Der Pfarrer und das Mädchen

Fernsehfilm

Der katholische Pfarrer Thomas (Rainer Hunold) kehrt nach vielen Jahren in Afrika zurück nach Berlin-Wedding. Dort will er die marode Gemeinde St. Paulus wieder aufbauen. Gleich bei seiner Ankunft trifft er in der nächtlichen Kirche auf die 15-jährige Tessa ( Nicole Mercedes Müller), die einen verstörten Eindruck macht. Der Einsatz für das vergewaltigte Mädchen bringt ihn näher zu sich selbst und zu seiner Vergangenheit.

  • ZDF, Karfreitag, 3. April 2015, 21.15 Uhr

Texte

Rainer Hunold, anders und doch gleich
von Redakteur Günther van Endert, Fernsehspiel II

Rainer Hunold steht für Rollen einer gelassenen, Schutz gebenden Autorität, für Rollen des sensiblen Abwägens von Gut und Böse. Die Rolle des Pfarrers Thomas entspricht dem und fällt dabei ganz anders aus als Hunolds Wirken in der erfolgreichen Krimi-Reihe "Der Staatsanwalt". Thomas hat in der Jugend einen Unfall mit Todesfolge verursacht, und sein bester Freund hat an seiner Stelle Schuld und Gefängnisstrafe auf sich genommen. Jetzt ist er damit konfrontiert, dass dieser Freund, dem er zu lebenslangem Dank verpflichtet ist, seinen Sohn schützen will, der ein Mädchen vergewaltigt und geschwängert hat. Die Absicht der jungen Frau, das werdende Leben abzutreiben, beschert dem katholischen Geistlichen ein weiteres bedrängendes Problem.

 Ein Drama also mit sehr heutigen Konflikten, das im bunten, von sozialen Gegensätzen geprägten Berliner Bezirk Wedding spielt und diesen mit den ortsüblichen Bewohnern und Straßenbildern einfängt. Es ist neben anderen mit Henry Hübchen, Maja Maranow, Katja Flint und der jungen Nicole Mercedes Müller sehr gut besetzt. Doch es ist vor allem auch ein Film von Rainer Hunold, der in einer ganz anderen als der gewohnten "Staatsanwalts"-Rolle die Eigenschaften zeigt, die ihm zu seiner Popularität verholfen haben.

Stab

Karfreitag, 3. April 2015, 21.15 Uhr
Der Pfarrer und das Mädchen

 

Buch                                   Annika Tepelmann
Regie                                  Maris Pfeiffer
Schnitt                                Dora Vajda
Kamera                              Gunnar Fuss
Musik                                  Jörg Lemberg
Szenenbild                         Klaus Weinrich
Kostümbild                         Helene Hohensee
Produzenten                       Michaela Nix, Joachim Kosack
                                           UFA Fiction
Redaktion                           Günther van Endert
Länge                                 90 Min.

Besetzung

Die Rollen und ihre Darsteller

Thomas                             Rainer Hunold
Polke                                 Henry Hübchen
Nora                                  Maja Maranow
Doreen                              Katja Flint
Tessa                                Nicole Mercedes Müller
Agnieszka                         Julia Krynke
Sally                                  ÖzgürKaradeniz
Elsa Ribeke                       Maria Mägdefrau
Ralf Ribeke                        Rainer Sellien
Ben                                    Hassan Akkouch
Robin                                 Ferdinand Lehmann
Herr Opitz                          Max Urlacher
Mo                                     Zejhun Demirov
u.a.

