Herzkino: Katie Fforde

Melodramen

Auch 2015 sendet das Zweite neue Katie-Fforde-Filme, den nächsten am 19. April 2015, 20.15 Uhr: "Zurück ans Meer" mit Jennifer Ulrich und Heiko Ruprecht (Foto). 

  • ZDF, Nächster Film: Sonntag, 19. April 2015, 20.15 Uhr

    Texte

    Filmübersicht

    Sonntag, 18. Januar 2015, 20.15 Uhr

    Katie Fforde: Vergissmeinnicht

     

    Sonntag, 19. April 2015, 20.15 Uhr

    Katie Fforde: Zurück ans Meer

    Vorwort von Redakteurin Verena von Heereman

    Nach den Katie Fforde-Verfilmungen 2014 "Wie Feuer und Wasser", "Geschenkte Jahre" und "Eine Liebe in New York" und Martha tanzt" sowie "Vergissmeinnicht" im Januar 2015, steht nun als nächstes "Zurück ans Meer" im April zur Ausstrahlung an. Die Protagonistinnen erleben eine emotionale Reise und kommen mit großer Lust in einem neuen Leben an. Die Kombination einer substantiellen Thematik mit comic relief und Leichtigkeit ist das Markenzeichen der Katie Fforde-Reihe.

    Seit 2009 entstehen die von "Network Movie Hamburg" produzierten Verfilmungen in New York, dem Hudson Valley, auf Long Island und neuerdings auch in Boston und Neu-England. 2014 wurden fünf neue "Katies" gedreht, darunter auch erstmalig eine Winter-Geschichte. Als der 20. Film der Katie Fforde-Reihe entstand "Das Weihnachtswunder von New York".

    Katie Ffordes Romane und Stories wurden für die "Herzkino"-Filme von Großbritannien in die USA versetzt, um dem Sonntagabend-Zuschauer neue attraktive und landschaftlich reizvolle Schauplätze zu bieten, zentriert um die Weltmetropole des "Big Apple". In den neuen Filmen wird der typische New Yorker Alltag erlebbar gemacht: Da hetzt Lucy Westfield auf ihrem Rad morgens durch den Central Park zu ihrer Zeitungsredaktion und muss ausgerechnet jetzt mit der abgesprungenen Fahrradkette kämpfen. Am Restaurant von Nel Innes (Gesine Cukrowski) schlendert eine Familie orthodoxer Juden vorbei, berittene Polizei nimmt den Zuschauer mit auf einen Gang durch Manhattan, und die Brokerin Jessica Ashburn (Birte Hanusrichter) kann sich im dichten Berufsverkehr auf der Fahrt zu ihrem Büro in der Wall Street eines unbeirrbar diensteifrigen Windschutzscheibenputzers nicht erwehren. Die urbanere Anmutung dieser "Herzkino"-Reihe, das Nebeneinander von brodelnder Großstadt und berückend schönen Landschaften und Küstenstreifen, korrespondiert mit der Besonderheit der Katie Fforde-Marke: Die Autorin liefert mit ihren literarischen Vorlagen einen ganz eigenen und erfolgreichen Mix aus Aktualität und Tradition, aus der modernen Erlebniswelt des heutigen New York und den klassischen Fragen des Lebens.

