Lydia (Gesine Cukrowski)
Lydia (Gesine Cukrowski)

Katie Fforde: Mama allein zu Haus

"Herzkino" mit Gesine Cukrowski und Oliver Mommsen

Psychologin Lydia ist stolz darauf, keine kontrollsüchtige Helikoptermutter zu sein. Doch als sich Tochter Holly in ihren schwierigsten Patienten verliebt, werden plötzlich Lydias schlummernde Löwenmutterinstinkte wach. 

  • ZDF, Sonntag, 21. Januar 2018, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Samstag, 20. Januar 2018, 10.00 Uhr

    Texte

    "Mama allein in der Zwickmühle" – Statement von Redakteurin Verena von Heereman

    Schulpsychologin Lydia Elman, wunderbar komödiantisch gespielt von Gesine Cukrowski, steckt in einem Dilemma: Sie muss ohnmächtig mitansehen wie Tochter Holly (Emilia Bernsdorf) in ihr amouröses Verderben rennt – in Gestalt ihres Mitschülers Simon Lambert (Tobias John von Freyend). Simon ist nämlich zugleich Lydias Patient und sein Vater Peter (Oliver Mommsen) zeigt deutlich, dass er herzlich wenig von Psychologinnen hält. Zum Glück hat Lydia jedoch die väterliche Schulter von Alex (Charles Brauer) zum Anlehnen und die Tierflüsterin Sam (Sandra Speichert) an ihrer Seite, die gern mit weisen Ratschlägen aus der Welt ihrer Patienten provoziert.

    Elke Rössler lieferte das witzige Drehbuch, das von Helmut Metzger pointiert und emotional in Szene gesetzt wurde. Jutta Lieck-Klenke und Sabine Jaspers sowie Producerin Nina Tanneberger produzierten die 33. Katie Fforde-Verfilmung in der Nähe Bostons, unter anderem in dem  wunderhübschen Küstenstädtchen Rockport.

    "Katie Fforde: Mama allein zu Haus" ist "Herzkino", das mit einem tollen Ensemble ein paar nicht unwichtige Wahrheiten präsentiert – gewürzt mit viel comic relief.

    Verena von Heereman
    HR Fernsehfilm / Serie II

    Stab

    Buch             Elke Rössler
    Regie            Helmut Metzger
    Kamera             Meinolf Schmitz
    Musik            Jens Langbein, Robert Schulte Hemming
    Music Supervision   Hansjörg Kohli
    Schnitt           Angelika Sengbusch
    Szenenbild        Lars Brockmann
    Kostüm             Carola Neutze
    Maske            Brigitta Lüttge, Melinda Abreu
    Aufnahmeleitung        Henning Falk, Olly Stück
    Produktionsleitung    Christa Lassen
    Herstellungsleitung    Roger Daute
    Produktion        Network Movie Hamburg
    Junior-Producer        Jenny Maruhn
    Producer        Nina Tanneberger
    Produzentinnen      Jutta Lieck-Klenke, Sabine Jaspers
    Redaktion       Verena von Heereman
    Länge            ca. 90 Minuten

    Besetzung

    Lydia Elman              Gesine Cukrowski
    Peter Lambert        Oliver Mommsen
    Alex Elman        Charles Brauer
    Holly Elman        Emilia Bernsdorf
    Simon Lambert    Tobias John von Freyend
    Sam Danes        Sandra Speichert
    Ms. Sullivan        Zele Avradopoulos
    Jackson       Benjamin Evett
    Verkäufer        Matthew Eriksen
    Leonard        Shane Ryan
    Mr. Miller        Harvey Greenberg
    Sams Freundin    June Baboian
    und andere

    Inhalt

    "Empty-Nest-Syndrom? Von wegen. Mir geht's super!" – Schulpsychologin Lydia ist ein absoluter Profi, was das Flüggewerden von Kindern und die dazugehörigen Ablöseprozesse angeht. Sie kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig Selbstständigkeit und Unabhängigkeit für die Entwicklung von Heranwachsenden sind. Deshalb würde sie sich auch lieber die Zunge abbeißen, als zuzugeben, dass der bevorstehende Auszug von Tochter Holly ihr ganz schön nahegeht.

    Zum Glück wird sie gerade durch einen aktuellen Fall abgelenkt: Simon Lambert ist neu an der Schule und nutzt jede Gelegenheit, um seine Grenzen auszutesten. Nachdem er beinahe das Chemielabor in die Luft gejagt hat, kann ihn nur eine Therapie bei Lydia vor dem Schulverweis retten. An der soll sich auch sein alleinerziehender Vater Peter (Oliver Mommsen) beteiligen. Der attraktive Gastronom ist davon allerdings gar nicht begeistert, denn von "Psychotanten", die ihm in seine Erziehung hineinreden, hält er sich lieber fern.

