Copyright: ZDF / Trygve Indrelid
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Furia

Eine Thriller-Serie von Gjermund Stenberg Eriksen

ZDF-Koproduktion mit Ine Marie Wilmann, Nina Kunzendorf, Pål Sverre Hagen, Preben Hodneland und Ulrich Noethen: Erzählt wird in viermal 90 Minuten, wie eine europaweit vernetzte rechtsradikale Terrorzelle Politik und Gesellschaft für ihre Zwecke beeinflussen will. Neben der vierteiligen TV-Ausstrahlung ist "Furia" als achtteilige Serie in der ZDFmediathek zu sehen – sowohl in der synchronisierten als auch in der norwegischen Originalfassung. 

  • ZDF, Ab Sonntag, 7. November 2021, 22.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Sonntag, 7. November 2021, 10.00 Uhr

Texte

Zehn Jahre nach Utøya

22. Juli 2011 – die terroristischen Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya erschüttern Norwegen und ganz Europa. 77 Menschen sterben, darunter viele Kinder und Jugendliche. Verantwortlich für diese grausamen Taten: der Rechtsterrorist Anders Breivik. Die tiefen Wunden, die er hinterlassen hat, spürt man heute noch. Auch zehn Jahre später nutzen rechte Kräfte in Europa jede Gelegenheit, die Gesellschaft mehr und mehr zu spalten. Der Unterschied und das Gefährliche ist nur, dass sie nun besser organisiert und vernetzt sind – und unter verschiedensten Deckmänteln im Verborgenen agieren.

Genau da setzt die neue ZDF-Koproduktion, die norwegisch-deutsche Thriller-Serie "Furia" an, die in viermal 90 Minuten ein erschreckend realistisches Szenario zeichnet, wie eine europaweit vernetzte rechtsradikale Unterorganisation, finanziert von russischen Geldern, Politik und Gesellschaft für ihre Zwecke beeinflussen will. In "Furia" steht dieser Zelle die Hauptfigur Ragna an vorderster Front gegenüber. Unter der titelgebenden Bloggeridentität "Furia" hat sie sich in die Zelle eingeschleust, um sie von innen heraus zu zerschlagen. Furien sind die Göttinnen der Ilias, die aus der Unterwelt auferstehen, um falsche Schwüre zu brechen. Und genau das hat Ragna vor. Ihr innerster Antrieb ist Rache für ihre Schwester, die sie am 22. Juli 2011 durch Breiviks Hand verloren hat.

Neben einer packenden Thriller-Geschichte, die von den wunderschönen Fjorden Norwegens bis ins politisch aufgeladene Berlin führt, handelt "Furia" auch von der Macht des Wortes. Denn Worte lösen Gefühle aus, und Gefühle Taten. Wie das aussieht, konnte man zuletzt während der Corona-Pandemie beobachten. Gezielte Worte oder besser gesagt Fake News haben hier Menschenmassen mobilisiert, die in dieser aufgeladenen Stimmung oft nur einen Funkenschlag von radikalen Ausschreitungen entfernt waren. Auch in "Furia" geht es um eben jenen Funken, der nach dem Plan der rechten Terrorzelle in ganz Europa lichterlohe Feuer entfachen soll.

Katharina Kremling
Redaktion Internationale Fiktion

Erschreckend nah dran

Schon die ersten Gespräche mit Produzent Michael Polle waren geprägt von der Frage, wie man trotz einer fiktionalen Genre-Annonce bei einer filmischen Umsetzung respektvoll mit den schrecklichen Ereignissen in Oslo und auf der Insel Utøya im Jahr 2011 umgehen könnte. Dass der Themenkomplex Rechtsterror aber während der Entwicklungsarbeit unseres internationalen Autorenteams noch so an Brisanz und tagesaktueller Dynamik zunehmen würde, hatten wir nicht befürchtet.

Es ist eine irritierende Ausgangslage, wenn der fiktionale Anspruch, dramaturgische Spannungsbögen zu bauen, plötzlich von den Breaking News aus der politischen Berichterstattung untermauert wird. Der gesamte kreative Prozess wurde von dieser beständigen Reibung mit der gesellschaftlichen Realität geprägt und hat sich in diversen Diskussionen zur Umsetzung widergespiegelt.

