Arts in New York realisierte er  1995 - 2000 zahlreiche Kurzfilme. Bei seinem vielfach beachteten Filmdebüt "Wholetrain" (2006), in dem Elyas M'Barek seine erste große  Kinorolle spielte, verantwortete er neben Drehbuch, Regie und Koproduktion auch die Musik. 2007 veröffentlichte er den Soundtrack zum Film auf seinem eigenen Label. "Wholetrain" erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Grimme‐Preis, den Förderpreis Schnitt beim Deutschen Kamerapreis, der Preis für den besten Spielfilm sowie den Publikumspreis beim International Film Festival Kiew sowie Preise als Bester Spielfilm bei Festivals in Sarajewo, Boston und New York sowie bei der Cologne Conference. "LenaLove" ist Florian Gaags zweiter Langfilm.

    LOLA at Berlinale
    "Above and Below"
    Dokumentarfilm von Nicolas Steiner
    Deutschland, Schweiz 2015

    Vorführung:
    Montag, 15.2.2016, 16.00 Uhr, Zoo Palast 2

    Produktion: maximage; Flying Moon; ZDF/3sat
    Redaktion: Daniel Schössler (ZDF/3sat)
    Kamera: Markus Nestroy
    Schnitt: Kaya Inan
    Ton: Tobias Koch, Bertin Molz
    Musik: Paradox Paradise, Jan Miserre, John Gürtler
    Länge: 120 Minuten

    "Above and Below" skizziert die USA als westliche Industrienation am Abgrund. Der Film begleitet Menschen, die ihren Lebensraum über, auf und unter der Erde haben, folgt jenen, die der Erde endgültig den Rücken kehren, am Ende der Welt vegetieren wollen, ihren Ort in der Gesellschaft verloren haben und buchstäblich unter ihr existieren.

    Above:
    April und eine Gruppe von Wissenschaftlern und Space-Freaks zieht es in die Wüste Utahs. Die Erde halten sie für überkommen, träumen von der Besiedelung des Mars und proben in der selbstgewählten Isolation in Raumanzügen den Exodus.
    And:
    Dave lebt an einem trostlosen Ort: Slab Ville, eine Kleinstadt in der Nähe des Salton Sea, wo es keine Arbeit und wenig zu tun gibt. Wen es hierher zieht, lebt entweder in der Vergangenheit oder ist vor ihr geflohen.
    Below:
    Dave und Cindy sind am Ende ihrer Träume angelangt, sind völlig von der Bildfläche verschwunden, fristen ihr Dasein in den Gedärmen von Sin City, in der Kanalisation der Glitzermetropole Las Vegas, wo sie zu überleben versuchen.

    "Above and Below", Nicolas Steiners Abschlussfilm an der Filmhochschule Ludwigsburg, dokumentiert den Niedergang der USA aus verschiedenen Perspektiven und vermittelt ihn auf einfühlsame und menschliche Weise. Wie schon der Vorgängerfilm "Der Kampf der Königinnen" so ist auch "Above and Below" ein ästhetisch ungewöhnlicher Film, der die Pfade des klassischen, rein beobachtenden Dokumentarfilms verlässt, den dokumentarischen Blick auf die Menschen und Dinge auf moderne Weise überhöht und stilisiert.

    LOLA at Berlinale
    "DAS DUNKLE GEN"
    Dokumentarfilm von Miriam Jakobs und Gerhard Schick
    Deutschland / Schweiz 2014

    Vorführung:
    Donnerstag, 18.2.2016, 14.00 Uhr, Zoo Palast 3

    Buch, Regie, Schnitt: Miriam Jakobs und Gerhard Schick
    Kamera: Simon Guy Fässler, Philipp Künzli
    Ton: Christian Lutz, Patrick Veigel
    Musik: Daniel Almada
    Animationen: Tiziana Loni, Ilaria Carlone, Stefano Cianchetta, Monica Zoppè (SciVis – Scientific Visualization Unit of    Institute of Clinical Physiology of the National Research Council, Pisa und  Drew Berry, The Walter and Eliza Hall
    Institute of Medical Research
    Musik: Hearing Your Genes Evolve, komponiert von Deirdre Gribbin, interpretiert  vom Isenburg Quartett
    Produktion: FILMTANK in Koproduktion mit Dschoint Ventschr
    Produzent: Thomas Tielsch
    Koproduzentin: Karin Koch
    Redaktion: Nicole Baum (ZDF/3sat); Urs Augstburger (SRF)
    Länge: 99 Minuten

    Mit Unterstützung von Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH), Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Deutscher Filmförderfonds (DFFF), Filmförderanstalt (FFA), Zürcher Filmstiftung, Bundesamt für Kultur (EDI), Schweiz.