    In "Wie Feuer und Wasser" wehte die 13 Jahre zurück liegende nationale Katastrophe vom September 2001 in die Gegenwart einer Familie. Im zweiten Film "Geschenkte Jahre" ging es um die Herausforderung für die New Yorker Restaurantbesitzerin Nel Innes, nach einer überstandenen Krebserkrankung eine neue Lebensperspektive zu finden. In "Eine Liebe in New York“ heiratete die 30-jährige Brokerin Jessica Ashburn den von der Abschiebung bedrohten Kolumbianer Alejandro (René Ifrah), da er als einziger ihrem kranken, jüngeren Bruder Steve (Cecil von Renner) mit regelmäßigen Blutspenden helfen kann - eine spontane Entscheidung, deren Folgen unabsehbar sind. Familienbande werden in "Martha tanzt" auf eine Zerreißprobe gestellt, als die Ärztin Martha Nichols (Susanna Simon) kurz vor dem Sprung in die Patchwork-Familie mit ihrem Kollegen Frank (Harald Schrott) feststellen muss, dass ihre 15-jährige Tochter Paula (Helena Phil) ausgerechnet von Emma (Franziska Brandmeier), der Tochter des neuen Partners, in der Schule auf übelste Weise gemobbt wird. In "Vergissmeinnicht" hilft die Laborärztin Natalie Wayne (Henriette Richter-Röhl) ihrem Vater Daniel (Rudolf Kowalski) nach seinem Unfall in der ländlichen Hausarztpraxis aus und kommt ihm gegen den Willen ihrer Mutter Kate (Gudrun Landgrebe) nach Jahren des Schweigens wieder näher. In "Zurück ans Meer" findet die Stewardess Claire Bishop (Jennifer Ulrich) durch die gemeinsame Suche mit Graham (Oliver Korittke) nach dessen kleiner Tochter Sam (Marleen Quentin) in ihr altes Leben zurück, dem sie seit Jahren wegzufliegen versucht.

    Die ausgesprochen emotionalen und dialogisch vergnüglichen Drehbücher stammen von den Autoren Timo Berndt, Martina Mouchot, Jörg Tensing, Katja Töner, Andy Cremer und Neithard Riedel.  Unter der bewährten Regie von Helmut Metzger und John Delbridge stand ein erstklassiger Cast vor der Kamera von Meinolf Schmitz: Oona Devi Liebich, Gesine Cukrowski, Birte Hanusrichter, Susanna Simon, Henriette Richter-Röhl, Gudrun Landgrebe, Jennifer Ulrich, Brigitte Zeh, Peter Sattmann, Golo Euler, Harald Krassnitzer, Martin Rapold, René Ifrah, Harald Schrott, Christian Erdmann, Rudolf Kowalski, Patrick Rapold, Oliver Korittke - und als bezaubernde und wunderbar humorvolle "Mrs. Darling" Maresa Hörbiger.

    Staubtrockenen Humor besitzt auch die in den Cotswolds beheimatete, britische Bestseller-Autorin Katie Fforde selbst, die seit 2012 Präsidentin der "Romantic Novelist Association" ist. Im Frühjahr 2015 wird sie – inspiriert von der Hochzeit ihrer eigenen Tochter - "Vintage Wedding" veröffentlichen, und im Sommer 2015 wird ihr Roman "A French Affair" unter dem Titel "Eine unerwartete Affäre" in Deutschland erscheinen.

    Lebensbejahung und -sehnsucht, interessante moderne Charaktere und bewegende Storys, das Durchbuchstabieren existentieller Konflikte mit einem unaufdringlich mitschwingenden romantischen Versprechen sowie Dialogwitz und Esprit machen die Katie Fforde-Verfilmungen zu – so hoffen wir - schönen und nachhaltigen „Herzkino“-Erlebnissen.

    Katie Fforde: Vergissmeinnicht (Stab, Besetzung, Inhalt)

    Stab

    BuchJörg Tensing, Martina Mouchot, Andy Cremer
    RegieJohn Delbridge
    KameraWedigo von Schultzendorff
    MusikRobert Schulte-Hemming, Jens Langbein
    Music SupervisionHansjörg Kohli
    SchnittAnn-Sophie Schweizer
    SzenenbildNaomi Schenck
    KostümDidra Szugs
    MaskeBrigitta Lüttge, Erica Pearce
    AufnahmeleitungDaniel Schwarz, Olly Stück
    ProduktionsleitungChristian Krohn, Silke Sander
    HerstellungsleitungRoger Daute
    ProduzentinnenJutta Lieck-Klenke, Sabine Jaspers
    RedaktionVerena von Heereman
    Längeca. 90 Min.