Diese Anstrengung war aber auch Motivation. Über fehlende Relevanz mussten wir uns jedenfalls zu keinem Zeitpunkt Gedanken machen. Wir sind schlussendlich sehr zufrieden, dass wir dieses Roadmovie durch nordeuropäische Verfasstheit – trotz Corona – zu einem so außergewöhnlichen Resultat geführt haben.

Wir haben hoffentlich eine Geschichte erfunden und erzählt, die Fiktion bleibt.

Frank Seyberth
Redaktionsleitung Spielfilm und Serie – Koproduktion

Stab, Besetzung und Inhalt

Free-TV-Premiere

Headautor und Creator    Gjermund Stenberg Eriksen
Drehbuch     Gjermund Stenberg Eriksen, Nikolaj Frobenius,
Hege Ulstein, Henner Schulte-Holtey, Embla Veier Bugge
Regie Magnus Martens, Lars Kraume
Kamera       Nick Remy Matthews
Schnitt      Patrick Larsgaard, Barbara Gies, Klaus Wehlisch
Musik    Christof M. Kaiser, Julia Maas
Szenenbild   Olaf Schiefner
Kostüme      Esther Walz
Executive Producer      Håkon Briseid, Vegard Stenberg Eriksen, Lasse Greve Alsos, 
Michael Polle, Uwe Schott, Nanna Mailand-Marcado, 
Fredrik Ljungberg, Fillipa Wallestam
Redaktion      Katharina Kremling, Annika Schmidt, Frank Seyberth
Länge    4 x ca. 90 Minuten

Eine Produktion von Monster Scripted und X Filme Creative Pool in Koproduktion mit Nordic Entertainment Group und ZDF; gefördert von German Motion Picture Fund, Creative Europe – Media Programme of the European Union, Norwegian Film Institute, Medienboard Berlin-Brandenburg, Nordic Film & TV Fund, in Zusammenarbeit mit Keshet International, Lumière.

 

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Ragna      Ine Marie Wilmann
Kathi     Nina Kunzendorf
Asgeir     Pål Sverre Hagen
Ole     Preben Hodneland
Inger      Cecilie Mosli
Brehme     Ulrich Noethen
Helmut     Johann von Bülow
Eva     Anja Schneider
Ruben Voss      Benjamin Sadler
Minister Hardenberg   Christian Berkel
Chief    Hallvard Holmen
Michelle       Isabella Beatrice Lunda
und andere

 

Allgemeiner Inhalt

In der entlegenen norwegischen Gegend Vestviks beginnt Asgeir seinen neuen Job als Dorfpolizist. Eigentlich ist Asgeir ein Aus­nahmepolizist der operativen Spezialeinheit. Bei seinem letzten Einsatz wurde jedoch eine Informantin, die Mutter seiner Tochter Michelle, tödlich verletzt. Seitdem befindet sich Asgeir mit Michelle auf der Flucht vor dem russischen Mafiaboss Ziminov. Die beiden hoffen, endlich in Vestvik zur Ruhe zu kommen. Doch Asgeir ahnt nicht, dass in der pittoresken Abgeschiedenheit rund um Vestvik ein Teil einer rechtsradikalen Terrorzelle agiert – mit dem verheerenden Plan, die politische Lage in ganz Europa zu beeinflussen.

Kopf der Zelle ist der rechtsextreme Blogger Cato, dessen Identität jedoch sogar bei seinen Anhängern unbekannt ist. Ihm unterstellt sind in Vestvik unter anderen die Brüder Björn und Ole sowie der undurchsichtige Deutsche Brehme. Cato weiß, welche Durchschlagskraft Worte haben und wie sie Menschen mobilisieren und radikalisieren können. Daher hat er Ragna, die unter dem Pseudonym "Furia" ebenfalls hetzerische Parolen im Internet verbreitet, zur Unterstützung nach Vestvik geschickt.

Doch Ragna hat ein Geheimnis: Sie ist Undercover-Agentin beim norwegischen Geheimdienst und soll im Auftrag ihrer Chefin Inger die Zelle infiltrieren, um Cato und seine Pläne aufzudecken.

