Deutschland, Deine Ämter: Die Betreuer vom Sozialamt. Foto: ZDF/Tiemo Fenner
Deutschland, Deine Ämter: Die Betreuer vom Sozialamt. Foto: ZDF/Tiemo Fenner

Deutschland, Deine Ämter

Nächste Sendung: Die Betreuer vom Sozialamt

Seltene Einblicke in den oft konfliktreichen Arbeitsalltag verschiedener staatlicher Behörden ermöglicht die vierteilige "ZDF.reportage"-Reihe "Deutschland, Deine Ämter". Vom 4. bis 25. Februar 2018, jeweils sonntags um 18.00 Uhr im ZDF, begleiten die Reporter "Fahnder vom Zoll", "Kontrolleure vom Verbraucherschutz", "Berater vom Jobcenter" sowie "Betreuer vom Sozialamt"und beleuchten deren Einsätze für ihre unterschiedlichen "Kunden".

  • ZDF, Sonntag, 25. Februar 2018, 18.00 Uhr / viermal sonntags um 18.00 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Sonntag, 25. Februar 2018

Texte

Sendetermine und Stab

Sonntag, 4. Februar 2018, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage
Deutschland, Deine Ämter
1. Die Fahnder vom Zoll

Film von Ralf Wilharm

Produktion: Spiegel TV
Redaktion: Heike Schnaar, Michael Stagneth
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 11. Februar 2018, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage
Deutschland, Deine Ämter
2. Die Kontrolleure vom Verbraucherschutz

Film von Enrico Demurray und Saara von Alten

Produktion: wilde bilder
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 18. Februar 2018, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage
Deutschland, Deine Ämter
3. Die Berater vom Jobcenter

Film von Gabriel Stoukalov und Felix Kohler

Produktion: fieldmedia
Redaktion: Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 25. Februar 2018, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage
Deutschland, Deine Ämter
4. Die Betreuer vom Sozialamt

Film von Bernd Reufels und Ioanna Engel

Produktion: Kelvinfilm
Redaktion: Leo Spors, Heike Schnaar
Länge: ca. 30 Minuten

Deutschland, Deine Ämter: Die Fahnder vom Zoll

40.000 Zollbeamte ermitteln in Deutschland gegen Schmuggler, Menschenhändler, Schwarzarbeiter und Fälscher. Kaum einer nimmt sie wahr, aber sie sind überall – auf Flughäfen, an Grenzübergängen, auf Bahnhöfen und in Seehäfen, auf  Autobahnen und Landstraßen, auf Großbaustellen und in Restaurants. Sie beschlagnahmen Drogen, Waffen, Schwarzgeld, Schmuck und Plagiate jeder Art.

Die jährlichen Erfolgszahlen sind imposant: Mehr als 70 Millionen Zollabfertigungen, rund 5000 Kilogramm beschlagnahmte harte Drogen, zwei Millionen sichergestellte Drogen-Tabletten und mehr als 130.000 eingeleitete Verfahren wegen Schwarzarbeit. Der Zoll ist die größte nachgelagerte Behörde des Bundesfinanzministeriums und beschert dem Staat Steuereinnahmen in Höhe von durchschnittlich 130 Milliarden Euro jährlich.

43 Hauptzollämter gibt es in Deutschland, eines davon in Bremen. Der Kampf gegen illegale Schwarzarbeit zählt zu ihren Hauptaufgaben. Regelmäßig finden Razzien auf Großbaustellen statt. Die mobilen Kontrolleinheiten des Zolls sind außerdem auf der Suche nach illegalen Zigarettenhändlern, Drogenkurieren, Waffenschiebern und Schmugglern jeder Art. Die Beamten kontrollieren in und um Bremen alle Verkehrswege, seien es die Autobahnen, der Hafen oder der Flughafen.

Fahrzeugkontrollen auf den Autobahnen gehören für die Bremer Beamten genauso zum täglichen Geschäft wie die Durchsuchung von Containern und Schiffen. Gerade über den Seeweg kommen viele Plagiate nach Deutschland. Der Kampf gegen Produktpiraterie ist ein ernst zu nehmendes Problem. Schätzungen zufolge sind durch gefälschte Produkte in Deutschland Zehntausende Arbeitsplätze gefährdet. Schlechte, gefälschte Produkte schädigen die Original-Hersteller und die betrogenen Kunden. Allein 2016 wurden gefälschte Waren im Wert von über 180 Millionen Euro beschlagnahmt.

Die "ZDF.reportage" hat die Beamten des Bremer Zollamtes mehrere Wochen bei ihren Einsätzen begleitet und konnte so einen intensiven Blick hinter die Kulissen des deutschen Zolls werfen.

