"Katie Fforde: Wachgeküsst". Fotocredit: ZDF/Rick Friedman.
"Katie Fforde: Wachgeküsst". Fotocredit: ZDF/Rick Friedman.

Katie Fforde: Wachgeküsst

"Herzkino" mit Nadja Bobyleva und Bernhard Piesk

Maggie will Chris, der nach einem Unfall an Amnesie leidet, dabei helfen, sein Gedächtnis wiederzufinden. Doch bald ist sie sich unsicher, ob sie den alten Chris überhaupt wiederhaben möchte.

  • ZDF, Sonntag, 13. Januar 2019, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Samstag, 12. Januar 2019, 10.00 Uhr

Texte

"Amnesie als Chance?"

Es gibt einfache Zwickmühlen und sehr verzwickte. Die "Katie Fforde"-Protagonistin Maggie – gespielt von Nadja Bobyleva – steckt in einer verteufelt schwierigen: Darf sie den Gedächtnisverlust ihres Gegners ausnutzen? Ihm gegen seinen eigentlichen, ursprünglichen Willen eine Unterschrift abluchsen, die ihr und ihrem angeschlagenen Vater George (Peter Sattmann) das Leben sehr erleichtern würde? Und ist eine Amnesie für den Betroffenen selbst nur ein Fluch oder vielleicht auch ein Segen?

Ron Markus ("Bad Banks", "Letzte Spur Berlin") schrieb zum ersten Mal für die "Katie Fforde"-Reihe und lieferte das humorvolle Drehbuch, das an der amerikanischen Ostküste in Plymouth und in Boston spielt. Temporeich und pointiert inszenierte Frauke Thielecke die Amnesie-Komödie, die im "Herzkino" von der verzwicktesten aller Zwickmühlen erzählt: der Liebe.

Verena von Heereman
HR Fernsehfilm/Serie II

Stab

Buch                           Ron Markus
Regie   Frauke Thielecke
Kamera        Christian Klopp
Musik         Jens Langbein, Robert Schulte Hemming
Musik-Supervision    Oliver Ueck
Ton      Alexander Schindler, Frank Schubert
Schnitt Geraldine Sulima
Szenenbild         Marcus A. Berndt 
Kostüm          Carola Neutze
Maske            Brigitta Lüttge, Nicole Skaletz
Aufnahmeleitung    Claudia Horst, Tobias Katzmann
Produktionsleitung    Melanie Lauche
HerstellungsleitungRoger Daute
Junior-ProducerinJenny Maruhn
Produktion     Network Movie Hamburg
Produzentinnen              Jutta Lieck-Klenke, Sabine Jaspers
Redaktion   Verena von Heereman
Länge                    ca. 89 Minuten

Besetzung

Maggie Bradford       Nadja Bobyleva
Chris Lennon   Bernhard Piesk 
Iris Lennon    Sabine Postel 
George Bradford    Peter Sattmann
Nicole     Victoria Fleer  
Paul Schulz   Thomas Limpinsel
Kyle LennonPhilip Schwarz 
Sara  Sandra Maren Schneider  
Harry    Eddie Frateschi 
Lucas  Jonathan Raffoul  
Dr. Hasting  Patrick Janka 
Dr. Hunter    Kathy-Ann Hart   
Kellner   Sam Zephir  
und andere

Inhalt

Maggies Zuhause und ihr Tourismusbüro liegen im malerischen Plymouth in absoluter Pole-Position an der Pierpromenade – ganz in der Nähe der Mayflower, auf der vor 400 Jahren die Pilgerväter vor Anker gingen. Mit ihr unter einem Dach lebt ihr Vater George, der in letzter Zeit zwar etwas vergesslich geworden ist, aber noch immer originelle Stadtführungen startet.

Jetzt aber möchte Maggies Vermieter Chris Lennon das Haus in seine private Sommerresidenz verwandeln und kündigt den Mietvertrag. Abgesehen von den Konsequenzen für ihre berufliche Existenz ist Maggie vor allem um ihren Vater besorgt, der auf keinen Fall umziehen will: Eine Veränderung seines Alltags und der gewohnten Umgebung würden ihm schwer zusetzen.