Inhalt

Der katholische Pfarrer Thomas (Rainer Hunold) kehrt nach vielen Jahren in Afrika zurück nach Berlin. Er lässt sich in seinem alten Kiez in Berlin-Wedding nieder, in dem er aufgewachsen ist und eine wilde Jugendzeit verbrachte. Jetzt will er die marode Gemeinde St. Paulus wieder aufbauen. Gleich bei seiner Ankunft trifft er in der abgeschlossenen Kirche auf die 15-jährige Tessa (Nicole-Mercedes Müller), die dort heimlich übernachtet. Noch bevor Thomas in Erfahrung bringen kann, was sie in der Nacht in die Kirche trieb, ist das Mädchen auch schon wieder verschwunden. Am nächsten Tag steht plötzlich Thomas alter Freund Max Polke (Henry Hübchen) vor der Tür, mit dem ihn ein ungelöster Konflikt aus ihrer kleinkriminellen Jugendzeit verbindet. Polke hat es zu einigem Wohlstand gebracht und ist mit der schönen und gebildeten Nora (Maja Maranow) verheiratet. Den Kiez regiert er wie ein Pate und zeigt sich als Gönner, als er seinem Freund anbietet, die Renovierung der Kirche finanziell zu unterstützen. Nachdem Tessa allmählich Vertrauen  zu Thomas gefasst hat,  beichtet sie ihm, dass sie schwanger ist und auf Drängen ihrer Mutter (Julia Krynke) abtreiben soll. Thomas‘ Jugendfreundin Doreen (Katja Flint), die selbst einmal in deser Situation war, kann die Haltung nachvollziehen. In einen noch dramatischeren Konflikt gerät Thomas, als er erfährt, dass Tessa auf einer Party im Jugendclub von Polkes Sohn Robin (Ferdinand Lehmann) vergewaltigt worden sein soll. Gerade erst in der neuen Pfarrei angekommen, scheint Thomas vor schier unlösbaren Problemen zu stehen.

Richtig und Falsch
Statement von Produzent Joachim Kosack, UFA Fiction

"Der Pfarrer und das Mädchen" erzählt unterhaltsam, melodramatisch und auch ernsthaft, was eigentlich mit einem Menschen passiert, der fest in seinem Glauben steht und dann in eine vollkommen entchristlichte Welt gerät, in der er seiner Verantwortung kaum noch gerecht werden kann. Denn all seine Werte, sein seelsorgerisches Wissen und seine Sicht auf Richtig und Falsch haben in der Realität des Berliner Weddings kaum noch einen Widerhall. Nur langsam schafft er es, seine Weltsicht an die Umstände anzupassen, ohne seinen festen Glauben dabei aufgeben zu müssen. Diesen kämpfenden Christen, der sich auch noch seiner eigenen Vergangenheit stellen muss, spielt Rainer Hunold mit bravouröser und differenzierter Intensität. 

Die Geschichte einer Freundschaft
Statement von Regisseurin Maris Pfeiffer

"Der Pfarrer und das Mädchen" ist für mich vor allem die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Männern, die in ihrer Jugend eine intensive Zeit miteinander verlebt haben und die ein emotionales Band verbindet – auch wenn sie längst nicht mehr die sind, die sie einmal waren. Die Wege, die Thomas, der Pfarrer, und Max Polke nach einem dramatischen Vorfall eingeschlagen haben, könnten unterschiedlicher nicht sein und haben dazu geführt, dass sich die beiden voneinander entfernt haben. Als sie das Schicksal überraschend wieder zusammenführt, sind beide gezwungen, sich mit dem Leben des anderen, dessen Haltung und Werten auseinander zu setzen. Dass sie miteinander kommunizieren müssen, erzeugt eine gewisse Komik, und Spannung erzeugt die Frage, wie sie mit den Konflikten aus der Vergangenheit umgehen.

Rainer Hunold war für mich die perfekte Besetzung für die Rolle des Pfarrers Thomas. Er verleiht ihm eine Zugewandtheit und unglaubliche Wärme, die im spannenden Kontrast zu der Härte des Weddinger Mikrokosmos steht. Thomas ist einer, der die Menschen liebt und sie vorurteilsfrei annimmt. Gleichzeitig hat diese Rolle Rainer Hunold die Gelegenheit gegeben, sich einmal von einer ganz anderen, dunkleren Seite zu zeigen, die der Zuschauer noch nicht an ihm kennt. Und ich finde, er hat diese Gelegenheit ganz wunderbar genutzt. Es war eine Freude, mit ihm zu arbeiten.

Henry Hübchen, der mit seinem ganz besonderen Charme den Freund Max Polke verkörpert, ist die ideale Besetzung und seine Darstellung verleiht dem durchaus dramatischen Kern der Geschichte eine gewisse Leichtigkeit. Er bringt eine ganz wunderbare Farbe in den Film und ist eine große Bereicherung.

