Nadine Hobuß, Andrea Arrescurrenaga, Josy, Charlotte Becker, Laleh Ghaeni. Fotocredit ZDF/[F] Maurie Weiss [M] Sebastian Stürtz.
Nadine Hobuß, Andrea Arrescurrenaga, Josy, Charlotte Becker, Laleh Ghaeni. Fotocredit ZDF/[F] Maurie Weiss [M] Sebastian Stürtz.

Herz & Viren

Achtteilige Doku-Serie in der ZDFmediathek

Über das deutsche Pflegesystem wird gerade in Zeiten der Coronapandemie viel diskutiert. Die neue Doku-Serie "Herz & Viren" bietet einen spannenden Einblick in den Alltag der Menschen, die in den Kliniken arbeiten. Ab Montag, 12. April 2021, 10.00 Uhr, sind alle Folgen in der ZDFmediathek abrufbar. "hallo deutschland" sendet vier Kurzreportagen zwischen Montag, 12. April 2021 und Freitag, 16. April 2021.

  • ZDF, vier Kurzreportagen bei"hallo deutschland" zwischen Montag, 12. April 2021, und Freitag, 16. April 2021, ab 17.10 Uhr
  • ZDF Mediathek, alle Folgen in der ZDFmediathek ab Montag, 12. April 2021, 10.00 Uhr

Texte

Stab

Headautorin Jeannine Apsel
Autor*innenNathalie Pfeiffer, Sherif Hafzalla, Mitja Strehlow, Antonia Neumann-Mangoldt
MusikFabian Saul, Rafael Triebel
Kamera Patrick Meyer-Clement, Robert Ackermann, Andreas von der Wall
Schnitt Christian Gruber, Mitja Strehlow, Nathalie Pfeiffer, Jil Heiser
Alexander Sußmann
Grafik Sebastian Stuertz
Produktionsfirma Nordend Film GmbH
Produzenten Thorsten Eppert, Adrian Stangell
Producerin Antonia Neumann-Mangoldt
Produktionsleitung Nele Joka, Mareen Kothe
Produktion (ZDF) Carolin Herlt, Michael Berger
Redaktionelle Mitarbeit (ZDF) Laurens Form
Redaktion (ZDF) Sabrina Scharpen, Markus Mörchen
Länge8 x 15 Minuten

Sendetermine

ZDFmediathek:
Ab Montag, 12. April 2021, 10.00 Uhr, sind alle Folgen in der ZDFmediathek abrufbar.

 

ZDF
Zwischen Montag, 12. April 2021, und Freitag, 16. April 2021, sind vier Kurzreportagen bei "hallo deutschland" (Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag, 17.10 Uhr) zu sehen.

Über "Herz & Viren"

Während der Corona-Pandemie wird  viel über das deutsche Pflegesystem diskutiert.“Herz & Viren”, die neue Doku-Serie in der ZDFmediathek,  zeigt die Menschen dahinter, ihr Leben im Klinikalltag und über die Mauern der Krankenhäuser hinaus: intensiv, spannend, authentisch. 

"Manchmal finde ich es unglaublich schade, wie wenig mein Job wertgeschätzt wird. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, irgendwas anderes zu tun. Es ist eine Herzensangelegenheit", erzählt Kinderkrankenpflegerin Josy. Auf der Kinderintensivstation des Deutschen Herzzentrums kümmert sich Josy rührend um die kleinsten Patientinnen und Patienten und gibt auch deren Angehörigen täglich Trost und Halt. "Wir sind die rechte Hand der Ärzte, Kuschel- und Mutterersatz für die Kinder, Freundinnen und Seelsorgerinnen", sagt sie. Zwar geht das an Josys Gefühlsleben nicht spurlos vorüber, ihre Arbeit beeinflussen darf es aber nicht – schließlich hängen von ihrem täglichen Einsatz Menschenleben ab.

Für das Wohl ihrer Patientinnen und Patienten gehen Pflegekräfte oft ans eigene Limit. Der zusätzliche Druck während der Coronapandemie hat die Situation verschärft. Mit stetig steigenden Inzidenzahlen wird sich die Situation erwartungsgemäß sogar noch zuspitzen. Kein Wunder, dass nicht alle der chronischen Überlastung in ihrem Beruf standhalten: 2020 folgte auf die erste Welle der Coronapandemie eine Kündigungswelle der Pflegekräfte.  Gewerkschaften warnen vor weiteren massenhaften Kündigungen in der Pflegebranche. Bis zu einem Drittel der Pflegekräfte spielt mit dem Gedanken, den Job aufzugeben. Denn neben der Überlastung empfinden sie eine mangelnde Wertschätzung ihrer Arbeit.    
   