Nach einem für Oles Bruder Björn tödlichen Schusswechsel beginnt für Ragna, Asgeir und Inger eine Reise, die von den idyllischen Fjorden Norwegens über Oslo in das Zentrum des europäisch organisierten Terrornetzwerks nach Berlin führt. Dort steht die Bundestagswahl kurz bevor. Nach und nach wird klar, dass die Zelle plant, die politischen Geschicke Deutschlands und somit auch ganz Europas nachhaltig zu verändern. Dafür ist ihr jedes Mittel recht. Gemeinsam mit Kathi, Abteilungsleiterin für öffentliche Sicherheit beim Innenministerium, versuchen Ragna, Asgeir und Inger, die Pläne der Zelle rechtzeitig zu stoppen.

Furia (1) (Sonntag, 7. November 2021, 22.15 Uhr)

Die weiteren Rollen und ihre Darsteller*innen

Siem   Henrik Mestad
Bjørn     Trond Espen Seim
Sigrid     Ingrid Tykhelle Kayser
Stein     Endre Synnes Hagerup
Kjetil     Fridtjov Såheim
Aisha    Tinashe Williamson
Mona      Torunn Lødemel Stokkeland
und andere     

 

Asgeir, einst Polizist bei einer Spezialeinheit, möchte mit Tochter Michelle im beschaulichen Vestvik in Norwegen ein neues Leben beginnen. Doch stattdessen stößt er auf eine rechte Terrorzelle.

Ein Brandanschlag auf das Flüchtlingsheim führt Asgeir an seinem ersten Tag als Ortspolizist zu den Brüdern Björn und Ole, die eine kleine Firma führen. Hinter dieser Fassade sind die beiden jedoch Teil einer radikalen identitären Bewegung mit verheerenden Plänen.

Anführer und Strippenzieher im Hintergrund dieser Zelle ist der Blogger Cato, dessen Identität sowohl der Polizei als auch seinen eigenen Gefolgsleuten unbekannt ist. Cato weiß um die Macht des Wortes und schürt damit Hass und Gewalt, vor allem gegen Muslime und Geflüchtete in ganz Europa – genauso wie die Bloggerin "Furia". Mit ihren hetzerischen Texten berührt sie ihre Leser vor allem auf emotionaler Ebene und möchte damit gleichzeitig Cato beeindrucken. Hinter der Bloggeridentität "Furia" steckt Ragna, die von Cato vor Kurzem nach Vestvik geschickt wurde, um die Brüder Björn und Ole in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Die Brüder haben dank ihrer Beliebtheit und ihres hohen Ansehens eine kleine Gefolgschaft für ihre identitäre Bewegung hinter sich versammelt. Darunter ist auch Kjetil, der in den Medien gegen Ausländer und vor allem gegen die lokale Flüchtlingsunterkunft wettert. Doch mit seiner Hitzköpfigkeit gerät er immer wieder mit den Brüdern aneinander.

Als Kjetils Sohn Stein tot aufgefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse. Asgeir und sein Kollege Siem leiten die Ermittlungen. Die Spur führt sie ins Flüchtlingsheim und zu einem der Bewohner. Es stellt sich heraus, dass Stein den Brandanschlag auf das Heim verübt hatte, und es sieht so aus, als ob diese Tat nun gerächt wurde. Asgeir bezweifelt allerdings die Echtheit der Beweise, die auf den Geflüchteten als Täter hindeuten. Er stellt eigene Ermittlungen an und stößt auf ein Treffen der identitären Bewegung von Björn und Ole. Als Asgeir entdeckt wird, kommt es zu einer Auseinandersetzung, in der Asgeir Björn in Notwehr erschießt. Während alle anderen vom Tatort fliehen, ringen Asgeir und Ragna miteinander. Ragna offenbart sich Asgeir als Undercover-Agentin des norwegischen Geheimdienstes. Sie hat den Auftrag, die identitäre Bewegung, die in Wahrheit eine rechte Terrorzelle ist, zu infiltrieren und Cato und sein Vorhaben aufzudecken.

Björns Tod führt dazu, dass Asgeir sich einer internen Ermittlung stellen muss. Zudem ist die Gefahr groß, dass sein Name in dem Zusammenhang an die Öffentlichkeit gerät. Denn auch Asgeir hat ein Geheimnis: Er und Michelle sind auf der Flucht vor dem russischen Mafiaboss Ziminov, gegen den Asgeir in seinem ehemaligen Job bei der Spezialeinheit zuletzt ermittelt hatte. Bei einem Einsatz wurde jedoch eine Informantin getötet – Michelles Mutter. Seitdem ist die Sicherheit seiner Tochter Asgeirs oberste Priorität. Zu ihrem Schutz würde er sogar die Enttarnung Ragnas in Kauf nehmen. Dies will Ragnas Vorgesetzte Inger jedoch verhindern und bietet Asgeir einen Deal an.