    Eine ZDF-Auftragsproduktion von Network Movie Hamburg

     

    Die Rollen und ihre Darsteller

    Natalie WayneHenriette Richter-Röhl
    Daniel WayneRudolf Kowalski
    Kate WayneGudrun Landgrebe
    Matthew BradfordPatrick Rapold
    LouiseClaudia Rieschel
    Colin SmithDaniel Aichinger
    Alice BradfordTara Fischer
    NeurologinUta Delbridge
    Professor SeibertJack Goldman
    JeffCraig Newman
    VictorMatthew Furtado
    Bill ThomsonJesse Kamien
    TouristinKate Bilsbury
    und andere

     

    Inhalt:

    Die junge New Yorker Ärztin Natalie Wayne ist kurz davor, die Ergebnisse ihrer ambitionierten Forschungsarbeit zu präsentieren. Im Labor, umgeben von MRTs und DNA-Strängen, hat sie sich schon immer am wohlsten gefühlt. Doch dann ist es ein einziger Anruf, der ihr Leben aus den Angeln hebt: Ein Krankenhaus in Neu-England meldet sich. Ihr Vater Daniel hat sich nach einem Unfall selbst aus der Klinik entlassen und ist verschwunden. Natalies Mutter Kate, Schauspielerin am Broadway, sieht nicht ein, dass sie wegen ihres Ex-Mannes ihre heiligen Theaterproben unterbricht.

    Verantwortungsbewusst, wie Natalie ist, reist sie in Daniels neue Heimat, um zumindest kurz nach dem Rechten zu sehen. Bei ihrem Vater angekommen, fangen die Probleme jedoch erst an. Denn Daniel, der eigentlich so charismatische und lebenslustige Kleinstadtarzt mit eigener Praxis, heißt seine Tochter so ganz und gar nicht willkommen. Gegen ihren Willen und trotz seiner Gehirnerschütterung arbeitet er weiter in der Praxis und will sie loswerden. Natalie beginnt zu recherchieren und stößt in seinen Patientenakten auf mehrere Fehldiagnosen. Eine der falsch behandelten Patientinnen ist Teenager Alice. Ihr Vater Matthew Bradford ist außer sich, als ein erneuter schwerer Behandlungsfehler Daniels beinahe fatale Folgen hat. Hängen Daniels Aussetzer nur mit dem Unfall zusammen?

    Gezwungenermaßen willigt Daniel ein, dass Natalie ihn in der Praxis vertritt. Durch die gemeinsame Zeit, die Vater und Tochter nach Jahren das erste Mal wieder zusammen verbringen, entdecken sie einander neu. Und dabei muss Natalie auch erfahren, dass sie vielleicht nicht die ganze Wahrheit über die Trennung der Eltern kennt ...

    Katie Fforde: Zurück ans Meer (Stab, Besetzung, Inhalt)

    Stab:

    Buch:Timo Berndt, Martina Mouchot
    Regie:John Delbridge
    Kamera:Wedigo von Schultzendorff
    Musik:Ingo Ludwig Frenzel
    Music Supervision:Hansjörg Kohli
    Schnitt:Ann-Sophie Schweizer
    Szenenbild:Naomi Schenck
    Kostümbild:Didra Szugs
    Maske:Brigitta Lüttge, Erica Pearce
    Aufnahmeleitung:Daniel Schwarz, Olly Stück
    Produktionsleitung:Christian Krohn, Silke Sander
    Herstellungsleitung:Roger Daute
    Produzentinnen:Jutta Lieck-Klenke, Sabine Jaspers
    Redaktion:Verena von Heereman
    Länge:ca. 90 Min.

    Die Rollen und ihre Darsteller:

    Claire BishopJennifer Ulrich
    Graham LynchOliver Korittke
    Ryan BishopHeiko Ruprecht
    SamMarleen Quentin
    Amber GreerBrigitte Zeh
    Marie WincottClaudia Rieschel
    Leo BosworthRudy Ruggiero
    Anthony ParkerLiam McNeill
    Dante FarinelliChristian Figueroa
    Mrs. GoldbergSarah Delima
    Officer Da SilvaJames Donelli
    Gast der LesungMatthew Furtado
    LeilaSandra Maren Schneider
    und andere

     

    Inhalt:

    Stewardess Claire Bishop liebt das unabhängige, hektische Leben: keine Verpflichtungen, keine emotionalen Bindungen - und vor allem keine Zeit zum Nachdenken. Das ändert sich, als Kollegin Amber Claire ihre achtjährige Tochter anvertraut: Claire soll sie von New York mit nach Boston nehmen und am Zielflughafen ihrem "nichtsnutzigen" Vater Graham übergeben, bei dem Sam die Sommerferien verbringen darf. Die Eltern befinden sich in einem heftigen Sorgerechtsstreit. Als Graham nicht am Flughafen auftaucht, passt das ins Bild. Aus Mitgefühl nimmt Claire das enttäuschte Mädchen kurzerhand mit in ihr Hotel – ein Regelverstoß, der sie ihren Job kosten kann. Dort belauscht Sam ein Telefonat zwischen Claire und der aufgebrachten Amber: Sam soll ihren Vater niemals wiedersehen, weil er auch nach Stunden nicht auftaucht und damit seine Unzuverlässigkeit endgültig bewiesen habe. Die Kleine läuft verzweifelt davon und macht sich auf dem Weg zu ihrem Vater.

    Als Graham endlich morgens in Claires Hotel erscheint, ist Sams Bett leer. Für gegenseitige Schuldzuweisungen ist allerdings keine Zeit: ein kleines Mädchen allein in einer großen Stadt – eine Katastrophe! Claire meldet sich krank, sie will, sie muss das unbedingt wieder in Ordnung bringen. Für Claire steht nicht nur ihre berufliche Existenz auf dem Spiel; das alles weckt auch Erinnerungen an Ereignisse aus ihrer Vergangenheit.

    Statement von Regisseur Helmut Metzger zu den neuen Drehorten in Neu-England

    (Erstmals entstanden die Katie Fforde-Verfilmungen nicht nur in New York und seiner unmittelbaren Umgebung, sondern auch in Neu-England und Boston. Dazu ein Statement von Regisseur Helmut Metzger:)

    Neu-England ist als Drehort ganz besonders reizvoll durch seine Vielseitigkeit und daher eine neue und ausgesprochen schöne Erweiterung der amerikanischen Katie-Fforde-Welt. Es gibt das raue Meer mit schroffen Küsten und starker Brandung. Es gibt aber auch beschauliche Sandstrände und Dünen. In manchen Gegenden schneiden sich fjordartigen Buchten tief ins Festland. Weiterhin entstehen durch den extremen Tidenhub (bis zu drei Meter) ausgedehnte Marschlandschaften. Man kann sagen: Das Meer sieht nie gleich aus. 

    Diese Variabilität findet im Landesinneren seine Fortsetzung. Es gibt zahllose Seen und Flüsse, riesige Laubwälder und Naturschutzgebiete mit sanften Hügeln oder aber steilen Felsen. Wer glaubt, Neu-England sei vor allem von der menschlichen Zivilisation geprägt, täuscht sich. In den ausgedehnten Gebieten leben immer noch Bären und Kojoten. 

    Die Häuser in Neu-England sind bunt und verwinkelt und haben oft große Grundstücke mit sehr gepflegten Gärten. Meistens aus Holz gebaut, bieten sie dem Zuschauer andere Eindrücke als die Steinhäuser in Deutschland. Sie wirken heimelig und einladend. 

    Boston als Hauptstadt von Massachusetts setzt diese Vielfalt fort. Obwohl viel kleiner als New York (nur etwas über 600.000 Einwohner) hat die Hauptstadt von Massachusetts ähnliche Stadtteile wie die "große Schwester". Es gibt einen Finanzdistrikt mit Hochhäusern, China Town, Little Italy und Bezirke, die ans Westend von NY oder Brooklyn erinnern. In Boston liegt die weltberühmte Harvard Universität und das ähnlich bedeutende MIT (Massachusetts Institut of Technology). Unterschied zu New York: Boston ist sehr viel weniger hektisch!

