Ein neuer Look zum 40.: "Wickie und die starken Männer" in 3D-Optik

Wickie, der Wikingerjunge der traditionsreichen ZDF-Serie, kehrt mitsamt seinem Vater und dessen exzentrischer Drachenboot-Mannschaft als moderne, in 3D animierte Serie zurück auf den Bildschirm. In 78 neuen temporeichen Geschichten erleben unsere Helden Abenteuer rund um den Globus, spannend und vollgepackt mit dem serientypischen Humor.

  • ZDF, Karfreitag, 18. April 2014, 10.15 Uhr im ZDF und 19.25 Uhr bei KiKA; dann jeden Samstag in Doppelfolge 9.20 Uhr (ZDF), täglich 19.00 Uhr (KiKA)

Texte

"Never change a winning Team" - Vorwort von Barbara Biermann

Genau 40 Jahre ist es her, dass "Wickie und die starken Männer" seine Bildschirmpremiere feierte. Josef Göhlen, der damalige Leiter des Kinderprogramms, hatte die Idee, aus den Kinderbüchern des Schweden Runer Jonsson eine Zeichentrickserie zu machen. Der kleine Wikinger mit den schlauen Geistesblitzen spielte sich gleich in die Herzen aller Kinder.
Wickie ist klein und ein bisschen ängstlich, aber wenn er seine Nase reibt, hat er bessere Ideen als sein Vater Halvar und die starken Männer. Ohne Wickie wären die muskelbepackten Kerle bei ihren Abenteuern allzu oft verloren. Und damit erfüllt Wickie einen elementaren Wunschtraum von Kindern: Klein besiegt Groß. Nicht Muskeln und magische Fähigkeiten machen ihn zum "Superboy", sondern seine Cleverness.

So bleibt Wickie auch in der neuen Serie der vor Einfällen sprühende Junge. Begleitet wird er weiterhin von dem schrägen Ensemble der großen Wikinger, mit denen er unglaubliche Abenteuer auf den Weltmeeren erlebt. Never change a winning team!
Was sich geändert hat, ist die Laufzeit der temporeichen Episoden auf zwölf Minuten. Die 3D-Optik verleiht den Bildern Plastizität und Räumlichkeit und zaubert ein Wasser auf den Bildschirm, in dem man baden möchte – zumindest solange der schreckliche Sven nicht in der Nähe ist.

Barbara Biermann
ZDF-Hauptredaktionsleiterin Kinder und Jugend

"Wickie und die starken Männer" - Stab, Sprecher, Inhalt

Karfreitag, 18. April 2014, 10.15 Uhr im ZDF und 19.25 Uhr bei KiKA
In Doppelfolge jeden Samstag 9.20 Uhr (ZDF), täglich 19.00 Uhr (KiKA)

Wickie und die starken Männer
78 Folgen im 3D-Look

 

Regie:Eric Cazes
Koregie:Marc Wasik
Produzenten:Katell France, Studio 100 Animation SAS, Paris
Avrill Stark, ASE Studios, Sydney
Jim Ballantine, ASE Studios, Sydney
Drehbücher:   Robin Lyons & Andrew Offiler, Fabienne Gambrelle, Bruno Dupois, Sam Meikle, Cleon Prineas, Thierry Gaudin, Valerie Magis, Fin Edquis, Charlotte Hamlyn, u. a.
Design:   Jan Van Rijsselberge
Bearbeitung:    Alexandre Reverend
Skriptentwicklung:Laurent Auclair
Musik: Valmont, Lou Lussier
Deutscher Titelsong:    MADSEN (nach der Originalmusik von Christian Bruhn)
Dialogbuch/Synchronregie:         Mario von Jascheroff
Redaktion:     Götz Brandt, Ingo Weis
Länge:   jeweils ca. 12 Minuten
                       
Die Figuren und ihre Sprecher                                                                                                                                
WickieBen Hadad
HalvarTilo Schmitz
YlviTabea Meifert
FaxeTom Deininger
GormTim Sander
UrobeHasso Zorn
SnorreGerald Schaale
Der schreckliche SvenMarco Kröger
YlvaArianne Borbach
TjureStefan Staudinger
GilbyCedric Eich
PokkaJoachim Kaps
UlmeRainer Fritzsche

 

Inhalt

Wickie, der Wikingerjunge der traditionsreichen ZDF-Serie, kehrt mitsamt seinem Vater und dessen exzentrischer Drachenboot-Mannschaft als moderne, in 3D animierte Serie zurück auf den Bildschirm. In 78 neuen temporeichen Geschichten erleben unsere Helden Abenteuer rund um den Globus, spannend und vollgepackt mit dem serientypischen Humor.

Der Schwede Runer Jonsson schuf mit seinen Kinderbüchern Charaktere, die auch nach fünfzig Jahren nichts von ihrem Witz und ihrer Originalität eingebüßt haben: Kapitän Halvar und der schrecklich krächzende Barde Ulme, der uralte Runenleser Urobe und Gorm, der in seinem Ausguck ständig mit einer zudringlichen Möwe kämpft, dazu der gutmütige und bärenstarke Faxe und die ewigen Streithähne Snorre und Tjure – sie alle sind ein ums andere Mal auf großer Kaperfahrt. Nichts ist ihnen schrecklicher, als zuhause im beschaulichen Flake Teller spülen zu müssen. Nichts erscheint ihnen erstrebenswerter, als die sieben Weltmeere zu verunsichern und sich, beladen mit sauer erkämpften Schätzen, als Helden feiern zu lassen. Dumm nur, dass die gestandenen Wikingerkerle – dank ihrer nicht gerade sehr weit entwickelten Umsichtigkeit – unaufhörlich Kopf und Kragen riskieren und dabei mächtig in die Patsche geraten!

Was für ein Glück für alle, dass sie Halvars Sohn an Bord haben, den einzigen, der im Stande ist, ihnen aus dem Schlamassel wieder herauszuhelfen. Mit seinen blitzgescheiten Einfällen findet Wickie auch aus der gefährlichsten und hoffnungslosesten Situation einen Ausweg. Was immer geschieht, Wickie ist zur Stelle, reibt sich die Nase, denkt kurz nach, und dann rettet er Mann und Maus und sorgt dafür, dass die Frauen und Kinder in Flake ihre Wikingercrew jedes Mal aufs Neue wohlbehalten in die Arme schließen können.

