Miriam Maertens (Eva Meckbach), Copyright: ZDF/Georges Pauly
Miriam Maertens (Eva Meckbach), Copyright: ZDF/Georges Pauly

Die Luft zum Atmen

Der Fernsehfilm der Woche

Miriam Maertens entstammt einer bekannten Hamburger Schauspielerfamilie. Sie wächst unbeschwert auf. Doch je älter sie wird, desto schlechter geht es ihr. Die erschütternde Diagnose: Mukoviszidose. Sie beschließt, ein Doppelleben zu führen: Sie lebt, als wäre sie gesund. Als ihr Vater auf eine neue Methode zur Behandlung der unheilbaren Erbkrankheit stößt, trifft Miriam zum ersten Mal Menschen, die ihr helfen können. Diszipliniert hält sie sich an die strikten Vorgaben der Ärzte – nun kann sie nichts mehr aufhalten. Nach außen hin scheint alles gut, doch der Schein trügt – Miriams Lunge ist am Ende, eine Lungentransplantation unausweichlich.

  • ZDF, Montag, 30. Mai 2022, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Samstag, 21. Mai 2022, 10.00 Uhr, ein Jahr lang

Texte

 

 

Stab und Besetzung

Buch   Angelika Schwarzhuber und Christian Lex, nach dem Buch "Verschieben wir es auf morgen" von Miriam Maertens
RegieJophi Ries
BildgestalterPeter Joachim Krause
MusikHinrich Dageför, Stefan Wulff
MontageSanjeev Hathiramani, Lucas Seeberger
SzenenbildIris Trescher-Lorenz
TonMaj-Linn Preiß 
KostümbildKatrin Aschendorf
ProduktionNetwork Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH, Hamburg
ProduzentinJutta Lieck-Klenke
ProducerinLydia-Maria Emrich
HerstellungsleitungRoger Daute
ProduktionsleitungMoritz Hansen
RedaktionDaniel Blum (ZDF), Olaf Grunert (ARTE)
Länge

89 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller*innen
Miriam (erwachsen) Eva Meckbach
Miriam (als Kind) Cloé Heinrich
Mutter ChristaJanna Striebeck
Vater Peter  Michael Wittenborn
Frau Dr. BerteleMiriam Maertens
Professor Harms  Peter Lohmeyer
Michael (erwachsen) Marc Benjamin
Janna (erwachsen) Anna Herrmann
Kai   Thomas Niehaus
Pit    Sebastian Zimmler
Dr. Schramm Stephan Szász
Holli    Jirka Zett
Dr. FischerMax Koch
AnästhesistinCatrin Striebeck
Michael (als Kind)Paul Ahrens
Sanitäter  Kai Maertens
Theaterkollege Michael Maertens
Janna (als Kind)Charlotte Martz
Schwester Maria Regula Grauwiller
OP-Pfleger Pablo Striebeck
Sanitäter Joshua Maertens

und andere

Inhalt

Miriam Maertens, Kind einer bekannten Hamburger Schauspielerfamilie, wächst behütet und unbeschwert auf. Doch je älter sie wird, desto schlechter geht es ihr. Die erschütternde Diagnose: Mukoviszidose. Sie verspricht ihrer Mutter, nicht zu sterben und beschließt, ein Doppelleben zu führen: Sie lebt als wäre sie gesund. Als ihr Vater Peter in der Zeitung von zwei Münchner Ärzten liest, die eine neue Methode für die Behandlung der unheilbaren Erbkrankheit Mukoviszidose entwickelt haben, trifft Miriam zum ersten Mal Menschen, die ihr wirklich helfen können. Diszipliniert hält sie sich an die strikten Vorgaben von Frau Dr. Bertele – nun kann sie nichts mehr aufhalten.

Als junge Frau macht Miriam ihren Traum wahr und wird Schauspielerin. Am Theater lernt sie Pit kennen, der sich von ihrer Krankheit unbeeindruckt zeigt. Miriam wird schwanger. Die Ärzte, ihre Familie und ihre beste Freundin Janna sind zunächst fassungslos. Wie soll Miriam auch noch diese Herausforderung schaffen? Doch Miriam glaubt an sich und ihren Körper und weiß, dass sie ein Kind braucht, um selbst zu überleben. Neun Monate später bringt sie einen gesunden Sohn zur Welt. Doch dann geht ihre Beziehung in die Brüche, und plötzlich steht Miriam allein da – mit der Mukoviszidose und dem kleinen Joshua. Hat sie sich zu viel zugetraut?

