Dörte Hansen ist die Mainzer Stadtschreiberin des Jahres 2022. Foto: ZDF/Torsten Sil
Dörte Hansen ist die Mainzer Stadtschreiberin des Jahres 2022. Foto: ZDF/Torsten Sil

Mainzer Stadtschreiberin 2022

Erste Lesung mit Dörte Hansen

Die 37. Mainzer Stadtschreiberin ist Dörte Hansen. Ihre erste offizielle Lesung findet am 13. Juli 2022, 18.00 Uhr, in der Zitadelle über den Dächern von Mainz statt.

Der Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis wird von ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz verliehen. Er ist dotiert mit 12.500 Euro, umfasst das Wohnrecht in der Stadtschreiberwohnung im Mainzer Gutenberg-Museum sowie die Produktion einer Dokumentation mit dem ZDF nach freier Themenwahl.

Texte

Erste Lesung der neuen Mainzer Stadtschreiberin

Dörte Hansen tritt zu ihrer ersten Lesung als Mainzer Stadtschreiberin 2022 an: In der Zitadelle über den Dächern der Mainzer Altstadt stellt sie am Mittwoch, 13. Juli 2022, 18.00 Uhr ihre erzählerisch eindrucksvollen Werke vor, für die sie bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Ihre offizielle Begrüßung als neue Stadtschreiberin konnte im zurückliegenden März aufgrund der Corona-Pandemie nur in einem kleinen Rahmen stattfinden – jetzt folgt die Antrittslesung von Dörte Hansen für ein größeres Publikum aus Stadt und Umland.

 

Weitere Veranstaltung

Zu dem renommierten Literaturpreis, der seit 1985 jährlich von ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz vergeben wird, gehört traditionell auch ein Dokumentarfilm, den die Preisträger für ZDF und 3sat produzieren. Der Film "Aussterbende Art" von Eugen Ruge, Dörte Hansens Vorgänger im Stadtschreiber-Amt, über Küstenfischer auf der Insel Rügen ist am Donnerstag, 21. Juli 2022, 19.00 Uhr, an der Zitadelle als Open-Air-Vorführung und in Anwesenheit von Eugen Ruge zu sehen. 

Der Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis

Der "Mainzer Stadtschreiber Literaturpreis" bietet den Preisträgerinnen und Preisträgern die für einen Literaturpreis einmalige Möglichkeit, zu Filmemachern zu werden: Mit dem ZDF drehen sie eine Dokumentation zu einem Thema ihrer Wahl.

Der renommierte Literaturpreis wird seit 1985 jährlich gemeinsam von ZDF, 3sat und der Stadt Mainz vergeben und ist mit 12.500 Euro dotiert. Die Mainzer Stadtschreiberinnen und Stadtschreiber haben zudem Wohnrecht im historischen Teil des Mainzer Gutenberg-Museums.

Die erste Preisträgerin war 1985 Gabriele Wohmann, es folgten bekannte deutschsprachige Autorinnen und Autoren wie Günter Kunert, Sarah Kirsch, Monika Maron, Sten Nadolny, Ilija Trojanow, Josef Haslinger, Judith Schalansky, Eva Menasse und Eugen Ruge.

Die Mainzer Stadtschreiberin 2022: Dörte Hansen

Die Schriftstellerin Dörte Hansen, 1964 in Husum in Nordfriesland, geboren, ist die 37. Trägerin des von ZDF, 3sat und der Stadt Mainz vergebenen Literaturpreises. Gemeinsam mit dem ZDF wird sie eine Dokumentation nach freier Themenwahl produzieren und zeitweilig die Stadtschreiberwohnung im Mainzer Gutenberg-Museum beziehen. 

Die Jury: "Dörte Hansen wird von Leserinnen und Lesern, Literaturkritikerinnen und -kritikern gleichermaßen geliebt und gelobt. Hansen beherrscht es meisterlich, in ihren Romanen unsentimental und lebensnah davon zu erzählen, wie es ist, sich nach der ländlichen Heimat zu sehnen und zugleich von ihr davonlaufen zu wollen. Dörte Hansen schreibt keine Heimatidyllen, sondern eher bitterzarte Dorfromane in einer Welt, die zu verschwinden droht."