Für meine Recherche habe ich mich intensiv mit der Arbeit der Kirche auseinandergesetzt und war beeindruckt davon, was manche Gemeinden leisten – angefangen von der Jugendarbeit bis hin zur Unterstützung älterer Menschen. Und das ganz ohne missionarischen Eifer. Neben der Kirche sind heute in einem Bezirk wie dem Wedding vor allem Jugendzentren wichtige Anlaufstellen, die versuchen aufzufangen, was Familien, Schule oder Politik nicht leisten können.

Schuld und Vergebung
Interview mit Rainer Hunold

Seit über zehn Jahren sind Sie als "Der Staatsanwalt" auf dem ZDF-Krimiplatz am Freitag zu sehen. Jetzt lernt der Zuschauer in der Tragikomödie "Der Pfarrer und das Mädchen" einen ganz anderen Rainer Hunold kennen. Was hat Sie an dem Stoff gereizt?

Die Figur des Pfarrers hat eine Biographie, die in ihrer Zerrissenheit weit über das hinausgeht, was gemeinhin einer Serienfigur – und damit den Zuschauern – zugemutet werden kann. Für einen Schauspieler ist das natürlich wunderbar.

Wie würden Sie Pfarrer Thomas beschreiben? Was ist er für ein Mensch? Worin ist Ihnen die Figur nah, worin fremd?

Thomas gehört zu den Menschen, die in ihrer Jugend – warum auch immer – auf die schiefe Bahn geraten und kriminell werden. Nach einer dramatischen Eskalation flieht er vor einer Bestrafung, aber auch vor seinem Milieu. Er begreift, dass sein bisheriges Leben ein Irrweg war. In diesem Begreifen und Daraus-lernen-wollen ist er mir nah. Fremd ist mir seine Hingabe an die katholische Kirche. Dieses Für-etwas-büßen–müssen und büßen wollen, dieser Teil des "Katholischen Geschäftsmodells", wie Katja Flint als Doreen das im Film so schön nennt, liegt mir nicht. Da kollidiert das Regelwerk der religiösen Institution Katholische Kirche mit meinen agnostischen Anteilen. Ich denke, es gibt zeitgemäßere Formen der Schuldaufarbeitung und Trauma Bewältigung. Das heißt aber nicht, dass ich das Thema Schuld und Vergebung für ein unwichtiges Thema halten würde. Ganz im Gegenteil.

Welche Erklärung haben Sie für Thomas' Wandel vom Saulus zum Paulus gefunden?

Im Gegensatz zu Saulus hat Thomas nie das privilegierte Leben eines wohlhabenden Bürgers geführt, insofern ist das Bild in diesem Zusammenhang zu schlicht gedeutet und religiös überhöht. Thomas ist sicher nicht der Herr in gleißendem Licht erschienen, um ihn zu seinen Missetaten zu befragen. Thomas war aus eigener Kraft heraus fähig zu Selbstreflektion und einer Art "Standortbestimmung". Er hat sich der uns allen vertrauten Frage "Was mache ich hier eigentlich? Ist das wirklich mein Leben?" ernsthaft gestellt und Konsequenzen aus seiner Antwort gezogen: Er hat sich sich selbst gestellt. Lesen – auch in der Bibel – wird ihm geholfen haben, sein vertrautes soziales Umfeld, seine kriminelle "Peergroup", in Frage zu stellen und zu verlassen. Ein Wertewandel, ausgelöst durch ein von ihm verschuldetes tragisches Unglück, hat ihn zu einem besseren Menschen gemacht. Mit all den sozialen und persönlichen Konsequenzen, die eine solche Entwicklung nach sich zieht, wie zum Beispiel Einsamkeit.

Als Jugendliche waren sich Thomas und Max Polke, gespielt von Henry Hübchen, sehr nah, später kommt es zum Bruch. Wie würden Sie das Verhältnis der beiden definieren?