    Mit:
    Frank Schauder, Leonard Metz, Florian Holsboer, Deirdre Gribbin, Sabina Gallati, Ivo Gut, George Church, Oliver Medvedik, Anthony Cragg.

    Ein kranker Arzt, ein brisanter Code, der Trost der Kunst: Die Suche nach dem Ursprung seiner Depression stellt den Protagonisten des Films vor existenzielle Fragen, konfrontiert ihn mit radikalen Zukunftsvisionen und führt ihn in atemberaubende Bild- und Klangwelten.

    Der Film erzählt eine sehr persönliche Geschichte aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln: Frank S. ist gleichzeitig Arzt und Patient. Als Patient kämpft er seit Jahren gegen eine immer wiederkehrende Depression, als Arzt will er diese ergründen.Die Suche nach den Wurzeln seiner Krankheit führt ihn ins Reich seiner eigenen Gene und beleuchtet gleichzeitig die fundamentalen Umwälzungen, die der modernen Gesellschaft durch die rasanten Fortschritte in der Genforschung bevorstehen. Auf seinem Weg begegnet er einer Reihe von Menschen – Forschern, Bastlern, Visionären – , die sich dem Code auf ganz unterschiedliche Weise verschrieben haben und den Blick auf die gesellschaftlichen Dimensionen der Gentechnik lenken. Doch der Film beschränkt sich nicht auf die wissenschaftliche Sichtweise, sondern zeigt auch künstlerische Visionen und spielerische Umgangsformen mit dem genetischen Bauplan. Diese kreativen Perspektiven brechen die scheinbare Determiniertheit der Genetik und eröffnen einen tröstenden Blick auf die Einzigartigkeit des Lebens.

    Sabina Gallati, Humangenetikerin am Inselspital Bern ist Spezialistin für medizinisch-genetische Analytik. Mit ihrem 20-köpfigen Team führt sie pränatale Tests durch und berät werdende Eltern in genetischen Fragen. Sie ist der Meinung, dass viele der krankmachenden Varianten und vor allem ihr Zusammenwirken noch zu unbekannt sind, um Menschen dazu zu ermutigen, aufs Geratewohl ihre Gene analysieren zu lassen.

    Der Schweizer Genomforscher Prof. Dr. Ivo Gut ist Direktor des Nationalen Genom-Analyse-Zentrums in Barcelona. Dort steht in einer ehemaligen Kathedrale ein Super-Computer, der den Kirchenraum fast vollständig ausfüllt. Ivo Gut glaubt nicht, dass die Schöpfung ausrechenbar ist.

    Der Molekularbiologe und Gründer des Personal Genome Projects, George Church (Harvard), ist der Visionär unter den Genetikern. Er glaubt, dass die Genetik bald in der Lage sein wird, die Alterungsprozesse im menschlichen Körper zu stoppen und sogar rückgängig zu machen, sodass niemand mehr an altersbedingten Krankheiten sterben muss.

    Deirdre Gribbin ist eine der exponiertesten Komponistinnen zeitgenössischer Musik. Ihre Werke werden weltweit aufgeführt, etwa im renommierten Lincoln Center in New York. Ihre Tochter wurde mit dem Down Syndrom geboren. Das MRC Laboratorium für molekulare Biologie, an dem sie zusammen mit der Computerbiologin Sarah Teichmann komponiert, ist für bahnbrechende Entdeckungen auf dem Gebiet der Genetik bekannt. An Hand ihrer Komposition "Hearing my Genes Evolve" erläutert Deirdre Gribbin ihren künstlerischen Umgang mit Daten aus der DNA.