Nicht nur für Asgeir bedeutet der Vorfall einen Kurswechsel. Auch die Terrorzelle sieht ihr Vorhaben nun gefährdet. Doch Ole, der zwar nach außen hin immer im Schatten seines starken Bruders Björn stand, aber insgeheim der Anführer der beiden war und im Kontakt zu Cato steht, lässt sich von seinem Plan nicht abbringen.

Furia (2) (Montag, 8. November 2021, 22.15 Uhr)

Die weiteren Rollen und ihre Darsteller*innen

Jan     August Diehl
Chris     Julius Feldmeier
Siem       Henrik Mestad
Mamoud Ashanti     Peiman Azizpour
Staatssekretär Boehringer    Stefan Kurt
Einsatzleiter Herres    Christian Körner
Tarje     Axel G. Bøyum
Ragnas Vater     Terje Strømdahl
PST-Direktor Ramskog    Gard B. Eidsvold
Polizeipräsident Stegemann   Uwe Preuß
Martin    Holger Handtke
und andere

 

Zusammen mit Ole und dem undurchsichtigen Deutschen Brehme ist Ragna auf dem Weg nach Oslo. Dort ist ein Anschlag geplant. Doch das wahre Ziel der Zelle ist die Bundestagswahl in Deutschland.

Nachdem auch Kjetil tot auf seiner Veranda aufgefunden wird, befürchtet der misstrauische Deutsche Brehme, dass die Zelle und Catos Pläne bereits aufgeflogen sind. Wie in einem Kreuzverhör muss Ragna Brehme deshalb von ihrer Integrität und ihrer Blogger-Identität überzeugen. Brehme will deshalb, dass Ragna ihn und Ole nach Oslo begleitet. Dort soll der Vorsitzende der norwegischen Jungsozialisten Mamoud Ashanti auf einer Kundgebung sprechen. Die Zelle plant einen Anschlag auf ihn, und Ragna soll den tödlichen Schuss abfeuern. Beraubt von jeglicher Möglichkeit der Kommunikation mit ihrer Vorgesetzen Inger muss Ragna entscheiden, ob sie ein Menschenleben aufs Spiel setzt, um ihre Tarnung zu wahren und um näher an Cato heranzukommen.

In der Zwischenzeit wird in Vestvik zu Kjetils Tod ermittelt. Obwohl Ole den Mord an ihm wie einen tragischen Unfall hat aussehen lassen, ist Asgeir und Inger klar, wer dahintersteckt. Für Asgeir spitzt sich die Lage immer mehr zu, nachdem sein Name der Presse gesteckt wurde. Doch Inger weigert sich, Asgeir noch einmal zu helfen. Ihre oberste Priorität gilt Ragna, zu der sie allerdings seit Kurzem den Kontakt verloren hat. Als wenig später Ziminovs Männer Asgeirs und Michelles Haus durchsuchen, bricht Asgeir in Vestvik alle Zelte ab.

Bevor Ragna in Oslo auf Mamoud schießen kann, wird der Anschlag abgebrochen und entpuppt sich als reiner Test – allerdings nicht nur für Ragna. Brehme wollte herausfinden, ob die Polizei ihnen nach den Vorfällen in Vestvik bereits auf den Fersen ist. Denn der eigentliche Plan Catos und der Zelle ist es, ganz Europa nachhaltig zu verändern. Daher machen sich Ole, Brehme und Ragna auf den Weg nach Deutschland, dort steht die Bundestagswahl kurz bevor.

Doch vorher nutzt Ragna die Gelegenheit, um in Oslo heimlich ihre Familie zu treffen. Ihren Bruder Tarje und ihren Vater hat Ragna seit Jahren nicht mehr gesehen. Die beiden wissen auch nichts über ihren gefährlichen Undercover-Einsatz. Schmerzlich vermisst die ganze Familie Ragnas und Tarjes Schwester Sis, die bei den Anschlägen am 22. Juli 2011 auf Utøya ums Leben kam. Der gewaltsame Tod ihrer Schwester ist Ragnas Motivation, Cato und die rechtsterroristische Zelle zu Fall zu bringen – koste es, was es wolle.