Die Serie "Herz & Viren" begleitet acht Pflegerinnen und Ärztinnen, die an der Charité und am Deutschen Herzzentrum in Berlin tätig sind, durch ihren aufreibenden Alltag. Die Medizinerinnen gewähren einen einmaligen und eindrucksvollen Einblick in ihre Arbeit und ihr Privatleben. Hautnah zeigen sie den Druck und die Verantwortung, die täglich auf ihren Schultern lasten.

Die Kameras haben auch dort Zutritt, wo nur selten Einblicke erlaubt sind: Sie dokumentieren die Höhen und Tiefen des Klinikalltags auf Kinderintensivstationen, den Druck während Operationen, zeigen Organspenden, beleuchten die Extremsituationen auf Coronastationen und tauchen ein in das Leben der Protagonistinnen.

Inhalte der Folgen

Folge 1: Josy rettet Babyleben
Seit einem halben Jahr begleitet Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Josy auf der Kinderintensivstation des Deutschen Herzzentrums Berlin den sechs Monate alten Julijan, der mit einem schweren Herzfehler zur Welt kam. Josy und Julijans Mama haben bereits alle Höhen und Tiefen hinter sich, denn der Kleine ist der 31-jährigen Kinderkrankenpflegerin sehr ans Herz gewachsen. Dabei stehen die Chancen mehr als schlecht. Für Josy ist es trotz aller Professionalität ein echter Kraftakt, dem Kleinen die bestmögliche Betreuung zu geben und seiner Mama eine emotionale Stütze zu sein.

In der Berliner Charité kämpft auf der Covid-Intensivstation die 41-jährige Nadine Hobuß um das Überleben ihrer Patienten. Wie alle Pflegekräfte leidet auch Nadine unter der starken Belastung, die ihr Job mit sich bringt. Deshalb setzt sie sich Tagesziele - der Patient aus Zimmer 15 ist eines davon: Nadine hofft, dass die Werte des Patienten, der seit zwei Wochen im künstlichen Koma liegt, so gut sind, dass er endlich ohne Maschinen atmen kann.

Auf Medizinstudentin Florentine Kleemann wartet eine anspruchsvolle OP:  Sie darf bei einer Kunstherzimplantation assistieren – und das unter der Leitung von Prof. Dr. Evegenij Potapov, einem der renommiertesten Herzchirurgen Europas. Doch leider läuft nicht alles reibungslos.

 

Folge 2: Florentine setzt ein Kunstherz ein
Werden Medizinstudentin Florentine Kleemann, Herzchirurg Prof. Dr. Potapov und das Team die Implantation des Kunstherzes erfolgreich zu Ende führen können? Sie müssen Ruhe bewahren, denn ein Gerät funktioniert nicht wie gedacht.

Josy kümmert sich derweil um Paula, die vor Kurzem am Herzen operiert wurde. Jetzt darf das Baby endlich vom Beatmungsschlauch und von der Magensonde befreit werden. Trotz Josys jahrelanger Erfahrung in der Kinderintensivmedizin sind das Aufgaben, bei denen die 31-Jährige unbedingt ärztliche Unterstützung braucht.

Zu Beginn der Coronapandemie hatte Kinderärztin Claudia Hülso die Horrorvorstellung, dass sich alle Mediziner*innen mit dem Coronavirus infizieren würden und es in Berlin plötzlich keine Ärzte mehr gäbe. Mittlerweile leitet sie die Covid-Teststation CUS-MA der Charité Berlin. Hier wird ausschließlich das Pflegepersonal der Charité getestet. Jeder Tag ist eine Herausforderung für sich, denn Claudias Team soll sich nicht mit dem Virus infizieren.

 

Folge 3: Charlotte und das fremde Herz
Schon mit zehn Jahren wusste Charlotte Becker, dass sie Ärztin werden wollte. Doch als sie als 19-Jährige die Zusage für den Medizin-Studienplatz bekam, lag sie nach einem Unfall mit schwersten Verbrennungen auf der Intensivstation. Ihren Arm konnten die Ärzte nicht mehr retten. Ihr Traum schien für Charlotte unerreichbar. Doch mittlerweile arbeitet sie als Ärztin für Innere Medizin im Deutschen Herzzentrum Berlin und macht ihren Patienten täglich Mut. So auch Norbert Tietz, der eine Herztransplantation hinter sich hat. Kann die Ärztin ihn nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt endlich entlassen?

Auch Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Josy hofft, dass ihre kleine Patientin Paula die Intensivstation verlassen kann. Bei der Visite wird entschieden, ob sie auf die Normalstation verlegt werden kann.