    Als Lydia herausfindet, dass Simon mit einigen Mitschülern eine Wette laufen hat, wer die meisten Mädchen rumbekommt, und dass er dabei auch ihre ziemlich verliebte Tochter Holly im Visier hat, ist sie in der Bredouille: Ärztliche Schweigepflicht steht gegen mütterliche Fürsorge. Unterstützung findet sie ausgerechnet bei Peter, der nicht nur mit seinen Kochkünsten ein Lächeln in ihr Gesicht zaubert.

    "Pubertät heißt für Eltern vor allem eins: durchhalten" – Interview mit Gesine Cukrowski

    Worum geht es im Film?

    Vor allem um den Prozess der Abnabelung von Mutter und Tochter: Auf der einen Seite die Begeisterung der Tochter, flügge zu werden. Auf der anderen Seite der Schmerz der Mutter, loslassen zu müssen. Außerdem wird auch die Geschichte eines Jungen erzählt, der ohne Mutter aufwächst und gern mal mit Regeln in Konflikt gerät.

    Können Sie verstehen, dass Mütter Probleme haben, ihre Kinder allein in die Welt hinaus ziehen zu lassen oder sogar versuchen, sie in eine gewünschte Richtung zu manipulieren?

    Ich halte gar nichts davon und würde immer empfehlen, den Samen schon sehr früh zu legen (lacht). Lieber in den ersten Jahren viel Energie und Liebe in die Erziehung stecken und den Kindern alles mitgeben, was wichtig für sie ist. Mitten in der Pubertät sind eher andere Menschen die Ratgeber unserer Kinder. Man kann zwar versuchen, sie zu erreichen, aber man hat keine Garantie. Für Erziehung ist es dann eher zu spät – Pubertät heißt für Eltern vor allem eins: durchhalten (lacht).

    Wie kann das Loslassen gelingen?

    Man lernt es mit den Jahren. Das erste Loslassen ist ja die Geburt. Wenn man diese und all die Zeit danach sehr bewusst erlebt, dann schaffen Mütter auch das große Loslassen. Einfacher wird es sicher, wenn die Kinder nicht den einzigen Lebensmittelpunkt darstellen, die einzige Identifikationsquelle und Bestätigung sind. Eigene Interessen sind sehr sinnvoll. Mütter sollten immer auch ihr eigenes Leben führen, sonst tut das nicht gut – weder der Mutter noch den Kindern.

    Können Sie sich erinnern, wie es bei Ihnen war, als Sie selbst raus in die Welt gegangen sind?

    Ich hatte eine sehr enge Bindung zu meiner Mutter. Nach der Schule habe ich studiert und bin mit 21 Jahren ausgezogen. Das war eine intensive Zeit, die Abnabelung ist gut gelaufen. Ich glaube, meine Mutter war froh, als ich weg war (lacht).

    Sie sind seit vielen Jahren mit Oliver Mommsen befreundet. Wie war die Zusammenarbeit mit ihm?

    "Katie Fforde: Mama allein zu Haus" ist der fünfte Film, den Oliver und ich zusammen gemacht haben. Wir haben früher dieselbe Schauspielschule besucht und gemeinsam am Theater gespielt. Für den Dreh ist es gut, wenn man sich ewig kennt, denn dann ist da ja von der ersten Szene an bereits ein großes Vertrauen.

    Die Fragen stellte Claudia Maxelon.

    "Ich habe einen Plan B für den Fall, dass keine Jobs mehr kommen" – Interview mit Oliver Mommsen

    In "Mama allein zu Haus" geht es um das "Empty-Nest-Syndrom": Wie ist das eigentlich für Väter, gibt es den "Papa-Blues"?

    Vor zwei Jahren saß meine Frau in der Küche und sagte: "Bald wird sich hier einiges ändern." Ich selber dachte, dass sie etwas früh Alarm schlägt, aber sie hatte wie immer recht. Wenn die Kinder aus dem Haus gehen, verändert sich das eigene Leben komplett.

    Wie kann das Loslassen am besten gelingen?

    Man muss mit der Situation mitwachsen. Lernen. Umdenken. Wie immer bei Kindern ist es doch eine Reise und ein Abenteuer. Im Moment versuche ich, die richtige Mischung aus Loslassen und "Hallo, wie geht es dir?" hinzubekommen.

    Im Film spielen Sie einen Koch, der statt der Friedenspfeife eine Tostada anbietet. Was sind Tostadas?

    Nix besonderes. Toast mit Schinken, Käse und Tomate. Ich habe als Plan B für den Fall, dass keine Jobs mehr kommen, schon lang die Fantasie, die französische Variante dieser Delikatesse auf den Markt zu bringen: den Croque Monsieur. So, wie ich ihn aus meiner Jugend in Südfrankreich kenne, habe ich ihn bisher nirgends gefunden.

    Die Fragen stellte Claudia Maxelon.

    Fotohinweis

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/katiefforde

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