Nachdem Inger durch eine verschlüsselte Botschaft Ragnas erfahren hat, dass die Zelle sich auf Deutschland fokussiert, fragt sie aus Angst vor Maulwürfen inoffiziell bei ihrem alten Kontakt im Bundesinnenministerium um Hilfe: Kathi Falke, Abteilungsleiterin für öffentliche Sicherheit im Innenministerium. Die sieht sich und die Arbeit ihrer Abteilung als Spielball für die anstehende Bundestagswahl. Inger benötigt von Kathi mehr Informationen über den ominösen Deutschen, der nur als Brehme oder Schulz bekannt ist. Im Bewusstsein, dass sie damit Hochverrat begeht und ihre Karriere aufs Spiel setzt, willigt Kathi ein, Inger zu helfen.

Furia (3) (Sonntag, 14. November 2021, 22.15 Uhr)

Die weiteren Rollen und ihre Darsteller*innen

Jan     August Diehl
Chris    Julius Feldmeier
Daniel     Patrick Berg
Thomas     Sebastian Hülk
PST-Direktor Ramskog      Gard B. Eidsvold
Martin      Holger Handtke
Sigrid       Ingrid Tykhelle Kayser
Polizeipräsident      Uwe Preuß
Hamid Safar     Alireza Bayramzadeh
Hamid Safars Anwalt      Eray von Egilmez
Armeen Safar      Wesam Hammoudeh
Vito Morelli      Beniamino Brogi
Kriminalbeamtin      Katharina Behrens
Vito Morellis Anwalt     Thomas Dannemann
Staatssekretär Boehringer     Stefan Kurt
Moderatorin Morgenmagazin     Harriet von Waldenfels
Moderator Morgenmagazin    Andreas Wunn
und andere

 

Brehme weiß, dass die Zelle infiltriert wurde und setzt alles daran, den Verräter zu finden. Auch Ragna gerät unter Verdacht. Asgeir kommt in Ingers Auftrag als zusätzliche Verstärkung nach Berlin.

Kathi sucht nach verschwundenem Sprengstoff. Es scheint, als gäbe es ein bislang unbekanntes islamistisches Terrornetzwerk in Deutschland. Politisch wird diese brenzlige Situation für die anstehenden Wahlen instrumentalisiert.

Von seinem Maulwurf im Innenministerium mit dem Decknamen "Skorpion" hat Brehme erfahren, dass die russische Krypto-Finanzierung der Zelle aufgeflogen ist und der Verfassungsschutz ein Foto von ihm hat. Um herauszufinden, wer Informationen an die Polizei weitergegeben hat, sperrt Brehme Ragna sowie Chris, der für die Sicherheit zuständig war, und Daniel, der die Konten überwacht hat, in einen Raum ein und knöpft sich alle drei einzeln vor. In Ragnas Verhör beschleichen Brehme erneut Zweifel an ihrer rechtsradikalen Haltung, und Ragna kann sich im letzten Moment herausreden.

Als Brehme nicht weiterkommt, wird Jan zu den Dreien gebracht. Er soll den Maulwurf aus der Reserve locken. Die drei sollen glauben, dass Jan ebenfalls verdächtigt ist. In einem unbeobachteten Moment enttarnt sich Jan Ragna gegenüber als Undercover-Polizist des BKA. Er sei derjenige, der Informationen zur Finanzierung der Zelle an die Polizei weitergegeben hat, doch wisse er auch, dass ein anderer Informant oder eine andere Informantin Brehmes Foto geleakt haben muss. Ragna steckt in der Zwickmühle: Will Jan sie provozieren, damit sie einen Fahler macht, oder kann sie ihm wirklich vertrauen?

Gleichzeitig spitzt sich die politische Lage in Berlin immer mehr zu. Innenminister Hardenberg fordert von Kathi weitere Informationen zu dem Einsatz gegen die mutmaßliche islamistische Terrorzelle, bei dem ein Junge ums Leben kam. Doch Kathi weigert sich, voreilig den Ermittlungsstand zu veröffentlichen. Das wiederum nutzt der Kanzlerkandidat der Nationalen Alternative Deutschlands (NAD) für den Wahlkampf.

