Bärbel (Jennifer Ulrich). Fotocredit: ZDF/Hans-Joachim Pfeiffer.
Bärbel (Jennifer Ulrich). Fotocredit: ZDF/Hans-Joachim Pfeiffer.

Ein Sommer im Allgäu

Herzkino

Seit einem Kletterunfall in Patagonien sitzt Freeclimberin Bärbel im Rollstuhl. Zurück bei ihrer Familie im Allgäu lernt sie, ihren Zustand besser zu akzeptieren, Hilfe anzunehmen und wieder zu lieben.

  • ZDF, Sonntag, 26. November 2017, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Samstag, 25. November 2017, 10.00 Uhr

Texte

Stab

Buch                    Wolfgang Limmer
Regie         Jeanette Wagner
Kamera            Enzo Brandner
Musik        Ulrich Reuter
Szenenbild    Markus Heller
Produktion         Moviepool GmbH
Produzentin    Bernadette Schugg
Redaktion        Rita Nasser
Länge         ca. 89 Minuten

Besetzung

Die Rollen und ihre Darsteller

Bärbel Leitner                    Jennifer Ulrich
Pirmin der Ältere    Philipp Hochmair
Irene Leitner        Michaela May
Hans Leitner    Herbert Knaup 
Pirmin der Jüngere "Wim"     Niklas Nißl
Moni      Teresa Rizos 
Simon        Michael Kranz
Jörg Hutter        Johannes Zirner
Frau Zbil    Bettina Lohmeyer   
Ralf Brucker    Franz Josef Strohmeier
und andere 

Inhalt

Vor über zehn Jahren hat Barbara Leitner gemeinsam mit ihrem Freund Jörg ihre Heimat im Allgäu verlassen und wurde zu einer der erfolgreichsten Extremkletterinnen. Jörg baute sie zu einer wahren Werbeikone für diese Sportart auf. Doch weil sie nach einem tragischen Absturz in Patagonien nun im Rollstuhl sitzt, kehrt zurück ins Allgäu.

Sie glaubt fest daran, dass sie mit entsprechendem Training eines Tages wieder laufen kann. Und tatsächlich: Ihre Diagnose schließt das nicht aus. Allerdings ist Jörg nicht bereit, die umfassende Pflege bis zu Barbaras Heilung zu übernehmen – seine Pläne führen ihn zurück zu seiner Kletterschule. Also ist die Familie gefragt! Und die ist ganz für ihre "Bärbel" da – manchmal sogar mehr als der lieb ist: Barbaras Schwester hat sich fortbilden lassen, um sie bei ihrem täglichen Training zu unterstützen. Die Eltern haben einen Therapieraum auf dem Hof finanziert und Bärbels altes Kinderzimmer wieder hergerichtet.

Wie sie einst als Extremkletterin den Berg erobert hat, so kämpft sich Bärbel nun ins Leben zurück – auch wenn Rückschläge sie manchmal entmutigen. Doch nicht nur die Familie, sondern auch der jugendliche Nachbar Wim, der bei Bärbel seine Sozialstunden abarbeitet, helfen ihr, wo es geht. Auch Wims Vater Pirmin ist beeindruckt von Bärbels Schlagfertigkeit und ihrem Mut. Mit Freude kreuzen die beiden verbal die Klingen. Nach und nach lernt Bärbel ihren Zustand besser zu akzeptieren, Hilfe anzunehmen, aber auch wieder zu lieben.

"Ich habe mich oft gefragt, wie ich mit einem solchen Schicksal umgehen würde" - Interview mit Jennifer Ulrich

Was hat Ihnen am Drehbuch besonders gefallen?

Mich hat die Geschichte dieser starken Frau berührt, ihre Willenskraft fasziniert und ihre emotionale Reise beeindruckt. Ich habe mich oft gefragt, wie ich mit einem solchen Schicksal umgehen würde, ob ich ebenso stark damit umgehen könnte. Und natürlich hat mich die physische als auch emotionale Herausforderung gereizt.