"Wickie und die starken Männer" ist eine französisch-australisch-deutsche Koproduktion mit studio100animation und ASE-Studios als ausführende Produzenten, dem ZDF-Kinderprogramm und dem französischen Sender TF1.

Zum Auftakt der neuen Animationsserie gestalten ZDF und KiKA ein gemeinsames Themenwochenende unter dem Motto "Hey, hey, Wikinger!". Das ZDF zeigt am Osterwochenende zahlreiche neue Wickie-Folgen: am Karfreitag, 18. April 2014, 10.15 Uhr, am Karsamstag, 19. April 2014, 9.50 Uhr, am Ostersonntag, 20. April 2014, 6.05 Uhr und am Ostermontag, 21. April, 10.00 Uhr.

Die ersten drei Folgen: "Befreit Ylvi", "Auf dem Goldacker", "Der Springteufel"

Karfreitag, 18. April 2014, ab 10.15 Uhr (3 Folgen)

Befreit Ylvi

Eigentlich hatten Ylvi und Wickie nichts anderes vor, als sich gemütlich die Zeit am Strand zu vertreiben. Doch als plötzlich Pokka auftaucht, einer der Handlanger des schrecklichen Sven, ist es mit der Gemütlichkeit vorbei! Ohne zu zögern entführt er Ylvi auf das Piratenschiff, wo Wickies kleine Freundin ab sofort das Deck zu schrubben hat. Die Entführung schlägt bei Halvar und seinen Männern ein wie eine Bombe. Angetrieben von Wickie macht sich das Drachenboot in Windeseile an die Verfolgung Svens. Doch soviel Sorgen müssen sich die Wikinger gar nicht machen. Ylvi hat es nämlich faustdick hinter den Ohren! Mit Tricks und Kniffen gelingt es ihr mühelos, Svens Männer zu verleiten, das Rudern einzustellen, ihr die Arbeit abzunehmen oder sämtliche Waffen in die Hände ihrer Geisel zu geben.

Auf dem Goldacker

Halvar und seine Crew möchten gerne tun, was sie immer tun: auf Abenteuerfahrt gehen und Ausschau nach großen Reichtümern halten. Doch als sie bei Nacht und Nebel versuchen, mit ihrem Drachenboot auszulaufen, machen ihnen die Frauen von Flake einen Strich durch die Rechnung. Bevor nicht der große Acker auf dem Hügel hinterm Dorf gepflügt ist, kann von Abenteuerfahrt keine Rede sein. Erst die Arbeit und dann das Vergnügen! Halvar kocht vor Wut. Schließlich ist er ein Seemann und kein Bauer. Doch die Frauen geben nicht nach. Die Crew steht kurz vor der Rebellion, als Wickie auf dem brachen Acker plötzlich etwas findet, was ihm Anlass für eine prima Idee gibt und die Situation schlagartig ändert: Goldmünzen! 

Der Springteufel

In Flake kommt Wickie langsam wieder zu Kräften. Eine Krankheit hatte ihn davon abgehalten, seinen Paps zu begleiten. Und das hat Folgen. Denn Halvar und seine Leute fallen draußen auf dem Meer dem schrecklichen Sven und seinen Piraten in die Hände. Im letzten Moment gelingt es Urobe, eine Brieftaube mit einem Hilferuf nach Hause zu schicken. Wickie lässt sich nicht lange bitten. Er bastelt eine böse Überraschung für die Piraten, verbaut sie in eine mächtige Schatzkiste und lässt sich damit von seinen beiden Seehund-Freunden über die See bis zu Svens Schiff schleppen. Während es Wickie gelingt, sich auf das Piratenschiff zu schleichen, entdeckt Sven die im Meer treibende Kiste. Begeistert von der Aussicht auf Gold und Edelsteine zieht er sie mit seiner Crew an Bord. Doch die Kiste birgt einen ganz unerwarteten "Schatz". Und dies wird nicht die einzige Überraschung bleiben, die Wickie sich hat einfallen lassen, um seine Freunde zu befreien.

"Hey, hey, Wikinger!" - Das Themenwochenende im ZDF und bei KiKA

"Hey, hey, Wikinger!" – Wickie ruft und alle sind mit an Bord
Das Themenwochenende im ZDF und bei KiKA


Dem Sendestart der 3D-animierten Neuauflage von "Wickie und die starken Männer" widmen ZDF und KiKA das ganze Osterwochenende. Von Karfreitag bis Ostermontag zeigen beide Sender insgesamt über acht Stunden neue Geschichten vom kleinsten und schlausten Wikinger aller Zeiten. Zusätzlich gibt es Wissenswertes und Unterhaltsames rund um die nordischen Seefahrer.
Eric Mayer heuert in "pur+" auf einem Wikingerschiff an, und Elton und Piet Flosse testen in "1, 2 oder 3", wer von ihnen der bessere und stärkere Seekrieger ist. "logo!" reist im Wikinger-Museum Haithabu 1000 Jahre in die Vergangenheit, und in "Löwenzahn" macht sich Fritz Fuchs gemeinsam mit einem Jungarchäologen auf Wikinger-Spurensuche. Hannah und ihr Opa Max haben in "Terra MaX" Rodgar zu Gast – einen echten Wikinger. In "Singas Musikbox" stellt Singa ihre liebsten Wikingerlieder vor, und die "Trickboxx" schaut hinter die Kulissen der neuen "Wickie"- Produktion.