Deutschland, Deine Ämter: Die Kontrolleure vom Verbraucherschutz

Deutschlands Lebensmittelwächter kommen stets unangemeldet. Sie dokumentieren Missstände mit Kamera und Berichtsblock. Sie beraten, belehren, ermahnen – oder verhängen ein Ordnungsgeld. Notfalls können die Kontrolleure einen Betrieb sogar schließen. Die Beamten des Amts für Verbraucherschutz sind sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst: Immer geht es darum, den Bürger vor gesundheitlichen Gefahren, Irreführungen und Täuschungen zu bewahren.

Und davon gibt es nicht nur im Lebensmittelbereich mehr als genug. Winfried Ueckert ist der Chef des Verbraucherschutzamtes der Stadt Würzburg. Vor allem Großbetriebe stehen im Fokus der Behörde, denn dort können Hygienemängel verheerende Folgen haben. Doch die meisten Verstöße finden die Beamten eher in kleineren Gaststätten. "Oft ist es Unkenntnis, in seltenen Fällen böser Wille." sagt Ueckert.

Ungezieferbefall, Schimmelpilz oder gar verdorbenes Fleisch – die Beamten prüfen die Qualität der Lebensmittel in Geschäften, Restaurants und Märkten. Sie passen auf, dass das Essen, das angeboten wird, den geltenden Hygienevorschriften entspricht.

Die Freude ist in den Betrieben nicht unbedingt groß, wenn Winfried Ueckert und sein Kollege Peter Knauer an der Tür klopfen. Wenn die Lebensmittelkontrolleure etwas entdecken, das Gesundheitsgefahren für den Verbraucher birgt, wird im allerschlimmsten Fall der Laden dicht gemacht. "Meist findet man dann einen Aushang an der Tür, dort steht dann: Wegen technischer Störungen vorübergehend geschlossen. Oder: plötzlicher Trauerfall", erklärt Winfried Ueckert: "Keiner sagt: Geschlossen wegen Dreck in der Küche".

Gesetzesverstöße im Lebensmittelbereich gibt es laut der Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch in jedem vierten Betrieb. Zu den größten Hygienesündern zählen Restaurants und Imbisse. Besonders dort, wo Fleisch serviert wird, wird es schnell kritisch. Das fängt bei ungewaschenen Händen an und endet bei der richtigen Kühlung oder Zubereitung.

Neben der Lebensmittelkontrolle kümmert sich die Behörde auch um Tierschutz. Zoohandlungen werden auf ihre Tierhaltung überprüft und Hunde danach beurteilt, ob sie gefährlich für den Menschen werden können oder nicht. Doch im Zentrum der Arbeit dieser Behörde steht die Gesundheit.

Deutschland, Deine Ämter: Die Berater vom Jobcenter

Nummer ziehen, Antrag ausfüllen, sich bewerben – und warten: Alltag im Jobcenter! Das Schicksal "Arbeitslosigkeit" betrifft knapp 2,5 Millionen Menschen. "Kunden" nennen die Mitarbeiter des Jobcenters die Menschen, die jeden Tag vor ihnen sitzen. "Arbeitslose" sagt dort keiner. Wer Leistungen vom Staat erhält, hat die Verpflichtung, sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Der Weg ins Jobcenter gehört dazu.

Im Mittelpunkt der "ZDF.reportage" steht das Jobcenter Rhein-Erft in Kerpen. Dort werden jeden Tag die unterschiedlichsten Geschichten geschrieben: Geschichten voller Emotionen, Geschichten zwischen Erwartung und Enttäuschung.

Diana S. arbeitet seit neun Jahren am Empfang, der ersten Anlaufstelle für täglich etwa 160 Menschen mit Sorgen, Ängsten und Notlagen. Da ist beispielsweise die Kundin, bei der am nächsten Tag vom Energieversorger der Strom abgeklemmt werden soll. Diana schickt sie direkt weiter in die zweite Etage. Dort, in der Leistungsabteilung, nimmt sich Maki C. der Sache an, spricht mit der Kundin, ihrer Chefin und dem Stromanbieter – ein Fall, der sie nicht so schnell loslassen wird.

Eine weitere Aufgabe des Jobcenters: der Außendienst. Georg S. und Hediye E. bilden das sogenannte Bedarfsfeststellungsteam. Sie fahren raus zu den Kunden und überprüfen, ob diese ihre Anträge korrekt gestellt haben.

In der Vermittlungsabteilung leitet Markus B. das Team "Integration Plus", das einen "Bewerbertag" ins Leben gerufen hat. Das Jobcenter bringt im eigenen Gebäude Arbeitgeber und Arbeitssuchende zusammen.

Deutschland, Deine Ämter: Die Betreuer vom Sozialamt

Der Gang zum Sozialamt ist für viele ein Albtraum. Staatliche Hilfe zu beanspruchen, wird oft als persönliches Versagen empfunden. Doch auch die Mitarbeiter des Sozialamtes haben einen schwierigen Job: Sie müssen entscheiden, wem Hilfe zusteht und wem nicht. Die "ZDF.reportage" porträtiert ein Amt im Osten Deutschlands – in Neubrandenburg – und forscht nach: Mit welchen Schicksalen werden die Mitarbeiter konfrontiert? Wer hat wirklich Anspruch auf Unterstützung? Und wer versucht, die staatlichen Hilfen zu erschleichen?