Von seinem Ministeriumskontakt erhält Brehme die Information, dass es sich bei dem V-Mann der Polizei tatsächlich um Jan handelt. Im letzten Moment kann Ragna Jan davor bewahren, von Brehme gefoltert zu werden – doch muss auch sie dafür einen hohen Preis zahlen. Danach bleibt Ragna keine Zeit durchzuatmen, denn Cato und die Zelle planen einen Anschlag bei dem TV-Duell der Kanzlerkandidatinnen und -kandidaten. Allerdings enthält Ole ihr bis zur letzten Sekunde Informationen vor, so dass Ragna keine Möglichkeit bleibt, Inger und Asgeir zu warnen.

Furia (4) (Montag, 15. November 2021, 22.15 Uhr)

Die weiteren Rollen und ihre Darsteller*innen

Thomas     Sebastian Hülk
Sigrid   Ingrid Tykhelle Kayser
Staatssekretär Boehringer    Stefan Kurt
Kriminalbeamtin      Katharina Behrens
Salib    Hussen Ibraheem
Anwalt Vito Morellis       Thomas Dannemann
Sis     Elli Rhiannon Müller Osborne
Einsatzleiter Herres  Christian Körner
Sicherheitsexperte    Christoph Grunert
TV-Journalistin  Anjorka Strechel
Marie     Ella Lee
und andere

 

Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den rechtspopulistischen Kandidaten steht Deutschland Kopf. Doch die Zelle plant etwas viel Größeres, um einen Rechtsruck endgültig zu besiegeln.

Ragna findet heraus, dass die Zelle ein muslimisches Terrornetzwerk fingiert, um Anschläge auszuüben und dadurch die Wahl zu beeinflussen. Ragna gelingt es, die Information an Inger durchzustechen. Doch Kathi und Asgeir brauchen Beweise, um Schlimmeres zu verhindern.

Am Tatort des Attentats auf Rudolf Hensel, den Kanzlerkandidaten der Nationalen Alternative Deutschlands, und seiner Familie wird die Leiche eines muslimischen Scharfschützen entdeckt. Wie es scheint, hatte dieser nach der Tat Selbstmord begangen. Alles deutet auf ein islamistisches Terrornetzwerk hin. Daraufhin werden überall in Deutschland Muslime auf der Straße angegriffen und angefeindet – die Strategie der rechten Terrorzelle rund um Cato, Ole und Brehme, die die eigentlichen Strippenzieher sind, scheint also aufzugehen.

Inger informiert Kathi, dass hinter dem Anschlag eine rechte Terrorzelle steckt. Doch Kathi braucht dafür handfeste Beweise. Asgeir folgt daraufhin den Spuren der russischen Krypto-Finanzierung der Zelle und beobachtet, wie sich Brehme erst mit dem zwielichtigen Anwalt eines verdächtigen russischen Bankers und dann mit einer Frau trifft. Doch Asgeir wird entdeckt, und es kommt zu einem Kampf. Er schafft es, zu fliehen, doch Brehme hat Asgeir erkannt und weiß nun, dass der Polizist ihnen auf den Fersen ist.

Zuhause bei Kathi identifiziert Asgeir die Frau, mit der sich Brehme getroffen hat, als Kathis Mitarbeiterin Eva. Es stellt sich heraus, dass sie Brehmes Kontakt "Skorpion" ist und der Zelle immer wieder Informationen zugespielt hat. Da sie als Informantin aussteigen will, lässt Brehme sie beseitigen.

Ragna läuft die Zeit davon, um herauszufinden, was der eigentliche Plan der Zelle ist. Um Oles Vertrauen zu gewinnen, will sie ihm näherkommen. Da Ole sich zu ihr hingezogen fühlt, gelingt es ihr tatsächlich, mehr über Cato herauszufinden. Bevor aber Ragna diese Information an Inger weitergeben kann, überschlagen sich die Ereignisse. Sigrid, Oles Nichte und Tochter des toten Björn, taucht plötzlich in Berlin auf. Da sie ein Sicherheitsrisiko für die ganze Operation darstellt, will Brehme sie eliminieren. Ole kann das nur mit Mühe verhindern.

