Copyright ZDF/ Hans Joachim Pfeifer
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Jenseits der Angst

Der Fernsehfilm der Woche

Die Modedesignern Lisa Hembach (Anja Kling) fühlt sich verfolgt. Ihr unterlaufen schwere Fehler. Ehemann Ronald (Benjamin Sadler) versucht nach Kräften, sie zu unterstützen. Auf einer After-Show-Party allerdings glaubt Lisa zu sehen, wie Ronald sie mit einem der Models betrügt. Auf dem Heimweg verursacht sie einen Autounfall, bei dem das Model offenbar getötet wird. Sie begeht Fahrerflucht. Ronald hilft ihr und verwischt die Spuren. Der Buchhalter Stefan (Moritz Grove) hat allerdings einen Verdacht und versucht seinerseits herauszufinden, was tatsächlich mit Lisa passiert – und warum.

  • ZDF, Montag, 16. September 2019, 20:15 Uhr

    Texte

    Ein ganz privater Alptraum

    Der Alptraum jeder jungen Geschäftsfrau: Plötzlich geht beruflich alles Drunter und Drüber und privat ist auch alles nicht mehr so, wie es vorher war. Modedesignerin Lisa verliert kurz vor der Berliner Fashion Week völlig die Kontrolle über ihr Geschäfts- und Privatleben. Sie verliert den Boden unter den Füßen. Alkohol macht alles nur noch schlimmer. Kann sie ihrem Mann Ronald wirklich vertrauen? Alpträume, Panikattacken und Angstzustände verwirren die attraktive Frau. Sie ist außer sich.
    Anja Kling und Benjamin Sadler spielen ein attraktives Paar, das sich scheinbar liebt und sich vertraut, mit Hingabe und Intensität. Anja Kling durchleidet dabei alle Facetten einer zutiefst verstörten Frau, die all ihr Selbstbewußtsein mit einem Schlag verliert, mit Glaubwürdigkeit und psychologischer Genauigkeit.
    "Jenseits der Angst" in der intensiven und präzisen Regie von Thorsten Näter, der auch das Drehbuch schrieb, ist ein Psychothriller der Extraklasse, spannend und verstörend zugleich.
                                                              
    Gabriele Heuser, Redaktion Fernsehfilm I

    Stabliste

    Buch und Regie: Thorsten Näter
    Kamera: Joachim Hasse
    Szenenbild: Jost Brand-Hübner
    Musik: Axel Donner
    Produktionsleitung: Michael Bauernfeind
    Produktion: JoJo Film,Wiesbaden
    Produzent: Dr. Eberhard Jost
    Redaktion: Gabriele Heuser
    Sendelänge: 88`30“

    Besetzung

    Lisa Hembach - Anja Kling
    Ronald Kärger - Benjamin Sadler
    Stefan Welsner - Moritz Grove
    Susanne - Milena Dreißig
    Karin - Svenja Jung
    Björn Ritter - Dirk Borchardt
    Harald Fechner - Tobias Oertel
    und andere

    Inhalt

    Die renommierte Modedesignerin Lisa Hembach irritiert ihre Umgebung durch ihr Verhalten. Sie wirkt fahrig, unkonzentriert und fühlt sich verfolgt. Alpträume, Panikattacken und Angstzustände quälen die eigentlich selbstbewußte, attraktive Frau. Ihr unterlaufen beruflich schwere Fehler, die die neue Kollektion und damit die Zukunft der Firma gefährden. Ihr Mann Ronald, ihre große Liebe, den sie gegen den Willen ihres Vaters geheiratet hat, versucht ihr nach Kräften zu helfen und Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Ronald und die ganze Belegschaft sorgen sich um die seelische Gesundheit von Lisa. Sie vertraut vor allem ihrer alten und einzigen Freundin Susanne, die auch ihre Ärztin ist. Lisa selbst ist ihr Verhalten unerklärlich. Sie hat Angst. Ihren Verstand zu verlieren. Als sie erkennt, daß auch noch der IT-Experte ihrer Firma, Stefan, sie heimlich beobachtet, rastet Lisa völlig aus.
    Trotz allem wird die Berliner  Fashion Week für Lisa zum großen Erfolg. Allerdings eskaliert die Situation während der After-Show-Party. Lisa glaubt zu sehen, wie Ronald sie mit einem der Models betrügt. Auf dem Heimweg verursacht Lisa einen Autounfall, bei dem sie glaubt, das Model totgefahren zu haben. Mithilfe von Ronald begeht Lisa Fahrerflucht.. Es gibt keine Spuren, keine polizeilichen Ermittlungen.
    Aber Lisas Leben gerät ab jetzt komplett aus den Fugen. Die Liebe zu Ronald bekommt tiefe Risse. Angst und Mißtrauen bestimmen Lisas Verhalten. In einem spannenden Showdown gelingt es Lisa mithilfe von Stefan, hinter die verbrecherischen Machenschaften um sie herum zu kommen und ihrem Peiniger das Handwerk zu legen. Nur knapp entgeht sie dabei dem Tod.