Die Programme in der Übersicht:

Karfreitag, 18.04.14
10.15 Uhr    ZDF    "Wickie und die starken Männer" (3 Folgen)
19.25 Uhr    KiKA    "logo!" mit einem Beitrag aus dem Wikinger-Museum
19.30 Uhr    KiKA    "Wickie und die starken Männer" (7 Folgen)

Karsamstag, 19.04.14
06.35 Uhr    ZDF    "pur+: Eric bei den Wikingern"
08.05 Uhr    ZDF    "1, 2 oder 3: Hey, hey, Wikinger!"
09.20 Uhr    ZDF    "Wickie und die starken Männer" (2 Folgen)
10.20 Uhr    KiKA    "Singas Musik Box: Singa und ihre Wikingerlieder"
11.45 Uhr    KiKA    "Wickie und die starken Männer" (8 Folgen)
15.00 Uhr    KiKA    "Wickie und die starken Männer" (8 Folgen)
16.25 Uhr    KiKA    "Terra MaX: Die Wikinger"
19.00 Uhr    KiKA    "Wickie und die starken Männer" (2 Folgen)

Ostersonntag, 20.04.14
06.05 Uhr    ZDF    "Wickie und die starken Männer" (1 Folge)
08.10 Uhr    ZDF    "Löwenzahn: Archäologie – Wikinger in Bärstadt"
08.35 Uhr    ZDF    "Terra MaX: Die Wikinger"
11.05 Uhr    KiKA    "Löwenzahn: Archäologie – Wikinger in Bärstadt"
15.45 Uhr    KiKA    "Trickboxx: Die neue Wickie-Serie - So wurde sie gemacht"
16.25 Uhr    KiKA    "Wickie und die starken Männer" (6 Folgen)
17.35 Uhr    KiKA    "1, 2 oder 3: Hey, hey, Wikinger!"
19.00 Uhr    KiKA    "Wickie und die starken Männer" (2 Folgen)
19.25 Uhr    KiKA    "pur+: Eric bei den Wikingern"

Ostermontag, 21.04.14
10.00 Uhr    ZDF    "Wickie und die starken Männer" (3 Folgen)
19.00 Uhr    KiKA    "Wickie und die starken Männer" (2 Folgen)

Wickie: Gestern und heute - Von ZDF-Redakteur Götz Brandt

Der rund vierzigjährige, unentwegte Einsatz ging an den 78 seinerzeit produzierten Episoden nicht spurlos vorüber. Natürlich entsprach irgendwann das Erzähltempo der alten Folgen nicht mehr den modernen Sehgewohnheiten, natürlich ließ die Ereignisdichte Wünsche offen, und selbstverständlich war die Richterskala des Humors, der sich mit dem pittoresken und kreuzfidelen Ensemble verband, nach oben offen. Grund genug für eine Neufassung von "Wickie und die starken Männer"!
War die alte Serie purer Zeichentrick, so ist die neue Serie wesentlich farbiger und in 3D computeranimiert. Die alten Episoden erzählten ihre Geschichten in 22 Minuten und waren deshalb episch breit konzipiert. Die neuen Episoden präsentieren ähnlich umfängliche Stoffe dagegen wesentlich flotter, dichter, übermütiger und witziger, so dass zwölf Minuten dazu vollkommen ausreichen. Zwar gibt es eine ganze Reihe übernommener, anregender Motive aus der alten Serie, doch erzählt die neue ihre Stoffe grundsätzlich eigenständig. Die bekannte Titelmusik wurde zeitgemäß überarbeitet und eingesungen von der Band MADSEN, die szenische Musik ist ohnehin eine vollkommen andere als noch in den Siebzigern, die Geräuschvertonung tritt im 21. Jahrhundert wesentlich opulenter, cartooniger und pointierter auf.
Die Figuren sind zwar allesamt und prinzipiell die gleichen geblieben, doch gehen sie – punktuell! – nicht mehr so grob miteinander oder mit Dritten um. Ihr Wortschatz und ihre Sensibilität gegenüber Mensch und Tier haben sich vergrößert. Die Wikingercrew der Originalserie wirkte erwachsener und vernünftiger, die Crew in der Gegenwartsserie wirkt überdrehter, kindlicher und damit auch entschieden schillernder und lustiger. Dies gilt insbe-sondere für den nunmehr viel sanfteren und naiveren Faxe und den nutzlosesten aller Ausgucke, Gorm, der jetzt bei seinem unentwegten Kampf gegen eine Möwe auf irrwitzig verlorenem Posten steht.  
Halvar stellte vor vierzig Jahren seinen Sohn schnell mal unter Generalverdacht, ein Feigling und kein ordentlicher Wikinger zu sein. Das ist vorbei. Wickie ist durchaus nicht mehr oder weniger feige als alle anderen Wikinger, zum Beispiel Wölfen gegenüber, fremden Heerscharen oder den Launen des Meeres. Sein Vater aber ist in der Zwischenzeit durchweg viel warmherziger und stolzer geworden. Im Übrigen erzählt "Wickie" 2014 keine Super-mann-Geschichte. Wickie ist kein einsamer Held. Wenn die Titelfigur sich an der Nase reibt und einen brillanten Einfall hat, weiß sie doch stets, dass sie die Hilfe aller ihrer Freunde braucht, um den Einfall auch fruchtbar zu machen. Abschließend gibt es nirgends mehr einen Off-Erzähler in der Serie, und die Crew kommt entschieden weiter und abwechslungsreicher durch die Welt als noch 1974.

Wickie interkontinental - Patrick Elmendorff, Geschäftsführer Studio 100 Media GmbH

Die Serie "Wickie und die starken Männer" ist einer der großen Klassiker in der Kinderunterhaltung und nach "Die Biene Maja" die zweite TV-Serie, die wir gemeinsam mit unserem langjährigen Partner, dem ZDF, neu in CGI auf den Bildschirm zurückbringen. Die Geschichten rund um den cleveren Wikingerjungen sind weltweit bekannt, daher war es uns in der Neuproduktion besonders wichtig, den Kern der Marke zu erhalten. Auf der anderen Seite wollten wir die Möglichkeiten der modernen Animationstechnik voll ausschöpfen. Zusammen mit unseren Animationsstudios in Frankreich (Studio 100 Animation) und Australien (Flying Bark) ist es uns gelungen, eine witzige, temporeiche Abenteuerserie zu schaffen, die dank ihrer Slapstick-Einlagen auch Erwachsene unterhalten kann. Dabei waren die Zusammenarbeit über verschiedene Kontinente hinweg und der kreative Austausch zwar eine Herausforderung, aber da alle Beteiligten schon bei anderen Projekten miteinander gearbeitet haben (u.a. dem 3D-Biene-Maja-Kinofilm, der im Herbst 2014 in die Kinos kommt), sind die Workflows und Abstimmungsprozesse bereits gelernt und die Kooperation für alle Beteiligten eine Bereicherung.