Miriam kämpft sich zurück, Atemzug für Atemzug. Sie macht Karriere am Theater und lernt einen neuen Mann kennen. Nach außen hin scheint alles gut, doch der Schein trügt. Miriams Lunge ist am Ende. Der Arzt macht ihr schonungslos klar: Wenn sie sich jetzt nicht für eine Lungentransplantation listen lässt, wird sie in wenigen Wochen sterben. Sie trifft die schwerste Entscheidung ihres Lebens und wagt die Transplantation. 

 

Der Film lief bereits am Freitag, 8. April 2022, 20.15 Uhr, auf ARTE.

"Viva la Vida!" - Interview mit Miriam Maertens

Im Juli 2012 haben Sie eine neue Lunge erhalten. Wie geht es Ihnen heute?

Mir geht es gesundheitlich und körperlich wirklich hervorragend, ich habe keinerlei Einschränkungen, was ein großes Glück ist – was ich aber auch weiterhin sehr zu schätzen weiß. Das ist alles keine Selbstverständlichkeit.

Vor der Transplantation haben Sie Ihre Krankheit verheimlicht und so gelebt, als wären Sie gesund. Sie haben es auch geschafft, Ihren Traum der Schauspielerei zu verwirklichen. Warum haben Sie sich für dieses Doppelleben entschieden?

Ich bin so erzogen worden, dass das Leben trotz Krankheit lebenswert ist. Und dieses Leben wurde mir von meinen Eltern und meinen Geschwistern so toll gestaltet, dass die Mukoviszidose zwar immer präsent war – auch weil ich viele Therapien machen musste –, ich mich aber ansonsten frei gefühlt habe. Dieses Gefühl der Freiheit hat mir geholfen, auch meinen großen Wunsch, Schauspielerin zu werden, in Angriff zu nehmen. Warum sollte ich denn diesen Beruf nicht ergreifen? Ich habe es einfach innerlich ausgeblendet, dass die Mukoviszidose ein Handicap sein könnte. Ich wollte genauso sein wie die anderen, und es war mir zu privat, über das Thema zu sprechen.

Wie kam es 2017 zu dem Schritt, ihre Geschichte öffentlich zu machen und im Jahr darauf ihr Buch "Verschieben wir es auf morgen", das Grundlage des Filmes ist, zu schreiben?

Weil ich schon kurz nach der Transplantation gemerkt habe, dass dieses neue Leben ein vollkommen anderes ist und die Krankheit ja auf einmal wie wegblasen war. Ich wollte diese Erfahrung von 42 Jahren Mukoviszidose, die nun auf einmal für mich und meine Familie Vergangenheit waren, weitergeben, um vielleicht ein wenig zu helfen. Dieses Buch ist eine Hommage an meine Familie.

Wie war die Resonanz, als sie ihr Doppelleben öffentlich machten?

Es gab schon einige Reaktionen am Theater – ich war damals ja noch in Zürich – von Kolleg*innen, die gesagt haben: "Was, wirklich, das habe ich nie gemerkt?!" Oder manche haben gesagt: "Ach, deswegen wolltest du immer das Fenster offen haben, weil du frische Luft brauchtest." Die meisten waren doch ziemlich erstaunt, weil ich es ja bis zum Schluss geschafft habe, so zu arbeiten, dass die Krankheit nicht sehr offensichtlich war. Wie ich das geschafft habe, weiß ich selbst gar nicht mehr. Ich war bis zum letzten Abend vor der Transplantation noch in Berlin und sollte dort eigentlich auf der Bühne stehen.

So erzählt das auch der Film. Wie nah ist "Die Luft zum Atmen" an der wahren Geschichte?

Vieles ist wahr, diese ständige Atemlosigkeit zum Beispiel, die ist auf jeden Fall sehr nah an der Realität. Bevor ich die Theatervorstellung, die man in der Eingangsszene sieht, gespielt habe, war ich eigentlich den ganzen Tag zu Hause und habe mich vorbereitet, der Fokus lag auf Funktionsfähigkeit am Abend. Ich war tagsüber am Sauerstoffgerät, habe viel geruht, viel inhaliert und Übungen gemacht, um mich dann für die zwei Stunden auf der Bühne zu präparieren. Mein Kopf hat meinem Körper befohlen, dass das geht. Danach war ich, wie meistens nach den Vorstellungen, ziemlich erschöpft.