Nach dem Abitur studierte Hansen an der Uni Kiel Soziolinguistik, Anglistik, Romanistik und Frisistik. In Hamburg wurde sie 1994 mit einer soziolinguistischen Arbeit promoviert. Viele Jahre arbeitete Hansen als Journalistin für Hörfunksender der ARD sowie für diverse Zeitschriften und bis 2012 als Kulturredakteurin bei NDR Info. 2015 errang sie mit ihrem ersten Roman "Altes Land" einen Millionenerfolg. Die Geschichte um eine junge Frau, die auf der Flucht aus Ostpreußen versucht, im Alten Land heimisch zu werden, wurde 2020 unter der Regie von Sherry Hormann für das ZDF verfilmt. Ihr zweiter Roman "Mittagsstunde" (2018) erzählt die Geschichte eines nordfriesischen Straßendorfs von den 1960er-Jahren bis in unsere Gegenwart. Eine Verfilmung unter der Regie von Lars Jessen in Ko-Produktion mit dem ZDF ist ab August 2022 im Kino zu sehen.

Dörte Hansen wurde bereits mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrer Familie in Husum.

Drei Fragen an Dörte Hansen

Frau Hansen, Sie werden als Mainzer Stadtschreiberin ein Domizil weit südlich Ihrer Heimat Norddeutschland beziehen. Was interessiert Sie besonders an der Stadt Mainz? Was kennen Sie schon und was möchten Sie zuerst kennenlernen?

Ich kenne Mainz wirklich gar nicht und bin sehr gespannt auf die Stadt. Mit dem Stadtschreiberinnen-Domizil habe ich den perfekten Ausgangspunkt für meine Erkundungen. Ich werde also mit dem Gutenberg-Museum anfangen, mir die Altstadt erwandern, und dann werde ich das tun, was ich immer tue, wenn ich mich irgendwo länger aufhalte: das Wasser suchen. Ich freue mich auf den Rhein – aber noch mehr auf die Menschen in der Stadt und auf die Mainzer Lebensart. Mal sehen, wie das zusammenpasst, das Nordfriesische und das Rheinland-Pfälzische!

In Ihren Romanen steht das Landleben im Mittelpunkt. Und nur vorübergehend halten es Ihre Protagonisten in der Stadt aus. Gibt es denn den Stadt- oder den Landmenschen? Und wo sehen Sie sich selbst?

Ich glaube, dass die meisten von uns mittlerweile nicht mehr eindeutig Stadt- oder Landmenschen sind. Was mich betrifft: Ich lebe zwar im Dorf, spreche Plattdeutsch mit den Nachbarn und freue mich über die Natur und den Freiraum um mich herum. Aber ich baue weder Gemüse an, noch bin ich im Schützenverein oder bei den Landfrauen aktiv. Ich lebe einfach mein Schriftstellerinnenleben auf dem Land. Umgekehrt kenne ich viele, die in der Stadt leben, im Schrebergarten Hühner halten, Kartoffeln und Tomaten ziehen und in ihren Nachbarschaften ein dorfähnliches Miteinander haben. Die meisten von uns bedienen sich ein bisschen aus beiden Welten, glaube ich. Oder pendeln, je nach Lebensphase.

Die Themen Heimat, Herkunft, Zugehörigkeit sind in Ihren Romanen von großer Bedeutung, und der Erfolg Ihrer Bücher zeigt, dass viele Menschen das Interesse daran mit Ihnen teilen. Glauben Sie, dass wir diese Themen gerade neu überdenken, weil wir die Nachteile einer globalisierten Welt erleben?  

Die Frage, die mich – und offenbar auch viele andere Menschen – umtreibt, ist: Wer sind wir, und was tun wir, wenn die alten gesellschaftlichen Gefüge verschwinden? Wo "verorten" wir uns beispielsweise, wenn wir geografisch und biografisch überhaupt nicht mehr festgelegt sind, wenn da kein Hof ist, der übernommen werden muss, auch kein Familienbetrieb, der uns an einen Ort binden würde, keine Standes- und Geschlechtergrenze, die uns daran hindert aufzusteigen (zumindest theoretisch nicht). Wir sind viel freier als die Generationen vor uns, aber das heißt auch, dass wir sehr viel mehr entscheiden müssen, Neuland betreten und oft ziemlich in der Luft hängen, weil wir nicht wissen, wo wir denn nun hingehören. Vielleicht hat die Pandemie das Nachdenken über diese Themen noch ein bisschen verstärkt.  

Einführung von Dörte Hansen als Mainzer Stadtschreiberin am 9. März 2022

Der von ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz vergebene Literaturpreis wurde am Mittwoch, 9. März 2022, um 15.30 Uhr in der Glaskuppel des Mainzer Theaters an die Schriftstellerin Dörte Hansen verliehen. Damit hat sie ihr Amt als Mainzer Stadtschreiberin 2022 angetreten.