Das Bild vom Sozialamt ist bei vielen Menschen noch geprägt aus der Zeit vor den Hartz-Reformen. Doch vor zwölf Jahren wurde die deutsche Sozialhilfe grundlegend neu strukturiert. Wer im Prinzip arbeiten kann, wird vom Jobcenter betreut – nach der Devise "fordern und fördern". Wer jedoch dauerhaft nicht arbeiten kann und kein Vermögen oder keine Einkünfte hat, der wird vom Sozialamt mit einer Grundsicherung unterstützt, die sich am Hartz-IV-Satz orientiert.

Die Mitarbeiter des Sozialamtes "Mecklenburgische Seenplatte" mit Sitz in Neubrandenburg betreuen den größten Landkreis Deutschlands. Mit über 5000 Quadratkilometern ist das Einzugsgebiet größer als das Saarland. Zudem hat diese Region mit 9,6 Prozent die höchste Arbeitslosenquote im ohnehin schon gebeutelten Mecklenburg-Vorpommern.

Die "ZDF.reportage" begleitet engagierte Mitarbeiter des Sozialamts bei ihrer Arbeit: Anja S. ist zuständig für Eingliederungshilfe und betreut zudem ein breites Spektrum von Hilfsbedürftigen: vom behinderten Kleinkind bis zum pflegebedürftigen Senior. Manche ihrer Fälle machen selbst die erfahrene Sachbearbeiterin betroffen: Wie etwa der Fall von Ingrid L. Die 79-Jährige hat in der DDR 30 Jahre bei der Post gearbeitet und war anschließend auf einem Bauernhof tätig. Ihre Rente liegt knapp über der Grundsicherung – zu wenig, um die Kosten für die Pflege zu zahlen, die sie zunehmend braucht. Anja S. versucht zu helfen.

Viele Menschen wenden sich in ihrer Not an das Sozialamt – doch die Aufgabe der Mitarbeiter ist es auch, sorgsam mit Steuergeldern umzugehen. Sie müssen die Anträge sehr genau prüfen. Ralf D. arbeitet seit 26 Jahren im Amt – in der Außenstelle Neustrelitz. Er ist es gewohnt, auf Wut und Unverständnis zu stoßen, wenn Geld verweigert wird. Dann muss er sich anhören, dass das Sozialamt nur für "die Ausländer" da sei. Dabei hat er klare Richtlinien.

Eine Antragstellerin ist Brigitte N. Die 67-Jährige erhält Wohngeld, hat aber trotzdem nicht viel zum Leben. Nach der Wende wurde sie arbeitslos. Sie kellnerte, machte Umschulungen und arbeitete lange in Ein-Euro-Jobs. Ralf D. versteht ihre schwierige Lage, doch das Gesetz sieht vor: Wohngeld oder Grundsicherung – beides geht nicht. Frau N. muss sich entscheiden.

Sachbearbeiter in Deutschlands Sozialämtern haben keinen guten Ruf. Zu Unrecht – wie die "ZDF.reportage" zeigt. Engagierte Mitarbeiter sind täglich im Einsatz, um zu helfen. Der 37-jährige Maik G. macht jährlich über 130 Hausbesuche. Er kümmert sich vor allem um die physisch und psychisch eingeschränkten Menschen im Landkreis. Bärbel J. arbeitet seit 35 Jahren im Amt und betreut Menschen, deren Einkünfte im Alter oder bei Erwerbsminderung nicht zum Leben reichen. In dieser Region keine Seltenheit, da fast alle Rentner eine gebrochene Erwerbsbiografie hinter sich haben: Mit der Wende kam für viele die Arbeitslosigkeit – und nicht alle fanden danach ein gutes Auskommen.

Infos zur "ZDF.reportage"

Die "ZDF.reportage" berichtet immer sonntags, 18.00 Uhr, aus der Alltagswirklichkeit der Zuschauer. Sie greift Themen auf, die aktuell und gesellschaftlich brisant sind. Dabei erzählt die "ZDF.reportage" immer aus der Perspektive der Betroffenen – von Menschen, ihren Lebenswegen und Schicksalen, ihren Konflikten, ihren Hoffnungen und Träumen. Die meisten Reportagen spielen in Deutschland, bei Auslandsthemen ist stets ein deutscher Bezug vorhanden. 

Im Januar und Februar 2017 hatte die "ZDF.reportage" mit Blick auf das Wahljahr die vierteilige Reihe "Armes reiches Deutschland" über "Kein Geld für Kinder", "Rentner in Not", "Wohlstand in Gefahr?" und "Wenn ein Job nicht reicht" gesendet. 

Die Redaktion der "ZDF.reportage" wird geleitet von Heike Schnaar.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/deutschlanddeineaemter

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