    Ich bin seit vier Jahren einer der Regisseure der Katie-Fforde-Reihe und freue mich, dass wir im Laufe der Jahre die Definition des "Herzkinos" in kleinen Schritten immer weiter ausdehnen konnten. Zu Beginn haben wir am Sonntagabend vor allem Liebesgeschichten mit Happy-End erzählt, doch die Thematik hat sich erweitert. Inzwischen ist es auch möglich, Geschichten beispielsweise über Krebs oder Mobbing zu erzählen. Mein jüngster Film "Martha tanzt" beginnt damit, dass ein junges Mädchen auf einer Brücke steht und sich das Leben nehmen will. Ich glaube, so etwas wäre vor vier Jahren kaum vorstellbar gewesen. Und auch das obligatorische "Happy-End" hat inzwischen durchaus seine Eigenheiten. "Er" und "Sie" müssen nicht zwangsläufig zusammenfinden! Es gibt eben mehr zwischen Himmel und Erde als nur die strahlende Liebe. Abstufungen sind möglich!

    Nicht nur deswegen ist es für mich eine ganz besondere Ehre, Teil dieser Reihe zu sein.

    "Katie Fforde: Zurück ans Meer" - Interview mit Jennifer Ulrich

    Was hat Ihnen besonders an der Rolle der Claire gefallen, als Sie das Drehbuch gelesen haben?

     „Ich mag die Ambivalenz der Rolle Claire sehr gern. Sie ist eigentlich eine lebensfrohe, junge Frau, die aber doch ein Geheimnis hat, das sich erst im Laufe der Geschichte enthüllt. Ich mag es, wenn die Figuren in einem Film einen Konflikt bewältigen müssen und sich damit auch ein bisschen vor sich selbst beweisen müssen.“

    Im Laufe des Films stellt sich heraus, dass Claire ihren Sohn verloren hat. Wie haben Sie sich auf diese tragischen Momente vorbereitet?

    „Wenn ich sehr traurige Szenen spielen muss mit Ereignissen, die mir nicht selbst widerfahren sind, versuche ich mich so nah wie möglich an dieses Gefühl heran zu arbeiten. Das heißt, ich suche Momente in meinem Leben, die mich besonders traurig machen, vielleicht sogar den traurigsten Moment. Und den potenziere ich.“

    In dem Film „Katie Fforde: Zurück ans Meer“ geht es auch darum, wie Paare mit dem Verlust ihres Kindes umgehen. Welche Möglichkeiten sehen Sie persönlich, sich als Paar gegenseitig zu helfen?

    „Oh, das ist eine schwierige Frage. Das hat immer mit der Persönlichkeit zu tun, und wie Menschen mit Verlust umgehen. Nicht immer gehen Partner gleich damit um und ich glaube, das ist einer der Gründe, warum sich viele Paare trennen. Jeder verarbeitet Schmerz individuell und manchmal ist es nicht die gleiche Herangehensweise und man hat dazu unterschiedliche Ansichten. Der eine sagt: ‚Ich will darüber nicht sprechen‘. Der andere sagt: ‚Ich möchte gerne jeden Tag darüber sprechen‘. Der eine sagt: ‚Ich möchte gerne flüchten‘. Der andere sagt: ‚Nein, wir müssen uns konfrontieren‘. Ich glaube, dass es extrem schwierig ist,  gemeinsam zu trauern… Wie es gehen kann, da habe ich ehrlich gesagt keine Antwort drauf.“

    „Katie Fforde“ war Ihr erster Dreh in den USA. Wie war das für Sie? Was hat Sie begeistert?

    „Ich finde es grundsätzlich immer toll, mit Kollegen aus dem Ausland zu arbeiten. Wir hatten viele Teamleute am Set, die bereits bei großen Kino-Blockbustern mitgearbeitet haben und die konnten dann spannende Geschichten von anderen Schauspielern und Sets aus dem Nähkästchen erzählen. Ansonsten erinnere ich mich an ganz wundervolle schöne Küsten in der Nähe von Boston in Massachusetts. Das war sehr schön – landschaftlich ein Traum.“

    Am Ende des Films sieht das Mädchen Sam, das Kind von Claires Kollegin, einen Delfin. Haben Sie schon mal Delfine im offenen Meer gesehen?