Derweil untersucht  Kardiologin Dr. Laleh Ghaeni Josys "Herzenspatienten" Julijan. Doch die Prognosen für das sechs Monate alte Baby sind nicht gut.

 

Folge 4: Nadine zwischen Covid-Station und Familienalltag
Auf der Covid-Intensivstation kämpfen Nadine Hobuß und ihre Kolleg*innen stündlich um das Leben ihrer Patient*innen. Quasi nebenbei muss die 41-Jährige ihr privates Leben als Mutter von zwei Kindern managen. Wie schafft sie das?

Josy freut sich derweil auf ihren Urlaub. Doch die Freude ist getrübt. Die Ärztinnen und Ärzte müssen darüber entscheiden, wie es die medizinische Versorgung für Baby Julijan weitergehen soll. Der Abschied von dem kranken Jungen und seiner Mutter fällt der 31-Jährigen deswegen besonders schwer.

Charlotte Beckers Patientin ist heute Margitta Weihrauch. Sie hatte eine schwere Lungenerkrankung und braucht dringend eine Spenderlunge. Deswegen wartet Charlotte Becker verzweifelt auf den erlösenden Anruf, dass ein geeignetes Organ für ihre Patientin zur Verfügung steht. Seit der Gründung des Deutschen Herzzentrums Berlin vor 35 Jahren wurden mehr als 2500 Herzen und Lungen transplantiert.

 

Folge 5:  Andrea springt ein!
Im Deutschen Herzzentrum Berlin arbeiten 1300 Mitarbeiter*innen, darunter mehr als 500 Pflegekräfte. Andrea Arrescurrenaga ist eine von ihnen. Das Besondere an ihrem Job: Andrea arbeitet als Springerin. Die Ur-Berlinerin hat keine feste Station, sondern wird dort eingesetzt, wo man sie braucht. Heute ist es die Intensivstation. Wie bei allen Pflegekräften ist Andreas Schicht eng getaktet. Ein Zwischenfall bei Baby Lee wirft den straffen Zeitplan durcheinander.

Medizinstudentin Florentine Kleemann ist wieder aus Greifswald nach Berlin angereist. Heute wird Michael Gernoth operiert. Sein Herz bekommt nicht mehr genug Sauerstoff. Für das erfahrene OP-Team um Florentine ein Routineeingriff. Doch für die angehende Herzchirurgin als assistierende Medizinerin ist es eine Operation, die ihre hundertprozentige Konzentration verlangt.

Charlotte Becker muss derweil die Schrittmacherdrähte bei einem Patienten ziehen. Ein heikles Unterfangen, denn es kann schnell zu Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen kommen.

 

Folge 6: Laleh unter Druck
Für die Deutsch-Iranerin Dr. Laleh Ghaeni gab es nie einen Plan B – schon als Kind wollte sie Ärztin werden. Sie ist heute in der Kinderintensivstation eingesetzt. Hier muss sie sich stets auf kritische Situationen einstellen. Von ihrer Arbeit hängt das Leben der kleinen Patienten ab.

Medizinstudentin Florentine Kleemann assistiert derweil bei der Herz-Operation von Michael Gernoth. Sie arbeitet hochkonzentriert.

Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Josy kümmert sich um Feride, die zwei Wochen alt ist und deren Organe spiegelverkehrt in ihrem Körper liegen. Josy hofft, dass der Säugling heute seinn letzten Tag auf der Intensivstation verbringt und endlich auf die Normalstation verlegt werden kann.

 

Folge 7: Alle warten auf den erlösenden Anruf!
Margitta Weihrauch steht auf der Warteliste für eine Spenderlunge. Sie wird heute von Pflegerin Andrea Arrescurrenaga betreut. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Margitta Weihrauch geht es von Tag zu Tag schlechter. Wie alle anderen Mitarbeiter*innen im Deutschen Herzzentrum Berlin hoffen Andrea und die Ärztin Charlotte Becker auf den erlösenden Anruf, dass für Frau Weihrauch eine Spenderlunge zur Verfügung steht.

Mehr als 3700 Herzoperationen werden jährlich in einem der acht Operationssäle im Deutschen Herzzentrum durchgeführt. Zum OP-Team gehört auch die 31-jährige Elisa Jankwitz, die im Herzzentrum als operationstechnische Assistentin arbeitet. In dieser Folge erzählt Elisa, warum sie bei ihrer Arbeit nicht groß über das Schicksal der Patientinnen und Patienten auf dem OP-Tisch nachdenken darf.