    „Menschen, die ihre Macht missbrauchen, sind mir unheimlich“
    Interview mit Anja Kling (Lisa Hembach)

    „Angst“ - ein beherrschendes Thema in diesem Thriller, das durch die düsteren Bilder noch verstärkt wird: Wie haben Sie die Dreharbeiten empfunden?
    Konzentriert und gut vorbereitet von allen Abteilungen. Und Gott sei Dank angstfrei. Benjamin Sadler ist nämlich privat sehr freundlich.
    Wie war denn Ihre Begegnung mit Film-Ehemann Benjamin Sadler?
    Benjamin und ich haben nicht das erste Mal zusammen gearbeitet. Außerdem sind wir auch privat befreundet. Diese weitere Zusammenarbeit war eine große Freude für mich.
    Lisa erlebt ihren schlimmsten Alptraum, den wohl niemand durchmachen möchte. Vor welcher Situation fürchten Sie sich persönlich am meisten?
    Ich fürchte Macht. Denn Menschen, die Macht haben und diese missbrauchen, sind mir unheimlich.
    Wie sind Sie an Ihre Rolle herangegangen? Und: Konnten Sie nach einem Drehtag gut wieder abschalten oder begleitete Lisa Sie auch im Alltag - zumal es mitunter extrem harte Nachtdrehs bei Minustemperaturen gab?
    Es gab im Vorfeld zu den Dreharbeiten viele Gespräche mit den Schauspielern und dem Regisseur Thorsten Näter. Er hat auch das Buch geschrieben und war für Änderungsvorschläge sehr offen. Wir haben uns also gemeinsam auf diese intensive Zeit eingestimmt, das hat sehr geholfen. Die Temperaturen waren in der Tat manchmal etwas hinderlich. Der schlimmste Tag war für mich der Dreh auf dem Dach bei minus zehn Grad im Abendkleid und barfuß.
    Konnten Sie auch an der Art der Inszenierung spüren, dass Thorsten Näter sein eigenes Drehbuch verfilmt?
    Natürlich, denn Thorsten hatte alle Einstellungen schon vor der ersten Klappe im Kopf. Er weiß genau, was er will. Dadurch entsteht eine konzentrierte und zackige Arbeitsatmosphäre ohne Ablenkung, zu große Pausen oder Überstunden.
    Mit Thorsten Näther haben Sie ja schon einmal einen Psychothriller gedreht. Mögen Sie generell dieses Genre?
    Vor einigen Jahren haben wir zusammen „Verhängnisvolle Nähe“ gedreht, auch ein Psychothriller, auch aus Thorstens Feder stammend. Ich mag dieses Genre genauso gern wie die anderen und bin froh und stolz, dass ich alle bedienen darf.
    Besonders bedrohlich und spannend sind die Filmmomente, in denen Lisa auf sich allein gestellt ist und nicht mehr weiß, wem sie trauen soll. Sie selbst sind stark in Ihrer Familie eingebunden – kennen Sie trotzdem Situationen, in denen Sie sich alleingelassen gefühlt haben? Und sind Sie schon mal von Menschen enttäuscht worden, die Ihnen nahestehen?
    Ja, leider ist mir das schon einmal passiert. Allerdings nicht in meiner Familie. Ich habe eine Freundschaft verloren und weiß bis heute nicht, warum. Ohne irgendeinen Vorfall hat die betreffende Person den Kontakt zu mir abgebrochen. Ich war damals schockiert, hilflos, verwundert und sehr, sehr traurig. Ich habe alles versucht, um herauszubekommen, was die Ursache sein könnte, ohne Erfolg. Inzwischen sind Jahre vergangen, und ich habe meinen Frieden damit gemacht.
    Gibt es Verhaltensweisen von Lisa, in denen Sie sich selbst wiedererkennen?
    Die Lisa, die aufsteht und kämpft, die ihr Leben in die Hand nimmt und nicht aufgibt, diese Lisa ist auch ein bisschen Anja.
    „Jenseits der Angst“ spielt in der Modewelt - wie sehr interessiert Sie persönlich die Mode? Und wie geschickt sind Sie im Selber-Nähen?
    Ich bin schon modeinteressiert, aber nicht im übertriebenen Maße. Als Teenager habe ich viel selber genäht, denn schicke und preiswerte Klamotten gab es in der DDR ja nicht. Auf der alten Nähmaschine meiner Mutter entstanden Hosen, T-Shirts, Sweatshirts und vor allem Jeansflicken-Jacken für mich und meine Freunde.