Thomas und Polke haben bis zu dem Tag, an dem Thomas verschwand, eine dieser ganz großen Männerfreundschaften gelebt. Machohafte Kumpel im alkoholvernebelten "Uns gehört die Welt"-Modus. Kriminell und selbstverliebt, fest davon überzeugt, die dicksten Eier des Wedding in der Hose zu haben. Bei der Wiederbegegnung kollidieren Rudimente dieser alten Freundschaft mit der Erkenntnis einer Veränderung – die alten Emotionen passen nicht zur aktuellen Realität. Auch die Beschwörung der gemeinsamen Vergangenheit ist nicht mehr als ein holpriger Versuch der Wiederbelebung längst vergangener Zeiten, Vertrautheit und Fremdheit sind die Enden eines zerrissenen Strickes, die zusammengeknotet werden sollen. Und unter allem schmort das Thema "Schuld" wie eine heiße Herdplatte, die beide nicht berühren wollen, weil sie den Schmerz fürchten.

Der Film spielt im Multikulti-Kiez Berlin-Wedding. Wie ist Ihr persönliches Verhältnis zum Wedding?

Als ich Ende der sechziger Jahre als Student nach Berlin kam, war der Wedding – wie Kreuzberg – einer der Bezirke, die noch so etwas wie historische Identität atmeten. (Ich muss mich korrigieren: Kreuzberg war schon damals durch den hohen Bevölkerungsanteil an schwäbischen Studenten deutlich verfremdeter, der Wedding liegt also klar auf Platz eins meines Identitäts-Rankings.) Das ist noch immer zu spüren. Aber warten wir mal ab, was die Gentrifizierung in ein paar Jahren davon übrig gelassen haben wird. Anzeigentexte wie "Wertsteigerungspotential durch Lage im Sanierungsgebiet " im Immobilienteil des "Tagesspiegel" vor ein paar Wochen erzählen von grundlegender Veränderung. Das ist schmerzhaft und schade, sage ich nicht frei von Sentimentalität; das ist der Lauf der Dinge, sagen andere, nicht frei von Ignoranz und Gier.

Wenn Sie an die Dreharbeiten zurückdenken, welche besonderen Eindrücke, Begegnungen, Erlebnisse haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen?

Die Begegnung mit einem "richtigen" Pfarrer, der uns als Berater zur Seite stand, hat mich sehr beeindruckt. Humor, Intelligenz, Empathie, mutige Kritikfähigkeit sowohl seinem Arbeitgeber – der Kirche –, als auch seinem "Chef", dem Papst, gegenüber, sind Merkmale eines von tiefer Humanität geprägten Menschen. Respekt für diese Ausrichtung des eigenen Lebens.
Bei den Dreharbeiten in vollem Ornat während eines Gottesdienstes vor dem Altar zu stehen und zur Gemeinde zu sprechen war für mich eine irritierende Erfahrung, weil ich die barocke Inszenierung der Katholischen Kirche nicht mag. Vielleicht hat dieser Pomp in Südamerika und Asien noch eine Berechtigung, hier, in einem aufgeklärten Europa des 21.Jahrhunderts halte ich ihn für überholt und wenig zeitgemäß. Meine privaten, auf persönlichen Kindheitserfahrungen beruhenden Widerstände gegen die Katholische Kirche musste ich also überwinden, um der Figur Glaubwürdigkeit geben zu können. Dieser Spagat zwischen mir als Person und der Figur, die ich spielen durfte, war größer, als ich erwartet hatte. Als Figur die Kirchenmoral zu vertreten und gegen einen Schwangerschaftsabbruch zu argumentieren, ist mir schwer gefallen. Ich hatte das Gefühl zu lügen. Gestört hat mich auch, wie die Abbildung eines katholischen Umfeldes die Besetzungsliste geprägt hat: Frauen sehen wir in untergeordneten Funktionen als Hilfskräfte und Ehefrauen in einem goldenen Käfig. Die Überwindung dieses Unbehagens war gleichzeitig eine der Herausforderungen, die das Spielen dieser Figur bedeutete. Die Kraft, die das erforderte, war nicht gering. Zu sehen, dass ich diese Kraft hatte, macht mich durchaus stolz. Auch wenn ich beim Zuschauen manchmal denke: "Rainer, Rainer, was redest Du da"? Um dann zu denken: "Sei nicht so eitel. Der da redet, heißt nicht Rainer, sondern Thomas." 