"3D verleiht den Figuren mehr Ausdruck" - Interview mit Jan Van Rijsselberge, Künstlerischer Leiter (Studio 100 Animation)

Was hat man aus der alten Serie beibehalten?
Wir haben sehr viele Elemente beibehalten, die typisch für "Wickie" sind: die Proportionen, die karikaturenhafte Zeichnung bestimmter Figuren und natürlich der Stil der "Wickie"-Welt, also zum Beispiel der Häuser, Boote, Pflanzen und der Landschaft. Alle altbekannten und beliebten Charaktere sind auch in der neuen Serie wieder dabei.

Warum wurde in 3D und nicht in der alten Zeichentricktechnik produziert?
Wir haben uns für die 3D-Technik entschieden, weil sie der Serie im wahrsten Sinne eine extra Dimension hinzufügt. Wenn man diese Technik richtig anwendet, ist es möglich, den Figuren mehr Ausdruck zu verleihen. Die Story wird dadurch witziger, detailreicher und auch glaubwürdiger. Das junge Publikum glaubt leichter, dass die Figuren wirklich existieren, weil es sie ja praktisch anfassen kann. Ein weiterer Vorteil von 3D ist die Qualität der Bilder. 3D verleiht einer Animationsserie einen hochwertigen und visuell aufregenden Look. Die Landschaften, der Ozean – die Technik erlaubt uns hier förmlich, in Panorama-Bildern mit großer Tiefe zu schwelgen.

Wie lange braucht man, um eine Folge zu produzieren? Geht das heute schneller als früher?
Es dauert ungefähr acht Monate von der ersten Idee zur fertigen Episode. Tatsächlich ist das langsamer als früher bei der 2D-Technik. 3D ist ein komplexerer Prozess.

Wie geht man an die schwierige Aufgabe heran, einer beliebten Zeichentrickfigur ein neues Aussehen zu verleihen?
Ich habe versucht einzufangen, dass Wickie ein naseweiser, aber auch süßer Junge ist. Was die Proportionen der Figuren angeht, habe ich versucht, mich sehr nahe an der alten Serie zu orientieren. Zum Beispiel die Frisur: Die ist ganz ähnlich wie im Original, ich habe sie einfach in einen modernen Stil "übersetzt".

Was ist charakteristisch für das Gesamtdesign von "Wickie"?
Das Hauptcharakteristikum ist, dass der Look sehr stilisiert und cartoonartig ist. Der Stil der Original-Serie war stark von den europäischen Comics der 60er und 70er Jahre geprägt. Diese Comics zeichneten sich dadurch aus, dass sie sehr dynamisch waren und die Figuren sehr übertriebene Proportionen hatten. Das zu adaptieren war nicht immer ganz einfach, aber ich denke, wir haben es geschafft.

Der neue Wickie hat blaue Augen. Warum hat man sich entschieden, seine schwarzen Knopfaugen aus der alten Fassung zu verändern?
Die schwarzen Knopfaugen haben in 2D gut funktioniert, bei 3D geht das nicht mehr. Da würde man den Eindruck bekommen, dass Wickie eine Puppe ist und kein echter Junge. Außerdem wäre es schwer nachzuvollziehen, wohin Wickie schaut. In der neuen Fassung ist Wickie in der Lage, Gefühle besser zu zeigen. Da Wickie ein Wikinger ist und die meisten Leute im nördlichen Europa blaue Augen haben, haben wir uns für diese Farbe entschieden.

Die Fragen stellte Judith Schöneberger.

Die starken Männer und Frauen - Die Figuren und ihre Sprecher

Wickie
Der blitzgescheite und immer versöhnlich auftretende Sohn von Halvar. Einer, der sich lieber die Nase kitzelt und scharf nachdenkt, als gedankenlos mit den Muskeln zu spielen. Sein Einfallsreichtum rettet die übermütige Wikingercrew aus jeder Verlegenheit, auch aus der schlimmsten – und immer auf unaufdringliche, lebensfrohe und äußerst charmante Weise.

Ben Hadad:
siehe Interview unten


Halvar
Der beutegierige Wikinger-Chef bringt –  draufgängerisch und heißblütig –  seine Leute oft genug in Teufels Küche und sieht sich dabei als unbesiegbaren Eroberer und Plünderer. Geschirrspülen und das Bestellen der Äcker sind nicht sein Fall. Als liebevoller Paps und Ehemann trägt er sein Herz am rechten Fleck.

Tilo Schmitz:
"Halvar ist ein liebenswerter, aber bestimmter Anführer, was sich auch in seiner Ausdrucksweise niederschlägt. Wenn sie gemeinsame Abenteuer bestehen, ist er der Chef, wenn er mit Wickie spricht, ist er sehr verständnisvoll und stolz, bei seiner Liebsten eher respektvoll-lieblich. Rein äußerlich würde ich wohl auch als Halvar durchgehen: recht groß, Vollbart, lange Haare... Außerdem esse ich auch gerne Fisch!"


Ylva
Halvars Frau und Wickies Mutter, die in Flake die Hosen anhat und keine Hemmungen kennt, die heimischen Wikingerkrieger resolut in ihre Schranken zu weisen. Das nimmt keiner krumm, denn Ylva ist eine Seele von Mensch und diejenige, die bei weitem den besten Grützekuchen backt.

Arianne Borbach:
"Charakteristisch für Ylvas Stimme ist, dass sie dick und rund klingt. Ich bin eher dünn, habe aber eine gut ausgebildete Stimme und kann sowohl 'schlank' als auch 'dick', 'blond' oder 'dunkelhäutig', 'gut' oder 'böse' synchronschauspielern. Sie werden erstaunt sein, wie oft ich Ihnen schon 'untergekommen' bin, mich kennt man als Stimme von Catherine Zeta-Jones, Cate Blanchett, Diane Lane, Demi Moore und als Frau Martin in 'Bibi und Tina'."