    „Ich bin leidenschaftliche Taucherin. Immer, wenn ich frei habe, verreise ich und tauche. Delfine durfte ich leider noch nicht sehen. Haie habe ich allerdings schon viele gesehen. Ich würde allerdings gern mal mit Delfinen schwimmen, aber nur in freier Wildbahn. Gegen Aquarien habe ich etwas.“

    Sie sind ja sonst eher auf Krimi abonniert, wie war es, das erste Mal für den ZDF Sendeplatz HERZKINO zu drehen?  

    "Ich wähle meine Rollen ja nicht nach Sendeplätzen aus sondern danach, ob ich eine Figur spannend finde. Das Schicksal der Claire, die ihr Kind verloren hat, hat mich berührt und war spannend für mich zu erarbeiten. Davor spielte ich in einem Drama in der Hauptrolle eine Handballerin, die aufgrund ihres rechtsradikalen Freundes ihre Sportkarriere aufs Spiel setzt und danach in einer Komödie à la Hangover eine junge Anwältin. Von daher bin ich auf kein Genre abonniert sondern hatte bislang das Glück die unterschiedlichsten Rollen in verschieden Genres, im Kino, wie im TV, zu spielen."

    Das Interview führte Claudia Maxelon

    "Katie Fforde: Zurück ans Meer" - Interview mit Oliver Korittke

    Herr Korittke, war das Ihr erster Dreh im Sneaker-Land?

    Nein, ich habe bereits zweimal in den USA gedreht. Das eine war ein Low-Budget-Kinoprojekt in New York. Das Team war ähnlich deutsch-amerikanisch gemischt wie am Set von „Katie Fforde“. Allerdings muss man ja sagen, dass bei „Katie Fforde“ einige Leute aus dem Team ja schon quasi fast in den USA leben nach 20 Filmen, die sie dort gedreht haben.

    Wieviel Paar Sneaker von Ihren 2500 Sammlerstücken hatten Sie beim Dreh dabei?

    Ich bin mit einem Koffer gereist, mehr nicht. Ich wusste ja, dass ich mir dort einiges kaufen würde. Also bin ich mit zwei Paar eingereist, eins davon hatte ich natürlich an. Ich habe mir dann während der Drehzeit 50 T-Shirts zugelegt, die es mit Sicherheit nur dort geben kann, zum Beispiel eins von der Boston Feuerwehr: Das dürfte garantiert keiner in Deutschland anhaben. Ein paar Sneaker habe ich auch mitgebracht: Neun Paar.

    Wie sind Sie damit eingereist?

    Der Zoll hat um 5:00 Uhr morgens noch geschlafen. Nein, kleiner Scherz, ich lag nicht über dem, was man offiziell darf, ich hatte schließlich auch nur für 150 Dollar Süßigkeiten im Gepäck.

    Vom Musterknaben zum Herzkino in einer Produktionsfirma, damit hat sicher keiner gerechnet, oder?

    Das ist das Schöne an meinem Beruf: Man weiß nie, was morgen passiert und im Idealfall darf man alles mal spielen. Der Katie – Stoff schien mir beim ersten Lesen nicht weniger interessant als andere Stoffe, denn er ist erstaunlich wenig schnulzig. Toll fand ich, dass das Ende nicht auserzählt ist und dass wir die ganze Zeit in Bewegung sind: Es geht um die Suche nach einem Kind und die Dinge laufen ganz schön aus der Bahn. Ich wusste auch gleich, warum sie mich angerufen haben. Es gibt nichts, was nicht passt. Ich werde 47 Jahre alt und entwickle mich immer weiter, das bringt der Beruf automatisch mit sich. Ich musste gar nicht lang überlegen und es hat mich sehr gefreut, dabei zu sein. Wenn es ginge, würde ich sofort wieder rüber fahren nächsten Sommer und wieder drehen für die Reihe. Es ist wirklich spannend: Heute Hörspiel, morgen „Katie Fforde“ fürs Fernsehen, übermorgen Spike Lee fürs Kino oder ne Soko.

    Wie würden Sie die Figur von Graham Lynch beschreiben?