"Die Luft zum Atmen" zeigt auch die enge familiäre Bindung in der Familie Maertens. Welche Rolle hat der Familienzusammenhalt für Ihren Lebenswillen und Lebensweg gespielt?

Ja, ich hatte immer meine Familie. Das war meine Basis. Ich glaube jedoch, der Lebenswille ist in jedem Menschen individuell angelegt, der wird einem nicht beigebracht. Bei mir ist dieser Lebenswille zum Glück stark ausgeprägt. Der Zusammenhalt meiner Familie, und dass unsere Eltern uns vermittelt haben, wie schön das Leben ist, – und das haben sie meinen Brüdern genauso beigebracht wie mir – das hat uns die Kraft gegeben, alles auszuhalten. Natürlich gab es auch Momente, in denen wir als Familie an eine Grenze gekommen sind. Trotzdem habe ich mich persönlich nie gefragt, warum ich? Never give up!

Welche Bedeutung hat Ihre langjährige Ärztin Dr. Bertele, die Sie im Film ja selbst verkörpern, für Sie?

Professor Harms und Dr. Bertele waren beide keine "normalen" Ärzte. Die haben uns als Familie wahrgenommen und schnell erkannt, dass wir diesen Wahnsinnskampf gemeinsam aufnehmen. Die beiden waren auch immer an meinem Leben außerhalb der Krankheit interessiert – an meinem Beruf und an meinen persönlichen Wünschen im Leben. Dr. Bertele hat mir auch diesen Satz zur Transplantation gesagt, der im Film ein Schlüsselsatz ist, weswegen ich so lange mit der Transplantation gewartet habe. Sie war davon überzeugt, dass man eine Transplantation wirklich erst macht, wenn nichts anderes mehr geht. Frau Dr. Bertele hatte diese ganz besondere Mischung aus Strenge und Humor, und ich habe sie sehr geliebt. Leider ist sie viel zu früh gestorben.

Sie wurden im Vorfeld der Dreharbeiten bei Besetzungsfragen mit einbezogen, spielen aber nicht sich selbst. Stand das für Sie außer Frage?

Ja, irgendwie stand das für mich außer Frage. Ich habe mir von Anfang an gewünscht, dass ich Frau Dr. Bertele spielen darf, um sie so zu zeigen, wie sie war und ihr gerecht zu werden – ich bin ja die Einzige, die sie wirklich gekannt hat.

Ein besonderer Moment ist die gemeinsame Szene mit Eva Meckbach, die ja wiederum Sie verkörpert.

Ja, das war auch schön, denn ich konnte das bei den Dreharbeiten relativ gut trennen. Ein komisches Gefühl hatte ich bei den Traumsequenzen, in denen Eva als Miriam auf dem OP-Tisch liegt und ich in der Rolle Dr. Bertele an sie herantrete, zwischen dem Hier und einer Zwischenwelt. Ich hatte diese Halluzinationen mit Frau Dr. Bertele ja wirklich.

Gibt es eine Kernbotschaft, die Sie mit diesem Film verbinden?

Ich lebe schon zehn Jahre länger, als ich eigentlich hätte leben sollen. Aber, ob das Leben mir jetzt damit etwas zeigen will? Die Kernbotschaft ist, dass das Leben unglaublich schön ist und niemand weiß, wie lange so ein Leben geht. Deshalb: Viva la vida!

Das Gespräch führte Dagmar Landgrebe. 

"Der Film war ein großes Geschenk für mich" - Interview mit Eva Meckbach

"Die Luft zum Atmen" ist die Verfilmung der Lebensgeschichte von Miriam Maertens, die unheilbar an Mukoviszidose erkrankt ist. Erforderte dieser Film für Sie eine andere Herangehensweise als ein rein fiktionales Projekt?

Ja, auf jeden Fall. Dieses Bewusstsein darüber, dass Miriam Maertens Teil dieses Projektes ist, dass sie selbst mitspielt, dass ihr Leben die Grundlage bildet, führt dazu, dass man sich da auch in einer besonderen Weise verantwortlich fühlt. Natürlich weiß ich, dass ich nicht "Miri" spiele, denn die gibt es bereits, die lebt auf dieser Welt als reale Person. Ich spiele eine Figur in einem fiktiven Drehbuch, angelehnt an ihr Leben. Dennoch möchte ich als Spielerin ihrer Geschichte so gut es geht gerecht werden.