Ylvi
Wickies beste Freundin. Sie bewundert ihn uneingeschränkt, ist ihrerseits aber auch nicht auf den Mund gefallen. Wenn es nötig ist, zeigt sie sich äußerst schlagfertig und als eine, die es faustdick hinter den Ohren hat.

Tabea Meifert:
"Ich mochte Ylvi sofort, als ich sie das erste Mal auf dem Bildschirm sah. Sie kann eine ganze Horde Piraten überlisten. Klar, wär ich auch gern so. Und wir sehen uns ein bisschen ähnlich. Das hat es mir leicht gemacht, sie mit meiner Stimme zu begleiten."


Ulme
Der Poet und Lautenspieler. Seine künstlerischen Fähigkeiten als Sänger sind umgekehrt proportional zu seinem enormen Selbst-bewusstsein. Ulmes Gesang bringt die Flake'schen Mitstreiter in Sekundenschnelle zur Weißglut, während sich – Wunder der Schöpfung! – wilde Bären und die Wale der Ozeane sehr für ihn begeistern können.

Rainer Fritzsche:
"Ulmes Stimme ist sehr zart und unschuldig. Ulme artikuliert vorsichtig und abwartend. Erst wenn er singt, kommen seine Stimme und Persönlichkeit in voller Größe zur Geltung, so dass es einem förmlich die Sprache verschlägt."


Faxe
Der Hellste der Crew ist er nicht. Dafür ist er der stärkste und – angesichts seines enormen Umfangs – auch hungrigste Seemann auf dem Drachenboot. Hinter all seiner Muskelmasse verbirgt sich überraschenderweise aber ein kindlich zutrauliches Gemüt mit einer überbordenden Liebe für alle Tiere.

Tom Deininger:
"Mit Faxe habe ich gemeinsam, dass wir beide nicht gerade schlank sind. Entsprechend nutze ich vor allem meine Bauchstimme. Er ist sympathisch, einfach gestrickt, aber freundlich und wohlgesonnen."


Tjure
Ein Streithammel ist er schon! Vor allem was seinen gleichermaßen besten Feind und Freund betrifft: Snorre. Ein gepfefferter Wortwechsel oder die Genugtuung, Snorre eins auszuwischen, gehört zu seinem üblichen Tagesprogramm. Tjures Fähigkeiten als Zimmermann machen ihn in Flake und auf dem Drachenboot jedoch unverzichtbar.

Stefan Staudinger:
"Tjures Stimme ist trotz seines aufbrausenden und streitbaren Wesens auch lieb und herzlich, so wie es seinem Charakter entspricht."


Snorre
Sprachimitator und Bauchredner! Für gewöhnlich bleibt er ungewaschen – voller Verachtung für Wasser und Seife. Sein mit Eifer gepflegtes Hobby ist Schlafen, was Snorres geistigen Horizont allerdings partout nicht positiv beeinflusst. Beharkt er sich mal gerade nicht mit Tjure, ist hundertprozentig auf ihn Verlass.

Gerald Schaale:
"Snorre ist ein wenig dümmlich, aber liebenswert und streitet so gern mit Tjure. Es wird nie langweilig mit den beiden. Durch seinen süßen Sprachfehler ist die Erarbeitung zwar nicht leicht, bereitet aber allen im Atelier großes Vergnügen."


Urobe
Der älteste der Wikingerbande! Sein hohes Alter hat seine Qualität als Runenleser nicht befördert. Seine Prophezeiungen liegen regelmäßig krass daneben, als Heilkundiger stellt er sich meistens viel geschickter an. Er gilt als Kenner des nordischen Götterhimmels und als Orakel, wenn Halvar Rat braucht.

Hasso Zorn:
"Charakteristisch für Urobes Stimme ist vor allem das Alter, das etwas Raue. Die Stimme muss in der Lage sein, sowohl den Chef, den Beschwörer der guten Geister als auch den manchmal Ängstlichen oder auch den begeistert Jubelnden wiederzugeben."


Gorm
Der Ausguck des Drachenbootes. Schade nur für die Crew, dass er sich dabei blinder als ein Maulwurf anstellt, und schade für ihn selbst, dass eine Möwe mit Flegelmanieren und spitzem Schnabel einen Narren an ihm gefressen hat. Gorm klettert wie ein Eichhörnchen und verbringt auch den Weihnachtsabend hoch oben auf dem Ausguck.

Tim Sander:
"Gorms Stimme ist so hoch, dass man den Eindruck hat, man kitzelt das Letztmögliche aus seinen Stimmbändern heraus. Hoch, kratzig, aber es macht eine Menge Spaß. Wenn ich mich aufrege, ist meine Stimme der von Gorm ziemlich ähnlich. Ich freue mich, dass ich dabei bin. Als quiekender, krächzender 'Gorm'."

"Wickie weiß immer einen Ausweg" - Interview mit Synchronsprecher Ben Hadad (12 Jahre)

Was sagen deine Familie und deine Freunde dazu, dass du Wickie sprichst?
Die meisten sagen nur: "Echt?!". Aber meine Familie ist stolz auf mich.

Wickie ist eine sehr bekannte und beliebte Figur. Wie hast du dich darauf vorbereitet, Wickie deine Stimme zu geben?
Ich höre mir das Original an und dann spreche ich einfach. Ich muss mich da nicht reinversetzen, ich sag's einfach nach den Bildern auf den Mund.

Bei "Biene Maja" hast du schon den Mistkäfer Ben gesprochen. Ist es besonders schwierig, eine animierte Figur zu sprechen? Macht es für dich einen Unterschied, ob du eine realen oder eine animierte Figur sprichst?
Ja, es gibt einen Unterschied. Es ist eigentlich leichter, eine animierte Figur zu sprechen. Wenn man eine reale Person spricht, sieht man die Lippen besser und es ist schwerer auf den Mund zu sprechen, als wenn man eine Figur spricht, die nur manchmal den Mund öffnet und bei der man keine Emotionen sieht. Es ist eine größere Herausforderung eine reale Figur zu sprechen als eine animierte.

Was ist charakteristisch für Wickies Stimme?
Wickie ist leise. Er ist nicht so laut wie die anderen und schreit nicht die ganze Zeit. Er ist immer gelassen und weiß immer einen Ausweg.