Hansen, 1964 in Husum geboren, hat mit ihren beiden bisherigen Romanen "Altes Land" (2015) und "Mittagsstunde" (2018) zwei Bestseller geschaffen, erzählerisch eindrückliche Werke, für die sie bereits vielfach ausgezeichnet wurde.

Dr. Norbert Himmler, Programmdirektor ZDF, und Michael Ebling, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, begrüßten gemeinsam die neue Stadtschreiberin der Landeshauptstadt.

"Mit ihren messerscharf beobachteten Stadt-Land-Panoramen erzählt Dörte Hansen unsere Zeit und trifft dabei einen Nerv", so Dr. Norbert Himmler in seiner Rede. "Sie zeigt ein tiefes Gefühl von Fremdheit, Verlassensein, von der Unmöglichkeit anzukommen, zu bleiben, sich sicher zu fühlen. Und sie zeigt auch Wurzeln dieser Beunruhigung: Sie führen zurück in Krieg und Vertreibung und wirken noch nach Generationen nach."

Der renommierte Literaturpreis wird seit 1985 jährlich vergeben und ist mit 12.500 Euro dotiert, und die Stadtschreiber/innen erhalten ein Wohnrecht im historischen Teil des Gutenberg-Museums. "Das besondere an unserem Stadtschreiber-Literaturpreis ist, dass die Preisträgerinnen und Preisträger neben der Ehrung und dem Geldpreis auch ein Jahr lang das uneingeschränkte Wohnrecht in unserer Stadtschreiberwohnung erhalten - im Dachgeschoss des 'Römischen Kaisers', der zu unserem Weltmuseum der Druckkunst gehört, mitten im Herzen von Mainz", so Michael Ebling. "Dort können die Preisträgerinnen und Preisträger dann den Namen des Preises erfüllen und sich für ihre Tätigkeit von unserer Stadt und ihren Menschen vereinnahmen lassen. Und auch unsere neue Stadtschreiberin Dörte Hansen wird sich dort, hoffentlich recht oft, ohne Zweifel sehr wohl fühlen."

In seiner Laudatio beschreibt Andreas Platthaus, Journalist, Autor und Chef des Ressorts Literatur und literarisches Leben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", das Werk von Dörte Hansen so: "Wer kann das schon? Fürs große Publikum schreiben und dabei große Prosa? Dörte Hansen ist das mit ihren Romanen 'Altes Land' und 'Mittagsstunde' gleich zweimal gelungen. Genauigkeit des Blicks geht darin jeweils einher mit Zuneigung zu den Figuren, selbst zu den Eindringlingen in jene norddeutsch-dörfliche Beschaulichkeit, die Dörte Hansen mit scheinbar melancholischer Bewunderung heraufbeschwört, ehe sie sie dann mit satirischer Lust demaskiert. Die neue Mainzer Stadtschreiberin steht für die zeitlosen Qualitäten von Literatur: Witz und Sprach- und Stilgefühl."

 In der Jurybegründung heißt es: "Dörte Hansen wird von Leserinnen und Lesern, Literaturkritikerinnen und -kritikern gleichermaßen geliebt und gelobt. Hansen beherrscht es meisterlich, in ihren Romanen unsentimental und lebensnah davon zu erzählen, wie es ist, sich nach der ländlichen Heimat zu sehnen und zugleich von ihr davonlaufen zu wollen. Dörte Hansen schreibt keine Heimatidyllen, sondern eher bitterzarte Dorfromane in einer Welt, die zu verschwinden droht."

Pandemiebedingt wird die Antrittslesung von Dörte Hansen auf Juli 2022 verschoben. 

Die Mainzer Stadtschreiber und ihre TV-Dokumentationen

1985  Gabriele Wohmann (verstorben am 22. Juni 2015)
         "Unterwegs"
          (Sendung: 17. November 1985)

1986  H. C. Artmann (verstorben am 4. Dezember 2000)
          "Den Horizont überschreiten"
           (Sendung: 7. Dezember 1986)

1987  Ludwig Harig (verstorben am 5. Mai 2018)
          "Zu ergründen die eigene Heimkehr"
          (Sendung: 6. Dezember 1987)

1988  Sarah Kirsch (verstorben am 5. Mai 2013)
          "Briefe an eine Freundin"
           (Sendung: 4. Dezember 1988)

1989  Horst Bienek (verstorben am 7. Dezember 1990)
          "Die verrinnende Zeit"
           (Sendung: 31. Dezember 1989)

1990  Günter Kunert
          "Artus – ein König wird gesucht"
          (Sendung: 9. Dezember 1990)

1991  Helga Schütz
          "Hinterm Vorhang sieht man einen Schatten"
           (Sendung: 26. April 1992)

1992  Katja Behrens
          "Jerusalem – Berlin. Eine Begegnung"
          Mit Asher Reich und Hans Joachim Schädlich
          (Sendung: 7. März 1993)