 

Folge 8: Freude und Trauer im Team
In einem Krankenhaus liegen Freud und Leid eng beieinander. Wenn ein kleiner Patient oder eine kleine Patientin stirbt, zündet Kinderpflegerin Josy eine Kerze an, um Abschied zu nehmen. Schon lange hat die 31-jährige keine Kerze mehr anzünden müssen. Doch jetzt hat das Schicksal mit voller Wucht zugeschlagen.

Charlotte Becker und Andrea Arrescurrenaga haben dagegen endlich wieder Hoffnung: Für Margitta Weihrauch ist eine Spenderlunge auf dem Weg nach Berlin. Die Transplantation dauert bis in die Nacht hinein. Alle beten, dass Margitta Weihrauch die OP gut übersteht und ihr Körper die Spenderlunge akzeptiert.

Medizinstudentin Florentine Kleemann hat eigentlich Semesterferien. Sie besucht ihren OP-Patienten Michael Gernoth, weil sie sich persönlich von seinem Gesundheitszustand überzeugen will.

Die Protagonistinnen im Porträt

Josy
"Ich sage immer, ich gehe Leben retten", erklärt Josy, Kinderkrankenpflegerin auf der Intensivstation. Die 31-Jährige betreut die jüngsten Patientinnen und Patienten im Krankenhaus. Wenn Menschen eine individuelle Superkraft besäßen, wäre diese in Josys Fall die Empathie. Denn sie denkt sich stets in die Kleinsten hinein: "Ich liebe meinen Job so sehr, weil er mir ans Herz geht, weil ich ganz viel fühle dabei."

Dabei arbeitet Josy ständig am Limit, schafft es manchmal sogar nicht einmal, auf die Toilette zu gehen. Die Pandemie schränkt den Kontakt zu den schwerstkranken Kindern weiter ein. Die Kinder-Intensivpflegerin vermittelt dann Ruhe und Zuversicht. Dabei blieb sie selbst nicht von schweren Schicksalsschlägen verschont: 2019 starb Josys Ehefrau nach einer langen Krebserkrankung. Während ihrer Schichtdienste betreuen die beiden Väter ihre Kinder. Auch ihre Nachbarn springen ein, wenn Josy wieder einmal dringend in die Klinik muss.             

 

Andrea Arrescurrenaga
Die ausgebildete Krankenpflegerin ist eine sogenannte "Springerin" im Mitarbeiterpool: Sie wird täglich dort eingeteilt, wo sie am dringendsten gebraucht wird. An einem Tag versorgt sie Erwachsene, die auf ein lebenswichtiges Organ warten, am nächsten Tag Kleinkinder auf der Babystation, deren Leben von einem Kunstherz abhängt. "Meine größte Herausforderung ist jeden Tag, dass mein Gehirn sich neu einstellen muss auf die Situation", sagt Andrea.

Vor der Arbeit fragt sie den aktuellen Gesundheitszustand ihrer Schützlinge ab und passt deren Medikamente der individuellen Situation an. Nichts an ihrer Arbeit ist Routine. Fehler dürfen nicht passieren. "Als ich das erste Mal die Kinder alleine betreuen musste, hatte ich einen Ruhepuls von 180", gesteht sie. "Weil ich Angst hatte, ich mache irgendwas kaputt." Diese Angst hat sie zwar nach zehn Jahren im Dienst abgelegt, dennoch bleibt die Arbeit mit den kleinsten Patientinnen und Patienten eine Herausforderung. 

 

Nadine Hobuß
Intensivpflegefachkraft Nadine Hobuß wird auf ihrer Coronastation ständig von den Alarmen der Intensivgeräte von Zimmer zu Zimmer gescheucht. Normalerweise sollte eine Intensivkraft maximal zwei Patienten betreuen, die an Corona erkrankt sind. Auf dem Höhepunkt der zweiten Welle hat Nadine sich um die Lebenserhaltung von vier Patienten gekümmert. "Selbst wenn die Lage manchmal noch so aussichtslos erscheint, kann ich den Menschen trotzdem noch etwas Gutes tun. Und somit kann ich immer mit erhobenem Haupt das Klinikgelände nach meinem Dienst verlassen."

Ihre beiden Kinder hätten auch manchmal gerne eine Mutti im Home-Office, sagt Nadine. Ihr Mann arbeitet bei der Feuerwehr, ebenfalls in Schichtdiensten. Daher haben beide immer das Handy in der Tasche – falls zu Hause ein Notfall eintritt.