Hast du eine Lieblingsfolge?
"Das große Chinaabenteuer" wird die beste sein, weil ich China mag. Lustig war auch die Folge, wo sie in einer Eishöhle sind. Wickie lässt eingefrorene Blasen mit einem Bambusrohr platzen und erschreckt den schrecklichen Sven und seine Piraten.

Wie gefällt dir die neue 3D-Animation?
Ich mag sie, sie ist schön. Ich mag die Landschaften. Die Farben gefallen mir auch. Es sieht alles so echt und perfekt aus.

Wickie muss sich seinen Platz in der Wikingerbande erst mit Köpfchen erkämpfen. Wirst du als "kleiner" Sprecher von den "großen" ernst genommen?
Es ist immer lustig mit den erwachsenen Sprechern. Ich mag das, alle reden miteinander und helfen einander.


Die Fragen stellte Marie Haas.

"Wickie ist Kult" - Fragen an Eva Habermann, die Stimme der Königin Boranis

Was ist charakteristisch für die Stimme der Königin?
Sie spricht mit einem edlen Stolz, gewähltes Hochdeutsch. Aber ihre Stimme strahlt auch Freundlichkeit und Offenheit aus – außer man missbraucht ihre Gastfreundschaft. Dann reagiert sie zu Recht verärgert bzw. eher enttäuscht. Ansonsten ist sie ein sehr liebevoller, neugieriger und mütterlicher Charakter.
 
Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?
Ich habe intensiv das Script studiert und mir überlegt, was für ei-ne Person die Königin Boranis sein könnte, welche Werte, welche Überzeugungen sie hat.
 
Was haben Sie mit Ihrer Figur gemein? Oder anders gefragt: Wie viel Königin Boranis steckt auch privat in Ihnen?
Ich mag die Geradlinigkeit von Boranis – frei nach dem Motto: Wenn man sein Wort gibt, steht man auch dazu, keine Spielchen. Ich bin auch offen und neugierig gegenüber anderen Menschen und es gibt nichts Schlimmeres für mich, als wenn meine Offenheit und Liebe ausgenutzt wird.
 
Was hat Sie dazu bewegt, eine Gastrolle bei "Wickie und die starken Männer" anzunehmen?
Ich liebe Wickie! Wickie ist Kult. Als ich dafür angefragt wurde, habe ich sofort zugesagt. Ich hatte mir auch schon immer gewünscht mal eine Zeichentrickserienfigur zu synchronisieren.
 
Wie ist Ihr persönliches Verhältnis zu "Wickie", der ja inzwischen schon 40. Geburtstag feiert?
Toller Typ! Schwierige Frisur. Gutes Elternhaus. Mutter ist der Chef! So soll es sein. Und immer das Fazit: Clever sein ist besser als Gewalt anzuwenden. Das habe ich bei Wickie oder von Wickie gelernt.

Die Fragen stellte Marie Haas.

"Der Titelsong erhält einen ganz eigenen Charakter" - Interview mit der Band MADSEN

Was verbindet ihr mit der Kultserie "Wickie"?
Wir alle haben in unserer Kindheit sehr gerne und oft "Wickie" gesehen. Die spannenden Abenteuer haben wir schnell ins Herz geschlossen, und selbst als Erwachsener macht es immer noch Spaß, diese wirklich sehr liebevoll gemachte Serie zu sehen. Neben der Spannung ist es vor allem der Humor, der die Abenteuer so unterhaltsam macht. Außerdem kann man immer etwas lernen, und es ist schön zu sehen, wie der kleine Wickie den großen, starken Männern zeigt, wie man Probleme auch mit Köpfchen und Herz lösen kann.

Erinnert ihr euch noch an eure erste "Wickie"-Sendung?
Vor allem ist uns damals die Titelmusik aufgefallen. Für eine Kinderserie ging es da musikalisch schon ganz schön zur Sache. Diese Mischung aus Rock und Blues hat uns schon als kleine Jungs fasziniert.

Was war für euch die Herausforderung dabei, den neuen "Wickie"-Song einzuspielen?
Wir haben uns natürlich sehr gefreut, als wir gefragt wurden, ob wir den neuen "Wickie"-Song machen wollen. Da das Lied an sich ja schon feststand, war die einzige Schwierigkeit, unsere eigene Note mit reinzubringen. Aber das ergab sich dann eigentlich von ganz alleine, als wir das Stück eingespielt haben. Durch die Besetzung unserer Band und den typischen MADSEN-Sound klingt der Song auf einmal moderner, und durch die Stimme von Sebastian erhält er nochmal einen ganz eigenen Charakter.

Wie unterscheidet sich euer Song vom alten Titellied?
Dadurch, dass unsere Instrumente einfach anders klingen als die von "damals", erhält der Song einen zeitgemäßen Sound und auch Drive. Er klingt knackiger, rockiger und ist trotz der Tatsache, dass es ein Coversong ist, irgendwie "MADSEN-typisch" geworden.

Wie gefällt euch der neue Wickie?
Auch wenn der Charme der Original-Serie aus den 70ern etwas verloren geht, finden wir den 2014er-Wickie doch sehr zeitgemäß und zugänglich für jüngere Generationen. Dank der neuen Animation werden Charakterzüge und Emotionen der Figuren wesentlich deutlicher und vielseitiger dargestellt. Wir sind große Fans!

Die Fragen stellte Judith Schöneberger.

Der Wickie-Song

Hey, hey, Wickie, hey, Wickie, hey,
zieh fest das Segel an.
Hey, hey, Wickie, die Wikinger
sind hart am Winde dran.

Na na na na, na na na na na na na,
Wickie!

Die Angst vor'm Wolf macht ihn nicht froh,
und im Taifun ist's ebenso.
Doch Wölfe hin, Taifune her,
Die Lösung fällt ihm gar nicht schwer.

Hey, hey, Wickie, hey, Wickie, hey,
zieh fest das Segel an.
Hey, hey, Wickie, die Wikinger
sind hart am Winde dran.

Na na na na, na na na na na na na,
Wickie!

Hey!