Und dann wird klar, was die Zelle bereit ist, in Kauf zu nehmen, um die politische und gesellschaftliche Lage in Deutschland und Europa nachhaltig zu verändern: das Leben von mehr als 1000 Kindern. Eine Gesamtschule in Berlin soll von dem fingierten islamistischen Terrornetzwerk in die Luft gesprengt werden. Der Anschlag soll Deutschland mitten ins Herz treffen und die Wahl zugunsten der Rechtspopulisten entscheiden – und dadurch auch ganz Europa beeinflussen. Auch war die Wahl des Anschlagsziels nicht zufällig: In der Schule ist auch Innenminister Hardenbergs Enkelin Schülerin. Hardenberg muss alle Emotionalität beiseiteschieben, um seiner Verantwortung als Innenminister gerecht zu werden.

"So wahrhaftig wie möglich"

Statement von Produzent Michael Polle

München, Kassel, Halle – dies sind die Orte jüngster rechtsterroristischer Anschläge in Deutschland. Utøya, Christchurch, El Paso – auch diese Städtenamen haben sich neben zu vielen anderen ins kollektive Gedächtnis durch jene schockierende Attentate gebrannt, die dort begangen wurden. All diese Namen vereint eine Erkenntnis: Rechtsterrorismus ist kein deutsches, kein europäisches, er ist ein weltweites Phänomen. 

Im Zeitalter des Internets vernetzen und radikalisieren sich die Täter lange vor ihren Taten, sowohl auf den bekannten Social Media-Plattformen wie im sogenannten Darknet. Die Bilder ihrer Taten werden live gestreamt oder geteilt. Es geht um die Anerkennung Gleichgesinnter und darum, Nachahmer für zukünftige Taten zu motivieren.

Dieses schreckliche Phänomen war Ausgangspunkt von "Furia", der ersten europäischen Serie über Rechtsterrorismus in Europa. Als das Projekt bei der Berlinale 2018 von Showrunner Gjermund Ericson und unseren Produktionskollegen von Monster Scripted präsentiert wurde, war ich sofort elektrisiert und wollte unbedingt Teil dieses Projektes werden. Es gab damals die ersten zwei Drehbücher und einen groben Fahrplan, wie die Geschichte bis nach Berlin kommen sollte. Gemeinsam mit unseren norwegischen Partnern skizzierten wir die Idee, dass dies eine echte norwegisch-deutsche, im Kern aber eine europäische Koproduktion werden sollte, um dem Thema gerecht zu werden. Viele Experten aus Justiz und Polizei, Extremismus-Forscher und Journalisten aus Europa waren Teil der Entwicklung. Kreative aus Norwegen und Deutschland wurden Mitleader des Autoren-, Regie- und Kreativteams hinter der Kamera. Und auch vor der Kamera war von Anfang an klar, dass wir mit Schauspielern aus beiden Ländern in der jeweiligen Originalsprache oder auf Englisch arbeiten wollten, um die Geschichte so wahrhaftig wie möglich zu erzählen.

Natürlich ist "Furia" eine fiktionale Aufarbeitung, die aber ihren Ausgangspunkt in der Realität hat. Und die vielleicht den einen oder anderen beim Zusehen aufrütteln wird und zu Fragen anregen wird – Fragen, die wir uns alle in einer Demokratie immer wieder stellen müssen.

"Grenzenlos in ihrer Mission" 

Statements von Ine Marie Wilmann, Nina Kunzendorf, Pål Sverre Hagen und Ulrich Noethen

Ine Marie Wilmann: Ich halte das Thema dieser Serie für äußerst wichtig und fand es aufregend und sinnvoll, Teil eines Projekts zu sein, das versucht, eine unterhaltsame und spannende Serie zu kreieren, die dennoch eine tiefere Bedeutung hat – und ich hoffe natürlich, dass man sie einerseits mit Popcorn anschauen und einen guten Thriller genießen kann, dass sie andererseits interessante und wichtige Gespräche und Diskussionen über den zunehmenden Extremismus und die Radikalisierung im Internet über die Grenzen hinweg anregen wird. Auch darüber, wie Worte und Taten miteinander verbunden sind. "Furia" bietet einen gesellschaftlichen Mehrwert und wird gleichzeitig als spannende Serie gut unterhalten. Gjermund Stenberg Eriksen, Monster Scripted AS und X Filme Creative Pool haben den mutigen Versuch unternommen, sehr zeitgemäß zu arbeiten. Bei den Dreharbeiten haben wir erlebt, dass sich Fiktion und Realität tatsächlich überschneiden. Das hat der Produktion eine weitere, erschreckende Ebene verliehen. Es ist zwar Fiktion, und die talentierten Showrunner und Regisseure kennen sich mit ihrem Format wirklich aus, aber manchmal ist die Serie doch erschreckend nah an der Realität. Das hat mir tatsächlich die Augen geöffnet.