Was kann eine Gemeinde in einem problematischen Bezirk wie dem Wedding Ihrer Meinung nach leisten? Welche Aufgabe kann Kirche übernehmen?

Problematisch ist für die Kirche nicht der Bezirk Wedding, sondern die zunehmend säkularisierte Welt, in der sie sich behaupten muss. Die Kirche muss sich bemühen, ein Angebot aufrecht zu erhalten – als soziales Service-Unternehmen für die Strecke zwischen Geburt und Bestattung in allen Facetten der Begleitung und Unterstützung Ratsuchender und Trostbedürftiger. Und sie muss Raum sein für alle, die das Gespräch suchen oder auch nur eine Rückzugsmöglichkeit an einen Ort der Stille und Kontemplation.

Welche Rolle spielt der Glaube in Ihrem Leben?

Ich glaube nicht. Ich suche. Entspannt und neugierig.

 

Das Interview führte Gudrun Schulz.

Prinzipien, Geld und Einfluss
Interview mit Henry Hübchen

Als sich die Freunde Thomas und Max nach 30 Jahren wieder treffen, sind beide überrascht, was der jeweils andere aus seinem Leben gemacht hat. Was ist Max für ein Mensch?

Er ist ein Mann mit Prinzipien. Er glaubt, dass mit Geld alles zu regeln ist. Deshalb ist vermögend zu werden eines seiner Lebensziele. Damit steht er allerdings nicht alleine da, im Wedding, seinem Kiez. Geld ist gleich Macht ist gleich Einfluss.

Max Polke hat für seinen Freund Thomas die Schuld an einem tödlichen Unfall auf sich geladen und ist für ihn ins Gefängnis gegangen – ein solcher "Freundschaftsdienst" kann eine Beziehung auch belasten. Wie würden Sie das Verhältnis der beiden beschreiben? Sind sie überhaupt noch Freunde?

Einen Freund nicht zu verraten ist eines seiner Prinzipien. Ob sie nach dreißig Jahren noch Freunde sind, das weiß ich nicht. Da Thomas nach anderen Regeln lebt, kracht es im Gebälk ihrer Beziehung.

Max scheint mit seinem Leben zufrieden zu sein. Die Geschäfte laufen gut, er genießt sein Leben in der Villa mit Sohn und attraktiver Frau. Erfolg scheint sich bei ihm vor allem über Statussymbole zu definieren. Woran machen Sie für sich persönlich Erfolg fest?

Zum Beispiel, dass Sie mir diese Fragen stellen und nicht einem Anderen. Also, dass meine Meinung Ihnen wichtig ist. Also eine Wertschätzung durch Arbeit. Aber ich lebe auch gerne in einer Villa am See mit attraktiver Frau und Kindern.

Thomas, der von Rainer Hunold verkörpert wird, ist als Pfarrer nah an den Menschen und sensibel für ihre Nöte und Ängste. Was kann die Kirche – gerade in einem problematischen Bezirk wie dem Wedding – Ihrer Meinung nach heute leisten?

Ich kenne den Berliner Bezirk Wedding nicht gut genug, um dezidiert darüber Auskunft zu geben. In der Diakonie war die Kirche schon immer sehr engagiert und sollte das auch weiter sein, und vor allem Friedensstifter zwischen den Religionen. Ich bin agnostischer Atheist und noch Zaungast. Aber ich wundere mich schon sehr über dieses 21. Jahrhundert. Der Astronaut Gerst sah vom Weltall aus Raketen fliegen und Bomben explodieren. Er sagte "Wenn irgendwann einmal Außerirdische unseren Planeten ansteuern würden, dann wäre das das Erste, was sie von der menschlichen Zivilisation mitkriegen würden. Sie müssten uns für primitive Barbaren halten, die sich gegenseitig bekriegen und noch dazu ihren eigenen Lebensraum zerstören."

 

 Das Interview führte Gudrun Schulz.

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