Text: Christian Bruhn und Andrea Wagner
Musik: Christian Bruhn

"Das Animations-Design war damals ein Wagnis" - Interview mit dem "Wickie"-Serien-Erfinder Josef Göhlen

Sie haben die Geschichten um "Wickie" vor 40 Jahren ins Fernsehen geholt. Wie erklären Sie sich den anhaltenden Erfolg von "Wickie"?
1965 kam mit "Wickie und die starken Männer" ein Stück Literatur auf den Markt, das wegen des Witzes und der Sprachgebung von Runer Jonsson den deutschen Jugendbuchpreis erhielt. Ich war mir sicher, dass dieser kleine Wikinger zu jeder Zeit eine Beliebtheitskarriere antreten könnte, wenn er denn in mehr als einer Handvoll Geschichten über den Bildschirm laufen würde. Das Geheimnis seines Erfolges liegt wohl darin, dass Wickie ein zeitloser Held ist, mit dem man mitleiden, sich mit ihm freuen, ihn bewundern kann. Ein Held mit Witz und Schalk im Nacken, mit der Schwäche, Angst haben zu dürfen – aber auch mit der Stärke, Ideen zu finden, mit denen man die Angst überwinden und gegen arrogante und stärkere Typen bestehen kann. Ein solcher Charakter ist zeitlos und menschlich liebenswert.

"Wickie und die starken Männer" war die erste internationale Koproduktion des ZDF. Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit mit dem japanischen Zeichentrickstudio?
Bei der Taurusfilm München fand ich einen Partner, der die japanische Film- und TV-Szene bestens kannte und der wusste, dass Japan damals verstärkt auf den europäischen Markt drängte und nach europäischen Stoffen Ausschau hielt. Es war ein Glücksfall, dass der damalige Kinderprogrammchef und spätere Programmdirektor des ZDF Alois Schardt mit mir TV-Neuland entdecken wollte und den Vorschlag, "Wickie" als erste deutsch-österreichisch-japanische Koproduktion durchzuführen, angenommen hat. Was die Kosten anbelangt, war diese Koproduktion für jeden Partner günstig. Finanziell war die Produktion "Wickie" also kein Abenteuer, redaktionell schon. Zwei Welten stießen hier zusammen, jede selbstbewusst und eigenständig. Stilistisch war es nicht so einfach, denn Anime (japanische Zeichentrickfilme, Anm. d. Red.) waren kaum bekannt. Das Gemeinsame der Beteiligten waren zunächst nur die Überzeugung und der Glaube an den charmanten Charakter des kleinen Wickie.

"Wickie" war der erste Anime im deutschen Fernsehen. War das zur damaligen Zeit nicht sehr gewagt?
Natürlich war es gewagt. Aber, wenn man in der damaligen Zeit als Programmgestalter von einer Idee besessen war, hat man auch alles daran gesetzt, sie zu verwirklichen. Das Animations-Design war ein Wagnis. Aber der Charakter und die Story waren so gut, dass der Zuschauer die Frage nach gewohntem und nicht gewohntem Design nicht stellte. Und so wurde "Wickie" maßgebender Anfang für weitere Ko-Produktionen im Zeichentrickbereich  im ZDF-Programmangebot wie "Die Biene Maja", "Pinocchio", "Alice im Wunderland" und andere Kaufprogramme japanischer Herkunft.

Haben Sie "Wickie" als eine Serie für Kinder konzipiert, oder wollten Sie damit auch Erwachsene erreichen?
"Wickie" folgte ebenso wie "Maja" meiner Überzeugung, dass das Kinderprogramm auch ein Familienprogramm sein sollte, getreu dem Motto, das beste Kinderbuch ist das, welches auch die Erwachsenen lieben. Ich fand es auch notwendig, das Kinderprogramm als Familienprogramm zu konzipieren, weil es damals zur Primetime ausgestrahlt wurde. Darüber sollten meine Formate keine Kindersprache, auf keinen Fall eine kindertümliche Sprache benutzen. Kinder sollten so ernst genommen werden, wie die Erwachsenen. Diese Haltung wurde besonders in den großen Weihnachtsserien und den reich ausgestatteten Märchenfilmen des ZDF sichtbar.

Junge oder Mädchen? War diese "geschlechtliche Unschärfe" geplant oder hat Sie die Diskussion um Wickies Geschlecht überrascht?
Natürlich hat mich die damals aufkeimende Diskussion überrascht, weil Wickie für den Autor und für mich immer ein Junge war, selbst wenn er einen Wikingerrock trug oder mit langen Haaren herum lief. An eine "geschlechtliche Unschärfe" wurde nicht mal im Ansatz ein Gedanke verschwendet. In den 60er Jahren wurde die Genderdiskussion nicht bemüht und auch noch nicht so bewusst und unsinnig geführt wie heute.

Die Fragen stellte Jochen Steuernagel.

"’Wickie’-Fans lernen: Alles wird gut!" - Interview mit Prof. Dr. Alfred Gebert, Professor für Psychologie, Soziologie und Pädagogik an der FH Münster

Worin liegt Ihrer Meinung nach die Faszination, die die Figur Wickie seit mittlerweile 40 Jahren auf Kinder ausübt? Was ist das Erfolgsgeheimnis von Wickie?
Kinder sind einfach kleiner als Erwachsene und wären gerne toll. Wickie ist toll, obwohl er auch klein ist. Und er ist klug und außerdem auch noch lieb. Wickie hilft Kindern dabei, die Erwachsenen zu verstehen. Auch mit ihren Schwächen. Kinder ertragen das "Kleinsein" leichter, wenn sie "Wickie" gesehen haben. Wickie gelingt es – trotz körperlicher Defizite – sich in einer Gruppe von starken Männern durchzusetzen: mit Köpfchen gegen Kraft. Klar, dass Kindern das gefällt. Ähnlich wie im Märchen lernen die "Wickie"-Fans: Alles wird gut!