    Der Brite Tony Cragg, heute Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie, hat sich eingehend mit genetischen Codes beschäftigt. Seine Arbeiten, die er Evolution von Formen nennt, lassen dieses Wissen erahnen und gehen doch darüber hinaus: Sie achten die dem Material innewohnenden Kräfte und vergegenwärtigen gleichzeitig die gestalterische Freiheit, die entsteht, wenn man sich dem Diktat der Nützlichkeit nicht beugt.

    LOLA at Berlinale
    "Everything will be fine"

    Vorführung:
    Mittwoch, 17.2.2016, 16.0 0Uhr, Zoo Palast 2

    Buch: Björn Olaf Johannessen
    Regie: Wim Wenders
    Kamera: Benoit Debie
    Art Director: Sebastian Soukup
    Kostüm: Sophie Lefebvre
    Schnitt: Toni Froschhammer
    Produzent: Gian-Piero Ringel
    Executive Producer: Jeremy Thomas
    Weltvertrieb: HanWay Films, London
    Verleih: Warner Bros.
    Produktion: Kinokoproduktion von Neue Road Movies (Berlin) in Koproduktion mit Montauk Productions (Kanada),
    Göta Film (Schweden), MER Film (Norwegen) und ZDF/Arte, gefördert von Medienboard Berlin-Brandenburg, Eurimages, FFA, DFFF und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
    Redaktion: Gabriele Heuser (ZDF), Olaf Grunert (ZDF/ARTE)
    Musik: Alexandre Desplat
    Länge: ca. 110 Minuten

    Rollen / Darsteller:
    Tomas - James Franco
    Ann - Marie-Josée Croze
    Kate - Charlotte Gainsbourg
    Christopher - Robert Naylor
    u.a.

    Ein Winterabend, eine Straßensperrung, ein Auto wird auf einen schmalen Landweg umgeleitet. Es schneit, die Sicht ist schlecht. Aus dem Nichts kommt ein Schlitten einen Hügel herunter geglitten und kreuzt die Straße. Eine Vollbremsung, der Wagen kommt zum Stand. Stille.
    Den Schriftsteller Tomas trifft keine Schuld an diesem tragischen Unfall, ebenso wie den kleinen Christopher, der besser auf seinen Bruder hätte aufpassen können, oder auf Kate, die Mutter der beiden, die die Kinder früher hätte ins Haus rufen sollen. Tomas fällt in ein tiefes Loch. Die Beziehung zu seiner Freundin Sara zerbricht an der Belastung. Tomas rettet sich in sein Schreiben. Er versucht, eine eigene Familie mit Ann und ihrer Tochter Mina aufzubauen.

    Der Film folgt über zwölf Jahre Tomas' Versuch, seinem Leben wieder einen Sinn zu geben. Und genauso folgt er auch Kate und Christopher, bis dieser 17 Jahre alt ist und sich entschließt, die Vergangenheit noch einmal aufzurollen und sich endlich mit dem Mann auseinanderzusetzen, den er nur einmal, an jenem verhängnisvollen Abend, getroffen hat.

    "Every Thing Will Be Fine" erzählt auf vorsichtige und genaue Weise von Schuld und der Suche nach Vergebung, und davon, dass es nicht die Zeit ist, die Wunden heilt, sondern nur der Mut, sich zu stellen und zu verzeihen. Vor allem sich selber.

    Nach einem Originaldrehbuch des Norwegers Bjørn-Olaf Johannessen dreht Wim Wenders nach seinem erfolgreichen Tanzfilm PINA erneut in 3D und erkundet die Entwicklung dreidimensionaler Ausdrucksmöglichkeiten erstmals in einem intimen Drama.

    LOLA at Berlinale
    "California City"
    Deutschland 2014

    Vorführung:
    Dienstag, 16.2.2016, 14.00 Uhr, Zoo Palast 3

    Buch und Regie                  Bastian Günther
    Kamera                              Michael Kotschi
    Schnitt                               Anne Fabini
    Score                                 Howe Gelb
    Produktion                         INDI FILM und ZDF/ARTE
    Redaktion                          Doris Hepp (ZDF/ARTE)
    Förderung                          MEDIA, MFG Filmförderung Baden-Württemberg, Kuratorium junger deutscher Film und DFFF
    Länge                                80 Minuten

    "California City" erzählt die Geschichte eines Namenlosen auf dem Weg durch das post-apokalyptische Gebiet der Immobilienkrise in der kalifornischen Mojave-Wüste. Sein Auftrag ist es, die Pools der verlassenen und zwangsgeräumten Häuser von Moskitoplagen zu befreien. Auf der Reise durch diesen isolierten Landstrich reflektiert er über alternative Lebensweisen und findet sich in seiner eigenen Einsamkeit wieder. Ein Film, der die Grenzen zwischen Fiktion, Dokumentarfilm und Essay fließend überquert.