In Rage stellt Maggie den arroganten Geschäftsmann Chris zur Rede. Noch wütend braust sie kurze Zeit später in ihrem Auto davon und fährt den unsympathischen Vermieter dabei versehentlich über den Haufen. Wie sich herausstellt, hat Chris bei dem Unfall sein Gedächtnis verloren – und damit jegliche Erinnerung daran, dass er und Maggie sich heftig in den Haaren gelegen haben.  Außerdem scheint er auch völlig vergessen zu haben, was für ein Egoist er eigentlich war: Chris wirkt auf einmal freundlich, charmant und gar nicht mal so unsexy.

Der Schlüssel zu Chris' Erinnerung sollen laut der Ärzte emotionale Momente aus seiner Vergangenheit sein, die es jetzt aufzuspüren gilt. Auf seinen Wunsch hin begleitet ihn Maggie auf eine Reise zu seinen Wurzeln, die er allerdings vor langer Zeit gekappt zu haben scheint. Denn Maggie wittert in dem Trip die Chance, ihre Wohnung und ihr Unternehmen doch noch retten zu können.

So heißt Chris' unkonventionelle Mutter Iris die beiden herzlich auf ihrer Öko-Farm willkommen, obwohl sich herausstellt, dass Chris seinem Bruder Kyle früher riskante Geldanlagen aufgeschwatzt und ihn damit in den finanziellen Ruin getrieben hat.

Während der Reise gerät Maggie zunehmend unter Druck: Nicht nur kann ihr Doppelspiel jederzeit auffliegen sie beginnt auch noch, sich in den "neuen" Chris zu verlieben.

"Ich glaube an Liebe auf den ersten und zweiten Blick" – Interview mit Nadja Bobyleva

Im Film heißt es: "Jemand, der so einen schlechten ersten Eindruck macht, darf auf den zweiten nicht so anders sein." Haben Sie sich schon mal auf den zweiten Blick verliebt?

Ich glaube an beides: Liebe auf den ersten und zweiten Blick. Es gibt da keine Regel. Ich habe schon erlebt, dass ich einen Mann auf den ersten Blick nicht so toll fand, auf den zweiten dann schon, aber auf den dritten Blick war er dann eben doch so, wie auf den ersten: nicht so toll. Der erste Eindruck war also der richtige.

Maggie kümmert sich aufopferungsvoll um ihren Vater. Wie weit sollte man sein eigenes Leben zurückstellen, um für jemand anderen da zu sein?

Ich finde, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Für jemand anderen da zu sein, sollte nicht aus Verantwortungsgefühl passieren, sondern aus Liebe. Man wächst mit dem Gedanken auf, sich für die Eltern verantwortlich zu fühlen, weil sie für einen gesorgt haben. Doch das kippt oft in ein Gefühl der Schuldigkeit. Das hat nichts mehr mit Liebe und Fürsorge zu tun. 

Maggie verliebt sich ja nicht nur in Chris, sondern auch in seine Familie.

Nein, erstmal nicht. Besonders Chris' Mutter, ist wegen ihrer Esoterik sehr schrullig. Das Schöne an der "Katie Fforde"-Reihe ist, dass unkonventionelle Charaktere und Familienkonstellationen gezeigt werden. Vor zehn Jahren haben wir noch nicht so häufig in Wahlfamilien gelebt, und es gab sie kaum im Fernsehen zu sehen. Mittlerweile haben Patchworkfamilien auch am Sonntagabend ihren Platz, zumindest bei "Katie Fforde".

"Familie ist ein Schutzraum"– Interview mit Bernhard Piesk 

Was ist das Besondere an der Figur Chris, die Sie in "Katie Fforde: Wachgeküsst" spielen?

Ich konnte das erste Mal frei von einer Backstory arbeiten, da Chris nach drei Szenen sein Gedächtnis verliert. Aber es war gar nicht so leicht, in der Kürze der Vorgeschichte nachvollziehbar zu machen, warum Maggie ihn so schrecklich findet.