Sie beschäftigen sich generell mit Typologien. Nach welchen Kriterien kategorisieren Sie, wenn es um Helden der Kindheit geht? Was sagt es über meine Persönlichkeit aus, wenn ich mich als "Wickie"-Fan oute?
Es sind immer die fünf Gegensatzpaare des Big Five*: Der erste Faktor betrifft die Charaktervariable, "Introversion/Extraversion". Extraversion wird teilweise auch Begeisterungsfähigkeit genannt und ist der Introversion gegenübergestellt. Unsere Befragung hat gezeigt, dass "Wickie"-Fans beide Eigenschaften haben. Sie sind gesellig, aktiv, gesprächig, personenorientiert, herzlich, optimistisch und heiter. Sie sind zudem empfänglich für Anregungen und Aufregungen. Gleichzeitig sind "Wickie"-Fans eher zurückhaltend bei sozialen Interaktionen, gerne allein und unabhängig. Ich erkläre mir das so, dass die "Wickie"-Fans anfangs zuhören und sich zurückhalten, wenn sie aber im Team gebraucht werden, auch aktiv sein können und sich begeistern können.

Der zweite Faktor ist die "Verträglichkeit". Sie ist das wesentlichste Merkmal von "Wickie"-Fans: Typisch ist ihr Altruismus. Sie begegnen anderen mit Verständnis, Wohlwollen und Mitgefühl. Sie sind bemüht, anderen zu helfen und überzeugt, dass diese sich ebenso hilfsbereit verhalten werden. "Wickie"-Fans sind überhaupt nicht egozentrisch und nur selten misstrauisch gegenüber den Absichten anderer Menschen.

Der dritte Faktor "Gewissenhaftigkeit" ist eine typisch deutsche Eigenschaft. Einerseits handeln "Wickie"-Fans planend, effektiv, verantwortlich und überlegt. Andererseits sind sie etwas chaotisch, spontan und unberechenbar.

Der vierte Faktor betrifft die "emotionale Stabilität". "Wickie"-Fans haben selten eine hohe Ausprägung an emotionaler Labilität. Deshalb erleben sie selten Angst, Nervosität, Anspannung, Trauer, Unsicherheit und Verlegenheit. Sie sind häufig ruhig, zufrieden, stabil, entspannt und sicher. "Wickie"-Fans erleben Probleme als lösbar und sind meistens positiv gestimmt und zuversichtlich.

Der fünfte Faktor betrifft "Offenheit für Erfahrungen". "Wickie"-Fans haben ein reges Fantasieleben. Sie beschreiben sich als wissbegierig, intellektuell, phantasievoll, experimentierfreudig und künstlerisch interessiert. Sie sind eher bereit, bestehende Normen kritisch zu hinterfragen und auf neuartige soziale, ethische und politische Wertvorstellungen einzugehen. Sie sind unabhängig in ihrem Urteil, verhalten sich häufig unkonventionell, erproben neue Handlungsweisen und bevorzugen Abwechslung. Es kommt praktisch nie vor, dass "Wickie"-Fans zu konventionellem Verhalten und zu konservativen Einstellungen neigen. Allerdings sind für sie die Familie und Freunde sehr wichtig

Denken Sie, dass ein kleiner, cleverer Held wie Wickie eine Vorbildfunktion für Kinder hat? Kann ein Serienheld unsere Persönlichkeit prägen?
Natürlich. Märchen prägen uns. Biblische Geschichten und wertvolle Literatur bilden uns. Leider auch billige Ballerspiele.

Zum 40. Geburtstag erscheint "Wickie und die starken Männer" im neuen 3D-Look. Welche Ansprüche stellen Kinder Ihrer Meinung nach heute an Serienunterhaltung?   
Es ärgert mich zwar, aber leider muss auch bei Kindern heute alles schneller gehen. Schneller Wechsel, schnelle Aktionen. Themenwechsel und Personenwechsel. Ich habe noch Filme angesehen, die über vier Stunden dauerten wie "Vom Winde verweht" oder "Buddenbrooks". Alles was länger als 30 Minuten dauert, ist für heutige Kinder langweilig.

Sind Helden wie Wickie zeitlos?
Da bin ich mir ganz sicher. Aber wie die von mir wenig geliebten Computerspiele, z.B. "Angry Birds", zeigen, werden die Kinder immer früher erwachsen. Mit spätestens 14 Jahren wird Wickie einfach abgelehnt. Aber wenn sie dann selber Kinder haben, wird auch Wickie wieder geliebt.

* Fünf-Faktoren-Modell, Modell der Persönlichkeitspsychologie

Die Fragen stellte Marie Haas.

"Wickie und die starken Männer" kapern das Netz - Bei www.zdftivi.de sind die Wikinger los

Auch auf www.zdftivi.de können die User mit dem pfiffigen Wikingerjungen in See stechen. Beim sendungsbegleitenden ZDF-Onlineangebot stellt der neue Wickie sich und seine Wikinger in einer Audio-Bildergalerie vor. Noch näher lernt man alle Figuren der Serie in einem Memo-Spiel kennen. Wer schnell alle Unterschiede findet, kann in der Fehlersuche seine Beobachtungsgabe zeigen und in einem Video-Quiz sein Wikinger-Wissen unter Beweis stellen. Außerdem können die User Ausmalbilder ausdrucken, ihren eigenen Helm mit Hörnern basteln oder den Wikinger-Schiff-Kuchen nachbacken.
Besonders spannend für Fans ist der Blick hinter die Kulissen: So kann man sich im Netz anschauen, wie die Band MADSEN im Tonstudio den bekannten "Wickie"-Song "Hey, hey, Wickie!" neu einspielt. Außerdem wurde der 13-jährige Wickie-Sprecher Ben Hadad im Synchronstudio mit der Kamera begleitet. Darüber hinaus zeigen die Macher der Serie, wie der neue 3D-Wickie und seine Mannschaft entstanden sind – und zwar von den zweidi-mensionalen Schwarz-Weiß-Zeichnungen bis zu den 3D-animierten Figuren in Farbe.
In der zdftivi.de-Mediathek stehen alle Folgen von "Wickie und die starken Männer" nach Ausstrahlung noch sieben Tage zum Abruf bereit.

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Weitere Informationen sowie ein Making-of, das MADSEN-Musikvideo und den Trailer zu "Wickie und die starken Männer" finden Sie auch auf www.zdftivi.de.

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