Neben dem relevanten Thema und der Möglichkeit, an dieser Produktion mitzuwirken, die Spannung mit Bedeutung erzeugt, war ich von Ragna, meiner Figur, sehr angetan und halte sie für eine wirklich sehr komplexe und interessante Person. Es kommt nicht häufig vor, dass die weibliche Hauptrolle so kompromisslos ist wie sie. Es gibt einige Dinge, über die ich nicht sprechen kann, um nicht zu spoilern – die Serie steckt voller Überraschungen. Was ich aber sagen kann, ist, dass es als Schauspielerin immer faszinierend ist, wenn die eigenen Figuren wirklich ins kalte Wasser geworfen werden. Meine Figur ist definitiv sehr vielschichtig. Es war auch interessant, eine weibliche Figur zu spielen, die von Hass getrieben ist und in ihrer Mission grenzenlos zu sein scheint, denn diese Rollen sind traditionell Männern vorbehalten.

Nina Kunzendorf: "Furia" ist eine norwegisch-deutsche Koproduktion, das hat mich sehr gereizt. Ich gucke gerne über den Tellerrand deutscher Produktionen hinaus, und gerade die skandinavischen Film- und Fernsehproduktionen interessieren und begeistern mich oft sehr. Ich fand den Stoff toll und spannend erzählt, außerdem habe ich mich sehr gefreut, nach längerer Pause wieder einmal mit Lars Kraume zusammenzuarbeiten.

Kathi ist eine Frau, die in einer sehr männerdominierten Welt zu Hause ist. Was macht das mit ihr? Wie verhält sie sich? Diese Fragen haben mich interessiert. Sie lebt und arbeitet in einem großen Spannungsfeld zwischen eigenen Moralvorstellungen, einem ausgeprägten Gerechtigkeitsempfinden und der Erfahrung, genau damit immer wieder vor Wände zu laufen. Solche "Druckkammern" geben Raum zum Spielen.

Pål Sverre Hagen: Der Showrunner Gjermund Stenberg Eriksen gräbt bei der Entwicklung seiner Projekte immer sehr tief. Seine Entschlossenheit, zu versuchen, eine Geschichte zu verstehen und zu erzählen, die die Mechanismen des Extremismus erforscht, ist etwas, wovor ich größten Respekt habe.

Es war eine großartige Erfahrung und ein Gewinn für die Geschichte, über die Grenzen hinweg mit der fantastischen deutschen Besetzung und Crew zusammenzuarbeiten.

Obwohl Organisationen und Netzwerke wie die, auf die sich "Furia" konzentriert, von Natur aus nationalistisch sind, scheinen sie in ihrem Ansatz und ihrer Denkweise überraschend multinational zu sein.

Extremismus in all seinen Formen ist traurigerweise ein großer Faktor in unseren Gesellschaften. Die Hoffnung ist, dass auch ein fiktiver Thriller wie "Furia" einen Beitrag zur laufenden Diskussion über dieses komplexe und beunruhigende Thema leisten kann.

In allererster Linie handelt es sich bei "Furia" um eine Thriller-Serie. Wir hoffen, dass die Zuschauer und Zuschauerinnen sich mit uns auf die Reise begeben und sich von den Fjorden und Bergen Norwegens in das Herz Europas mitnehmen lassen.

Ulrich Noethen: Gereizt hat mich, unter dem Dach zweier international renommierter und erfolgreicher Produktionsfirmen mit zwei international renommierten, kreativen und innovativen Regisseuren in zwei Ländern Europas arbeiten zu können. Und die Geschichte, die zu Grunde liegende Idee von Gjermund Stenberg Eriksen. Ein Polit-Drama über rechtsterroristische Gewalt in Europa. Spannend, dicht, überraschend, erschreckend, herzzerreißend.

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