Es gibt einige gemeinsame Szenen mit Ihnen in der Rolle der Miriam und Miriam Maertens, die ihre Ärztin Dr. Bertele verkörpert. Wie war es, die Rolle einer Frau zu spielen, die einem dann auch noch direkt gegenübersteht? Kann man das in dem Moment ausblenden?

Das auszublenden, geht natürlich nicht. Es war sehr aufgeladen, aber auch sehr lustig. Wir sind da beide sehr humorvoll herangegangen. Wir hatten beim Drehen viel Spaß zusammen. Ich hatte fast das Gefühl, ich muss gar nichts mehr spielen, weil es ja alles da ist. Man guckt sich nur an, schaut sich in die Augen und alles ist schon ganz lebendig.

Insbesondere die Stimmlage und die Art, wie Miriam spricht, wirken sehr authentisch. Haben Sie darauf in der Vorbereitung besonderen Wert gelegt?

Ich glaube, das ist mir eher widerfahren. Ich versuche, mich in der Vorbereitung eher unterbewusst auf Prozesse einzulassen. Ich habe mit Miriam telefoniert, wir haben uns bei den Leseproben getroffen und dann natürlich am Set gesehen. Ich habe sie genau beobachtet, aber nicht mit der Intention, sie eins zu eins nachzuahmen. Ich wusste, das brauche ich auch gar nicht. Es ist für den Kern der Geschichte nicht wichtig, dass ich wie sie aussehe oder wie eine zweite Miriam wirke. Aber dennoch kann es gut sein, dass es sich eingeschlichen hat – und das freut mich natürlich auch.

Gibt es eine Szene, die Sie beim Drehen besonders berührt hat?

Die Szene auf der Treppe, in der Miriam ihre Ärztin Dr. Bertele das letzte Mal vor deren Tod sieht, ohne zu wissen, dass es das letzte Mal sein würde. Das war eine unglaublich schöne Szene, die mir sehr hängengeblieben ist. Und unabhängig vom Dreh mit der echten Miriam Maertens fallen mir spontan zwei Bilder ein: Der Moment, in dem Miriam von ihrem Lebensgefährten Pit an Weihnachten verlassen wird, einen Zusammenbruch mit schwerer Atemnot hat und denkt, sie stirbt. Das habe ich sehr intensiv in Erinnerung. Und der Moment mit ihrer Freundin Janna, mit Kinderwagen und Hund am Fischmarkt, als sie sagt: "Ich glaube, ich kann bald nicht mehr."

Für Miriam Maertens war eine spezifische Atmung überlebenswichtig. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Ich hatte Coaching-Stunden bei einer Physiotherapeutin des UKE in Hamburg, die auf der Mukoviszidose-Station arbeitet. Sie weiß genau, wie die Körper sich durch die Krankheit verändern, wie sich der ganze Brustkorb verhärtet und wie das Atmen beeinträchtigt ist. Das hat mir sehr geholfen.

Welche Spuren hat "Die Luft zum Atmen" bei Ihnen hinterlassen?

Der Film war ein großes Geschenk für mich. Es war eine Ehre, diese Rolle spielen zu dürfen. Das trage ich sehr im Herzen, weil es die Lebensgeschichte der echten Miriam Maertens ist. Der andere Aspekt ist ein sehr persönlicher. Was ich dort mitgetragen habe und mittrage, ist, dass auch meine Mutter schwer chronisch erkrankt ist, an Multipler Sklerose. Und zwar sehr früh, Mitte der 1980er-Jahre, als ich noch ziemlich klein war. Ich habe während der Dreharbeiten noch einmal viel von ihrem Umgang mit der Erkrankung verstanden. Zum Beispiel, dass es Momente gibt, in denen man einfach vor die Wahl gestellt wird. Kümmere ich mich jetzt um mich, so dass ich gut weiterleben kann, oder nehme ich Rücksicht auf andere? Die Entscheidung, jetzt bin ich dran, die habe ich als Tochter früher manchmal nicht verstanden und als etwas Selbstbezogenes wahrgenommen. Im Verlauf des Drehs wurde mir bewusst, dass dies überhaupt nicht selbstbezogen oder egoistisch war, sondern dass meine Mutter gar keine andere Wahl hatte. Ich konnte, weil ich es selbst in der Rolle Miriam spielen durfte, viel besser verstehen, dass dieses Verhalten kein böser Wille dem Umfeld gegenüber ist, sondern ein ganz klares Abwägen, um mit dieser Krankheit überhaupt leben zu können. Es war für mich eine wichtige Einsicht, selbst jetzt als erwachsene Frau. Ich bin jetzt in dem Alter, in dem meine Mutter ungefähr war, als sie die Diagnose bekam.