1993  Dieter Kühn (verstorben am 25. Juli 2015)
          "Eine Reise nach Surinam"
           (Sendung: 19. Dezember 1993)

1994  Libuse Monîková (verstorben am 12. Januar 1998)
          "Grönland-Tagebuch: Wer nicht liest, kennt die Welt nicht"
          (Sendung: 13. Dezember 1994)

1995  Peter Härtling (verstorben am 10. Juli 2017)
          "Schumann in Finnland"
          (Sendung: 21. Dezember 1995)

1996  Peter Bichsel
          "Wir hätten in Spiez umsteigen sollen"
           (Sendung: 12. Dezember 1996)

1997  F.C. Delius
          "Wie weit ist es von einem Mann zu einer Frau?
           24 Stunden mit Tucholsky in Gripsholm"
           (Sendung: 23. November 1997)

1998  Erich Loest (verstorben am 12. September 2013)
          "Karl May reist zu den lieben Haddedihn"
           (Sendung: 6. September 1998)

1999  Tilman Spengler
          "Bitterer Balkan. Der Krieg ist eine Zerrüttung der Seelen"
           (Sendung: 5. Dezember 1999)

2000  Hanns-Josef Ortheil
          "Schauplätze meiner Fantasien – Rom, Venedig und Prag"
           (Sendung: 22. Oktober 2000)

2001  Es wurde keine Dokumentation produziert

2002  Katja Lange-Müller
          "Mein erster Amerikaner. Der Maler Kedron Barrett"

2003  Urs Widmer (verstorben am 2. April 2014)
          "Die Forschungsreise"
           (Sendung: 14. Dezember 2003)

2004  Raoul Schrott
          "Deutschland – Himmel und Hölle"          
           (Sendung: 3. August 2005)

2005  Sten Nadolny
          Es wurde keine Dokumentation produziert

2006  Patrick Roth
          "In My Life – 12 Places I Remember."
           (Sendung: 26. November 2006)

2007  Ilija Trojanow
          "Vorwärts und nie vergessen! Ballade über bulgarische Helden"
           (Sendung: 16. Dezember 2007)

2008  Michael Kleeberg
          "Europas Heimkehr. Eine Reise in den Libanon"
           (Sendung: 4. Januar 2009)

2009  Monika Maron
          "Rückkehr nach Bitterfeld"
           (Sendung: 30. Oktober 2009)

2010  Josef Haslinger
          "Nachtasyl – Die Heimat der Heimatlosen"
           (Sendung: 16. Dezember 2010)

2011  Ingo Schulze
          "Rettung aus dem Regenwald? Die Wiederentdeckung der Terra Preta"
           (Sendung: 11. November 2011)

2012  Kathrin Röggla
          "Die bewegliche Zukunft – Eine Reise ins Risikomanage­ment"
           (Sendung: 18. November 2012)

2013  Peter Stamm
          "Fordlandia – Das verlorene Paradies?"
           (Sendung: 1. Juni 2014)

2014  Judith Schalansky
           Es wurde keine Dokumentation produziert

2015  Feridun Zaimoglu
          "Istanbul von vorne. Eine Recherche"
           (Sendung: 25. Oktober 2015)

2016   Clemens Meyer
           "Nicht jedes Los gewinnt – Erzählungen vom Rummelplatz"
           (Sendung: 9. Dezember 2016) 

2017   Abbas Khider
           Es wurde keine Dokumentation produziert.

2018   Anna Katharina Hahn
           Tauben in Städten
           (Sendung: 21. Oktober 2018)

2019   Eva Menasse
           "Ich habe kein Talent zum Hassen"                                                                                      (Sendung: 24. November 2019)

2020/2021  Eugen Ruge
           "Aussterbende Art"
          (Sendung: 20. Februar 2022)

Die Jury

Der Jury des Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreises für 2022 gehörten an:

Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller:

Prof. Dr. Josef Haslinger

Katja Lange-Müller

Dr. Tilman Spengler

Ilija Trojanow

und als amtierender Stadtschreiber Eugen Ruge

 

Für die Landeshauptstadt Mainz:

Kulturdezernentin Marianne Grosse

 

Für das ZDF:

Programmdirektor Dr. Norbert Himmler

Leiterin Hauptredaktion Kultur, Anne Reidt

Jury-Vorsitzende Dr. Susanne Becker, Hauptredaktion Kultur

Koordinatorin 3sat, Natalie Müller-Elmau

Literaturredakteur 3sat, Dr. Michael Schmitt

Richtlinien für die Verleihung des Stadtschreiber-Literaturpreises des ZDF, 3sat
und der Landeshauptstadt Mainz