    Es ist kein Doofkopf, sondern liebenswert, aber fahrig. Er hat, glaube ich, bisher auch nicht so viel Glück in seinem Leben gehabt, sicher aber stets bemüht – wie es so schön heißt. Im Grunde würde ich mir selbst durchaus so einen Vater wünschen. Die Mutter des Mädchens hingegen geht für mich gar nicht: Sie hat ganz andere Wert- und Lebensvorstellungen, ist eher spießig. Ich habe mit der Schauspielerin Brigitte Zeh, die die Rolle spielt, vorab natürlich gesprochen und wir haben uns gemeinsam gefragt, ob da noch was ist zwischen den beiden Figuren? Wir fanden übereinstimmend „nein, die mochten sich mal, aber die Zeit ist vorbei“. Ich persönlich hätte lieber so einen Chaoten als Vater, als zum Beispiel einen Arzt.

    Graham scheint – was die Schuhe angeht - so zu sein wie Sie, er trägt sogar als Chauffeur mit Anzug und vor Gericht Sneaker. Haben Sie Einfluss auf die Auswahl der Schuhe genommen bei Ihrem Kostüm?

    Ja, wir haben das zusammen entwickelt, die Abteilung Kostüm und ich. Zu der Figur passt das ja wunderbar: Er soll direkt am selben Tag des Vorstellungsgespräches als Fahrer anfangen, bekommt den Anzug von der Firma gestellt, aber eben keine Schuhe, deshalb hat er seine eigenen Turnschuhe an.

    Graham ist also ein liebenswerter Chaot. Was mögen Sie an der Figur und was ist Ihnen eher fremd?

    Mir gefällt, wie er mit seiner Tochter umgeht. Er möchte sie unbedingt sehen, aber auch emotional schützen. Er liebt sie über alles, möchte ihr was mitgeben im Leben. Ich hab ja keine Kinder, kenn es also nicht, aber es würde mir gefallen und ich könnte das sicher auch ganz gut. Mittlerweile habe ich auch ein wenig Erfahrung – ich hab ja schon öfter Filme mit Kindern gedreht. Am Anfang konnte die Darstellerin des Mädchens, Marleen, ja nicht so viel mit mir anfangen, am Ende hat sie dann aber entschieden: „Du könntest auch mein Papa sein.“ Wenn das kein Kompliment ist. Auch wenn der Film ja eher komödiantisch angelegt ist, hatten wir zusammen ein paar sehr bewegende Szenen zu spielen. Das lässt einen als Darsteller nicht kalt.

    Was glauben Sie persönlich, wie bekommt man das richtige Maß an Zuverlässigkeit und Laissez-faire als Eltern hin?

    Ich glaube, man muss Kindern den Freiraum lassen, die Dinge selber zu entdecken. Nicht alles tot erklären, sondern warten, bis die Fragen kommen und sich dann ganz einlassen. Nur so erfährt man doch, was Kinder wirklich bewegt. Eltern, die ständig schieben: Das kann doch nicht gut sein, wie soll man da Glück erleben? Man sollte ihnen ihre Perspektive offen lassen. Akzeptieren, dass wir in einer anderen Zeit leben und es andere Werte gibt, als noch vor 30 Jahren. Es gilt ihren eigenen Kopf und ihr Herz zu stärken.

    Bio-Essen oder Cola und Erdnussbutterstulle? Womit sind Sie als 68er groß geworden?

    Dieser Dialog im Film ist ja als Metapher gemeint. Der Vater ist ja nicht blöd, klar kriegt sie bei ihm auch mal Cola, aber niemals 14 Tage lang. Das ist die kleine Rebellion, die er ihr beibringt. Sie darf ein paar Sachen, die sie bei ihrer Mutter nicht darf. Ich persönlich bin froh, dass ich kein Kind habe und mich womöglich auch mit der Mutter auseinander gelebt hätte. Würde ich vermutlich ähnlich machen. Gut, dass es nicht so gekommen ist.

    Haben Sie schon mal Delfine auf offener See gesehen?

    Nee, aber nen Wal im Fjord. Aber es gibt ein Foto von mir, auf dem ich vier Jahre bin, in einer Delphin-Show auf den Canaren. Ich meine mich zu erinnern, dass mir das damals gut gefallen hat.

    Das Interview führte Claudia Maxelon

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