Bärbel sitzt im Rollstuhl. Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?

Ich habe im Voraus viel Rollstuhlfahren geübt, mithilfe meiner tollen Physiotherapeutin Steffi, um erstmal ein generelles Gefühl für den Rollstuhl zu bekommen. Außerdem habe ich mich in Berlin mit meinem Freund Bene getroffen, der selbst seit einigen Jahren, seit einem Unfall, im Rollstuhl sitzt. Wir sind zusammen durch Kreuzberg gefahren, er hat mir viele kleine Tricks und Feinheiten beigebracht und mich beraten, damit das auch organisch und authentisch aussieht. Das war mir sehr wichtig.

Er hat mir viel von sich, alltäglichen Problemen und seinem Umgang mit seiner neuen Lebenssituation erzählt, was mir sehr geholfen hat, ein besseres Verständnis zu bekommen wie das alltägliche Leben so funktioniert, wenn man querschnittsgelähmt ist. Und auch der direkte Kontakt mit Leuten auf der Straße hat dazu beigetragen, mich mehr in die Rolle der Bärbel einzufühlen.

Obwohl sie Rückschläge hinnehmen muss, weigert sich Bärbel aufzugeben. Woher nimmt sie diese Kraft?

Bärbel ist eine Kämpferin. Auch vor dem Unfall war sie sehr ehrgeizig und willensstark. Ihr eigentlicher Kampf besteht darin genau diese Eigenschaften, auch durch Rückschläge, nicht zu verlieren. Natürlich hat sie Momente, in denen sie an ihre Grenzen stößt und sie mal einknickt, aber an aufgeben denkt sie nie. Im Gegenteil, manchmal ist sie fast schon zu ehrgeizig und ungeduldig.

Sie ist an einem Punkt an dem sie noch nicht bereit ist, ihr Schicksal einfach so aufzugeben. Ich denke, solange die Hoffnung da ist, sind wir in der Lage, über uns hinauszuwachsen, egal in welcher Form oder welchem Umstand. Manchmal bedeutet das Neuorientierung, aber das muss ja nicht zwingend etwas schlechtes sein.

Bärbel zieht viel Kraft aus sich selbst, aber eben auch aus der Liebe und Unterstützung ihrer Familie. Und ich denke Pirmin entspannt wiederum ihre Sichtweise auf sich selbst. Ob ich das alles so meistern könnte wie Bärbel, das weiß ich nicht. Das kann man wirklich nur sagen, wenn man in einer solchen Situation steckt.

Sie sind eine waschechte Berlinerin. Wie war die Zeit im Allgäu für Sie?

Natürlich fehlt mir als Berlinerin auch irgendwann die Stadt, aber ich habe die Zeit im Allgäu sehr genossen. Ich bin gerne in der Natur und genieße die Ruhe dort und die damit einhergehende Entschleunigung. Ich bin privat jetzt nicht so der Typ für die Berge, aber das Panorama, das sich uns im Allgäu geboten hat, war schon sehr beeindruckend und wunderschön.

 

Die Fragen stellte Anja Scherer

"Der Allgäuer liebt seine Heimat" - Statement von Herbert Knaup

Im Oberallgäu blühen nach wie vor Tourismus, Idylle und Naturpflege zwischen Hochgebirge, Moränen und hügeliger Landschaft. Der Allgäuer liebt seine Heimat und versucht sie auch in der Moderne zu erhalten. Dies zeichnet sich zum Beispiel durch eine noch lebendige Landwirtschaft aus, da die Kleinbauern der Massentierhaltung trotzen. Bauer sein bedeutet nicht nur Vieh hüten, sondern eben auch die Traditionen zu behüten ohne konservativ zu sein. Der Film "Ein Sommer im Allgäu" erinnert uns daran, sich Zeit zu nehmen und Einkehr zu halten, um den Lebensweg zu prüfen.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/einsommerimallgaeu 

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