    "Fröhlich und konzentriert“
    Interview mit Benjamin Sadler (Ronald Kärger)

    Ronald, Lisas Ehemann - ein schwieriger, vielschichtiger Charakter: Wie haben Sie Zugang zu ihm gefunden?
    Über seine Biographie. Ich habe mir den Weg vor der Geschichte genau angesehen und die Entwicklung seines Plans.
    Muss man eine Rolle lieben, um sie gut zu spielen?
    Ich muss die Figur verstehen und gewisse Parallelen finden, an denen ich mich emotional anbinden kann.
    Vor der Ehe war Ronald eher ein No-Name in der Branche, Lisa dagegen eine prominente Geschäftsfrau mit eigenem Label. Hat Ronald Probleme an der Seite einer Erfolgsfrau? Denken Sie, dass so etwas am Ego eines Mannes nagen kann?
    D
    as kann es sicherlich. Das „klassische Muster“ in Mann-Frau-Beziehungen ist ja immer noch tief verwurzelt in der Psyche vieler Männer. Aber Ronalds Komplex und Störungen liegen tiefer und sind komplexer als sein Problem mit der Rollenverteilung in der Beziehung.
    Ronald bleibt verständnisvoll, auch wenn die Ehe zunehmend belastet wird, als Lisa sich immer seltsamer verhält und verfolgt fühlt. Wie gut verstanden Sie sich mit Ihrer Kollegin Anja Kling hinter der Kamera?
    Mit Anja zu arbeiten, bringt immer Spaß und die dadurch entstandene  Freundschaft ist ein Geschenk.
    Sie spielen in diesem Psychothriller ein Ex-Model und Leiter eines Mode-Unternehmens und erleben auch hautnah den Hype um Fashion-Shows. Wie denken Sie über die Modebranche?
    Mich interessieren Qualität und schöne Kleidung. Das Drumherum kann unterhaltsam sein, ist aber meist uninteressant.
    Wie modebewusst sind Sie?
    Ich trage gerne schöne Kleidung. Mode im Sinne von neuestem Trend interessiert mich nicht so sehr.
    „Jenseits der Angst“ besticht unter anderem durch düstere, beklemmende Szenen. Wie war die Atmosphäre am Set?
    Fröhlich und konzentriert.
    In Anlehnung an den Filmtitel: Wovor haben Sie Angst?
    Vor Spinnen.
    Wie sehr faszinieren Sie Psychothriller? Was schätzen Sie an „Jenseits der Angst“ besonders?
    Die Psyche im Thriller finde ich spannend als Möglichkeit, Figuren zu erzählen. Das Spiel mit Schein und Sein wie in „Jenseits der Angst“.
    Sie haben nicht zum ersten Mal mit Thorsten Näter gedreht. Auch beim „Tatort: Fetischzauber“ arbeiteten Sie zusammen. Wie waren die Dreharbeiten mit ihm bei „Jenseits der Angst“? Hatte er sehr genaue Vorstellungen von Ronald?
    Thorsten hat schon klare Vorstellungen als Autor zur Figur gehabt, die wir dann zusammen als Grundlage für meine Figur noch weiter entwickelt haben. Für gute Ideen oder Vorschläge ist natürlich immer Platz.

    Fotohinweis

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