Wir möchten den Reichtum unserer Sprache bewahren und fördern. Durch Bildungsdefizite und mangelnde Kommunikation droht unsere Gesellschaft sprachloser zu werden. Darum wollen wir auch mit den Mitteln des Fernsehens zur Bereicherung und Weiterentwicklung unserer bedrohten Sprache beitragen. In einer sich ständig verändernden Medienwelt muss es zu den vornehmsten Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gehören, auf die Einmaligkeit unserer Sprache als unverzichtbares Medium hinzuweisen.

Wir wollen daher unseren Teil dazu beitragen, das höchste Kulturgut, das wir besitzen, lebendig zu halten, und zugleich einen Beitrag zur Leseförderung leisten – auch im Gedenken an Johannes Gutenberg, an seine epochale Erfindung und den dadurch in Mainz ausgelösten medialen Umbruch.

§1

Das ZDF verleiht gemeinsam mit der Landeshauptstadt Mainz nachfolgend benannten Preis: "Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis des ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz".

§2

Mit diesem Preis sollen Schriftstellerinnen und Schriftsteller deutscher Sprache geehrt werden, die unsere Literatur mit ihren Werken beeinflussen oder prägen und die sich darüber hinaus um das Zusammenwirken von Literatur und Fernsehen bemühen.

Dieser Literaturpreis gilt dem Gesamtwerk des Schriftstellers/der Schriftstellerin.

§3

Der Titel "Mainzer Stadtschreiber" wird jeweils für die Dauer eines Jahres verliehen.

§4

Die Wahl trifft eine vom ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz benannte Jury, die sich wie folgt zusammensetzt:

der amtierende Stadtschreiber/die amtierende Stadtschreiberin,
der Kulturdezernent/die Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Mainz,
der Programmdirektor/die Programmdirektorin des ZDF,
der Koordinator/die Koordinatorin 3sat,
der Leiter/die Leiterin der ZDF-Hauptredaktion Kultur,
der/die verantwortliche Redakteur/in für den Mainzer Stadtschreiberpreis,
der/die den Stadtschreiber/die Stadtschreiberin betreuende Redakteur/in für 3sat
sowie vier Schriftstellerinnen und Schriftsteller deutscher Sprache, die vom ZDF im Einver­nehmen mit der Landeshauptstadt Mainz benannt werden.

§5

Jedes Jurymitglied kann bis zu drei Kandidaten/Kandidatinnen zur Wahl vorschlagen. Diese Wahlvorschläge allein bilden die Basis für die Abstimmung zur Wahl des Stadtschreibers/der Stadtschreiberin. Die Wahl erfolgt nach dem Mehrheitsprin­zip.

§6

Mit der Verleihung des Titels ist ein Preis in Höhe von 12.500 Euro verbunden.

§7

Die Landeshauptstadt Mainz stellt für die Dauer eines Jahres dem gewählten Stadtschreiber/der Stadtschreiberin kostenlos eine Wohnung zur Verfügung, inklusive Nebenkosten.

§8

Von dem gewählten Stadtschreiber/der Stadtschreiberin wird erwartet, dass er/sie für ZDF und 3sat eine Dokumentation herstellt: das "Elektronische Tagebuch". Das Thema wird in Abstimmung und mit redaktioneller Unterstützung der ZDF-Hauptredaktion Kultur erarbeitet und mit einem Kamerateam und einer Cutterin bzw. eines Cutters des ZDF umgesetzt. Die Dokumentation wird gemäß den im ZDF gültigen Honorarbedingungen gesondert honoriert.

§9

Der/die gewählte Stadtschreiber/in erklärt sich bereit, für Sen­dungen von ZDF, 3sat und weiterer Partnerkanäle zur Verfügung zu stehen.

§10

Der/die Stadtschreiber/in erklärt sich bereit, für öffentliche Lesungen in der Landeshauptstadt Mainz zur Verfügung zu stehen, sowie zu gesonderten literarischen Gesprächen insbesondere mit Studierenden, Schülerinnen, Schülern und Seniorengruppen.

Die städtischen Aktivitäten des Stadtschreibers/der Stadtschreiberin werden mit dem Kulturdezernenten/der Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Mainz abgesprochen.

Es wird erwartet, dass der/die Stadtschreiber/in mehrmals im Amtsjahr die Stadtschreiberwohnung im Gutenbergmuseum in Mainz bezieht. 

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/mainzerstadtschreiber

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