    NATIVe - A journey to indigenous cinema
    Jahrhundertprojekt Museumsinsel
    "Die Indianer kommen!"
    Indigene Völker im Berliner Humboldtforum
    Ein Film von Carola Wedel (45 Minuten)

    Vorführung:
    Donnerstag, 18.2.2016, 19.30 Uhr, Zoo Palast 2

    Die Kulturen der Welt auf neuartige Weise präsentieren: Das ist das hochgesteckte Ziel des Berliner Humboldtforums. Wie seine Namensgeber, Wilhelm und Alexander von Humboldt, will dieser Ort für ein respektvolles und gleichberechtigtes Miteinander der Kulturen stehen.

    Ethnologen und Museumsleute suchen deshalb nach neuen Wegen, um den indigenen Völkern, die ab 2019 hier präsentiert werden sollen, mehr Raum und Gehör zu verschaffen, als dies bisher im Ethnologischen Museum Berlin möglich war. Auch zahlreiche indigene Völker besinnen sich zunehmend auf ihre Wurzeln, beschäftigen sich mit ihrer oft schon fast verloren gegangenen Kultur und bringen eigene Bedürfnisse in die Museumsarbeit ein.

    Die Dokumentation "Die Indianer kommen!" zeigt diesen herausfordernden Annäherungsprozess von beiden Seiten. Sie begleitet Besucher aus Südamerika in Berlin, wo sie im Depot des Museums in tief bewegenden Momenten erstmals den Objekten ihrer Vorfahren begegnen. Deutsche Sammler hatten sie vor über hundert Jahren mitgebracht. Gemeinsam mit den Museumsleuten entwickeln die Indigenen Ideen, wie ihre Geschichte und Kultur neu vermittelt werden kann.

    ZDF-Autorin Carola Wedel und ihr Team fahren aber auch nach Kolumbien, um dort die Kogi zu besuchen: den einzigen noch existierenden Indianerstamm im Hochland der Sierra Nevada de Santa Marta, der es geschafft hat, seine hochgeistige Kultur und Lebensweise vollständig zu erhalten. Trotz der fast völligen Ausrottung durch die spanische Eroberung gibt es die Kogi bis heute. Sie leben zurückgezogen in den Höhen des Küstengebirges und pflegen dort seit über 400 Jahren ihre alten Rituale und Zeremonien.

    Kamerateams lassen die Kogi fast nie in ihr Gebiet. Der Film "Die Indianer kommen!" ermöglicht deshalb außergewöhnliche Einblicke in das, was das Leben eines indigenen Volkes ausmacht. Und macht deutlich, vor welchen Herausforderungen die Ausstellungsmacher in Berlin stehen: Wie lassen sich die uns so fremden Vorstellungswelten vermitteln? Wie geht man mit Ritualobjekten um, die eigentlich nicht für fremde Blicke bestimmt sind? Und wie reagiert man auf Rückgabeforderungen? Auch von den Kogi gibt es Objekte in den Berliner Sammlungen - zwei alte Ritual-Masken, die sie gerne zurück hätten.

    In der Langzeitdokumentation "Jahrhundertprojekt Museumsinsel" berichtet Carola Wedel seit 2001 jährlich über die Veränderungen in Berlins historischer Stadtmitte, wo sich Museumsinsel und das benachbarte Humboldtforum zu einer in Europa einzigartigen Museumslandschaft entwickeln. Seit 14 Jahren betreiben ZDF/3sat eine erfolgreiche Medienpartnerschaft mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

    Sendetermine:
    3sat: Montag, 7.12.2015, 22.25 Uhr
    ZDF: Sonntag, 13.12.2015 0.20 Uhr
    ZDFinfo: Sonntag, 27.12.2015, 09.00 Uhr

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    Telefon: (030) 2099-1098
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    Fotos über:
    Telefon: (06131) 70-16100 oder über
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