 

Florentine Kleemann
Während der Wartezeit auf einen Studienplatz hat Florentine als OP-Schwester zum ersten Mal einen Fuß in die Herzklinik gesetzt. Heute studiert sie Medizin und hilft als chirurgische Assistentin beim Einsetzen eines Kunstherzes. "Von der Chirurgie komme ich seit Anbeginn meines Studiums nicht los und von der Herzchirurgie sowieso nicht", sagt sie.

Florentine macht ihre Berufung zum Beruf. Die Studentin absolviert ihre Famulatur – eine Art Praktikum - am Deutschen Herzzentrum in Berlin und soll bei einer Operation am offenen Herzen sogar selbst Hand anlegen. Dabei darf sie beinahe alles, nur nicht nervös werden. "Alles muss schnell und präzise ablaufen", erklärt sie. Im Operationssaal gestanden hat Florentine schon oft, selbst eine wichtige Naht gesetzt hat sie aber noch nie. Besitzt sie die nötige Ruhe und Geschicklichkeit, die ein Chirurg haben muss? Florentine wird sich beweisen müssen.     

 

Charlotte Becker
Charlotte Becker ist Ärztin. Ihre Arbeitstage sind durchgetaktet und haben meist Überlänge. "Was mich antreibt, ist einfach zu sehen, dass ich was getan habe, damit es dem Patienten besser geht", erzählt die junge Ärztin. Auf ihrer Station warten Kleinkinder und Erwachsene auf ein neues, lebenswichtiges Organ.

Während sie ihre Patienten mit maßgeschneiderten Therapien am Leben erhält, bangt sie mit ihnen um ein passendes Herz oder einer Lunge - beispielsweise für Frau Weihrauch, die ihren Lebensmut bereits verloren hat und inzwischen ihre Medikamente ablehnt. Aber die Ärztin gibt den Kampf um Frau Weihrauch nicht auf. Sie weiß genau, wann ihr Mitgefühl gefragt ist. Denn nach einem Unfall hat sie selbst viele Operationen durchstehen müssen und am Ende ihren Unterarm verloren. Aber selbst wenn ihre Prothese an den langen Diensttagen mal wieder drückt, gibt sie für ihre Patientinnen und Patienten alles.

 

Laleh Ghaeni
Laleh Ghaeni ist Ärztin auf der Kinderintensivstation. Sie betreut vier schwerstkranke Kinder, deren Gesundheitszustand ständig Anlass zur Sorge gibt. Seitdem die Arbeit nach Fallpauschalen abgerechnet wird, müssen Krankenhäuser verstärkt nach wirtschaftlichen Aspekten handeln. Das bedeutet, dass mehr Patienten in kürzerer Zeit behandelt werden müssen.

"Diese ganzen Aufgaben, wie Patientengespräche zu führen, empathisch auf den Patienten einzuwirken, mit den Familien zu sprechen – was ein wahnsinnig wichtiger Aspekt im Heilungsprozess  ist – kommen einfach viel zu kurz", beklagt die Intensivmedizinerin. Laleh Ghaeni und ihre Kolleg*innen vernachlässigen diesen wichtigen Teil ihres Berufes aber trotzdem nicht - auch wenn sie dafür einen Teil ihrer Erholungsphasen opfern.

 

Claudia Hülso
Claudia Hülsos ist Kinderärztin von Beruf. Doch wegen der Coronakrise wird sie an anderer Front gebraucht: Sie leitet die Corona-Teststation CUS-MA für Mitarbeiter*innen in der Charité. Zu Beginn der Pandemie hatte sie die Horrorvorstellung, dass sich alle Mediziner*innen mit dem Virus infizieren könnten und es plötzlich in Berlin keine Ärzt*innen mehr gäbe. Nun testet sie das Personal der Charité, damit die Medizin in Deutschland einsatzfähig bleibt. Es geht um einen der sensibelsten Bereiche unserer Gesellschaft. Jeder Tag ist eine Herausforderung für sich, denn auch Claudias Team soll sich auf keinen Fall mit dem Virus infizieren. Und die neue Corona Mutation B.1.1.7 greift um sich.

 

Elisa Jankwitz
Elisa hat während eines Pathologiebesuches in der Charité die Liebe zur menschlichen Anatomie entdeckt und entschieden, dass sie in Zukunft beruflich im OP stehen will. Nun gehört sie zum OP-Team des Deutschen Herzzentrums. Die quirlige Elisa macht Operationen in der Herz- und Gefäßchirurgie aus Leidenschaft. Denn sie hat schon alles gesehen und ist Profi. Über das Schicksal der Patient*innen auf dem OP-Tisch darf sie während ihrer Arbeit nicht nachdenken, denn für Fehler ist kein Platz.

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Zur Serie in der ZDFmediathek: kurz.zdf.de/huv/

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