Bei Menschen, in deren Leben Geld eine große Rolle spielt, habe ich häufig das Gefühl, dass daraus eine regelrechte Sucht wird: Sie wollen immer mehr und können nicht genug bekommen. So habe ich die Rolle von Chris angelegt. Durch den Kontakt mit seiner Vergangenheit und seiner Mutter kommt dann wieder seine wahre Persönlichkeit hervor.

Wie wichtig ist Ihnen Familie?

Familie in welcher Form auch immer – ich schließe da meine Freunde mit ein – ist ein Schutzraum, gerade wenn man in der Öffentlichkeit steht. Ich denke, Familie ist für jeden wichtig, um Liebe, Austausch und Intimität in seinem Leben zu haben. Man geht gemeinsam einen Weg, entwickelt sich miteinander. Meine Tochter ist jetzt vier Jahre alt, und ich feiere jeden Moment mit ihr.

Wie war es, mit Sabine Postel und Peter Sattmann zu drehen?

Es war sehr schön mit den beiden zu drehen. Sie sind sehr unterschiedlich, besonders in der Freizeitgestaltung: Sabine Postel ist extrem aktiv, macht an einem Vormittag mindestens drei Ausflüge, schaut sich alles an. Peter Sattmann sitzt derweil gemütlich auf der Bank vor seinem Hotelzimmer und schreibt. Er ist übrigens auch passionierter Witze-Erzähler. Ein wunderbar konträres Paar, die beiden.

"Ich habe mit Esoterik nichts am Hut" – Interview mit Sabine Postel

Die Zuschauer kennen Sie als Ermittlerin Inga Lürsen aus dem Bremer "Tatort". Nun sind Sie am Sonntagabend in einer ganz anderen Rolle zu sehen. Was ist das Besondere an Iris?

Das ist das Schöne am Beruf: Es gibt als Schauspieler nichts Besseres, als so verschiedene Rollen spielen zu dürfen. Die Figur Iris finde ich ganz wunderbar. Im Film mit Kollege Peter Sattmann flirten zu dürfen, mit dem ich ja schon mehrfach im Film verheiratet war, war die reine Freude. Iris ist eine sehr selbständige und unkonventionelle Frau, die aus eigener Kraft eine Bio-Farm vor den Toren Bostons bewirtschaftet und das bravourös hinbekommt. Sie ist sehr geerdet und naturverbunden, aber wir zeigen auch ihre Macken. Mir war wichtig, dass Iris einen möglichst authentischen Look hat: Ich habe getragene Cowboy-Stiefel an und herrliche Second-Hand-Hippie-Klamotten.

Iris hat eine esoterische Ader. Wie halten Sie persönlich es mit Traumfängern?

Iris ist das krasse Gegenteil von mir – ich habe mit Esoterik nichts am Hut. Sielebt gern auf dem Land, mit eigenem Gemüse, Hühnern und anderen Tieren.

Mit Iris und ihrem Sohn Chris scheinen zwei sehr unterschiedliche Menschen aufeinanderzutreffen. Können Sie das Verhalten der Mutter nachvollziehen?

Als Mutter liebt man sein Kind immer und stellt den Schmerz oder die Enttäuschung hintenan. Iris freut sich sehr, dass ihr Sohn wieder da ist und hofft auf Versöhnung.

Im Film heißt es, dass vertraute Gerüche die Erinnerung wecken. Glauben Sie, dass das tatsächlich funktioniert?

Ich kenne mich mit Amnesie nicht gut aus, aber wir alle haben ja ein starkes Erinnerungsvermögen an die Gerüche und Eindrücke aus der Kindheit – die Momente der Geborgenheit gehen nicht verloren.  

Wie war es in den USA für Sie?

Die Farm, auf der wir gedreht haben, war so schön, dass man den Stress des Drehs völlig vergessen hat. Die Dimensionen sind ganz andere, als in Deutschland, weil man so viel Platz hat: In der riesigen Küche mit offenem Kamin wurden früher sieben Kinder versorgt. Zudem sind die Menschen an der Ostküste sehr freundlich und offen. Das Bild, das wir zurzeit durch Trump von den USA haben, entspricht in keiner Weise der liberalen Atmosphäre in Neuengland. Ich habe mich in die Ostküste verliebt.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/katiefforde

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