Warum sollte man sich "Die Luft zum Atmen" unbedingt anschauen?

Wenn man dieses Wissen um die echte Miriam Maertens hat – was sie alles erlebt hat und dass sie noch lebt – dann zeigt uns dieser Film, wo es einen im besten Sinne hinführen kann, wenn man stark auf die eigenen Instinkte hört. Ich finde das sehr inspirierend.

"Die Luft zum Atmen" ist der erste große Spielfilm, den Sie nach dem Ausstieg aus dem festen Engagement an der Schaubühne Berlin gedreht haben. Wie kam es zu der Entscheidung, den Schritt aus der Theaterfestanstellung in die freie Filmwelt zu gehen?

Ja, das stimmt, "Die Luft zum Atmen" war neben der Netflix-Serie "Criminal" meine erste große Produktion und der Auftakt für weitere Hauptrollen. Der Wechsel war eine Überlegung, die ich länger mit mir herumgetragen habe. Ich bin sehr früh an die Schaubühne gekommen, schon in meinem dritten Studienjahr an der Schauspielschule der Universität der Künste in Berlin. Es war großartig, gleich an so ein tolles Haus gehen zu dürfen. Aber nach 13 Jahren spürte ich das zunehmende Bedürfnis, mich in anderen Arbeitszusammenhängen neu zu erfahren. Das Schöne an meinem Beruf ist ja, dass er ganz viele Möglichkeiten bietet, sich kreativ auszuleben. Drehen hat mir schon immer wahnsinnig viel Spaß gemacht. Es gibt die Sprecherinnentätigkeiten, die mir große Freude bereiten, ebenso das Unterrichten an Schauspielschulen. All diesen Aspekten meines Berufes wollte ich mehr Raum geben. Ich war sehr viel mit der Schaubühne auf Tour. Ich habe sehr viel von der Welt gesehen und lernen dürfen, das war großartig. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mich weiterentwickeln möchte. Und ich merke jetzt, es war genau der richtige Zeitpunkt.

Das Gespräch führte Dagmar Landgrebe.

Statement von Regisseur Jophi Ries

Die Herausforderung der filmischen Umsetzung lag für mich darin, Miriams Leben und gleichzeitig dem ihrer Familie und Freunde gerecht zu werden. Gerade weil ich alle seit vielen Jahrzehnten persönlich kenne, ihnen freundschaftlich eng verbunden bin und die Familie auch sehr wichtig für mein eigenes kreatives Leben als Schauspieler war. Daher war es für mich als Regisseur von Anfang an klar, dass Miriam an jedem kreativen Schritt des Films beteiligt sein sollte. Dass sie selbst ihre Ärztin und damit ihre wichtige Begleiterin spielen wollte und wie sie Frau Dr. Bertele dann dargestellt hat, war für mich wie ein Geschenk.

Aus meiner besonderen Verantwortung, die ich aufgrund der engen Verbundenheit zu Familie Maertens gespürt habe, erwuchs die Aufgabe, zusammen mit den Autoren Christian Lex und Angelika Schwarzhuber die Filmgeschichte in ihrer Autobiografie zu finden. Da wir Miriam vor und während der Dreharbeiten immer um Rat fragen konnten und sie sensationell mitgearbeitet hat, ist uns das im Großen und Ganzen, glaube ich, ganz gut gelungen. Ich wünsche mir, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer unseren Film als Zeichen sehen, wie weit uns Hoffnung und Mut tragen können.

Es ist mir eine große Freude gewesen, dass die "schauspielenden" Mitglieder der Familie Maertens (Kai, Michael und Miriams Sohn Joshua) und der befreundeten Familie Striebeck (Janna, Catrin und Jannas Sohn Pablo) bei diesem Projekt mitgewirkt haben und auch kleinste Rollen von hochkarätigen Theaterschauspieler*innen und Nachwuchstalenten besetzt werden konnten. 

 

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